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Dokumentenidentifikation DE102004018672A1 03.11.2005
Titel Drahtsäge für Osteothomie
Anmelder Krouglova, Soussanna, 12053 Berlin, DE
Erfinder Krouglova, Soussanna, 12053 Berlin, DE
Vertreter Schweizer, P., Rechtsanw., 86150 Augsburg
DE-Anmeldedatum 17.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004018672
Offenlegungstag 03.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.11.2005
IPC-Hauptklasse A61B 17/14
IPC-Nebenklasse A61B 17/56   
Zusammenfassung Die Erfindung gehört zur Medizintechnik, insbesondere zu den Apparaten und Einrichtungen, die bei Osteothomie verwendet werden.
Zuerst, entsprechend den Umständen der durchführenden Operation, setzt man den nötigen Abstand zwischen den Leitrollen 11 und 12 fest, das heißt die Länge des Abschnitts des sägenden Organs, mit welchem später das Sägen durchgeführt wird. Das kann man sowohl vor Einführung der Drahtsäge in die Operationswunde als auch nach der Einführung der Drahtsäge mit zusammengeführten Schenkeln 1 und 2 in die Operationswunde machen. Danach bestimmt man die nötige Länge des Kronsteins 3 so, dass das sägende Organ 15 zwischen den Rollen 4, 11 und 12 angespannt wird. Jetzt beim Einschalten des Antriebs 6 bringt der letzte durch das biegbare Seil 7 die Antriebsrolle 4 und damit das Organ 15 in Bewegung.
Bei einer Notwendigkeit eines Schnittes aus dem Inneren der Operationswunde nach außen führt man das Organ 15 in geöffnetem Zustand unter den Knochen, danach schließt man das Organ mit Hilfe eines Drahtes in einen Ring und spannt das Organ weiter, wie es oben beschrieben ist, an.

Beschreibung[de]

Die Erfindung gehört zur Medizintechnik, insbesondere zu den Apparaten und Einrichtungen, die bei Osteothomie verwendet werden.

Die Vergleichsanalyse der Apparate und Einrichtungen, die in der tagtäglichen medizinischen Praxis zur Behandlung der Knochengewebe (harte Gewebe) benutzt werden, hat gezeigt, dass:

  • 1. In der überwiegenden Mehrheit der Fälle die Behandlung nur in einer im Voraus ausgewählten Ebene durchgeführt wird, ohne einer Möglichkeit, diese Ebene im Laufe der Behandlung zu verändern.
  • 2. Im Laufe der Verschiebung der Apparate und Einrichtungen (Zuführen und Wegführen des behandelnden Organs) und im Laufe der Behandlung (Sägen, Fräsen, Bohren mit hin- und hergehenden Bewegungen) ist ein erhebliches Traumatisieren der naheliegenden biologischen Gewebe stereometrisch unvermeidlich.

Das hat seine Gründe in ständiger Rigidität der Apparate und Einrichtungen. Die einfache Vereinigung der Zufuhr- und Wegfuhrkorridore des behandelnden Organs kann drastisch das kollaterale Traumatisieren vermindern. Die ständigen (nach Bedarf) Möglichkeiten der Auswahl von Ausmaßen, Ebene und Anstellwinkel des behandelnden Organs des Osteothoms können das kollaterale Traumatisieren auf ein Minimum reduzieren.

Am häufigsten wird in der Chirurgiepraxis für eine Behandlung (Formgebung) der Knochengewebe die Drahtsäge benutzt, auch bei Schädeltrepanation in Neurochirurgie. Sie besteht aus zwei gleichen Abschnitten des Hauptdrahts (Diameter 0,4 mm), jeder Abschnitt ist mit einem dünnen Draht (Diameter 0,15 mm) umwickelt. Die zwei Abschnitte sind miteinander verseilt, 3-4 Drehungen auf 10 mm Länge. Diese Konstruktion hat an ihren Enden zwei angelötete Ösen. An den Ösen werden die Handgriffe befestigt oder die Konstruktion wird in einem Laubsägengehäuse befestigt.

Die bekannte Drahtsäge zeigt sich unbequem und als Traumatisator der nebenliegenden Gewebe, da für ihre Arbeit sie einige hin- und hergehende Bewegungen des Laubsägengehäuses zusammen mit dem sägenden Organ braucht.

Es ist offensichtlich, dass es bei einer Behandlung in den Höhlen zweckdienlich wäre, dass die nötige Bewegung des sägenden Organs (hin- und hergehende oder in einer Richtung beständige Bewegung) ohne einer Bewegung des Gehäuses des Apparates verläuft, da nämlich die hin- und hergehenden Bewegungen des Gehäuses die schädliche Wirkung, das Traumatisieren der nebenliegenden Gewebe, verursachen.

Am einfachsten wäre es z.B., das sägende Organ geschlossen zu machen und in einem Gehäuse anzuspannen, wie man es in mechanischen Holzsägen macht. Aber das sägende Organ der bekannten Drahtsäge hält dem Biegen nicht stand! Die Autorin versuchte das sägende Organ der Drahtsäge zwischen zwei Leitrollen anzuspannen, damit mit dem Abschnitt zwischen den Leitrollen den Knochen zu sägen. Aber schon nach 10 Sekunden einer Bewegung in diesem Zustand rissen die Drähte, sowohl umwickelnder Draht als auch der Hauptdraht.

Es tritt ein technischer Widerspruch auf: für eine Behandlung der Knochen ohne kollaterales Traumatisieren soll man das sägende Organ biegen, aber bei einem Biegen des sägenden Organs kann es nicht sägen, da es zerreißt. Die Lösung dieses Widerspruchs liegt in einem Gewährleisten eines Biegens des sägenden Organs ohne eines Biegens der Hauptdrähte und der umwickelnden Drähte. Das ist möglich, falls man das sägende Organ zusammengesetzt macht, wobei nicht biegende Abschnitte der Drahtsäge miteinander gelenkig verbunden werden, wie in einer Fahrradkette. Wenn man jetzt die Leitrollen für eine solche "Kette" als Vielecke macht, wobei die Länge der Seiten der Vielecke der Länge der genannten "Kettenglieder" entspricht, wird das Biegen des Drahtes vermieden.

Auf der 1 ist eine Variante der vorgeschlagenen Drahtsäge gezeigt, auf der 2 – die Leitrolle, Schnitt, auf der 3 – schematische Darstellung des sägenden Organs.

Die Drahtsäge hat ein Gehäuse, das aus zwei Schenkeln 1 und 2, die gelenkig zueinander befestigt sind, besteht. Zwischen den Schenkeln 1 und 2 befindet sich ein teleskopischer Kronstein 3 von verstellbarer Länge, der eine Antriebsrolle 4 trägt. Über den Schenkeln befindet sich der Handgriff 5, oben am Handgriff 5 befindet sich ein Elektroantrieb 6, der mit der Antriebsrolle 4 durch ein biegsames Seil 7 verbunden ist. Die Lage der Schenkel 1 und 2 zueinander wird mit Hilfe einer Schraube 8 bestimmt. Die Teile der Schraube 8 haben ein linkes und ein rechtes Gewinde und wirken mit den Schraubmuttern 9 und 10 zusammen, die an den Schenkeln 1 und 2 entsprechend befestigt sind.

Die Schenkel 1 und 2 tragen die Leitrollen 11 und 12. Die Leitrollen sind als Vielecke, z.B. als Hexaeder 13 mit den Backen 14 gemacht. Auf den Rollen 4, 11, 12 wird ein sägendes Organ 15 angespannt. Es besteht aus den Gliedern, die miteinander gelenkig verbunden sind und eine Länge von ca. 1 cm haben. Die Länge eines Gliedes soll der Länge der Seite des Vieleckes 13 entsprechen. Jedes Glied besteht aus einem Abschnitt des Hauptdrahtes 16, der mit einem dünnen Draht 17 umwickelt ist. Eines der möglichen Verfahren zur Produktion des sägenden Organs ist auf der 3 mit Positionen A, B, C, D abgebildet.

Zuerst fertigt man einzelne Glieder (3A). Danach verbindet man die Glieder und verseilt nacheinander Glied um Glied (3B, 3C). Zum Schluss verbindet man das sägende Organ in einen Ring, entweder außerhalb des Gehäuses oder nach dem Einführen eines Teiles des Organs in das Gehäuse (abhängig von der Konstruktion des Gehäuses). Dafür verbindet man die freien Enden des schon vorbereiteten Abschnittes des Organs mit dem Glied E und verseilt dieses Glied. Es ist zweckdienlich, den schon vorbereiteten Abschnitt des Organs im Voraus um seine Längsachse zu verdrehen. Jetzt ist das sägende Organ schon ein geschlossener Ring. Man kann den Ring nicht nur mit einem Glied, das ähnlich den anderen Glieder ist, schließen, sondern auch mit einem Draht, der mit einem dünnen Draht nicht umwickelt ist. Die Drahtsäge ist zum Einsatz bereit.

Die Drahtsäge arbeitet folgendermaßen.

Zuerst, entsprechend den Umständen der durchführenden Operation, setzt man den nötigen Abstand zwischen den Leitrollen 11 und 12 fest, das heißt die Länge des Abschnitts des sägenden Organs, mit welchem später das Sägen durchgeführt wird. Das kann man sowohl vor Einführung der Drahtsäge in die Operationswunde, als auch nach der Einführung der Drahtsäge mit zusammengeführten Schenkeln 1 und 2 in die Operationswunde machen. Danach bestimmt man die nötige Länge des Kronsteins 3 so, dass das sägende Organ 15 zwischen den Rollen 4, 11 und 12 angespannt wird. Jetzt beim Einschalten des Antriebs 6 bringt der letzte durch das biegbare Seil 7 die Antriebsrolle 4 und damit das Organ 15 in Bewegung.

Bei einer Notwendigkeit eines Schnittes aus dem Inneren der Operationswunde nach außen führt man das Organ 15 in geöffneten Zustand unter den Knochen, danach schließt man das Organ mit Hilfe eines Drahtes in einen Ring und spannt das Organ weiter, wie es obenbeschrieben ist, an.

Es ist wichtig, dass die Dicke des Querschnitts des sägenden Organs bei zwei, drei oder vier Abschnitten des Hauptdrahtes fast keinen Einfluss auf die Dicke (Breite) des Sägeschnittes ausübt.

Die Anspannung des sägenden Organs kann mit verschiedenen Ingenieursmitteln verwirklicht werden.

Die vorgeschlagene Drahtsäge ermöglicht es, das Ausmaß des Gewebetraumatisierens zu vermindern.


Anspruch[de]
  1. Drahtsäge für Chirurgie, einschließend eines Gehäuses, in welchem ein sägendes Organ hingestellt ist, das aus einigen miteinander verseilten Abschnitten des Hauptdrahtes, der mit einem Draht von kleinerem Durchmesser umgewunden ist, dadurch gekennzeichnet, dass sie eine Einrichtung zur entweder hin- und hergehenden oder ständigen in einer Richtung Bewegung des genannten sägenden Organs bezüglich des genannten Gehäuses hat.
  2. Drahtsäge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Einrichtung zwei auf dem Gehäuse aufgestellten Leitrollen hat, durch welche das genannte sägende Organ bewegt wird.
  3. Drahtsäge nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Enden des genannten sägenden Organs sich außer dem Raum zwischen den genannten Leitrollen befinden und in einer Einrichtung, die eine hin- und hergehende Bewegung des sägenden Organs in dem Raum zwischen den Leitrollen gewährleistet, befestigt sind.
  4. Drahtsäge nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das genante sägende Organ geschlossen gemacht ist und die Drahtsäge eine Einrichtung hat, die eine hin- und hergehende oder ständige in einer Richtung Bewegung des genannten sägenden Organs in dem Raum zwischen den Leitrollen gewährleistet.
  5. Drahtsäge nach einer der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das genannte sägende Organ aus einigen miteinander gelenkig verbundenen Elementen besteht, wobei jedes Element aus einigen miteinander verseilten Abschnitten des Hauptdrahtes, der mit einem Draht von kleiner Durchmesser umgewunden ist, besteht.
  6. Drahtsäge nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die genannte Elemente von gleicher Länge sind.
  7. Drahtsäge nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Leitrollen im Schnitt als Vielecke gemacht sind, wobei die Länge der Seiten der Vielecke der Länge der genannten Elemente entspricht.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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