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Dokumentenidentifikation DE102004017620A1 27.10.2005
Titel Ein fliegendes Hospital
Anmelder Karnath, Günther, 65510 Idstein, DE
DE-Anmeldedatum 10.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004017620
Offenlegungstag 27.10.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.10.2005
IPC-Hauptklasse B64B 1/22

Beschreibung[de]
I. Stand der Technik

Krankenhäuser für Verunglückte sind im Allgemeinen stationär. In Kriegsfällen hat man in Frontnähe auch Lazarettschiffe eingesetzt, die wie Krankenhäuser komplett eingerichtet waren.

Sie verfügten über:

Notaufnahmen

ambulante Behandlungsräume

Operationsräume

Quarantänestationen

Krankenzimmer

und Totenkammern

Im Allgemeinen genügten diese Einrichtungen für den normalen Bedarf und in Kriegsfällen hat man mit den Lazarettschiffen eine gewisse Mobilität, die allerdings an Gewässer gebunden ist. Es zeigt sich aber immer wieder die Notwendigkeit, auch mobile Krankenhäuser auf dem Festland einzusetzen. Wie zum Beispiel bei Erdbeben, Vulkanausbrüchen und großflächigen Brandkatastrophen. Hier sind die traditionellen Krankenhäuser oder Lazarette oftmals überfordert oder sie sind gar nicht in der Lage an den Orten zu helfen, wo es notwendig wäre. So zum Beispiel ist es schwierig, verletzte Menschen aus entlegenen Regionen zu bergen. Der Hubschrauber ist oft das einzige Krankentransportmittel, aber auch er kann nur eine beschränkte Zahl von Menschen bergen.

Es existieren auch mobile Hospitäler, die auf Lastwagenchassis montiert sind und über Straßen auf dem Lande bewegt werden können. Aber der Einsatz dieser fahrbaren Lazarette ist nur möglich, wenn die notwendigen Straßen vorhanden sind. Auch die Größenordnung ist beschränkt auf ca. 25 t pro Container.

Unsere neue Konstruktion schafft hier eine ganz entscheidende Abhilfe, nicht nur mit dem Abtransport von Verletzten, sondern das „fliegende" Krankenhaus ermöglicht schon während des Abfluges die medizinische Behandlung.

Das Hospital ist je nach Größe in einem Container eingebaut, der ca. 70 – 150 m lang ist, ca. 10 – 12 m breit und ca. 6 m hoch. Dieser Container wird am Luftschiff eingeklinkt und fest verriegelt.

Dieser Vorgang erfolgt durch Seilwinden, die am Luftschiffkiel eingebaut sind und die mit Hilfe von Drahtseilen das Luftschiff zu Boden ziehen. Unterstützt wird dieser Vorgang durch die Antriebsmotoren, die zu diesem Zweck um 90° nach unten gedreht werden.

Die Kielplatte des Luftschiffes, die vom Heck bis zum Bug reicht, überträgt die Last auf das Luftschiff. Am Kielboden, in der Mitte befindet sich eine Öffnungsmöglichkeit, die mit einer Treppe den Container mit dem Luftschiffboden verbindet. Auf dem Kiel im Inneren des Luftschiffes ist die Ablage der operativ oder ambulant zu behandelnten Patienten möglich. Hier können bis zu 240 Betten aufgestellt werden. Die Verbindungsöffnung zwischen Container und Luftschiff hat neben den Treppen auch einen Aufzug, der Patienten auf Tragbahren nach oben zieht. Durch diese Konstruktion können bis zu 300 Patienten empfangen werden, ambulant vorbereitet und klinisch behandelt werden; sofort nach der Einlieferung. Dann können sie im Luftschiff in Betten auf dem Kielboden wie in einem Krankenhaus unter ständiger ärztlicher Beobachtung betreut und verpflegt werden.

Der Charakter der Konstruktion macht es möglich, auch in den entlegenen Orten Patienten in großer Zahl aufzunehmen und im Eiltempo zu versorgen und eventuell zu Spezialkliniken zu bringen.

Der Innenlift, der Klinik und Luftschiff verbindet, wird in einem Aufzugsschacht vom Containerboden bzw. bis in den Luftschiffboden geführt. Die Liftschienen haben Verriegelungsbolzen, die Container und Luftschiff absolut sicher verriegeln. Das Gleiche vollzieht sich an den Containerecken, auch dort wird der Container mit dem Luftschiffboden durch Bolzen verriegelt, die nur zu öffnen sind, wenn der Container das Luftschiff nicht mehr belastet, also, wenn der Klinik-Container am Boden steht.

Der Innenlift ist so gestellt, daß er auch am Containerboden nach unten mit einer Rettungskabine abgelassen werden kann, um Menschen von brennenden Hochhäusern, von Schiffen in Seenot und bei Flächenbränden zu bergen.

1Luftschiffkörper 2 3Fenster 4Stahltrosse 5Liftmotorgetriebe 6Stahltrosse 7 8 9 10Verriegelungskupplung 11Kielplatte 12Mannschaftsräume 13Schachtriegel 14Aufzugsschacht II 15Aufzugsschacht I 16Schachtgehäuse 17Seilwinde 18Luftschiffführerkabine 19Rettungskabine 20Aufzugskabine 21Containerobergeschoss 22Containeruntergeschoss 23Intenivstation 24OP-Raum 25Warteraum 26Ambulanz 27Kantine 28Küche 29Schlafräume 30Flur-Durchgang

Anspruch[de]
  1. Luftschiff als fliegende Klinik dadurch gekennzeichnet, daß ambulante Räume, Operationsräume, Intentivstationen, Küchen und Restaurationsräume in einem Großcontainer zusammengefaßt sind, der für den Transport zum Einsatzort mit dem Luftschiff verbunden wird und der vor Ort vom Luftschiff getrennt abgesetzt werden kann,
  2. Dieser abkoppelbare Luftschiff-Container wird über Seilwinden und einem Liftschacht mit dem Luftschiffrumpf verbunden, zugleich wird dann die Verbindung Luftschiff/Container öffnungssicher verriegelt.
  3. Fliegendes Hospital nach § 1 und § 2 dadurch gekennzeichnet, daß eine oder mehrere Verbindungsöffnungen zwischen Container und Luftschiffrumpf bestehen, die den Transport von Patienten in den Hospitalraum am Boden des Luftschiffes erlauben.
  4. Fliegendes Hospital nach § 1 und § 2 dadurch gekennzeichnet, daß die Verriegelungseinrichtung doppelt gesichert ist und unter Belastung nicht zu öffnen ist.
  5. Luftschiff nach § 1 – 3 dadurch gekennzeichnet, daß der Kielraum des Luftschiffes als Krankenraum mit Betten und Personalräumen ausgerüstet ist.
  6. Hospital-Container der am unteren Teil des Hospitals mit Pontons ausgerüstet ist, der auch das Absetzen im Wasser ermöglicht.
  7. Luftschiff-Hospital nach § 1 – 5 dadurch gekennzeichnet, daß der Innenlift seine Transportkabine auch nach unten durch eine Bodenöffnung am Container ablassen kann und Seilwinden, die diese Rettungskabine bis zu 150 m vom Luftschiff nach unten absenken können.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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