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Dokumentenidentifikation DE202005001175U1 13.10.2005
Titel Schaftstiefel
Anmelder Braun, Herbert, Dipl.-Ing. Architekt, 48268 Greven, DE
DE-Aktenzeichen 202005001175
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 13.10.2005
Registration date 08.09.2005
Application date from patent application 25.01.2005
IPC-Hauptklasse A43B 7/06
IPC-Nebenklasse A43B 3/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Stiefel, insbesondere Schaftstiefel, der aufweist:

  • – wenigstens einen Luftzufuhrkanal, der am Schaft des Stiefels angeordnet ist,
  • – wenigstens einen Luftaustrittskanal, der im Material der Schuhsohle und/oder des Absatzes des Stiefels eingearbeitet ist,
  • – wobei der Luftzufuhrkanal mit dem Luftaustrittskanal miteinander verbunden sind und ein Luftkanalsystem bilden,
  • – und wobei in das Luftkanalsystem wenigstens eine Vorrichtung eingebaut ist, das das Zurückfließen der Luft in den am Schaft angeordneten Luftzufuhrkanal verhindert.

Aus der DE 44 34 599 ist ein Stiefel dieser Art bekannt. Die in den Stiefel eingebauten Kanäle dienen dazu, die Ventilation des Schuhinnenraumes zu verbessern. Zu diesem Zweck ist an der Schuhsohle ein Belüftungskanal mit mehreren Frischtluftdüsen eingebracht, welche für die Frischluftzufuhr für den Fuß sorgen. Der in dieser Schrift beschriebene Stiefel ist ein typischer Vertreter zahlreicher anderer Publikationen, bei denen ebenfalls ein Belüftungsystem des Fußes im Vordergrund steht.

Der Einsatz von Stiefeln im nassen, schlammigen, sumpfigen Gelände ist oft dadurch erschwert, dass die Stiefel im Schlamm steckengeblieben sind und lassen sich nicht ohne Mühe vom ihm befreien. Im Extremfall kommt dazu, dass eher der Fuß des Benutzers, nicht aber der Stiefel aus dem Sumpf herausgezogen werden kann.

Aufgabe der Erfindung ist, einen gattungsgemäßen Stiefel, insbesondere Schaftfstiefel zu entwickeln, mit dessen Hilfe sich der Benutzer, wie Jäger, Wattwanderer oder Angler, leichter im sumpfigen Gelände bewegen kann.

Diese Aufgabe ist durch einen Stiefel der im Oberbegriff genannten Art dadurch gelöst, dass der im Material der Schuhsohle und/oder des Absatzes verlaufende Luftaustrittskanal in wenigstens ein Luftaustrittsloch mündet, das an einer Außenfläche der Schuhsohle bzw. des Absatzes angeordnet ist, so dass die durch das Luftkanalsystem durchströmende Luft ohne in den Innenraum des Stiefels zu gelangen durch die Luftaustrittslöcher nach außen fließen kann.

Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass die unter Druck austretende Luft den an der Außenfläche der Schuhsohle und/oder des Absatzes haftenden Schmutz aus der Außenfläche entfernt bzw. das Anhaften des Schmutzes verhindert.

Vorzugsweise weist das Luftkanalsystem eine durch den Druck des Fußes betätigbare Pumpe auf, die für einen gewünschten vergrößerten Luftdruck im Bereich der Luftaustrittslöcher sorgt. Die Pumpe kann in einer Hohlkammer des Absatzes angeordnet sein. In das Luftkanalsystem kann wenigstens ein Rückschlagventil eingebaut sein, das das Zurückfließen der Luft in den Luftzufuhrkanal verhindert.

Der Erfindungsgedanke bezieht sich weiterhin auf einen Stiefel, der mit Mitteln zur Belüftung des Fußes und mit einem oben beschriebenen, äußeren, nicht mit dem Schuhinnenraum gebundenen Luftkanalsystem ausgestattet ist. Ein solcher Stiefel zeichnet sich dadurch aus, dass

  • – der im Material der Schuhsohle und/oder des Absatzes verlaufende Luftaustrittskanal in wenigstens ein Luftaustrittsloch mündet, das an einer Außenfläche der Schuhsohle bzw. des Absatzes angeordnet ist, so dass die durch das erste Luftkanalsystem durchströmende Luft ohne in den Innenraum des Stiefels zu gelangen durch die Luftaustrittslöcher nach außen fließen kann,
  • – und dass in den Schaftstiefel ein zweites, mit dem ersten nicht verbundenes Luftkanalsystem eingebaut ist, dessen im Material der Schuhsohle und/oder des Absatzes verlaufender Luftaustrittskanal zum Schuhinnenraum führt, so dass die durch das zweite Luftkanalsystem durchströmende Luft durch wenigstens ein Luftaustrittsloch des Luftaustrittskanals in den Schuhinnenraum gelangt.

Die vorgeschlagenen Luftkanalsysteme können bei Stiefeln aller Art, insbesondere jedoch bei hohen Stiefeln (europäische Bezeichnung „D"), wie Schaftstiefel, eingesetzt werden. Als Schaftstiefel wird ein Sicherheitsschuh mit besonders hohem Schaft von einer Mindesthöhe 20 cm verstanden.

Die Luftaustrittskanäle können sowohl in mehrschichtige als auch in einschichtige, massive Schuhsohle, wie Mono-PUR-Sohle, eingebaut sein.

Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sind anhand der Zeichnung erläutert. Die Figuren zeigen:

1 einen Schaftstiefel mit einem schematisch angedeuteten, äußeren Luftkanalsystem, in einer schematischen Seitenansicht;

2 einen Schaftstiefel mit zwei schematisch angedeuteten Luftkanalsystemen, ebenso in einer schematischen Seitenansicht;

3 den Schaftstiefel gemäß der 1 in einer schematischen, perspektivischen Ansicht;

4 den Schaftstiefel gemäß den 1 und 3 in einer perspektivischen Ansicht auf seiner Laufsohle;

5 eine Anordnung von mehreren Luftzufuhrkanälen.

In den 1, 3 und 4 ist ein Schaftstiefel 1 dargestellt. Der Schaftstiefel 1 weist einen hochgezogenen Schaft 2 und eine Schuhsohle 3 auf. Am Schaft 2 ist ein senkrecht zur Schuhsohle 3 verlaufender Luftzufuhrkanal 5.1 angeordnet, welcher sich von einem Schaftrand 9 bis zur Schuhsohle mittig im Wadenbereich erstreckt.

Im Material der einstückig aus mikrozelligen Polyurethan hergestellten Schuhsohle 3 und zwar in ihrem Absatz 3.1 ist ein Luftaustrittskanal 6 mit eingeformt, der in mehrere abgezweigte Luftaustrittskanäle 6.1, 6.2, 6.3, 6.4 übergeht. Die Schuhsohle 3 kann auch aus einem sogenannten Integralschaum gefertigt sein, bei dem beispielsweise die Laufsohle härter als das übrige Material des Sohle ist.

Eine Besonderheit der Luftaustrittskanäle 6.1, 6.2, 6.3, 6.4 ist, dass diese jeweils in ein Luftaustrittsloch 10.1, 10.2, 11.1, 11.2, 11.3 münden, welches an einer Außenfläche 12 der Schuhsohle bzw. deren Absatzes 3.1 angeordnet ist. Wie insbesondere der 4 zu entnehmen ist, sind zwei Luftaustrittslöcher 10.1, 10.2 an einer Abstufung 17 des Absatzes 3.1 und die übrigen Luftaustrittslöcher 11.1, 11.2, 11.3 an dessen Unterseite angeordnet. Die Anordnung der Luftaustrittslöcher an der Außenfläche 12 der Schuhsohle kann selbstverständlich unterschiedlich sein. Beispielsweise können einige Luftaustrittslöcher in einer tiefen Profilierung der Laufsohle, wie es die 5 zeigt, eingebracht sein. Die Luftaustrittskanäle mit Luftaustrittslöchern können auch an gesamter Schuhsohle verteilt sein.

Die im Material der Schuhsohle 3 eingeformten Luftaustrittskanäle schließen sich an den Luftzufuhrkanal 5.1 und bilden somit ein Luftkanalsystem 20, in dem die durchströmende Luft, ohne in den Innenraum des Schaftstiefels zu gelangen, durch die Luftaustrittslöcher 10.1, 10.2, 11.1, 11.2, 11.3 nach außen fließen kann.

Innerhalb des Absatzes 3.1 ist eine Vorrichtung 25 angeordnet, die aus einer Pumpe und einem schematisch gezeigten Rückschlagventil 18 (vgl. 2) besteht. Als Pumpe kann eine einfache, an sich bekannte Faltbalg- oder Membranpumpe zum Einsatz kommen. Die Pumpe ist über den Fuß des Benutzers betätigbar: dies zeigt schematisch die Pfeile K in den 1 und 2. Die Aufgabe der Vorrichtung 25 ist, die durch den Luftzufuhrkanal 5.1 einfließende Luft anzusaugen, in Richtung Luftaustrittskanäle zu pumpen und das Zurückfließen der Luft in den hochgezogenen Luftzufuhrkanal 5.1 zu verhindern.

Der Schaftstiefel kann auch ohne Pumpe auskommen, weil ohne Pumpe direkt größere benötigte Luftmengen ohne Umwege unter die Laufsohle geführt werden können. An der 1 sind Rückschlagventile 4 in Form von einfachen Klappventilen erkennbar, die jeweils in unmittelbarer Nähe der jeweiligen Luftaustrittsöffnungen 10.1 bis 11.3 angeordnet sind.

Die 5 zeigt drei am Schaft 2 angeordnete Luftzufuhrkanäle 5.1, 5.2, 5.3, die ebenfalls mit den Luftaustrittskanälen in Kontakt stehen. Eine solche Anordnung kann für eine größere Luftmenge sorgen, die durch die Pumpe angesaugt wird.

Um ein stärkeres Anhalten der Sogwirkung zu verhindern kann auch auf die Pumpe verzichtet werden, weil diese eigentlich mehr für die Schuhinnenraumbelüftung bestimmt ist, und durch Direktluftzuführung die Unterseite der Laufsohle mit größere Luftmengen zwecks Antisaugwirkung versorgt werden kann.

In der 2 ist eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schaftstiefels gezeigt, bei dem es sich um eine Kombination zweier nicht miteinander verbundenen Lutfkanalsysteme 20; 30 handelt. Das zweite Lutfkanalsystem 30 besteht aus einem Luftzufuhrkanal, einer weiteren Pumpe, gegebenenfalls mit Rückschlagventil und mit einem im Material der Schuhsohle und/oder des Absatzes verlaufenden Luftaustrittskanal 36, welcher zum Innenraum des Stiefels führt. Mit Bezugszahl 32 sind Luftaustrittslöcher bezeichnet, durch die die durchströmende Luft in den Innenraum des Stiefels, beispielsweise in eine nicht dargestellte Mikroperforation an der Decksohle gelangt.

Bei einer abweichenden Ausführungsform können dieselbe Luftzufuhrkanäle zu einer einzigen, nicht dargestellten Zweikammer-Pumpe zugeführt sein, wobei einer der Pumpenkammern die Luftaustrittskanäle 36 des Lutfkanalsystems 30 und der anderen die Luftaustrittskanäle 6.1, 6.2, 6.3, 6.4 des Lutfkanalsystems 20 zugeordnet sind.

Die Luftzufuhrkanäle 20 und 30 können auch getrennt die jeweilige Innen- oder Außenbelüftung bewirken und ohne intregriertes Pumpenkammersystem ausgeführt werden.

Weiterhin können die am Schaftrand 9 angeordneten Lufteintrittsöffnungen 19.1, 19.2, 19.3 der Luftzufuhrkanäle jeweils durch einen zapfen- oder knopfförmigen Propfen 13 (vgl. 3) verschließbar sein. Der Propfen 13 kann mit dem Schaftrand 9 auf irgendeine Weise verbunden sein, beispielsweise über einen Klettverschluß. Der Propfen 13 wird dann in die Lufteintrittsöffnung eingesteckt, wenn der Stiefel gewaschen werden muß.


Anspruch[de]
  1. Stiefel, insbesondere Schaftstiefel, aufweisend:

    – wenigstens einen Luftzufuhrkanal (5.1, 5.2, 5.3), der am Schaft (2) des Stiefels angeordnet ist,

    – wenigstens einen Luftaustrittskanal (6), der im Material der Schuhsohle (3) und/oder des Absatzes des Stiefels eingearbeitet ist,

    – wobei der Luftzufuhrkanal (5.1, 5.2, 5.3) mit dem Luftaustrittskanal (6.1, 6.2, 6.3, 6.4) miteinander verbunden sind und ein erstes Luftkanalsystem (20) bilden,

    – und wobei in das Luftkanalsystem wenigstens eine Vorrichtung (25) eingebaut ist, das das Zurückfließen der Luft in den am Schaft angeordneten Luftzufuhrkanal (5.1, 5.2, 5.3) verhindert,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    der im Material der Schuhsohle und/oder des Absatzes verlaufende Luftaustrittskanal (6.1, 6.2, 6.3, 6.4) in wenigstens ein Luftaustrittsloch (10.1, 10.2, 11.1, 11.2, 11.3) mündet, das an einer Außenfläche (12) der Schuhsohle bzw. deren Absatzes angeordnet ist, so dass die durch das erste Luftkanalsystem (20) durchströmende Luft ohne in den Innenraum des Stiefels zu gelangen durch die Luftaustrittslöcher (10.1, 10.2, 11.1, 11.2, 11.3) nach außen fließen kann.
  2. Stiefel, insbesondere Schaftstiefel, aufweisend:

    – wenigstens einen Luftzufuhrkanal (5.1, 5.2, 5.3), der am Schaft (2) des Stiefels angeordnet ist,

    – wenigstens einen Luftaustrittskanal (6), der im Material der Schuhsohle (3) und/oder des Absatzes des Stiefels eingearbeitet ist,

    – wobei der Luftzufuhrkanal (5.1, 5.2, 5.3) mit dem Luftaustrittskanal (6.1, 6.2, 6.3, 6.4) miteinander verbunden sind und ein erstes Luftkanalsystem (20) bilden,

    – und wobei in das Luftkanalsystem wenigstens eine Vorrichtung (25) eingebaut ist, das das Zurückfließen der Luft in den am Schaft angeordneten Luftzufuhrkanal (5.1, 5.2, 5.3) verhindert,

    dadurch gekennzeichnet, dass

    – der im Material der Schuhsohle und/oder des Absatzes verlaufende Luftaustrittskanal (6.1, 6.2, 6.3, 6.4) in wenigstens ein Luftaustrittsloch (10.1, 10.2, 11.1, 11.2, 11.3) mündet, das an einer Außenfläche (12) der Schuhsohle bzw. deren Absatzes angeordnet ist, so dass die durch das erste Luftkanalsystem (20) durchströmende Luft ohne in den Innenraum des Stiefels zu gelangen durch die Luftaustrittslöcher (10.1, 10.2, 11.1, 11.2, 11.3) nach außen fließen kann,

    – und dass in den Stiefel ein zweites, mit dem ersten nicht verbundenes Luftkanalsystem (30) eingebaut ist, dessen im Material der Schuhsohle und/oder des Absatzes verlaufender Luftaustrittskanal (36) zum Innenraum des Stiefels führt, so dass die durch das zweite Luftkanalsystem (30) durchströmende Luft durch wenigstens ein Luftaustrittsloch (32) des Luftaustrittskanals (36) in den Innenraum des Stiefels gelangt.
  3. Stiefel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (25) eine durch den Druck des Fußes betätigbare Pumpe ist.
  4. Stiefel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Pumpe mit wenigstens einem Rückschlagventil versehen ist.
  5. Stiefel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Luftzufuhrkanal (5.1, 5.2, 5.3) in wenigstens eine am Schaftrand (9) angeordnete Lufteintrittsöffnung (19.1, 19.2, 19.3) mündet.
  6. Stiefel nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Lufteintrittsöffnung (19.1, 19.2, 19.3) durch einen zapfen- oder knopfförmigen Propfen (13) wasserdicht verschließbar ist.
  7. Stiefel nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine einzige Pumpe zugleich für zwei Luftkanalsysteme (20; 30) einsetzbar ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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