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Dokumentenidentifikation DE102004021735A1 24.11.2005
Titel Ausstattungsteil, insbesondere für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs und Verfahren zu seiner Herstellung
Anmelder Johnson Controls GmbH, 51399 Burscheid, DE
Erfinder Schulze, Uwe, 41334 Nettetal, DE;
Hennig, Lars, 42799 Leichlingen, DE
DE-Anmeldedatum 30.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004021735
Offenlegungstag 24.11.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.11.2005
IPC-Hauptklasse B68F 1/00
IPC-Nebenklasse C08J 5/12   B60K 37/00   B60R 13/02   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zur Herstellung eines mit einem Bezug, insbesondere einem Lederbezug, versehenen Ausstattungsteils für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, bei welchem der Bezug zumindest partiell erwärmt, durch Pressen verformt und nach der Entnahme aus dem Preßwerkzeug mit dem Träger verbunden wird, gemäß Anspruch 1 der deutschen Patentanmeldung Nr. 10250669.8, wird zwischen Bezug und Träger ein Vlies mit einem Anteil an Fasern mit einem hohen Schmelzpunkt und einem Anteil an Fasern mit einem niedrigen Schmelzpunkt angeordnet.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines mit einem Bezug, insbesondere einem Lederbezug, versehenen Ausstattungsteils für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, wobei der Bezug zumindest partiell erwärmt, durch Pressen verformt und nach der Entnahme aus dem Preßwerkzeug mit dem Träger verbunden wird, gemäß Anspruch 1 der deutschen Patentanmeldung Nr. 102 50 669.8.

Stand der Technik

Aus der Offenlegungsschrift DE 199 11 815 A1 ist ein gattungsgemäßes Verfahren zur Herstellung lederbezogener Ausstattungsteile für den Kraftfahrzeuginnenraum bekannt. Dabei wird ein im Wesentlichen auf Sollmaß konfektionierter Lederbezug in ein Tiefziehwerkzeug eingelegt und durch Anlegen von Unterdruck gehalten. Anschließend wird mittels eines Spannrahmens eine auf Sollmaß geschnittene Schaumlage aus geschlossenzelligem, teilvernetzten Polyolefinschaum in das Tiefziehwerkzeug eingeführt, bis zum Erreichen des thermoplastischen Zustands erwärmt und auf den Lederbezug aufgelegt. Unter der Wirkung des Unterdrucks verbindet sich die Schaumlage mit dem Lederbezug ohne Verwendung zusätzlicher Klebmittel zu einem gegebenenfalls dreidimensional vorgeformten Ausstattungsteil, das durch nachfolgendes Hinterschäumen mit einem PUR-Schaum oder Verbinden mit einem vorgefertigten Trägerteil seine endgültige Gestalt erhält.

Der relativ weiche Polyolefinschaum kann dem Ausstattungsteil zwar eine ansprechende Haptik verleihen, ist jedoch im Hinblick auf sein Klimaverhalten ungünstig. Darüber hinaus können nach diesem Verfahren nur Formteile mit relativ großen Biegeradien gefertigt werden.

Aus der Praxis ist ferner bekannt, Lederbezüge für Ausstattungsteile aus einer Vielzahl von Segmenten herzustellen, die unter Ausbildung eines dreidimensionalen Formteils miteinander vernäht und nachfolgend mit dem Träger verklebt werden. Dieses Vorgehen ist einerseits aufwändig und kann zu einer optisch und/oder haptisch unbefriedigenden Häufung von Nähten führen.

Die unveröffentlichte Hauptanmeldung DE 102 50 669.8 betrifft ein Verfahren zur Herstellung komplex geformter, mit großstückigen Bezügen versehener Ausstattungsteile.

Aufgabe

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das aus dem Hauptpatent bekannte Verfahren sowie die danach gefertigten Ausstattungsteile weiter zu verbessern.

Lösung

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass zwischen Bezug und Träger ein vorzugsweise genadeltes Vlies mit einem Anteil an Fasern mit einem hohen Schmelzpunkt und einem Anteil an Fasern mit einem niedrigeren Schmelzpunkt angeordnet wird. Der Bezug kann beispielsweise aus einem Leder, insbesondere einem Spaltleder, jedoch auch aus Kunstleder, Alcantara oder einem sonstigen Textil bestehen.

Die Fasern mit einem hohen Schmelzpunkt bestehen vorzugsweise aus einem Polyester und/oder recycelten Mischfasern mit einem Schmelzpunkt von 230°C bis 320°C, vorzugsweise etwa 250°C bis 300°C.

Die Fasern mit einem niedrigeren Schmelzpunkt werden hingegen mit Vorteil aus einem Copolyester gefertigt, der einen Schmelzpunkt von 100°C bis 200°C, insbesondere etwa 120°C bis 180°C aufweist. Der Anteil an diesen Fasern beträgt nach einer bevorzugten Ausführung der Erfindung 20 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise etwa 30 Gew.-%.

Das Vlies weist vorzugsweise ein Flächengewicht von 300 bis 1.200 g/m2, insbesondere etwa 400 bis 600 g/m2 auf.

Bei der Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens werden der Bezug und das Vlies mit Vorteil zeitgleich innerhalb oder außerhalb des Preßwerkzeugs erwärmt, beispielsweise durch IR-Strahler, anschließend im Preßwerkzeug bei einer Temperatur oberhalb der niedrigeren, jedoch unterhalb der höheren Schmelztemperatur zu einer Einheit verpreßt und nach der Entnahme aus dem Preßwerkzeug mit dem Träger verbunden. Beim Verpressen kann das Vlies zur Ausbildung formsteifer Bereiche zumindest örtlich auf 5% bis 15%, vorzugsweise etwa 10%, seiner Ausgangsdicke komprimiert werden. Durch das Aufschmelzen und spätere Verfestigen der niedrigschmelzenden Fasern behält der Verbund die gewünschte Kompression. Es kann jedoch vorgesehen werden, das Vlies zur Ausbildung polsterartiger Bereiche örtlich nicht oder nur geringfügig zu komprimieren, so dass durch Anwendung des Verfahrens ein Ausstattungsteil mit lokal unterschiedlicher Haptik gefertigt werden kann.

Grundsätzlich kann bereits durch die niedrigschmelzenden Fasern ein Verbund zwischen Bezug und Vlies erzeugt werden. Besonders haltbar wird der Verbund jedoch durch ein zwischen Bezug und Vlies eingebrachtes Klebemedium, insbesondere einen sprüh- oder streubaren bzw. in Form eines Netzes zwischenlegbaren Schmelzkleber auf Polyamid- oder Polyesterbasis.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Herstellung eines mit einem Bezug, insbesondere einem Lederbezug, versehenen Ausstattungsteils für den Innenraum eines Kraftfahrzeugs, wobei der Bezug zumindest partiell erwärmt, durch Pressen verformt und nach der Entnahme aus dem Preßwerkzeug mit dem Träger verbunden wird, gemäß Anspruch 1 der deutscher Patentanmeldung Nr. 102 50 669.8, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen Bezug und Träger ein Vlies mit einem Anteil an Fasern mit einem hohen Schmelzpunkt und einem Anteil an Fasern mit einem niedrigeren Schmelzpunkt angeordnet wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern mit einem hohen Schmelzpunkt aus einem Polyester und/oder recycelten Mischfasern bestehen.
  3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Polyester und/oder die Mischfasern einen Schmelzpunkt von 230°C bis 320°C, vorzugsweise etwa 250°C bis 300°C aufweisen.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Fasern mit einem niedrigeren Schmelzpunkt aus einem Copolyester bestehen.
  5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Copolyester einen Schmelzpunkt von 100°C bis 200°C, insbesondere etwa 120°C bis 180°C aufweist.
  6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Anteil an Fasern mit einem niedrigeren Schmelzpunkt 20 bis 40 Gew.-%, vorzugsweise etwa 30 Gew.-% beträgt.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies ein Flächengewicht von 300 bis 1.200 g/m2, vorzugsweise etwa 400 bis 600 g/m2 aufweist.
  8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Bezug und das Vlies erwärmt, im Preßwerkzeug zu einer Einheit verpreßt und nach der Entnahme aus dem Preßwerkzeug mit dem Träger verbunden werden.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies beim Verpressen zur Ausbildung formsteifer Bereiche zumindest örtlich auf 5% bis 15%, vorzugsweise etwa 10%, seiner Ausgangsdicke komprimiert wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies zur Ausbildung polsterartiger Bereiche örtlich nicht oder nur geringfügig komprimiert wird.
  11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Vlies genadelt ist.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Verbund zwischen Bezug und Vlies durch ein Klebemedium, insbesondere einen sprüh- oder streubaren bzw. in Form eines Netzes zwischenlegbaren Schmelzkleber auf Polyamid- oder Polyesterbasis hergestellt wird.
  13. Mit einem Bezug, insbesondere einem Lederbezug, versehenes Ausstattungsteil, hergestellt unter Anwendung des Verfahrens nach einem der vorhergehenden Ansprüche.
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