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Dokumentenidentifikation DE10053610B4 01.12.2005
Titel Selbstfahrender Rübenroder
Anmelder Franz Kleine Vertriebs & Engineering GmbH, 33154 Salzkotten, DE
Erfinder Lühs, Herbert, 33142 Büren, DE
Vertreter Rehberg und Kollegen, 37073 Göttingen
DE-Anmeldedatum 28.10.2000
DE-Aktenzeichen 10053610
Offenlegungstag 16.05.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse A01D 25/00
IPC-Nebenklasse A01D 33/08   B65G 15/44   B62D 49/00   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen selbstfahrenden Rübenroder, mit einem eine Vorderachse aufweisenden Fahrwerk, mit vor der Vorderachse angeordneten Rodeeinrichtungen, die über eine Arbeitsbreite des Rübenroders Rüben aus dem Boden aufnehmen und an eine ebenfalls noch vor der Vorderachse angeordnete Querfördereinrichtung übergeben, mit einer in Längsrichtung des Fahrwerks und vertikal dazu verlaufenden Förder- und Reinigungsstrecke, auf die die Rüben von der Querfördereinrichtung über eine Förderbreite, die um mindestens ein Drittel kleiner ist als die Arbeitsbreite, übertreten, wobei eine Zwangsfördereinrichtung die Rüben von der Querfördereinrichtung über ein Vorderrad der Vorderachse hinweg abfördert, und mit einem Bunker für die gereinigten Rüben am Ende der Förder- und Reinigungsstrecke.

Die derzeit gebräuchlichen selbstfahrenden Rübenroder entsprechen nicht der eingangs beschriebenen Art. Bei ihnen führt eine Förder- und Reinigungsstrecke von der Querfördereinrichtung zwischen den Vorderrädern der Vorderachse hindurch bis zu einem Elevator, der entweder hinten an dem Rübenroder oder seitlich zwischen der Vorderachse und einer Hinterachse des Rübenroders angeordnet ist. Bis zu dem Elevator befinden sich die Rüben auf einem unteren Niveau unterhalb des Bunkers. Erst der Elevator hebt die bis dahin schon gereinigten Rüben soweit an, daß diese oben in den Bunker übertreten können. Typische Reinigungseinrichtungen bekannter Rübenroder sind Siebsterne, die zugleich als Fördereinrichtungen verwendet werden. Ein solcher bekannter Rübenroder ist beispielsweise in der DE 197 49 195 C1 beschrieben. Dort ist auch das Problem angesprochen, daß das Hindurchtreten der Förder- und Reinigungsstrecke zwischen den Vorderrädern der Vorderachse den möglichen Lenkeinschlag der Vorderräder beschränkt. Hinzu kommt, daß das gesamte Fahrwerk bei Rübenrodern dieses Typs eine Sonderkonstruktion ist, die den nötigen Raum für die Siebsterne oder andere Einrichtungen zur Ausbildung der Förder- und Reinigungsstrecke unterhalb des Bunkers läßt. Das Sonderfahrwerk ist sowohl ein Kosten- als auch ein Gewichtsproblem. Das Gewichtsproblem ist bei Rübenrodern ein ganz besonderes, weil allein die Füllung des Bunkers einige 10 Tonnen Gewicht ausmachen kann, die zu dem Leergewicht des Rübenroders hinzukommen. Gleichzeitig verhindert der Verlauf der Förder- und Reinigungsstrecke zwischen den Vorderrädern der Vorderachse in Verbindung mit der maximal zulässigen Straßentransportbreite die Verwendung sehr breiter Reifen auf den Vorderrädern, mit denen das Gewicht des Rübenroders zur Vermeidung extremer Bodenverdichtungen über eine größere Fläche abgetragen werden könnte.

Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen neuen Rübenroder aufzuzeigen, der bezüglich der Reinigungsleistung der Förder- und Reinigungsstrecke und des Volumens des Bunkers herkömmlichen Rübenrodern zumindest ebenbürtig ist und der gleichzeitig sowohl grundsätzlich leichter ist als auch die Verwendung von extrem breiten Reifen an den Vorderrädern gestattet.

Ein bekannter Rübenroder der eingangs beschriebenen Art basiert auf dem Trägerfahrzeug XERION der Firma CLAAS. An diesem Trägerfahrzeug ist Spezialausrüstung gelagert, die von der Firma HOLMER stammt. Die Spezialausrüstung weist einen am Trägerfahrzeug gelagerten Rahmen auf, der die Rodeeinrichtung, die Querfördereinrichtung und ein daran anschließendes Elevatorband mit mitlaufendem Gegensiebband trägt. Durch die Kombination des Elevatorbands mit dem Gegensiebband werden die Rüben über ein Vorderrad der Vorderachse angehoben und dahinter auf ein Seitenband übergeben, welches zu hinten an dem Rübenroder angeordneten Siebsternen führt. Die dem Elevatorband und dem Gegensiebband zukommende Reinigungswirkung ist ebenso wie diejenige der aus einem Bett aus Schneckenwalzen bestehenden Querfördereinrichtung völlig unzureichend, so daß die Notwendigkeit für die nachgeschalteten Reinigungseinrichtungen besteht. Der Rübenbunker des bekannten selbstfahrenden Rübenroders der eingangs beschriebenen Art ist auch wegen des Raumbedarfs für das Seitenband mit deutlich unter 10 Tonnen nur klein, so daß ein häufiges Überladen der Rüben auf ein Transportfahrzeug notwendig ist. Er kann daher nicht als vollwertiger Rübenroder angesehen werden. Wie bei den vorbeschriebenen herkömmlichen Rübenrodern sieht der Fahrer des bekannten Rübenroders der eingangs beschriebenen Art zudem nicht, ob die Reinigungswirkung der Reinigungseinrichtungen ausreichend sind, um die gewünschten gereingten, aber unbeschädigten Rüben zu erhalten.

Aus der FR 2 318 572 ist eine selbstfahrende Ladevorrichtung für Rüben bekannt. An ihrem vorderen Aufnahmeende weist diese Ladevorrichtung ein angetriebenes Oberband auf, das die von ihm erfaßten Rüben in den Bereich eines Betts aus Sternwalzen beaufschlagt, so daß die Rüben zwischen das Oberband und die quer angeordneten Sternwalzen gelangen. Das Oberband überdeckt dabei nur den vordersten Teil des Betts aus den Sternwalzen. Im hinteren Teil dieses Betts sind die Rüben nicht nach oben abgestützt. Die auf die Rüben einwirkenden Sternwalzen befreien diese von anhaftenden Verunreinigungen. Darüber hinaus fördern die Sternwalzen die Rüben nach hinten, bis sie in den Bereich eines Elevators gelangen, der die gereinigten Rüben über Vorderräder einer Vorderachse hinweg bis in einen Rübenbunker anhebt.

Aus der GB 2 145 612 B ist eine Kartoffelrodevorrichtung bekannt, die zum Reinigen der Kartoffeln ein nach oben offenes Bett aus quer angeordneten Sternwalzen aufweist.

Aus der DE 297 19 874 U1 ist ein Sternrad, insbesondere für Sternradwalzen von Trennvorrichtungen, bestehend aus einem Formkörper aus Kunststoff bekannt. Die einzelnen Finger des Sternrads sind dabei begrenzt elastisch. Zudem verlaufen die Finger nicht geradlinig radial, sondern sie sind aus einer radialen Richtung in eine über den Umfang des Sternrads immer gleichen tangentialen Richtung abgebogen. Die Abbiegung verläuft entgegengesetzt zu der bevorzugten Drehrichtung des Sternrads.

Aus der DE 12 24 079 B ist eine Förder- und Reinigungsvorrichtung für Rübenerntemaschinen bekannt. Diese Förder- und Reinigungsvorrichtung ist im Anschluss an Rodewerkzeuge und Siebketten für die Rüben angeordnet. Die Förder- und Reinigungsvorrichtung weist eine rostförmige, aus mit Erhöhungen versehenen Längsstäben zusammengesetzte Förderbahn und eine darunter angeordnete Förderkette auf, deren Mitnehmer zwischen den Längsstäben der Förderbahn hindurchragen. Über der Förderbahn sind mehrere mit hoher Drehzahl rotierende Bürstenwalzen quer zur Förderrichtung angeordnet. Dabei sind die Erhöhungen auf den Längsstäben etwa gleich hoch wie die über die Ebene der Förderbahn hinaus ragenden Mitnehmer der Förderkette. Die von den Mitnehmern mitgenommenen Rüben werden von den Erhöhungen auf den Längsstäben angehoben und in den Bereich der rotierenden Bürstenwalzen gebracht. So erfolgt eine Reinigung der Rüben durch die rotierenden Bürstenwalzen. Am Ende der jeweiligen Erhöhung fallen die Bürsten auf die Längsstäbe zurück. Sie werden dort von den Mitnehmern erfasst und in den Bereich der nächsten Erhöhung bzw. Bürstenwalze gebracht. Von der Förder- und Reinigungsvorrichtung werden die Rüben an ein Querförderband übergeben.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird durch einen selbstfahrenden Rübenroder mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst.

Bei dem neuen Rübenroder wird die Zwangsfördereinrichtung, die benötigt wird, um die Rüben über das Vorderrad der Vorderachse hinweg zu fördern, mit aktiven Reinigungseinrichtungen kombiniert. Das heißt, schon während des Förderns der Rüben über das Vorderrad der Vorderachse hinweg fallen nicht nur lose anhaftende Verunreinigungen von den Rüben ab, sondern es werden auch fest anhaftende Verunreinigungen durch mechanische Einwirkung aktiv von den Rüben abgelöst. Entsprechend sind bei dem neuen Rübenroder im Anschluß an die Zwangsfördereinrichtung keine weiteren Reinigungseinrichtungen für die Rüben erforderlich. Vielmehr können die Rüben direkt in den Bunker eingebracht werden. Entsprechend kann der Bunker vergleichsweise groß ausgebildet sein, da weder seitlich noch am Ende des Rübenroders Platz für Rübenreinigungseinrichtungen gelassen werden muß. Gleichzeitig kann der gesamte neue Rübenroder auf einem Standardfahrwerk aufbauen, da die Förder- und Reinigungsstrecke weder zwischen den Rädern der Vorderachse hindurch verläuft, noch unterhalb des Rübenroders irgendwelche Reinigungseinrichtungen für die Rüben anzubringen sind. Allein hierdurch wird der angestrebte erhebliche Kosten- und Gewichtsvorteil erreicht. Gleichzeitig steht der Verwendung extrem breiter Reifen auch für die Vorderräder des neuen Rübenroders nichts im Wege. Die relative Breite der beiden Reifen der Vorderräder bezogen auf die gesamte Breite des Rübenroders kann ohne weiteres bis zu über 70 % betragen.

Weiterhin ist bei dem neuen Rübenroder eine die Rübenreinigungswirkung der Reinigungseinrichtungen beeinflussende Geschwindigkeit ihres mindestens einen Antriebs unabhängig von einer Geschwindigkeit der Zwangsfördereinrichtung einstellbar, mit der diese die Rüben durch den Einwirkbereich der aktiven Reinigungseinrichtungen hindurch fördert. Damit lehrt die Erfindung nicht nur, die Zwangsfördereinrichtung mit den aktiven Reinigungseinrichtungen zu kombinieren, sondern auch, die aktiven Reinigungseinrichtungen unabhängig von der Zwangsfördereinrichtung anzutreiben. So kann unabhängig voneinander der Rübendurchsatz der Förder- und Reinigungsstrecke durch die Regulierung des Antriebs der Zwangsfördereinrichtung und der Reinigungsgrad der Rüben durch die Regulierung des Antriebs der aktiven Reinigungseinrichtungen eingestellt werden. Bei konstantem Verschmutzungsgrad der Rüben kann es zwar sinnvoll sein, die Geschwindigkeit der beiden Antriebe zu koppeln, weil eine höhere Geschwindigkeit der Zwangsfördereinrichtung die Zeit verkürzt, in der sich eine bestimmte Rübe im Einwirkbereich der aktiven Reinigungseinrichtungen befindet und daher ohne Anpassung der Geschwindigkeit der Reinigungseinrichtung weniger gut gereinigt wird. Die erfindungsgemäße unabhängige Einstellbarkeit des Antriebs der aktiven Reinigungseinrichtung bedeutet aber, daß insbesondere auf unterschiedliche Verschmutzungsgrade der Rüben und unterschiedliche Schwierigkeiten, vorhandene Verschmutzungen mechanisch zu entfernen, reagiert werden kann. So wird die Geschwindigkeit des Antriebs der aktiven Reinigungseinrichtungen auch bei konstanter Rübenfördergeschwindigkeit der Zwangsfördereinrichtung durch den Einwirkbereich der aktiven Reinigungseinrichtungen so lange erhöht, bis ein gewünschtes Reinigungsergebnis erzielt ist, ohne daß die Rüben aber schon durch übermäßige Einwirkung der Reinigungseinrichtungen beschädigt werden.

Außerdem erstreckt sich die Zwangsfördereinrichtung von der Querfördereinrichtung direkt des neuen Rübenroders von vorne bis an oder in den Bunker hinein. Dabei ist eine Unterteilung der Zwangsfördereinrichtung in zwei oder mehrere Teile möglich, aber in der Regel nicht notwendig oder auch nur sinnvoll.

Die Zwangsfördereinrichtung kann ein Elevatorband mit Mitnehmern aufweisen, d.h. hier in der Regel ein als Oberband ausgebildetes Siebband, von dem die Mitnehmer abstehen. Außerhalb des Einwirkbereichs der aktiv angesteuerten Reinigungseinrichtungen kann dem Elevatorband ein mitlaufendes Gegenband, aber auch ein ortsfestes Gegenblech zugeordnet sein.

Weiterhin ist es bei dem neuen Rübenroder besonders bevorzugt, wenn die Förder- und Reinigungsstrecke neben einer Fahrerkabine des Rübenroders durch ein seitliches Sichtfeld vom Fahrersitz aus verläuft, wobei der Einwirkbereich der aktiven Reinigungseinrichtungen zumindest teilweise vor und/oder in dem Gesichtsfeld liegt. Auf diese Weise sieht der Fahrer vom Fahrersitz aus nicht nur den Verschmutzungsgrad der ankommenden Rüben, sondern auch, wie die Reinigungseinrichtungen die Verschmutzungen der Rüben beseitigen. Hierdurch ist es für den Fahrer leicht möglich, den Antrieb für die Reinigungseinrichtungen so einzustellen, daß am Ende der Reinigungseinrichtungen der gewünschte Reinigungsgrad ohne unerwünschte Beschädigungen der Rüben erreicht ist. Bevorzugt ist es, wenn der Fahrer bei dem neuen Rübenroder die Rüben während ihrer Reinigung und bis zu ihrem Eintritt in den Bunker beobachten kann.

Es versteht sich, daß der Fahrer hierzu die Geschwindigkeit des Antriebs der aktiven Reinigungseinrichtungen von seinem Fahrersitz aus einstellen können muß. Vorzugsweise sind entsprechende Einstelleinrichtungen so ausgebildet, daß die Geschwindigkeit des Antriebs der aktiven Reinigungseinrichtungen kontinuierlich vom Fahrersitz aus einstellbar ist. Mit anderen Worten bedeutet dies, daß die Geschwindigkeit des Antriebs jederzeit von Hand an den aktuellen Bedarf an Reinigungswirkung anpaßbar ist.

Die aktiven Reinigungseinrichtungen, durch deren Einwirkbereich die Zwangsfördereinrichtung die Rüben bei dem neuen Rübenroder hindurch fördert, weisen beispielsweise ein Bett aus drehantreibbaren Sternwalzen auf, über das die Zwangsfördereinrichtung die Rüben hinweg befördert.

Die Sternwalzen sind vorzugsweise in Querrichtung angeordnet und bezüglich ihrer Drehzahl und/oder Drehrichtung einzeln, gruppenweise oder zusammen einstellbar. Häufig wird es selbst für die Erreichung sehr unterschiedlicher Reinigungswirkungen ausreichend sein, wenn allen Sternwalzen ein gemeinsamer Antrieb zugeordnet ist, so daß zwischen den einzelnen Sternwalzen ein festes Verhältnis ihrer Drehzahlen und Drehrichtungen gegeben ist. Dies bedeutet aber nicht, daß alle Sternwalzen dieselbe Drehzahl oder Drehrichtung aufweisen müssen. Auch bei nur einem Antrieb können beispielsweise gegenläufige Drehrichtungen bei sich kämmenden Sternwalzen vorgesehen sein. Es ist aber auch möglich, eine vordere Gruppe von Sternwalzen mit einem Antrieb zu versehen, der mit dem Antrieb der Zwangsfördereinrichtung gekoppelt ist und nur einen zweiten Antrieb für hintere Sternwalzen unabhängig von dem Antrieb der Zwangsfördereinrichtung auszubilden. Der Fahrer kann dann beobachten, ob die Reinigungswirkung der Sternwalzen mit dem starr gekoppelten Antrieb ausreichend ist, um die Rüben zu reinigen. wenn nein, kann er den Antrieb für die nachgeschalteten Sternwalzen in dem gewünschten Maße zuschalten. Wenn ja, können die weiteren Sternwalzen auf ein einfaches Mitlaufen ihres Umfangs mit der Zwangsfördereinrichtung hin angesteuert oder auch einfach nur freigeschaltet werden.

Die Ausbildung der Sternwalzen bei dem neuen Rübenroder im Detail kann vollständig dem bekannten Stand der Technik entsprechen, wobei Sternwalzen gemäß der DE 297 19 875 U1 verwendbar sind. Es ist auch möglich, einzelne oder mehrere runde Glattwalzen zwischen und/oder neben den Sternwalzen anzuordnen, die ebenfalls angetrieben oder nur freilaufend sein können.

Vorzugsweise ist die Förder- und Reinigungsstrecke des neuen Rübenroders an einem Rahmen ausgebildet, der gegenüber dem Fahrwerk in vertikaler Richtung verfahrbar ist. Durch diese Verfahrbarkeit kann die Förder- und Reinigungsstrecke so weit angehoben werden, daß dem Ausheben der Rodeeinrichtungen der Rübenroders nach oben nichts im Wege steht. Vorzugsweise ist der Rahmen der Förder- und Reinigungsstrecke bei dem neuen Rübenroder direkt an dem Fahrwerk gelagert. Damit wird eine Lagerung für die Rodeeinrichtungen nicht zusätzlich durch das Gewicht der Förder- und Reinigungsstrecke beaufschlagt.

Um einen sicheren Abtransport der Rüben von der Querfördereinrichtung, bei der es sich um ein Bett aus Schneckenwalzen handeln kann, sicherzustellen, muß die Förderbreite, über die die Rüben von der Querfördereinrichtung auf die Förder- und Reinigungsstrecke übertreten, eine gewisse Größe haben. Sie darf aber nicht so groß sein, daß der neben ihr verbleibende Platz die Anordnung der Fahrerkabine behindert oder daß Stabilitäts- bzw. Gewichtsprobleme bei der Förder- und Reinigungsstrecke auftreten. Als besonders geeignet stellt sich eine Förderbreite heraus, die 30 bis 40 % der Arbeitsbreite des Rübenroders beträgt.

Bei dem neuen Rübenroder können die Rodeeinrichtungen und die Querfördereinrichtung an einem Rahmen gelagert sein, der gegenüber dem Fahrwerk um eine horizontale Achse hochschwenkbar und in horizontaler Richtung ausrückbar gelagert ist. Das Hochschwenken dient zum Ausheben der Rodeeinrichtungen. Das seitliche Ausrücken in horizontaler Richtung ermöglicht es, etwas neben der Spur zum ungerodeten Bestand hin versetzt zu roden, um die Bodenverdichtung durch die Räder, die sich bis in den ungerodeten Bestand hin auswirkt, möglichst klein zu halten.

Trotz der bei dem neuen Rübenroder sehr großen möglichen Reifenbreite an der Vorderachse, die bei beiden Vorderrädern zusammen über 70 % der Arbeitsbreite des gesamten Rübenroders ausmachen kann, ist der neue Rübenroder sehr wendig ausbildbar, indem beispielsweise mit einer übliche Achsschemellenkung für die Vorderräder ein maximaler Lenkeinschlag der Vorderräder von mindestens plus/minus 20° realisiert wird. Dabei ist es von Vorteil, daß der Rahmen des Fahrwerks des Rübenroders wegen fehlender Zwänge eines Rübentransports in seinem Bereich auf einem schlanken zentralen Hauptträger aufbauen kann, der wenig Freiraum um die Längsmittelebene des Rübenroders zwischen den Vorderrädern beansprucht.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels erläutert und beschrieben, dabei zeigt

1 den neuen Rübenroder in einer Seitenansicht,

2 den neuen Rübenroder in einer Ansicht von oben und

3 den neuen Rübenroder in einer Vorderansicht.

Der in den Figuren dargestellte Rübenroder 1 weist ein Fahrwerk 3 mit einer Vorderachse 2 und einer in dieser Darstellung nicht sichtbaren Hinterachse 26 auf. Es können auch mehrere Hinterachsen 26 vorgesehen sein. Zu der Vorderachse 2 gehören zwei Vorderräder 4. Das Fahrwerk 3 wird neben den Achsen durch einen einfachen Fahrwerksrahmen ausgebildet, der im wesentlichen aus einem Hauptträger 5 besteht. vor der Vorderachse 2 ist ein Rahmen 17 über Lenker 20 in vertikaler Richtung verschwenkbar und in horizontaler Richtung ausrückbar gelagert. Der Rahmen 17 trägt eine Köpfeinrichtung 29 und Rodeeinrichtungen 30. Die Köpfeinrichtung entfernt Blätter 31 von Rüben 32, die dann von den Rodeeinrichtungen 30 aus dem Boden aufgenommen und an eine Querfördereinrichtung 6 übergeben werden, welchee ebenfalls an dem Rahmen 17 gelagert ist. Die Querfördereinrichtung 6 besteht aus einem Bett von Schneckenwalzen 7. Die Wendeln der Schneckenwalzen 7 fördern die aufliegenden Rüben 32 vor eine Reinigungs- und Förderstrecke 8, die sich über eine Förderbreite 28 quer zu der Arbeitsrichtung des Rübenroders 1 erstreckt, wobei die Förderbreite 28 nur etwa ein Drittel einer Arbeitsbreite 27 der Rodeeinrichtungen 30 sowie der Querfördereinrichtung 6 und damit des Rübenroders 1 ausmacht. Die an der Querfördereinrichtung 6 beginnende Förder- und Reinigungsstrecke 8 endet vorne in einem Bunker 11 für die gereinigten Rüben 32. Der Bunker 11 ist auf dem Hauptträger 5 gelagert. Die Förder- und Reinigungsstrecke 8 führt an einer Fahrerkabine 13 vorbei, wobei sich die geförderten Rüben während des Reinigens im Sichtfeld von einem Fahrersitz 14 in der Fahrerkabine 13 aus befinden. Über die gesamte Länge der Förder- und Reinigungsstrecke 8 erstreckt sich eine als Elevatorband 10 ausgebildete Zwangsfördereinrichtung 9. Das Elevatorband 10 erfaßt die Rüben 32 im Bereich der Querfördereinrichtung 6 mit Mitnehmern 33, die im Gegesatz zur Darstellung in 1 über die gesamte Länge des Elevatorbands 10 verteilt sind, und hebt die Rüben 32 von der Querfördereinrichtung 6 weg an, wobei zur Abstützung der Rüben 32 beim Anheben im unteren Teil der Förder- und Reinigungsstrecke 8 ein Gegenblech 24 vorgesehen ist. An das Gegenblech 24 schließt ein Bett aus angetriebenen Sternwalzen 15 an, die über einen Einwirkbereich 18 auf die von dem Elevatorband 10 zwangsgeförderten Rüben reinigend einwirken. Insgesamt sind hier elf parallel zueinander angeordnete und quer zur Förderrichtung des Elevatorbands 10 verlaufende Sternwalzen 15 vorgesehen, von denen die vorderen sechs und die hinteren fünf jeweils zu einer Gruppe zusammengefaßt sind, der ein separater Antrieb 22 zugeordnet ist. Die Geschwindigkeit der beiden Antriebe 22 bestimmt die Reinigungswirkung der Sternwalzen 15, die als aktive Reinigungseinrichtungen 12 für die Rüben dienen. Diese Geschwindigkeiten kann der Fahrer vom Fahrersitz 14 aus mit einem oder mehreren Wählhebeln 23 kontinuierlich festlegen. Bei dieser Festlegung geht es vorwiegend nicht um eine Kompensation unterschiedlicher Geschwindigkeiten des Antriebs 21 für das Elevatorband 10, die die Verweildauer der Rüben in dem Einwirkbereich 18 festlegen. Eine solche Kompensation kann zusätzlich automatisch erfolgen. Die vom Fahrer vom Fahrersitz 14 aus über den Wählhebel 23 vorzunehmende Anwahl der Drehzahlen der Sternwalzen 15 trägt vielmehr unterschiedlichen Verschmutzungsgraden der Rüben Rechnung. Der Fahrer sieht die seitlich neben der Fahrerkabine 13 nach hinten geführten Rüben im Einwirkbereich der Reinigungseinrichtungen 12. Er erkennt dabei nicht nur den Verunreinigungsgrad der Rüben, sondern auch ob die aktuelle Geschwindigkeit der Sternwalzen 15 für die gewünschte Reinigung der Rüben ohne deren Beschädigung paßt. Falls nein, wird er die Geschwindigkeit eines oder beider Antriebe 22 über den Wählhebel 23 erhöhen. Falls die Reinigungswirkung zu groß ist, wird die Geschwindigkeit der Antriebe 22 entsprechend reduziert, um die Rüben nicht zu beschädigen. Durch die aktive Einwirkung der Reinigungseinrichtungen 12 werden die Rüben über die vergleichsweise kurze Strecke zwischen der Querfördereinrichtung 6, der auch selbst eine wenn auch nur kleine Reinigungswirkung zukommt, und dem Bunker 11 zuverlässig und definiert gereinigt. Selbst gröbste Verunreinigungen können über den Einwirkbereich 18 der aktiven Reinigungseinrichtungen 12 innerhalb der Förder- und Reinigungsstrecke 8 von den Rüben zuverlässig entfernt werden. Bei geringer Verunreinigung werden die Rüben hingegen im wesentlichen nur gefördert. In jedem Fall erreichen den Bunker 11 optimal gereinigte Rüben, die dort durch eine Querförderschnecke 19 und eine hier nicht dargestellte Längsförderschnecke verteilt werden können. Die Förder- und Reinigungsstrecke 8 ist an einem Rahmen 16 ausgebildet, der unabhängig von dem Rahmen 17 an dem Fahrwerk 3 gelagert ist. Konkret ist für den Rahmen 16 eine hier nicht näher dargestellte Parallelführung gegenüber dem Fahrwerk 3 vorgesehen, entlang derer der Rahmen 16 anhebbar ist, so daß er ein Hochschwenken des Rahmens 17 mit Hilfe von Hubzylindern 25 nicht behindert. Die Masse des Rahmens 16 und der angebauten Teile ist klein im Vergleich zu der Masse, welche bei bekannten Rübenrodern auf die Förder- und Reinigungsstrecke entfällt, insbesondere wenn man auch die Masseerhöhung durch das für die meisten herkömmlichen Rübenroder erforderliche Sonderfahrwerk mit dem Freiraum für den Rübenstrom zwischen den Vorderrädern berücksichtigt. Die Einsparung bewegt sich im Bereich einiger Tonnen, was der Bodenbelastung durch den Rübenroder 1 zugute kommt. Gleichzeitig können die Vorderräder 4 mit besonders breiten Reifen versehen werden, um auch hierdurch einer übermäßigen Bodenverdichtung entgegenzuwirken. Ohne weiteres können Reifen mit einer Breite von 110 cm je Vorderrad 4 bei einer Gesamtbreite des Fahrzeugs von 3 m vorgesehen sein. Entsprechend kann das Volumen des Bunkers 11 trotz einer Reduzierung der Bodenverdichtung gegenüber herkömmlichen Rübenrodern vergleichsweise groß ausfallen.

1Rübenroder 2Vorderachse 3Fahrwerk 4Vorderrad 5Hauptträger 6Querfördereinrichtung 7Schneckenwalze 8Förder- und Reinigungsstrecke 9Zwangsfördereinrichtung 10Elevatorband 11Bunker 12Reinigungseinrichtungen 13Fahrerkabine 14Fahrersitz 15Sternwalze 16Rahmen 17Rahmen 18Einwirkbereich 19Querförderschnecke 20Lenker 21Antrieb 22Antrieb 23Wählhebel 24Gegenblech 25Hubzylinder 26Hinterachse 27Arbeitsbreite 28Förderbreite 29Köpfeinrichtung 30Rodeeinrichtung 31Blatt 32Rübe 33Mitnehmer

Anspruch[de]
  1. Selbstfahrender Rübenroder, mit einem eine Vorderachse aufweisenden Fahrwerk, mit vor der Vorderachse angeordneten Rodeeinrichtungen, die über eine Arbeitsbreite des Rübenroders Rüben aus dem Boden aufnehmen und an eine ebenfalls noch vor der Vorderachse angeordnete Querfördereinrichtung übergeben, mit einer in Längsrichtung des Fahrwerks und vertikal dazu verlaufenden Förder- und Reinigungsstrecke, auf die die Rüben von der Querfördereinrichtung über eine Förderbreite, die um mindestens ein Drittel kleiner ist als die Arbeitsbreite, übertreten, wobei eine Zwangsfördereinrichtung die Rüben von der Querfördereinrichtung über ein Vorderrad der Vorderachse hinweg abfördert, und mit einem Bunker für die gereinigten Rüben am Ende der Förder- und Reinigungsstrecke, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwangsfördereinrichtung (9) die Rüben durch den Einwirkbereich (18) von aktiven Reinigungseinrichtungen (12) hindurchfördert und daß den aktiven Reinigungseinrichtungen (12) mindestens ein Antrieb (22) zugeordnet ist, daß eine die Rübenreinigungswirkung der Reinigungseinrichtungen (12) beeinflussende Geschwindigkeit des Antriebs (22) unabhängig von einer Geschwindigkeit der Zwangsfördereinrichtung (9) einstellbar ist, mit der diese die Rüben durch den Einwirkbereich (18) der aktiven Reinigungseinrichtungen (12) hindurchfördert, und daß sich die Zwangsfördereinrichtung (9) von der Querfördereinrichtung (6) direkt von vorne bis an oder in den Bunker (11) hinein erstreckt.
  2. Rübenroder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwangsfördereinrichtung (9) ein Elevatorband (10) mit Mitnehmern (33) aufweist .
  3. Rübenroder nach einem der Ansprüche 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Förder- und Reinigungsstrecke (8) neben einer Fahrerkabine (13) durch ein seitliches Sichtfeld vom Fahrersitz (14) aus verläuft, wobei der Einwirkbereich (18) der aktiven Reinigungseinrichtungen (12) zumindest teilweise vor und/oder in dem Sichtfeld liegt.
  4. Rübenroder nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Geschwindigkeit des Antriebs (22) der aktiven Reinigungseinrichtungen (12) kontinuierlich vom Fahrersitz (14) aus einstellbar ist.
  5. Rübenroder nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die aktiven Reinigungseinrichtungen (12) ein Bett aus drehantreibbaren Sternwalzen (15) aufweisen, über das die Zwangsfördereinrichtung (9) die Rüben hinweg fördert.
  6. Rübenroder nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Sternwalzen (15) in Querrichtung angeordnet sind und daß die Sternwalzen (15) bezüglich ihrer Drehzahlen und/oder Drehrichtungen einzeln, gruppenweise oder zusammen einstellbar sind.
  7. Rübenroder nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Förder- und Reinigungsstrecke (18) an einem Rahmen (16) ausgebildet ist, der gegenüber dem Fahrwerk (3) in vertikler Richtung verfahrbar ist.
  8. Rübenroder nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Förderbreite, über die die Rüben von der Querfördereinrichtung auf die Förder- und Reinigungsstrecke übertreten, 30 bis 40 % der Arbeitsbreite des Rübenroders (1) beträgt.
  9. Rübenroder nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Rodeeinrichtungen und die Querfördereinrichtung (6) an einem Rahmen (17) gelagert sind, der gegenüber dem Fahrwerk (3) um eine horizontale Achse hochschwenkbar und in horizontaler Richtung ausrückbar gelagert ist.
  10. Rübenroder nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Reifen der Vorderräder (4) zusammen eine Breite aufweisen, die mindestens 70 % der Arbeitsbreite (27) des Rübenroders (1) entspricht.
  11. Rübenroder nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß ein maximaler Lenkeinschlag der Vorderräder (4) mindestens plus/minus 20° beträgt.
  12. Rübenroder nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Fahrwerk (2) einen in der Längsmittelebene des Rübenroders (1) verlaufenden Hauptträger (5) aufweist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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