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Dokumentenidentifikation DE102004005454B3 01.12.2005
Titel Vorrichtung für die Anpflanzung von Gehölzen und Bäumen
Anmelder Sander, Klaus, Dipl.-Ing., 51429 Bergisch Gladbach, DE
DE-Anmeldedatum 04.02.2004
DE-Aktenzeichen 102004005454
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse A01G 13/02
IPC-Nebenklasse A01G 9/02   A01G 23/04   
Zusammenfassung Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die Anpflanzung von Gehölzen und Bäumen zur Verbesserung des Tiefenwachstums und der Verwurzelung der Bepflanzung in Hanglagen und auf Erdwällen, Dämmen und Böschungen, bei denen eine Verankerung und Stabilisierung der Erdschichten mit gleichzeitiger Erhöhung der Standortsicherung und Standfestigkeit von besonderer Bedeutung ist. Die Vorrichtung nutzt vorteilhaft die Eigenschaft von Wurzeln, vom dichten in weniger dichte Böden bzw. in Hohlräumen zu wachsen. Hierzu werden unterhalb des Wurzelballens (1) eine oder mehrere in die Tiefe reichende Wurzelrohre (4) angeordnet. Die vom Kernbaumstamm (2) sich verzweigenden Verwurzelungsstränge (3) werden teilweise in die luftgefüllten Wurzelrohre geleitet, wo sich mit schnelllem Wachstum Wurzelstränge für das Tiefenwachstum entwickeln. Für die Herstellung der Wurzelrohre werden Werkstoffe wie z. B. Beton und Ton mit geringer Langzeitstabilität oder kompostierbare Materialien, die zur Erhöhung der Festigkeit mit biologisch abbaubaren Werkstoffen wie z. B. mit Stärke vermischtes Polyethylen versetzt sind, verwendet. Über eine Belüftungsleitung wird den Wurzeln der für das Wachstum erforderliche Sauerstoff bereitgestellt. Zusätzlich angebrachte Trenn- und Ausleitelemente bewirken zusammen mit einer auf die Innen- und Außenfläche der Wurzelrohre aufgebrachten Nährlösung ein schnelles Tiefenwachstum der Wurzeln mit einer begünstigten Vernetzung in unterschiedlichen Bodentiefen, ...

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung für die Anpflanzung von Gehölzen und Bäumen gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Es soll das Tiefenwachstum und die Verwurzelung der Bepflanzung insbesondere in Hanglagen und auf Erdwällen, Dämmen und Böschungen, bei denen eine Verankerung und Stabilisierung der Erdschichten mit gleichzeitiger Erhöhung der Standortsicherung und Standfestigkeit von besonderer Bedeutung ist, verbessert werden.

Für die Stabilisierung von Hängen wurden verschiedene Verfahren und Vorrichtungen vorgeschlagen wie in der EP 774 544 B1, gemäß der dreidimensionale Vegetationsnetze mit verschiedenen Öffnungsweiten der einzelnen Netze auch vertikal ins Erdreich reichen und so die Standfestigkeit der Bepflanzung sichern. Ein weiterer Vorschlag nach DE 197 44 553 A1 sieht das Einbringen besonders ausgelegter Formkörper vor, bei denen in gewissen Abständen oberhalb der Bodenfläche vertikal gerichtete Netze angeordnet sind. Andere Vorschläge befassen sich allgemein mit mechanischen Elementen wie Pfähle und Erdanker, die vertikal in den Boden getrieben werden und oberflächig durch Geflechte aus natürlichen Materialien wie Reisig oder Netze untereinander verbunden sind. Weiterhin ist aus der DE 90 13 612 U1 eine Pflanzschale für Holzgewächse bekannt, deren Boden über Öffnungen verfügt, an denen Rohre angebracht sind. Diese sind jedoch im Unterschied zu den Wurzelrohren der vorliegenden Erfindung mit saugfähigem Material gefüllt. Als Hauptaufgabe dieser Pflanzschale wird vielmehr die Verbesserung der Bewässerung sowie die Verhinderung bzw. Begrenzung des Wachstums der Wurzeln angegeben. Schließlich wird in der US 5 383 302 eine Vorrichtung angegeben, mit der das Wurzelwachstum von Bäumen begrenzt und gezielt gelenkt sowie Schäden an massiven Pflanzenumfassungen und Gartenbefestigungen verhindert wird.

Den beiden erstgenannten Verfahren und Vorrichtungen ist gemeinsam, dass sie sich z.B. bei der Stabilisierung von Hängen nur auf mechanische Hilfsmittel wie vertikale Pfähle oder Netze beziehen. Zudem ist die Anwendung der derzeit bekannten Vorrichtungen in der Praxis aufwendig oder die Realisierung teilweise sehr speziell und so arbeits- und zeitintensiv, dass deren Einsatz mit einem hohen finanziellen und materiellen Aufwand einher geht. Die beiden letztgenannten Vorrichtungen führen im Gegensatz zur vorliegenden Erfindung hauptsächlich zu einer Begrenzung des Wurzelwachstums der Pflanze auf Grund der Verwendung von massiven bzw. teildurchlässigen Wurzelbarrieren.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, hier einzugreifen und eine weitgehend universelle Pflanz- und Wurzelvorrichtung bereit zu stellen, mit der sämtliche Bepflanzungsaufgaben mittels standardisierter Pflanzelemente kostengünstig und mit hoher Anwuchsqualität auch unter schwierigen Bodenverhältnissen gelöst werden. Diese Aufgabe wird durch deine Vorrichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Die neue Vorrichtung verbindet erfindungsgemäß erstmals vertikal angeordnete Elemente zur Bodenstabilisierung mit Maßnahmen auf selten des Gehölzes zur Verbesserung der Wurzelbildung und Beschleunigung des Tiefenwachstums, so dass neben der Erhöhung der Standsicherheit der Bepflanzung auch eine Stabilisierung des Erdreiches insbesondere in Hanglagen erzielt wird. Hierzu werden anstelle von massiven, dezentralen Pfahlelementen entsprechend geformte Wurzelrohre, die in unmittelbaren Nähe des Wurzelballens mit bestimmter Länge in das Erdreich versenkt werden, verwendet. Die weitere Formgebung, insbesondere die spezifische Querschnittsform und Querschnittsgröße der Wurzelrohre, ist auf die Wuchsbelange des Gehölzes oder Baumes ausgerichtet und erlaubt die optimale Anpassung an die Erfordernisse von Geologie und Klimazone. Weiterhin eignet sich die Vorrichtung zur effizienten Bepflanzung von Gebieten in der Dritten Welt auf trockenen Anbauflächen, die auf Grund der sandigen Bodenstruktur mit den bekannten Methoden vielfach nur mit hohem Aufwand und entsprechenden Ausfallraten begrünt werden können. Die Vorrichtung eignet sich darüber hinaus besonders für die großflächige Aufforstung von Wüstengebieten auf Grund der Möglichkeit, schnell und effizient eine bis in tiefe Erdschichten reichende Verwurzelung zu erzielen und so weit angelegte Areale zu vernetzen und große Flächen gegen Bodenerosion zu stabilisieren.

Bei der Gestaltung der Wurzelrohre wird hierbei der allgemein bekannte, aber bislang wenig erforschte Sachverhalt ausgenutzt, dass Pflanzenwurzeln bevorzugt von dichten Bereichen des Erdbodens in weniger dichte Bereiche und dabei besonders in Hohlräume wachsen. Dies ist z.B. bei Regenfallrohren an Häusern oder bei Kanalrohren der Stadtkanalisation zu beobachten, da Wurzeln aus bestimmten Gründen vornehmlich in diese Hohlräume wachsen und einen erheblichen Schaden hervorrufen können.

Für die vorliegende Vorrichtung wird erstmals dieses sonst schädliche Verhalten von Wurzeln vorteilhaft ausgenutzt. Obwohl die genauen Zusammenhänge für dieses Verhalten noch nicht ganz geklärt sind, kann mit gewisser Sicherheit folgender Ablauf beim Wurzelwachstum als Erklärung für dieses Verhalten angegeben werden. Allgemein wird die Wurzelspitze einer Wurzel von einer Wurzelhaube (Kalyptra) geschützt, unter der die Initialzone liegt, innerhalb derer das Wachstum der Wurzel stattfindet. Die Kalyptra stellt somit den Bohrkopf der Wurzel dar. Da innerhalb der Kalyptra fortlaufend Zellen absterben, die von dahinter liegenden Zellen nach vorne gedrückt werden, entsteht ein Hohlraum, in den die Wurzel hinein wachsen kann. Die Richtung des Wurzelwachstums wird entscheidend von der Dichte des Bodens beeinflusst, da die Zellen der Kalyptra selbst nur eine geringe mechanische Festigkeit besitzen und somit bevorzugt in Richtung eines abnehmenden Dichtegradienten des Erdreichs wachsen. Eine weitere wichtige Rolle übernimmt die Funktion der Endodermitis innerhalb der Wurzel, mit deren Zellen unter Energieaufwand Wasser in das Leitgewebe der Wurzel hineingepumpt wird. Da in den Wurzeln wegen des fehlenden Lichts keine Photosynthese stattfindet, kann diese Energie nur durch den Sauerstoff geliefert werden, den die Pflanze bis zu einem gewissen Grade in der Tiefe des Erdbodens vorfindet. Dieser zweite Mechanismus führt neben dem Dichtegradienten des Erdreiches insgesamt zu einem Richtungswachstum in lockere, sauerstoffhaltige Bodenbereiche. Zusätzlich spielen beim Richtungswachstum neben der Schwerkraft, die die Wurzeln über eingelagerte Stärkekörner wahrnehmen, auch Feuchte-, Nährstoff und Temperaturgradienten eine gewisse Rolle. Es kann davon ausgegangen werden, dass jedoch Sauerstoffaufnahme und insbesondere der Dichtegradient im Boden im wesentlichen die Vorliebe der Wurzeln für weniger dichte Bereiche oder Hohlräume bestimmen.

Diese vorgenannten Eigenschaften des Wurzelwachstums macht sich nunmehr die vorliegende Erfindung dadurch zu Nutze, in dem an der Pflanzstelle des Gehölzes oder Baumes gezielt ein hoher Dichtegradient, Sauerstoff als Energiequelle, eine erhöhte Nährstoffkonzentration und eine verbesserte Bewässerung zur Verfügung gestellt wird. Hierzu werden unterhalb des Wurzelballens und innerhalb eines bestimmten Radius ein oder mehrere Pflanzelemente angeordnet, die als vertikale, luftgefüllte Wurzelrohre mit bestimmten Kenngrößen wie Querschnittsform, Querschittsgröße, Wandstärke, Struktur und Länge ausgebildet sind. Diese geben zum einen zunächst dem Erdreich auf Grund ihrer eigenen mechanischen Festigkeit die erforderliche Stützung und Stabilisierung, wie sie besonders bei Dämmen und Hängen erforderlich ist. Als zweite Eigenschaft verfügen diese luftgefüllten Wurzelrohre über den für ein beschleunigtes Wachstum erforderlichen hohen Dichtegradienten, so dass sich ein rasch vordringendes, tief reichendes und verzweigtes Wurzelbild entwickelt. Darüber hinaus wird, da das Innere der Wurzelrohre über eine in die Umgebungsluft führende Zuleitung kontinuierlich belüftet wird, in ausreichender Menge die für das Wurzelwachstum benötigte Energie in Form von Sauerstoff zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig wird die anfängliche Bewässerung verbessert, da die Wurzelrohre über eine bestimmte Wasseraufnahmefähigkeit verfügen und das Oberflächenwasser von der Oberfläche, an der die Verdunstung besonders hoch ist, längs der Innenfläche der Wurzelrohre bis in die unteren Bodenschichten geführt wird. Darüber hinaus kann der Wurzelbereich über die Belüftungsleitung bei Bedarf zusätzlich bewässert werden. Das Wurzelrohr ist auf seiner gesamten Länge mit mehreren Öffnungen durch seine Wandstruktur versehen, so dass ein Teil der innerhalb des Wurzelrohres nach unten wachsenden Wurzelstränge in unterschiedlicher Tiefe des Erdreiches Gelegenheit zum seitlichen Wachstum erhalten.

Als Werkstoff für das Wurzelrohr können mineralische Baustoffe wir z.B. Beton, Ton mit geringer Langzeitstabilität oder auch Hartpapier und Kunststoffe verwendet werden, die mit geeigneten Herstellungsverfahren eine Wandstruktur mit bestimmter Querschnittsgröße, Querschnittsform und Wandstärke liefern. Über die Materialzusammensetzung und Wandstärke kann je nach Anforderung die Haltbarkeit bzw. der Zerfall oder die Verrottung der Wurzelrohre eingestellt werden. In einer bevorzugten Ausführungsart, die insbesondere für die Aufforstung in der Dritten Welt geeignet ist, werden als Material heimische, kompostierbare Stoffe wie z.B. Palmblätter, Piniennadeln usw. bevorzugt, die mit biologisch abbaubaren Werkstoffen wie z.B. mit Stärke vermischtes Polyethylen versetzt sind. Das Wurzelrohr verfügt über seine gesamte Länge über Öffnungen, durch die die Wurzeln in unterschiedlichen Bodentiefen in das Erdreich treten können.

Zusätzlich wird ein Nährstoffgradient dadurch erzeugt, dass eine Nährstoffschicht auf die Innen- und Außenfläche der Wurzelrohre aufgebracht ist. Dieser sorgt zusammen mit den Öffnungen im Wurzelrohr für eine Beeinflussung des Richtungswachstums, so dass ein zusätzliche vermehrte Bildung von Wurzelsträngen, die aus dem Wurzelrohr heraus führen, erreicht wird. Zusammen mit der biologischen Umsetzung des Wurzelrohrwerkstoffes wird eine weitgehend gleichmäßige Abgabe der Nährstoffe erzielt, wobei die Festigkeit der Wurzelrohre über einen weiten Zeitraum, der je nach Zusammensetzung der biologisch abbaubaren oder verrottbaren Werkstoffe in einem weiten Bereich von z.B. 1-10 Jahren einstellbar ist, bestehen bleibt. Bis zum Einsetzen der totalen Verrottung des Werkstoffes sind die Wurzeln des Gehölzes oder des Baumes soweit entwickelt, dass für die Standfestigkeit bzw. Stabilisierung z.B. des Hanges keine weitere zusätzliche Hilfe mehr notwendig ist. Der zu Beginn der Bepflanzung durch das Wurzelrohr gebildete Hohlraum füllt sich im Laufe der Verrottung langsam mit dem umgebenden Erdreich und verfestigt so mittels des entstandenen Wurzelwerks das gesamte Erdreich.

Die Merkmale und weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen, die nur als nichtbeschränkende Beispiele angegeben sind. Eine bevorzugte beispielhafte Ausführung der vorgenannten erfindungsgemäßen Vorrichtung zeigt in

1 eine Skizze des Wirkungsprinzips der Vorrichtung,

2 eine Darstellung des Querschnitts durch ein Wurzelrohr,

3 eine perspektivische Darstellung des Wurzelrohres,

4 eine Ansicht des Ausleitelementes,

5 einen Schnitt durch eine beispielhafte Vorrichtung, bestehend aus Pflanzcontainer und Wurzelrohren.

Die grundsätzliche Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeigt eine schematische Darstellung in 1. Im Wurzelballen (1) des Gehölzes oder Baumes bilden sich, vom Kernbaumstamm (2) ausgehend, zunächst mehrere Wurzelstränge (3) aus, die radial und mit einem bestimmten Winkel in die tieferen Bereiche des Bodens vordringen. Mit mehreren Wurzelrohren (4), die am Umfang in bestimmtem Abstand angeordnet sind und vertikal bis in größere Tiefen reichen, werden einige Wurzelstränge in den offenen, luftgefüllten Innenraum (5) der Wurzelrohre geleitet. Auf Grund der Vorliebe der Wurzeln für Bereiche mit geringer Dichte wird somit eine rasche, tiefreichende Wurzelung erzielt. Die Stabilisierung des Erdreiches auf Hängen oder Dämmen wird durch die hohe Eigenfestigkeit der Wurzelrohre erzielt. Die Standfestigkeit der Bepflanzung wird durch die tiefreichende und weite Verästelung innerhalb der Wurzelrohre, die mehrere Öffnungen zum Austritt einiger Teilwurzeln aufweisen, erreicht.

Den Schnitt durch ein nach dem vorgenannten Prinzip beispielhaft ausgeführtes Wurzelrohr (10) zeigt 2. Der Innenraum des Wurzelrohres wird durch ein vertikales Teilungselement (12) über die gesamte Länge in mehrere Raumsegmente unterteilt, innerrhalb derer die einzelnen Wurzelstränge in die Tiefe geleitet werden. Mehrere Öffnungen (14), die auf den Trennflächen des Teilungselementes und auf der Wandstruktur des Wurzelrohres angeordnet sind, erlauben der Wurzel den Wechsel bzw. das Verlassen des Raumsegmentes. Zur Unterstützung der seitlichen Verwurzelung sind in den Öffnungen des Wurzelrohres mehrere Ausleitelemente (13) angeordnet, die die Wurzeln aus dem Innenraum nach außen in das Erdreich leiten. Eine Schicht mit Nährstoffen, mit der die Innen- und Außenfläche der Wurzelrohre versehen sind, verbessert die Versorgung der Pflanze auch in Gebieten mit geringem Nährstoffgehalt und gewährleistet den erforderlichen hohen Nährstoffgradienten. Eine perspektivische Darstellung eines einzelnen Wurzelrohres (10) mit innen liegendem Teilungselement (12), Ausleitelement (13) und mehreren Wurzelöffnungen (14) zeigt 3.

In 4 ist die beispielhafte Ausführumg eines Ausleitelementes (13) dargestellt, mit dessen Hilfe die einzelnen Wurzelstränge aus dem Innenraum des Wurzelrohres nach außen geleitet werden. Diese bestehen in einer bevorzugten Ausführung mit runder Querschnittsform aus steckbaren Rohrelementen, die von außen in den entsprechenden Öffnungen des Wurzelrohres verankert werden und auf der die innerhalb des Raumsegmentes liegende Teillänge dadurch nach oben offen ausgebildet ist, dass das Ausleitelement einen halbkreisförmigen Querschnitt aufweist. Die vornehmlich von oben heranwachsenden Wurzelstränge werden so durch die Ausleitelemente nach außen ins Erdreich geführt. Das zur Mittelachse des Wurzelrohres weisende Ende des Ausleitelementes ist der Querschnittsform des Raumsegmentes derart angepasst, dass sich ein weitgehend spaltloser und bündiger Abschluss mit den Wandstrukturen der Teilungselemente einstellt. Dies optimiert die Wahrscheinlichkeit zum Ausleiten der Wurzeln, da diese bei ihrem Richtungswachstum häufig winklig zulaufende Flächen bevorzugen. Da die Ausleitelemente nicht das gesamte Raumsegment ausfüllen, verbleibt ein genügend großer Teilquerschnitt, durch den andere Wurzelstränge innerhalb des Raumsegmentes in tiefere Zonen gelangen können. Die Ausleitelemente sind in unterschiedlichen Tiefen im Erdreich angeordnet, so dass sich ein entsprechend hoher Anteil unterschiedlicher Wurzelstränge entwickeln kann.

Eine beispielhafte Ausführung der gesamten erfindungsgemäßen Vorrichtung, bestehend aus einem Pflanzcontainer (15), mehreren Wurzelrohren (10) und Ausleitelementen (13), zeigt 5. Die Wurzelrohre werden mittels geeigneter Anschlussstücke (18), die am Bodenteil des Containers angeordnet sind, mit dem Pflanzcontainer verbunden und bilden so eine mechanisch belastbare und stabile Einheit. In den Innenraum des Wurzelrohres wird eine Zuleitung (16) geführt, deren obere Öffnung oberhalb des Erdreiches liegt. Durch diese Belüftung wird eine verbesserte Versorgung des Wurzelbereiches mit Sauerstoff erzielt. Zusätzlich kann das tiefer liegende Erdreich über diese Leitungen bewässert werden. Die oberen Öffnungen werden durch abnehmbare Verschlusskappen (19) abgeschlossen, mit denen mittels eines verstellbaren Zuleitungsquerschnitts eine Dosierung der Belüftung möglich ist. Der Pflanzcontainer verfügt im Boden über eine oder mehrere zentral angeordnete Bodenöffnungen (17), durch die ein normal vertikal orientiertes Wachstum der Wurzel ermöglicht wird. Weiterhin ist das seitliche Wachstum durch in den Seitenwänden des Pflanzcontainers angeordnete Seitenöffnungen (20) gewährleistet. Die Oberfläche der Pflanzstelle kann mit einem Abdeckelement (21) geschützt werden, so dass insbesondere bei Pflanzungen in Trockengebieten die Verdunstung der Pflanzstelle weitgehend minimiert wird.

1Wurzelballen 2Kernbaumstamm 3Verwurzelungsstrang 4Wurzelrohr 5Wurzelstrang für Tiefenwachstum 10Wurzelrohr 11Schicht mit Nährstofflösung 12Teilungselement 13Ausleitelement 14Wurzelöffnung 15Pflanzcontainer 16Zuleitung 17Bodenöffnung 18Anschlussstück 19Verschlusskappe 20Seitenöffnung 21Abdeckelement

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung für die Anpflanzung sowie zum Aufziehen, Transport und zur Lagerung von Gehölzen und Bäumen bestehend aus einem Pflanzcontainer (15) mit Öffnungen an dessen Boden, dadurch gekennzeichnet, dass eine oder mehrere Öffnung/en im Boden des Pflanzcontainers (15) großflächig sind und mit je einem an der Unterseite angeordneten Anschlussstück (18) versehen ist/sind, in das jeweils von unten ein Wurzelrohr (10) für einen Wurzelstrang (5) angebracht ist, beidseitig offen und luftgefüllt ist, und das eine für die Pflanzbedingungen geeignete Querschnittsgröße, Querschnittsform, Wandstärke und Länge und Festigkeit aufweist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenraum des Wurzelrohres (10) über die gesamte Länge durch ein Teilungselement (12), das aus einzelnen, zusammenhängenden Teilflächen besteht, in mehrere Teilquerschnitte abgeteilt ist.
  3. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstruktur des Wurzelrohres (10) am Umfang und über die gesamte Lange verteilte kleinflächige Öffnungen (14) aufweist.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Teilungselement auf den einzelnen Teilflächen über kleinflächige Öffnungen (14) verfügt, die über die gesamte Länge verteilt sind.
  5. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass als Werkstoffe zur Herstellung des Wurzelrohres (10) und des Teilungselementes (12) mineralische Werkstoffe und Kunststoffe oder andere kompostierbare und verrottbare Stoffe mit biologisch abbaubaren Bindemitteln eingesetzt sind.
  6. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Anspruche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Werkstoffe zur Herstellung des Wurzelrohres (10) und des Teilungselementes (12) kompostierbare und biologisch abbaubare Stoffe eingesetzt sind, die als Bindemittel mit einer Mischung aus Stärke und Polyethylen versetzt sind.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Zeitdauer für den Zerfall oder für die Verrottung der für die Herstellung des Wurzelrohres und des Teilungselementes verwendeten Werkstoffe durch die Wahl der Zusammensetzung eingestellt ist.
  8. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur des Wurzelrohres (10) über eine bestimmte Wasseraufnahmefähigkeit bei gleichzeitig hoher Eigenfestigkeit verfügt.
  9. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Anspruche, dadurch gekennzeichnet, dass der erforderliche Nährstoffgradient durch eine Schicht mit Nährstoffen (11), mit der die Innen- und Außenfläche der Wurzelrohre (10) versehen sind, realisiert ist.
  10. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere, oben offene Ausleitelemente (13), deren zur Mittelachse des Wurzelrohres (10) weisende Enden der Querschnittsform des Raumsegmentes derart angepasst sind, dass sich ein weitgehend spaltloser und bündiger Abschluss mit den Wandstrukturen des Teilungselementes (12) einstellt, in die außen liegenden Öffnungen (14) des Wurzelrohres (10) verankert sind.
  11. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Zuleitung (16) bestimmten Querschnitts aus dem Bereich oberhalb der Pflanzstelle vertikal durch den Pflanzcontainer (15) verläuft und in den Innenraum des Wurzelrohres (10) soweit geführt ist, dass eine Belüftung des Wurzelrohres (10) und eine Wasserzufuhr möglich ist.
  12. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die oberhalb des Erdbodens liegenden Öffnungen der Zuleitung (16) durch eine Verschlusskappe (19) mit variabler Einstellmöglichkeit der Zuleitungsquerschnittsfläche verschlossen sind.
  13. Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der oben offene Pflanzcontainer (15) mit einem Abdeckelement (21) bedeckt ist, so dass die Pflanzstelle gegen äußere Einflüsse geschützt und die Wasserverdunstung minimiert wird.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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