PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004014531A1 01.12.2005
Titel Verfahren zur Durchführung von mehreren Anwendungen in wenigstens einem Telekommunikationsnetz
Anmelder Deutsche Telekom AG, 53113 Bonn, DE
Erfinder Trinkel, Marian, Dipl.-Ing., 52372 Kreuzau, DE;
Maier, Ralf, 67433 Neustadt, DE
DE-Anmeldedatum 23.03.2004
DE-Aktenzeichen 102004014531
Offenlegungstag 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse H04M 3/42
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung wenigstens einer Anwendung in wenigstens einem Telekommunikationsnetz, wobei in Abhängigkeit einer abgesendeten Kurznachricht wenigstens eine Anwendung mehrfach durchgeführt wird, insbesondere mehrere Kommunikationsverbindungen erzeugt werden. Die Erfindung betrifft weiterhin eine Anwendung des Verfahrens bei der Durchführung von Abstimmungen über ein Telekommunikationsnetz sowie ein System zur Durchführung.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Durchführung wenigstens einer Anwendung in wenigstens einem Telekommunikationsnetz.

Die Durchführung von Anwendungen in einem Telekommunikationsnetz ist allgemein bekannt. Anwendungen können beliebiger Art sein, z.B. die Durchführung einer Kommunikationsverbindung, z.B. als Sprach- oder Datenverbindung, wie sie beispielsweise bei Telefonaten, Kurznachrichten (SMS, MMS), Faxen, Emails oder Internetverbindungen entstehen.

Anwendungen können auch komplexerer Natur sein. Ein Beispiel einer solchen Anwendung ist die Abstimmung über ein Telekommunikationsnetz bei jedweden Veranstaltungen, Wahlen oder Ereignissen. Bei derartigen Abstimmungen ist es bekannt, dass durch die Herstellung einer Kommunikationsverbindung (z.B. per Telefonat oder SMS) zwischen einem Teilnehmer und einer Gegenstelle unter einer bestimmten Zieladresse (z.B. Rufnummer) im Telekommunikationsnetz der Teilnehmer seinen Abstimmungswunsch bekannt gibt.

Möchte der Teilnehmer bei einer derartigen Abstimmung seinen Abstimmungswunsch mehrfach äußern, so bedarf es der mehrfachen Anwahl der jeweiligen Zieladresse im Telekommunikationsnetz. Dies ist für den Teilnehmer sehr mühsam und aufwendig. Darüber hinaus nehmen bei einer solchen Abstimmung, zu der z.B. über das Fernsehen oder sonstige Medien aufgerufen wird, sehr viele Personen teil, so dass es auch oftmals zu überlasteten bzw. besetzten Leitungen kommt. Ein Teilnehmer muss sodann abwarten und erneut versuchen, seinen Abstimmungswunsch zu äußern.

Da solche Abstimmungen üblich nur innerhalb eines bestimmten vorgegebenen zeitlichen Intervalls durchgeführt werden, gehen den Telekommunikationsprovidern gerade durch häufig besetzte Leitungen finanzielle Einnahmen verloren, da in der begrenzten Zeit mitunter nicht alle Abstimmungswünsche entgegengenommen werden können.

Eine andere Anwendung, auf die sich die Erfindung bezieht, betrifft z.B. Rundsendungen von Informationen an mehrere Empfänger.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren und ein System zur Verfügung zu stellen, mit denen in einem Telekommunikationsnetz auf einfache Art und Weise eine oder mehrere Anwendungen ggfs. mehrfach ausgeführt werden können.

Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass in Abhängigkeit einer von einem Nutzer über ein Telekommunikationsnetz gesendeten Nachricht mehrere Anwendungen durchgeführt werden.

Hierbei kann es sich bei einer Anwendung z.B. um den Aufbau einer Kommunikationsverbindung handeln, die z.B. für die erwähnte Abstimmung oder auch für Rundsendungen benötigt werden kann. Bei einer derartigen Kommunikationsverbindung kann es insbesondere vorgesehen sein, Daten zu übertragen z.B. Text-Daten, Sprachdaten etc., die z.B. der Nachricht entnommen sein können.

Bei dem Beispiel der Kommunikationsverbindung als typische Anwendung kann die Art der Kommunikationsverbindung beliebig sein. Z.B. kann es sich um eine sprachbasierte Telefonverbindung, eine Kurznachricht (SMS, MMS), Email, Fax, Internetverbindung etc. handeln.

Wesentlicher Gedanke ist es hier, dass ein Nutzer, der mehrere Anwendungen in einem Telekommunikationsnetz durchführen möchte, diese Durchführung nicht selbst vollziehen muss. Vielmehr bedient sich der Nutzer einer Nachricht, wie z.B. einer Text-Kurznachricht beispielsweise einer SMS oder einer MMS, um mittels dieser Nachricht z.B. eine in einem Telekommunikationsnetz vorhandene Kommunikationsplattform, die die Nachricht empfängt oder zumindest bearbeitet, zu steuern, insbesondere in der Art, dass mit der Absendung der Nachricht durch den Nutzer die Durchführung mehrerer Anwendungen beauftragt wird.

Gemäß einer ersten bevorzugten Ausführung der Erfindung kann durch die Absendung einer Nachricht, z.B. Kurznachricht als Text-SMS bewirkt werden, dass dieselbe Anwendung, insbesondere z.B. eine Kommunikationsverbindung, mehrfach durchgeführt wird.

Dies ist insbesondere vorteilhaft, wenn die gewünschte Anwendung z.B. eine Abstimmung betrifft, an der der Absender der Nachricht mehrfach teilnehmen möchte. So kann eine Nachricht bei dieser Art der Anwendung bewirken, dass z.B. ein bestimmter Kandidat, der z.B. in einer Fernsehsendung zur Wahl steht, mehrfach von dem Abstimmungsteilnehmer gewählt wird.

Praktisch kann dies dadurch erfolgen, dass z.B. eine bestimmte Kommunikationsverbindung mehrfach aufgebaut wird. So wird häufig einem zur Abstimmung stehenden Kanditaten oder einem Thema, eine Zieladresse in einem Telekommunikationsnetz, z.B. eine Telefon- oder SMS-Rufnummer zugeordnet. Das mehrfache Anwählen einer solchen Ziel-Adresse bewirkt das mehrfache Abstimmen.

Gemäß der Erfindung wird das mehrfache Anwählen der Zieladresse und damit der mehrfache Aufbau der Kommunikationsverbindung ohne weiteres Zutun des Nutzers netzintern, z.B. durch eine Kommunikationsplattform erledigt, welche die Nachricht des Nutzers verarbeitet.

Bei einer deratigen Kommunikationsverbindung kann auch eine Information, z.B. Text, oder Sprachinformation übermittelt werden, die sich aus dem Inhalt der Nachricht ergeben kann. Hierbei kann eine Sprachinformation ggfs. aus einem Textinhalt der Nachricht gewandelt sein. Bei der genannten Ausführung wird diese Information z.B. mehrfach identisch versendet.

In einer anderen Ausführung kann es vorgesehen sein, dass mehrere, wenigstens zwei, insbesondere unterschiedliche Anwendungen, z.B. unterschiedliche Kommunikationsverbindungen, wenigstens je einmal durchgeführt werden. Auch hierbei können wie oben beschrieben weitere Informationen (Text, Sprache) übermittelt werden, wobei bei jeder Kommunikationsverbindung unterschiedliche Informationen übermittelt werden können.

Auch diese Ausführung der Erfindung kann bei Abstimmungen zum Einsatz kommen, z.B. wenn ein Teilnehmer für einen ersten Kandidaten oder ein Thema eine Anzahl n-mal und für einen zweiten Kandidaten oder Thema eine Anzahl m-mal abstimmen möchte. Hier kann durch die Absendung der Nachricht bewirkt werden, dass eine dem ersten Kandidaten/Thema zugeordnete Anwendung n-mal und eine dem zweiten Kandidaten/Thema zugeordnete zweite Anwendung m-mal durchgeführt wird. Auch hier kann es sich z.B. bei den Anwendungen wie in der vorherigen Ausführung um Kommunikationsverbindungen handeln, bei denen ggfs. weiteren Informationen (Text, Sprache) übermittelt werden können.

Genauso besteht die Möglichkeit, das erfindungsgemäße Verfahren für Rundsendungen zum Einsatz zu bringen. So kann mit der Aussendung bzw. dem Absetzten einer Nachricht bewirkt werden, dass z.B. unterschiedliche Anwendungen je einmal aufgerufen werden. Beispielsweise kann auf diese Weise eine Information je einmal an unterschiedliche Empfänger versendet werden, z.B. durch Aufbau einer Kommunikationsverbindung zum jeweiligen Empfänger, insbesondere mit einer Informationsübermittlung.

Unabhängig von dem genannten Beispiel und der genannten Ausführung können die jeweiligen Kommunikationsverbindungen, die im Rahmen der Erfindung möglich sind, auch unterschiedlicher Art sein, also unterschiedliche Anwendungen (z.B. Telefonie, Fax, Mail, WEB, SMS, MMS) betreffen. In genanntem Beispiel kann z.B. einer der Empfänger die Information per Telefon, ein anderer per Fax und wieder jemand per Email erhalten.

Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, dass der Nutzer des Verfahrens die Durchführung der jeweiligen Anwendungen nicht selbst vornehmen muss, sondern durch die Absendung einer Nachricht, z.B. als Kurznachricht (Textnachricht, SMS, MMS) die Durchführung von mehreren Anwendungen, seien es alles dieselben oder unterschiedliche, gesteuert wird.

In einer bevorzugten Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens kann es vorgesehen sein, dass der Inhalt der Nachricht und/oder die Netzadresse, insbesondere Rufnummer, an welche die Nachricht gesendet wird, eine Information über wenigstens eine durchzuführende Anwendung, insbesondere Kommunikationsverbindung, und/oder die Anzahl der Durchführung umfasst.

Eine Nachricht, wie z.B. eine Kurznachricht (SMS, MMS) umfasst üblicherweise wenigstens einen Inhalt und eine Zieladresse in einem Telekommunikationsnetzwerk, wo der Inhalt hingesendet werden soll.

Dementsprechend kann es gemäß der Erfindung vorgesehen sein, dass entweder der Inhalt, oder die Zieladresse oder beides herangezogen wird, um die Kommunikationsplattform, die die Nachricht empfängt oder zumindest verarbeitet, zu steuern hinsichtlich der durchzuführenden Anwendungen und/oder der Anzahl der Durchführungen.

Der Inhalt der Nachricht kann nicht nur hinsichtlich der Steuerung herangezogen werden, sondern kann auch eine Information umfassen, die der Anwendung zur Verfügung gestellt wird. Z.B. kann in der Nachricht eine Information enthalten sein, die bei einer Kommunikationsverbindung zu übermitteln ist. Hierbei kann es sich z.B. um einen Text handeln, der ggfs. auch in Sprache gewandelt werden kann.

So können z.B. durch die Zieladresse im Netz, z.B. eine Service-Rufnummer die Anwendungen ausgewählt werden, die durchzuführen sind. Beispielsweise kann es sich um Abstimmungsanwendungen handeln. Dementsprechend kann es vorgesehen sein, dass der Inhalt der Nachricht an eine Abstimmungsanwendung übertragen wird. Der Inhalt kann z.B. bestimmen, wie oft für welches Thema oder welchen Kandidaten abgestimmt wird. Bei einer Textnachricht kann die Anzahl z.B. als Zahl übertragen werden.

Die Anzahl der Durchführung einer oder mehrerer Anwendung kann auch z.B. an die Service-Rufnummer als Zahl angehängt werden. Eine derartige Kombination kann von der bearbeitenden Kommunikationsplattform erkannt und analysiert werden.

Ebenso kann es z.B. vorgesehen sein, dass durch die Servicerufnummer nur eine Anwendung ausgewählt wird, die (als weitere Anwendung) wenigstens eine im Inhalt der Nachricht angegebene Zieladresse anwählt, wobei z.B. die Anzahl der Anwahlen ebenfalls im Inhalt der Nachricht angegeben sein kann. Eine Nachricht kann also z.B. folgenden Aufbau haben: Service-Nr./Zieladresse1/Anzahl1/Zieladresse2/Anzahl2/Zieladresse3/Anzahl3 ..... Hierbei wird wenigstens eine Zieladresse und eine Anzahl angegeben, die weiteren Angaben sind fakultativ. Ebenso kann ein zu übermittelnder Inhalt in der Nachricht angegeben sein.

Durch Verknüpfung der Nachricht zu einem Kommunikationsdatensatz umfasst die Nachricht bei einer Versendung in einem Telekommunikationsnetz noch weitere Angaben, wie z.B. die Telekommunikationsanschlußkennung (CLI, HLR, IP-Adresse) des Kommunikationsgerätes von dem die Nachrichtensendung ausgeht.

Es wird hier durch die Service-Nr. eine Anwendung ausgewählt, welche die Zieladresse1 Anzahl1-mal anwählt usw.

Dementsprechend kann z.B. die Kommunikationsplattform die ausgewählte Anwendung mehrfach starten bzw. mehrfach die gewünschte Zieladresse anwählen. Durch die Anwahlen können hierbei konkret Kommunikationsverbindungen jeglicher Art entstehen, wie z.B. Telefonie, Fax, Mail, SMS etc. oder deren Kombinationen.

Ebenso kann es vorgesehen sein, dass Kommunikationsverbindungen nur virtuell erzeugt werden. Dies kann insbesondere dann erfolgen, wenn durch eine Nachricht eine Anwendung ausgewählt ist, die auf der bearbeitenden Kommunikationsplattform selbst abläuft. In diesem Fall muss nicht notwendig eine Kommunikationsverbindung über das Kommunikationsnetz erfolgen, sondern die Verarbeitung kann intern erfolgen.

Handelt es sich z.B. wiederum um eine Anwendung, die registriert, wie oft eine Zieladresse in einem Telekommunikationsnetzwerk angewählt wird, z.B. für Abstimmungszwecke, so müssen die von dem Nutzer gewünschten Kommunikationsverbindungen nicht allesamt tatsächlich ausgeführt werden sondern es reicht, dass die Anwendung, die die Anforderung der mehrfachen Anwahl empfangen hat einen internen Zähler hochzählt und so die gewünschten Anwahlen registriert ohne sie tatsächlich auszuführen.

Dies hat den besonderen Vorteil, dass durch gewünschte Mehrfachausführung von Anwendungen, die Kommunikationsverbindungen erzeugen, das Kommunikationsnetz nicht unnötig belastet wird. Obwohl die Anwahlen nicht konkret, sondern nur virtuell durchgeführt werden, kann es vorgesehen sein, dem Nutzer die mehrfache Anwahl in Rechnung zu stellen.

Die obenbeschriebene Zuordnung von Anwendungen zu den angewählten Service-Rufnummern, an die die Nachricht zu übertragen ist, hat den Vorteil, dass mittels einer Routingplattform (die mit der genannten Kommunikationsplattform identisch sein kann), die die Nachrichten aufgrund der Service-Nummer an die gewünschten Anwendungen verteilt, die hinter den Service-Nummern stehenden Anwendungen beliebig geändert werden können, z.B. vom Telekommunikationsanbieter, von der Regulierungsbehörde, oder dem Anbieter einer Anwendung.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren kann es in einer Weiterbildung vorgesehen sein, dass vor der Durchführung der Anwendungen, insbesondere Kommunikationsverbindungen, der Absender einer Nachricht, z.B. Kurznachricht (SMS, MMS) über die entstehenden Gebühren informiert wird, wobei insbesondere die Durchführung bestätigt werden muss.

Ein derartiges Vorgehen kann z.B. von einer Regulierungsbehörde oder anderen Instanzen gefordert sein, um dem Nutzer vor der Bearbeitung seines Anwendungswunsches über die zu erwartenden Kosten zu informieren und gegebenenfalls die Möglichkeit einzuräumen, die Ausführung der Nachricht zu stoppen.

Hierfür kann es vorgesehen sein, dass der Nutzer nach Erhalt der Kosteninformation, die auch als Nachricht (z.B. SMS) übersendet werden kann, die Ausführungsorder der Nachricht nochmals bestätigt.

Unabhängig davon, ob eine Kosteninformation und ggf. Bestätigung der Order in dem Verfahren vorgesehen ist, kann eine Rechnungsstellung der Dienstleistungen der Telekommunikationsprovider, die die Ausführung der Nachrichten ermöglichen, anhand der Kundendatensätze erfolgen, die im Rahmen der Absendung einer Nachricht, z.B. Kurznachricht erzeugt werden.

So enthält ein Kundendatensatz bei einer Nachricht z.B. eine Information über die Telekommunikationsanschlusskennung (CLI, HLR, IP-Adresse etc.) desjenigen Kommunikationsgerätes, welches die Nachricht erzeugt. Dies kann z.B. durch ein Telefon, z.B. Mobiltelefon erfolgen, welchem eine Call Line Identity (CLI) bzw. ein Home Location Register (HLR) zugeordnet ist.

So erhält der Telekommunikationsprovider alle nötigen Information, um die Bearbeitung der Nachricht und die Durchführung der Anwendungen in Rechnung zu stellen. Hierbei erhällt der Telekommunikationsprovider einen finanziellen Gewinnvorteil, da durch die Beauftragung der Anwendungen und Steuerung der Kommunikationsplattform, welche die Nachricht zumindest bearbeitet, keine Zeit verloren geht für die Durchführung der Anwendung seitens des Nutzers, da die Anwendungen netzintern und somit schneller durchgeführt werden können. Auch kann es vorgesehen sein, dass bei einer evtl. Auftretenden Überlast im Telekommunikationsnetz die beauftragte Ausführung von Anwendungen in eine Warteschlange eingereiht und automatisch ausgeführt wird, sobald wieder kapazität im Netz zur Verfügung steht. Innerhalb einer gegebenen Zeit können somit mehr Anwendungen durchgeführt werden, als wenn ein Nutzer die Anwendungen alle einzeln selbst in Auftrag gibt.

Bei einigen Anwendungen kann es vorgesehen sein, dass sprachbasierte Kommunikationsverbindungen hergestellt werden müssen. Dies ist oftmals z.B. bei telekommunikationsbasierten Abstimmungen der Fall, wenn ein Nutzer eine Servicerufnummer anwählen soll und z.B. solange in der Leitung verbleiben muss, bis er die Nachricht erhält, dass sein Anruf gezählt wurde.

In dem erfindungsgemäßen Verfahren, bei welchem die mehrfache Beauftragung mittels einer Nachricht (z.B. Textnachricht) gesteuert wird, kann es auch vorgesehen sein, dass als Anwendung die Durchführung von Sprach-Kommunikationsverbindungen erfolgt, insbesondere wobei keine oder eine künstlich generierte Sprachinformation übertragen wird. So kann mittels des Verfahrens auch eine Teilnahme an Anwendungen, z.B. Abstimmungen erfolgen, die einen klassischen sprachbasierten Telefonieanruf bedingen.

Gemäß der Erfindung können bei der Durchführung einer Anwendung, z.B. einer Kommunikationsverbindung auch wenigstens eine Sprach- und/oder Dateninformation übertragen werden. Die Daten- und Sprachinformationen können hierbei zumindest teilweise aus dem Inhalt oder auch der Rufnummer der Nachricht generiert werden.

Z.B. können so die Inhalte einer Text-Nachricht (z.B. SMS) zumindest teilweise in Fax-, Email-, Spach- oder andere beliebige Formate gewandelt und versendet werden.

Sprach- und Dateninformation können auch künstlich seitens des Anbieters des Verfahrens erzeugt werden. Sprachinformation können auch Leerinformationen sein, die auf einem Sprachkanal bzw. Steuer- oder Signalisierungskanal übertragen werden.

Nicht jeder Nutzer, der von dem erfindungsgemäßen Verfahren Gebrauch machen möchte, besitzt ein Kommunikationsgerät, welches die Befähigung hat, Nachrichten, z.B. Textnachrichten (SMS, MMS) zu erzeugen. Um auch diesen Nutzern den Einsatz des Verfahrens zu ermöglichen kann es vorgesehen sein, mittels einer Sprachnachricht, die insbesondere bei einer Sprach-Kommunikationsverbindung vom Nutzer generiert (gesprochen) wird, eine Nachricht (z.B. Textnachricht) zu erzeugen, die dann gemäß dem obenbeschriebenen Verfahren bearbeitet werden kann. So kann hier insbesondere eine Sprach-Text-Wandlung und/oder Text-Sprachwandlung stattfinden.

Es kann vorgesehen sein, dass ein Nutzer eine Service-Telefonnummer anruft und die Generierung einer Nachricht in Auftrag gibt, z.B indem er sagt: „Wähle die Rufnummer xyz 10-mal". Durch Sprachanalyse kann eine entsprechende Nachricht erzeugt und wie beschrieben abgearbeitet werden.

Eine derartige sprachgenerierte Nachricht muss nicht notwendig erst über ein Kommunikationssystem versendet werden. Es kann vorgesehen sein, dass die durch Analyse erzeugte Nachricht sofortig in einer Kommunikationsplattform, z.B. die, die die Analyse durchgeführt hat, bearbeitet wird.

Nach einer Abarbeitung einer Nachricht, d.h. der Ausführung der beauftragten Anwendungen kann es vorgesehen sein, dass der Nutzer des Verfahrens eine Rückmeldung, ebenfalls per Nachricht, z.B. Textnachricht, SMS, MMS erhält, die besagt, dass der Auftrag ausgeführt wurde. Ebenso kann auch eine Negativ-Mitteilung erfolgen, wenn der Auftrag nicht oder nur zum Teil ausgeführt werden konnte. Eine Abrechnung erfolgt insbesondere nach einer Ausführung des Auftrages.

Ein System zur Durchführung des beschriebenen Verfahrens umfasst zumindest ein Telekommunikationsnetz mit mehreren Telekommunikationsendgeräten, wobei initiiert durch eine Nachricht eines Telekommunikationsteilnehmers mehrere Anwendungen (dieselben mehrfach oder unterschiedliche) im Telekommunikationnetz ausführbar sind.

Hierbei kann unter einer Nachricht eine klassische Kurznachricht, SMS oder MMS verstanden werden, wie sie aus dem Mobilfunkbereich bekannt ist. Ebenso können Nachrichten Sprachinformation, Email etc. sein, oder aus ihnen durch Wandlung erzeugt sein.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den nachfolgenden Abbildungen dargestellt. Es zeigen:

1: Eine Übersicht des Ablaufs des erfindungsgemäßen Verfahrens;

2: Die Möglichkeit der Anwendungszuordnung.

1 zeigt in einer Übersicht den grundsätzlichen Ablauf des Verfahrens. Ein Mobilfunkkunde erzeugt z.B. mit seinem Mobiltelefon 1 eine SMS-Kurznachricht, die vom Mobilfunk-Betreiber 2 empfangen wird. Die an eine bestimmte Service-Rufnummer gesendete SMS wird von einer Routingplattform 3 ausgewertet, d.h. er erfolgt eine Zuodnung einer bestimmten Anwendung zu der gewählten Rufnummer. Aufgund der ausgewerteten Rufnummer wird im Anwendungsserver 4 die zugehörige Anwendung aufgerufen und abgearbeitet. In dem Inhalt der SMS kann die Anzahl angegeben sein, wie oft die Anwendung, z.B. der Aufbau einer durch die Service-Rufnummer definierten Kommunikationsverbindung durchgeführt werden soll.

Ebenso kann durch die Service-Rufnummer nur der Typ der Anwendung definiert werden, z.B. der Typ eine Kommunikationsverbindung herzustellen, wobei diese Anwendung aus dem Inhalt der Nachricht die Infromation welche Zieladresse angewählt werden soll und wie oft. Es können auch in dem Inhalt mehrere Zieladresse angegeben sein, jeweils mit einer Angabe über der Anzahl der gewünschten Anwahl.

Es können grundsätzlich jeweils unterschiedliche Anwendungen gestartet werden, z.B. die schon beschriebenen Abstimmungsanwendung, bei der z.B. mehrfach eine Kommunikationsverbindung aufgebaut wird.

Bei einer solchen Verbindung kann es sich um eine Telefon-, SMS-, MMS-, Fax-, Mail-, Web- oder sonstige Verbindung handeln. Auch können Anwendungen bei fremden Netzbetreibern gestartet werden.

Anwendungen können bei einem speziellen Anwendungsanbieter oder auch bei einem Netzbetreiber betrieben werden.

Eine Anwendung kann auch in der Umwandlung der Nachricht (z.B. Textnachricht) in ein beliebiges anderes Datenformat bestehen (Fax, Mail, Sprache etc.). Die umgewandelte Nachricht kann dann z.B. an verschiedene Empfänger gesendet werden.

Auch kann eine Nachricht in verschiedenen umgewandelten Formaten an einen Empfänger gesendet werden, z.B. wenn nicht bekannt ist, wie dieser Empfänger aktuell zu erreichen ist. So kann dann z.B. eine Text-SMS eines Absenders zum einen eine zuzustellende Nachricht enthalten und eine Information über gewünschte Anwendungen, z.B. was mit der Nachricht geschehen soll, wie z.B. die Wandlung in Fax, Mail, Sprache und die Übermittlung an entsprechende Zieladressen, wie z.B. Telefonnummer, Handynummer oder Faxnummer.

Die 2 zeigt im Detail, dass die angesprochene Routingplattform 3 Informationen darüber enthält, welche Anwendungen welcher Service-Rufnummer zugeordnet sind. So kann eine Rufnummer einer Anwendung im Internet, Telefonnetz, Email, Fax, Sprachkonversion u.ä. zugeordnet sein. Die jeweiligen Zuordnungen können zeitnah beliebig geändert werden, durch ein Hochladen der entsprechenden Information in die Routingplattform.

An eine derartige Routingplattform können alle Netzbetreiber, insbesondere Mobilnetzbetreiber und Festnetzbetreiber angebunden sein.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Durchführung wenigstens einer Anwendung in wenigstens einem Telekommunikationsnetz, dadurch gekennzeichnet, dass in Abhängigkeit einer gesendeten Nachricht mehrere Anwendungen durchgeführt werden, insbesondere mehrere Kommunikationsverbindungen erzeugt werden.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe Anwendung, insbesondere eine Kommunikationsverbindung, mehrfach durchgeführt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens zwei unterschiedliche Anwendungen, insbesondere Kommunikationsverbindungen, wenigstens je einmal durchgeführt werden.
  4. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei einer Kommunikationsverbindung eine oder mehreren Informationen übermittelt werden, insbesondere die einem Teil der Nachricht zu entnehmen sind, wobei es sich insbesondere um Text und/oder Sprachinformationen handelt.
  5. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Inhalt der Nachricht und/oder die Netzadresse, an welche die Nachricht gesendet wird, eine Information über wenigstens eine durchzuführende Anwendung, insbesondere Kommunikationsverbindung, und/oder die Anzahl der Durchführung umfasst.
  6. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass eine die Nachricht empfangende und/oder bearbeitende Kommunikationsplattform die Anwendungen durchführt, insbesondere hierfür Kommunikationsverbindungen tatsächlich und/oder virtuell erzeugt.
  7. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass anhand einer angewählten Netzadresse, insbesondere Service-Rufnummer die Nachricht einer Anwendung zugeordnet wird.
  8. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass vor der Durchführung der Anwendungen, insbesondere Kommunikationsverbindungen, der Absender einer Nachricht über die entstehenden Gebühren informiert wird, wobei insbesondere die Durchführung bestätigt werden muss.
  9. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass bei der Durchführung einer Kommunikationsverbindung eine Sprach- und/oder Dateninformation übertragen wird.
  10. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sprach- oder Dateninformation zumindest teilweise aus dem Inhalt der gesendeten Nachricht generiert wird.
  11. Verfahren nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet dass eine Nachricht aufgrund einer Sprachnachricht, insbesondere bei einer Sprach-Kommunikationsverbindung generiert wird.
  12. Anwendung des Verfahrens nach einem der vorherigen Ansprüche, zur Teilnahme bei Abstimmungen über ein Telekommunikationsnetz.
  13. System umfassend ein Telekommunikationsnetz mit mehreren Telekommunikationsendgeräten, dadurch gekennzeichnet, dass initiiert durch eine unter einer Telekommunikationsanschlußkennung ausgesendete Nachricht eines Telekommunikationsteilnehmers mehrere Anwendungen im Telekommunikationnetz ausführbar sind.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com