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Dokumentenidentifikation DE202005011423U1 24.11.2005
Titel Kissen, insbesondere Stillkissen
Anmelder Zöllner, Julius, 96328 Küps, DE
Vertreter Maryniok und Kollegen, 96317 Kronach
DE-Aktenzeichen 202005011423
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 24.11.2005
Registration date 20.10.2005
Application date from patent application 20.07.2005
IPC-Hauptklasse A47G 9/10
IPC-Nebenklasse A47D 15/00   A61G 7/07   A47C 3/16   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Kissen, bestehend aus mindestens zwei Teilen, die miteinander über mindestens ein Verbindungsteil verbunden sind, wobei jedes Kissenteil eine eigene Kissenfüllung aufweist und die Kissenteile beweglich zueinander angeordnet sind.

Ein Kissen der gattungsgemäßen Art ist aus dem Gebrauchsmuster DE 202 18 818 U1 bekannt. Das darin angegebene Kissen ist gekennzeichnet durch mindestens zwei Kissenteile oder Teilkissen, die miteinander über mindestens ein Verbindungselement verbunden sind. Die Verbindung besteht zweckmäßigerweise aus einer Trennnaht, die quer zur Längsachse verlaufend eingebracht ist. Diese kann auch aus einem Reißverschluss bestehen, so dass die Kissen voneinander trennbar sind. Des Weiteren sind Flächenreißverschlusselemente, sogenannte Klettverschlüsse, Haken, Ösenverbindungen, Knöpfe oder Druckknöpfe und dergleichen für die Verbindung der beiden Kissenteile vorgesehen.

Über die Verbindung lassen sich die beiden Kissenhälften in eine V-förmige Position verbringen, in der das Kissen auch als Stillkissen verwendbar ist. Durch die beiden Kissenteile ist eine große Variabilität gegeben, so dass das Kissen nicht nur als normales Kopfkissen verwendet werden kann, sondern auch als sogenanntes Seitenschläferkissen und z. B. auch als Stillkissen für die Körperabstützung für stillende Mütter. Die Kissen weisen zum Befüllen Öffnungen in bekannter Ausführung auf, die beispielsweise mittels Reißverschlüssen verschließbar oder vernäht sind. Das Kissen kann darüber hinaus auch Seitenansatzteile aufweisen, um eine größere Dicke zu erreichen. In den so gebildeten Kissenbezug können Füllstoffe eingegeben werden. Zweckmäßigerweise sind dies Schaumstoffteile oder aber auch Fasern oder Federn und dergleichen. Liegt ein solches Kissen in einem Sessel oder auf einem Stuhl und wird als Stillkissen genutzt, dann sitzt die stillende Mutter abgerückt von der Rückenlehne auf dem Sitzmöbel und kann sich nicht an die Rückenlehne anlehnen, was als nachteilig empfunden wird.

Aus der DE 295 19 799 U1 ist ein Still- und Lagerungskissen bekannt, das von verformbarer, länglicher, insbesondere im Wesentlichen U-förmiger bzw. hufeinsenförmiger Grundgestalt ist. Die beiden entgegengesetzten Endabschnitte sind über Verbindungsmittel in Form von Bändern miteinander verbunden, um eine gewünschte Formstabilität sicherzustellen. Ein solches Stillkissen wird auf einen Sessel, ein Sofa oder einen Stuhl gelegt und umschließt durch seine U-förmige bzw. hufeneinsenförmige Gestalt derart den Rumpf der Mutter, dass der mittlere Bereich des Kissens im Bereich der Lendenwirbelsäule und auch die Seitenteile eine sitzunterstützende Wirkung erzeugen und eine im Wesentlichen aufrechte Sitzposition der Mutter unterstützen. Daneben kann ein solches Sitzkissen auch als Lagerungskissen bzw. zur Bildung eines Nestes für einen Säugling oder ein Kleinkind verwendet werden. Durch die Befüllung mit flexiblem schaumstoffförmigem Material ist darüber hinaus eine flexible, an die Anatomie des Körpers anpassbare Ausführung gegeben. Durch die vorgegebene Grundform entsteht bei der Fertigung ein großer Verschnitt. Darüber hinaus ist eine darüber hinausgehende Anwendung des Kissens praktisch durch die Formgebung nicht möglich. Ferner kann auch bei dieser Ausführung die stillende Mutter sich praktisch nicht beim Sitzen an die Rückenlehne zur Erhöhung des Sitzkomforts anlehnen.

Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kissen der gattungsgemäßen Art so weiterzubilden, dass es besonders einfach herstellbar und vielfältig verwendbar ist und bei der Verwendung als Stillkissen die Nutzung der Rückenlehne des Sitzmöbels als Rückenstütze ermöglicht.

Gelöst wird die Aufgabe durch Ausgestaltung des Kissens gemäß der im Anspruch 1 angegebenen technischen Lehre, wonach die mindestens zwei Kissenteile durch ein dreieck- oder trapezförmiges ungefülltes Zwischenteil miteinander verbunden sind, das derart zwischengefügt ist, dass die Verbindungen mit den Kissenteilen schräg von oben nach unten seitlich nach außen verlaufen.

Die Verbindungen können durch Trennnähte, Steppnähte oder auch durch lösbare oder unlösbare Verbindungelemente hergestellt werden. Am preiswertesten ist es jedoch, bei der Herstellung entweder eine Stoffbahn oder zwei Stoffbahnen zu verwenden und diese umgeschlagen oder aufeinander gelegt miteinander zu Kissenbezügen zu vernähen, wobei automatisch durch die Einbringung der Trennnaht das dreieckförmige Verbindungsteil ausgeformt wird. Während die seitlichen Kissenteile durch je eine Öffnung befüllbar und somit aufgepolstert sind, beispielsweise durch Einziehen von einem sackförmigen Inlett mit eingebrachten Schaumstoffflocken, -chips oder -formteilen, Fasern, Federn oder anderen Füllstoffen oder durch direktes Befüllen, ist der mittige Verbindungsteil nicht aufgepolstert und somit faltbar. Nach dem Befüllen wird die Öffnung verschlossen.

Es ist ersichtlich, dass durch diese Lösung beispielsweise die beiden Kissenteile gegenüber der Mittenachse des aufrecht stehenden Dreieckes oder Trapezes gegeneinander verschwenkt werden können, so dass eine mittige Stoßfügung mit spitzdachförmigem obenseitigem Abschluss entsteht. Ein solches umgeformtes Kissen kann beispielsweise als Liegekissen für ein Kleinkind oder Baby verwendet werden. Die Teile können dabei mittels Flächenreißverschlusselementen im unteren Bereich miteinander verbunden sein oder aber auch im Bereich der mittigen Anfügungsfurche bzw. Stoßfügung. Durch die aufgepolsterten Seitenteile bildet sich dabei automatisch in der Mitte eine Senke, so dass ein Kleinkind in der Polsterung beidseitig gestützt liegt, ohne nach außen oder in die Rückenlage rollen zu können. Die praktisch ausgeformte Spitze gibt dabei auch die Lagerichtung vor. So kann in diesen Bereich beispielsweise das Kleinkind mit den Kopf gelegt werden. Die beiden Kissen können in dieser Position auch an der Stoßfügung über Flächenreißverschlusselemente oder andere Verbinder miteinander verbunden sein.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung und Verwendungen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Das dreieckförmige Verbindungselement gestattet darüber hinaus aber auch eine einseitige Abwinkelung des einen Kissenteils gegenüber dem anderen Kissenteil, so dass ein Seitenlagerungskissen bzw. Seitenschläferkissen auf einfache Weise herstellbar ist. Des Weiteren kann auch ein winkelförmiges Kissen hergestellt bzw. können beide Kissenteile als Seitenlagerungskissen genutzt werden. Durch die flexible Verbindung der beiden Kissenteile und deren durch die Füllung vorgegebene flexible Ausgestaltung ist es darüber hinaus möglich, das Kissen als Stillkissen zu benutzen. In diesem Fall wird das Kissen lediglich anatomisch um den Körper der Mutter und gleichzeitig auf das Sitzmöbel gelegt. Die gefüllten Kissenteile schmiegen sich dabei an den Körper der Mutter an und erstrecken sich über die Oberschenkel während der Lordosenbereich praktisch durch das Verbindungselement frei liegt, so dass ein Anlegen des Rückens an die Rückenlehne des Sitzmöbels möglich ist und der Rücken abgestützt wird. Die zipfelförmigen Ausläufer der schräg abschließenden seitlichen Kissen bieten einen zusätzlichen seitlichen Halt.

In einer weiteren Variante kann vorgesehen sein, dass an Stelle rechteckförmiger Grundkörper des Kissens die Kissenteile nach außen abflachen, so dass sie praktisch keilförmig verjüngend verlaufen. Auch hierdurch ist der Nutzen gewährleistet, selbst bei der Umformung der Kissen zu einem Babyliegekissen.

Die Kissen nach der Erfindung können grundsätzlich mit allen bekannten Füllstoffen, wie Schaumstoffkörper oder -formkleinteilen, -chips, gefüllt werden. Als besonders vorteilhaft hat es sich erwiesen, wenn die Kissenteile mit EPS-Mikroperlen, also kleinen geschäumten Kunststoffkügelchen, gefüllt werden, die eine fein verteilte, stabile Ausrichtung und anschmiegsame Formausprägung sicherstellen.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele ergänzend erläutert.

In der Zeichnung zeigt 1 die Rückansicht eines Kissens nach der Erfindung. Dieses besteht aus zwei Kissenteilen 1 und 2, die beliebig lang ausgestattet, gleich lang sein können oder auch abweichende Längen aufweisen und mit gleichen oder unterschiedlichen Füllmaterialien gefüllt sein können. Diese beiden Teile 1, 2 sind über das aus den Stoffbahnen durch Verbindungsnähte 4, 5 abgetrennte dreieckförmige Verbindungsteil miteinander verbunden. Dieses Verbindungsteil besteht aus dem Stoffbezug selbst und ist nicht als taschenförmiges Gebilde ausgebildet und auch nicht gefüllt. Es kann, wie auch der übrige Bezugsstoff, mit einem Vlies unterlegt sein, um eine gewünschte Griffigkeit und Basissteifigkeit zu erreichen. Ebenso kann das Teil als Einzelteil gefertigt und mittels Reißverschlüssen mit den Abschlussseiten der Kissenteile 1, 2 verbunden sein.

Ein so geformtes Kissen kann, wie aus 2 ersichtlich, als Stillkissen verwendet werden. Dabei können die beiden Kissenteile 1, 2 um den Körper 6 der Mutter gelegt werden, z. B. wenn die Mutter auf einem Stuhl, Sofa oder Sessel sitzt. Durch das flexiblere und verbindende Verbindungselement 3 ist eine anschmiegende Positionierung des Kissens als Stillkissen möglich.

3 und 4 zeigen, dass dasselbe Kissen durch Verschwenken der beiden Kissenteile 1, 2 um die Mittenachse des dreieckförmigen Verbindungselementes 3 so zusammengefaltet werden kann, dass die aus 4 ersichtliche Ausbildung entsteht. Die beiden Kissenteile 1, 2 können sodann über nicht dargestellte Flächenreißverschlüsse an ihren Stoßkanten 7 miteinander verbunden sein. Durch die Polsterung in den Kissenteilen 1 und 2 wird dabei ein Nest mittig gebildet, in das ein Kleinkind gelegt werden kann.

5 zeigt eine andere Umwandlungsmöglichkeit, wonach das Kissen auch zu einem Seitenlagerungskissen auf einfache Weise umgeändert werden kann. Zu diesem Zweck wird ein Kissenteil um die schräg verlaufende Naht 4 oder 5 umgeklappt, so dass ein winkelförmiges Kissen gegeben ist, das als Seitenlagerungskissen verwendbar ist.

Durch die klare Struktur und durch die Verwendung des dreieckförmigen Verbindungsteils ist ersichtlich, dass das Kissen auf einfache Weise herstellbar ist. Darüber hinaus können auch mehrere solche Glieder, also weitere Kissenteile vorgesehen sein, die wiederum mit dem vorhergehenden Teil über ein solches dreieckförmige Segment miteinander verbunden sind, so dass auch die Herstellung eines geschlossenen Ringes möglich ist.


Anspruch[de]
  1. Kissen, bestehend aus mindestens zwei Teilen, die miteinander über mindestens ein Verbindungsteil verbunden sind, wobei jedes Kissenteil (1, 2) eine eigene Kissenfüllung aufweist und die Kissenteile (1, 2) beweglich zueinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet, dass die mindestens zwei Kissenteile (1, 2) durch ein dreieck- oder trapezförmiges, ungefülltes Zwischenteil (3) miteinander verbunden sind, das derart zwischengefügt ist, dass die Verbindungen (4, 5) mit den Kissenteilen (1, 2) schräg von oben nach unten seitlich ausstehend verlaufen.
  2. Kissen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es aus zusammengefalteten oder übereinander gelegten Stoffbahnen gebildet ist, die miteinander vernäht oder über Flächenreißverschlusselemente miteinander verbunden sind, wobei der dreieck- oder trapezförmige Verbindungsteil (3) durch Steppnähte (4, 5) von den beiden schlauchartigen Kissenteilen (1, 2) getrennt ist.
  3. Kissen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kissenteile (1, 2) mit gleichen oder unterschiedlichen Füllmaterialien gefüllt sind.
  4. Kissen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Kissenteile (1,2) mit EPS-Mikroperlen oder mit anderen Schaumstoff kugeln oder dreidimensionalen, aus elastischem Material bestehenden Formkörpern gefüllt sind.
  5. Kissen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass durch Abwinklung eines Kissenteils (1, 2) gegenüber dem anderen um die Verbindungen (4, 5) das Kissen in Seitenlagerungskissen formbar ist.
  6. Kissen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kissenteile (1, 2) gleiche oder voneinander abweichende Größen aufweisen
  7. Kissen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens die oberen Flächen der Kissenteile (1, 2) Zum Ende nach außen leicht abfallend verlaufen oder eine Freiform aufweisen.
  8. Kissen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kissenteile (1, 2) nach Faltung um die Mittenachse des Verbindungsteiles an den aneinander liegenden Oberseiten mittels Flächenreißverschlusselemente oder anderer Verbindungselement miteinander verbunden sind.
  9. Kissen nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet, durch die Verwendung als Stillkissen.
  10. Kissen nach Anspruch 8, gekennzeichnet durch die Verwendung als Wickelkissen oder als Kopfstützkissen in zusammengefalteter Form.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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