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Dokumentenidentifikation DE102004011289A1 01.12.2005
Titel Fertigungs-Verfahren für Kraftfahrzeuge
Anmelder Bayerische Motoren Werke AG, 80809 München, DE
Erfinder Pollmann, Arnold, 80337 München, DE;
Gelfert, Rene, 80337 München, DE;
Müller, Marcus, 81373 München, DE
DE-Anmeldedatum 09.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004011289
Offenlegungstag 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse B62D 65/00
IPC-Nebenklasse G01M 17/007   
Zusammenfassung Bei einem Fertigungs-Verfahren für Kraftfahrzeuge werden während eines Montageprozesses an aufeinander folgenden Montagestationen elektronische Einheiten verbaut. Die Einheiten werden während des Montageprozesses mit fahrzeugindividuellen Programmen und/oder Daten versehen. Diese Programme und Daten werden aus einem mobilen Computer entnommen, der vorbereitend mit diesen Programmen und Daten sowie Initialisierungs-Prüfinformationen geladen und anschließend in das Fahrzeug gebracht wird und aus dem diese Programme und Daten nach dem Einbau der Einheiten durch den Computer gesteuert ausgelesen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Fertigungs-Verfahren. für Kraftfahrzeuge, bei dem während eines Montageprozesses an aufeinanderfolgenden Montagestationen elektronische Einheiten verbaut werden. Bei diesen Einheiten handelt es sich um Steuergeräte und/oder Baugruppen.

Während der Fertigung von Fahrzeugen werden üblicherweise diese Einheiten teilweise an separaten Vormontageplätzen programmiert, d.h. mit Programmen und/oder Daten für den Einsatz im zugeordneten Fahrzeug versehen. Alternativ wird einer von mehreren bereits in den Steuergerät/den Baugruppen vorhandenen Programm- und Datensätzen ausgewählt (sog. Variantencodierung). Bedingt durch häufig auftretende elektromagnetische Störungen ist es in der Regel nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, innerhalb der Montagelinie Programme- und/oder Daten beispielsweise drahtlos in das Fahrzeug einzuspielen.

Das übliche Verfahren ist auf Grund der Mehrzahl von Programmierplätzen, die in der Regel unkoordiniert ihre Programmieraufgaben durchführen, störanfällig. Da an den Programmierplätzen im Allgemeinen nicht sequenzparallel zur Montagelinie gearbeitet wird, sind Aufwände zur Re-Sequenzierung und zur sequenzgenauen Zusteuerung der bereits programmierten Einheiten zur Montagelinie erforderlich. Die Bandendeprogrammierung ist zeitaufwändig und verlangsamt den Produktionsfluss. Zudem können Fehler, die während der zahlreichen Programmiervorgänge auftreten, nur schwer und in der Regel erst nachträglich am Bandende erkannt werden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, das eine prozesssichere und schnelle Programmierung und Datenbefüllung der elektronischen Einheiten während des Fertigungs-Verfahrens ermöglicht.

Die Erfindung löst diese Aufgabe mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1.

Das Besondere der Erfindung ist die Programmierung/Datenbefüllung der Einheiten in der Montagelinie. Damit lassen sich auch große Datenmengen sicher und zuverlässig ins Fahrzeug bringen. Die Programme/Daten werden aus dem mobilen Computer entnommen, der im oder am Fahrzeug sitzt und mit diesem mitbewegt wird. Die Programme und Daten werden nach dem Einbau der Einheiten durch den Computer gesteuert in die Steuergeräte/Baugruppen verteilt.

Eine besondere Ausgestaltung der Erfindung beschäftigt sich mit der zusätzlichen Aufgabe, die während der Montage sukzessive im Fahrzeug verbauten Einheiten zu initialisieren und zu prüfen. Wie im Patentanspruch 2 angegeben, werden hierzu Initialisierung- und Prüfschritte für die Einheiten nach dem Einbau dieser Einheiten durchgeführt. Die zugehörigen Initialisierungs- und Prüfinformationen werden zusammen mit den fahrzeugindividuellen Programmen und/oder Daten vorbereitend in den Computer geladen. Damit lassen sich bisher nicht für diesen Zweck nutzbare Bandbereiche für die Programmierung, Datenbefüllung, Initialisierung und Prüfung nutzen bzw. auch effizienter nutzen. Auch mit großen Datenvolumina/Datenaufkommen können Initialisierungs- und Prüfvorgänge des Fahrzeuges in der Montagelinie kontinuierlich durchgeführt werden.

Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren Patentansprüchen angegeben und werden im Folgenden an Hand eines in der Zeichnung wiedergegebenen Ausführungsbeispiels näher erläutert. Die einzige Figur zeigt vereinfacht einen Ausschnitt aus einer Montagelinie für Fahrzeuge.

Ein Fahrzeug 1 durchläuft in der mit „production line" bezeichneten Montagelinie nacheinander eine Reihe von Montageplätzen, die mit 2–10 bezeichnet sind. Dabei werden an zwei Montageplätzen 5 und 6, bei denen es sich um einen großen Teil der Montagelinie inklusive sogenannter Techniktakte handelt, alle elektronischen Einheiten (nicht dargestellt) verbaut. Unter Techniktakte sind Umsetzer, Rückführungsgehänge, und ähnliche Bereiche zu verstehen, die für das Montagepersonal in der Regel nicht nutzbar sind. Am vorhergehenden Montageplatz 4 wird ein mobiler Computer 11 in das Fahrzeug eingebaut.

Der Computer 11 enthält die für die Montage eines Fahrzeuges notwendigen Informationen (Steuergeräte-Programme und -Daten, Codierdaten, Freischaltdaten, Fahrzeugauftragsdaten, Inbetriebnahmereihenfolge ...) und optional auch Tools (Programmiertools, Codiertools, ...). Diese Daten und Tools werden in einer Ladestation 12 auf Basis von durch ein Leitsystem 13 bereitgestellten Informationen in den Computer 11 eingebracht. Alternativ können sie dem Computer auch durch einen tauschbaren und entsprechend vorgeladenen Massenspeicher zugeführt werden. Das Vorladen der Massenspeicher kann dabei analog der Arbeitsweise der Ladestation 12 erfolgen.

Liegen alle Varianten der Einheiten in diesen bereits vor, können diese über eine Schnittstelle auf einen Auftrag hin parametriert werden (nicht dargestellt). Die Inbetriebnahmereihenfolge wird z.B. aus einem „Prüfplan" zusammen mit Regeln und Restriktionen aus der jeweiligen Werksstruktur und dem Fahrzeugauftrag generiert.

Sobald der Computer 11 in das Fahrzeug eingebracht ist, wird eine elektrische Verbindung zu einer Diagnoseschnittstelle des Fahrzeugs 1 hergestellt. Dadurch wird der Computer 11 mit Strom versorgt und beginnt mit seiner Arbeit, indem er die Programmierung sowie die Prüfungs- und Inbetriebnahmesequenzen (automatisch und autark) ausführt.

Der Computer 11 fährt mit dem Fahrzeug entlang der Produktionslinie. Alle für die Programmierung und Daten-Beladung der an den Montageplätzen 5 und 6 eingebauten elektronischen Einheiten erforderlichen Daten und Tools sind im Computer 11 vorhanden und werden bedarfsgerecht eingesetzt und/oder vom Computer 11 an diese Einheiten überspielt.

Nach Beendigung von (Teil-)Prüfungen sendet der Computer 11 Status-Informationen der Prüfungen an das Leitsystem 13.

Der Computer 11 wird am anschließenden Montageplatz 7 wieder aus dem Fahrzeug 1 entfernt und zurück zur Ladestation 12 gebracht. Dort wird er mit den Daten/Programmen usw. für ein nächstes Fahrzeug beladen, welches analog dem oben beschriebenen Prozess behandelt wird. Optional können weitere Informationen über die Inbetriebnahme des vorangegangenen Fahrzeuges, die bisher noch nicht erfasst wurden, ausgelesen und gesichert werden.

Der Computer 11 kann zusätzlich Handlungsanweisungen auf einem integrierten Display oder auch per drahtloser Bildübertragung auf neben der Montagelinie stehende Monitore für die Werker visualisieren (nicht dargestellt) und auch Quittierungen von Werker-Handlungen entgegennehmen (direkt auf dem Display, z.B. per Touchscreen oder über separate Tasten, die auch Tasten des Fahrzeuges sein können) (ebenfalls nicht gezeigt).

Der Computer 11 kann Rückmeldungen über den Ablauf und den Erfolg der durchgeführten Beschaltungen an das Leitsystem 13 senden. Durch die Intelligenz des Computers 11 ist der erforderliche Datenaustausch zum Leitsystem 13 minimal. Hierdurch werden die Anforderungen an eine Infrastruktur zur drahtlosen Datenübertragung minimiert. Diese Schnittstelle gewährleistet auch die Dokumentation von z.B. dokumentationspflichtigen Daten.

Kontrollstationen 14 liefern auf Basis der Informationen des Leitsystems an beliebiger Stelle und beliebig gefiltert Informationen über den Status der Fahrzeuge in der Montagelinie.

Zusammengefasst ergeben sich die Vorteile der Erfindung wie folgt: Der Computer 11 kann die Fahrzeuge selbständig in Betrieb nehmen (konfigurieren, prüfen, Montagefortschritt anzeigen). Er erkennt den Montagefortschritt und startet die erforderliche Konfigurations- und Prüfroutinen. Er meldet Fehler sofort oder zu bestimmten Positionen in der Montagelinie an das Leitsystem 13, so dass ggf. eine Nacharbeit unter Einsatz der erforderlichen Ersatzteile/Messgeräte zur Fehlerbehebung frühestmöglich durchgeführt werden kann. Bei geeigneter drahtloser Infrastruktur (bei WLAN in Form eines dichten Netzwerks von Access-Points) kann der Computer 11 auch zur Fahrzeugverfolgung eingesetzt werden. In diesem Fall kann die Kontrollstation 14 auch für die exakte Darstellung der Fahrzeugposition verwendet werden.


Anspruch[de]
  1. Fertigungs-Verfahren für Kraftfahrzeuge, bei dem während eines Montageprozesses an aufeinanderfolgenden Montagestationen elektronische Einheiten verbaut werden, dadurch gekennzeichnet, dass die Einheiten während des Montageprozesses mit fahrzeugindividuellen Programmen und/oder Daten versehen werden, dass die Programme und Daten aus einem mobilen Computer (11) entnommen werden, der vorbereitend mit diesen Programmen und Daten geladen und anschließend in das Fahrzeug (1) gebracht wird und aus dem diese Programme und Daten nach dem Einbau der Einheiten durch den Computer gesteuert ausgelesen werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Initialisierungund Prüfschritte für die Einheiten nach dem Einbau dieser Einheiten durchgeführt werden, deren Initialisierungs- und Prüfinformationen zusammen mit den fahrzeugindividuellen Programmen und/oder Daten vorbereitend in den Computer (11) geladen werden.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass im Computer Kontrolldaten für den vom Computer (11) durchgeführten Transfer von Daten und/oder Programmen bzw. für die vom Computer durchgeführten Initialisierung- und Prüfschritte gespeichert werden.
  4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Computer (11) anschließend aus dem Fahrzeug (1) entnommen und die darin gespeicherten Kontrolldaten ausgelesen werden.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Computer anschließend mit den Daten und Programmen sowie Initialisierungs- Prüfinformationen eines nächsten Fahrzeugs geladen wird.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der mobile Computer während des Montageprozesses mit dem Bordnetz des Fahrzeugs verbunden wird.
  7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der mobile Computer an eine Diagnosesteckdose angeschlossen wird.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Fehler ein Warnsignal ausgegeben wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein Fehlersignal an ein Leitsystem (13) weitergeleitet wird.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Ablauf des Fertigungs-Verfahrens protokolliert wird und mit einem Soll-Ablauf verglichen wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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