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Dokumentenidentifikation DE102004016797A1 27.10.2005
Titel Spinnmaschine mit Unterdruckversorgung
Anmelder Rieter Ingolstadt Spinnereimaschinenbau AG, 85055 Ingolstadt, DE
Erfinder Pohn, Romeo, 85290 Geisenfeld, DE;
Zöpfl, Karl, 85055 Ingolstadt, DE;
Stephan, Adalbert, 92339 Beilngries, DE
Vertreter Bergmeier, W., Dipl.-Ing.Univ., Pat.-Anw., 85055 Ingolstadt
DE-Anmeldedatum 06.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004016797
Offenlegungstag 27.10.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.10.2005
IPC-Hauptklasse D01H 11/00
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Spinnmaschine (1), insbesondere eine Offenend-Spinnmaschine, mit einer Vielzahl von Spinnstellen (2) und einer Einrichtung (4) zur Erzeugung eines Unterdrucks für den Betrieb der Spinnmaschine (1) sowie einer Leitungseinrichtung (7) zur Übertragung des Unterdrucks zu den Spinnstellen (2). Erfindungsgemäß ist die Spinnmaschine dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungseinrichtung (7) in zumindest zwei voneinander strömungsdicht getrennte Segmente (8, 9) unterteilt ist.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Spinnmaschine, insbesondere eine Offenend-Spinnmaschine, mit einer Vielzahl von Spinnstellen und einer Einrichtung zur Erzeugung eines Unterdrucks für den Betrieb der Spinnmaschine sowie einer Leitungseinrichtung zur Übertragung des Unterdrucks zu den Spinnstellen.

Für den Betrieb von Spinnmaschinen wird fast immer eine Absaugung mittels eines Unterdrucks benötigt. Die Absaugung dient teilweise zur Reinigung, d. h. zum Entfernen von Elementen aus der Maschine, die den Betrieb stören können. Diese können beispielsweise lose Garnenden, Fasern oder ähnliches sein. Eine andere Anwendung des Unterdruckes besteht darin, diese für die Umsetzung des eigentlichen Spinnprozesses einzusetzen. So werden beispielsweise bei Offenend-Spinnmaschinen die in einer Auflöseeinheit vereinzelten Fasern mittels eines Unterdrucks über Kanäle zum eigentlichen Spinnrotor transportiert. Anhand der genannten Beispiele wird deutlich, daß zum einen das Vorhandensein eines entsprechenden Unterdrucks und zum anderen die präzise Steuerung der Druckverhältnisse für die Qualität der mit solchen Spinnmaschinen erzeugten Produkte mit von entscheidender Bedeutung sind.

Bekannte Lösungen sehen zur Unterdruckversorgung beispielsweise eine zentrale Unterdruckquelle vor, die über eine Leitungseinrichtung mit den jeweiligen Arbeitsstellen bzw. den zu versorgenden Komponenten der Spinnmaschine verbunden ist. In bekannten Leitungseinrichtungen treten jedoch strömungstechnische Verluste auf, die im Verlauf des Leitungssystems zu unterschiedlichen Druckniveaus führen. Besonders problematisch wirken sich solche Druckverluste, Druckdifferenzen oder Druckgefälle aus, wenn Spinnmaschinen an Orten betrieben werden, die sehr hoch über dem Meeresspiegel liegen und dementsprechend sehr dünne Luft mit einem relativ geringen Luftdruck aufweisen. Unter derartigen Betriebsbedingungen ist ein teilweise deutlich erhöhter Bedienungs- und Vorrichtungsaufwand erforderlich, um die gewünschten Qualitäten zu produzieren, sofern dies überhaupt möglich ist.

Zusätzlich führt das Bestreben zu immer länger werdenden Spinnmaschinen mit ständig wachsenden Zahlen von Spinnstellen, bedingt durch sich verlängernde Leitungswege, zu einer ähnlichen Problematik hinsichtlich des Auftretens von Druckverlusten und Druckgefällen.

Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Spinnmaschine zu schaffen, deren Unterdruckversorgung auch unter den oben genannten Gegebenheiten zuverlässig und effizient funktioniert.

Die Spinnmaschine auf die sich die Erfindung richtet weist dazu eine Leitungseinrichtung auf, die in zumindest zwei voneinander strömungsdicht getrennte Segmente unterteilt ist. Die Unterteilung der Leitungseinrichtung erlaubt es, ein Segment für die Versorgung von räumlich nah an einer Unterdruckquelle liegenden Verbrauchern zu nutzen, wohingegen das zweite Segment für die Versorgung von räumlich weiter entfernt liegenden Verbrauchern dient. Das zweite Segment kann dabei in einem ersten Bereich der nahe an der Unterdruckquelle liegt in seinen strömungstechnischen Eigenschaften optimiert werden. Dies wird möglich, da nur die räumlich entfernt liegenden Verbraucher vom zweiten Segment zu versorgen sind und die räumlich nah an der Unterdruckquelle liegenden Verbraucher durch das erste Segment versorgt werden. Im Ergebnis kann somit ein Unterdruck wesentlich verlustfreier auch zu entfernt liegenden Verbrauchern weitergeleitet werden.

Besonders vorteilhaft ist es hierbei, wenn die getrennten Segmente an in Längsrichtung hintereinander liegende Abschnitte, Sektionen oder Spinnstellen angeschlossen sind und diese mit Unterdruck versorgen. Da insbesondere Offenend-Spinnmaschinen einen länglichen Aufbau aufweisen, bietet es sich an, die nah an einer Unterdruckquelle liegenden Spinnstellen über ein erstes Segment der Leitungseinrichtung zu versorgen und die weiter entfernt liegenden Spinnstellen über ein zweites Segment zu versorgen. Das zweite Segment kann so strömungsoptimiert an den Spinnstellen des ersten Segmentes vorbei leiten. Je nach Größe und Leistungsbedarf ist es auch sinnvoll eine Unterteilung der Spinnmaschine in rechte und linke Seiten vorzunehmen, wobei beide Arten der Unterteilung auch miteinander kombinierbar sind, so daß die Spinnmaschine gleichzeitig in Längs- und Querrichtung unterteilt ist.

Bei besonders langen Spinnmaschinen ist es vorteilhaft, daß die Leitungseinrichtung in drei oder mehr Segmente unterteilt ist. Da auch innerhalb der einzelnen Segmente Strömungsverluste auftreten, die mit zunehmender Länge der Segmente ansteigt, kann es sinnvoll sein, ein solches Segment erneut in zwei oder mehrere Segmente aufzuteilen. Insbesondere im Bereich der von dem jeweiligen Segment zu versorgenden Abschnitte, Sektionen oder Spinnstellen treten Verluste auf, so daß eine Begrenzung von deren Anzahl oder Länge je Segment sinnvoll ist.

Als andere besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung hat es sich bewährt, daß aus den Abschnitten, Sektionen oder Spinnstellen einmündende Luftführungen nur in jeweils ein zugeordnetes Segment führen. Es hat sich herausgestellt, daß ein Großteil der Strömungsverluste, die von den Spinnstellen kommenden in der Regel in Normalenrichtung zur Hauptströmungsrichtung einer Unterdruckleitung einmündenden Luftführungen zu erheblichen Verwirbelungen führen. Diese Verwirbelungen erzeugen einen spürbaren Anteil des Strömungswiderstandes und damit der Strömungsverluste. Durch eine Abschirmung der in der Regel seitlich einmündenden Luftführungen gegenüber den übrigen Segmenten können derartige Verluste erheblich reduziert und damit die Leistungsfähigkeit der Unterdruckversorgung erheblich verbessert werden.

Für den Verlauf innerhalb der Maschine hat es sich als besonders günstig erwiesen, wenn die Segmente weitestgehend parallel geführt sind. Bereits für den Maschinenaufbau hat es erhebliche Vorteile, die Unterdruckleitungen in bestimmten Bereichen der Maschine gebündelt anzuordnen. Dazu bietet es sich an, die Leitungseinrichtungen möglichst parallel zur Maschine zu verlegen, um unnötige Richtungsänderungen des Leitungsverlaufes und damit auch unnötige Strömungsverluste zu vermeiden.

Sofern dies unvermeidlich ist, erfolgen Richtungs- und Querschnittsänderungen über den Längsverlauf der Leitungseinrichtung vorzugsweise nur mit kleinen Änderungsgradienten.

Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung sieht vor, daß die Leitungseinrichtung aus einem Rohr besteht, dessen Querschnitt durch eine oder mehrere Trennwände unterteilt ist. Je nach gewünschter Anzahl von Segmenten kann beispielsweise eine Trennwand oder auch mehrere davon innerhalb des Rohres angeordnet werden.

Ebenfalls vorteilhaft ist es, wenn die Leitungseinrichtung aus einer Kombination unterschiedlich langer Segmente besteht. Verbindet man ein erstes Leitungssegment für die näher liegenden Verbraucher und ein zweites längeres Leitungssegment für die weiter entfernt liegenden Verbraucher, können diese unter Beibehaltung der strömungstechnischen Trennung im ersten Bereich kombiniert und parallel geführt werden, wodurch die Montage erleichtert und gleichzeitig eine unnötige separate Leitungsführung an der Maschine vermieden wird.

Besonders wirtschaftlich ist es auch, daß die Segmente in wenigstens eine zentrale Unterdruckquelle einmünden. Bei diesem Aufbau ist lediglich die Anordnung einer einzelnen Unterdruckquelle erforderlich, was Platz spart und zudem in der Regel mit einem deutlich besseren Maschinenwirkungsgrad geschehen kann. Alternativ können auch mehrere Unterdruckquellen an einer Spinnmaschine angeordnet sein. So können sie beispielsweise im Längsverlauf der Spinnmaschine oder an deren Stirnseiten angeordnet sein. Dabei ist die Anzahl und die Anordnung der Unterdruckquellen je nach Anforderung variierbar. Bei besonders langen Maschinen können jeweils stirnseitig zwei Unterdruckquellen angeordnet werden, die mittels erfindungsgemäßer Leitungseinrichtungen die Spinnmaschine mit Unterdruck versorgen. Ist ein Abluftaustritt in der Mitte der Spinnmaschine gewünscht, so ist es auch möglich die Unterdruckquelle dort anzuordnen.

Für eine genaue Steuerung der Druckverhältnisse ist es vorteilhaft, wenn zumindest ein Segment Ventile oder ähnlich wirkende Einrichtungen aufweist, über die die Durchflußmenge bzw. das Druckniveau regelbar ist. Mittels derartiger Einrichtungen, wie beispielsweise Ventile, Durchflußmengen oder Druckbegrenzer, sind die in den Leitungssegmenten herrschenden Druckverhältnisse besonders genau und gleichmäßig einstellbar. Die gleichmäßigen Druckverhältnisse verbessern ihrerseits dann wiederum die Qualität der mit der Spinnmaschine erzeugten Garne. Zusätzlich können Segmente, beispielsweise für Wartungsarbeiten, gezielt außer Betrieb genommen werden. Bei Bedarf können damit aber auch unterschiedliche Abschnitte, Sektionen oder Spinnstellen der Spinnmaschine mit unterschiedlichen Druckniveaus betrieben werden, da man beispielsweise nicht alle Spinnstellen einer sehr langen Spinnmaschine zur Fertigung einer einzigen Garnart verwenden möchte. Besonders einfach ist der Betrieb mit unterschiedlichen Druckniveaus, wenn mehrere Unterdruckquellen die Spinnmaschine versorgen. Dann sind die Druckniveaus der jeweils zugehörigen Abschnitte, Sektionen oder Spinnstellen über deren Leistungsabgabe und ggf. zusätzlich durch die Ventile oder ähnlich wirkenden Einrichtungen in besonders einfacher weise regelbar.

Weitere Vorteile der Erfindung sind im Zusammenhang mit den nachfolgenden Ausführungsbeispielen und der Zeichnung beschrieben. Es zeigt darin:

1 eine Seitenansicht einer Offenend-Spinnmaschine mit einer erfindungsgemäßen Leitungseinrichtung;

2a einen vorderen Querschnitt einer ersten erfindungsgemäßen Leitungseinrichtung;

2b einen hinteren Querschnitt einer ersten erfindungsgemäßen Leitungseinrichtung;

3 eine zweite erfindungsgemäße Leitungseinrichtung;

4 eine dritte erfindungsgemäße Leitungseinrichtung;

5a einen vorderen Querschnitt einer erfindungsgemäßen vierten-Leitungseinrichtung;

5b einen hinteren Querschnitt einer erfindungsgemäßen vierten Leitungseinrichtung;

6a einen vorderen Querschnitt einer erfindungsgemäßen fünften Leitungseinrichtung;

6b einen hinteren Querschnitt einer erfindungsgemäßen fünften Leitungseinrichtung.

In 1 ist eine erfindungsgemäße Offenend-Spinnmaschine 1 mit einer Mehrzahl von Spinnstellen 2 dargestellt, die zwischen Gestellen 3 angeordnet sind. Im linken Gestell 3 befindet sich eine zentrale Unterdruckquelle 4, die über eine Filtervorrichtung Sauggut 5 herausfiltert und die durchgesetzte Luft über Abluftstutzen 6 wahlweise an der Ober- oder Unterseite des linken Gestells 3 ausbläst. An die zentrale Unterdruckquelle 4 ist eine Leitungseinrichtung 7 angeschlossen, die aus einem ersten Segment 8 und einem zweiten Segment 9 besteht. Das erste Segment 8 ist unmittelbar unterhalb der Spinnstellen 2 einer ersten Sektion 10 angeordnet. Demgegenüber ist das zweite Segment 9 unterhalb der Spinnstellen 2 einer zweiten Sektion 11 angeordnet. Dem Fachmann ist hierbei bewußt, daß tatsächlich ausgeführte Offenend-Spinnmaschinen 1 wesentlich mehr Spinnstellen 2 aufweisen und länger sind. Lediglich zur schematischen Darstellung wurde hier eine Offenend-Spinnmaschine 1 mit nur zwei Sektionen 10, 11, die je 16 Arbeitsstellen 2 umfassen, gewählt. Deutlich zu erkennen ist dabei, daß das erste Segment 8 der ersten Sektion 10 zugeordnet ist, wohingegen das zweite Segment 9 der zweiten Sektion 11 zugeordnet ist.

Die Unterdruckquelle 4 bewirkt innerhalb der Segmente 8 und 9 eine Luftströmung in Richtung der Pfeile 12. Über Luftführungen sind die Segmente 8 und 9 an die jeweiligen Spinnstellen 2 der Sektionen 10 und 11 angeschlossen. Die aus den Spinnstellen 2 abgesaugte Luft strömt, bedingt durch den von der Unterdruckquelle 4 erzeugten Unterdruck, zunächst in Normalenrichtung in die Segmente 8, 9 und wird dann entsprechend einer Hauptströmungsrichtung gemäß der Pfeile 12 in den Segmenten 8, 9 umgelenkt. Mit den Pfeilen 13 ist die umgelenkte Einströmrichtung zeichnerisch dargestellt. Beim Aufeinandertreffen der im 90°-Winkel zueinander verlaufenden Strömungen entstehen turbulente Strömungszustände, die zu Strömungsverlusten in der Leitungseinrichtung führen. Durch die Aufteilung in zwei Segmente 8, 9 wird bei der dargestellten Ausführungsform jedoch vermieden, daß die im zweiten Segment 9 unterhalb der linken Sektion 10 verlaufende Strömung durch die aus der Sektion 10 in das Segment 8 einströmenden Luftmengen gestört wird.

Mit der erfindungsgemäßen Aufteilung in Segmente 8, 9 kann die Saugluft im linken Teil des zweiten Segmentes 9 ungestört und damit verlustarm fließen. Zusätzlich sind mittels in den Segmenten 8, 9 angeordneter Ventile 26 die Durchflußvolumina und damit das jeweilige Druckniveau regelbar. Bei Bedarf sind damit Segmente auch ganz oder teilweise abtrennbar.

Ebenfalls gut zu erkennen ist, daß das zweite Segment 9 im Bereich des mittleren Gestells 3 strömungstechnisch vorteilhafterweise nach oben umgelenkt wird. Der rechte Abschnitt des zweiten Segments 9, liegt auf gleicher Höhe wie das erste Segment 8, um an die Spinnstellen 2 heranzureichen. Neben der gezeigten vertikalen Anordnung der Segmente 8, 9, können diese bei anderen Ausführungsformen auch horizontal nebeneinander angeordnet werden, wodurch dann eine Umlenkung der Luftmengen in vertikaler Richtung entfällt. Neben der gezeigten zwar weitestgehend parallel aber dennoch räumlich getrennten Führung der beiden Segmente 8, 9, können auch deutlich kompaktere Bauformen von Leitungseinrichtungen 7 zum Einsatz kommen, die deutlich weniger Bauraum benötigen. In den nachfolgenden Figuren werden solche kompakten Ausführungsformen näher beschrieben.

So zeigt die 2a einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Leitungseinrichtung 7. Die äußere Begrenzung bildet ein kreisrundes Rohr 14, das von einer Trennwand 15 in zwei Segmente 8 und 9 unterteilt wird. An der Oberseite des Rohres 14 ist eine Einlaßöffnung 16 angeordnet, durch die von der Offenend-Spinnmaschine 1 abgesaugte Luft in Richtung des Pfeiles 17 in das erste Segment 8 strömt. Die Anschlußeinrichtungen, mit denen die zugehörigen Spinnstellen 2 an die Leitungseinrichtung 7 angeschlossen sind, können in zahlreichen bekannten Ausgestaltungen ausgeführt sein, weshalb an dieser Stelle auf eine weitergehende Darstellung oder Beschreibung verzichtet wird. Wegen der Trennwand 15 bleibt der durch das zweite Segment fließende Luftstrom von Störungen durch die über die Einlaßöffnungen 16 einströmenden Luftmengen vollkommen unberührt.

Der in 2b gezeigte Querschnitt der Leitungseinrichtung 7 stellt das zweite Segment 9 der Leitungseinrichtung 7 aus 2a an einer anderen Stelle dar. Wahlweise kann diese Schnittdarstellung näher an der Unterdruckquelle 4 liegen als die Schnittdarstellung aus 2a oder weiter davon entfernt. Die innerhalb des Rohres 14 liegende Trennwand 15 ist gegenüber den vorherigen Ausführungsformen in ihrer Lage unverändert beibehalten worden, könnte aber auch hinsichtlich ihrer Lage und Aufteilung des Strömungsquerschnitts auch anders verlaufen. Gut erkennbar dargestellt ist, daß das erste Segment 8 in diesem Bereich der Leitungseinrichtung 7 keine Einlaßöffnungen 16 besitzt. Statt dessen befinden sich nun am zweiten Segment 9 Einlaßöffnungen 16, durch die abgesaugte Luftmengen aus der anderen Sektion 11 eingesaugt werden. Wahlweise kann am Ende des ersten Segments 8 eine Stirnwand als Abschluß in das Rohr 14 eingesetzt sein. Eine noch einfachere Lösung besteht darin, das erste Segment 8 im Rohr 14 bis zum Ende des zweiten Segments 9 fortzuführen und beide zusammen durch einen gemeinsamen stirnseitig angeordneten Verschluß nach außen hin abzuschließen.

Die 3 zeigt noch eine andere Ausführungsform der Erfindung, bei der wiederum zunächst ein kreisrundes Rohr 14 durch eine vertikale Trennwand 15 unterteilt ist. Neben der vertikal angeordneten Trennwand 15 befindet sich hierbei zusätzlich eine horizontal angeordnete Trennwand 18 innerhalb des Rohres 14, die dieses in vier Segmente 8, 9, 19 und 20 unterteilen. Die gezeigte Ausführungsform, bei der die Luft über die Einlaßöffnung 16 in das erste Segment 8 einströmt, könnte beispielsweise in einem vorderen Bereich der Leitungseinrichtung 7 liegen. Die in den übrigen drei Segmenten 9, 19, 20 hindurch strömenden Luftmengen werden auch bei dieser Ausführungsform durch die in Einströmrichtung 13 in das erste Segment 8 einströmenden Luftmengen nicht beeinträchtigt. Im weiteren Verlauf kann die Leitungseinrichtung 7 dann so ausgelegt werden, daß beispielsweise ein nachfolgender Abschnitt bzw. eine nachfolgende Sektion der Offenend-Spinnmaschine 1 an das zweite Segment 9 angeschlossen wird und entsprechend weitere nachfolgende Abschnitte oder Sektionen an die Segmente 19 und 20. Die Montage der Trennwände 15 und 18 kann in vielfältiger Weise ausgeführt werden. Im Rohrleitungsbau sind hierzu zahlreiche Techniken bekannt. Eine Möglichkeit besteht beispielsweise darin, die Leitungseinrichtung 7 aus einem rohrförmigen Profilformstück oder einem Schlauch mit einem Einsatz herzustellen. Um die sich kreuzenden Trennwände 15 und 18 zu erzeugen kann beispielsweise ein Einsatz nachträglich in das Rohr 14 hineingeschoben werden.

In 4 ist eine weitere besonders einfache Ausführungsform der erfindungsgemäßen Leitungseinrichtung 7 dargestellt. Das Rohr 14 weist an seiner Oberseite eine Einlaßöffnung 16 auf, über die die abgesaugte Luft in ein erstes Segment 8 hinein gesaugt wird. Die horizontal angeordnete Trennwand 18 trennt hierbei das darunterliegende zweite Segment 9 gegenüber dem ersten Segment 8 ab. Wie schon bei den vorhergehenden Ausführungsformen beschrieben wurde, kann auch hier wieder das erste Segment 8 einen vorderen Abschnitt der Offenend-Spinnmaschine 1 mit Unterdruck versorgen, wohingegen das zweite Segment 9 einen davor oder dahinter liegenden Abschnitt versorgt.

Eine noch andere Ausführungsform der Erfindung zeigt die 5a. Die äußere Begrenzung der Leitungseinrichtung 7 wird wiederum von einem Rohr 14 gebildet. Eine Einlaßöffnung 16, die sich sowohl durch das Rohr 14 als auch ein erstes Segmentrohr 21 hindurch erstreckt, bildet die Verbindung zwischen dem ersten Segment 8 und den zu versorgenden Verbrauchern, wie beispielsweise einer der Spinnstellen 2. Die weiteren Segmente 9, 19 und 20 werden von den Segmentrohren 23, 22 und 24 gebildet.

Die gleiche Ausführungsform wird in 5b dargestellt, bei der sich die Schnittebene jedoch in Strömungsrichtung weiter stromaufwärts befindet. An dieser Stelle ist ein anderer Abschnitt, bzw. eine andere Sektion zu versorgen, als in der Darstellung in 5a. Die Versorgung dieses Bereiches der Offenend-Spinnmaschine 1 erfolgt über das zweite Segment 9. Das erste Segment 8 wird an dieser Stelle nicht mehr benötigt und daher auch nicht bis zu dieser Stelle weitergeführt. Über die sich sowohl durch das Rohr 14 als auch das Segmentrohr 23 erstreckende Einlaßöffnung 16 wird die Verbindung zu dem betreffenden Abschnitt bzw. der betreffenden Sektion oder Spinnstellen 2 hergestellt. Die Strömung in den Segmenten 19 und 20 verläuft an dieser Stelle vollkommen ungestört und damit verlustarm. Die gezeigte Ausführungsform ist besonders einfach und preiswert herzustellen, da sie lediglich die Anordnung von kleineren Rohrprofilen mit entsprechenden Einlaßöffnungen 16 innerhalb eines größeren Rohr 16 erfordert. Zudem können die einzelnen rohrförmig ausgebildeten Segmente 8, 9, 19, 20 wegen ihrer Flexibilität im Verlauf der Leitungseinrichtung 7 besonders einfach an einer Maschine verlegt werden unter gleichzeitiger Realisierung kleiner Richtungsänderungsgradienten.

In 6a ist schließlich eine weitere besondere Ausführungsform der Erfindung dargestellt, in der wiederum vier Segmentrohre 21, 22, 23, 24 innerhalb eines Rohres 14 der Leitungseinrichtung 7 angeordnet sind. Auch hierbei befindet sich an der Oberseite des Rohres 14 eine Einlaßöffnung 16. Bei der gezeigten Ausführungsform führt die Einlaßöffnung 16 diesmal aber nicht direkt in eines der Segmentrohre 21, 22, 23, 24, sondern lediglich in den Innenraum des Rohres 14. Von dort wird die Luft dann über Segmentrohröffnungen 25 in den Innenraum des ersten Segmentes 8 gesaugt. Im gesamten Innenraum des Rohres 14 herrscht damit ein gleichmäßiger Unterdruck.

6b zeigt die gleich Ausführungsform an einer weiter stromaufwärts liegenden Stelle. Diese Stelle versorgt über die an der gleichen Stelle wie zuvor angeordnete Einlaßöffnung 16 einen anderen Bereich der Maschine mit Unterdruck. Für diesen Maschinenbereich ist aber nunmehr das zweite Segment 9 als Unterdruckversorgung vorgesehen. Daher entfällt an dieser Stelle der Leitungseinrichtung 7 das erste Segmentrohr 21 und das Segmentrohr 23 weist nun die Segmentrohröffnung 25 auf, um die Luft aus dem Innenraum des Rohres 14 abzusaugen. Auch an dieser Stelle herrscht wieder im gesamten Innenbereich des Rohres 14 ein gleichmäßiger Unterdruck. Im weiteren Verlauf der Leitungseinrichtung 7 weisen dann nacheinander das Segmentrohr 22 und das Segmentrohr 24 Segmentrohröffnungen 25 auf, welche die Unterdruckversorgung gewährleisten. Vorteil dieser Ausführungsform ist eine besonders gleichmäßige Verteilung des Unterdruckes über die gesamte Länge der Leitungseinrichtung 7. Zudem befinden sich die Einlaßöffnungen stets an der gleichen Stelle, so daß an der gesamten Maschine einheitliche Anschlußelemente zum Anschluß der Spinnstellen 2 einsetzbar sind.

Es wird deutlich, daß die vorliegende Erfindung nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt ist. Es sind vielmehr zahlreiche Abwandlungen der Erfindung im Rahmen der Patentansprüche möglich, welche die gleichen vorteilhaften Wirkungen erzielen. So können beispielsweise anstelle der beschriebenen kreisförmigen Profilquerschnitte oder der Trennwände andere strömungstechnisch vorteilhafte Konturen zum Einsatz kommen. Insbesondere können die eingesetzten Konturen und Geometrien im Hinblick auf fertigungstechnische Kosten optimiert werden.


Anspruch[de]
  1. Spinnmaschine (1), insbesondere eine Offenend-Spinnmaschine, mit einer Vielzahl von Spinnstellen (2) und einer Einrichtung (4) zur Erzeugung eines Unterdrucks für den Betrieb der Spinnmaschine (1), sowie einer Leitungseinrichtung (7) zur Übertragung des Unterdrucks zu den Spinnstellen (2), dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungseinrichtung (7) in zumindest zwei voneinander strömungsdicht getrennte Segmente (8, 9) unterteilt ist.
  2. Spinnmaschine (1) nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß die getrennten Segmente (8, 9) an in Längsrichtung hintereinander liegende Abschnitte, Sektionen (10, 11) oder Spinnstellen (2) angeschlossen sind und diese mit Unterdruck versorgen.
  3. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungseinrichtung (7) in drei oder mehr Segmente (8, 9, 19, 20) unterteilt ist.
  4. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß aus den Abschnitten, Sektionen (8, 9) oder Spinnstellen (2) einmündende Luftführungen nur in jeweils ein zugeordnetes Segment (8, 9) führen.
  5. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Segmente (8, 9, 19, 20) weitestgehend parallel geführt sind.
  6. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Richtungs- und Querschnittsänderungen über den Längsverlauf der Leitungseinrichtung (7) nur mit kleinen Änderungsgradienten erfolgen.
  7. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungseinrichtung (7) aus einem Rohr (14) besteht, dessen Querschnitt durch eine oder mehrere Trennwände (15, 18) unterteilt ist.
  8. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitungseinrichtung (7) aus einer Kombination unterschiedlich langer Segmente (8, 9, 19, 20) besteht.
  9. Spinnmaschine (1) nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Segmente in wenigstens eine zentrale Unterdruckquelle einmünden.
  10. Spinnmaschine nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest ein Segmente (8, 9, 19, 20) ein Ventil (26) oder eine ähnlich wirkende Einrichtung aufweist, über die der Durchfluß bzw. das Druckniveau regelbar ist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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