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Dokumentenidentifikation DE10104047B4 01.12.2005
Titel Vorrichtung zur Trockenbeleimung von Teilchen in Form von Fasern und Spänen
Anmelder Leonhartsberger, Johann, Grein, AT
Erfinder Leonhartsberger, Johann, Grein, AT
Vertreter Sobisch & Callies, 37581 Bad Gandersheim
DE-Anmeldedatum 31.01.2001
DE-Aktenzeichen 10104047
Offenlegungstag 14.08.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse B27N 1/02

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Trockenbeleimung von Teilchen in Form von Fasern und/oder Spänen aus vorzugsweise lignozellulose- und/oder zellulosehaltigen Materialien oder aus Kunststoff, Glasfaser oder dgl., nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Die Beleimung von Fasern, die zur Herstellung von MDF- oder HDF-Platten oder anderen plattenähnlichen Werkstoffen verwendet werden, kann sowohl im nassen Zustand der Fasern als auch nach dem Trocknungsprozess der Fasern erfolgen. Vorteile der Beleimung der Fasern im trockenen Zustand bestehen darin, dass der Verbrauch an Leim im Vergleich zu der Beleimung im Nasszustand geringer ist und dass der Leim in seiner Reaktionszeit aggressiver eingestellt werden kann, weil eine thermische Belastung im Trockner nicht auftritt. Bei einer kürzeren Reaktionszeit des Leims können auch die Presszeiten im nachgeschalteten Pressformensystem verkürzt und damit die Produktionskapazitäten erheblich erhöht werden. Ein weiterer Vorteil der Trockenbeleimung besteht in der möglichen Reduzierung der Pufferchemikalien in der Leimflotte, wodurch die Umwelt weniger belastet wird. Mit der Trocknung von beleimten Fasern ist eine erhöhte Emission von aus dem Leim herrührendem Formaldehyd verbunden.

Bei einer aus der Praxis bekannten gattungsgemäßen Vorrichtung werden die Teilchen dem Hohlkörper von oben in einem Teilchenstrom zugeführt, der im Wesentlichen in einem rechten Winkel in den Hohlkörper mündet. Durch die an der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers zugeführte Transportluft wird der Teilchenstrom in Förderrichtung der Welle umgelenkt. Durch eine Reihe von ringförmig an der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers angeordneten Beleimungsdüsen wird auf den Teilchenstrom in dessen Umlenkbereich Leim aufgesprüht.

Nachteilig dabei ist, dass der Teilchenstrom nicht gleichmäßig beleimt wird, da die sich in dem von den Beleimungsdüsen abgewandten Abschnitt des Teilchenstroms befindenden Teilchen weniger Leim bekommen als die Teilchen, die sich in dem den Beleimungsdüsen zugewandten Abschnitt befinden. Dieses Problem tritt insbesondere dann auf, wenn die Vorrichtung mit einem relativ hohen Teilchendurchsatz betrieben wird.

Aus der DE 21 65 878 C3 ist eine Beleimungsvorrichtung bekannt, bei der die Teilchen zwar radial in eine zylindrische Mischkammer gegeben werden. Die Leimzufuhr findet aber erst statt, nachdem die Teilchen in Förderrichtung einer in der Mischkammer angeordneten Welle umgelenkt worden sind. Das Problem einer ungleichmäßigen Beleimung wie bei einer gattungsgemäßen Vorrichtung tritt bei dieser Vorrichtung nicht auf. Die bei der Vorrichtung zusätzlich zu Zugaberöhrchen für Flüssigleim vorgesehenen Beleimungsmittel dienen ausschließlich dazu, nach erfolgter Beleimung mit Flüssigleim eine bestimmte Restmenge an Pulverleim aufzutragen.

Aus der DE 27 38 971 A1 ist eine Beleimungsvorrichtung für Holzspäne bekannt, bei der ein Leimzuführrohr direkt in einem Teilcheneinlassschacht angeordnet ist. Nur alternativ können bei dieser Vorrichtung Leimzuführrohre in Förderrichtung direkt hinter dem Teilcheneinlassschacht angeordnet sein.

Ein horizontaler Trommelmischer, bei dem von der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers aus eine Besprühung der Teilchen mit Leim vorgesehen ist, ist aus "Modern Particleboard & Dry-Process Fiberboard Manufacturing" von Thomas M. Maloney, Miller Freeman, 1977, San Francisco, USA, S. 445 – 446, bekannt. Da die zu beleimenden Teilchen schräg vor den Düsen entlang in den Hohlkörper geführt werden, ist auch bei Verwendung dieser Vorrichtung eine ungleichmäßige Beleimung wahrscheinlich.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung zur Verfügung zu stellen, die eine möglichst gleichmäßige Beleimung der Teilchen erlaubt.

Die Aufgabe ist durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Benachbart zu dem Einlassschacht für die Teilchen ist ein Beleimungsschacht so angeordnet, dass er von der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers aus gesehen hinter dem Einlassschacht in den Hohlkörper mündet, d.h. im Umlenkbereich des Teilchenstroms. Der Beleimungsschacht weist im Bereich der Einmündung in den Hohlkörper mindestens eine zweite Beleimungsdüse auf und ist so ausgebildet, dass durch ihn hindurch zusätzlich zu der Transportluft weitere Luft in den Hohlkörper geführt werden kann. Diese im Folgenden als Beleimungsluft bezeichnete weitere Luft ist vorzugsweise erwärmt und sorgt dafür, dass die Teilchen, die durch die Mischwerkzeuge der Welle verwirbelt werden, nicht in den Beleimungsschacht gelangen. Vielmehr kann der Teilchenstrom in seiner Form durch die Beleimungsluft im Umlenkbereich kontrolliert werden, was die Effektivität der Beleimung insgesamt bzw. der Beleimung durch die zweiten Beleimungsdüsen erhöht. Im Folgenden werden die ersten Beleimungsdüsen als äußere Beleimungsdüsen und die zweiten Beleimungsdüsen als innere Beleimungsdüsen bezeichnet.

Der Beleimungsschacht kann eine zum Einlassschacht benachbarte Wandung aufweisen, die höhenverstellbar ist. Auf diese Weise kann ebenfalls der Verlauf des Teilchenstroms in dem Umlenkbereich beeinflusst werden. Durch eine Verschiebung der Wandung des Beleimungsschachts zu der Welle hin, wird erreicht, dass die Teilchen in einem geringeren Abstand zu der Welle umgelenkt werden. Dies bedeutet, dass die Teilchen, wenn sie die inneren Beleimungsdüsen passieren, einen größeren Abstand zu diesen aufweisen als bei einer Wandung, die in einem größeren Abstand zu der Welle endet und somit den Teilchen eine Umlenkung in die horizontale Richtung in einem größeren Abstand von der Welle, aber in einem geringeren Abstand von den inneren Beleimungsdüsen ermöglicht.

Vorzugsweise ist die dem Einlassschacht benachbarte Wandung des Beleimungsschachts eine gemeinsame Trennwand der beiden Schächte. Dabei ist vorzugsweise vorgesehen, dass ein Abschnitt der Trennwand, der die Einmündung des Beleimungsschachts in den Hohlkörper begrenzt, parallel verschiebbar ist. Durch eine Verschiebung des Abschnitts in Richtung der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers wird ein unterer Abschnitt des Einlassschachts in seinem Querschnitt verengt, wodurch die Strömungsgeschwindigkeit der Teilchen in diesem verengten Bereich zunimmt. Dies hat wiederum zur Folge, dass die Teilchen eine höhere Energie aufweisen, wenn sie in den Hohlkörper eintreten. Aufgrund der höheren Energie werden sie in einem geringeren Abstand zu der Welle umgelenkt. Somit können die Teilchen also durch eine Verschiebung des Wandungsabschnitts ähnlich beeinflusst werden wie durch eine Höhenverstellung der Wandung.

Die inneren Beleimungsdüsen sind vorzugsweise ringförmig um einen Teilbereich des Hohlkörperumfangs angeordnet. Die inneren Beleimungsdüsen können vorzugsweise sowohl in der Längs- als auch in der Querebene in ihrem Winkel zum Hohlkörper einstellbar sein. Vorzugsweise sind sowohl die äußeren als auch die inneren Beleimungsdüsen druckluftbetrieben. In diesem Fall können die inneren Beleimungsdüsen auf einer Druckluftringleitung angeordnet sein, deren Abstand von dem Hohlkörperumfang einstellbar ist. Möglich ist auch eine individuelle Einstellbarkeit der Beleimungsdüsen.

Entsprechendes gilt für die äußeren Beleimungsdüsen. Diese können insbesondere vor der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers entlang des gesamten Hohlkörperumfangs oder entlang eines Teilbereichs des Hohlkörperumfangs auf einer horizontal verschiebbaren Druckluftringleitung angeordnet sein.

Vorzugsweise sind die äußeren und die inneren Beleimungsdüsen jeweils als Gesamtheit in ihrem Leimausstoss regelbar. Hierzu können getrennte Beleimungssysteme für die Beleimung mit den äußeren Beleimungsdüsen und für die Beleimung mit den inneren Beleimungsdüsen vorgesehen sein. Je nach Beleimungszustand der Teilchen kann durch eine entsprechende Regelung des Leimausstosses der äußeren und der inneren Beleimungsdüsen der Beleimungszustand der Teilchen beeinflusst werden.

Im Bereich des Auslasses des Hohlkörpers kann eine tangential zum Innenumfang des Hohlkörpers ausgerichtete Luftzuführung so angeordnet sein, dass durch sie hindurchgeführte Luft den Teilchenaustritt durch den Hohlkörperauslass, der in einem rechten Winkel zu der Welle angeordnet ist, unterstützt.

Ferner ist vorzugsweise vorgesehen, dass der Hohlkörper einen mittleren Grundkörper aufweist, an den ein Einfallabschnitt der Vorrichtung mit dem Einlassschacht, dem Beleimungsschacht sowie der Transportluftzuführung angeflanscht ist. Entsprechend kann ein den Auslass aufweisender Ausfallabschnitt der Vorrichtung an den Grundkörper angeflanscht sein. Auf diese Weise ist die Herstellung der Vorrichtung gegenüber einer einstückigen Herstellung vereinfacht und daher kostengünstig möglich. Der Grundkörper weist vorzugsweise einen gekühlten Mantel auf. Auf diese Weise kann eine Kondensatbildung an der Innenwandung des Hohlkörpers bewirkt werden. Durch einen Kondensatfilm auf der Innenwandung wird ein Ansetzen von Teilchen an der Wandung verhindert.

Vorzugsweise ist die Transportluftzuführung so ausgebildet, dass die Transportluft tangential in Drehrichtung der Welle in den Hohlkörper geleitet wird. Die Transportluft kann aber auch in Längsrichtung des Hohlkörpers zugeführt werden.

Ferner sind vorzugsweise Mittel vorgesehen, um dem Hohlkörper derartig als Sperrluft bezeichnete Luft zuzuführen, dass diese sich im Wesentlichen parallel an der Innenwandung des Hohlkörpers entlang mit vorzugsweise höherer Geschwindigkeit als die Transportluft oder mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Transportluft bewegt. Diese Sperrluft kann an einem Teil oder der gesamten Fläche der Innenwandung des Hohlkörpers, insbesondere in der gesamten unteren Hälfte der Innenwandungsfläche, vorgesehen sein. Sie dient dazu, eine Luftpolsterschicht an der Innenwandung zu schaffen, die ein Anbacken von Teilchen an der Innenwandung verhindert. Somit ist eine Reinigung des Hohlkörpers nur in größeren Abständen erforderlich.

Durch die Merkmale des Anspruchs 16 sind besonders geeignete Mittel zur Erzeugung der Sperrluft in der unteren Hälfte des Hohlkörpers gegeben, wobei die von oben in den jeweiligen Ringkanal eingeleitete Sperrluft sich je nach Breite des Ringspalts beispielsweise über ca. 5 mm von der Innenwandung zum Inneren des Hohlkörpers hin erstreckt. Durch die gemäß Anspruch 17 vorgesehene Verjüngung der Ringkanäle zu einem tiefsten Punkt des Querschnitts des Hohlkörpers ist gewährleistet, dass die Sperrluft über die gesamte Erstreckung des jeweiligen Ringspalts mit gleichem Druck ausgestoßen wird.

Vorzugsweise weist der Grundkörper des Hohlkörpers eine Klappe auf, über die ein Zugang zum Inneren des Hohlkörpers zur Reinigung und zur Wartung leicht möglich ist.

Bei der Transportluft, der Luft zur pneumatischen Teilchenzuführung, der Sperrluft und der Beleimungsluft kann es sich um erwärmte Luft von 20° C bis zu einer leimabhängigen Obergrenze handeln. Die Obergrenze ist definiert durch die Temperatur, bei der eine unerwünschte Härtung des auf die Teilchen aufgetragenen Leims stattfindet. Die erwärmte Transportluft, die Luft zur pneumatischen Teilchenzuführung und die Beleimungsluft können zumindest teilweise direkt rückgeführte Abluft eines Zyklons sein, dem die Teilchen nach Austritt aus der Trockenbeleimungsvorrichtung zugeführt werden, beispielsweise gemäß dem in der deutschen Patentanmeldung 100 32 592.0 beschriebenen Verfahren.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert, wobei auf die Zeichnungen Bezug genommen wird. Es zeigen:

1 eine schematische Seitenansicht einer Vorrichtung zur Trockenbeleimung von Fasern und Spänen,

2 eine schematische Schnittdarstellung im Wesentlichen des Teilbereichs A gemäß 1,

3 einen Schnitt entlang der Linie A-A gemäß 2,

4 einen Schnitt entlang der Linie B-B gemäß 1,

5 einen Schnitt entlang der Linie C-C gemäß 1 und

6 einen Schnitt entlang der Linie D-D der Vorrichtung gemäß 5.

Die Trockenbeleimungsvorrichtung weist gemäß 1 einen im Wesentlichen zylinderförmigen Hohlkörper 1 mit einem mittleren Grundkörper 2 sowie einen Einfallabschnitt 3 und einen Ausfallabschnitt 4 auf. Der Einfallabschnitt 3 und der Ausfallabschnitt 4, die jeweils mit einem Teilbereich Endabschnitte des Hohlkörpers 1 bilden, sind jeweils über Flansche 5 und 6 mit dem Grundkörper 2 verschraubt.

In dem Hohlkörper 1 ist eine Welle 7 mit einer Vielzahl von Mischwerkzeugen 8 (siehe 2) angeordnet. Die Welle 7, die mit Wasser gekühlt wird, weist zwei Lager 9 und 10 und einen Antrieb 11 auf.

Der Hohlkörper 1 weist eine Doppelwandung 12 (siehe 3) auf, über die er ebenfalls mit Wasser gekühlt werden kann, wozu Flanschüberbrückungsschläuche 16 und 17 vorgesehen sind. An dem Hohlkörper 1 ist ein Einlassschacht 13 zur pneumatischen Zuführung der Fasern bzw. Späne in den Hohlkörper 1 sowie ein Auslass 14 angeordnet.

An der rückwärtigen Hohlkörper-Stirnseite, die dem Einlassschacht 13 benachbart ist, ist eine Reihe von Beleimungsdüsen 15 angeordnet, die als äußere Beleimungsdüsen bezeichnet werden. Bei den äußeren Beleimungsdüsen 15 handelt es sich um druckluftbetriebene Düsen, die auf einer Druckluftringleitung 19 angeordnet sind und über eine Leimzufuhr 20 flüssigen Leim aus einem nicht gezeigten Leimreservoir erhalten (siehe 2). Die Druckluftringleitung 19 ist in Längsrichtung der Welle 7 verschiebbar, wie durch Pfeil 18 bzw. 18' angedeutet ist. Darüber hinaus sind die einzelnen äußeren Beleimungsdüsen 15, wie durch den Pfeil 21 in 2 angedeutet, in ihrem Winkel zu der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers 1 in der Schnittebene einstellbar und ferner auch in der Querebene.

An der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers 1 ist eine Transportluftzuführung 22 angeordnet. Die Transportluftzuführung 22 begrenzt eine Öffnung, in der die äußeren Beleimungsdüsen 15 und teilweise das Wellenlager 9 angeordnet sind, und weist ferner zwei seitlich sich gegenüberliegende Öffnungen 23 und 23' auf zur Zufuhr von Transportluft gemäß den Pfeilen 24 bzw. 24' in einem rechten Winkel zur Welle 7 in den Hohlkörper 1, wie in 5 dargestellt ist. Bei dieser Transportluft handelt es sich vorzugsweise um erwärmte Luft mit einer Temperatur von mehr als 20 °C. Die Öffnungen 23 und 23' sind jeweils mit einem Flansch 25 und 25' versehen.

Ferner weist der Einfallabschnitt 3 zwei gegenüberliegende Ringkanäle 26 und 26' auf, die sich von einem Einlass 27 bzw. 27' bis zu einem tiefsten Punkt 28 des Hohlkörpers 1 erstrecken. Soweit die Ringkanäle 26, 26' sich über die untere Hälfte des Hohlkörpers 1 erstrecken, weisen sie jeweils einen Ringspalt 29 (siehe 6; nur einer ist gezeigt) auf. Durch die Ringspalte 29 tritt die Sperrluft gemäß Pfeil 30 in den Hohlkörper 1 ein und bewegt sich aufgrund relativ hoher Geschwindigkeit entlang dessen Innenwandung. Damit der Druck der Sperrluft über die gesamte Erstreckung der Ringspalte 29 gleichmäßig ist, verjüngen sich die Ringkanäle 26, 26' über den den Ringspalt 29 aufweisenden Abschnitt bis zu dem tiefsten Punkt 28 des Hohlkörpers 1. Die Ringspalte 29 weisen etwa eine Ausdehnung von 4 bis 5 mm auf. Wie in 6 dargestellt ist, wird die Transportluft über ein Gitter 31 dem Bereich an der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers 1 zugeführt.

Benachbart zu der der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers 1 abgewandten Seite des Einlassschachts 13 ist ein Beleimungsschacht 35 zu einer Zufuhr weiterer Luft in den Hohlkörper 1 angeordnet. Wie in 2 detailliert dargestellt ist, weisen der Beleimungsschacht 35 und der Einlassschacht 13 eine gemeinsame Trennwand 36 auf. Diese Trennwand 36 ist mittels zweier Gelenke 37 und 37' und einer Verstellspindel 38 über den größeren Teil ihrer Länge parallel verschiebbar.

Ferner weist die Trennwand 36 einen unteren Abschnitt 39 auf, der höhenverstellbar ist, wodurch das untere Ende der Trennwand 36 in seiner Höhe bzw. in seinem Abstand zu der Welle 7 einstellbar ist, wie durch Pfeil 40 angedeutet ist.

In dem Beleimungsschacht 35 ist eine Reihe von weiteren Beleimungsdüsen 43 angeordnet, die als innere Beleimungsdüsen bezeichnet werden. Die inneren Beleimungsdüsen 43 sind ebenfalls druckluftbetrieben und auf einer Druckluftringleitung 44 angeordnet, die sich entlang eines Teilbereichs des Hohlkörperumfangs erstreckt. Die Druckluftringleitung 44 ist in ihrem Abstand zu dem Hohlkörperumfang, wie durch die Pfeile 45 bzw. 45' angedeutet ist, einstellbar. Darüber hinaus sind die einzelnen inneren Beleimungsdüsen 43 in der Schnittebene in ihrem Winkel zum Hohlkörper 1, wie durch die Pfeile 46 und 46' angedeutet, einstellbar und ferner auch in der Querebene. Über eine Leimzufuhr 47 wird den inneren Beleimungsdüsen 43 flüssiger Leim zugeführt.

Der Beleimungsschacht 35 weist eine Klappe 48 in der der Trennwand 36 gegenüberliegenden Wand auf, um einen einfachen Zugang zu dem Beleimungsschacht 35 für Reinigungs- und Wartungsarbeiten zur Verfügung zu haben. Ebenfalls für Reinigungs- und Wartungsarbeiten ist in dem Grundkörper 2 eine Klappe 49 vorgesehen.

In dem Ausfallabschnitt 4 der Vorrichtung ist eine Luftzuführung 53 so angeordnet, dass Luft tangential zum Innenumfang des Hohlkörpers 1 in diesen eingeführt werden kann, wie in 4 durch Pfeil 54 angedeutet ist. Durch die so eingeführte Luft werden der Austritt der beleimten Fasern bzw. Späne aus dem Hohlkörper 1 über den Auslass 14 unterstützt, Faseranbackungen und Leimklumpenbildungen verhindert.

Bei der durch den Beleimungsschacht 35 eingeführten Luft handelt es sich ebenfalls vorzugsweise um erwärmte Luft mit einer Temperatur von mehr als 20 °C. Durch diese Luft wird verhindert, dass Fasern bzw. Späne in den Beleimungsschacht 35 gelangen.

Wie in 2 durch den Pfeil 55 angedeutet ist, wird der Bewegungsverlauf der Fasern bzw. Späne entscheidend durch die Position des unteren Endes der Trennwand 36 bestimmt. Diese Position kann sowohl durch eine parallele Verschiebung der Trennwand 36 als auch durch eine Höhenverstellung des unteren Abschnitts 39 der Trennwand 36 bestimmt werden. Die inneren Beleimungsdüsen 43 sorgen effektiv für eine Beleimung der Fasern bzw. Späne, die in einem Bereich des Stroms der Fasern bzw. Späne liegen, der von den äußeren Beleimungsdüsen 15 abgewandt ist. Durch das Zusammenwirken der äußeren und der inneren Beleimungsdüsen 15 bzw. 43 kann eine gleichmäßige Beleimung der Fasern bzw. Späne erreicht werden. Die äußeren und die inneren Beleimungsdüsen 15 bzw. 43 sind jeweils als Gesamtheit in Bezug auf ihren Leimausstoss regelbar, indem für sie getrennte Beleimungssysteme vorgesehen sind. Je nach Beleimungszustand der Fasern bzw. Späne kann durch eine entsprechende Regelung des Leimausstosses der äußeren und der inneren Beleimungsdüsen 15 bzw. 43 der Beleimungszustand der Teilchen beeinflusst werden.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Trockenbeleimung von Teilchen in Form von Fasern und/oder Spänen aus vorzugsweise lignozellulose- und/oder zellulosehaltigen Materialien oder aus Kunststoff, Glasfaser oder dgl., aufweisend

    einen sich im Wesentlichen horizontal erstreckenden Hohlkörper (1 ),

    einen Einlassschacht (13) zur pneumatischen Zuführung der Teilchen in den Hohlkörper (1) in einem Teilchenstrom mit einer zum Hohlkörper (1) rechtwinkligen Komponente,

    eine sich im Wesentlichen über die gesamte Länge des Hohlkörpers (1) erstreckende, Mischwerkzeuge (8) aufweisende Welle (7),

    eine Zuführung (22) für Transportluft an einer rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers (1),

    mindestens eine erste Beleimungsdüse (15) an der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers (1) und

    einen Auslass (14),

    dadurch gekennzeichnet, dass

    ein Beleimungsschacht (35), der zu einer Zufuhr weiterer Luft in den Hohlkörper (1) ausgebildet ist und mindestens eine zweite Beleimungsdüse (43) im Bereich der Einmündung in den Hohlkörper (1) aufweist, derartig benachbart zu dem Einlassschacht (13) an dessen der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers (1) abgewandter Seite angeordnet ist, dass er die Beleimung der Teilchen in einem Bereich (55) ermöglicht, in dem diese von dem Einlassschacht (13) in Förderrichtung der Welle (7) umgelenkt werden.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Beleimungsschacht (35) eine zum Einlassschacht (13) benachbarte Wandung (39) aufweist, die höhenverstellbar ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandung (39) eine gemeinsame Trennwand des Einlassschachts (13) und des Beleimungsschachts (35) ist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass ein Abschnitt der Trennwand, der die Einmündung in den Hohlkörper (1) begrenzt, parallel verschiebbar ist.
  5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Beleimungsdüsen (43) ringförmig um einen Teilbereich des Hohlkörperumfangs angeordnet sind.
  6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Beleimungsdüsen (43) in dem Winkel zum Hohlkörper (1) in der Längs- und/oder Querschnittsebene einstellbar sind.
  7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es sich bei den Beleimungsdüsen (15, 43) um mit Druckluft betriebene Düsen handelt.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die zweiten Beleimungsdüsen (43) auf einer Druckluftringleitung (44) angeordnet sind, deren Abstand von dem Hohlkörperumfang einstellbar ist.
  9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten Beleimungsdüsen (15) entlang zumindest eines Teilbereichs des Hohlkörperumfangs auf einer horizontal verschiebbaren Druckluftringleitung (19) angeordnet sind.
  10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ersten und zweiten Beleimungsdüsen (15, 43) jeweils als Gesamtheit in ihrem Leimausstoß regelbar sind.
  11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des Auslasses (14) eine tangential zum Innenumfang des Hohlkörpers (1) ausgerichtete Luftzuführung (53) so angeordnet ist, dass hindurchgeführte Luft den Teilchenaustritt durch den Auslass (14), der in einem rechten Winkel zu der Welle (7) angeordnet ist, unterstützt.
  12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper (1) einen mittleren Grundkörper (2) aufweist, an den ein Einfallabschnitt (3) mit dem Einlassschacht (13), dem Beleimungsschacht (35) sowie der Transportluftzuführung (22) und/oder ein Ausfallabschnitt (4) mit dem Auslass (14) angeflanscht ist.
  13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper (1) eine gekühlte Doppelwandung (12) aufweist.
  14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Transportluftzuführung (22) so ausgebildet ist, dass die Transportluft seitlich in einem rechten Winkel zur Welle (7) in den Hohlkörper (1) geleitet wird.
  15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorhanden sind, um dem Hohlkörper (1) Sperrluft so zuführen zu können, dass diese sich im Wesentlichen parallel entlang einer Innenwandung des Hohlkörpers (1) mit der gleichen Geschwindigkeit wie die Transportluft oder mit höherer Geschwindigkeit als die Transportluft über zumindest einen Teil des Hohlkörperumfangs bewegt.
  16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zwei an der rückwärtigen Stirnseite des Hohlkörpers (1) angeordnete Ringkanäle (26, 26') aufweisen, die sich symmetrisch zueinander über jeweils ein unteres Viertel des Hohlkörperumfangs mit einem Ringspalt (29) erstrecken, durch den die Sperrluft in den Hohlkörper (1) geleitet wird.
  17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass sich die Ringkanäle (26, 26') von einer Eintrittsöffnung (27, 27') für die Sperrluft bis zu einem tiefsten Punkt (28) hin verjüngen.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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