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Dokumentenidentifikation DE202005010171U1 27.10.2005
Titel Retraktionsfaden
Anmelder Pfaff GmbH System Innovation Spritzgießtechnik, 79183 Waldkirch, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwaltssozietät Maucher, Börjes & Kollegen, 79102 Freiburg
DE-Aktenzeichen 202005010171
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 27.10.2005
Registration date 22.09.2005
Application date from patent application 29.06.2005
IPC-Hauptklasse A61C 9/00
IPC-Nebenklasse A61K 6/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Retraktionsfaden zur zeitweiligen Sulkuserweiterung im Gingiva-Bereich bei der Herstellung von Zahnabdrücken.

Derartige, bekannte Retraktionsfäden werden im Gingiva-Bereich eingesetzt und dienen dazu, das Zahnfleisch vorübergehend vom präparierten Zahnstumpf zu beabstanden. Dies ist erforderlich, um einen Abdruck von dem Zahnstumpf machen zu können, der auch den Bereich mit umfasst, der sonst ein Stück weit vom Zahnfleisch überlappt wird.

Bisherige Praxis ist es, Retraktionsfäden einzusetzen, deren Durchmesser etwa dem angestrebten Abstand zwischen Zahnfleisch und Zahnstumpf entspricht. Es werden unterschiedlich dicke Retraktionsfäden eingesetzt, deren Dicke davon abhängt, wie das Zahnfleisch beschaffen ist. Zum Teil ist es erforderlich, etwas dickere Fäden einzusetzen, da das Zahnfleisch so beweglich ist, dass es bei einem dünneren Faden diesen praktisch überlappen würde und der angestrebte Beabstandungs-Effekt nicht eintreten würde. Der Faden wird um den Zahn beziehungsweise den Zahnstumpf herumgelegt und mit einem Spatel dann in den Zwischenraum eingedrückt. Es ist dabei nicht auszuschließen, dass es auch zu Verletzungen und/oder zu Blutungen des Zahnfleisches kommen kann. Außerdem ist dies für den Patienten unangenehm.

Das bei Verletzungen austretende und in dem Sulkus stehende Blut würde eine genaue Abformung von dem Zahnstumpf behindern. Bei der Behandlung mit Retraktionsfäden wird in der Regel nach dem Einlegen der Fäden solange gewartet, bis eine eventuell aufgetretene Blutung gestillt ist bzw. aufhört. Dies kann ohne den Einsatz von blutstillenden Mitteln wie Adrenalin oder anderen Hämostatika einige Minuten, aber auch bis zu einer halben Stunde dauern. Bei stärkeren Blutungen müsste ein Provisorium aufgesetzt und der Abdruck dann erst in einer zweiten Sitzung vorgenommen werden. Dies ist aufwändig, umständlich und entsprechend kostenintensiv.

Anstatt Retraktionsfäden einzusetzen, ist es auch schon bekannt, expandierenden Silikonschaum zur Retraktion in den Gingiva-Bereich einzuspritzen, der dann mit Hilfe eines Kompressionshütchens in dem Zwischenraum zwischen Zahn und Zahnfleisch gehalten wird, dort expandiert und das Zahnfleisch etwas beiseite drückt. Nach dem Aushärten wird der Silikonschaum entfernt, sodass der Abdruck bei beabstandeten Zahnfleisch angefertigt werden kann. Dieses Verfahren ist vergleichsweise aufwändig.

Es besteht daher die Aufgabe, einen Retraktionsfaden zu schaffen, der einfacher handhabbar ist, bei welchem das Verletzungsrisiko beim Einbringen zwischen Zahn und Zahnfleisch zumindest verringert und eine für den Patienten schonendere und schnellere Behandlung möglich ist.

Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung insbesondere vor, dass der Retraktionsfaden aus Memory-Material besteht und dass der Durchmesser des Retraktionsfadens durch Erwärmung auf Körpertemperatur vergrößerbar ist. Dabei wird der Retraktionsfaden in den Zwischenraum zwischen Zahn und Zahnfleisch eingebracht, wobei ein im Ausgangszustand vergleichsweise dünner Retraktionsfaden verwendet werden kann, sodass das Einsetzen unkompliziert und zeitsparend möglich ist. Das Einsetzen, also das Herumlegen des Retraktionsfaden um den Zahn und das anschließende Eindrücken in den Zwischenraum zwischen Zahn und Zahnfleisch kann dabei wie bisher beispielsweise mit einem Spatel erfolgen, sodass die grundlegende Handhabung unverändert bleibt. Allerdings ist wegen des geringen Durchmessers des Retraktionsfadens die Verletzungsgefahr für das Zahnfleisch entsprechend verringert und praktisch ausgeschlossen. Beim Kontakt mit dem warmen Zahnfleisch vergrößert der Retraktionsfaden aus Memory-Material seinen Durchmesser so weit, dass ein genügender Abstand zwischen Zahnfleisch und Zahnstumpf entsteht, um einen guten Zahn-Abdruck zu ermöglichen.

Für einen Einsatz des erfindungsgemäßen Retraktionsfadens für unterschiedlich beschaffenes Zahnfleisch ist es vorteilhaft, wenn ein Satz von mehreren Retraktionsfäden aus Memory-Material mit unterschiedlichen Ausgangsdurchmessern vorgesehen ist. Entsprechend dem unterschiedlichen Ausgangsdurchmesser der Retraktionsfäden weisen diese Fäden auch einen unterschiedlichen Durchmesser im erwärmten Zustand auf und können beispielsweise auch bei Zahnfleisch verwendet werden, welches so beweglich ist, dass es einen dünneren Retraktionsfaden ganz oder teilweise überlappen würde und der angestrebte Abstand zwischen Zahn und Zahnfleisch nicht erreichbar wäre.

Falls es in seltenen Fällen doch zu kleineren Verletzungen am Zahnfleisch kommen sollte, kann eine Blutung schnell gestillt werden, indem der Retraktionsfaden mit einem blutstillenden Mittel, insbesondere mit Adrenalin versehen ist oder mit solchen Mitteln versehen wird.

Nachstehend ist die Erfindung anhand der Zeichnungen noch näher beschrieben. Es zeigt in zum Teil schematisierter Darstellung:

1 eine Seitenansicht eines Zahns mit umgebendem Zahnfleisch,

2 eine Darstellung entsprechend 1 mit einem in einen Zwischenraum zwischen Zahn und Zahnfleisch eingelegten erfindungsgemäßen Retraktionsfaden im kalten Zustand mit geringem Durchmesser sowie

3 eine Darstellung entsprechend 2 mit dem Retraktionsfaden im erwärmten und im Durchmesser erweiterten Zustand.

Ein mit 1 bezeichneter und in 1 dargestellter Zahn mit umgebenden Zahnfleisch 2 soll für das Anfertigen einer Zahnkrone präpariert werden. Dazu wird der Zahn 1 bis auf einen in 1 strichliniert angedeuteten Zahnstumpf 1a abgeschliffen.

Wie in 2 gezeigt, wird zur zeitweiligen Sulkuserweiterung im Gingiva-Bereich 3 für die Herstellung des Zahnabdrucks in diesen Bereich 3 ein Retraktionsfaden 4 eingebracht beziehungsweise eingeschoben. Dabei ist der aus Memory-Material bestehende Retraktionsfaden 4 noch nicht durch das ihn umgebende Zahnfleisch 2 auf Körpertemperatur erwärmt und weist dadurch noch einen vergleichsweise geringen Durchmesser auf.

Durch das Einsetzen des Retraktionsfadens 4 in den Zwischenraum 3 ist das Zahnfleisch 2 bereits etwas von dem Zahnstumpf 1a beabstandet, wie auch im Vergleich zu 1 deutlich wird.

Der Retraktionsfaden 4 kann, wie in 2 erkennbar, durch seinen geringen Durchmesser sehr leicht in den Zwischenraum 3 eingeschoben werden, wodurch die Verletzungsgefahr verringert oder vermieden ist.

3 zeigt den eingesetzten Retraktionsfaden 4 im erwärmten Zustand mit vergrößertem Durchmesser. Der Maximaldurchmesser im erwärmten Zustand wird bereits nach wenigen Minuten erreicht, sodass die Behandlung für den Patienten vergleichsweise kurz ist. Durch die Vergrößerung des Durchmessers des Retraktionsfadens 4 ist auch der Zwischenraum 3 zwischen Zahnstumpf 1a und Zahnfleisch 2 noch weiter vergrößert, was auch im Vergleich mit 2 und 1 deutlich wird. Nach einigen Minuten Verweildauer kann der Retraktionsfaden 4 aus dem Zwischenraum 3 entfernt und ein Zahnabdruck bei nicht mehr an dem Zahnstumpf 1a anliegenden Zahnfleisch 2 angefertigt werden.


Anspruch[de]
  1. Retraktionsfaden (4) zur zeitweiligen Sulkuserweiterung im Gingiva-Bereich (3) bei der Herstellung von Zahnabdrücken, dadurch gekennzeichnet, dass der Retraktionsfaden (4) aus Memory-Material besteht und dass der Durchmesser des Retraktionsfadens (4) durch Erwärmung auf Körpertemperatur vergrößerbar ist.
  2. Retraktionsfaden nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ein Satz von mehreren Retraktionsfäden (4) aus Memory-Material mit unterschiedlichen Ausgangsdurchmessern vorgesehen ist.
  3. Retraktionsfaden nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Retraktionsfaden (4) mit einem blutstillenden Mittel, insbesondere mit Adrenalin versehen ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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