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Dokumentenidentifikation DE10140390B4 01.12.2005
Titel Vertikalaufzug
Anmelder HIRO LIFT Hillenkötter + Ronsieck GmbH, 33613 Bielefeld, DE
Erfinder Hein, Wilfried, 33613 Bielefeld, DE
Vertreter Thielking und Kollegen, 33602 Bielefeld
DE-Anmeldedatum 23.08.2001
DE-Aktenzeichen 10140390
Offenlegungstag 13.03.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse B66B 9/02
IPC-Nebenklasse B66B 7/04   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Vertikalaufzug nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.

Bei einem bekannten Vertikalaufzug dieser Art (US 6,085, 874) sind zu beiden Seiten eines Führungsprofils zwei Paare von Reibrädern vorgesehen, die jeweils durch Nabenmotoren angetrieben werden. Die angetriebenen Reibräder müssen mit üblichen Spannmitteln, also Federn, an die Laufflächen des doppel-T-förmigen Führungsprofils angepreßt werden. Eine derartige Lösung ist aufwendig und teuer.

Es ist ferner ein Vertikalaufzug mit einem Friktionsantrieb am Gegengewicht bekannt (WO 99/43592), bei dem der Friktionsantrieb mit einem flexiblen Seil oder Flachriemen zusammenwirkt. Der Antrieb klettert am flexiblen Seil oder Flachriemen. Hierzu wird das Seil oder der Flachriemen in der Weise mittels Umlenkrädern über ein Antriebsrad geführt, daß ein ausreichend großer Umschlingungswinkel zur Erzeugung der erforderlichen Antriebskraft entsteht. Bei dem Betrieb dieses Vertikalaufzugs wird das Seil oder der Flachriemen durch eine doppelte Umlenkung gewalkt und relativ stark beansprucht. Außerdem sind bei dieser Lösung zusätzlich starre Führungsschienen für die Führung der Kabine und des Gegengewichts erforderlich.

Weiterhin sind starr mit der Kabine verbundene Friktionsantriebe bekannt (US 4,944,144; DE 44 18 480 A1; DE 85 18 805 U1). Die Anordnung der Friktionsantriebe an der Kabine ist wegen des damit verbundenen Platzbedarfs im Fahrstuhlschacht nachteilig. Auch für die Laufruhe des Antriebs ist dessen feste Anbringung an der Kabine von Nachteil. Außerdem muß das zusätzliche Gewicht des Antriebs durch ein gleichgroßes zusätzliches Gewicht im Gegengewicht kompensiert werden.

Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, einen Vertikalaufzug der als bekannt vorausgesetzten Art so auszubilden, daß er die Nachteile des Standes der Technik vermeidet und einen einfachen, preisgünstigen sowie platzsparend und laufruhig ausgebildeten Antrieb aufweist, der auch hohe Fördergeschwindigkeiten erlaubt.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

Bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Der erfindungsgemäße Vertikalaufzug hat den Vorteil, daß er einen einfachen, preisgünstigen Antrieb aufweist. Wegen der Mehrzahl der Getriebemotoren und einer Vielzahl von Antriebsrädern können die maßgebliche Kosten verursachenden Drehmomente der Motoren und Getriebe gering gehalten werden. Die Anpreßkraft und damit auch die Traktionskraft zwischen Antriebsrädern und Führungsschienen ist sehr niedrig. Daraus ergibt sich ein ingesamt sehr geringer Verschleiß der Antriebseinheit.

Außerdem erlaubt diese Konstruktion einen besonders raumsparenden Aufbau mit einer extrem laufruhigen Kabine bei hohen Fördergeschwindigkeiten.

Nachstehend wird eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung anhand der Zeichnung im einzelnen beschrieben. Es zeigen:

1 – eine horizontale Ansicht auf einen Antrieb, der im Gegengewicht angeordnet ist;

2 – eine schematische horizontale Seitenansicht auf einen Teil der Anordnung;

2a – eine detailliertere Seitenansicht des Antriebs analog 2;

3 – einen horizontalen Schnitt gemäß III – III in 1, wobei der Schnitt so gelegt ist, daß die Anordnung von Antriebsrädern und Gegenrädern sichtbar ist.

Aus 2 ist der Systemaufbau entnehmbar:

Eine Kabine 1 hängt an einem Zugmittel 2a, welches vorzugsweise ein Seil ist. Das Zugmittel 2a wird über eine Umlenkeinrichtung 2 geführt, die bei Verwendung eines Seils als Zugmittel 2a als Seilscheibe ausgebildet ist. Die Umlenkeinrichtung ist um eine horizontale Achse 2b drehbar gelagert. Das Zugmittel ist auf seiner der Kabine gegenüberliegenden Seite mit einem Friktionsantrieb verbunden, der insgesamt mit 3 bezeichnet ist.

Mit dem Friktionsantrieb 3, dessen Aufbau nachstehend genauer beschrieben ist, ist unterhalb dessen ein zusätzlicher Gegengewichtsbereich 19 fest verbunden. Das Gewicht des Gegengewichtsbereichs 19 kann durch Vergrößerung oder Verkleinerung der Zahl von Ballastplatten 19a verändert werden.

In dem Fahrstuhlschacht, der nicht genauer dargestellt ist, verlaufen zwei starre Profilschienen 4 und 5 parallel zueinander und senkrecht in einer vorgegebenen festen Zuordnung zur senkrechten Wand 22 (vergl. 3) des Fahrstuhlschachts.

An den beiden Profilschienen 4 und 5 läuft der Friktionsantrieb 3 aufwärts bzw. abwärts. Beide Profilschienen 4 und 5 sind als T-Profile ausgebildet. Der Mittelsteg der T-Profile weist zwei einander gegenüberliegende und zueinander parallele Profilbereiche auf. Bei der Profilschiene 5 sind die Profilbereiche mit 5a und 5b bezeichnet. 5c ist der Befestigungsschenkel des T-Profils. Entsprechend sind bei der Profilschiene 4 die Profilbereiche mit 4a und 4b und der Befestigungsschenkel mit 4c bezeichnet.

Der Friktionsantrieb 3 besitzt ein rahmenförmiges Chassis 3a. In dem rahmenförmigen Chassis 3a sind insgesamt vier Antriebsmotoren 6, 7, 8 und 9 gelagert. Jeder Antriebsmotor ist jeweils mit einem Getriebe 6a bzw. 7a bzw. 8a bzw. 9a verbunden. Das Getriebe 6a dreht eine Antriebswelle 6b für ein Antriebsrad 6c. Das Getriebe 7a dreht eine Antriebswelle 7b für ein Antriebsrad 7c. Das Getriebe 8a dreht eine Antriebswelle 8b für ein Antriebsrad 8c. Das Getriebe 9a dreht eine Antriebswelle 9b für ein Antriebsrad 9c.

Die Antriebswellen 6b, 7b, 8b und 9b sind in Rahmenbereichen des Chassis 3a drehbar gelagert. Die Antriebswelle 6b trägt ein drehfest damit verbundenes Zahnrad 6d, das mit einem Zahnrad 6e kämmt. Das Zahnrad 6e ist drehfest mit einer dieses tragenden Antriebswelle verbunden, die das Gegenrad 6f antreibt. Entsprechend ist auch die Anordnung bei den anderen Antriebsrädern und Gegenrädern:

Das Zahnrad 7d kämmt mit dem Zahnrad 7e, das eine Antriebswelle für das Gegenrad 7f dreht.

3 zeigt die entsprechende Anordnung von Antriebswelle 8b, Zahnrad 8d, Zahnrad 8e und Antriebswelle 8g für das Gegenrad 8f. Entsprechend ist in 3 die Anordnung des Zahnrads 9d auf der Antriebswelle 9b sichtbar, welches mit einem Zahnrad 9e kämmt, das die Antriebswelle 9g für das Gegenrad 9f dreht. Die Drehachsen der Antriebswellen der Gegenräder fluchten mit den Achsen zweier horizontaler rechteckiger Profile 23, die durch Längsprofile 24 starr miteinander verbunden sind. Die Profile 23 und 24 bilden ein Gestell 21, welches die Drehachsen der Gegenräder 6f, 7f, 8f und 9f drehbar lagert. Die Antriebsräder 6c und 8c laufen auf den Profilbereichen 4a ab, die Gegenräder 6f und 8f auf dem gegenüberliegenden Profilbereich 4b. Die Antriebsräder 7c und 9c laufen auf dem Profilbereich 5a ab, die Gegenräder 7f und 9f auf dem gegenüberliegenden Profilbereich 5b.

Das Gestell 21 bildet ein Chassis für die Lagerung der Gegenräder.

Die Drehachsen der Gegenräder sind schwenkbeweglich gegenüber den Drehachsen der Antriebsräder geführt. Diese Führung erfolgt mit Hilfe der Lenker 20. Die Drehachsen der Gegenräder sind niedriger angeordnet als die Drehachsen der Antriebsräder. Die Anpressung der Gegenräder an deren Ablaufbahn erfolgt bei der dargestellten Ausführungsform ausschließlich aufgrund des Gewichts, das sich aus dem Gewicht des Gestells 21, dem Gewicht der Antriebswellen sowie der darauf gelagerten Zahnräder und dem Gewicht der Gegenräder zusammensetzt.


Anspruch[de]
  1. Vertikalaufzug mit einer Kabine (1), die über mindestens ein Zugmittel (2a), das über eine Umlenkeinrichtung (2) läuft, mit einem Gegengewicht verbunden ist, das einen Friktionsantrieb (3) aufweist, der mit einer vertikalen Ablaufbahn im Eingriff steht, wobei die Ablaufbahn durch starre Profilschienen (4; 5) gebildet wird, die zwei zueinander parallele Profilbereiche (4a und 4b; 5a und 5b) aufweisen, an deren einem (4a; 5a) angetriebene Antriebsräder (6c; 7c; 8c; 9c) und an deren anderem (4b; 5b) angetriebene Gegenräder (6f; 7f; 8f; 9f) ablaufen, deren Drehachsen parallel zu den Drehachsen der Antriebsräder verlaufen, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachsen der Gegenräder (6f; 7f; 8f; 9f) gegenüber den Drehachsen der Antriebsräder über Lenker (20) schwenkbeweglich geführt sind, und daß untereinander angeordnete Gegenräder (6f und 8f; 7f und 9f) über ein Verbindungsgestell in fester, vorgegebener Zuordnung ihrer Drehachsen miteinander verbunden sind, wobei der Antrieb der Gegenräder (6f; 7f; 8f; 9f) von dem Antrieb der Antriebsräder (6c; 7c; 8c; 9c) abgezweigt ist, und die Antriebswellen (6b; 7b; 8b; 9b) der Antriebsräder (6c; 7c; 8c; 9c) mit den Antriebswellen (8g; 9g) der Gegenräder (6f; 7f; 8f; 9f) über Getriebezahnräder (6d, 6e; 7d, 7e; 8d, 8e; 9d, 9e) gekoppelt sind und der Friktionsantrieb (3) für jedes Paar von Antriebsrädern (6c; 7c; 8c; 9c) und Gegenrädern (6f; 7f; 8f; 9f) jeweils einen Antriebsmotor (6; 7; 8; 9) aufweist.
  2. Vertikalaufzug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß insgesamt vier Antriebsmotoren (6; 7; 8; 9) für insgesamt vier Antriebsräder (6c; 7c; 8c; 9c) und vier Gegenräder (6f; 7f; 8f; 9f) vorgesehen sind.
  3. Vertikalaufzug nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die die Gegenräder (6f; 7f; 8f; 9f) führenden Lenker (20) um die Antriebswellen (6b; 7b; 8b; 9b) der Antriebsräder (6c; 7c; 8c; 9c) schwenkbeweglich gelagert sind.
  4. Vertikalaufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Drehachsen der Gegenräder (6f; 7f; 8f; 9f) unterhalb der Drehachsen der Antriebsräder (6c; 7c; 8c; 9c) liegen und die Gegenräder (6f; 7f; 8f; 9f) ausschließlich durch Gewichtskräfte an den korrespondierenden Profilbereich (4b; 5b und 4a; 5a) angedrückt werden.
  5. Vertikalaufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mit dem Antrieb (3) ein zusätzlicher Gegengewichtsbereich (19) fest verbunden ist.
  6. Vertikalaufzug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsräder (6c; 7c; 8c; 9c) in einem gemeinsamen Chassis (3a) gelagert sind, das auch Motoren (6; 7; 8; 9) und Getriebe (6a; 7a; 8a; 9a) für die Antriebsräder lagert.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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