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Dokumentenidentifikation DE202004008671U1 17.11.2005
Titel Antriebsvorrichtung für Luftkissentransportgleiter insbesondere auf Betongleitbahn
Anmelder Hanik, Gerhard, 77656 Offenburg, DE
DE-Aktenzeichen 202004008671
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 17.11.2005
Registration date 13.10.2005
Application date from patent application 29.05.2004
IPC-Hauptklasse B60V 1/14
IPC-Nebenklasse B60V 3/04   

Beschreibung[de]

Die Neuerung betrifft eine Antriebsvorrichtung für Luftkissentransportgleiter, dessen Vortrieb über Reibräder erfolgt, die an den Seitenflächen der Betongleitbahn symmetrisch laufen.

Ein Motor treibt über Triebachsen die Reibräder an. Die Wirkverbindung der Reibräder zur Laufbahn erzeugen verstellbare Andrückzylinder. Unter der gesamten Fläche des Luftkissentransportgleiters befinden sich Luftkissen. Im Stillstand ruht der Luftkissentransportgleiter mit seiner Last auf Kufen.

Luftkissen werden schon seit 25 Jahren beim innerbetrieblichen Schwerlasttransport ohne Antrieb eingesetzt. Bei der französischen Luftkissenbahn Aerotrain erfolgt der Antrieb durch zwei Pratt & Whitney Flugzeugturbinen mit einen hohen Lärmpegel von 92 dBA.

  • DE 4310119 C1 vom 27.3.93. erwähnt auf Seite 2 Zeile 20 dass für Luftkissen-Transportsysteme keine brauchbare Antriebslösung existiert.
  • DE 4321480 A1 vom 28.6.93. erwähnt auf Seite 2 Zeile 25 eine herkömmliche Traktion und auf Seite 6 Zeile 50 elektrischer Antrieb ohne Aussage.
  • DE 19501141 A1 vom 18.7.96. erwähnt auf Seite 22 Zeile 35 eine elektrische Adhäsionslok, die mit Gummireifen auf dem Betonbahnkörper fährt. Bei diesen Systemen ist ein Leitsteg erforderlich der die Luftkissenfläche verringert und zu Mehrkosten führt, wie die oft erwähnten Linearantriebe.

Ziel der Erfindung ist eine Antriebsvorrichtung, die die Gleitbahn als Leitsteg benützt, dadurch eine sichere Führung gewährleistet und gleichzeitig dem Vortrieb dient. Die Antriebsvorrichtung ist eine Triebachseneinheit bestehend aus Elektromotor, Ausgleichsgetriebe, Starr- oder Pendelachsen, Winkelgetriebe, Bremse, Achswelle und Reibräder, die mit beweglichen Verstellzylindern auf die Laufbahn gedrückt werden. Ein Wulst oberhalb der Laufbahn verhindert das Hochlaufen der Reibräder und dient zum Anlaufen der Sicherheitsrollen. Bei Halt in der Kurve kann sich der Luftkissentransportgleiter mittels Stützrollen an den feststehenden Leitplanken abstützen.

Auf der gesamten Unterseite des Transportgleiters befinden sich Luftkissen und entsprechende Kufen auf denen im Stillstand die gesamte Last ruht. Die erforderliche Luft erzeugt ein schallgeschützter Verdichter. Die Gleitbahn ist vorzugsweise eine stahlarmierte Beton-Hohlraumdeckenplatte. Das Abzweigen erfolgt mittels einer Kompaktweiche. Zum Rangieren lassen sich ganze Gleitbahnstücke verschieben.

Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung besteht darin, dass die Reibräder mit ihren Achsen sowie die Sicherheitsrollen hochgestellt, hochgeschwenkt oder um 90 Grad nach hinten geschwenkt werden können, oder jede andere denkbare Möglichkeit angewandt wird, dass beides beim Querverschieben des Luftkissentransportgleiters nicht stört.

Ausführungsbeispiele

1 zeigt schematisch die Antriebsvorrichtung, den Luftkissentransportgleiter und die Gleitbahn im Schnitt.

2 die Draufsicht des Gleiters mit schräggestellter Triebachseneinheit, die beweglichen Verstellzylinder, die Stützrollen und den Luftverdichter.

3 eine Anordnungsmöglichkeit der Pendelachsen mit Kardanwelle bei einen Gleiter als Lokomotive.

4 einen breiten Gleiter mit kombinierten Achsen sowie Pendelachsen mit eigenem Antrieb.

5 eine verschiebbare Kompaktweiche mit feststehenden Leitplanken.

6 eine Verschiebeplatte auf der sich fünf Gleitbahnstücke befinden

7 eine feststehende Weiche mit feststehenden Leitplanken.

1 zeigt die Antriebsvorrichtung (4 bis 11) als kompakte Triebachseneinheit bestehend aus Elektromotor (4), Ausgleichsgetriebe (5), Starrachse (6), Winkelgetriebe (7) mit Bremse (8) sowie die Radachse (10) mit Reibrad (11). Die ganze Einheit ist auf dem Gleiter (1) befestigt bzw. drehbar gelagert, so dass die Reibräder (11) symmetrisch auf den Seiten der Gleitbahn (13) laufen und den ganzen Luftkissentransportgleiter (1) nachfolgend Gleiter genannt, sicher führen. Die Triebachseneinheit kann in jeder denkbar möglichen Ausführungsform gestaltet sein. Der Ausbau des Gleiters (1) richtet sich nach den zu transportierenden Lasten und ist statisch so ausgebildet, dass eine punktförmige Lastgleichmäßig verteilt wird, damit das die Last tragende Luftkissen (2) das aus mehreren Luftkissen oder Kammern bestehen kann, nur eine großflächige Belastung erfährt. Die in den Kufen (3) installierten Messdosen (25) dienen zur Gewichts und Druckerfassung. Über eine Ausgleichssteuerung wird der Druck im Luftkissen und die Luftzufuhr entsprechend geregelt. Der Antriebsmotor (4) ist mit einer Steuerung so ausgestattet, dass extern über Funk, Barcod oder jeder denkbar anderen Möglichkeit gesteuert werden kann. Ähnlich ist es mit der Bremse (8) um einen möglichst fahrerlosen Betrieb zu gestatten.

2 zeigt die Antriebsvorrichtung als Starrachse in der Draufsicht, die beiden beweglichen Verstellzylinder (16) die das symmetrische Rollen der Reibräder (11) bewirken. Ein reichlich bemessener Sicherheitsspeicher sorgt bei Stromausfall für den Anpressdruck. Die Drehpunktmitte der Starrachse ist auch Mitte des Ausgleichgetriebes (5) das im Gleiter (1) gelagert ist. Der Schmutzabstreifer (14) ist so ausgebildet, dass der sich ergebende Staudruck das Luftkissen unterstützt. Die erfindungsgemäßen Stützrollen (17) dienen zur Abstützung bei einer Schräglage oder Nothalt in einer Kurve an den Leitplanken (21).

3 zeigt einen Gleiter (1) als Lokomotive in der Draufsicht mit mindestens 4 Pendelachsen (18) und Kardanwelle (19) für einen Allradantrieb sowie eine automatische Kupplung (20).

4 zeigt einen sehr breiten Gleiter mit einer erweiterten Triebachseneinheit in der Draufsicht. Ob eine Starrachse (6) oder eine Kardanwelle (19) zum Einsatz kommt richtet sich nach der Breite des Gleiters. Auch hier ist darauf hinzuweisen, dass jede denkbare Kombination und Ausführung möglich ist.

Der untere Teil des Bildes zeigt Pendelachsen mit einem eigenen Antriebsmotor (4), wobei dieser oberhalb der Bremse (8) montiert ist und die Achswelle (10) direkt antreibt.

Eine weitere Version wäge ein Gleiter (1) als Anhänger, bei dem keine Motore montiert sind und die Bremsen (8) wie bei einen LKW-Anhänger funktionieren.

5 zeigt eine verschiebbare Kompaktweiche wie schraffiert kenntlich gemacht in des Draufsicht. Diese Kompaktweiche wird in der Druckschrift DE 19501141 A1 erwähnt bzw. auf eine noch ältere Druckschrift Bezug genommen. Neu ist, zur Verschiebung die Luftkissengleittechnik zu verwenden, die Überhöhung der abbiegenden Gleitbahn und die feststehenden Leitplanken (21 und 22). Die Verschieberäume sind vor Verschmutzung zu sichern und alles komplett zu überdachen.

6 zeigt ein erfindungsgemäßes Ausführungsbeispiel eine auf Luftkissen verschiebbare Platte mit fünf feststehenden Gleitbahnstücken (13), schraffiert dargestellt in der Draufsicht. Damit wird das Rangieren wesentlich vereinfacht. Wenn z.B. auf dem mittleren Gleitbahnstück ein Gleite steht der auf die rechte oder auf die linke Gleitbahn gebracht werden soll, dann ist dies durch exates Verschieben der ganzen Platte leicht möglich. Weitere Variationen sind mit mehr Gleitbahnstücken auf einer Platte möglich.

7 zeigt eine feststehende Weiche mit Leitplanken (23 und 24). Diese Weiche kann nur mit einer erfindungsgemäßen Erweiterung der Antriebsvorrichtung benützt werden. Bei der Erweiterung werden die Reibräder (11) mit ihren Radachsen (10) sowie die Sicherheitsrollen (12) soweit hochgehoben, hochgeschwenkt oder um 90 Grad hinten gedreht, wobei jede andere denkbare Möglichkeit getroffen werden kann, damit die vorgenannten Teile die Gleitbahn (13) nicht mehr berühren. Dies gilt bei Rechtsabzweigung nur für die linke Seite des Gleiters (1) oder umgekehrt, weil bei einer Rechtskurve die Reibräder und Sicherheitsrollen in Funktion bleiben und mit den Stützrollen (17), die an den Leitplanken (24) abrollen können die Führung des Gleiters gewährleisten. Zum Querverschieben des Gleiters werden an beiden Seiten die Reibräder und die Sicherheitsrollen hochgehoben. Bei Bedarf wird der Abstand von Gleitbahn zu Gleitbahn oder Gleitbahn zu einer Lagerfläche mit einem Zwischenstück ausgeglichen, das im Boden versenkt ist und dann hydraulisch auf das gewünschte Niveau gebracht wird.


Anspruch[de]
  1. Antriebsvorrichtung für Luftkissentransportgleiter insbesondere auf Betongleitbahn dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebsvorrichtung (4 bis 11) eine Triebachseneinheit bildet und auf dem Gleiter (1) so montiert ist, dass die Reibräder (11) symmetrisch auf den beiden gegenüberliegenden Seiten der Gleitbahn (13) laufen und gegen das Hochlaufen jeweils durch einen Wulst (9) abgesichert sind.
  2. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die beiden beweglichen Verstellzylinder (16) mittels direkt oder über Kniehebel oder mit jeder anderen denkbaren Mechanik auf mindestens eine Triebachse regelbar wirken damit die Wirkverbindung von den Reibrädern (11) zur Laufbahn gewährleistet ist, während in der Zeit wenn das Luftkissen den Gleiter anhebt, die Reibräder mit der Laufbahn keinen Kontakt haben.
  3. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitbahn (13) einen Wulst aufweist, oder das Laufbahnblech mit einen Wulst (9) versehen ist, oder eine aufgesetzte verschleißfeste Profilleiste den Wulst bildet an den die Reibräder (11) und die Abhebesicherungsrollen (12) anlaufen können.
  4. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 und 2 dadurch gekennzeichnet, dass sowohl für den Antrieb als ach fair den Luftverdichter vorzugsweise Elektromotore mit Stromabnehmer eingesetzt werden, aber auch Kraftstoffmotore oder jeder denkbar andere Motor eingesetzt werden kann und mit den erforderlichen Schallschutz ausgerüstet ist.
  5. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Triebachseneinheit auf dem Gleiter (1) in der Mitte und unter dem Ausgleichsgetriebe (5) drehbar gelagert ist
  6. Antriebsvorrichtung nach Anspruch 1 bis 5 dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Gleiter (1) der als Lokomotive eingesetzt wird, mindestens eine Pendelachse (18) mit Ausgleichsgetriebe (5) und mindestens einer Kardanwelle (19) zur Kraftübertragung verbunden sind und mindestens eine automatische Kupplung (20) angebracht ist.
  7. Antriebsvorrchtung nach Anspruch 1 bis 6 dadurch gekennzeichnet, dass sich bei Gleitern (1) die als Anhänger genützt werden, die Anzahl der Pendelachsen (18) je nach Bedarf ohne Motor eingesetzt sind.
  8. Antriebsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet. dass die Reibräder (11) eine Kombination von Zahnrad und Reibrad bilden oder nur Zahnrad sind, die in Zahnstangen greifen
  9. Antriebsvorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 dadurch gekennzeichnet, dass die Sicherheitsrollen (12) in der Nähe der Reibräder (11) so angebracht sind, dass sie auch in den Kurven ihre Funktion voll erfüllen.
  10. Antriebsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Stützrollen (17) zweckmäßigerweise in der Nähe der Reibräder (11) angebracht sind und in ihrer Ausführung so bemessen sind, dass sie das Gewicht des Gleiters mit Last an den feststehenden Leitplanken (21) abstützen.
  11. Antriebsvorrichtung für Gleiter nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass auf der gesamten Unterseite des Gleiters (1) mindestens ein Luftkissen (2) angebracht ist und mindestens eine Kufe (3) befestigt ist
  12. Antriebsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass in mindestens einer Kufe (3) Messdosen (25) zur Druck und Gewichtserfassung integriert sind.
  13. Antriebsvorrichtung für Gleiter nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Ausbau des Gleiters (1), ähnlich der bekannten Tragplatten statisch so bemessen und ausgebildet ist, dass eine eventuelle Punktlast gleichmäßig auf die Luftkissen (2) verteilt wird.
  14. Antriebsvorrichtung für Gleiter auf Betongleitbahn nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass die Gleitbahn planeben oder leicht dachförmig ausgebildet ist, vorzugsweise aus stahlarmierten Beton-Hohlraumplatten besteht, oder jeder andere denkbare mögliche Werkstoff eingesetzt wird.
  15. Antriebsvorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass zum Querverschieben des ganzen Gleiters (1) die Reibräder (11) und die Sicherheitsrollen (12) angehoben, hochgeschwenkt oder durch jede andere denkbar mögliche Mechanik so hoch gebracht werden, dass sie nicht mehr stören, so dass der Gleiter mit Last in jede Richtung verschoben werden kann.
  16. Antriebsvorrichtung für Gleiter nach einem der vorangehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der am Gleiter angebrachte Schmutzabstreifer (14) so ausgebildet ist, dass der beim raschen Gleiten entstehende Staudruck dem Luftkissen (2) zugeführt wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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