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DURCH 11-BETA-ARYL-17,17-SPIROTHIOLAN SUBSTITUIERTE STEROIDE - Dokument DE60014096T2
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE60014096T2 06.10.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001196428
Titel DURCH 11-BETA-ARYL-17,17-SPIROTHIOLAN SUBSTITUIERTE STEROIDE
Anmelder Research Triangle Institute, Research Triangle Park, N.C., US
Erfinder COOK, C. Edgar, Staunton, US;
SHETTY, S., Rupa, West Chester, US;
KEPLER, A., John, Raleigh, US;
LEE, Y.-W., David, Cambridge, US
Vertreter WINTER, BRANDL, FÜRNISS, HÜBNER, RÖSS, KAISER, POLTE, Partnerschaft, 85354 Freising
DE-Aktenzeichen 60014096
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 20.07.2000
EP-Aktenzeichen 009487414
WO-Anmeldetag 20.07.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/US00/19537
WO-Veröffentlichungsnummer 0001007462
WO-Veröffentlichungsdatum 01.02.2001
EP-Offenlegungsdatum 17.04.2002
EP date of grant 22.09.2004
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.10.2005
IPC-Hauptklasse C07J 33/00
IPC-Nebenklasse A61K 31/58   

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG

Die Forschung, die zu der vorliegenden Erfindung führte, wurde teilweise mit Geldern des NIH, NICHD Contract No. N01-HD-5-3238 gefördert. Dementsprechend hat die US-Regierung bestimmte Rechte an der Erfindung.

Gebiet der Erfindung:

Die vorliegende Erfindung betrifft 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierte Steroidverbindungen, Verfahren zur Herstellung von 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierten Steroidverbindungen und therapeutische Behandlungen betreffend die Progesteronaktivität unter Verwendung von 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierten Steroidverbindungen.

Diskussion des Standes der Technik:

Progesteron spielt eine wichtige Rolle für den Gesundheitszustand und die Funktionsfähigkeit des Fortpflanzungsapparats und seine Wirkungen auf beispielsweise den Uterus, die Brust, die Zervix und die Hypothalamus-Hypophysen-Einheit sind allgemein erwiesen. Es besitzt außerdem Aktivitäten, die nicht die Fortpflanzungsfähigkeit betreffen und weniger gut untersucht sind, beispielsweise Wirkungen auf das Gehirn, das Immunsystem, das vaskuläre endotheliale System und den Fettstoffwechsel. Bei diesen weitreichenden Wirkungen ist es offensichtlich, daß Verbindungen, die Wirkungen von Progesteron nachahmen (Agonisten), diesen Wirkungen entgegenwirken (Antagonisten) oder Mischwirkungen zeigen (partielle Agonisten oder gemischter Agonist/Antagonist), bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Leiden von Nutzen sein können.

Steroidhormone üben ihre Wirkungen teilweise durch Bindung an intrazelluläre Rezeptoren aus. Verbindungen, die an die entsprechenden Rezeptoren binden und Antagonisten oder partielle Agonisten der östrogenen und androgenen Hormone sind, waren seit langem bekannt, es dauerte aber bis etwa 1982, daß die Entdeckung von Verbindungen bekannt wurde, die an den Progesteronrezeptor binden und den Wirkungen von Progesteron entgegenwirken. Seitdem wurde eine Reihe solcher Verbindungen in der wissenschaftlichen Literatur und in der Patentliteratur beschrieben, und ihre Wirkungen wurden in vitro, an Tieren und an Menschen untersucht. Obwohl Verbindungen wie Östrogene und bestimmte Enzyminhibitoren die physiologischen Wirkungen von endogenem Progesteron verhindern können, ist "Antiprogestin" in dieser Diskussion auf solche Verbindungen beschränkt, die an den Progestinrezeptor binden.

Es gibt inzwischen Erkenntnisse, die darauf hindeuten, daß Antiprogestine bei einer Reihe medizinischer Leiden wirksam sein sollen. Diese Erkenntnisse wurden in einem Bericht des Institute of Medicine zusammengefaßt (Donaldson, Molly S.; Dorflinger, L.; Brown, Sarah S.; Benet, Leslie Z., Herausgeber, Clinical Applications of Mifepristone (RU 486) and Other Antiprogestins, Committee on Antiprogestins: Assessing the Science, Institute of Medicine, National Academy Press, 1993). Im Hinblick auf die zentrale Rolle, die Progesteron bei der Fortpflanzung spielt, ist es nicht überraschend, daß Antiprogestine an der Fertilitätskontrolle beteiligt sein könnten, einschließlich Empfängnisverhütung (Langzeitverhütung und Notfallverhütung oder postkoitale Verhütung), Menstruationsauslösung und medizinischem Schwangerschaftsabbruch, es gibt aber noch viele andere potentielle Verwendungsmöglichkeiten, die durch kleine klinische oder präklinische Untersuchungen gestützt wurden. Dazu gehören die folgenden:

  • 1. Wehen und Geburt – Antiprogestine können zur Zervixreifung vor Einleitung der Wehen verwendet werden, beispielsweise termingerecht oder wenn als Folge von Fruchttod Wehen eingeleitet werden müssen. Sie können auch verwendet werden, um dabei zu helfen, Wehen bei Schwangerschaften termingerecht oder nach dem Termin einzuleiten.
  • 2. Behandlung von uterinen Leiomyomen (Fibroiden) – diese nichtmalignen Tumoren können bis zu 20 % der Frauen über 30 Jahre befallen und sind einer der am häufigsten auftretenden Gründe für Operationen bei Frauen in den fortpflanzungsfähigen Jahren. Hysterektomie, die übliche Behandlung für persistente Symptome, führt natürlich zu Unfruchtbarkeit.
  • 3. Behandlung von Endometriose – dieses allgemein bekannte (5 bis 15 % Inzidenz, weitaus häufiger bei unfruchtbaren Frauen) und häufig schmerzvolle Leiden wird jetzt mit Wirkstoffen wie Danazol oder Analogen von Gonadotropinfreisetzendem Hormon behandelt, die bedeutende Nebenwirkungen haben, oder es muß chirurgisch behandelt werden.
  • 4. Krebsarten, insbesondere Brustkrebsarten – die Anwesenheit von Progestinrezeptoren bei vielen Brustkrebsarten hat die Verwendung von Antiprogestinen bei der Behandlung von metastatischem Krebs oder bei der Prophylaxe von Rezidiven oder der anfänglichen Entwicklung von Krebs nahegelegt.
  • 5. Andere Tumore wie Meningiome – diese Hirnmembrantumore, obwohl nicht bösartig, führen zum Tod des Patienten, und es gibt keine nicht-chirurgischen Behandlungen.
  • 6. männliche Empfängnisverhütung – Antiprogestine können die Lebensfähigkeit der Spermien beeinträchtigen, obwohl umstritten ist, ob dies eine Antiprogestinwirkung ist oder nicht, da dies mit der antiglucocorticoiden Aktivität solcher Verbindungen zusammenhängen kann.
  • 7. Antiöstrogene Wirkungen – zumindest manche Antiprogestine wirken der Östrogenwirkung in bestimmten Tests entgegen, offensichtlich aber durch einen Mechanismus, der keine klassischen Hormonrezeptoren involviert. Dies eröffnet eine Vielzahl von Möglichkeiten für ihre medizinische Verwendung.
  • 8. Antiglucocorticoide Wirkungen – dies ist eine übliche Nebenwirkung von Antiprogestinen, die in manchen Fällen, beispielsweise bei der Behandlung von Cushing-Syndrom, nützlich ist und beispielsweise eine Rolle bei Immunstörungen spielen könnte. In anderen Fällen ist es wünschenswert, solche Wirkungen auf ein Minimum zu reduzieren.
  • 9. Hormonersatztherapie – die Fähigkeit, den Wirkungen von Progestinen entgegenzuwirken, ist bei einer Verwendung auf diesem Gebiet wertvoll.

Die Wirkungen und Verwendungsmöglichkeiten von Progesteronagonisten sind gut belegt. Daneben wurde kürzlich gezeigt, daß manche Verbindungen, die den bekannten Antiprogestinen strukturell verwandt sind, in manchen biologischen Systemen starke agonistenähnliche Aktivität besitzen (z. B. die klassischen Progestinwirkungen beim Östrogen-Priming im unreifen Kaninchenuterus; siehe C.E. Cook et al., Life Sciences, 52, 155–162 (1993)). Solche Verbindungen sind partielle Agonisten in Rezeptorsystemen, die von Humanzellen stammen, wo sie an eine Stelle binden, die sich sowohl von der Progestin- als auch der Antiprogestinstelle unterscheidet. (Wagner et al., Proc. Natl. Acad. Sci., 93, 8739–8744 (1996)). Außerdem kann die Wechselwirkung des Rezeptor/Wirkstoff-Komplexes mit dem Genom von Antiprogestinklasse zu Antiprogestinklasse variieren – entweder kann eine Bindung an das Genom erfolgen, so daß keine Transkription erfolgt, oder das Antiprogestin kann eine Bindung des Komplexes an das Genom verhindern. Die allgemeine Klasse der Antiprogestine kann also viele Subklassen aufweisen, die sich in ihren klinischen Profilen unterscheiden können.

Obwohl Antiprogestine klinisch vielversprechend sind, wurden bis 01. März 1999 in den Vereinigten Staaten oder vielen anderen Ländern keine Antiprogestin-Wirkstoffe auf den Markt gebracht. Nur ein Antiprogestin-Wirkstoff ist weltweit zugelassen und zur klinischen Verwendung verfügbar, und dieser Wirkstoff, Mifepriston, wird hauptsächlich zum medizinischen Schwangerschaftsabbruch verwendet. Die Ursache für diese Situation liegt in einer Reihe von Faktoren, aber sicherlich besteht ein Bedarf an neuen Antiprogestin-Wirkstoffen, die für die oben beschriebenen Leiden verwendet werden können. Eine Aufgabe der Erfindung besteht darin, solche Wirkstoffe bereitzustellen.

Allgemein wurde Antiprogestinaktivität mit der Anwesenheit eines 11&bgr;-Aryl-Substituenten am Steroidkern zusammen mit einer &Dgr;4,9-3-Ketoneinheit in Verbindung gebracht. Die frühesten Antiprogestine waren mit einer 17&bgr;-Hydroxygruppe und verschiedenen 17&agr;-Substituenten substituiert (siehe beispielsweise Teutsch et al., US 4,386,085; Philibert et al., US 4,477,445; Teutsch et al., US 4,447,424; Cook et al., US 4,774,236 und 4,861,763). Dann wurde entdeckt, daß eine 17&bgr;-Acetyl-17&agr;-acyloxygruppe ebenfalls Antiprogestinwirkungen hervorrufen konnte (Cook et al., US 4,954,490 und 5,073,548), und es wurden auch viele Permutationen dieser Beobachtungen gemacht. Die Einführung einer 16&agr;-Ethylgruppe oder eines Wasserstoffsubstituenten in 17&agr;-Stellung bei der 17&bgr;-Acylreihe von 11&bgr;-Arylverbindungen führt jedoch zu einer Agonisten- oder partiellen Agonistenaktivität (C. E. Cook et al., Life Sciences, 52, 155–162 (1993)). Andere Artikel auf dem Gebiet der Antiprogestinverbindungen umfassen Teutsch et al., Human Reproduction, Juni 1994; 9 (Supplement 1):12–31 und Cook et al., Human Reproduction, Juni 1994; 9 (Supplement 1):32–39. Änderungen im D-Ring des Steroids können also zu unvorhersagbaren Wirkungen auf die biologische Aktivität führen.

17-Thio-substituierte Steroide wurden in der Literatur beschrieben (z. B. Smith et al., Journal Biological Chemistry, 1974; 249(18):5924–5932; Varma, US 4,481,144; und Varma et al., US 4,529,548.

Die US-A-5 741 786 offenbart Steroide mit einer 17-Spiromethylenlacton- oder -lactolgruppe, die selektive Bindungsaktivität für den Progesteronrezeptor besitzen, ihre Herstellung, pharmazeutische Zusammensetzungen, die diese Steroide umfassen, und ihre Verwendung zur Herstellung eines empfängnisverhütenden Mittels.

Man sieht, daß die 17&bgr;-Stellung bereits bekannter Antiprogestine durch Substitution mit einem Kohlenstoff- oder einem Sauerstoffatom gekennzeichnet war. Es gab keine Berichte über die Wirkung von Thiosubstituenten wie 17,17-Spirothiolanen in der 17&bgr;-Stellung von 11&bgr;-Arylsteroiden auf deren hormonelle oder antihormonelle Aktivität. Bis zur jetzigen Erfindung gab es keine Verfahren für ihre Synthese. Weder in der allgemeinen chemischen Literatur noch in Patenten wurden 17,17-Spirothiolansteroide gefunden. Der Stand der Technik erlaubt also keine Vorhersage hinsichtlich der Aktivität solcher Verbindungen. Ein neues Merkmal der vorliegenden Erfindung ist die Beobachtung, daß ein Spiro[17,17'-2'-thiolan] in 11&bgr;-Arylsteroiden zu Verbindungen mit guter Bindung an den Progestinrezeptor führt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, neue und hochwirksame Modulatoren für die Antwort des Progestinrezeptors bereitzustellen, Verfahren für ihre medizinische Verwendung bei Säugern, einschließlich Menschen, bereitzustellen und Verfahren für ihre Synthese bereitzustellen.

ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG

Dementsprechend betrifft eine Ausführungsform der vorliegenden Erfindung 17,17-Spirothiolansteroidverbindungen mit 11&bgr;-Arylsubstitution.

Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zur Synthese von 17,17-Spirothiolansteroidverbindungen mit 11&bgr;-Arylsubstitution.

Eine weitere Ausführungsform der vorliegenden Erfindung betrifft ein Verfahren zum Modulieren der Wirkungen von Progestin durch Verabreichung von 17,17-Spirothiolansteroidverbindungen mit 11&bgr;-Arylsubstitution.

Diese und andere Gegenstände der vorliegenden Erfindung werden durch 17,17-Spirothiolansteroidverbindungen mit 11&bgr;-Arylsubstitution der Struktur (I) möglich gemacht,

wobei s eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist;

R1 4-(R2R3-N(O)r)- ist, wobei r 0 oder 1 ist und R2 und R3 jeweils unabhängig H, C1-6-Alkyl, C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl oder C2-6-Alkinyl sind; oder
ist, wobei q 0 oder 1 ist und Y -(CH2)m- ist, wobei m eine ganze Zahl von 0 bis 5 ist, oder

Y -(CH2)n-Z-(CH2)p- ist, wobei n eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist, p eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist und Z ein Heteroatom ist; oder

R1 4-Halo-, 4-HO-, 4-CF3SO3O-, 4-CH3O-, 4-CH3S-, 4-CH3S(O)-, 4-CH3S(O)2-, 4-CH3CO-, 4-CH3CH(OH)-, 4-N≡C-, 4-HC≡C-, 4-C6H5C≡C-, 4-H2C=CH-, 4-C2H5-, 4-MeC(=CH2)-, 4-C6H5, 4-(N-Imidazolyl)-, 4-(N-Pyrrolyl)-, 4-(2'-Furyl), 4-(3'-Furyl)-, 4-(2'-Thiophenyl), 4-(3'-Thiophenyl)-, 4-(2'-Pyridyl)-, 4-(3'-Pyridyl)-, 4-(4'-Pyridyl)-, 4-(2'-Tiazolyl)-, 4-(2'-N-Methylimidazolyl)- oder 4-(5'-Pyrimidinyl)- ist;

R14 H oder Halo ist; oder

R1 und R14 zusammen einen Ring
bilden, wobei W CH, CH2, N, NH, O oder S ist und R4 H, CH3 oder C2H5 ist;

X O oder NOR5 ist, wobei R5 H oder C1-6-Alkyl, C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl, C2-6-Alkinyl oder C6-12-Aryl ist; oder

X (H, H), (H, OH) ist oder X (H, OSi(C1-6-Alkyl)3) ist oder X (H, OCOR5) ist, wobei R5 C1-6-Alkyl, C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl, C2-6-Alkinyl oder C6-12-Aryl ist; oder
ist, wobei Y -(CH2)m- ist, wobei m eine ganze Zahl von 0 bis 3 ist, oder Y -(CH2)n-Z-(CH2)p- ist, wobei n eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist, p eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist und Z ein Heteroatom ist oder Z ein Kohlenstoffatom ist, das mit ein oder zwei Niederalkylgruppen substituiert ist;

R6 H, C1-6-Alkyl oder Halogen ist;

R8 und R9 einzeln H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl oder C6-12-Aryl sind; und

R10 H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl oder C6-12-Aryl ist; und

R11 und R12 =CH2 sind oder

R11 und R12 jeweils H sind; und

pharmazeutisch verträgliche Salze davon.

Diese und andere Gegenstände der vorliegenden Erfindung werden durch die Entdeckung möglich gemacht, daß 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierte Steroidverbindungen außergewöhnliche Bindung an den Progesteronrezeptor zeigen.

KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN

Ein vollständigeres Bild der Erfindung und vieler der sie begleitenden Vorteile erhält man ohne weiteres, wenn diese unter Betrachtung der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung in Verbindung mit den beiliegenden Zeichnungen besser verständlich werden, wobei:

die 1 und 2 ein Reaktionsschema zur Herstellung der erfindungsgemäßen 11&bgr;-Aryl-17,17-spirothiolan-substituierten Steroidverbindungen darstellen.

AUSFÜHRLICHE BESCHREIBUNG DER BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSFORMEN

Heteroatom bedeutet Sauerstoff, Stickstoff, Schwefel, Silicium oder Bor.

Halogen bedeutet Fluor, Chlor, Brom oder Iod, und Halo bedeutet Fluor-, Chlor-, Brom- oder Iod-.

Aralkyl, Aralkenyl oder Aralkinyl bedeutet eine C1-6-Alkyl-, eine C2-6-Alkenyl- oder eine C2-6-Alkinylgruppe, die einen Arylsubstituenten trägt.

Niederalkyl bedeutet eine C1-6-Alkylgruppe.

Heteroaryl bedeutet eine Einheit mit 5 bis 12 Nichtwasserstoffatomen, die aus ein oder mehreren cyclischen Strukturen besteht, die miteinander fusioniert oder verknüpft sein können, die 1 bis 5 Heteroatome enthalten und deren elektronischer Charakter vom Fachmann allgemein als aromatisch angesehen wird.

Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl bedeutet eine C1-6-Alkyl-, eine C2-6-Alkenyl- oder eine C2-6-Alkinylgruppe, die einen Heteroarylsubstituenten trägt.

"Gegebenenfalls substituiert" bedeutet unsubstituiert oder durch Austausch eines Wasserstoffatoms gegen ein oder mehrere Heteroatom(e) und/oder Halogene und/oder Alkylgruppen mit 1 bis 6 Kohlenstoffatomen und/oder Alkenyl- und/oder Alkinylgruppen mit 2 bis 6 Kohlenstoffatomen und/oder Cycloalkylgruppen mit 3 bis 8 Kohlenstoffatomen und/oder Arylgruppen mit 6 bis 12 Kohlenstoffatomen und/oder Heteroarylgruppen substituiert, wobei die Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl-, Cycloalkyl-, Aryl- oder Heteroarylgruppe wiederum mit ein oder mehreren Heteroatomen und/oder Halogenen substituiert sein kann. Wo es ihre Valenz erlaubt, können Heteroatome sowohl in der Kohlenstoff kette als auch durch Bindung an diese mit Einzel- oder Doppelbindungen substituiert sein. Beispielsweise fallen -CH2-CH2-CH=O, -CH2(C=O)-CH3, -CH2-CH2-O-CH3, -CH2-CH2-CH2OH, CH3-CH2-CH2O-, CH2-CH2-C(=O)-NH2, CH3-CH2-C(O)-NH- und CF3-C≡C- alle unter diese Definition.

In allen Fällen, in denen es Valenz und sterische Überlegungen erlauben, können Alkyl-, Alkenyl-, Alkinyl- und Cycloalkylgruppen weitere Doppel- oder Dreifachbindungen und/oder verzweigte Ketten enthalten.

Die Struktur der Formel I ist als ein einziges Enantiomer dargestellt, der Fachmann erkennt jedoch, daß die vorliegende Erfindung auf beide enantiomere Formen gerichtet ist. Der Fachmann erkennt ferner, daß die Anreicherung einer enantiomeren Form nach fachmännisch bekannten, üblichen Verfahren erfolgen kann, beispielsweise durch Chromatographie, Kristallisation, Diastereomerentrennung oder ausgehend von optisch angereicherten Ausgangsmaterialien. In einer bevorzugten Ausführungsform beträgt das Enantiomerenverhältnis 5:1, vorzugsweise 10:1, besonders bevorzugt 15:1 und ganz besonders bevorzugt mehr als 20:1. In einer bevorzugten Ausführungsform hat das angereicherte Enantiomer die gleiche absolute Stereochemie an C13 wie das d-drehende Enantiomer von &bgr;-Östradiol.

In allen Fällen umfaßt die Sulfoxidgruppe R'R"SO sowohl die beiden reinen Epimere als auch Mischungen der beiden Epimere.

In allen Fällen kann R6 entweder alpha (&agr;) oder beta (&bgr;) zum aromatischen Ring sein.

Die oben angegebenen Verbindungen der Formel I beinhalten im einzelnen Verbindungen, die am Ring A in 3-Stellung mit zwei Wasserstoffatomen substituiert sind. Man nimmt an, daß diese Verbindungen eine in vivo-Oxidation zur entsprechenden Carbonylverbindung durchlaufen.

In einer bevorzugten Ausführungsform betrifft die vorliegende Erfindung 17,17-Spirothiolanverbindungen der Formel I, wobei:

s eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist;

R1-Ph 4-Aminophenyl, 4-(N-Methylamino)phenyl, 4-(N,N-Dimethylamino)phenyl, 4-(N-Piperidino)phenyl, 4-(N-Pyrrolidino)phenyl, 4-(N-Morpholino)phenyl ist;

R14 H ist oder

R1 und R14-Ph 1-Methylindol-5-yl oder 1-Methyl-2,3-dihydroindol-5-yl ist;

X O, NOH oder NOCH3 ist;

R6 H, CH3, F oder Cl ist;

R8 H, CH3 oder C6H5 ist;

R9 H, CH3 oder C6H5 ist;

R10 H, CH3 oder C6H5 ist; und

R11 und R12 jeweils H sind.

Die vorliegende Erfindung betrifft ferner die folgenden speziellen Verbindungen:

11&bgr;-(4-(N-methylamino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;(4-(N,N-dimethylamino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-piperidino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-pyrrolidino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-morpholino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-methylamino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N,N-dimethylamino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-piperidino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-pyrrolidino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-morpholino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-methylamino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N,N-dimethylamino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-piperidino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-pyrrolidino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

11&bgr;-(4-(N-morpholino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on.

Die Verbindungen der vorliegenden Erfindung können auch ein Salz umfassen, insbesondere ein Salz, das, falls vorhanden, mit einem Amin gebildet ist. Geeignete pharmazeutisch verträgliche Salze sind dem Fachmann bekannt und umfassen Carboxylate, Sulfate, Phosphate und Halogenide.

Steroide mit Progestin-, Antiprogestin- und/oder Antiglucocorticoidaktivität finden bei der Fertilitätskontrolle bei humanen und nichthumanen Säugern, wie Primaten, Haustieren und Farmtieren, und bei der Behandlung medizinischer Leiden bei Tieren oder Menschen, bei denen diese Aktivität vorteilhaft ist, Verwendung. Sie können also bei der Behandlung von Leiden wie Fibroiden, Cushing-Syndrom, Glaukom, Endometriose, Zervixreifung vor der Geburt, Hormonersatztherapie, prämenstrualem Syndrom und Krebs neben ihrer Verwendung bei der Fertilitäts- und Fortpflanzungskontrolle von Nutzen sein.

Die Verbindungen der vorliegenden Erfindung können auf verschiedene Weise verabreicht werden. So können diejenigen Produkte der Erfindung, die auf oralem Wege aktiv sind, in Lösungen, Suspensionen, Emulsionen, Tabletten, einschließlich sublingualer und intrabukkaler Tabletten, Weichgelatinekapseln, einschließlich in Weichgelatinekapseln verwendeter Lösungen, wäßrigen Suspensionen oder Ölsuspensionen, Emulsionen, Pillen, Pastillen, Rundtabletten, Tabletten, Sirupen oder Elixieren und dergleichen verabreicht werden. Produkte der Erfindung, die bei parenteraler Verabreichung aktiv sind, können durch Depotinjektion, Implantate, einschließlich SilasticTM und bioabbaubarer Implantate, und intramuskuläre und intravenöse Injektionen verabreicht werden.

Zusammensetzungen können nach beliebigen, dem Fachmann bekannten Verfahren zur Herstellung pharmazeutischer Zusammensetzungen hergestellt werden, und solche Zusammensetzungen können ein oder mehrere Stoffe enthalten, die ausgewählt sind aus der Gruppe bestehend aus Süßstoffen, Geschmacksstoffen, Farbstoffen und Konservierungsstoffen. Tabletten, die den Wirkstoff in Mischung mit nichttoxischen pharmazeutisch verträglichen Hilfsstoffen enthalten, die für die Herstellung von Tabletten zweckmäßig sind, sind möglich. Diese Hilfsstoffe sind beispielsweise inerte Verdünnungsmittel, wie Calciumcarbonat, Natriumcarbonat, Lactose, Calciumphosphat oder Natriumphosphat; Granulierhilfsmittel und Sprengmittel, wie Maisstärke, oder Alginsäure; Bindemittel, wie Stärke, Gelatine oder Gummi arabicum; und Gleitmittel, wie Magnesiumstearat, Stearinsäure oder Talkum. Tabletten können unbeschichtet sein oder sie können mit bekannten Methoden überzogen werden, um Zerfall und Adsorption im Gastrointestinaltrakt zu verzögern und dadurch eine über einen längeren Zeitraum anhaltende Wirkung zu liefern. Beispielsweise kann ein retardierendes Material wie Glycerylmonostearat oder Glyceryldistearat allein oder mit einem Wachs eingesetzt werden.

Formulierungen zur oralen Verwendung können auch als Hartgelatinekapseln verabreicht werden, wobei der Wirkstoff mit einem inerten festen Verdünnungsmittel, beispielsweise Calciumcarbonat, Calciumphosphat oder Kaolin, vermischt ist, oder als Weichgelatinekapseln, wobei der Wirkstoff mit Wasser oder einem öligen Medium vermischt ist, beispielsweise Erdnußöl, flüssigem Paraffin oder Olivenöl.

Wäßrige Suspensionen der Erfindung enthalten die Wirkstoffe in Mischung mit zur Herstellung von wäßrigen Suspensionen zweckmäßigen Hilfsmitteln. Solche Hilfsmittel umfassen ein Suspensionsmittel, wie Natriumcarboxymethylcellulose, Methylcellulose, Hydroxypropylethylcellulose, Natriumalginat, Polyvinylpyrrolidon, Gummi traganth und Gummi arabicum, und Dispergier- oder Netzmittel, wie natürlich vorkommendes Phosphatid (z. B. Lecithin), ein Kondensationsprodukt eines Alkylenoxids mit einer Fettsäure (z. B. Polyoxyethylenstearat), ein Kondensationsprodukt von Ethylenoxid mit einem langkettigen aliphatischen Alkohol (z. B. Heptadecaethylenoxycetanol), ein Kondensationsprodukt von Ethylenoxid mit einem partiellen Ester, der sich aus einer Fettsäure und einem Hexitol ableitet (z. B. Polyoxyethylensorbitolmonooleat) oder ein Kondensationsprodukt von Ethylenoxid mit einem partiellen Ester, der sich aus Fettsäure und einem Hexitolanhydrid ableitet (z. B. Polyoxyethylensorbitanmonooleat). Die wäßrige Suspension kann ferner ein oder mehrere Konservierungsstoffe wie Ethyl- oder n-Propyl-p-hydroxybenzoat, ein oder mehrere Farbstoffe, ein oder mehrere Geschmacksstoffe und ein oder mehrere Süßstoffe wie Sucrose, Aspartam oder Saccharin enthalten. Ophthalmische Formulierungen werden, wie dem Fachmann bekannt, auf den osmotischen Druck eingestellt.

Ölsuspensionen können formuliert werden, indem man den Wirkstoff in einem pflanzlichen Öl, wie Erdnußöl, Olivenöl, Sesamöl oder Kokosnußöl, oder in einem Mineralöl, wie flüssigem Paraffin, suspendiert. Die Ölsuspensionen können ein Verdickungsmittel wie Bienenwachs, Hartparaffin oder Cetylalkohol enthalten. Für ein angenehm einzunehmendes orales Präparat können Süßstoffe zugegeben werden. Diese Zusammensetzungen können durch Zugabe eines Antioxidans wie Ascorbinsäure haltbar gemacht werden.

Dispergierbare Pulver und Granulate der Erfindung, die sich zur Herstellung einer wäßrigen Suspension durch Zugabe von Wasser eignen, können aus den Wirkstoffen in Mischung mit einem Dispergier-, Suspensions- und/oder Netzmittel und ein oder mehreren Konservierungsstoffen formuliert werden. Geeignete Dispergier- oder Netzmittel und Suspensionsmittel sind beispielsweise die oben offenbarten. Ferner können weitere Hilfsstoffe, beispielsweise Süß-, Geschmacks- und Farbstoffe, vorhanden sein.

Die pharmazeutische Zusammensetzung der Erfindung kann auch in Form von Öl-in-Wasser-Emulsionen vorliegen. Die ölige Phase kann ein pflanzliches Öl, wie Olivenöl oder Erdnußöl, ein Mineralöl, wie flüssiges Paraffin, oder eine Mischung von diesen sein. Geeignete Emulgiermittel umfassen natürlich vorkommende Kautschuke, wie Gummi arabicum oder Gummi traganth, natürlich vorkommende Phosphatide, wie Sojabohnenlecithin, Ester oder partielle Ester, die sich von Fettsäuren und Hexitolanhydriden ableiten, wie Sorbitanmonooleat, und Kondensationsprodukte dieser partiellen Ester mit Ethylenoxid, wie Polyoxyethylensorbitanmonooleat. Die Emulsion kann ferner Süß- und Geschmacksstoffe enthalten.

Sirupe und Elixiere können mit Süßstoffen, beispielsweise Glycerin, Sorbitol oder Sucrose, formuliert werden. Solche Formulierungen können ferner ein Demulcens, einen Konservierungsstoff, einen Geschmacks- oder einen Farbstoff enthalten.

Die pharmazeutischen Zusammensetzungen der Erfindung können in Form einer sterilen injizierbaren Zubereitung, beispielsweise einer sterilen injizierbaren wäßrigen oder ölhaltigen Suspension, vorliegen. Diese Suspension kann entsprechend dem Stand der Technik unter Verwendung der oben genannten zweckmäßigen Dispergier- oder Netzmittel und Suspensionsmittel formuliert werden. Die sterile injizierbare Zubereitung kann auch eine sterile injizierbare Lösung oder Suspension in einem nichttoxischen parenteral verträglichen Verdünnungsmittel oder Lösungsmittel sein, beispielsweise eine 1,3-Butandiol-Lösung. Zu den verträglichen Trägerstoffen und Lösungsmitteln, die eingesetzt werden können, gehören Wasser und Ringer-Lösung, ein isotonisches Natriumchlorid. Daneben können sterile Fettöle in üblicher Weise als Lösungsmittel oder Suspensionsmedium eingesetzt werden. Zu diesem Zweck kann jedes milde Fettöl eingesetzt werden, einschließlich synthetischer Mono- oder Diglyceride. Ähnlich können auch Fettsäuren wie Ölsäure zur Herstellung der injizierbaren Zubereitungen verwendet werden. Eine Sterilisierung kann nach fachmännisch bekannten üblichen Methoden, beispielsweise durch aseptische Filtration, Bestrahlung oder Endsterilisieren (z. B. Autoklavieren), erfolgen.

Wäßrige Formulierungen (d. h. Öl-in-Wasser-Emulsionen, Sirupe, Elixiere und injizierbare Zubereitungen) können so formuliert werden, daß der pH der optimalen Stabilität erreicht wird. Die Ermittlung des optimalen pH-Werts kann nach. fachmännisch bekannten, üblichen Methoden erfolgen. Um den pH-Wert der Formulierung einzuhalten, können auch geeignete Puffer verwendet werden.

Die Verbindungen dieser Erfindung können auch in Form von Suppositorien zur rektalen Verabreichung des Wirkstoffs verabreicht werden. Diese Zusammensetzungen können hergestellt werden, indem man den Wirkstoff mit einem geeigneten nichtreizenden Hilfsstoff vermischt, der bei gewöhnlichen Temperaturen fest, aber bei rektalen Temperaturen flüssig ist und daher im Rektum schmilzt und den Wirkstoff freisetzt. Nichteinschränkende Beispiele für solche Materialien sind Kakaobutter und Polyethylenglycole.

Sie können auch auf intranasalem, intraokularem, intravaginalem und intrarektalem Wege verabreicht werden, einschließlich Suppositorien, Insufflation, Pulvern und Aerosolformulierungen.

Produkte der Erfindung, die vorzugsweise auf topischem Wege verabreicht werden, können als Applikationsstifte, Lösungen, Suspensionen, Emulsionen, Gele, Cremes, Salben, Pasten, Gelee, Aufstriche, Pulver und Aerosole verabreicht werden.

Produkte mit antiglucocorticoider Aktivität sind von besonderem Wert bei pathologischen Zuständen, die durch einen Überschuß an endogenem Glucocorticoid gekennzeichnet sind, wie Cushing-Syndrom, Hirsutismus und insbesondere in Verbindung mit dem Adrenogenitalsyndrom, Augenleiden in Verbindung mit Glucocorticoidüberschuß wie Glaukom, Streßsymptomen in Verbindung mit Glucocorticoidsekretion im Überschuß und dergleichen.

Produkte mit Progestinaktivität sind von besonderem Wert als Progestinmittel, Ovulationshemmer, Menstruationsregulatoren, empfängnisverhütende Mittel, Mittel zum Synchronisieren von fertilen Perioden beim Vieh und dergleichen. Bei Verwendung zur Empfängnisverhütung können sie in geeigneter Weise mit östrogenen Stoffen gemischt werden, wie beispielsweise Ethinylestradiol- oder Estradiolestern.

Produkte mit Antiprogestinaktivität sind dadurch gekennzeichnet, daß sie den Wirkungen von Progesteron entgegenwirken. Als solche sind sie zur Unterstützung bei Wehen und Geburt, zur Behandlung von Fibroiden und Endometriose und zur Hormonersatztherapie wertvoll.

Die Verbindungen der Erfindung können zur Fertilitätskontrolle während des gesamten Fortpflanzungszyklus verwendet werden. Sie sind besonders wertvoll als postkoitale Kontrazeptiva, um die Nidation im Uterus zu hemmen, und als "einmal monatliche" empfängnisverhütende Mittel. Sie können in Verbindung mit Prostaglandinen, wehenanregenden Mitteln, Östrogenen und dergleichen verwendet werden.

Eine weitere wichtige Verwendungsmöglichkeit für die Produkte der Erfindung liegt in ihrer Fähigkeit, das Wachstum hormonabhängiger Krebsarten zu verlangsamen. Solche Krebsarten umfassen Nieren-, Brust-, Endometrium-, Ovarien- und Prostatakrebs, die dadurch gekennzeichnet sind, daß sie Progesteronrezeptoren besitzen, und von denen erwartet werden kann, daß sie auf die Produkte dieser Erfindung reagieren. Andere Verwendungsmöglichkeiten für Antiprogestinmittel umfassen die Behandlung fibrozystischer Erkrankungen der Brust. Manche Krebsarten und insbesondere Melanome können auf Corticoid/Anticorticoid-Therapie günstig reagieren.

Die erfindungsgemäßen Verbindungen können jedem warmblütigen Säuger wie Menschen, Haustieren und Farmtieren verabreicht werden. Haustiere umfassen Hunde, Katzen usw. Farmtiere umfassen Kühe, Pferde, Schweine, Schafe, Ziegen usw.

Die Wirkstoffmenge, der mit einem Trägermaterial kombiniert werden kann, um eine einzelne Dosierungsform herzustellen, variiert in Abhängigkeit von der behandelten Erkrankung, der Säugerspezies und der jeweiligen Verabreichungsform. Eine therapeutisch wirksame Menge kann durch Routineversuche und analog aus den Mengen ermittelt werden, die verwendet werden, um die gleichen Krankheitszustände mit analogen Steroidverbindungen zu behandeln. Beispielsweise kann eine Einheitsdosis des Steroids vorzugsweise zwischen 0,1 mg und 1 g des Wirkstoffs enthalten. Eine besonders bevorzugte Einheitsdosis liegt zwischen 0,001 und 0,5 g. Für die spezifische Behandlung von Endometriose oder Fibroiden kann eine Menge von 0,01 bis 10 mg/kg Körpergewicht, vorzugsweise von 0,1 bis 3 mg/kg verabreicht werden. Ähnliche Gaben können für die anderen therapeutischen Zwecke dieser Verbindungen verwendet werden. Gewöhnlich können die Verbindungen täglich 1- bis 4-mal pro Tag, vorzugsweise 1- bis 2-mal pro Tag verabreicht werden, bei Anwendungen wie beispielsweise der Hormonersatztherapie können sie jedoch in einem cyclophasischen Schema verabreicht werden. In jedem Fall hängt die Häufigkeit und der Zeitpunkt der Gabe von Faktoren wie der Halbwertszeit der speziellen Verbindung im Körper, der Dosierungsformulierung und dem Verabreichungsweg ab. Es versteht sich jedoch, daß die spezifische Dosismenge für jeden einzelnen Patienten, wie dem Fachmann bekannt ist, von zahlreichen Faktoren abhängt, einschließlich der Aktivität der jeweils eingesetzten Verbindung; dem Alter, dem Körpergewicht, dem allgemeinen Gesundheitszustand, dem Geschlecht und der Ernährung des behandelten Individuums; der Verabreichungsdauer und dem Verabreichungsweg; der Ausscheidungsrate; anderen Medikamenten, die zuvor verabreicht wurden; und der Schwere der jeweils therapierten Erkrankung.

Derartige Verbindungen eignen sich zur Behandlung von Endometriose, uterinen Leiomyomen (Fibroiden) und bestimmten Krebsarten und Tumoren, bei der Hormonersatztherapie sowie bei der Kontrolle verschiedener Stufen bei Fortpflanzung und Fertilität, wie Empfängnisverhütung. Eine ausführlichere Beschreibung der potentiellen Anwendungsmöglichkeiten solcher Verbindungen wird bei Donaldson, Molly S.; Dorflinger, L.; Brown, Sarah S.; Benet, Leslie Z., Herausgeber, Clinical Applications of Mifepristone (RU 486) and Other Antiprogestins, Committee on Antiprogestins: Assessing the Science, Institute of Medicine, National Academy Press, 1993, gegeben. Sie eignen sich außerdem als Zwischenprodukte zur Herstellung anderer Steroide.

Die vorliegende Erfindung betrifft ferner ein Verfahren zur Bildung eines cyclischen C17-Spirothiolans einer Steroidverbindung, welches die Umsetzung eines C17-Thioketons mit einer allylischen Organometallverbindung, beispielsweise einem Allyl-Grignard oder einem Allylcuprat, und die anschließende radikalische Cyclisierung, wie sie durch einen Radikalstarter wie AIBN induziert wird, umfaßt. Die Bildung eines C17-Thioketons aus dem entsprechenden C17-Keton kann nach fachmännisch bekannten, üblichen Verfahren erfolgen, beispielsweise durch Behandlung des Ketons mit Lawesson-Reagenz. Die Oxidation des cyclischen Sulfids zum entsprechenden cyclischen Sulfoxid oder cyclischen Sulfon kann nach fachmännisch bekannten, üblichen Methoden ohne unzumutbares Experimentieren erfolgen, beispielsweise durch Behandlung mit H2O2. Die Additions- und Cyclisierungsschritte des Verfahrens sind nachfolgend veranschaulicht:

wobei R8 und R9 einzeln H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl, C6-12-Aryl, Aralkyl, Aralkenyl oder Aralkinyl, Heteroaryl, Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl sind; und

R10 H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl C6-12-Aryl, Aralkyl, Aralkenyl oder Aralkinyl, Heteroaryl, Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl ist; und

R11 und R12 =CH2 sind oder

R11 und R12 jeweils H sind; und M ein Metallkation ist.

Basierend zum Teil auf dieser Offenbarung können die Verbindungen der vorliegenden Erfindung nach fachmännisch bekannten, üblichen Verfahren und ohne unzumutbares Experimentieren hergestellt werden.

Allgemeine Methoden.

Die Verbindungen dieser Erfindung können gemäß den in den Schemata 1 und 2 dargestellten und in den Beispielen veranschaulichten Verfahrensschritten hergestellt werden. Um das Thion 3 zu erhalten, wird Estron (1) nach Standardverfahren in seinen 3-Methylether 2 überführt. Die Umsetzung von 2 mit Lawesson-Reagenz [2,4-Bis(9-methoxyphenyl)-1,3-dithia-2,4-diphosphetan-2,4-disulfid] liefert das 17-Thion in 50-60%iger Ausbeute zusammen mit einer 20–25%igen Rückgewinnung des Ausgangsmaterials. Die Behandlung des Thions 3 mit Allylmagnesiumbromid führt zu einer hohen Ausbeute der 17&agr;-Allyl-l7&bgr;-mercaptoverbindung 4. Das Verfahren von J. Von Christjohannes et al. [Radical Cyclizations of Alkenyl-Substituted 4,5-Dihydro-1,3-thiazole-5-thiols, Helv. Chim. Acta, 72: 838–846 (1989)], bei dem die Umsetzung in Gegenwart von Kupferiodid durchgeführt und mit Dithiothreitol aufgearbeitet wird, liefert 80 % Ausbeute von 4. Die Reaktion läuft jedoch auch in Abwesenheit von Kupferiodid gut ab, welchenfalls die Verwendung von Dithiothreitol bei dem Aufarbeitungsvorgang unnötig ist. Unter radikalischen Cyclisierungsbedingungen [Azobis(isobutyronitril) (AIBN) in Hexan unter Rückfluß] wird das Thiol zu mehr als 90 % in das cyclische Spirothiolan 5 überführt. Da die Reaktion nach einem Radikalkettenprozeß abläuft, wird bei solchen Reaktionen häufig ein niedriges Molverhältnis des Radikalstarters verwendet.

Versuche, die durchgeführt wurden, wobei das Verhältnis von AIBN variiert wurde, zeigten jedoch, daß ein etwa äquimolares Verhältnis von AIBN zu Thiol die besten Ausbeuten und Umsetzungen liefert. Außerdem wird die Reaktionszeit bis zur vollständigen Umsetzung verringert.

Die Reduktion des aromatischen Rings von 5 unter Birch-Bedingungen liefert den Enolether 6 in guter Ausbeute. Der so erhaltene Enolether wird einer Hydrolyse mit Oxalsäure unterworfen, was zur Bildung des &bgr;,&ggr;-ungesättigten Ketons 7 führt. Im Großmaßstab wurde gefunden, daß das Produkt 7 von dem Sulfoxidderivat von 7 begleitet wird, möglicherweise als Folge. einer Oxidation durch Peroxidverunreinigungen im Dioxan. Dieses Nebenprodukt kann leicht in die Epoxysulfoxid-Verbindung 10 überführt werden (Schema 2), wie nachfolgend für die Umwandlung von Verbindung 7 in 10 beschrieben wird. Die Gesamtausbeute bei dieser Hydrolysereaktion beträgt also 91 % verarbeitungsfähige Produkte. Die Behandlung von Keton 7 mit Pyridiniumtribromid in Pyridin liefert das 4,9-Dien-3-keton 8. Dieses Keton wird durch Behandlung mit Ethylenglycol in Gegenwart von Säure in das 5(10),9(11)-Dien-3-ketal 9 überführt und wird anschließend Epoxidationsbedingungen mit H2O2 unterworfen (siehe Schema 2). Die Epoxidation wird von einer Oxidation des Schwefelatoms zu Sulfoxid und/oder Sulfon begleitet. Der Grad der Schwefeloxidation hängt von der relativen Menge H2O2 und den angewandten Bedingungen ab. Die Verwendung vorgemischter Epoxidationsreagenzien, Hexafluoracetontrihydrat und Wasserstoffperoxid, in einer solchen Menge, daß sich ein Molverhältnis von Peroxid zu Dienketal 9 von etwa 2,6:1 ergibt, liefert 72 % Ausbeute Epoxysulfoxid 10 zusammen mit 22 Ausbeute Sulfonepoxid 11. Steigende Mengen H2O2 führen zu mehr Sulfon. Das Sulfoxid und das Sulfon sind durch Chromatographie leicht trennbar.

Die Reaktion von Arylmagnesiumbromidreagenzien mit dem Sulfonepoxid 11 läuft innerhalb kurzer Zeit mit guten Ausbeuten ab, wenn ein Verhältnis von Grignard-Reagens zu CuCl zu Steroid von 15:5:1 verwendet wird. Saure Hydrolyse und Dehydratation des Additionsprodukts 18 liefert das Dienon 24. Ähnliche Vorgehensweisen führen zu anderen Sulfonanalogen wie den Verbindungen 25 und 26.

Das Epoxysulfoxid 10 liefert bei Reaktion mit p-N,N-Dimethylaminophenyl-Grignard-Reagens in Gegenwart von CuCl 76 11&bgr;-Addukt 15. Saure Hydrolyse des Addukts 15 mit Trifluoressigsäure/Wasser/CH2Cl2 liefert das Sulfoxiddienon 21 mit 70 % Ausbeute als Mischung der Epimeren des Sulfoxids. Die beiden Epimere lassen sich mittels Reversed-Phase-HPLC trennen.

Die gleichen Reaktionsbedingungen können angewandt werden, um andere Sulfoxiddienone wie 22 und 23 herzustellen, und die beiden Isomere der Sulfoxide können durch präparative HPLC an einer C-18-Reversed-Phase-Säule getrennt werden. Die ursprüngliche Oxidation unter Bildung von 10 schafft ein neues Asymmetriezentrum am Schwefelatom und führt zu einer Mischung epimerer Sulfoxide. Diese werden durch die Reaktionsfolge geschleppt und auf der Stufe des Endprodukts aufgetrennt, was ein Haupt- und ein Nebenisomer liefert.

Die Reduktion von Sulfoxid 15 durch Lithiumaluminiumhydrid (LAH) und TiCl4 [siehe das Verfahren von Drabowicz et al., Synthesis, 527–528 (1976)] führt leicht zum Sulfid. Saure Hydrolyse und Dehydration des Rohprodukts führt zum Dienonsulfid 12 mit insgesamt 50 % Ausbeute. Die gleichen Verfahren können angewandt werden, um analoge Verbindungen wie 13 und 14 herzustellen.

Wie für den Fachmann offensichtlich ist, können auch verschiedene andere Verfahren zur Herstellung der Verbindungen der Erfindung verwendet werden. Beispielsweise kann das Verhältnis der Sulfoxidepimere durch die Verwendung asymmetrischer Reagenzien oder durch die Größe oder Struktur des Oxidationsreagens gesteuert werden.

Nachdem die Erfindung nun in allgemeiner Form beschrieben wurde, wird sie unter Verweis auf bestimmte spezielle Beispiele, die hier lediglich der Veranschaulichung dienen und, falls nicht anders angegeben, keine Einschränkung darstellen sollen, noch besser verständlich.

Allgemeine Verfahren. Soweit nicht anders angegeben, wurden analysenreine Chemikalien aus kommerziellen Quellen erhalten und ohne weitere Reinigung eingesetzt. Ether und Tetrahydrofuran (THF) wurden frisch von Natriumdraht/Benzophenon-Ketyl unter Stickstoff destilliert. Alle feuchtigkeits- und luftempfindlichen Reaktionen und Reagenzientransfers wurden unter trockenem Stickstoff oder Argon durchgeführt. Dünnschichtchromatographie (TLC) erfolgte an vorbeschichteten Silicagel 60 F-254-Platten von EM Science. Die Verbindungen wurden normalerweise durch UV-Licht (254 nm) oder Besprühen mit para-Anisaldehyd sichtbar gemacht. Bei der präparativen Säulenchromatographie wurde Silicagel von EM Science, 60 Å (230–400 mesh) verwendet. Die Lösungen wurden mit einem Rotationsverdampfer unter Wasserstrahlvakuum bei Raumtemperatur eingeengt. Die Schmelzpunkte wurden auf einem Mel-Temp II aufgenommen und sind unkorrigiert. Falls nicht anders angegeben wurden 1H-NMR-Spektren bei 250 MHz mit einem Bruker AC 250-Spektrometer in CDCl3 als Lösungsmittel mit Tetramethylsilan (TMS) als internem Standard erhalten. Die chemischen Verschiebungen sind in ppm-Einheiten feldabwärts von TMS angegeben. Massenspektren wurden üblicherweise durch Elektronenstoß bei 70 eV mit einem Hewlett Packard 5989A-Gerät erhalten. Die Elementaranalysen wurden von Atlantic Microlab Inc., Atlanta, GA, durchgeführt.

3-Methoxyestra-1,3,5(10)-trien-l7-on (2).

Estron (1, 100,0 g, 370 mmol) wurde in MeOH (1,5 l) gelöst und anschließend wurde K2CO3 (300,0 g, 2,17 mol) zugegeben. Es wurde MeI (310 ml, 4,98 mol) zugegeben und die Mischung 70 h bei Raumtemperatur gerührt. Die Reaktionsmischung wurde im Vakuum eingeengt, um einen Teil des MeOH zu entfernen, und wurde dann in Eiswasser gegossen, wobei sich ein Niederschlag bildete. Der Feststoff wurde gesammelt und durch Partitionierung in CH2Cl2 getrocknet. Die organische Phase wurde über MgSO4 getrocknet und das Lösungsmittel wurde im Vakuum abgezogen, was die Verbindung 2 (105,0 g) als weiße Kristalle in quantitativer Ausbeute lieferte. 1H-NMR (250 MHz, CDCl3); &dgr; 0,91 (s, 3, C-18 H), 3,78 (s, 3, MeO), 6,65 (s, 1, C-4 H), 6,72 (d, 1, J = 8,57 Hz, C-2 H), 7,21 (d, 1, J = 8,57 Hz, C-1 H).

3-Methoxyestra-1,3,5(10)-trien-l7-thion (3).

Estronmethylether (2, 17,64 g, 62,2 mmol) wurde in 500 ml trockenem Tetrahydrofuran (THF) gelöst und es wurde eine erste Portion Lawesson-Reagenz (13 g, 32 mmol) zugegeben. Die Reaktionsmischung, die suspendierten Feststoff enthielt, wurde 18 h unter Rückfluß erhitzt, bis alle Feststoffe gelöst waren und die Lösung lachsrot wurde. Es wurde eine zweite Portion Lawesson-Reagenz (13 g, 32 mmol) zugegeben und weitere 18 h unter Rückflußtemperatur erhitzt. In ähnlicher Weise wurde eine dritte Portion Lawesson-Reagenz (13 g, 32 mmol) zugegeben und nach 18 h Erhitzen wurde die Reaktionsmischung abgekühlt und das THF abgedampft, was eine dicke Aufschlämmung lieferte. Die Aufschlämmung wurde in einer minimalen Menge CH2Cl2 gelöst und durch ein Silicagelkissen laufen gelassen, um ein polares Nebenprodukt des Lawesson-Reagenz zu entfernen. Das Eluens wurde eingeengt, was einen leuchtend orangen Feststoff lieferte, der durch Säulenchromatographie an Silicagel mit EtOAc-Hexanen (1:3) als Eluens weiter aufgereinigt wurde, was ein leuchtend oranges festes Produkt (10,5 g, 35 mmol) mit 56 Ausbeute als erste Fraktion und anschließend mit 23%iger Rückgewinnung Ausgangsmaterial (4 g, 14,0 mmol) lieferte. Rohes Thion 3 kann durch Kristallisieren aus siedendem EtOAc weiter aufgereinigt werden, obwohl es nach Reinigung an der Säule rein genug für nachfolgende Reaktionen ist. 1H-NMR (250 MHz, CDCl3) &dgr; 0,94 (s, 3, C-18 CH3), 3,78 (s, 3, -OCH3), 6,64–6,75 (m, 2, ArH), 7,22 (d, J = 10 Hz, 1 ArH);13C-NMR (250 MHz, CDCl3) &dgr; 273,3 (C=S).

17&agr;-Allyl-3-methoxyestra-1,3,5(10)-trien-17&bgr;-thiol (4).

Verfahren A. CuI (58,4 mg, 0,31 mmol) wurde in 100 &mgr;l Tetrahydrofuran (THF) suspendiert und auf 0 °C gekühlt. Es wurde Allylmagnesiumbromidlösung (600 &mgr;l, 0,59 mmol) zugetropft und die Reaktionsmischung 30 min kräftig gerührt. Zu der Reaktionsmischung wurde bei 0 °C Thion 3 (100 mg, 0,33 mmol) in 5 ml THF zugetropft und anschließend wurde 3 h gerührt. Es wurde festes Dithiothreitol (61,7 mg, 0,40 mmol) zugegeben und die Mischung wurde 30 min gerührt. Die Reaktionsmischung wurde durch ein Kissen aus Celite und Silicagel filtriert und das Filtrat eingeengt, was rohes 3 (106 mg, 0,31 mmol) mit 94 Ausbeute lieferte. Das Rohprodukt wurde im nächsten Schritt eingesetzt. 1H-NMR &dgr; 7,21 (d, 1 J = 8,6 Hz, C-1 H), 6,63 (s, 1, C-4 H), 6,14–5,98 (m, 1, Allyl-CH), 5,20–5,10(m, 2, Allyl-CH2), 3,78 (s, 3, OMe) , 1, 00 (s, 3, C-1 H).

Verfahren B. Zu 65 ml einer 1 M Allylmagnesiumbromid-Lösung unter Stickstoffatmosphäre wurde bei Raumtemperatur eine Lösung von 15 g (50 mmol) Thion 3, gelöst in 150 ml THF, zugetropft. Nach Zugabe wurde die Mischung 10 min gerührt. Die Reaktion wurde mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht und die Mischung mit EtOAc extrahiert. Die Extrakte wurden mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Nach Filtration durch ein kleines Silicagelkissen wurde das Filtrat eingeengt und der Rückstand (16 g) ohne weitere Reinigung eingesetzt. Das 1H-NMR war dem obigen äquivalent.

3-Methoxy-spiro[estra-1,3,5(10)-trien-17&bgr;,2'-thiolan] (5).

Zu einer Mischung von 17 g (49,7 mmol) Thiol 3 in 800 ml Hexan wurden unter einer Stickstoffatmosphäre 8,2 g (49,2 mmol) AIBN gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 8 h unter Rückfluß erhitzt und dann durch Silicagel filtriert, das mit Ether gespült wurde. Dann wurde die Lösung eingeengt und das Rohprodukt wurde ohne weitere Reinigung verwendet. Die Spiroverbindung 5 besaß die folgenden Eigenschaften: 1H-NMR (250 MHz, CDCl3), &bgr; 7,15 (d, 1, ArH), 6,55–6,66 (m, 2, ArH), 3,70 (s, 3, OMe), 0,85 (s, 3, C-18 CH3). MS m/z 342 (M+), 314, 267, 227, 186, 174, 147, 113, 79.

3-Methoxy-spiro[estra-2,5(10)-dien-17&bgr;,2'-thiolan] (6).

Zu 500 ml kondensiertem Ammoniak, der bei –78 °C unter einer Stickstoffatmosphäre gehalten wurde, wurde die Spiroverbindung 5 (13,2 g, 38,6 mmol) in 1705 ml THF und 75 ml tert-Butanol gegeben. Hierzu wurden 0,8–1,0 g (133–147 Äqv.) Li gegeben und die Mischung wurde 3 h bei –78 °C gerührt. Die Reaktionsmischung wurde bei –78 °C mit Methanol gequencht und dann mit Ethylacetat extrahiert. Der Extrakt wurde mit gesättigter Ammoniumchloridlösung und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet, filtriert und eingeengt. Das Rohprodukt wurde ohne weitere Reinigung verwendet. 1H-NMR (250 MHz CDCl3), &dgr; 0,93 (s, 3, C-18 CH3), 3,55 (s, 3, OMe), 4,64 (s, 1, C-2 H).

Spiro[estra-5(10)-en-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on (7).

Zu dem obigen Enolether 6, der in 450 ml Dioxan gelöst war, wurden 225 ml Wasser und 8,53 g Oxalsäure gegeben. Die Reaktionsmischung wurde bei Raumtemperatur über Nacht gerührt und dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Diese Mischung wurde dann mit Ethylacetat extrahiert. Die organische Phase wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem MgSO4 getrocknet. Die organische Phase wurde filtriert, eingeengt und mit Hexan-EtOAc, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 10,9 g (86 % Ausbeute) 7 lieferte. 1H-NMR &dgr; 2,78 (ABq, 2, J = 20 Hz, C-4 H), 1,14 (s, 3, C-18 H).

Spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on (8).

Enon 7 (9,2 g, 27,9 mmol) wurde in 100 ml wasserfreiem Pyridin gelöst. Diese Lösung wurde auf –20 °C gekühlt und unter einer Inertatmosphäre gehalten. Zu der Lösung von 7 wurde eine Lösung von 10,7 g (33,5 mmol) Pyridiniumtribromid, das in 25 ml Pyridin gelöst war, getropft. Die Reaktionsmischung wurde langsam auf Raumtemperatur erwärmt und über Nacht gerührt. Es wurde Wasser zugegeben und die Mischung wurde mit Ethylacetat extrahiert. Die organische Phase wurde mit verdünnter HCl-Lösung und Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem MgSO4 getrocknet. Die organische Phase wurde filtriert und eingeengt und das Rohprodukt mit Hexan-EtOAc, 1:1,5, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 9,14 g (73 % Ausbeute) 8 lieferte. 1H-NMR &dgr; 5,68 (s, 1, C-4 H), 1,06 (s, 3, C-18 H).

3,3-[1,2-Ethandiylbis(oxy)]-spiro[estra-5(10),9(11)-dien-17&bgr;,2'-thiolan] (9).

Zu 108 mg (0,33 mmol) Dienketon 8, das in 10 ml Benzol gelöst war, wurden 0,37 ml Ethylenglycol und eine katalytische Menge p-TsOH gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 2 h unter Rückfluß erhitzt und dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit Ethylacetat extrahiert. Die organische Phase wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem MgSO4 getrocknet. Dann wurde die Mischung filtriert, eingeengt und mit Hexan-EtOAc, 10:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 113 mg (93 % Ausbeute) 9 lieferte. 1H-NMR &dgr; 5,61 (br s, 1, C-11 H), 3,99 (s, 4, (CH2O)2), 0,89 (s, 3, C-18 H).

3,3-[1,2-Ethandiylbis(oxy)]-1'-oxo-5,10a-oxido-spiro[estra-9(11)-en-17&bgr;,2'-thiolan] (10).

Zu einer Lösung von Hexafluoracetontrihydrat (3,72 ml, 26,7 mmol) in 26,5 ml CH2Cl2 bei –5 °C wurden 1,98 ml (34,5 mmol) 50%iges Wasserstoffperoxid gegeben. Diese Mischung wurde 1 h bei –5 °C gehalten. Die Lösung aus Hexafluoraceton-Wasserstoffperoxid wurde zu einer Lösung von Dien 9 (4,95 g, 13,3 mmol) in 14,3 ml CH2Cl2 und 940 mg Na2HPO4 bei 0 °C gegeben. Man ließ die Reaktionsmischung langsam auf Raumtemperatur kommen und rührte dann noch weitere 7 h. Die Reaktion wurde mit 5%iger Na2SO3-Lösung gequencht und mit CH2Cl2 extrahiert; der organische Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde über wasserfreiem MgSO4 getrocknet, filtriert und eingeengt und das Rohprodukt chromatographiert. Elution mit Hexan-EtOAc-MeOH, 3:6:1, lieferte 3,72 g (72 % Ausbeute) 10: 1H-NMR &dgr; 6,04 (d, 1, J = 2,4 Hz, C-11 H), 3,96–3,87 (m, 4, (CH2O)2), 2,99 (t, 2, J = 7,4 Hz, J = 8, 5 Hz, C-5' H), 1,12 (s, 3, C-18 H).

11&bgr;-[4-(N,N-Dimethylamino)phenyl]-3,3-[1,2-ethandiylbis-(oxy)]-1'-oxo-5&agr;-hydroxy-spiro[estra-9-en-17&bgr;,2'-thiolan] (15).

Eine Lösung des Grignard-Reagens wurde aus 774 mg (3,87 mmol) p-N,N-Dimethylaminophenylbromid und 45 mg (3,89 mmol) Mg in 3,88 ml THF hergestellt. Das Grignard-Reagens wurde unter einer Inertatmosphäre auf –10 °C gekühlt. Zu der gekühlten Lösung des Grignard-Reagens wurden 76,5 mg (0,77 mmol) CuCl und anschließend 100 mg (0,26 mmol) Epoxid 10 in 1 ml THF gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei –10 °C gerührt und dann mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit EtOAc extrahiert, zweimal mit gesättigter NH4Cl-Lösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Die EtOAc-Phase wurde filtriert, eingeengt und mit EtOAc-Hexan, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 99 mg (76 % Ausbeute) 15 lieferte: 1H-NMR &dgr; 7,07 (d, 2, J = 8,6 Hz, ArH), 6,64 (d, 2, J = 8,8 Hz, ArH), 4,40 (s, 1, C-5 OH), 4,24 (d, 1, J = 6,0 Hz, C-11 H), 4,00–3,93 (m, 4, (CH2O)2), 2,90 (m, 1, C-5 H), 2,89 (s, 6, N(CH3)2), 0,85 (s, 3, C-18 H, Nebenisomer), 0,68 (s, 3, C-18 H, Hauptisomer).

11&bgr;-[4-(N,N-Dimethylamino)phenyl]-1'-oxo-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on (21).

Zu 588 mg (1,15 mmol) 15 in 10 ml CH2Cl2 wurden 1,5 ml Trifluoressigsäure (TFA) und 0,5 ml H2O bei 0 °C gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei 0 °C gerührt und dann mit gesättigtem NaHCO3 gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit CH2Cl2 extrahiert. Der Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert, eingeengt und dann mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 375 mg (70 % Ausbeute) 21 als Isomerenmischung lieferte. Die beiden Isomere wurden durch präparative HPLC an einer C-18-Reversed-Phase-Säule (YMC 250 × 20 mm I.D.) mit 65 % Methanol-Wasser als Eluens getrennt, was 180 mg des Hauptisomers und 130 mg des Nebenisomers lieferte:

1H-NMR (Hauptisomer) &dgr; 6,99 (d, 2, J = 8,3 Hz, ArH), 6,65 (d, 2, J = 8,5 Hz, ArH), 5,76 (s, 1, C-4 H), 4,35 (d, 1, J = 6,2 Hz, C-11 H), 3,05 (m, 2, J = 7,1 Hz, J = 9,1 Hz, C-5' H), 2,90 (s, 6, N(CH3)2), 0,75 (s, 3, C-18 H); 1H-NMR (Nebenisomer) &dgr; 7,03 (d, 2, J = 8,3 Hz, ArH), 6,65 (d, 2, J = 8,5 Hz, ArH) , 5, 76 (s, 1, C-4 H) , 4, 32 (d, 1, J = 6, 2 Hz, C-11 H), 2,90 (s, 6, N(CH3)2), 2,75 (t, 2, J = 6,2 Hz), 0,96 (s, 3, C-18 H). Anal. (Hauptisomer) Berechnet für C29H39NSO2·0,25 H2O: C, 73,69; H, 8,10; N, 2,96; S, 6,78. Gefunden: C, 73,64; H, 8,00; N, 2,88; S, 6,58.

11&bgr;-{4-{1,1-[1,2-Ethandiylbis(oxy)]ethyl}phenyl}-3,3-[1,2-ethandiylbis(oxy)]-5&agr;-hydroxy-1'-oxo-spiro[estra-9-en-17&bgr;,2'-thiolan] (16).

Zu einer Lösung des Grignard-Reagens, das aus 1,74 g (7,12 mmol) 4-{1,1-[1,2-Ethandiylbis(oxy)]}phenylbromid und 180 mg (7,47 mmol) Mg in 7,16 ml THF hergestellt worden war, wurden bei –20 °C 350 mg (3,56 mmol) CuCl gegeben. Hierzu wurden sofort 700 mg (1,78 mmol) des in 2 ml THF gelösten Epoxysulfoxids 10 gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei –20 °C gerührt und dann mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit EtOAc extrahiert und die EtOAc-Phase wurde 3–4 h mit 300 ml gesättigter NH4Cl-Lösung, zu der 3 ml 14,9 N wäßriges NH4OH gegeben wurden, gerührt. Die organische Phase wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Die EtOAc-Lösung wurde filtriert und eingeengt und der Rückstand mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 1,06 g (66 % Ausbeute) 16 lieferte; 1H-NMR &dgr; 7,40–7,32 (m, 2, ArH), 7,20–7,11 (m, 2, ArH), 4,41 (s, 1, C-5 OH), 4,32 (d, 1, J = 6,8 Hz, C-11 H), 3,93–4,02 (m, 4, (OCH2)2), 3,71–3,76 (m, 4, (OCH2)2), 0,69 (s, 3, C-18 H, Nebenisomer), 0,61 (s, 3, C-18 H, Hauptisomer).

11&bgr;-(4-Acetylphenyl)-1'-oxo-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on (22).

Ketal 16 wurde in 20 ml CH2Cl2 gelöst und auf 0 °C gekühlt. Hierzu wurden 0,5 ml Wasser und 2 ml TFA getropft. Die Reaktionsmischung wurde gelb. Nach 1 h Rühren bei 0 °C wurde die Reaktionsmischung durch Zugabe von gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit 300 ml CH2Cl2 extrahiert, und der Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem MgSO4 getrocknet. Die CH2Cl2-Phase wurde filtriert und eingeengt und das Rohprodukt mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1,5, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 80 % Ausbeute des gewünschten Produkts lieferte. Die beiden Isomeren wurden an einer präparativen YMC C-18-Reversed-Phase-HPLC-Säule mit 65 Methanol-Wasser als Eluens getrennt, was 200 mg reines Hauptisomer 22a lieferte, das die folgenden charakteristischen Daten besaß: Smp. 148–154 °C; 1H-NMR &dgr; 7,90 (d, 2, J = 8,1 Hz, ArH), 7,28 (d, 2, J = 8,2 Hz, ArH), 5,81 (s, 1, C-4 H), 4,47 (d, 1, J = 6,5 Hz, C-11 H), 2,69 (s, 3, COCH3), 0,69 (s, 3, C-18 H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 462 (6), 446 (56), 371 (25), 331 (24), 280 (66), 235 (25), 165 (100), 119 (50); Anal. Berechnet für C29H34SO3: C, 75,29; H, 7,41; S, 6,93. Gefunden: C, 75,06; H, 7,66; S, 6,73.

3,3-[1,2-Ethandiylbis(oxy)]-5&agr;-hydroxy-11&bgr;-[4-(methylthio)phenyl]-1'-oxo-spiro(estra-9-en-17&bgr;,2'-thiolan] (17).

Zu einer Lösung des Grignard-Reagens, das aus 1,552 g (7,64 mmol) 4-Methylthiophenylbromid und 193 mg (8,02 mmol) Mg in 16,0 ml THF hergestellt worden war, wurden bei –20 °C 379 mg (3,83 mmol) CuCl gegeben. Hierzu wurden sofort 750 mg (1,91 mmol) des in 4 ml THF gelösten Epoxysulfoxids 10 gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei –20 °C gerührt und dann mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit EtOAc extrahiert und die EtOAc-Phase wurde 3–4 h mit 300 ml gesättigter NH4Cl-Lösung, zu der 3 ml 14,9 N NH4OH-Lösung gegeben wurden, gerührt. Dann wurde die organische Phase mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Die EtOAc-Lösung wurde filtriert und eingeengt und der Rückstand mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 650 mg (66 % Ausbeute) 17 lieferte; 1H-NMR &dgr; 7,26–7,07 (m, 4, ArH), 4,40 (s, 1, C-5 OH), 4,24 (d, 1, J = 6,8 Hz, C-11 H), 3,93–4,02 (m, 4, (OCH2)2), 2,46 (s, 3, SCH3), 0,86 (s, 3, C-18 H, Nebenisomer), 0,66 (s, 3, C-18 H, Hauptisomer).

11&bgr;-[4-(Methylthio)phenyl]-1 -oxo-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on (23).

Ketal 17 (650 mg, 1,26 mmol) wurde in 25 ml CH2Cl2 gelöst und auf 0 °C gekühlt. Zu dieser Lösung wurden 0,5 ml Wasser und 2 ml TFA getropft. Die Reaktionsmischung wurde gelb. Nach 1 h Rühren bei 0 °C wurde die Reaktionsmischung durch Zugabe von gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit 300 ml CH2Cl2 extrahiert und der Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem MgSO4 getrocknet. Die CH2Cl2-Phase wurde filtriert und eingeengt und das Rohprodukt mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1,5, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 85 % Ausbeute des gewünschten Produkts lieferte. Die beiden Isomeren wurden an einer präparativen YMC Reversed-Phase-HPLC-Säule mit 70 Methanol-Wasser getrennt, was 250 mg reines Hauptisomer 23a lieferte, das die folgenden Daten besaß: Smp. 160–163 °C; 1H-NMR &dgr; 7, 18 (d, 2, J = 8, 5 Hz, ArH), 7, 08 (d, 2, J = 8, 4 Hz, ArH), 5,79 (s, 1, C-4 H), 4,39 (d, 1, J = 6,4 Hz, C-11 H) , 2,46 (s, 3 SCH3), 0,73 (s, 3, C-18 H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 466 (53), 448 (96), 375 (36), 283 (100), 235 (36), 191 (23), 137 (98), 91 (48); Anal. Berechnet für C28H34S2O2: C, 72,06; H, 7,34; S, 13,74. Gefunden: C, 71,93; H, 7,36; S, 13,73.

1',1'-Dioxo-3,3-[1,2-ethandiylbis(oxy)]-5,10&agr;-oxidospiro[estra-9(11)-en-17&bgr;,2'-thiolan] (11).

Zu einer Lösung von 120 mg (0,32 mmol) Dienketal 9 in 0,5 ml CH2Cl2 wurden 37 mg dibasisches Natriumhydrogenphosphat gegeben. Diese Mischung wurde auf 0 °C gekühlt und dann wurden 20 &mgr;l (0,14 mmol) Hexafluoracetontrihydrat und anschließend 88 &mgr;l (1,53 mmol) Wasserstoffperoxid zugegeben. Die Reaktionsmischung wurde langsam auf Raumtemperatur erwärmt und 2 Tage gerührt. Die Reaktionsmischung wurde mit 5%iger Na2SO3-Lösung gequencht, mit CH2Cl2 extrahiert und mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde über wasserfreiem MgSO4 getrocknet, filtriert und eingeengt und das Rohprodukt chromatographiert. Elution mit Hexan-EtOAc, 5:1, lieferte 70 mg (52 % Ausbeute) 11. 1H-NMR &dgr; 6,04 (d, 1, J = 2,4 Hz, C-11 H), 3,94–3,88 (m, 4, (CH2O)2), 3,02 (t, 2, J = 7,4 Hz, J = 8, 5 Hz, C-5 H) , 1,14 (s, 3, C-18 H).

1',1'-Dioxo-11&bgr;-[4-(N,N-dimethylamino)phenyl]-3,3-[1,2-ethandiylbis(oxy)]-5&agr;-hydroxy-spiro[estra-9-en-17&bgr;,2'-thiolan] (18).

Eine Lösung des Grignard-Reagens wurde aus 360 mg (1,8 mmol) p-Brom-N,N-dimethylanilin und 45 mg (1,87 mmol) Mg in 2 ml THF hergestellt. Die Grignard-Lösung wurde unter einer Inertatmosphäre auf –10 °C gekühlt. Zu der Grignard-Lösung wurden 35,5 mg (0,36 mmol) CuCl und anschließend 50 mg (0,12 mmol) Epoxid 11 in 1 ml THF gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei –10 °C gerührt und dann mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit EtOAc extrahiert, zweimal mit gesättigter NH4Cl-Lösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Die EtOAc-Phase wurde filtriert, eingeengt und mit EtOAc-Hexan, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 42 mg (66 Ausbeute) 18 lieferte. 1H-NMR &dgr; 6,99 (d, 2, J = 8,6 Hz, ArH), 6,57 (d, 2, J = 8,7 Hz, ArH) , 4,35 (s, 1, C-5 OH), 4,18 (d, 1, J = 6,0 Hz, C-11 H), 3,95–3,86 (m, 4, (CH2O)2), 2,91 (t, 2, J = 7,0 Hz, J = 9,0 Hz, C-5 H), 2,88 (s, 6, N(CH3)2), 0,71 (s, 3, C-18 H).

1',1'-Dioxo-11&bgr;-[4-(N,N-dimethylamino)phenyl]-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on (24).

Zu 350 mg (0,65 mmol) 18 in 5 ml CH2Cl2 wurden 1,5 ml TFA und 0,5 ml H2O bei 0 °C gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei 0 °C gerührt und dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit CH2Cl2 extrahiert und mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet, filtriert, eingeengt und dann mit EtOAc-Hexan, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 250 mg (80 % Ausbeute) 24 lieferte: 1H-NMR &dgr; 7,02 (d, 2, J = 8,5 Hz, ArH), 6,65 (d, 2, J = 8,9 Hz, ArH), 5,57 (s, 1, C-4 H), 4,36 (d, 1, J = 6,2 Hz, C-11 H), 3,02 (t, 2, J = 7,1 Hz, J = 9,1 Hz, C-5 H), 2,90 (s, 6, N (CH3)2), 0,86 (s, 3 C-18 H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität), 479 (M+, 28), 415 (3), 251 (3), 235 (2), 121 (100), 91 (6).

1',1'-Dioxo-3,3-[1,2-ethandiylbis(oxy)]-5&agr;-hydroxy-11&bgr;-[4-(methylthio)phenyl]-spiro[estra-9-en-17&bgr;,2'-thiolan] (20).

Zu einer Lösung des Grignard-Reagens, das aus 1,446 g (7,13 mmol) Arylhalogenid und 180 mg (7,47 mmol) Mg in 7,2 ml THF hergestellt worden war, wurden bei 0 °C 352 mg (3,56 mmol) CuCl gegeben. Hierzu wurden sofort 750 mg (1,78 mmol) des in 8 ml THF gelösten Sulfonepoxids 11 gegeben. Die Reaktionsmischung wurde 30 min bei 0 °C gerührt und dann mit gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit EtOAc extrahiert und die EtOAc-Phase wurde 3–4 h mit 300 ml gesättigter NH4Cl-Lösung, zu der 3 ml 14,9 N NH4OH-Lösung gegeben wurden, gerührt. Dann wurde die organische Phase mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Die EtOAc-Lösung wurde filtriert und eingeengt und der Rückstand wurde mit EtOAc-Hexan, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 650 mg (67 % Ausbeute) 20 lieferte; 1H-NMR &dgr; 7,14 (s, 4, ArH), 4,41 (s, 1, C-5 OH), 4,28 (d, 1, J = 6,5 Hz, C-11 H), 3,90–4,02 (m, 4, (OCH2)2), 2,45 (s, 3, SCH3), 0,76 (s, 3, C-18 H).

1',1'-Dioxo-11&bgr;-[4-(methylthio)phenyl]-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on (26).

Ketal 20 (650 mg, 1,26 mmol) wurde in 25 ml CH2Cl2 gelöst und auf 0 °C gekühlt. Hierzu wurden 0,5 ml Wasser und 2 ml TFA getropft. Die Reaktionsmischung wurde gelb. Nach 1 h Rühren bei 0 °C wurde die Reaktion durch Zugabe gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit 300 ml CH2Cl2 extrahiert und der Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem MgSO4 getrocknet. Die CH2Cl2-Lösung wurde filtriert und eingeengt und das Rohprodukt wurde mit EtOAc-Hexan-MeOH, 6:3:1,5, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 85 % Ausbeute des gewünschten Produkts lieferte: Smp. 242–248 °C; 1H-NMR &dgr; 7,17 (d, 2, J = 8,6 Hz, ArH), 7,10 (d, 2, J = 8,6 Hz, ArH), 5,77 (s, 1, C-4 H), 4,39 (d, 1, J = 6,7 Hz, C-11 H), 2,47 (s, 3, SCH3), 0,82 (s, 3 C-18 H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 482 (100), 435 (20), 375 (11), 283 (23), 235 (19), 165 (37), 137 (78), 91 (50); Anal. Berechnet für C28H34S2O3·0,25 H2O: C, 69,03; H, 7,16; S, 13,16. Gefunden: C, 69,09; H, 7,10; S, 12,92.

11&bgr;-[4-(N,N-Dimethylamino)phenyl]-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on (12).

Es wurde eine Lösung von 250 mg (0,475 mmol) Sulfoxid 15 in 2 ml wasserfreiem THF hergestellt. Die Lösung wurde auf 0 °C gekühlt und unter Stickstoff gehalten. Hierzu wurden 0,95 ml einer 1 M LAH-Lösung in Ether getropft. Nach vollständiger Zugabe des LAH wurden 1,05 ml einer 1 M TiCl4-Lösung in Toluol zugetropft. Bei Zugabe des TiCl4 wurde die Lösung schwarz und es bildete sich ein dicker Niederschlag, der schwer zu rühren war. Es wurde mehr THF (1 ml) zugegeben und die Reaktionsmischung wurde 45 min bei 0 °C und dann 20 min bei Raumtemperatur gerührt. Die Reaktionsmischung wurde durch Zugabe gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit CH2Cl2 extrahiert und der Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde eingeengt und das Rohprodukt wurde in 25 ml CH2Cl2 gelöst. Hierzu wurden 0,5 ml Wasser gegeben und die Mischung wurde auf 0 °C gekühlt. Zu der Lösung wurde bei 0 °C 1 ml TFA getropft. Die Reaktionsmischung wurde 1 h gerührt und dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Die Reaktionsmischung wurde mit CH2Cl2 extrahiert und der Extrakt wurde mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Die CH2Cl2-Phase wurde filtriert und eingeengt und der rohe Rückstand mit Hexan-EtOAc, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 107,5 mg (50,5 % Ausbeute) reines 12 lieferte: Smp. 112–120 °C; 1H-NMR &dgr; 7,03 (d, 2, J = 8,6 Hz, ArH), 6,66 (d, 2, J = 8,8 Hz, ArH), 5,75 (s, 1, C-4 H), 4,38 (d, 1, J = 6,4 Hz, C-11 H), 2,91 (s, 6, N (CH3)2), 0,61 (s, 3, C-18 H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 447 (89), 280 (16), 134 (16), 121 (100); Anal. Berechnet für C29H37NSO: C, 77,81; H, 8,33; N, 3,31; S, 7,16. Gefunden: C, 77,74; H, 8,34; N, 3,31; S, 7,12.

11&bgr;-[4-(Methylthio)phenyl]-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan] -3-on (14) .

Es wurde eine Lösung von 590 mg (1,12 mmol) Sulfoxid 17 in 28 ml wasserfreiem THF hergestellt. Die Lösung wurde auf 0 °C gekühlt und unter Stickstoff gehalten. Hierzu wurden 2,2 ml einer 1 M LAH-Lösung in Ether getropft. Nach vollständiger Zugabe des LAH wurden 2,45 ml einer 1 M TiCl4-Lösung in Toluol zugetropft. Bei Zugabe des TiCl4 wurde die Lösung schwarz. Die Reaktionsmischung wurde 45 min bei 0 °C und dann 20 min bei Raumtemperatur gerührt. Die Reaktionsmischung wurde durch Zugabe von gesättigter NH4Cl-Lösung gequencht. Diese Mischung wurde mit CH2Cl2 extrahiert und mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen. Die organische Phase wurde eingeengt und das Rohprodukt wurde in 25 ml CH2Cl2 gelöst. Hierzu wurden 0,5 ml Wasser getropft und zu der Lösung bei 0 °C wurden 2 ml TFA getropft. Die Reaktionsmischung wurde 1 h gerührt und dann mit gesättigter NaHCO3-Lösung gequencht. Diese Mischung wurde mit CH2Cl2 extrahiert, mit Wasser und anschließend Kochsalzlösung gewaschen und über wasserfreiem Na2SO4 getrocknet. Die CH2Cl2-Phase wurde filtriert und eingeengt und das Rohprodukt mit Hexan-EtOAc, 2:1, als Eluens an Silicagel chromatographiert, was 330 mg (65 % Ausbeute) 14 lieferte. Smp. 108–110 °C; 1H-NMR &dgr; 7,18 (d, 2, J = 8,6 Hz, ArH), 7,10 (d, 2, J = 10,6 Hz, ArH), 5,78 (s, 1, C-4 H), 4,40 (d, 1, J = 6,4 Hz, C-11 H), 2,46 (s, 3 ArSCH3), 0,57 (s, 3, C-18 H); Massenspektrum, m/z (rel. Intensität) 450 (100), 375 (9), 350 (27), 335 (33), 235 (34), 211 (46), 137 (50), 100 (48), 91 (29), 79 (19); Anal. Berechnet für C28H34S2O: C, 74,62; H, 7,60; S, 14,23. Gefunden: C, 74,55; H, 7,73; S, 14,25.

Biologische Erkenntnisse

Die biologische Aktivität der Verbindungen dieser Erfindung wurde mit Bindungsstudien an Rezeptoren von ganzen Zellen untersucht.

Rezeptorbindung. Die Affinität der Verbindungen für Hormonrezeptoren wurde nach Standardverfahren ähnlich denen bestimmt, die u. a. von Wagner et al., Proc. Natl. Acad. Sci., 93, 8739–8744 (1996) für COS-1-Zellen beschrieben wurden. Die humane Brustkarzinom-Zellinie (T-47D) wurde verwendet, um die RBA für den Progestinrezeptor festzustellen. Die verwendete Zellinie wurde von der ATCC (American Type Culture Collection) erhalten und eingefroren bei –135 °C bis eine Woche vor Durchführung der Assays aufbewahrt. Die Zellen wurden aufgetaut und bis zum Erreichen der gewünschten Zellzahl kultiviert (durchschnittlich 5 bis 7 Tage). Sie wurden bei 37 °C mit Wachstumsmedium gehalten, bis sie 90–100 % konfluent waren, und zu diesem Zeitpunkt wurden sie aus den Wachstumskolben geerntet und auf die einzelnen Vertiefungen einer 12 Loch-Gewebekulturplatte mit einer Dichte von 4 × 105 Zellen in 1 ml Medium pro Vertiefung verteilt. Nach 24 h hefteten sich die Zellen an den Boden der 12 Loch-Platten. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Verfahren für den Rezeptorbindungsassay durch die Zugabe von Test- oder Vergleichsverbindungen mit 3H-R5020 (Promegeston) gestartet. Nach Inkubation über Nacht wurde das Medium entfernt, die Zellen wurden gewaschen und solubilisiert und die Radioaktivität wurde durch Flüssigszintillationsspektrometrie gemessen. Unspezifische Bindung wurde durch Inkubation mit einem Überschuß von nichtmarkiertem R5020 bestimmt und von der Gesamtbindung abgezogen, um die spezifische Bindung zu berechnen. Der Progesteronbindungsassay wurde mit verschiedenen Konzentrationen des Referenzstandards (Promegeston, R5020) und einem internen Standard (Progesteron) durchgeführt. Diese Hormone ließ man mit tritiummarkiertem Kompetitor (3H-Promegeston, 3H-R5020) konkurrieren, um die relative Bindung abzuschätzen. Teststeroide wurden in drei oder mehr Konzentrationen zwischen 0,01 und 1000 nM getestet. Wenn durch die Unbekannte nicht 50 % Verdrängung des 3H-R5020 vom Rezeptor erreicht wurde, wurden nach Bedarf höhere oder niedrigere Konzentrationen getestet, um dieses Ziel zu erreichen. Alle Verbindungen wurden doppelt in wenigstens zwei Assays getestet. Der Prozentsatz an spezifisch gebundenem 3H-R5020 für jede getestete Konzentration wurde berechnet und es wurden Bindungskurven erstellt, indem der Prozentsatz an spezifisch gebundenem 3H-R5020 gegen die Konzentration des Kompetitors aufgetragen wurde. Die relative Bindungsaktivität (RBA) der Testverbindungen, relativ zum Referenzstandard (R5020) sowie dem internen Standard, wurde aus dem Verhältnis der Konzentrationen bestimmt, die zu 50% Verdrängung für jede Unbekannte und jeden Standard führten, und als prozentualer Wert ausgedrückt. Diese Konzentrationen wurden durch graphische Interpolation der Diagramme erhalten. Dabei wurden die in Tabelle 1 gezeigten Ergebnisse erhalten.

Tabelle 1. Bindung an humanen Progestinrezeptor in T47-D-Zellen

Smith et al., Journal Biological Chemistry, 1974; 249(18):5924–5932 berichten, daß 17-Thiomethylandrost-4-en-3-on mit 25% der Affinität von Progesteron an den humanen Progestinrezeptor bindet. Verbindungen der vorliegenden Erfindung weisen eine viel stärkere Bindung auf als diese (siehe Tabelle 1 oben).

Im Lichte der obigen Lehre sind offensichtlich zahlreiche Modifikationen und Variationen der vorliegenden Erfindung möglich. Es versteht sich daher, daß die Erfindung im Rahmen der anliegenden Ansprüche auch anders als hier im einzelnen beschrieben durchgeführt werden kann.


Anspruch[de]
  1. Hormonelle oder antihormonelle Steroidverbindung der Struktur I
    wobei s eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist;

    R1 4-(R2R3-N(O)r)- ist, wobei r 0 oder 1 ist und R2 und R3 jeweils unabhängig H, C1-6-Alkyl, C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl oder C2-6-Alkinyl sind; oder
    ist, wobei q 0 oder 1 ist und Y -(CH2)m- ist, wobei m eine ganze Zahl von 0 bis 5 ist, oder

    Y (CH2)n-Z-(CH2)p- ist, wobei n eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist, p eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist und Z ein Heteroatom ist; oder

    R1 4-Halo-, 4-HO-, 4-CF3SO3O-, 4-CH3O-, 4-CH3S-, 4-CH3S(O)-, 4-CH3S(O)2-, 4-CH3CO-, 4-CH3CH(OH)-, 4-N≡C-, 4-HC≡C-, 4-C6H5C≡C-, 4-H2C=CH-, 4-C2H5-, 4-MeC(CH2)-, 4-C6H5, 4-(N-Imidazolyl)-, 4-(N-Pyrrolyl)-, 4-(2'-Furyl), 4-(3'-Furyl)-, 4-(2'-Thiophenyl), 4-(3'-Thiophenyl)-, 4-(2'-Pyridyl), 4-(3'-Pyridyl)-, 4-(4'-Pyridyl)-, 4-(2'-Tiazolyl)-, 4-(2'-N-Methylimidazolyl)- oder 4-(5'-Pyrimidinyl)- ist;

    R14 H oder Halo ist; oder

    R1 und R14 zusammen einen Ring
    bilden, wobei W CH, CH2, N, NH, O oder S ist und R4 H, CH3 oder C2H5 ist;

    X O oder NOR5 ist, wobei R5 H oder C1-6-Alkyl, C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl, C2-6-Alkinyl oder C6-12-Aryl ist; oder

    X (H, H), (H, OH) ist oder X (H, OSi(C1-6-Alkyl)3) ist oder X (H, OCOR5) ist, wobei R5 C1-6-Alkyl, C3-8-Cycloalkyl, C2-6-Alkenyl, C2-6-Alkinyl oder C6-12-Aryl ist; oder
    ist, wobei Y -(CH2)m- ist, wobei m eine ganze Zahl von 0 bis 3 ist, oder Y -(CH2)n-Z-(CH2)p- ist, wobei n eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist, p eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist und Z ein Heteroatom ist oder Z ein Kohlenstoffatom ist, das mit ein oder zwei Niederalkylgruppen substituiert ist;

    R6 H, C1-6-Alkyl oder Halogen ist;

    R8 und R9 einzeln H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl oder C6-12-Aryl sind; und

    R10 H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl oder C6-12-Aryl ist; und

    R11 und R12 =CH2 sind oder

    R11 und R12 jeweils H sind; und

    pharmazeutisch verträgliche Salze davon.
  2. Steroid mit Struktur I nach Anspruch 1, wobei: s eine ganze Zahl von 0 bis 2 ist;

    R1-Ph 4-Aminophenyl, 4-(N-Methylamino)phenyl, 4-(N,N-Dimethylamino)phenyl, 4-(N-Piperidino)phenyl, 4-(N-Pyrrolidino)phenyl, 4-(N-Morpholino)phenyl ist;

    R14 H ist oder

    R1 und R14-Ph 1-Methylindol-5-yl oder 1-Methyl-2,3-dihydroindol-5-yl ist;

    X O, NOH oder NOCH3 ist;

    R6 H, CH3, F oder Cl ist;

    R8 H, CH3 oder C6H5 ist;

    R9 H, CH3 oder C6H5 ist; R10 H, CH3 oder C6H5 ist; und

    R11 und R12 jeweils H sind.
  3. Steroid nach Anspruch 1, ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus

    11&bgr;-(4-(N-Methylamino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N,N-Dimethylamino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Piperidino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Pyrrolidino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Morpholino)phenyl)-spiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Methylamino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N,N-Dimethylamino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Piperidino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Pyrrolidino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Morpholino)phenyl)-2'-oxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11ß-(4-(N-Methylamino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N,N-Dimethylamino)phenyl)-2',2'-dioxospiro-[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Piperidino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Pyrrolidino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17ß,2'-thiolan]-3-on;

    11&bgr;-(4-(N-Morpholino)phenyl)-2',2'-dioxospiro[estra-4,9-dien-17&bgr;,2'-thiolan]-3-on.
  4. Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung der Progesteronaktivität für einen therapeutischen Zweck.
  5. Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von Endometriose oder Uterusfibroiden.
  6. Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments zur Zervixreifung in Vorbereitung von Wehen und Geburt von Nachkommenschaft.
  7. Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments zur Fertilitätkontrolle oder – regulierung.
  8. Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments, das sich zur Hormonersatztherapie eignet.
  9. Verwendung der Verbindung nach Anspruch 1 zur Herstellung eines Medikaments zur Behandlung von Tumoren oder Krebserkrankungen.
  10. Verfahren zur Bildung eines cyclischen C17-Spirothiolans einer Steroidverbindung (V), umfassend:

    i) Umsetzen eines C17-Thioketons (II) mit einer allylischen Organometallverbindung (III); und

    ii) Cyclisieren eines Allylthiols (IV) unter radikalischen Bedingungen
    wobei R8 und R9 einzeln H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl, C6-12-Aryl, Aralkyl, Aralkenyl oder Aralkinyl, Heteroaryl, Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl sind; und

    R10 H, C1-18-Alkyl, C2-18-Alkenyl, C2-18-Alkinyl, C4-8-Cycloalkyl C6-12-Aryl, Aralkyl, Aralkenyl oder Aralkinyl, Heteroaryl, Heteroaralkyl, Heteroaralkenyl oder Heteroaralkinyl ist; und

    R11 und R12 =CH2 sind oder

    R11 und 12 jeweils H sind; und

    M ein Metallkation ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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