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Dokumentenidentifikation DE202005009233U1 20.10.2005
Titel Teleskopkran
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202005009233
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 20.10.2005
Registration date 15.09.2005
Application date from patent application 13.06.2005
IPC-Hauptklasse B66C 23/04
IPC-Nebenklasse B66C 23/36   B66C 23/687   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft einen Teleskopkran mit einem um eine liegende Wippachse auf- und niederwippbaren Teleskopausleger, der einen Anlenkschuss sowie zumindest einen aus dem Anlenkschuss austeleskopierbaren Teleskopschuss aufweist.

Ein solcher Teleskopkran ist beispielsweise aus der DE 100 22 658 A1 oder der DE 200 20 974 U1 bekannt. Um den ständig steigenden Anforderungen an die Traglast und die Auslegerlänge zu genügen, werden die Teleskopausleger solcher Teleskopkräne zunehmend aufwendig abgespannt. Hierzu werden auf dem Rücken des Teleskopauslegers Abspannstützen angebracht, über die hinweg Abspannseile vom Fuß des Auslegers zur Auslegerspitze geführt werden. Durch solche Abspannungen können die Traglasten zum Teil beträchtlich gesteigert werden. Dabei wird zunehmend auch der seitlichen Belastbarkeit der Teleskopausleger quer zur Wippebene Aufmerksamkeit geschenkt, die insbesondere dann von Bedeutung ist, wenn der Teleskopausleger in Steilstellungen betrieben wird. Um die seitlichen Lasten besser abfangen zu können und die Tragfähigkeit in Steilstellungen zu steigern, wurden Auslegerabspannungen vorgeschlagen, die seitlich etwa V-förmig aufspreizbare Abspannstützen besitzen, so dass die Abspannung auch seitliche Kräfte abfangen kann, wie dies die vorgenannten Schriften DE 100 22 658 A1 oder DE 200 20 974 U1 beschreiben.

Solche aufwendigen Abspannungen sind jedoch in mehrerer Hinsicht nachteilig. Insbesondere machen sie die Rüst- und Montageprozesse sowie die Steuerung des Kranes deutlich komplizierter. Zudem ist es regelmäßig notwendig, die Abspannstützen für den Transport des Kranes abzubauen und auf einem separaten LKW zu transportieren, um das zulässige Straßengesamtgewicht einhalten zu können.

Hier will die vorliegende Erfindung Abhilfe schaffen. Ihr liegt die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Teleskopkran der genannten Art zu schaffen, der Nachteile des Standes der Technik vermeidet und letzteren in vorteilhafter Weise weiterbildet. Vorzugsweise soll mit vereinfachten Mitteln eine erhöhte Tragfähigkeit in Steilstellungen des Teleskopauslegers erreicht werden.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch einen Teleskopkran gemäß Anspruch 1 gelöst. Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.

Im Gegensatz zum Stand der Technik wird also nicht versucht, durch komplizierte seitlich aufspreizbare Abspannungen die Tragfähigkeit des Teleskopauslegers in Steilstellungen zu erhöhen. Vielmehr wird der Teleskopausleger selbst derart ausgebildet, dass er im Vergleich zu herkömmlichen Teleskopauslegern eine erhöhte Tragfähigkeit gegenüber seitlichen Lasten aufweist. Erfindungsgemäß besitzen die Auslegerschüsse des Teleskopauslegers jeweils ein Profil, dessen Breite quer zur Wippebene größer als dessen Höhe in der Wippebene ist. Bislang wurde immer davon ausgegangen, dass teleskopierbare Ausleger höher als breit oder maximal quadratisch zu sein haben, um insbesondere die Tragfähigkeit des Krans in der Wippebene zu erhöhen. Diesen eingefahrenen Ansatz verlässt die vorliegende Erfindung und schlägt vor, das Profil der Auslegerschüsse deutlich breiter als hoch auszuführen. Hierdurch können die in Steilstellungen besonders kritischen seitlichen Lasten deutlich besser abgefangen werden. Gegebenenfalls kann auf eine seitliche Abspannung gänzlich verzichtet werden.

Insbesondere wird das Profil der Auslegerschüsse in Weiterbildung der Erfindung derart ausgebildet, dass das Flächenträgheitsmoment des Auslegerprofils bezüglich einer ersten in der Wippebene liegenden Hauptachse größer als das Flächenträgheitsmoment bezüglich der zweiten Hauptachse des Profils quer zur Wippebene ist. Hierdurch erhält der Teleskopausleger eine Widerstandskraft gegen seitliche Belastungen, die größer ist als die Widerstandskraft gegen Lasten in der Wippebene. Die Tragfähigkeit des Krans insgesamt kann zumindest für Steilstellungen des Auslegers beträchtlich erhöht werden.

Das Verhältnis von Breite zu Höhe des Profils kann grundsätzlich verschieden gewählt werden und an die speziellen Betriebsanforderungen angepasst sein. Nach einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung ist die Breite des Profils jedoch zumindest 10 % größer als die Höhe des Profils. Nach einer Ausführung der Erfindung kann die Breite des Profils etwa 15 % bis 20 % größer sein als die Höhe des Profils. Hierdurch wird ein guter Kompromiss aus hoher Tragfähigkeit in Steilstellungen und dennoch ausreichender Tragfähigkeit bei flachen Auslegerstellungen erzielt.

Durch die spezielle Gestaltung des Profils der Auslegerschüsse kann der Teleskopausleger gänzlich frei von seitlichen, insbesondere seitlich aufspreizbaren Abspannungen ausgebildet werden. Hierdurch können beträchtliche betriebliche Vorteile erreicht werden, insbesondere werden Rüst-, Montage- und Steuerungsprozesse des Krans deutlich vereinfacht. Für den Transport des Kranes brauchen die seitlich aufspreizbaren Abspannstützen nicht mehr abgebaut und mit einem separaten LKW transportiert werden. Soweit die Verbreiterung des Auslegerprofils zu einem erhöhten Auslegergewicht führt, kann dieses z. B. durch eine zusätzliche Achse im Unterwagen des Krans kompensiert werden. Das Gesamtgewicht des Krans kann hierdurch trotz erhöhtem Auslegergewicht innerhalb der zulässigen Achslasten transportiert werden.

Der Profilquerschnitt der Auslegerschüsse kann grundsätzlich verschieden gestaltet werden. Nach einer vorteilhaften Ausführung der Erfindung besitzt das Profil einerseits eine abgeflachte Oberschale mit einem im wesentlichen ebenen Obergurt sowie eine bogenförmig gekrümmte, vorzugsweise etwa kreisbogenförmige Unterschale, wobei im Übergangsbereich zwischen der Unter- und der Oberschale flache, vorzugsweise zumindest teilweise ebene Seitenwangen vorgesehen sind. Der ebene Obergurt in der Oberschale kann sich zumindest über etwa 50 %, vorzugsweise über mehr als 2/3 der Breite des Profils erstrecken, bevor er über Abrundungen in die Seitenwangen übergeht. Alternativ kann die Oberschale auch einen schmaleren ebenen Obergurt aufweisen und insgesamt weniger stark abgeflacht sein.

Um die Beulproblematik in dem breiten ebenen Obergurt der Oberschale zu lösen, können in Weiterbildung der Erfindung auf der abgeflachten Profiloberseite Beulsteifen vorgesehen sein.

In an sich bekannter Weise kann der Teleskopausleger des Krans an einem Oberwagen angelenkt sein, der um eine aufrechte Achse drehbar auf einem als Lastkraftwagen ausgebildeten Unterwagen sitzt. In Weiterbildung der Erfindung ist eine Kranführerkabine, die am Oberwagen gelagert ist und der Betätigung des Kranes in der Arbeitsstellung dient, an dem Oberwagen bewegbar, insbesondere schwenkbar gelagert, so dass sie aus einer Betriebsstellung seitlich neben dem Teleskopausleger, insbesondere etwa neben dem Anlenkpunkt des Anlenkschusses am Oberwagen, in eine Transportstellung etwa hinter dem Teleskopausleger bringbar ist. Durch die verbreiterte Ausbildung des Teleskopauslegers würde die Kranführerkabine in der seitlich neben dem Ausleger angeordneten Betriebsstellung für den Transport zu weit seitlich überstehen. Durch die wegschwenkbare Lagerung der Kranführerkabine kann ein Abbau derselben für den Transport des Kranes vermieden werden. Die Rüstzeiten und der logistische Aufwand können hierdurch beträchtlich vermindert werden.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und zugehöriger Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:

1: eine perspektivische Gesamtansicht eines Fahrzeugkrans mit einem Teleskopausleger nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung in Arbeitsstellung, und

2: eine schematische Querschnittsansicht des Teleskopauslegers, die das Profil der Auslegerschüsse zeigt.

Der in 1 gezeigte Fahrzeugkran 1 umfasst einen als LKW ausgebildeten Unterwagen 2 mit einer Fahrzeugführerkabine 3. Auf dem Unterwagen 2 ist um eine aufrechte Achse drehbar ein Oberwagen 4 gelagert, an dem ein Teleskopausleger 5 um eine liegende Wippachse auf- und niederwippbar gelagert ist. In der gezeichneten Ausführungsform umfasst der Teleskopausleger lediglich einen Teleskopschuss 6, der aus dem am Oberwagen 4 angelenkten Anlenkschuss 7 aus- und in diesen wieder einteleskopierbar ist. Es versteht sich jedoch, dass regelmäßig mehrere Teleskopschüsse Verwendung finden werden, um die notwendige Auslegerlänge zu erreichen und wie dies auch 2 zeigt. Dort sind in dem Anlenkschuss 7 neben dem Teleskopschuss 6 weitere Teleskopschüsse 8, 9 und 10 aufgenommen.

Jeder der in 2 gezeigten Auslegerschüsse 6, 7, 8, 9 und 10 besitzt ein Querschnittsprofil, dessen Breite 11 größer ist als dessen Höhe 12. In der gezeichneten Ausführung beträgt die Breite 11 etwa 118 % der Höhe 12 des Profils. Es versteht sich jedoch, dass je nach Betriebsanforderungen andere Breiten-/Höhenverhältnisse vorgesehen werden können. In der gezeichneten Ausführung ist das Profil dabei derart bemessen, dass das Flächenträgheitsmoment bezüglich der ersten Hauptachse 13 des Profils, die in der Wippebene liegt, aufgrund der vergrößerten Breite größer ist als das Flächenträgheitsmoment des Profils bezüglich der dazu orthogonalen zweiten Hauptachse 14 des Profils quer zur Wippebene.

Wie 2 zeigt, besteht das Profil der Auslegerschüsse jeweils aus einer abgeflachten Oberschale 15, die insgesamt halbkastenförmig ausgebildet ist und einen ebenen Obergurt 16 besitzt, der sich über mehr als 2/3 der Breite des jeweiligen Profils erstreckt. Die Unterschale 17 des Profils ist im wesentlichen kreisbogenförmig ausgebildet. Im Übergangsbereich zwischen der Oberschale 15 und der Unterschale 17 ist das Profil ebenfalls abgeflacht. Es besitzt, wie 2 zeigt, jeweils ebene Seitenwangen 18.

Um die Beulproblematik im breiten Obergurt 16 zu lösen, sind, wie 2 zeigt, auf der Profiloberseite Beulsteifen 19 angeordnet, die in der gezeichneten Ausführung mittig angeordnet sind.

Wie 1 zeigt, ist an dem Oberwagen 4 seitlich neben dem Teleskopausleger 5, insbesondere etwa seitlich neben dem Anlenkpunkt des Anlenkschusses 7, eine Kranführerkabine 20 angeordnet, in der der Kranführer im Kranbetrieb den Kran steuert. Da der Teleskopausleger 5 aufgrund der vergrößerten Breite seines Profils bereits einen beträchtlichen Teil der zulässigen Straßenfahrbreite einnimmt, steht die seitlich angeordnete Kranführerkabine 20 für den Transport des Kranes an sich zu weit über. Um hier Abhilfe zu schaffen, ist die Kranführerkabine 20 vorteilhafterweise an dem Oberwagen 4 schwenkbar angelenkt. Insbesondere kann sie aus der in 1 gezeigten Betriebsstellung für den Transport des Kranes nach hinten weggeschwenkt werden.


Anspruch[de]
  1. Teleskopkran mit einem um eine liegende Wippachse auf- und niederwippbaren Teleskopausleger (5), der einen Anlenkschuss (7) und zumindest einen aus dem Anlenkschuss (7) austeleskopierbaren Teleskopschuss (6, 8, 9, 10) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Auslegerschüsse (6, 7, 8, 9, 10) des Teleskopauslegers (5) jeweils ein Profil besitzen, dessen Breite (11) quer zur Wippebene größer als dessen Höhe (12) in der Wippebene ist.
  2. Teleskopkran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei das Profil der Auslegerschüsse (6, 7, 8, 9, 10) derart ausgebildet ist, dass sein Flächenträgheitsmoment bezüglich einer ersten in der Wippebene liegenden Hauptachse (13) größer als sein Flächenträgheitsmoment bezüglich einer zweiten Hauptachse (14) des Profils quer zur Wippebene ist.
  3. Teleskopkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Breite (11) des Profils zumindest 10 %, vorzugsweise etwa 15 % bis 20 %, größer als die Höhe (12) des Profils ist.
  4. Teleskopkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei das Profil der Auslegerschüsse (6, 7, 8, 9, 10) eine abgeflachte Oberschale (15) mit einem ebenen Obergurt (16) sowie eine bogenförmig gekrümmte, vorzugsweise etwa kreisbogenförmige Unterschale (17) aufweist, wobei im Übergangsbereich der Unter- und der Oberschale das Profil abgeflacht ist, vorzugsweise zumindest teilweise ebene Seitenwangen (18) vorgesehen sind.
  5. Teleskopkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei auf der abgeflachten Profiloberseite der Auslegerschüsse (6, 8, 9, 10) Beulsteifen (19) vorgesehen sind.
  6. Teleskopkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Teleskopausleger (5) frei von seitlichen Abspannungen ausgebildet ist.
  7. Teleskopkran nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Kran als Fahrzeugkran mit einem Unterwagen (2) und einem darauf angeordneten, um eine aufrechte Achse drehbaren Oberwagen (4) ausgebildet ist, an dem der Teleskopausleger (5) wippbar angelenkt ist.
  8. Teleskopkran nach dem vorhergehenden Anspruch, wobei eine am Oberwagen (4) angeordnete Kranführerkabine (20) bewegbar, insbesondere schwenkbar, an dem Oberwagen gelagert ist derart, dass sie aus einer Betriebsstellung seitlich neben dem Teleskopausleger (5) in eine Transportstellung im wesentlichen hinter dem Teleskopausleger (5) bringbar ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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