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Druckmaschine - Dokument DE102005015868A1
 
PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102005015868A1 27.10.2005
Titel Druckmaschine
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Heppenstiel, Gerhard, 69245 Bammental, DE;
Luckhardt, Ulrich, 69115 Heidelberg, DE;
Zuber, Mathias, 74921 Helmstadt-Bargen, DE
DE-Anmeldedatum 07.04.2005
DE-Aktenzeichen 102005015868
Offenlegungstag 27.10.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 27.10.2005
IPC-Hauptklasse B41F 31/26
IPC-Nebenklasse B41F 31/30   
Zusammenfassung Eine Druckmaschine umfasst eine Reibwalze, eine Changierwalze (Auftragswalze 4), die eine Walzenachse (6) und einen Walzenballen (18) aufweist, und eine Schalteinrichtung (Pneumatikzylinder 29) zum wahlweise in einem ersten Betriebsmodus erfolgenden Freigeben und in einem zweiten Betriebsmodus erfolgenden Blockieren einer von der Reibwalze frikativ angetriebenen Changierbewegung (23) des Walzenballens (18).
Die Schalteinrichtung ist von der Walzenachse (6) separat angeordnet und die Walzenachse (6) ist relativ zu der Schalteinrichtung verstellbar gelagert.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Druckmaschine, umfassend eine Reibwalze, eine Changierwalze, die eine Walzenachse und einen Walzenballen aufweist, und eine Schalteinrichtung zum wahlweise in einem ersten Betriebsmodus erfolgenden Freigeben und in einem zweiten Betriebsmodus erfolgenden Blockieren einer von der Reibwalze frikativ angetriebenen Changierbewegung des Walzenballens, nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Eine solche Druckmaschine ist in EP 0 418 778 B1 beschrieben. Gemäß diesem Stand der Technik ist die Schalteinrichtung auf der Walzenachse angeordnet und wird bei Verstellungen der Walzenachse die darauf sitzende Schalteinrichtung zusammen mit der Walzenachse verstellt. Besagte Verstellungen der Walzenachse dienen einem An- und Abstellen der Changierwalze, welche als Auftragwalze fungiert, an einen und von einem Formzylinder. Die Changierwalze ist über Walzenschlösser in Lagerhebeln gelagert, die zum An- und Abstellen geschwenkt werden und ein der Walzenverstellung dienendes Hilfsgestell bilden. Es ist anzunehmen, dass dieses Hilfsgestell drehgelenkig mit einem Hauptgestell der Druckmaschine verbunden ist. Eine imaginäre Mittelachse der Schalteinrichtung und die Walzenachse sind fluchtend bzw. koaxial miteinander ausgerichtet.

Ungünstig an der Anordnung der Schalteinrichtung auf der Walzenachse ist, dass beim Blockieren des Walzenballens nur das zwischen dem Walzenballen und der Walzenachse vorhandene axiale Bewegungsspiel, welches für die Changierbewegung erforderlich ist, beseitigt wird. Das zwischen der Walzenachse und dem Hilfsgestell (Lagerhebel) vorhandene axiale Bewegungsspiel und das zwischen dem Hilfsgestell und dem Hauptgestell vorhandene axiale Bewegungsspiel, welches zum ohne Verklemmen erfolgenden Schwenken des Hilfsgestells relativ zum Hauptgestell erforderlich ist, wird durch die Schalteinrichtung beim Blockierendes Walzenballens nicht eliminiert. Dieses Bewegungsspiel zwischen der Walzenachse und dem Hilfsgestell sowie zwischen letzterem und dem Hauptgestell ermöglicht unerwünschterweise der Reibwalze, die Changierwalze im zweiten Betriebsmodus axial mitzuschleppen. Die bei durch die Schalteinrichtung blockierten Walzenballen von letzterem aufgrund des nicht beseitigten Bewegungsspieles ausgeführten axialen Minimalschwingungen sind trotz ihrer geringen Amplitude groß genug, um Druckstörungen hervorzurufen.

Das Problem der Minimalschwingungen ist auch nicht in dem weiteren Stand der Technik gemäß DE 101 18 132 A1, EP 0 267 504 B1 und EP 0 668 163 B1 gelöst.

Deshalb ist es die Aufgabe der Erfindung, die Minimalschwingungen des Walzenballens bei einer Druckmaschine der eingangs genannten Gattung zu unterbinden.

Diese Aufgabe wird durch eine Druckmaschine mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Die erfindungsgemäße Druckmaschine, umfassend eine Reibwalze, eine Changierwalze, die eine Walzenachse und einen Walzenballen aufweist, und eine Schalteinrichtung zum wahlweise in einem ersten Betriebsmodus erfolgenden Freigeben und in einem zweiten Betriebsmodus erfolgenden Blockieren einer von der Reibwalze frikativ angetriebenen Changierbewegung des Walzenballens, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinrichtung von der Walzenachse separat angeordnet und die Walzenachse relativ zu der Schalteinrichtung verstellbar gelagert ist.

Bei der erfindungsgemäßen Druckmaschine ist nicht nur das axiale Bewegungsspiel zwischen dem Walzenballen und der Walzenachse, sondern darüber hinaus auch das axiale Bewegungsspiel zwischen dem Walzenballen und dem Hilfsgestell, welches der Verstellung der Walzenachse relativ zur Schalteinrichtung dient, sowie das axiale Bewegungsspiel zwischen diesem Hilfsgestell und dem Hauptgestell beim Blockieren des Walzenballens eliminierbar. Die unerwünschten Minimalschwingungen des Walzenballens im zweiten Betriebmodus treten nicht mehr auf und die aus den Minimalschwingungen ansonsten resultierenden Druckstörungen werden vermieden.

Es sind verschiedene Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Druckmaschine möglich: Gemäß einer Weiterbildung ist die Schalteinrichtung eine Schaltfeder, durch welche in dem zweiten Betriebsmodus der Walzenballen axial belastet und gegen eine Anschlagfläche gespannt ist.

Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist die Schalteinrichtung an einer Seitenwand befestigt und die Walzenachse in einem Lagerhebel gelagert, der über mindestens ein Drehlager mit der Seitenwand verbunden is.

Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist der Walzenballen durch die Schaltfeder über ein Sperrelement belastet, das in dem Lagerhebel beweglich gelagert ist. Das Sperrelement kann ein Sperrstößel sein.

Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist der Walzenballen durch die Schaltfeder über ein Axiallager belastet. Dabei kann der Walzenballen über ein weiteres Axiallager gegen die Anschlagfläche gespannt sein.

Eine weitere Weiterbildung hat zum Inhalt, dass die Schaltfeder ein Pneumatikzylinder ist, welcher durch eine Druckluftbeaufschlagung schaltbar ist und der in dem zweiten Betriebsmodus als eine Luftfeder wirkt. Das kann erreicht werden, indem in dem zweiten Betriebsmodus die Druckluftbeaufschlagung aufrecht erhalten ist und trotzdem dabei ein Kolben des Pneumatikzylinders einen Endlageanschlag nicht erreicht.

Gemäß einer weiteren Weiterbildung ist die Changierwalze eine Auftragwalze, die mit einem Formzylinder in Abrollkontakt steht.

Eine weitere Weiterbildung beinhaltet, dass eine imaginäre Mittelachse der Schalteinrichtung und die Walzenachse zueinander im Wesentlichen parallel ausgerichtet sind. Dabei kann die imaginäre Mittelachse durch eine Kolbenstange bestimmt sein.

Weitere funktionell und konstruktiv vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels und der dazugehörigen Zeichnung.

In dieser zeigt:

1 eine Druckmaschine,

2 einen ersten Betriebsmodus der Druckmaschine, und

3 einen zweiten Betriebsmodus der Druckmaschine.

Eine Druckmaschine 1 für den lithographischen Offsetdruck umfasst einen Formzylinder 2 und zu dessen Einfärbung ein Farbwerk 3 mit einer Auftragwalze 4 und einer Reibwalze 5. Eine Rotationsbewegung der Reibwalze 5 ist über ein (zeichnerisch nicht dargestelltes) Zahnradgetriebe formschlüssig angetrieben. Eine axiale Changierbewegung der Reibwalze 5 ist über ein (zeichnerisch nicht dargestelltes) Kurvengetriebe formschlüssig angetrieben. Sowohl eine Rotationsbewegung der Auftragwalze 4 als auch eine axiale Changierbewegung der Auftragwalze 4 werden über deren Umfangsoberflächenkontakt mit der Reibwalze 5 von letzterer frikativ angetrieben.

Die Auftragwalze 4 umfasst eine Walzenachse 6, die an ihren Achsenden über Drehlager 7 in ersten und zweiten Lagerhebeln 8, 9 gelagert ist. Die Drehlager 7 sind Wälzlager. Die ersten und zweiten Lagerhebel 8, 9 sind über weitere Drehlager 10 mit dritten und vierten Lagerhebeln 11, 12 gelenkig verbunden. Die dritten und vierten Lagerhebel 11, 12 sind über noch weitere Drehlager 13 mit einer ersten Seitenwand 14 auf der sogenannten Antriebsseite der Druckmaschine 1 und mit einer zweiten Seitenwand 15 auf der sogenannten Bedienungsseite gelenkig verbunden. Die noch weiteren Drehlager 13 sind, wie auch die weiteren Drehlager 10, als Gleitlager ausgebildet.

In den ersten und zweiten Seitenwänden 14, 15 sitzen Lagerbuchsen 16, in denen die Reibwalze 5 drehbar gelagert ist, die in den 2 und 3 aus Gründen einer besseren Übersichtlichkeit zeichnerisch nicht dargestellt ist. Die Lagerbuchsen 16, auf denen die dritten und vierten Lagerhebel 11, 12 drehbar sitzen, bilden Zapfen der noch weiteren Drehlager 13. Beim An- und Abstellen der Auftragwalze 4 an den und von dem Formzylinder 2 werden die dritten und vierten Lagerhebel 11, 12 um die noch weiteren Drehlager 13 geschwenkt. Die ersten und zweiten Lagerhebel 8, 9 werden um die weiteren Drehlager 10 geschwenkt, um die bei an den Formzylinder 2 angestellter Auftragwalze 4 zwischen letzterer und dem Formzylinder 2 bestehende Umfangspressung zu justieren. Die ersten und zweiten Seitenwände 14, 15 sind über der Stabilisierung dienende Traversen 17 miteinander verbunden und bilden zusammen mit letzteren ein Maschinengestell.

Die Auftragwalze 4 umfasst außer der Walzenachse 6 auch einen hülsenförmigen Walzenballen 18 mit einem gummielastischen Walzenbezug 19, wobei der Walzenballen 18 über eine sogenannte Welle-Nabe-Verbindung 20 drehfest mit der Walzenachse 6 verbunden ist. Die Welle-Nabe-Verbindung 20 ist eine Passfederverbindung. Der Walzenballen 18 sitzt per Presssitz fest auf Zwischenbuchsen 21, in denen ebenfalls per Presssitz Gleitbuchsen 22 festsitzen, die bei der axialen Changierbewegung 23 des Walzenballens 18 relativ zur Walzenachse 6 auf letzterer gleiten. Die Passfeder-Nut der Welle-Nabe-Verbindung 20 hat zu deren Passfeder einen axialen Überstand, der für die Changierbewegung 23 lang genug ist. Bei der Changierbewegung 23 gleitet die Passfeder in der Passfeder-Nut hin und her. Der Walzenballen 18 ist endseitig mit einer ersten Kontaktbuchse 24 und einer zweiten Kontaktbuchse 25 ausgestattet, wobei die ersten und zweiten Kontaktbuchsen 24, 25 im Laufe der Changierbewegung 23 abwechselnd an Anschlagflächen 26 anschlagen und dadurch die Changierweite 36 der Changierbewegung 23 begrenzen. Die Anschlagflächen 26 können an den ersten und zweiten Lagerhebeln 8, 9, was bevorzugt wird, oder an den darin eingesetzten Drehlagern 7 in Form von Planflächen ausgebildet sein.

Jeweils ein Axiallager 27 ist zwischen der ersten Kontaktbuchse 24 und der ihr zugeordneten Zwischenbuchse 21 sowie zwischen der zweiten Kontaktbuchse 25 und der anderen Zwischenbuchse 21 angeordnet. Die Axiallager 27 sind als zweireihige Wälzlager ausgebildet und sitzen auf Absätzen der ersten und zweiten Kontaktbuchsen 24, 25.

An der zweiten Seitenwand 15 ist außen über eine Konsole 28 ein Pneumatikzylinder 29 befestigt. Der Pneumatikzylinder 29 hat eine Kolbenstange 30, die im gezeigten Ausführungsbeispiel aus zwei hintereinander angeordneten Stangenstücken 30.1, 30.2 besteht und stattdessen auch aus einem einzigen Stück bestehen könnte. Die Kolbenstange 30 ist in eine Durchgangsöffnung 31 eingesteckt, welche durch die zweite Seitenwand 15 gebohrt ist. Ein Sperrstößel 32 sitzt verschiebbar in dem zweiten Lagerhebel 9 und wird durch eine schraubenförmige Rückstellfeder 33 in permanenter Anlage an der Kolbenstange 30 gehalten. Die Rückstellfeder 33 ist auf den bolzenförmigen Sperrstößel 32 aufgesteckt und zwischen dessen an der Kolbenstange 30 anliegendem Stößelkopf und dem zweiten Lagerhebel 9 unter Vorspannung gehalten.

Beim Abstellen der Auftragwalze 4 vom Formzylinder 2 wird der zweite Lagerhebel 9 zusammen mit dem vierten Lagerhebel 12 um dessen Drehlager 13 geschwenkt. Damit der Sperrstößel 32 die der Walzenabstellung dienende Schwenkbewegung nicht behindert, wird der Sperrstößel 32 vom dementsprechend angesteuerten Pneumatikzylinder 29 gegen die Wirkung der Rückstellfeder 33 aus der Durchgangsöffnung 31 herausgeschoben. Die Kolbenstange 30 hat ein planes Stangenende 34, an welchem der Sperrstößel 32 anliegt. Während besagter Schwenkbewegung zum Walzenabstellen ragt das Stangenende 34 aus der Durchgangsöffnung 31 ein wenig heraus und wird der zweite Lagerhebel 9 mit dem Sperrstößel 32 in nur so geringem Maße verschwenkt, dass der Sperrstößel 32 nur in geringfügigem Maße außer Flucht mit der Kolbenstange 30 gelangt. Dabei erfolgt eine Verschiebung des Kopfes des Sperrstößels 32 auf dem Stangenende 34, bei welcher Verschiebung die aneinander anliegenden Planflächen des Sperrstößels 32 und des Stangenendes 34 aber nicht vollständig außer Überdeckung gelangen.

Um ein Blockieren der Schwenkbewegung des vierten Lagerhebels 12 durch das in zuvor erläuterter Situation aus der zweiten Seitenwand 15 herausragende Stangenende 34 zu verhindern, ist im vierten Lagerhebel 12 eine Ausnehmung 35 eingebracht, deren Durchmesser größer als jener der Kolbenstange 30 ist, so dass der für die Schwenkbewegung des vierten Lagerhebels 12 notwendige Bewegungsraum zwischen dem vierten Lagerhebel 12 und das in letzteren hineinragende Stangenende 34 gegeben ist. Durch diese Ausnehmung 35 hindurch erstreckt sich bei an dem Formzylinder 2 angestellter Auftragwalze 4, also in den in den 2 und 3 dargestellten Betriebsmodi, der Sperrstößel 32.

Nachfolgend wird die Funktionsweise der Schaltvorrichtung zum Ein- und Abschalten der Changierbewegung 23 erläutert:

In 2 ist der Betriebsmodus gezeigt, in welchem die Changierbewegung 23 von dem Sperrstößel 32 freigegeben ist. Die an dem Walzenballen 18 anliegende Reibwalze 5 schleppt im Laufe ihrer axialen Hin- und Herbewegung den Walzenballen 18 entlang der Walzenachse 6 mit. Die Amplitude der axialen Schwingung der Reibwalze 5 ist geringfügig größer als die Amplitude der axialen Schwingung des mitgeschleppten Walzenballens 18, so dass sich die Reibwalze 5 in geringem Maße über die von den Anschlagflächen 26 bestimmten Totpunkte der axialen Schwingung des Walzenballens 18 hinaus bewegt. Ein zwischen den beiden einander zugewandten Anschlagflächen 26 bestehender Abstand ist um das Maß der Changierweite (doppelte Schwingungsamplitude) 36 des Walzenballens 18 größer als ein zwischen den beiden voneinander abgewandten Planflächen der ersten und zweiten Kontaktbuchsen 24, 25 bestehender Abstand. Um die Changierbewegung 23 freizugeben, ist die Druckluftbeaufschlagung des Pneumatikzylinders 29 abgeschaltet, so dass dessen Kolbenstange 30 eingezogen ist und die Rückstellfeder 33 den Sperrstößel 32 in seiner in den zweiten Lagerhebel 9 eingezogenen Freigabestellung hält, wie dies in 2 illustriert ist. Die Kolbenstange 30 ist entlang einer Mittelachse 40 des Pneumatikzylinders 29 in letzterem verschiebbar gelagert.

In 3 ist der Betriebsmodus gezeigt, in welchem die Changierbewegung des Walzenballens 18 durch den Sperrstößel 32 blockiert ist, so dass sich die Reibwalze 5 axial bewegt, ohne dabei den Walzenballen 18 mitschleppen zu können. Zum Blockieren der Changierbewegung 23 ist ein Kolben 37 des Pneumatikzylinders 29 mit Druckluft beaufschlagt und zusammen mit der Kolbenstange 30 ausgefahren, so dass die Kolbenstange 30 den Sperrstößel 32 unter erhöhter Spannung der Rückstellfeder 33 gegen die zweite Kontaktbuchse 25 presst, so dass infolgedessen die erste Kontaktbuchse 24 gegen die antriebsseitige Anschlagfläche 26 gepresst wird, so wie dies in 3 illustriert ist.

Dabei fließt die vom Pneumatikzylinder auf den Sperrstößel 32 ausgeübte Kraft in nachfolgend genannter Reihenfolge über die zweite Kontaktbuchse 25, das auf dieser sitzende Axiallager 27, die bedienungsseitige Zwischenbuchse 21, den Walzenballen 18, die antriebsseitige Zwischenbuchse 21, das antriebsseitige Axiallager 27, die erste Kontaktbuchse 24, (gegebenenfalls indirekt über das antriebsseitige Drehlager 7) auf den ersten Lagerhebel 8, so dass letzterer gegen den dritten Lagerhebel 11 gepresst wird und der dritte Lagerhebel 11 gegen die erste Seitenwand 14 gepresst wird. Ob der Kraftfluss von der ersten Kontaktbuchse 24 direkt auf den ersten Lagerhebel 8 oder stattdessen über das im ersten Lagerhebel 8 sitzende Drehlager 7 indirekt auf den ersten Lagerhebel 8 übertragen wird, hängt davon ab, ob sich die antriebsseitige Anschlagfläche 26 am ersten Lagerhebel 8 oder am Drehlager 7 befindet.

Entscheidend ist, dass beim Blockieren des Walzenballens 18 der Pneumatikzylinder 29 als eine Gasdruckfeder bzw. Luftfeder wirkt, was durch eine entsprechende Dimensionierung der am Kraftfluss beteiligten Bauelemente sichergestellt ist. Die Bauelemente sind derart dimensioniert, dass bei anhaltender Druckluftbeaufschlagung des Pneumatikzylinders 29 und von letzterem in der Sperrstellung (vgl. 3) gehaltenem Sperrstößel 32 die Kolbenstange 30 noch nicht vollständig ausgefahren ist, so dass der Kolben 37 einen ansonsten das vollständige Ausfahren der Kolbenstange 30 begrenzenden Endlageanschlag 38 des Pneumatikzylinders 29 noch nicht erreicht hat. Die Druckluftbeaufschlagung und der Endlageanschlag 38 befinden sich auf entgegengesetzten Seiten relativ zum Kolben 37. Der Pneumatikzylinder 29 fungiert also als ein federelastisch wirkendes Schaltelement, welches über erläuterten Kraftfluss während der Walzenblockade ein axiales Lagerspiel der antriebsseitigen Drehlager 10 und 13 eliminiert.

Besagtes Lagerspiel ist zum verklemmungsfreien Schwenken des ersten Lagerhebels 8 und des dritten Lagerhebels 11 erforderlich und zeigt sich bei abgeschalteter Axialblockierung der Auftragwalze 4 in Form von minimalen Bewegungsspalten zwischen dem ersten Lagerhebel 8 und dem dritten Lagerhebel 11 sowie zwischen letzteren und der ersten Seitenwand 14, wie dies in 2 mittels der entsprechenden Bezugszeichen "39" schematisch angedeutet ist.

Der Erfindung liegt folgende Erkenntnis zugrunde: Das axiale Lagerspiel bzw. die Bewegungsspalte 39 würden ihrer Größe entsprechende axiale Minimalschwingungen des Walzenballens 18 gestatten, falls der Pneumatikzylinder 29 beim Blockieren des Walzenballens 18 voll ausgefahren wäre, so dass der Kolben 37 dabei am Endanschlag 38 anliegen würde und der Pneumatikzylinder 29 infolgedessen nicht mehr federelastisch bzw. als Luftfeder wirken würde. Des Weiteren hat sich in Versuchen gezeigt, dass besagte axiale Minimalschwingungen, auch wenn deren Changierweite nur 0,5 mm bis 1,0 mm beträgt, durchaus Druckstörungen hervorrufen könnten. Die Druckstörungen würden sich in Form von verstärkter Streifenbildung im Druckbild und in unerwünschter Farbannahme von farbfrei zu haltenden Stellen der auf dem Formzylinder 2 befindlichen Flachdruck-Druckform, einem sogenannten Tonen, zeigen. Davon ausgehend ist es erkannt worden, dass es zur Vermeidung der Minimalschwingungen erforderlich ist, während der axialen Walzenblockade nicht nur die Auftragwalze 4 mit ihrer der Walzenan- und -abstellung dienenden Stelleinrichtung (Hilfsgestell), zu welcher der erste Lagerhebel 8 und der dritte Lagerhebel 11 gehören, federelastisch zu verspannen, sondern auch diese Stelleinrichtung in sich selbst und mit der ersten Seitenwand 14 federelastisch zu verspannen, so dass die Bewegungsspalten 39 praktisch nicht mehr vorhanden sind und infolgedessen die changierende Reibwalze 5 der Stelleinrichtung und der Auftragwalze 4 nicht mehr die Minimalschwingungen aufzwingen kann.

Zu besagter federelastischer Verspannung wird der Pneumatikzylinder 29 verwendet und könnte stattdessen auch ein Hydraulikzylinder, auf dessen Kolbenstangenende eine schraubenförmige Druckfeder sitzt, die bei der Walzenblockade zwischen dem Kopf des Sperrstößels 32 und dem Kolbenstangenende unter Vorspannung gehalten ist, verwendet werden, wobei diese Druckfeder viel stärker bzw. steifer als die Rückstellfeder 33 sein müsste. Allgemein gesagt, ist für besagte federelastische Verspannung eine Schaltfeder, also eine wahlweise in zwei Stellungen (Sperrstellung, Freigabestellung) schaltbare Feder erforderlich. Diese Schaltfeder ist – gegebenenfalls indirekt über ein oder mehrere Zwischenelemente, wie z. B. den Sperrstößel 32 – mit ihrem einen Federende gegen die Auftragwalze vorgespannt und mit ihrem anderen Federende – gegebenenfalls über ein oder mehrere Zwischenelemente, wie z. B. die Konsole 28 – gegen das Maschinengestell bzw. dessen Seitenwand 15 vorgespannt. Mit dem diese Seitenwand 15 umfassenden Maschinengestell ist das sogenannte Hauptgestell gemeint und nicht ein von den Lagerhebeln 8, 9, 11, 12 gebildetes Hilfs- oder Bewegungsgestell.

Die Schaltfeder zwischen besagtem Hilfs- oder Bewegungsgestell und der Auftragwalze 4 abzustützen und unter Vorspannung zu halten, würde nämlich nicht zum technischen Erfolg, der Elimination des zwischen dem Hilfs- oder Bewegungsgestell und dem Hauptgestell vorhandenen Bewegungsspiels, führen.

Gemäß einer zeichnerisch nicht dargestellten Modifikation kann anstelle des Sperrstößels 32 auch ein anderes Sperrelement, wie z. B. ein Sperrexzenter, verwendet werden.

1Druckmaschine 2Formzylinder 3Farbwerk 4Auftragwalze 5Reibwalze 6Walzenachse 7Drehlager 8erster Lagerhebel 9zweiter Lagerhebel 10Drehlager 11dritter Lagerhebel 12vierter Lagerhebel 13Drehlager 14erste Seitenwand 15zweite Seitenwand 16Lagerbuchse 17Traverse 18Walzenballen 19Walzenaufzug 20Welle-Nabe-Verbindung 21Zwischenbuchse 22Gleitbuchse 23Changierbewegung 24erste Kontaktbuchse 25zweite Kontaktbuchse 26Anschlagfläche 27Axiallager 28Konsole 29Pneumatikzylinder 30Kolbenstange 30.1Stangenstück 30.2Stangenstück 31Durchgangsöffnung 32Sperrstößel 33Rückstellfeder 34Stangenende 35Ausnehmung 36Changierweite 37Kolben 38Endlageanschlag 39Bewegungsspalt 40Mittelachse

Anspruch[de]
  1. Druckmaschine (1), umfassend eine Reibwalze (5), eine Changierwalze, die eine Walzenachse (6) und einen Walzenballen (18) aufweist, und eine Schalteinrichtung zum wahlweise in einem ersten Betriebsmodus erfolgenden Freigeben und in einem zweiten Betriebsmodus erfolgenden Blockieren einer von der Reibwalze (5) frikativ angetriebenen Changierbewegung (23) des Walzenballens (18), dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinrichtung von der Walzenachse (6) separat angeordnet und die Walzenachse (6) relativ zu der Schalteinrichtung verstellbar gelagert ist.
  2. Druckmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinrichtung eine Schaltfeder ist, durch welche in dem zweiten Betriebsmodus der Walzenballen (18) axial belastet und gegen eine Anschlagfläche (26) gespannt ist.
  3. Druckmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Schalteinrichtung an einer Seitenwand (15) befestigt und die Walzenachse (6) in einem Lagerhebel (9) gelagert ist, der über mindestens ein Drehlager (10, 13) mit der Seitenwand (15) verbunden ist.
  4. Druckmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenballen (18) durch die Schaltfeder über ein Sperrelement belastet ist, das in dem Lagerhebel (9) beweglich gelagert ist.
  5. Druckmaschine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Sperrelement ein Sperrstößel (32) ist.
  6. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenballen (18) durch die Schaltfeder über ein Axiallager (27) belastet ist.
  7. Druckmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Walzenballen (18) über ein weiteres Axiallager (27) gegen die Anschlagfläche (26) gespannt ist.
  8. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 2 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltfeder ein Pneumatikzylinder (29) ist, welcher durch eine Druckluftbeaufschlagung schaltbar ist und der in dem zweiten Betriebsmodus als eine Luftfeder wirkt.
  9. Druckmaschine nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Betriebsmodus die Druckluftbeaufschlagung aufrechterhalten ist und trotzdem dabei ein Kolben (37) des Pneumatikzylinders einen Endlageanschlag (38) nicht erreicht.
  10. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Changierwalze eine Auftragwalze (4) ist, die mit einem Formzylinder (2) in Abrollkontakt steht.
  11. Druckmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass eine imaginäre Mittelachse (40) der Schalteinrichtung und die Walzenachse (6) zueinander im Wesentlichen parallel ausgerichtet sind.
  12. Druckmaschine nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die imaginäre Mittelachse (40) durch eine Kolbenstange (30) bestimmt ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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