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Dokumentenidentifikation DE102004020345A1 01.12.2005
Titel Trägersystem für ein Konsolgerüst sowie Konsolgerüst aufweisend das Trägersystem
Anmelder Bügel, Klaus, 93336 Altmannstein, DE
Erfinder Bügel, Klaus, 93336 Altmannstein, DE
Vertreter Naefe, Oberdorfer, Schmidt Patentanwälte, 80331 München
DE-Anmeldedatum 27.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004020345
Offenlegungstag 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse E04G 3/08
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Trägersystem für ein Konsolgerüst mit einem Basisträger (10), zumindest einem Tragausleger (11) als Auflage für Gerüstbodenelemente (33) und einer Befestigungseinrichtung (12), wobei der zumindest eine Tragausleger (11) mittels der Befestigungseinrichtung (12) lösbar, zumindest in einer Belastungsrichtung (63) biegefest mit dem Basisträger (10) verbindbar ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Trägersystem für ein Konsolgerüst nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie ein Konsolgerüst nach dem Oberbegriff des Anspruchs 33.

Aus der deutschen Gebrauchsmusterschrift DE 69 295 29 ist eine anhängbare Gerüstbühne bekannt, welche an ein plattenartiges Bauteil in dessen Randbereich anbringbar ist. Die anhängbare Gerüstbühne stützt sich dabei auf der Ober- und Unterseite des plattenartigen Elements ab. Nachteilig bei dieser Gerüstbühne ist, dass sowohl die Oberseite als auch die Unterseite des plattenartigen Elements nicht frei zugänglich ist.

Aus der DE 43 40 199 C1 ist eine Gerüstverankerung bekannt, in welche ein Konsolgerüst einhängbar ist. Das Konsolgerüst beziehungsweise die Tragstruktur des Konsolgerüsts stützt sich einerseits an der Gerüstverankerung ab und andererseits an einer Wand des Bauwerks. Nachteilig bei diesem Stand der Technik ist, dass diese Gerüstbauweise des Konsolgerüsts nicht zum Anbringen an freien Rändern von zum Beispiel Betondecken geeignet ist.

Aus der DE 41 14 338 A1 ist eine Anordnung zum Einhängen einer Arbeitsbühne bekannt, welche Hakenelemente umfasst, die an einer Wand eines Bauwerks befestigt sind und in die von oben eine Arbeitsbühne einhängbar ist, wobei sich die Arbeitsbühne mit einem Stützausleger an der Wand des Bauwerks abstützt.

Auch bei dieser Anordnung zum Einhängen einer Arbeitsbühne ist es von Nachteil, dass die Arbeitsbühne nicht am Rand einer freitragenden Betondecke oder einer sonstigen Bauwerksdecke einsetzbar ist.

Aus der deutschen Gebrauchsmusterschrift G 93 01 494 ist eine Kletterkonsole bekannt, welche mittels hakenartigen Elementen in einer Wandung einhängbar ist, wobei diese Wandung korrespondierende Gegenhakenelemente aufweist. Zur Abstützung der Konsole dient ebenfalls ein Stützausleger, welcher sich an der Wandung abstützt. Auch bei dieser Konsole ist von Nachteil, dass diese nicht sinnvoll an plattenartigen Elementen, zum Beispiel Betondecken einsetzbar ist.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Trägersystem für ein Konsolgerüst sowie ein Konsolgerüst aufweisend das Trägersystem anzugeben, welches in einfacher Art und Weise am Randbereich einer Gebäudedecke, zum Beispiel einer Betondecke befestigbar ist und zudem leicht händisch, dass heißt bevorzugt ohne Einsatz eines Kranes montierbar ist. Das Trägersystem und das Konsolgerüst soll ohne Einflussnahme auf die Ober- oder Unterseite der Betondecke montierbar sein.

Diese Aufgabe wird mit einem Trägersystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 und einem Konsolgerüst aufweisend das Trägersystem mit den Merkmalen des Anspruchs 33 gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den von den unabhängigen Ansprüchen abhängigen Unteransprüchen angegeben.

Im folgendem wird die Erfindung anhand der Zeichnung beispielhaft näher erläutert.

Es zeigen:

1: Eine perspektivische Ansicht auf ein erfindungsgemäßes Trägersystem und ein erfindungsgemäßes Konsolgerüst, welches am stirnseitigen Rand einer Betondecke montiert ist;

2: einen Querschnitt durch das erfindungsgemäße Trägersystem und das erfindungsgemäße Konsolgerüst gemäß 1 im Bereich einer Befestigungseinrichtung;

3: einen weiteren Querschnitt durch das erfindungsgemäße Trägersystem im Bereich einer Anbindungsstelle an eine Betondecke.

Beim Errichten eines Stahlbetongebäudes wird beispielsweise eine Geschossdecke 1, für die eine Schalung erzeugt wurde, gegossen. Nach einer ausreichenden Härtezeit wird die Randschalung (nicht gezeigt) von der Geschossdecke 1 entfernt. Üblicherweise sitzen im Randbereich der Geschossdecke 1 Tragsäulen 2, welche unterhalb der Geschossdecke 1 diese zur darunterliegenden Geschossdecke (nicht gezeigt) abstützen. Bereits vor oder kurz nach dem randlichen Ausschalen der Geschossdecke 1 muss bereits mit der Erstellung einer Schalung 3 für eine darüberliegende Tragsäule 4 begonnen werden, damit der Baufortschritt in möglichst kurzer Zeit gewährleistet ist. Zum Zeitpunkt des Beginns der Schalungserstellung für die obere Säule 4 ist jedoch am bis dahin erstellten Gebäude das Fassadengerüst noch nicht bis zur obersten Geschossdecke 1 vorangeschritten, so dass dies für die Erstellung der Schalung 3 nicht nutzbar ist.

In anderen Worten: Beim Errichten eines Stahlbetongebäudes werden normalerweise Stützen 2 (auch) im Randbereich betoniert, auf denen die nächste Stahlbetondecke 1 aufliegt. Wegen den in der Regel kurzen Bauzeiten und um einen zügigen Baufortschritt zu gewährleisten, wird deshalb oft bereits einen Tag später mit den Schal- und Betonierarbeiten im neuen Geschoss begonnen. Dabei werden wie schon in den darunter liegenden Geschossen ebenfalls wieder Stützen 4 (auch) im Randbereich eingeschalt und betoniert. Da wegen der vorhandenen Deckenschalung 6 ein Fassadengerüst als Absturzsicherung für das Personal, das die Stützenschalung 3 (für die Säule 4) aufstellt, nicht aufgebaut werden kann und die Absturzsicherung der Deckenschalung zum Aufstellen der Stützen nicht ausreichend ist, oftmals sogar abgebaut werden muss, um die Stützenschalung 3 aufzustellen, entsteht hier ein Gefahrenbereich, der das Leben des Personals gefährdet.

Deshalb besteht für die Herstellung der Stützen 2 und 4 im Randbereich eines Gebäudes der Bedarf eins Konsolgerüstes bzw. einer Arbeitsbühne, die die Geschossdeckenoberfläche 5 zum Rand hin erweitert, so dass den Schalungsbauern eine Arbeitsfläche als auch eine Absturzsicherung für die Erstellung der Schalung 3 in genügend großer Fläche zur Verfügung gestellt wird. Wie oben schon erwähnt, ist zum Zeitpunkt der Erstellung der Schalung 3 für die Tragsäule 4 üblicherweise die Geschossdecke 1 unterseitig noch nicht ausgeschalt, so dass gegebenenfalls eine Unterschalung 6 der Geschossdecke 1 über eine randliche Stirnkante beziehungsweise Stirnseitenfläche 7 der Geschossdecke 1 hervorsteht. Weiterhin ist es wesentlich und wichtig, dass für die Erstellung der Schalung 3 die Oberseite 5 der Geschossdecke 1 zumindest in einem Nahbereich um die zu erstellende Schalung 3 unverbaut bleibt und leicht zugänglich ist, damit die Schalungserstellung der Schalung 3 leicht und ungehindert erfolgen kann. Erfindungsgemäß wurde somit das Bedürfnis erkannt, ein Trägersystem zu entwickeln, welches händisch leicht von der Oberseite 5 einer Geschossdecke 1 an deren Stirnseite 7 in einem Umgebungsbereich um eine zu erzeugende Schalung 3 befestigbar ist. Weiterhin soll dieses Trägersystem zur Aufnahme beziehungsweise zur Ausbildung eines Konsolgerüsts dienen, welches stirnseitig an die Geschossdecke 1 anbringbar ist, obwohl gegebenenfalls noch eine Unterschalung 6 der Geschossdecke 1 über die Stirnseite 7 hinausragt.

Ein erfindungsgemäßes Trägersystem für ein Konsolgerüst weist einen Basisträger 10 und zumindest einen, bevorzugt eine Vielzahl von Tragauslegern 11 auf. Die Tragausleger 11 sind jeweils mit einer Befestigungseinrichtung 12 mit dem Basisträger 10 verbunden. Die Befestigungseinrichtung 12 ist bevorzugt eine lösbare Befestigungseinrichtung, insbesondere eine schwenkbar lösbare formschlüssige Befestigungseinrichtung, so dass eine leichte Montage und Demontage eines jeden Tragauslegers 11 bezüglich des Basisträgers 10 ermöglicht ist.

Der Basisträger 10 ist im Ausführungsbeispiel gemäß 1 im Querschnitt l-förmig ausgebildet und besitzt einen ersten Winkelschenkel 20 und einen zweiten Winkelschenkel 21. Der erste Winkelschenkel 20 dient als Befestigungs- beziehungsweise Anlageschenkel, mit dem der Basisträger 10 an der Stirnseite 7 der Geschossdecke 1 befestigbar ist. Der zweite Schenkel 21 geht bevorzugt an einem freien Ende des ersten Schenkels 20 vertikal von diesem ab und weist in der Gebrauchsstellung des Basisträgers 10 von der Stirnseite 7 der Geschossdecke 1 weg. Die Tragausleger 11 sind beispielsweise flachplattenförmig ausgebildet und weisen an einem dem Basisträger 10 zugewandten Ende 22 in etwa eine vertikale Höhe auf, die der vertikalen Höhe des ersten Schenkels 20 des Basisträgers 10 entspricht. Vom Ende 22 verlaufen die Tragausleger 11 sich z.B. konisch verjüngend zu einem freien Ende 23. Die Tragausleger 11 sind an ihrem freien Ende 22 über die Befestigungseinrichtung 12 mit dem Basisträger 10 verbunden.

Die Befestigungseinrichtung 12 ist beispielsweise als mechanisch formschlüssige Einhängevorrichtung ausgebildet und weist eine erste Befestigungswange 24 und eine zweite Befestigungswange 25 (verdeckt und in 1 gestrichelt gezeichnet) auf, wobei die Wangen 24 und 25 zwischen sich einen Steckschacht 26 zur Aufnahme des freien Endes 22 des Tragauslegers 11 bilden. Die Wangen 24 und 25 sind jeweils nach Art eines Knotenbleches mit dem ersten Schenkel 20, bevorzugt über dessen gesamte vertikale Erstreckung, und dem zweiten Schenkel 21 des Basisträgers 10, bevorzugt über dessen gesamte horizontale Erstreckung, fest verbunden, zum Beispiel verschweißt. Im Bereich einer freien Kante 27 des ersten Schenkels 20 des Basisträgers 10 sind die Wangen 24 und 25 den Steckschacht 26 überbrückend mit einer Basisplatte 28 verbunden, so dass freie Enden 29 der Wangen 24 und 25 zueinander definiert fest beabstandet sind. Korrespondierend zum Steckschacht 26 ist zwischen den Wangen 24 und 25 in dem zweiten Schenkel 21 eine Schlitzausnehmung 30 ausgebildet. Die Schlitzausnehmung 30 erstreckt sich vom Eckbereich zwischen den Schenkeln 20 und 21 bis etwa über die halbe horizontale Erstreckung des Schenkels 21 und mündet in den Steckschacht 26.

Der Tragausleger 11 besitzt eine Oberkante 31, welche im montierten Zustand des Tragauslegers 11 horizontal verläuft und in etwa um die Materialstärke des Schenkels 21 tiefer liegt als eine freie Oberseite 32 des Schenkels 21. Eine Vielzahl von Tragauslegern 11 bildet eine Auflageeinrichtung für Konsolenbodenelemente 33, welche zwischen einer freien Kante 34 des zweiten Schenkels 21 und dem freien Ende 23 der Tragausleger auf die freie Oberkante 31 der Tragausleger 11 auflegbar sind. Die Konsolenbodenelemente 33 haben bevorzugt eine Wandstärke, welche der Wandstärke des Trägerschenkels 21 entspricht, so dass die freie Oberseite 32 zusammen mit den Bodenelementen 33 eine Ebene bilden, welche stufenfrei ausgebildet ist. Selbstverständlich liegt es im Bereich der Erfindung, auch einen Bodenbelag größerer Dicke vorzusehen.

Dies hat den Vorteil, dass keine Stolpermöglichkeiten für Werker, welche das Gerüst betreten, existieren. Damit ist die Unfallgefahr deutlich reduziert. Auch zum Stellen der Schalung 3 ist somit kein Höhenausgleich erforderlich.

Am freien Ende 23 der Tragausleger 11 sind Rohrabschnitte 34 befestigt, insbesondere angeschweißt, welche vertikal verlaufen und zur Aufnahme von Geländerstützen 35 dienen. Im Bereich der freien Enden des Basisträgers 10 sind ebenfalls Rohrabschnitte 37 befestigt, welche zur Aufnahme von Geländerstützen 35 dienen. Somit kann nach dem Aufbau des Konsolbodens beziehungsweise des Konsolgerüsts umfänglich um die entstehende Arbeitsfläche ein Sicherheitsgeländer als Absturzschutz in einfacher Art und Weise in die Rohrelemente 34 beziehungsweise 37 eingesteckt werden. Zweckmäßigerweise kann an dem Geländer oder am Gerüst zusätzlich bei Bedarf eine Fangnetzeinrichtung (nicht gezeigt) angeordnet sein.

Weiterhin weisen die Wangen 24 und 25 Stecköffnungen 40 auf, welche zueinander fluchten. Korrespondierend zu den Stecköffnungen 40 weist auch ein jeder der Tragausleger 11 eine Öffnung (nicht gezeigt) auf, die im montierten Zustand mit den Stecköffnungen 40 fluchtet. Die Stecköffnungen 40 dienen zum Einbringen beziehungsweise Durchstecken von Sicherungselementen zum Beispiel Sicherungsbolzen, welche verhindern, dass ein Tragausleger 11 unbeabsichtigt vom Basisträger 10 gelöst werden kann. Dies wird weiter unten anhand der 2 näher beschrieben.

Der Basisträger 10 weist in seinem Schenkel 20 bezüglich der Längserstreckung des Basisträgers 10 regelmäßig beabstandet zumindest zwei, bevorzugt eine Vielzahl von Schlitzausnehmungen 40a auf, welche sich von der freien Kante 27 des Schenkels 20 ein Stück in Richtung auf den Schenkel 21 zu erstrecken, bevorzugt über etwa 2/3 der vertikalen Höhe des Schenkels 20 verlaufen. Die Schlitzausnehmungen 40a dienen zur Befestigung des Basisträgers 10 an der Stirnseite 7 der Geschossdecke 1, wobei beispielsweise der Basisträger 10 mit den Schlitzausnehmungen 40a über Gewindestangen, welche in einbetonierten Ankerhülsen in der Geschossdecke 1 sitzen, gesteckt werden kann und mittels einer Anpressmutter an der Geschossdecke 1 befestigt werden kann. Dies wird weiter unten im Zusammenhang mit 3 näher beschrieben. Weiterhin sind selbstverständlich andere Befestigungsmöglichkeiten denkbar. Zum Beispiel können Hakenelemente oder Steckschienen oder dergleichen in die Geschossdecke 1 eingegossen sein, in die dann nach dem Entfernen der Seitenschalung der Basisträger 10 steckbar und somit dieser an der Geschossdecke 1 sicher befestigbar ist. Die Schlitzausnehmungen 40a können auch als geschlossene Langlochausnehmungen ausgebildet sein.

Im folgendem wird anhand 2 die Befestigung der Tragausleger 11 bezüglich des Basisträgers 10 näher erläutert. Benachbart zur freien Kante 34 des Schenkels 21 weist der Tragausleger 11 im Bereich seiner oberen freien Kante 31 eine rampenförmige Ausnehmung 50 auf, welche eine Rampenbodenkante 51 und eine Begrenzungskante 52 besitzt. Von der vertikalen Begrenzungskante 52 aus steigt Rampenbodenkante 51 zum freien Ende 22 hin wieder auf das Niveau der freien Oberkante 31 des Tragauslegers 11 an. An die Rampenausnehmung 50 schließt sich zum freien Ende 22 des Tragauslegers 11 hin an dessen in Gebrauchsstellung vertikal oberem Bereich ein Verhakungsvorsprung 53 an, welcher vertikal vom Niveau der freien Oberkante 31 ein Stück nach oben abgeht. Die vertikale Erstreckung des Verhakungsvorsprungs 53 entspricht in etwa der Wandstärke des zweiten Schenkels 21, wobei der Verhakungsvorsprung 53 korrespondierend zur Schlitzausnehmung 30 ausgebildet ist und in diese passt.

Bevorzugt parallel zur Rampenkante 51 besitzt der Tragausleger 11 im Eckbereich zwischen dem freien Ende 22 und einer unteren Begrenzungskante 54 eine Beschnittkante 55, welche im montierten Zustand des Tragauslegers 11 im Eckbereich zwischen der Basisplatte 28 und dem ersten Schenkel 20 zu liegen kommt. Aufgrund der zueinander parallelen Beschnittkanten 51 und 55 kann der montierte Tragausleger 11 in einer Richtung 60 an seinem freien Ende 23 angehoben werden, bis die Kante 51 an dem gegenüberliegenden Teilbereich des Schenkels 21 und die Kante 55 auf der Basisplatte 28 aufliegt. In dieser Stellung ist der Vorsprung 23 aus der Schlitzöffnung 30 herausgeschwenkt. Weiterhin ist als Freischnitt, um diese Schwenkbewegung erleichtert zu ermöglichen, im Eckbereich zwischen dem Vorsprung 53 und dem freien Ende 22 ebenfalls eine korrespondierende Beschnittkante 56 vorgesehen. Nach dem Anheben des Tragauslegers 11 entlang der Richtung 60 kann dieser entlang der Pfeilrichtung 61 aus dem Aufnahmeschacht 26 herausgezogen werden und somit vom Basisträger 10 getrennt werden. Die Montage eines Tragauslegers 11 erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Der Tragausleger 11 wird in einer nach oben verschwenkten Stellung entlang der Richtung 62 in den Steckschacht 26 eingeführt und anschließend entlang der Richtung 63 (Belastungsrichtung) an seinem freien Ende 23 nach unten bewegt. So greift der Vorsprung 53 in die Schlitzausnehmung 30 ein und der Tragausleger 11 sitzt mit den freien Unterkanten 54, dem freien Ende 22, den Vorsprung 53 fest im Steckschacht 26, gebildet durch die Wangen 24 und 25 und ist formschlüssig mit dem Basisträger 10 verbunden. Anschließend können durch die Stecköffnungen 40 Sicherungssplinte beziehungsweise Sicherungsbolzen gesteckt werden. Somit ist ein Tragausleger 11 in einfacher Art und Weise ohne zusätzliche Hebemittel und Hilfsmittel leicht mit dem Basisträger 10 fest und sicher verbindbar. Im Anschluss an das Einsetzen der Tragausleger 11 in die Steckschächte 26 und das Verbinden derselben mit dem Basisträger 10 können auf die freien Oberkanten 31 die Bodenelemente 33 aufgelegt werden. Gegebenenfalls sind diese mittels geeigneter Befestigungselemente mit den Tragauslegern 11 lösbar verbindbar.

Im folgendem wird anhand von 3 die Befestigung des Basisträgers 10 an einer Stirnseite 7 einer Geschossdecke 1 erläutert. In der Geschossdecke 1 sind beispielsweise Ankerhülsen 70 stirnseitig eingegossen, welche eine Befestigungsmöglichkeit an der Stirnseite 7 der Geschossdecke 1 bilden. In die Ankerhülsen 70 ist eine Gewindestange 71 einschraubbar. Über die Gewindestange 71, welche ein Stück über die Stirnseite 7 herausragt, ist der Basisträger 10 mit seiner Schlitzöffnung 40a steckbar. Am freien Ende der Gewindestange 71 ist ein Betätigungssechskant 72 angeformt mit dem die Gewindestange 71 in die Ankerhülse ein- und ausgedreht werden kann. An einer vorbestimmten Stelle der Längserstreckung der Gewindestange 71 sitzt eine Flanschmutter 74, welche bevorzugt mit der Gewindestange 71 zum Beispiel mittels einer Schweißung 75 fest verbunden ist. Die Flanschmutter 74 weist einen großflächigen Anlagestützflansch 76 auf, welcher mit der Innenseite des Schenkelsteges 20 zusammenwirkt. Weiterhin weist die Flanschmutter 74 zur Abstützung des Flansches 76 bezüglich der Gewindestange 71 Verstrebungsrippen 77 auf, welche an deren freiem Ende ebenfalls mittels einer Schweißung 75 mit der Gewindestange 71 verbunden sind. Das Vorsehen der Flanschmutter 74 gewährleistest, dass die Gewindestange 71 immer mit einer erforderlichen Einschraubtiefe h in der Ankerhülse 70 sitzt, so dass eine sichere Befestigung des Basisträgers 10 mit der Stirnseite 7 der Decke 1 gewährleistet ist, da erst dann der Flansch 76 den Schenkel 20 an die Stirnseite 7 ausreichend anpresst. Die Flanschmutter 74 kann auch einstückig ausgebildet sein.

Alternativ zum vorbeschriebenen Ausführungsbeispiel gemäß der 13 kann der Basisträger 10 auch ein geeignetes Hohlprofil, zum Beispiel ein Vierkanthohlprofil sein, welches in geeigneter Art und Weise an eine Stirnkante der Geschossdecke 1 anbringbar ist und in den Tragausleger 11 bevorzugt lösbar formschlüssig einsetzbar und befestigbar sind. Hierzu eignet sich in besonderer Art und Weise der vorbeschriebene Schwenkhakverschluss, welcher im Ausführungsbeispiel gemäß 13 zum Einsatz kommt.

Weiterhin liegt es im Bereich der Erfindung, den Tragausleger 11 als anderes, biegesteifes Hohlprofil oder als biegesteifes offenes Profil auszubilden. Außerdem können weitere Arten der Befestigung des Basisträgers 10 an der Stirnseite 7 der Geschossdecke 1 in Betracht kommen, beispielsweise eine Verhakung oder dergleichen. Wesentlich ist, dass die Verbindung des Basisträgers 10 zur Geschossdecke 1 hin drehmomentwiderstandsfähig ausgebildet ist, so dass das durch die Belastung der Konsole entstehende Moment allein über den Basisträger 10 an der Geschossdecke 1 abgestützt werden kann. Somit lassen sich Druckstreben, wie sie aus dem Stand der Technik als Abstützungen an Gebäudeteilen bekannt sind, vermeiden.

Das Trägersystem der Erfindung ist auch besonders als Tragstruktur für Nachrüstbalkone oder Industriegerüste geeignet.

Bei dem erfindungsgemäßen Trägersystem für ein erfindungsgemäßes Konsolgerüst ist von besonderem Vorteil, dass die Tragausleger hinsichtlich ihrer Krafteinleitung einen geschlossenen Kraftkreislauf mit dem Basisträger 10 bilden, so dass eine Abstützung des durch die Belastung der Bodenelemente 33 entstehenden Biegemoments an dem Gebäudeteil mittels Druckstreben nicht erforderlich ist und somit keine nach unten abgehenden Ausleger notwendig sind. Dies ermöglicht es erstmals, ein Gerüst zur Verfügung zu stellen, welches stirnseitig an eine Geschossdecke 1 bereits dann anbringbar ist, wenn eine überkragende Unterverschalung der Geschossdecke 1 noch nicht entfernt ist. Gleichzeitig bleibt auch die Oberseite 5 der Geschossdecke 1 unberührt, so dass die Erstellung der Schalung 3 für die weitere Tragsäule 4 ungehindert vorgenommen werden kann. Weiterhin ist von besonderem Vorteil, dass die einzelnen Elemente zur Erstellung des Trägersystems (Basisträger 10 und Tragausleger 11) für sich genommen leicht handhabbar sind und somit ohne zusätzliche Hebezeuge, zum Beispiel Kräne, von Werkern an der Außenseite einer Geschossdecke 1 leicht anbringbar sind. Die Einzelteile sind handlich und nicht sperrig und sind insbesondere sofern sie aus einem Leichtmetall, zum Beispiel Aluminium oder dergleichen ausgebildet sind, auch hinsichtlich des Gewichts leicht handhabbar.

Überraschenderweise hat sich gezeigt, dass durch die Aussteifung des Basisträgers 10 durch die den Einsteckschacht 26 bildenden Wangen 24 und 25 eine ausreichende Festigkeit und Steifigkeit erreichbar ist um die entstehenden Drehmomente aus der Belastung der Gerüstkonsole optimal an der relativ geringen vertikalen Stirnfläche 7 einer Geschossdecke 1 abstützen zu können. Die Erfindung beschreitet diesen Weg erstmals, da aus dem Stand der Technik lediglich Gerüste bekannt sind, welche sich mittels Druckstäben an weiter unten liegenden Gebäudebauteilen abstützen. Dies ist hier unerwünscht und wird mittels der Erfindung erfolgreich vermieden.


Anspruch[de]
  1. Trägersystem für ein Konsolgerüst mit einem Basisträger (10) zumindest einem Tragausleger (11) als Auflage für Gerüstbodenelemente (33) und einer Befestigungseinrichtung (12), dadurch gekennzeichnet, dass der zumindest einen Tragausleger (11) mittels der Befestigungseinrichtung (12) lösbar, zumindest in einer Belastungsrichtung (63) biegefest mit dem Basisträger (10) verbindbar ist.
  2. Trägersystem nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragausleger (11) in der Befestigungseinrichtung (12) entgegen der Belastungsrichtung (63) lösbar verschwenkbar ist.
  3. Trägersystem nach Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass Basisträger (10) mittels einer zweiten Befestigungseinrichtung (70, 71) an einer Stirnseite (7) einer Geschossdecke (1) oder eines anderen Bauwerkteils, z.B. eines Stahlträgers befestigbar ist und eine Anlageeinrichtung (20) zum Abstützen an der Stirnseite (7) der Geschossdecke (1) oder eines anderen Bauwerkteils, z.B. eines Stahlträgers aufweist.
  4. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlageeinrichtung (20) in Gebrauchstellung des Trägersystems eine vertikale Erstreckung hat, welche kleiner oder gleich der Dicke einer Geschossdecke (1) ist.
  5. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisträger (10), die Tragausleger (11) und die Gerüstbodenelemente (33) aus einem Leichtmetall, insbesondere aus Aluminium ausgebildet sind.
  6. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (12) eine schwenkbar lösbare, formschlüssige Befestigungseinrichtung ist.
  7. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisträger (10) als ein im Querschnitt l-förmiger Winkelträger mit einem ersten Winkelschenkel (20) und einem zweiten Winkelschenkel (21) ausgebildet ist.
  8. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet, dass der Basisträger (10) als geschlossenes Hohlprofil, insbesondere als Vierkanthohlprofil ausgebildet ist.
  9. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlageeinrichtung (20) der Winkelschenkel (20) ist.
  10. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragausleger (11) flachplattenförmig ausgebildet sind und ein dem Basisträger (10) zugewandtes Ende (22) aufweisen, dessen vertikale Höhe in etwa der vertikalen Höhe des Basisträgers (10) entspricht.
  11. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragausleger (11) sich vom Ende (22) her konisch verjüngend verlaufen.
  12. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (12) als mechanisch formschlüssige Einhängevorrichtung ausgebildet ist.
  13. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigungseinrichtung (12) eine erste Befestigungswange (24) und eine zweite Befestigungswange (25) aufweist, welche zwischen sich einen Scheckschacht (26) zur Aufnahme des freien Endes (22) des Tragauslegers (11) bilden.
  14. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wangen (24, 25) jeweils nach Art eines Knotenbleches mit dem ersten Schenkel (20) und dem zweiten Schenkel (21) des Basisträgers (10) verbunden sind.
  15. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich einer freien Kante (27) des ersten Schenkels (20) des Basisträgers (10) die Wangen (24, 25), den Steckschacht (26) überbrückend mit einer Basisplatte (28) verbunden sind.
  16. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Schenkel (21) des Basisträgers (10) korrespondierend zum Steckschacht (26) zwischen den Wangen (24, 25) eine Schlitzausnehmung (30) ausgebildet ist, welche in den Steckschacht (26) mündet.
  17. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Oberkante (31) des Tragauslegers (11) im montierten Zustand des Tragauslegers (11) horizontal etwa um die Materialstärke des Schenkels (21) tieferliegend verläuft.
  18. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragausleger (11) eine Auflageeinrichtung für die Konsolenbodenelemente (33) bilden, wobei die Konsolenbodenelemente (33) eine Wandstärke haben, welche der Wandstärke des Trägerschenkels (21) entspricht.
  19. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Konsolenbodenelemente (33) zusammen mit einer freien Oberseite (32) des Trägerschenkels (21) eine stufenfreie Ebene bilden.
  20. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragausleger (11) Einrichtungen zum befestigen von Geländerstützen (35) aufweisen, welche als Rohrabschnitte (34) ausgebildet sind.
  21. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am Basisträger (10) Aufnahmeeinrichtungen für Geländerstützen (35) angeordnet sind.
  22. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wangen (24, 25) Stecköffnungen (40) aufweisen, welche miteinander fluchten und der Tragausleger (11) korrespondierend zu den Stecköffnungen eine Öffnung aufweist, die im montierten Zustand mit den Stecköffnungen (40) fluchten.
  23. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Basisträger (10) im Bereich seines Schenkels (20) bezüglich der Längserstreckung des Basisträgers (10) regelmäßig beabstandet zumindest zwei bevorzugt eine Vielzahl von Schlitzausnehmungen (40a) aufweist, welche mit der zweiten Befestigungseinrichtung (70, 71) zusammenwirken.
  24. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Befestigungseinrichtung zur Befestigung des Basisträgers (10) an der Stirnseite (7) der Geschossdecke (1) Verhakungselemente oder Steckschienen aufweist.
  25. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragausleger (11) im Bereich seiner oberen freien Kante (31) eine rampenförmige Ausnehmung (50) aufweist, welche eine Rampenbodenkante (51) und eine Begrenzungskante (52) besitzt.
  26. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass von Begrenzungskante (52) aus die Rampenbodenkante (51) zum freien Ende (52) hin wieder auf das Niveau der freien Oberkante (31) des Tragauslegers (11) ansteigt.
  27. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich an die Rampenausnehmung (50) zum freien Ende (22) des Tragauslegers (11) hin an dessen in Gebrauchsstellung vertikal oberem Bereich ein Verhakungsvorsprung (53) anschließt, welche korrespondierend zur Schlitzausnehmung (30) ausgebildet ist und in diese passt.
  28. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Tragausleger (11) parallel zur Rampenkante (51) im Eckbereich zwischen dem freien Ende (22) und einer unteren Begrenzungskante (34) eine Beschnittkante (55) aufweist.
  29. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Eckbereich zwischen dem Vorsprung (53) und dem freien Ende (22) eine Beschnittkante (56) als Freischnitt vorgesehen ist.
  30. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die zweite Befestigungseinrichtung (70, 71) eine Ankerhülse (70) aufweist, welche stirnseitig in der Geschossdecke (1) eingegossen ist, in die eine Gewindestange (71) einschraubbar ist.
  31. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindestange (71) eine Flanschmutter (74) aufweist, welche mit der Gewindestange (71) fest verbunden ist.
  32. Trägersystem nach einem oder mehreren der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Flanschmutter (74) einen großflächigen Anlagestützflansch (76) aufweist, welcher mit der Innenseite des Schenkelsteges (20) zusammenwirkt.
  33. Konsolgerüst aufweisend ein Trägersystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 1–32.
  34. Balkon aufweisend ein Trägersystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 32.
  35. Industriegerüst aufweisend ein Trägersystem nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 32.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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