PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE19915680B4 17.11.2005
Titel Nicht-elektronisches Notizsystem für insbesondere Patienten-und Pflegedaten
Anmelder Hardenfels, Katja, 90403 Nürnberg, DE
Erfinder Hardenfels, Katja, 90403 Nürnberg, DE
Vertreter Thiele, T., Dipl.-Geophys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 80804 München
DE-Anmeldedatum 07.04.1999
DE-Aktenzeichen 19915680
Offenlegungstag 12.10.2000
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 17.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 17.11.2005
IPC-Hauptklasse B43L 1/00
IPC-Nebenklasse B42F 3/04   B42F 7/00   A61G 12/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein nicht-elektronisches Notizsystem für insbesondere Patienten- und Pflegedaten.

In Krankenhäusern werden auf den einzelnen Stationen Patientenakten mit persönlichen Daten und Diagnose- und Behandlungsdaten geführt. Diese Daten werden teils bereits bei der Aufnahme eines Patienten in die Patientenakte geschrieben, wie persönliche Daten und Diagnosen eines einweisenden Arztes, teils bei der ärztlichen Visite und ärztlichen Eingriffen und teils durch die Schwestern aufgenommen. Einige dieser Daten, insbesondere Notfalldaten und Medikamentationsdaten müssen die Krankenschwestern kennen oder auf einem Zettel notiert, griffbereit in einer Kitteltasche mit sich führen. Zu den Daten zählen insbesondere auch Kurzinformationen über die Patienten, Untersuchungen, Diagnosen und deren Ergebnisse, den Zustand, wichtige Meßwerte und noch erforderliche Maßnahmen und Tätigkeiten. Beim Schichtwechsel müssen die jeweils aktuellen Daten der einzelnen Patienten entweder von einer Krankenschwester an die nächste weitergegeben werden oder von der den Dienst übernehmenden eigens aus der Patientenakte übernommen werden.

Aufgrund der häufig wechselnden Belegung der Betten und der einzelnen Krankheitsverläufe ändert sich ein Teil dieser Daten wie die persönlichen Daten (Name, Krankheitsdiagnose) entsprechend oft, z. B. wenn Patienten ein Krankenhaus verlassen oder neue Patienten aufgenommen werden. Noch öfter ändern sich aber die Daten zum Krankheitsverlauf und der Medikamentation, da sich diese Daten bei gleichen Patienten u. U. täglich ändern können. Daher machen sich die Krankenschwestern täglich neue eigene Notizen. Zum Notieren werden in der Regel mehrere lose Notizzettel verwendet, die dann bei unveränderten Daten zu einem kleinen Teil bei dem nächsten Dienst wieder verwendbar sind oder zur Erinnerung durchgesehen werden. Solche Zettel können in der Regel nicht an eine den Dienst übernehmende Krankenschwester übergeben werden, da die handschriftlichen Notizen meist für eine andere Person nicht sicher oder schnell genug lesbar sind. Während der Schicht tagsüber oder insbesondere nachts am Patientenbett neu auf den Zettel aufgenommene Daten dienen auch als Merkhilfe, um die Daten spätestens vor dem Schichtwechsel vollständig und richtig in die Patientenakte übertragen zu können. Vom nachfolgenden Personal werden diese Daten anschließend wieder aus der Patientenakte heraus auf dessen Notizzettel übernommen. Durch das ständige Abschreiben von Daten aus der Patientenakte geht viel Zeit verloren. Zudem ist dies mit einem sehr hohen Verbrauch an Notizzetteln verbunden.

Bekannt sind elektronische Notizsysteme, auf die Daten aus einer elektronischen Patientenakte übernommen werden können, jedoch sind diese Notizsysteme für den Einsatz in Krankenhäusern zu teuer. Zudem sind zeit- und kostenintensive Schulungen für das Personal erforderlich. Sofern Krankenhäuser entsprechende elektronische Patientenverwaltungssysteme haben, können sich Krankenschwestern solche Geräte trotzdem wegen der hohen Kosten nicht selber leisten. Hinzu kommt, daß die Krankenschwestern viel mit Flüssigkeiten hantieren, wobei das Verschütten oder Verspritzen nicht ausschließbar ist.

Diese elektronischen Systeme werden jedoch durch Flüssigkeitseintritt beschädigt oder zerstört. Ein weiteres Problem besteht darin, daß in Bereichen mit hochsensiblen Überwachungsgeräten das Mitführen von elektronischen Geräten wegen der Gefahr einer elektromagnetischen Störung vermieden werden sollte.

Nachteilhaft ist bei beiden Systemen, der herkömmlichen und der elektronischen Patientenakte, zudem, daß diese nicht immer auf dem Stationszimmer ist, sondern z. T. während einer Visite mit dem Patientenordner auf dem Krankenzimmer oder bei einer Behandlung des Patienten im Behandlungsraum ist. Zu diesen Zeiten ist eine Übertragung überhaupt nicht möglich. Da die Notizzettel der letzten Schicht oftmals nicht mehr vorhanden sind, da sie im Laufe des Dienstes zerknittern und daher weggeworfen werden, können dann nicht einmal mehr die Grundinformationen von diesen übernommen werden.

Der Einsatz von Notizsystemen ist jedoch auch in anderen Bereichen erforderlich, z. B. auf Pflegestationen mit einer vergleichbaren Problematik, beim Kanalbau oder in Kfz-Werkstätten. Dort werden täglich andere Fahrzeuge zur Reparatur oder Inspektion eingeliefert, wobei viele Daten und Vorgänge fahrzeugtypabhängig stets gleich sind.

Allgemein bekannt ist die Verwendung von Notizblöcken oder Notizbüchern. Diese bestehen jedoch aus Papierblättern und sind daher für klinische Einsätze nicht geeignet, da sie Flüssigkeiten aufnehmen und auch nicht steril sind oder gar desinfizierbar sind.

Die JP 03153397 A betrifft ein Befestigungselement mit einem ersten Haftelement in Form einer magnetischen Haftschiene, welche in einem Hefter einsetzbar ist, und einem zweiten Klemmelement in Form von Klammern an der Haftschiene zum Befestigen eines Blattes an der Haftschiene.

Aus der US 4,500,223 ist ein einfacher Halte- bzw. Klammermechanismus zum lösbaren Halten von einzelnen Blättern bekannt. Bei den Blättern handelt es sich um ein stabiles Material mit einer beschreibbaren Oberfläche.

Aus der FR 2768 655 A3 ist ein Ringbuch mit austauschbaren Blättern bekannt, wobei die austauschbaren Blätter verschiedenartige Vordrucke aufweisen.

Aus der US 4,518,274 ist ein Stift mit einer eingebauten Beleuchtung als solches bekannt. Mittels der rückseitig integrierten Glühlampe kann das Schreibfeld um eine Schreibmine herum gezielt beleuchtet werden.

Die EP 0 390 270 A1 betrifft eine Schreibtafel. Bei einer photo-lumineszenten Schicht der Schreibtafel handelt es sich um eine extrudierte Schicht, welche auch auf einer Basisschicht aufgebracht sein kann, wobei die Basisschicht vorzugsweise aus einem flexiblen Material ausgebildet sein kann.

Aus der TS 2,990,308 ist eine nachleuchtende Aufklärungstafel bekannt, die aus zwei Schichten, insbesondere Plexiglas besteht, zwischen denen ein nachleuchtendes Material eingeschlossen ist. Außenseitig ist auf die beiden Schichten ein opakes oder zumindest lichthemmendes Material aufgetragen, das als Markierungsschicht bezeichnet wird und drucksensitiv ist. Bekannt ist auch, Klemmen, Bänder oder dergleichen zu dessen Befestigung anzubringen, wobei der Einsatz insbesondere unter Wasser vorgeschlagen wird. Hier handelt es sich somit um ein einmalig beschreibbares Material.

Die EP 0 390 270 A1 betrifft eine Tafel, wobei das Hauptmaterial aus einer Basisschicht, einer Deckschicht und dazwischen einer photo-lumineszenten Schicht besteht. Vorzugsweise sind diese Schichten in einem Rahmen angeordnet. Bekannt ist das Vorsehen einer Aufnahme für einen Stift, das Verwenden einer Vielzahl von teils elastischen Materialien für die Grundschicht, das Beschreiben mit dem Stift und das anschließende Wegwischen, das Verwenden eines Materials zum Erzeugen eines gelben, d.h. farbigen, Lichtes sowie insbesondere auch die Verwendung des Materials für Warnzwecke als Warnzeichen.

Aus der GB 2 290 755 A ist ein Schreibmaterial bekannt, das vorzugsweise aus einer fluoreszenten Pigmentschicht besteht, über der eine Schutzfolie angeordnet ist und unter der eine magnetische Schicht angeordnet ist. Dieses Material geht won bekannten wiederbeschreibbaren Materialien aus, bei denen sich eine obere Folie durch Druck an eine untere Folie anhaftet und dabei in diesen Bereichen an dieser sichtbar hängen bleibt. Durch das Trennen dieser beiden Schichten ist das Aufgezeichnete wieder löschbar. Durch eine weitere magnetische Schicht soll auf der Unterseite die Möglichkeit geboten werden, magnetisch reagierende Körper auf die Oberseite setzen zu können. Damit sollen beispielsweise Spielstrategien für ein Spiel mehrfach durchgesprochen werden können, ohne jedesmal ein neues Blatt Papier benutzen zu müssen.

Die DE 195 36 996 C1 betrifft einen Papierblock und ein Verfahren zu dessen Herstellung. Im wesentlichen ist dargelegt, einzelne aufeinander folgende Papierbögen jeweils mit einer 90° versetzten Papierfaserung einzukleben, so dass beim schnellen Durchblättern ein Daumenkinoeffekt durch die unterschiedliche Strukturierung entsteht.

Aus der DE 91 09 054 U1 ist ein Notenheft bekannt, bei dem Klarsichtfolien über Übungsseiten legbar sind, so dass auf den Klarsichtfolien mit einem Stift geschrieben werden kann, wobei die Schrift später wieder löschbar ist.

Aus der DE 84 13 395 U1 ist eine Karte aus einem Mehrschichtenmaterial bekannt, wobei auf einem beschreibbaren Material eine Kunststoffolie aufgebracht ist, auf der leicht und rasch auslöschbar geschrieben werden kann. Bekannt ist auch, eine Lasche zur Stiftaufnahme vorzusehen, um mit dieser Karte stets einen Stift mitzuführen.

Aus der DE 297 19 145 U1 ist ein Notizsystem bekannt, das ein mehrschichtiges Material aufweist. Die einzelnen Blätter sind insbesondere als Einlagen für Notizbücher bzw. Notizblöcke gedacht. Ein Schwerpunkt besteht darin, dass die Folien einen Netzwinkel von weniger oder gleich 60° aufweisen.

Aus der GB 1 595 948 ist eine reinigbare Schreibtafel bekannt, bei der z.B. linierte Blätter zwischen zwei bzw. drei an drei Seiten miteinander verschweißten Kunststoffolien einschiebbar sind. Die äußere Oberfläche soll wiederbeschreibbar sein.

Aus der GB 2 292 347 A ist eine Anordnung aus einem umgebogenen, flexiblen, transparenten Bogen bekannt, zwischen dessen beiden Seiten beispielsweise ein Kreuzworträtsel eingelegt werden kann. Auf der Oberseite kann mit einem Stift geschrieben werden, der als Element eines Sets beigefügt ist. Die Schrift ist auslöschbar.

Die DE 80 14 210 U1 betrifft eine Notiz- oder Merktafel. Bei der Notiztafel handelt es sich um eine Kunststoffolie, die mit einer Spezialschrift beschrieben werden kann, wobei die Schrift wieder löschbar ist. Zur Halterung des Spezialstiftes ist eine entsprechende Haltevorrichtung vorgesehen. Vorgeschlagen wird, einen Haftmagneten als Aufhängevorrichtung an der Rückseite dieser massiv aufgebauten Notiztafel zu befestigen.

Die GB 2 316 654 A betrifft eine Arbeitsplatte mit einer wiederbeschreibbaren Oberfläche, die aus einem mehrschichtigen Material besteht. Dabei ist die zentrale Schicht aus einem eisenhaltigen Material gefertigt, so dass auf der Oberfläche magnethaltige Teile angehaftet werden können.

Aus der FR 2 427 211 ist eine Zeichentafel bekannt, die ein lichtemittierendes Material aufweist. Die Oberfläche ist aus einem Material, das eine Wiederbeschreibung ermöglicht.

Aus der DE 298 14 945 U1 ist ein wiederbeschreibbares Medium als Ersatz für Pinbords, Whitebords und dergleichen bekannt.

Aus der WO 00/43217 ist eine Zeigetafel bekannt, die Patienten, die nicht in der Lage sind zu sprechen, mittels eins Zeigestiftes oder Schreibstiftes ermöglichen soll, Wünsche oder das Befinden auszudrücken. Die Oberfläche ist ebenfalls so ausgestaltet, dass die Schrift wieder auslöschbar ist.

Aus der GB 2 262 483 A ist ein System aus Kunststofftaschen bekannt, in das Listen eingelegt werden können. Die Kunststoffoberflächen können beschriftet werden, wobei die Schrift wieder auslöschbar ist.

Die DE 39 25 578 C1 betrifft eine Schreibtafel, auf der mit einem magnetischen Stift unsichtbar geschrieben werden kann. Durch späteres Auftragen eines Eisenpulvers kann die Schrift sichtbar gemacht werden.

Die DE 197 18 904 A1 betrifft einen Taschencomputer mit einer grafischen Benutzeroberfläche mit Stiftsteuerung, insbesondere einem sogenannten grafischen LCD-Flächendisplay mit Touchscreenfunktion. Die Benutzeroberfläche dient einerseits als Anzeigeeinheit und andererseits zum Eingeben von Notizen mittels eines Stiftes. Auf der Unterseite weist der Taschencomputer eine Klettwirkfläche zum Befestigen des Taschencomputers mittels eines Klettbands an einem Griff eines Einkaufswagens auf.

Die CH 301473 zeigt eine wiederbeschreibbare Vorrichtung, bei der ein phosphorsierendes bzw. nachleuchtendes Material auf ein Blech aufgetragen ist. Zwischen der Rückseite des Blechs und dessen seitlich umgepfalzten Rändern ist eine phosphorisierende Schicht und eine durchsichtige bzw. beschreibbare Schicht eingelegt. Diese beiden Schichten werden von den umgepfalzten Rändern auf dem Blech gehalten. Die phosphorisierende Lage kann als einzige Schicht oder in beliebigen Kombinationen verwendet werden. Das Material für die Folie kann durchsichtig bzw. durchscheinend sein.

Gegenüber diesem Stand der Technik besteht die Aufgabe der Erfindung darin, ein nicht-elektronisches Notizsystem zu entwickeln, in welchem mittels einer Rasteinrichtung zumindest ein mehrschichtiges Notizblatt abheftbar ist, wobei ein variabler Einsatz auch bei Dunkelheit ermöglicht wird. Das Notizblatt soll eine einfache und sichere Handhabung ermöglichen, wobei bei wechselnden Daten möglichst wenig Daten neu aufgenommen werden müssen.

Diese Aufgabe wird durch ein nicht-elektronisches Notizsystem mit den Merkmalen der Ansprüche 1, 11 und 15 gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand von abhängigen Ansprüchen.

Die Wiederbeschreibbarkeit bzw. die Auslöschbarkeit von aufgetragenen Informationen bietet eine optimale Flexibilität beim Einsatz eines solchen Notizsystems.

Zum Einspannen bieten sich neben herkömmlichen Heftstreifen mit klammerartigen Stiften, die in Löcher der Notizblätter eingreifen, insbesondere auch Klemmechanismen und Rastmechanismen mit einem reißverschlußartigen Halteprinzip an.

Ein mehrschichtiger Aufbau bietet bei noch ausreichender Stabilität einzelner Notizblätter zugleich eine Flexibilität, die eine praktische Handhabung gewährleistet. Insbesondere bietet ein mehrschichtiger Aufbau eine variable Gestaltung verschiedener Notizblätter mit eingearbeiteten Leuchtstoffen, magnetischen Partikeln und/oder Aufnahmeräumen zum Einstecken von Notizstreifen an.

Einsteckbare Notizstreifen dienen beispielsweise zur Aufnahme von Daten, die längere Zeit gleich bleiben, z. B. Namen und Blutgruppen von Patienten eines Zimmers. Auch können kleinere Notizabschnitte mit häufig benötigten Standardinformationen zu bestimmten Behandlungsabläufen oder Medikamentationen bereitgestellt werden. Solche Notizstreifen und -abschnitte können einfach in entsprechende Aufnahmeabschnitte eines Notizblatts eingesteckt werden.

Durch den Einsatz magnetischer Elemente oder Partikel kann ein Notizsystem oder Notizblatt einfach an einen entsprechend metallischen Bettrahmen oder einen Beistelltisch angehängt werden. Auch hängen benachbarte Notizblätter mit magnetischen Eigenschaften aneinander, so daß bei einem aufgeschlagenen Notizsystem stets das selbe Notizblatt aufgeschlagen bleibt. Klettstreifen ermöglichen das Anhängen an einen Kittel einer Schwester oder ein Bettuch.

Besonders vorteilhaft ist die Verwendung von phosphoreszierenden Leuchtstoffen an oder in einem Notizblatt, einer Folientasche, einer Folie oder einer Visitenkarte, da ein darauf oder darunter geschriebener oder gedruckter Text be-, durch- oder hinterleuchtet wird. Dies ermöglicht auch bei Dunkelheit in einem Zimmer mit mehreren schlafenden Kranken das Ablesen von Daten oder Informationen ohne das Einschalten der Raumbeleuchtung oder das Einsetzen einer Taschenlampe, die mit einer Hand gehalten werden müßte.

Transparente, farbige Folien erhöhen die Übersichtlichkeit des Notizsystems oder einzelner farbig unterteilter Notizblätter.

Neue Daten können auf dem auf Notizsystem zwischengespeichert und später übernommen oder auch direkt durch das Herausnehmen und Weiterreichen einzelner Notizblätter an nachfolgendes Personal übergeben werden.

Notizstreifen sind als z. B. Namensstreifen oder Zimmerbelegungsstreifen dauerhafter einsetzbar, wenn sie aus Kunststoff bestehen. Der Einsatz von Papierstreifen kann hingegen bei häufig wechselnden Daten vorteilhaft sein.

Die Verwendung eines Systems mit ausschließlich aus Kunststoff bestehenden Bestandteilen macht auch Notizen in hochsterilen Bereichen möglich, in denen das Notieren von Daten bislang nicht zulässig war, da Papier stets mit Staubbildung und Keimansammlungen verbunden ist. Das System ist dadurch einfach steril zu halten und auch hygienischer.

Durch die Verwendung von Kunststoff-Notizblättern wird das System auch dadurch wirtschaftlich, daß eine Wiederverwendung möglich ist, was bislang entfiel, da die zumeist in der Kitteltasche mitgeführten Notizzettel aus Papier am Schichtende zerknautscht waren.

Insbesondere ist die Gefahr verringert, daß Daten, Behandlungen oder dergleichen vergessen oder falsch im Gedächtnis behalten werden.

Einsatzmöglichkeiten finden sich z. B. in medizinischen Bereichen, im Pflegebereich, für Spielkarten oder Spielflächen, in Werkstätten, im Haushalt oder im Kanalbau.

Ein Ausführungsbeispiel wird nachstehend anhand der Zeichnung näher erläutert, bei der:

1 eine Draufsicht auf ein Notizblatt und eine Rastschiene zum lösbaren Aufnehmen des Notizblattes darstellt und

2 eine Seitenansicht der Rastschiene und eine seitliche Schnittansicht durch das Notizblatt der 1 zeigt.

Wie aus den Figuren ersichtlich, besteht das Notizsystem im wesentlichen aus einem Notizblatt 1 und vorzugsweise einer Befestigungseinrichtung, z. B. einer Rastschiene 2, an der Notizblätter 1 befestigbar sind. Der Begriff "Notizblatt" ist dabei nicht nur im herkömmlichen Sinne auf ein einzelnes Blatt bezogen, sondern umfaßt auch blattförmige Materialien, die mehrschichtig und strukturiert sind.

Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht die Rastschiene 2 aus einem länglichen Steg 3 mit einer Vielzahl von Ösen 4, die darauf stehend befestigt sowie vorzugsweise zylinderförmig und voneinander beabstandet angeordnet sind. Steg 3 und Ösen 4 können auch einstückig gefertigt sein, z. B. im Spritzgußverfahren.

An einer Seite des Notizblattes 1 sind entsprechende Raststege 5 ausgebildet, die seitlich in die Ösen 4 eingreifen können. Die Raststege 5 werden vorzugsweise durch das Ausstanzen von umgekehrt T-förmigen Rastöffnungen 6 in den Randabschnitt des Notizblattes 1 erzeugt. Das Material des Notizblattes 1 ist zumindest in diesem Bereich einerseits so biegbar, daß die Raststege 5 über die Lücken zwischen den Ösen 4 in diese hineingebogen werden können, und andererseits so starr bzw. stabil, daß die Raststege 5 in den Ösen 4 festen Halt finden und nur bei entsprechend kräftigem Zug wieder herausziehbar sind.

Auch andere Befestigungssysteme sind verwendbar, beispielsweise Ringbuchsysteme. Für die Abheftung in solchen Ringbuchsystemen oder zur Archivierung von später wieder benötigten Notizblättern, z. B. mit Daten von Patienten, die später zu einer Nachbehandlung nochmals in das Krankenhaus müssen, sind nahe einem Rand auch Heftlöcher 7 in das Notizblatt 1 eingestanzt.

Ein besonders bevorzugtes Notizblatt 1 besteht aus einer Vielzahl von übereinanderliegenden Schichten oder einzelnen Blättern. Die oberste bzw. erste und vorzugsweise auch die unterste bzw. letzte Schicht (Blatt) 10 bzw. 11 bestehen aus einer Kunststoffschicht, Kunststoffolie oder einem sonstigen wasserbeständigen oder wischfesten Material.

Dadurch bleibt das Notizblatt 1 einerseits beidseitig mit entsprechenden Stiften beschriftbar und ist andererseits abwischbar. Je nach verwendetem Stift kann zum Auslöschen der Schrift insbesondere Wasser oder Alkohol verwendet werden. Bei der Verwendung von Stiften mit wasserbeständiger Schrift ist es sogar möglich, das Notizblatt bei Verschmutzung zu reinigen oder u. U. auch zu desinfizieren, was im Krankenhausbereich einen universellen Einsatz ermöglicht.

Zwischen der oberen und der unteren Schicht sind ein Distanzblatt bzw. eine Distanzschicht 12, ein Zwischenblatt bzw. eine Zwischenschicht 13 und ein phosphorbeschichtetes Blatt bzw. eine Phosphorschicht 14 angeordnet und/oder aneinander befestigt. Die Stirnseiten bzw. Ränder des Notizblattes 1 sind mit Kappen bzw. einer Versiegelungsschicht 15 abgedichtet, um das seitliche Eindringen von Flüssigkeiten zu verhindern.

Die einzelnen Schichten 12 bis 15 können je nach Einsatzzweck des Notizblattes 1 z. B. aufgestrichene oder aufgedampfte Schichten oder Überzüge, Folien oder Papier- oder Pappblätter sein. Insbesondere ist auch die Verwendung von Metallfolien oder -tafeln möglich, um Magnete an der Oberfläche des Notizblattes 1 befestigen zu können. Insbesondere können je nach Einsatzzweck des Notizblattes 1 einzelne oder mehrere dieser Schichten bzw. Blätter 12 bis 15 entfallen oder in anderen Reihenfolgen angeordnet sein.

Im einzelnen dient die Phosphorschicht dazu, das Notizblatt 1 auch bei Dunkelheit verwenden zu können, zum Beispiel bei Nacht in einem Krankenzimmer, in dem das Raumlicht möglichst nicht eingeschaltet werden sollte, um Patienten nicht unnötig aufzuwecken. Insbesondere wird dadurch das Hantieren mit Taschenlampen auf ein Minimum beschränkbar.

Besonders vorteilhaft ist die Verwendung eines Set-artigen Systems mit einem phosphorhaltigen Notizblatt 1 und einem sogenannten Leuchtstift. Im Leuchtstift ist eine Lichtquelle eingesetzt, mit der die Schreibfläche beleuchtbar ist. Notizblätter, die normalerweise zwischen anderen Notizblättern liegend angeordnet sind und sich nicht mit Licht "aufladen" können, können mit einem solchen Leuchtstift beschrieben werden. Nach dem Beschreiben bleibt die Schrift durch die Phosphorschicht 14 noch eine Zeit hinterleuchtet.

Die Zwischenschicht 13 dient in erster Linie zur Stabilisierung des Notizblattes 1. Vorteilhafterweise kann sie auch aufgedruckte Schriftzüge, eine Rasterung oder Linierung 16 tragen, die als Beschriftungsanleitung oder -hilfe dienen.

Die Distanzschicht 12 dient dazu, unter dem oberen Blatt 10 Hohlräume 17 auszubilden, die von der Außenseite des Notizblattes 1 aus über vorderseitige oder randseitige Einstecköffnungen 18 bzw. 19 zugänglich sind. Die Hohlräume 17 bzw. Aufnahmeöffnungen können an beliebigen geeigneten Stellen im Notizblatt 1 bereitgestellt sein.

Durch die Einstecköffnungen 18 und 19 sind Notizzettel oder Notizstreifen 20 in die Hohlräume 17 einsteckbar. Standardisierte oder häufig vorkommende Bezeichnungen und dergleichen von z. B. Blutgruppen oder Standardmedikamenten können auf den Notizstreifen aufgedruckt sein. Auch können per Hand über längere Zeit beständige Informationen notiert werden, wie der Name eines Patienten in einem bestimmten Zimmer.

Alternativ oder zusätzlich können auch Taschen, wie sie z. B. aus Briefmarkenalben bekannt sind, auf der Außenfläche der ersten und oder letzten Schicht 12 bzw. 11 aufgesetzt sein.

Vorteilhaft ist auch das Ausbilden von schlitzförmigen Durchgangsöffnungen 21 in dem Notizblatt 1. In diesen können spezielle Notizstreifen mit einem hakenförmig umgebogenen Rand kurzzeitig eingesteckt werden.

Weiterhin von Vorteil sind magnetische Schichten oder Magnete 22, die zwischen den Schichten 10 und 11 oder auch an deren Außenseite angeordnet und festgelegt sind. Die Magnetkraft solcher Magnete 22 ist insbesondere ausreichend, um ein einzelnes, der Rastschiene 2 entnommenes Notizblatt 1 oder u. U. sogar ein zusammenhängendes Notizsystem an einem geeigneten Untergrund wie einem Bettgestell oder dem Rahmen eines Visiten- oder Transportwagens lösbar anheften zu können.

Neben Vordrucken oder Linierungen auf einer der Schichten 10 bis 14 können auch farbige oder phosphoresziert leuchtende Markierungen 23 auf einer der Schichten 10 bis 14 aufgebracht sein, um auf besonders wichtige Datenfelder aufmerksam zu machen. Auch Notizstreifen 20 für die Übergabe an Ärzte oder das Krankenhauslabor können solche Markierungen tragen.

Weiterhin ist die Einarbeitung von Schwächungs- oder Perforationszonen im Notizblatt 1 und/oder dem Notizstreifen 20 vorteilhaft, um einfach abreißbare Notizabschnitte bereitzustellen. Abgerissene Abschnitte können z. B. in die Patientenakte übernommen werden oder zur Aufnahme in das Notizsystem des Personals der nachfolgenden Schicht weitergegeben werden. Die abreißbaren Abschnitte können mit magnetischer Eigenschaft und/oder Klebeschichten ausgestattet sein, so daß sie an insbesondere metallischen bzw. glatten Flächen ansetzbar sind. Insbesondere können diese Abschnitte oder Streifen die Dimension bereits bekannter Abziehstreifen von Laborvordrucken haben.

Das oberste Blatt eines vollständigen Notizsystems ist vorteilhafterweise eine klare oder farbige und durchsichtige Kunststoffolie, die ein schnelles Abwischen auch mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln ermöglicht. Vorteilhafterweise kann diese oder eine andere Folie als Lupenfolie bereitgestellt sein, die sehschwachen Personen das Lesen der Einweisung ermöglicht.

Besonders vorteilhaft ist ein System mit vorbedruckten Informationskarten für z. B. spezielle medizinische Fälle oder Notfallinformationen. Solche Informationskarten sind vom Prinzip her wie das Notizblatt 1 aufgebaut und können z. B. als Ulkus-Skala, Checkliste, Übersetzungstafel, Zeigetafel oder mit einem Lineal vorbereitet sein. Andere Notizblätter 1 oder Folien können solarenergiegespeiste Rechner aufweisen.

Besonders vorteilhaft ist ein Deckblatt mit einer seitlich abschwenkbar angelenkten Klappe, die abgeschwenkt als Ständer für das aufgeschlagene Notizsystem dient. Ähnliche Funktionen bieten Magneten auf jeweils benachbarten Seiten. Solche Magneten ermöglichen insbesondere das Aufgeklappthalten einer bestimmten Seite.

Zur Befestigung an einem textilen Untergrund, z. B. einem Kittel, können anstelle oder neben Magneten auch Klettabschnitte auf der Außenfläche eines Notizzettels 1 befestigt sein. Als Gegenstück, das in oder an den Stoff eines Kittels angenäht oder eingearbeitet werden kann, dient entsprechend ein auf einen Magneten reagierendes Metall, ein Magnet bzw. ein mit dem Klettabschnitt reagierender Stoff.

An einem Kittel können so beispielsweise auch Namensschilder aus einem solchen wiederbeschreibbaren Material befestigt werden, insbesondere Namensschilder, bei denen eine Namensfläche auf einer oberen oder unteren Folie mittels eines fluoreszierenden Material durchleuchtet wird. Das fluoreszierende Material kann insbesondere auch dann in die Folie selber eingearbeitet sein, wenn diese trotzdem teilweise transparent bleibt.

Vorteilhaft sind auch Folien und Folientaschen aus einem teilweise transparenten und/oder farbigen Material, die insbesondere in ein solches Notizsystem eingesetzt werden können. Besonders eignen sich solche Folien und Folientaschen, wenn sie Abschnitte tragen, die magnetisch reagieren und/oder fluoreszierende Eigenschaften aufweisen. Die entsprechenden Medien können auch in das Folienmaterial selber eingearbeitet sein.


Anspruch[de]
  1. Nicht-elektronisches Notizsystem mit

    – einer Rasteinrichtung (2) zur zumindest zeitweiligen Festlegen eines Notizblattes und

    – zumindest einem mehrschichtigen Notizblatt (1), wobei

    das mehrschichtige Notizblatt (1) mit einem Schreiber wiederbeschreibbar ist,

    das mehrschichtige Notizblatt (1) eine Leuchtschicht (14) aufweist und

    ein magnetisches Haftelement (22) in das mehrschichtige Notizblatt eingearbeitet ist.
  2. Notizsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Rasteinrichtung einen Klemm-Mechanismus zum Einspannen des zumindest einen mehrschichtigen Notizblattes (1) aufweist.
  3. Notizsystem nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an dem zumindest einen mehrschichtigen Notizblatt (1) Rastmechanismen, insbesondere Heftlöcher (7) und/oder Raststege (5) zum wieder lösbaren Befestigen an der Rasteinrichtung (2) ausgebildet sind.
  4. Notizsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das zumindest eine mehrschichtige Notizblatt (1) mehrschichtig aufgebaut ist und eine erste und eine letzte wiederbeschreibbare Schicht (10 bzw. 11), eine Distanzschicht (12) und/oder eine Zwischenschicht (13) und die Leuchtschicht (14) aufweist.
  5. Notizsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Ränder von dem zumindest einen mehrschichtigen Notizblatt (1) schmutz- und flüssigkeitsdicht versiegelt sind.
  6. Notizsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem zumindest einen mehrschichtigen Notizblatt (1) Einstecköffnungen (18, 19), zum Einstecken von Informationszetteln oder -streifen (20) ausgebildet sind.
  7. Notizsystem nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß Einstecköffnungen (18, 19) von der Vorderfläche, der Rückfläche und/oder den Rändern des zumindest einen Notizblattes (1) aus zugänglich sind.
  8. Notizsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in dem zumindest einen mehrschichtigen Notizblatt (1) das magnetische Haftelement in Form von Magnetpartikeln oder einem Magnet (22) eingearbeitet ist.
  9. Notizsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in und/oder an dem zumindest einen mehrschichtigen Notizblatt (1) in der Leuchtschicht Phosphor oder eine Phosphorschicht (14) ein- und/oder angebracht ist.
  10. Notizsystem mit einem mehrschichtigen Notizblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Stift mit einer eigenen Leuchtquelle zum Beschriften zumindest des mehrschichtigen, phosphorhaltigen Notizblattes (1) bereitgestellt ist, und an der Rasteinrichtung (2) festlegbar ist.
  11. Mehrschichtiges Notizblatt für ein Notizsystem nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei

    – das Notizblatt (1) mit einem Schreiber wiederbeschreibbar ist,

    – das Notizblatt (1) eine Leuchtschicht (14) aufweist und

    – ein Haftelement (22) in das Notizblatt eingearbeitet ist.
  12. Notizsystem mit einem mehrschichtigen Notizblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch vorgedruckte Informationen als Checkliste auf dem mehrschichtigen Notizblatt.
  13. Notizsystem mit einem mehrschichtigen Notizblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Informationen in oder von dem, als sterilem Blatt mit einer Kunststoffoberfläche ausgebildeten, mehrschichtigen Notizblatt getragen werden.
  14. Notizsystem nach einem vorstehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, daß das mehrschichtige Notizblatt eine Folie (10) aufweist, die zumindest teilweise transparent und/oder farbig und/oder flexibel ist.
  15. Verwendung eines Notizsystems mit einem wiederbeschreibbaren Notizblatt nach einem der vorhergehenden Ansprüche im medizinischen Bereich oder im Pflegebereich.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com