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Dokumentenidentifikation DE202005011630U1 10.11.2005
Titel Dämmplatte mit einem mehrschichtigen Aufbau
Anmelder thermo-plastic Eiberger GmbH, 73453 Abtsgmünd, DE
Vertreter Lorenz und Kollegen, 89522 Heidenheim
DE-Aktenzeichen 202005011630
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 10.11.2005
Registration date 06.10.2005
Application date from patent application 20.07.2005
IPC-Hauptklasse E04B 1/80

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Dämmplatte mit einem mehrschichtigen Aufbau, insbesondere zur Dämmung von Dächern.

Aus dem allgemeinen Stand der Technik sind Dämmplatten, beispielsweise zur Dämmung von Dächern bekannt die aus einem mineralischen Dämmstoff bzw. Mineralwolle, beispielsweise Steinwolle bestehen. Dämmplatten aus Steinwolle bieten den Vorteil eines guten Schallschutzes und einer hohen Feuerwiderstandsklasse. Von Nachteil bei diesen Dämmplatten ist jedoch die geringe Trittfestigkeit und die ebenfalls geringe Winddichtigkeit. Ein Dämmstoff aus Steinwolle ist beispielsweise aus der DE 201 05 693 U1 oder der DE 102 61 988 A1 bekannt.

Aus dem weiteren Stand der Technik sind Hartschaumdämmplatten und Holzweichfaserdämmplatten bekannt. Diese weisen eine gute Trittfestigkeit sowie Winddichtigkeit, jedoch einen nur geringen Schallschutz sowie eine geringe Feuerwiderstandsklasse auf.

Von Nachteil bei allen bekannten Dämmplatten ist außerdem, dass eine Regendichtigkeit des Bauwerks nicht sofort nach dem Verlegen der Dämmplatten erreicht werden kann. Hierzu ist das Anbringen einer Abdichtungsbahn auf der Oberseite der Dämmplatten notwendig.

Nachteilig bei den bekannten Dämmplatten ist darüber hinaus, dass diese auf Stoß zueinander verlegt werden, wodurch an den Stoßkanten Kälte-/Wärmebrücken entstehen.

Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde eine Dämmplatte zu schaffen, die einerseits eine gute Wärmedämmung, eine hohe Feuerwiderstandsklasse und einen guten Schallschutz gewährleistet, andererseits eine gute Trittfestigkeit und eine verbesserte Winddichtigkeit aufweist, wobei die Dämmplatte einfach und kostengünstig herstellbar sowie verlegbar sein soll.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch Anspruch 1 gelöst.

Die erfindungsgemäße mehrschichtige Dämmplatte vereinigt die Vorteile der bisher bekannten Dämmplatten. Dabei kann die wenigstens eine erste Schicht aus einem mineralischen Dämmstoff mit wenigstens einer zweiten Schicht aus einem Hartschaum verbunden sein. Erfindungsgemäß kann jedoch auch vorgesehen sein, dass die wenigstens eine erste Schicht aus einem mineralischen Dämmstoff mit wenigstens einer zweiten Schicht aus einer Holzweichfaserplatte verbunden ist. Beide Lösungen bieten dieselben bzw. gleichwertige Vorteile.

Die erfindungsgemäße Dämmplatte bietet aufgrund der ersten Schicht aus einem mineralischen Dämmstoff eine hohe Feuerwiderstandsklasse sowie einen guten Schallschutz. Aufgrund der zweiten Schicht aus einem Hartschaum oder einer Holzweichfaserplatte bietet die erfindungsgemäße Dämmplatte zudem eine sehr gute Trittfestigkeit und eine verbesserte Winddichtigkeit. Die Kombination einer Schicht aus einem mineralischen Dämmstoff mit einer Schicht aus einem Hartschaum oder einer Holzweichfaserplatte führt außerdem zu einer guten Wärmedämmung.

Besonders vorteilhaft lässt sich die erfindungsgemäße Dämmplatte zur Dämmung von Dächern, insbesondere auch zur Steildachdämmung einsetzen. Die Dämmplatte kann dabei als Aufsparrendämmung auf eine bauseits bereits vorhandene Schalung, vorzugsweise eine Holzschalung verlegt werden. Vorteilhaft ist es dabei, wenn der mineralische Dämmstoff an die Holzschalung angrenzt und somit im verlegten Zustand die Unterseite der Dämmplatte bildet. Die Schicht aus dem Hartschaum oder der Holzweichfaserplatte bildet folglich im verlegten Zustand die Oberseite der Dämmplatte. Auf die Schicht aus Hartschaum oder die Holzweichfaserplatte kann anschließend eine Abdichtungsbahn aufgebracht werden, wodurch eine nochmals verbesserte Winddichtigkeit und eine Regendichtigkeit erreicht wird. Anschließend wird eine Grundlattung parallel zum Sparren aufgebracht. Die Befestigung der erfindungsgemäßen Dämmplatte kann dabei vorzugsweise mittels Verschraubung, beispielsweise mittels Statikschrauben erfolgen, welche durch die Grundlattung in die erfindungsgemäße Dämmplatte und in die Sparren verschraubt wird. Auf der Grundlattung kann anschließend in üblicher Weise die Dachlattung aufgebracht und abschließend die Eindeckung der Bedachung erfolgen.

Von Vorteil ist es, wenn der mineralische Dämmstoff als Steinwolle ausgebildet ist. Dies ermöglicht einen besonders guten Schallschutz und eine besonders hohe Feuerwiderstandsklasse.

In einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung kann ferner vorgesehen sein, dass die zweite Schicht (d.h. die Schicht aus Hartschaum oder die Holzweichfaserplatte) an ihrer von der ersten Schicht abgewandten Seite mit einer Abdichtungsbahn versehen ist.

Somit wird eine sofortige Regendichtigkeit des Bauwerks nach dem Verlegen der erfindungsgemäßen Dämmplatte erzielt. Ein zusätzlicher Arbeitsgang um, wie bislang üblich, die Abdichtungsplane auf die Dämmplatte aufzubringen, kann somit entfallen. Dies führt sowohl zu Zeit- als auch zu Kosteneinsparungen.

Von Vorteil ist es außerdem, wenn die Abdichtungsbahn an wenigstens einer, vorzugsweise zwei Seiten über die Dämmplatte beziehungsweise die zweite Schicht hinausragt.

Dadurch, dass die Abdichtungsbahn die zweite Schicht an zwei Seiten überlappt, kann im verlegten Zustand in einfacher Weise eine Verbindung zu einer angrenzenden Dämmplatte hergestellt werden. Hierdurch entsteht eine zweite sekundär wasserführende Ebene. Die Winddichtigkeit wird durch die überlappende Abdichtungsbahn deutlich verbessert. Der über die zweite Schicht hinausragende Teil der Abdichtungsbahn verbessert außerdem die Regendichtigkeit deutlich.

Von Vorteil ist es, wenn der über die zweite Schicht hinausragende Teil der Abdichtungsbahn, d.h. der überlappende Streifen der Abdichtungsbahn mit einem, vorzugsweise selbstklebenden Klebestreifen, versehen ist.

Durch den Selbstklebestreifen kann in einfacher Weise eine Verbindung mit einer angrenzenden Dämmplatte erfolgen, ohne dass hierzu weitere Hilfsmittel notwendig sind. Dies bietet einen entscheidenden Preis und somit Kostenvorteil bei der Verlegung der Dämmplatten.

In einer Weiterbildung der Erfindung kann ferner vorgesehen sein, dass die erste Schicht und die zweite Schicht mit Versatz miteinander verbunden sind, so dass ein Stufenfalz ausgebildet ist. Dadurch, dass die erste Schicht zu der zweiten Schicht versetzt ist, werden Kälte-/Wärmebrücken vermieden. Vorzugsweise ragt die zweite Schicht an zwei Seiten über die erste Schicht hinaus, während andererseits die erste Schicht an den beiden anderen Seiten übersteht. Somit entsteht ein vorteilhafter Versatz bzw. ein Stufenfalz. Wie sich herausgestellt hat reicht bereits ein geringer Versatz aus, um Kälte-/Wärmebrücken zuverlässig zu vermeiden.

Die Verlegung der erfindungsgemäßen Dämmplatte mit dem Versatz der Schicht aus dem mineralischen Dämmstoff zu der Schicht aus Hartschaum bzw. der Holzweichfaserplatte kann in bekannter Weise erfolgen, wobei die erfindungsgemäßen Dämmplatten auf Stoß zueinander verlegt werden können. Zusätzlich dazu, dass durch den Versatz Kälte-/Wärmebrücken vermieden werden, wird außerdem eine Führung vorgegeben, welche das Verlegen erleichtert.

Alternativ zu der vorteilhaften Ausbildung des mineralischen Dämmstoffs aus Steinwolle, kann zum Beispiel auch eine Ausbildung aus Glaswolle vorgesehen sein.

Bezüglich der Ausbildung der zweiten Schicht aus Hartschaum hat sich ein expandierender Polysterol-Hartschaum (EPS-Hartschaum) oder ein Polyurethan-Hartschaum (PUR-Hartschaum) als besonders geeignet herausgestellt.

In einer Ausgestaltung der Erfindung kann die Dämmplatte auch noch weitere Schichten aus den genannten oder anderen Materialien aufweisen. Ebenfalls ist es – theoretisch – möglich wenigstens die erste Schicht aus dem mineralischen Dämmstoff mit einer Schicht aus Hartschaum und einer Holzweichfaserplatte zu kombinieren. In der Praxis dürfte dies jedoch keine Vorteile bringen.

Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den weiteren Unteransprüchen.

Nachfolgendend ist anhand der Zeichnung ein Ausführungsbeispiel der Erfindung prinzipmäßig dargestellt.

Es zeigt:

1 die erfindungsgemäße Dämmplatte in einer perspektivischen Darstellung;

2 die erfindungsgemäße Dämmplatte im Querschnitt; und

3 ein Beispiel vier aneinandergrenzend verlegter Dämmplatten.

Wie aus 1 und 2 ersichtlich ist, weist die erfindungsgemäße Dämmplatte 1 einen mehrschichtigen Aufbau auf. Im Ausführungsbeispiel ist die Dämmplatte 1 zur Dämmung von Dächern, insbesondere von Steildächern vorgesehen. Prinzipiell kann die erfindungsgemäße Dämmplatte 1 jedoch auch zur Dämmung anderer Objekte, beispielsweise Gebäudewänden, Decken, Kellerräumen oder dergleichen eingesetzt werden. Der Verwendung der Dämmplatte 1 sind hierbei keine Grenzen gesetzt.

Wie aus den 1 und 2 ferner ersichtlich ist, weist die erfindungsgemäße Dämmplatte 1 eine erste Schicht 2 aus einem mineralischen Dämmstoff und eine zweite Schicht 3 aus einem Hartschaum auf, die miteinander verbunden sind. Die zweite Schicht 3 kann, mit denselben Vorteilen auch aus einer Holzweichfaserplatte gebildet sein. Die nachfolgende Beschreibung des Ausführungsbeispieles kann sich in gleicher Weise auch auf die Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Dämmplatte 1 mit einer Schicht aus einer Holzweichfaserplatte anstelle der Schicht 3 aus Hartschaum beziehen.

Im Ausführungsbeispiel ist die erste Schicht 2 aus Steinwolle und die zweite Schicht 3 als expandierter Polysterol-Hartschaum ausgebildet.

Die erste Schicht 2 ist mit der zweiten Schicht 3 vorzugsweise durch Kleben miteinander flächig verbunden.

Die zweite Schicht 3 ist an ihrer von der ersten Schicht 2 abgewandten Seite mit einer Abdichtungsbahn 4 verbunden. Im Ausführungsbeispiel ist vorgesehen das die Abdichtungsplane mit der zweiten Schicht 3 mittels eines Polyturethanklebers verklebt ist. Als Abdichtungsbahn 4 kann eine aus dem allgemeinen Stand der Technik bekannte Abdichtungsbahn eingesetzt werden, durch die eine verbesserte Winddichtigkeit und eine Regendichtigkeit erzielt wird.

Wie sich aus 2 ergibt ragt die Abdichtungsbahn 4 über die zweite Schicht 3 hinaus. Vorgesehen, jedoch nicht dargestellt ist dabei, dass die Abdichtungsbahn 4 an zwei gegenüberliegenden Seiten über die zweite Schicht 3 hinausragt. Der über die zweite Schicht 3 hinausragende Teil 4a der Abdichtungsbahn 4 ist dabei mit einem Klebestreifen 5 versehen. Der Klebesteifen 5 ist dabei als Selbstklebestreifen ausgebildet, so dass eine Verbindung mit einer angrenzend verlegten Dämmplatte 1 in einfacher Weise durch das Abziehen platte 1 in einfacher Weise durch das Abziehen einer den Klebestreifen 5 schützenden Schicht und durch das anschließende Aufdrücken des freigelegten Klebematerials auf die angrenzende Dämmplatte 1, erfolgen kann.

3 zeigt vier im Verbund miteinander verlegte erfindungsgemäße Dämmplatten 1, wobei aus Übersichtlichkeitsgründen auf eine Darstellung der Abdichtungsbahn 4 verzichtet wurde. Dies ist prinzipiell jedoch leicht vorstellbar.

Aus 3 ist jedoch zu entnehmen, dass, wie auch in den 1 und 2 dargestellt, die Schichten 2, 3 mit Versatz miteinander verbunden sind, so dass ein Stufenfalz 6 ausgebildet ist. Die erste Schicht 2 und die zweite Schicht 3 weisen dieselben Abmessungen bezüglich der Länge und der Breite auf. Der Stufenfalz 6 wird folglich in einfacher Weise dadurch erzielt, dass die Schichten 2, 3 etwas versetzt miteinander verbunden werden. Im Ausführungsbeispiel sind die Schichten 2, 3 diagonal zueinander versetzt. Bei der Montage der erfindungsgemäßen Dämmplatte 1 müssen daher keine weiteren Maßnahmen ergriffen werden um Kälte-/Wärmebrücken zu vermeiden, da der Stufenfalz 6 bereits in die erfindungsgemäße Dämmplatte 1 integriert ist.

Im Ausführungsbeispiel ist vorgesehen, dass die Dämmplatte 1 eine Länge von 500 – 5000 mm und eine Breite von 500 – 1500 mm aufweist. Ferner ist im Ausführungsbeispiel vorgesehen das die Gesamtdicke der erfindungsgemäßen Dämmplatte 1 85 – 300 mm beträgt. Die erste Schicht 2 kann hierbei eine Stärke von 80 – 200 mm und die zweite Schicht 3 eine Stärke von 5 – 100 mm aufweisen. Die Stärke der Abdichtungsbahn 4 ist hierzu relativ zu vernachlässigen.

In Verbindung mit einer harten Bedachung und einer 19 mm Holzschalung, auf die die erfindungsgemäße Dämmplatte 1 mit ihrer Unterseite, d.h. mit der ersten Schicht 2 aufgebracht werden kann, lässt sich, wie der Erfinder herausgefunden hat die Feuerwiderstandsklasse F30 erreichen.


Anspruch[de]
  1. Dämmplatte mit einem mehrschichtigen Aufbau, insbesondere zur Dämmung von Dächern, wobei wenigstens eine erste Schicht (2) aus einem mineralischen Dämmstoff mit wenigstens einer zweiten Schicht (3) aus einem Hartschaum oder einer Holzweichfaserplatte verbunden ist.
  2. Dämmplatte nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schicht (2) aus Steinwolle gebildet ist.
  3. Dämmplatte nach Anspruch 1 oder 2 dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Schicht (3) an ihrer von der ersten Schicht (2) abgewandten Seite mit einer Abdichtungsbahn (4) versehen ist.
  4. Dämmplatte nach Anspruch 3 dadurch gekennzeichnet, dass die Abdichtungsbahn (4) mit der zweiten Schicht (3) verklebt ist.
  5. Dämmplatte nach Anspruch 3 oder 4 dadurch gekennzeichnet, dass die Abdichtungsbahn (4) an wenigstens einer Seite über die zweite Schicht (3) hinausragt.
  6. Dämmplatte nach Anspruch 5 dadurch gekennzeichnet, dass die Abdichtungsbahn (4) an zwei Seiten über die zweite Schicht (3) hinausragt.
  7. Dämmplatte nach Anspruch 5 oder 6 dadurch gekennzeichnet, dass der über die zweite Schicht (3) hinausragende Teil (4a) der Abdichtungsbahn (4) mit einem Klebestreifen (5) versehen ist.
  8. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 7 dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schicht (2) und die zweite Schicht (3) mit Versatz miteinander verbunden sind, so dass ein Stufenfalz (6) ausgebildet ist.
  9. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 8 gekennzeichnet durch eine Länge von 500 – 5000 mm und eine Breite von 500 – 1500 mm.
  10. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 9 gekennzeichnet durch eine Dicke von 85 – 300 mm.
  11. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 10 dadurch gekennzeichnet, dass die erste Schicht (2) eine Dicke von 80 – 200 mm aufweist.
  12. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 11 dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Schicht (3) eine Dicke von 5 – 100 mm aufweist.
  13. Dämmplatte nach einem der Ansprüche 1 bis 12 dadurch gekennzeichnet, dass der Hartschaum ein expandierter Polysterol-Hartschaum oder ein Polyurethan-Hartschaum ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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