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Dokumentenidentifikation DE102004022056A1 01.12.2005
Titel Verfahren zum Trocknen von Dispersionslacken und Druckfarben
Anmelder Michael Huber München GmbH, 85551 Kirchheim, DE;
Advanced Photonics Technologies AG, 83052 Bruckmühl, DE
Erfinder Mather, Stefan, 80689 München, DE;
Schorer, Joachim, 81667 München, DE;
Bur, Michel, Glarus, CH;
Blumenschein, Alois, 80997 München, DE;
Wiese, Arne, 83026 Rosenheim, DE
Vertreter Motsch und Seitz, 80538 München
DE-Anmeldedatum 05.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004022056
Offenlegungstag 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse B05D 3/06
IPC-Nebenklasse
Zusammenfassung Es wird ein Verfahren zum Trocknen eines Dispersionslacks und/oder einer Druckfarbe auf einem Bedruckstoff beschrieben, wobei ein NIR-(nahes Infrarot)Trockner mit einem Wellenlängenbereich von 0,8-2,0 µm eingesetzt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Trocknen eines Dispersionslacks und/oder einer Druckfarbe auf einem Bedruckstoff.

Langsam trocknende, wasserbasierte Lacke und Druckfarben müssen mit konventionellen Infrarot-Trocknern mit relativ geringen Druckmaschinengeschwindigkeiten verarbeitet werden, um hinreichend gute Glanzeigenschaften zu erzielen. Hierbei werden relativ niedrige Schichtdicken appliziert.

Hohe Schichtdicken des Lacks haben jedoch eine Reihe von Vorteilen. Sie führen zu sehr guten Glanzergebnissen und zu guten Resistenzen, auch Echtheiten genannt, sowie zu einer sehr guten Scheuerfestigkeit.

Unter Echtheiten versteht man chemische und physikalische Beständigkeit gegenüber chemischen Stoffen und gegen mechanische und thermische Beanspruchung sowie Beständigkeit gegenüber Versiegelung von Folien.

Deshalb werden üblicherweise zur Erreichung sehr guter Glanzergebnisse UV-Lacke eingesetzt. Diese sind allerdings wegen ihres chemischen Aufbaus nur bedingt für den Einsatz bei Lebensmittelverpackungen geeignet. Bei UV-Lacken können Oligomere und Präpolymere im Lack verbleiben, was zu einer Beeinträchtigung von Geruch und Geschmack des verpackten Lebensmittels führen kann.

Demgegenüber weisen wasserbasierte Farben und Lacke diesen Nachteil nicht auf. Sie sind migrationsarm und geruchsarm und werden daher problemlos bei Lebensmittelverpackungen eingesetzt.

Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, ein Verfahren zum Trocknen eines Dispersionslacks und/oder einer Druckfarbe auf einem Bedruckstoff bereitzustellen, mittels dessen hoher Glanz bei hoher Druckgeschwindigkeit erreicht werden kann.

Die Aufgabe konnte überraschenderweise durch ein Verfahren zum Trocknen eines Dispersionslacks und/oder einer Druckfarbe auf einem Bedruckstoff gelöst werden, das dadurch gekennzeichnet ist, dass ein NIR-(nahes Infrarot) Trockner mit einem Wellenlängenbereich von 0,8–2,0 &mgr;m, vorzugsweise von 0,8–1,2 &mgr;m eingesetzt wird.

Ein solcher Trockner wird beispielsweise in der DE 198 07 643 A1 beschrieben.

Bevorzugt ist ein Verfahren, bei dem die Strahlungsdichte des Trockners 200–1000 kW/m2, vorzugsweise 400–1000 kW/m2, beträgt.

Durch die Erfindung können nunmehr hohe Schichtdicken, insbesondere von wasserbasierten Lacken und Farben auf Folien und Verbundmaterialien aufgetragen und getrocknet werden. Das Verfahren ist aber auch in hervorragender Weise geeignet für Bedruckstoffe, wie Papier und Karton.

Durch die Erfindung können nunmehr insbesondere wasserbasierte Lacke und Farben in hohen Schichtdicken und hohen Maschinengeschwindigkeiten eingesetzt werden, was einen überraschenden und wesentlichen Fortschritt auf dem Gebiet der Trocknung von Lacken und Farben darstellt. So ist es nunmehr möglich, UV-Lacke bzw. UV-Farben durch ökologisch unbedenklichere wasserbasierte Farben für Verpackungen von Lebensmitteln zumindest teilweise zu ersetzen, ohne dass ein Glanzverlust des Druckes damit einhergeht.

Ein weiterer wesentlicher Vorteil der Erfindung liegt in der schnellen Vernetzung der reaktiven Gruppen im Lack oder der Farbe durch die hohe Energiedichte des Trockners. Eine schnelle Vernetzung der reaktiven Gruppen führt zum Erzielen hoher Echtheiten der getrockneten Lacke oder Farbschichten.

Sehr hohe Schichtdicken der Farben oder Lacke haben darüber hinaus den Vorteil, dass damit gute Barriereeigenschaften erzielt werden. Solche Barriereeigenschaften können sich gegen Wasser, Wasserdampf, Fette, Gase etc. richten und in hervorragender Weise das Verpackungsgut schützen. Ein Spezialfall dieser Barriereeigenschaften sind Aromadichtigkeiten, wobei die Schichten von Farben oder Lacken gewährleisten, dass die Aromastoffe des Füllguts in der Verpackung erhalten bleiben.

Ein weiterer Vorteil, der durch die Erfindung gegeben ist, besteht im Erzielen von Matt-Glanz-Effekten. Hierbei wird beispielsweise durch eine gezielte ungenügende Benetzung von wässrigen Lacken auf speziellen ölbasierten Drucklacken ein guter Matteffekt erzielt, der neben stark glänzenden Flächen besonders gut wirkt. Hierzu sind die erfindungsgemäßen langsam trocknenden Lacke mit hohem Schicht nötig.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass dem NIR-Trockner ein TL-(Thermoluft-) Trockner mit Absaugung und/oder ein IR-Trockner vor- oder nachgeschaltet wird/werden. Diese Trockner dienen der Unterstützung des Trockenprozesses. Der TL-Trockner dient der beschleunigten Abfuhr von Feuchtigkeit, der IR-Trockner der Vorerwärmung.

In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Verfahren dadurch gekennzeichnet, dass vor oder nach der Trocknung auf dem Dispersionslack die Druckfarbe gedruckt wird.

Die Verfahrensschritte lauten wie folgt:

  • A) Lackieren
  • B) Drucken
  • C) NIR-Trocknen
  • D) TL-Trocknen mit Absaugung
  • E) IR-Trocknen.

Eine Permutation der Verfahrensschritte ist hierbei möglich. Die am häufigsten durchgeführten Verfahrensschritte lauten wie folgt:

A + C + D + ggf.E

A + C + D + ggf.E + B + C + D + ggf.E

B + C + D + ggf.E

B + C + D + ggf.E + A + C + D + ggf.E

A + C + D + ggf.E + B + C + D + ggf.E + A + C + D + ggf.E + A + C + D + ggf.E.

Bei dem erfindungsgemäße Verfahren kann der Dispersionslack und/oder die Druckfarbe im Offset-, Flexo-, Stich-, Tief-, Sieb- oder Tampondruck gedruckt werden.

Es ist auch möglich, dass der Dispersionslack und/oder die Druckfarbe in einer Offsetdruckmaschine mittels eines Lackierwerks, in der Regel mittels eines Flexolackiewrks aufgetragen wird/werden.

Der Lack oder die Druckfarbe wird vorzugsweise mit einer Schichtdicke von 0,5–50 &mgr;m, insbesondere bevorzugt 3–30 &mgr;m Nassfilmschicht aufgetragen.

Bevorzugt ist der Einsatz eines Dispersionslacks bzw. einer Druckfarbe, die speziell an das Verfahren angepasst sind.

Ein solcher Dispersionslack kann

1–80 Gew.-%, vorzugsweise 1–60 Gew.-% eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Dispersion,

0–60 Gew.-%, vorzugsweise 0–40 Gew.-%, eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Harzlösung,

0–10 Gew.-%, vorzugsweise 0–5 Gew.-% Wachse

0–10 Gew.-%, vorzugsweise 0–5 Gew.-% Netzmittel,

0–5 Gew.-% Weichmacher,

0–10 Gew.-%, vorzugsweise 0–5 Gew.-% Glykolether,

0–10 Gew.-% Glykole,

0,1–3 Gew.-%, vorzugsweise 0,1–2 Gew.-% Entschäumer,

0,1–4 Gew.-%, vorzugsweise 0,1–2 Gew.-% Neutralisationsmittel,

0–1 Gew.-% Konservierungsmittel und

0–20 Gew.-% Wasser

umfassen.

Bevorzugt ist auch der Einsatz einer speziell an das erfindungsgemäße Verfahren angepassten Druckfarbe. Diese kann

1–40 Gew.-% eines oder mehrerer organischer oder anorganischer Pigmente,

1–80 Gew.-% eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Dispersion,

0–60 Gew.-% eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Harzlösung,

0–10 Gew.-% Wachse

0–10 Gew.-% Netzmittel,

0–5 Gew.-% Weichmacher,

0–10 Gew.-% Glykolether,

0–10 Gew.-% Glykole,

0,1–3 Gew.-% Entschäumer,

0,1–4 Gew.-% Neutralisationsmittel,

0–1 Gew.-% Konservierungsmittel und

20 Gew.-% Wasser

umfassen.

In einer spezielle Ausführungsform umfasst der Lack oder die Druckfarbe zusätzlich 1–10 Gew.-% eines di- oder höherwertigen Alkohols.

In einer weiteren spezielle Ausführungsform umfasst der Lack oder die Druckfarbe 1–5 Gew.-% Dipropylenglykolmonomethylether und/oder 1–5 Gew.-% Glycerin und/oder 1–5 Gew.-% Propylenglykol.

Die in den Lacken und Farben eingesetzten Copolymere und Polymere werden in unterschiedlichen Molekulargewichten eingesetzt. In den wässrigen Polymerdispersionen haben die Copolymere ein Molekulargewicht von über 100.000 g/Mol.

In den wässrigen Harzlösungen haben die Copolymere ein Molekulargewicht von über 1.000 g/Mol. Die eingesetzten Polymere und Polymerdispersionen können auch reaktive Gruppen, wie beispielsweise ketofunktionelle Gruppen und Amingruppen enthalten.

Die Polymere oder Copolymere können aus einer breiten Palette von Monomeren aufgebaut sein.

Als Glykole können Propylenglykol oder Ethylenglycol eingesetzt werden, als Glykolether wird bevorzugt Dipropylenglykolmonomethylether eingesetzt.

Als Co-Lösemittel können Alkohole, wie beispielsweise Ethanol oder Isopropanol zum Einsatz kommen.

Zur Neutralisation der im Copolymer enthaltenen Säuregruppen können Neutralisationsmittel, wie Amine oder Amoniak eingesetzt werden.

Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren wird der Bedruckstoff mit einer Fördergeschwindigkeit von 1–25 m/s, vorzugsweise von 2–15 m/s gefördert.

Beispiel 1 Rezeptur eines langsam trocknenden Lacks mit sehr guten Glanzeigenschaften: 37,5 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Dispersion, Joncryl 90, 37,5 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Harzlösung, Joncryl 682, 2 Gew.-% Wachse, 4 Gew.-% Netzmittel, 2 Gew.-% Weichmacher, 5 Gew.-% Glykole, 1 Gew.-% Entschäumer, 1 Gew.-% Neutralisationsmittel, 0,25 Gew.-% Konservierungsmittel, 9,75 Gew.-% Wasser. 100 Gew.-%
Beispiel 2 Rezeptur eines langsam trocknenden Lacks mit sehr guten Glanzeigenschaften: 55,0 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Harzlösung, Joncryl 682, 10,0 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Dispersion, Joncryl 90, 0,25 Gew.-% Entschäumer, 2,5 Gew.-% Wachse, 4 Gew.-% Netzmittel, 3 Gew.-% Glykolether, 2 Gew.-% Glykole, 2 Gew.-% Neutralisationsmittel, 0,25 Gew.-% Konservierungsmittel, 21 Gew.-% Wasser. 100 Gew.-%
Beispiel 3 Richtrezeptur für einen schnell trocknenden und glänzenden Lack. 1–20 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Harzlösung, Indurez SR10, 1–20 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Harzlösung, Joncryl 682, 1–5 Gew.-% Wachse 1–60 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Dispersion, Induprint SE90, 1–10 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Dispersion, Joncryl 74 0–10 Gew.-% Netzmittel, 0,1–2,5 Gew.-% Entschäumer, 0–5 Gew.-% Weichmacher, 1–5 Gew.-% Glykole, 0–3 Gew.-% Alkohole, 0,1–4 Gew.-% Neutralisationsmittel, 0–0,5 Gew.-% Konservierungsmittel, 0–20 Gew.-% Wasser.
Beispiel 4 Richtrezeptur für eine Druckfarbe 0–40 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Dispersion, Joncryl 74, 1–40 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Dispersion, Joncryl 90, 0–40 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Harzlösung, Joncryl 682, 1–40 Gew.-% Styrol-Acrylat-Copolymer, wässrige Harzlösung, Indurez SR10, 1–10 Gew.-% Wachse, 0–10 Gew.-% Netzmittel, 1–10 Gew.-% Dispergierhilfsmittel, 1–40 Gew.-% Organisches Pigment, Pigment Yellow 13, 0–5 Gew.-% Glykolether, 0–5 Gew.-% Glykole, 0–3 Gew.-% Alkohole, 0,1–4 Gew.-% Neutralisationsmittel, 0,01–0,5 Gew.-% Konservierungsmittel, 0–20 Gew.-% Wasser.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand der Druckbeispiele näher erläutert.

Druckbeispiel 1

Es wurden geruchsarme Offsetdruckfarben inline mit dem Dispersionslack 2 und mit einem NIR-Trockner gemäß DE 198 07 643 A1 in Verbindung mit Heißluft und Absaugung wie folgt getrocknet.

Druckmaschine MAN Roland R706 mit Lackwerk Druckreihenfolge:
  • 1. Farbwerk: frei
  • 2. Farbwerk: schwarz
  • 3. Farbwerk: cyan
  • 4. Farbwerk: magenta
  • 5. Farbwerk: gelb
  • 6. Farbwerk: frei
  • 7. Lackwerk: Dispersionslack (langsame Trocknungseinstellung)
  • 8. Endtrockner: NIR-Trockner in Kombination mit Heißluft und Absaugung.
  • Farbbelegung auf dem Druckmuster: 0–300%
  • Maschinengeschwindigkeit: 12.000 Bogen pro Stunde
  • Bedruckstoff: Karton
  • Lackauftrag: 6–10g/m2 Nassfilmauftrag; 2–5 g/m2 Lacktrockenfilm – Schichtdicke
  • Puder KSL S 15; Einstellung 35%

Durch den Dispersionslack in langsamer Trocknungseinstellung und hochglänzender Bindemittelrezeptur wurden extrem hohe Glanzwerte erzielt.

Mit einem konventionellen IR-Trockner mit Heißluft und Absaugung war bei dieser Konfiguration ein Druck von maximal 5.000 Bogen pro Stunde bei gleicher Pudereinstellung möglich.

Druckbeispiel 2

Es wurden geruchsarme Offsetdruckfarben inline mit dem Dispersionslack 1 und mit einem NIR-Trockner gemäß DE 198 07 643 A1 in Kombination mit Heißluft und Absaugung wie folgt getrocknet.

Druckmaschine MAN Roland R706 mit Lackwerk Druckreihenfolge:
  • 1. Farbwerk: frei
  • 2. Farbwerk: schwarz
  • 3. Farbwerk: cyan
  • 4. Farbwerk: magenta
  • 5. Farbwerk: gelb
  • 6. Farbwerk: frei
  • 7. Farbwerk: Dispersionslack (konventionelle Trocknungseinstellung)
  • 8. Endtrockner: NIR-Trockner in Kombination mit Heißluft und Absaugung.
  • Die Farbbelegung auf dem Druckmuster: 0–300%
  • Maschinengeschwindigkeit: 15.000 Bogen pro Stunde
  • Bedruckstoff: Karton
  • Lackauftrag: 6–10g/m2 Nassfilmauftrag; 2–5 g/m2 Trockenfilm – Schichtdicke
  • Puder KSL S 15; Einstellung 35%.

Durch diese Kombination von Farbe und Lack wurden hochglänzende Druckergebnisse bei extrem hoher Druckmaschinengeschwindigkeit erzielt.

Mit einem konventionellen IR-Trockner mit Heißluft und Absaugung war bei dieser Konfiguration ein Druck von maximal 7.000 Bogen pro Stunde bei gleicher Pudereinstellung möglich.

Druckbeispiel 3

Es wurden geruchsarme Offsetdruckfarben inline mittels einem Doppellackwerk lackiert.

Druckmaschine MAN Roland R706 mit Doppellackwerk Druckreihenfolge:
  • 1. Farbwerk: frei
  • 2. Farbwerk: schwarz
  • 3. Farbwerk: cyan
  • 4. Farbwerk: magenta
  • 5. Farbwerk: gelb
  • 6. Farbwerk: frei
  • 7. Lackwerk: Dispersionslack 1 (mittlere Trocknungseinstellung)
  • 8. Zwischentrocknung: NIR-Trockner in Kombination mit Heißluft und Absaugung
  • 9. Lackwerk: Dispersionslack 2 (langsame Trocknungseinstellung)
  • 10. Endtrockner: NIR-Trockner in Kombination mit Heißluft und Absaugung.
  • Farbbelegung auf dem Druckmuster: 0–300%
  • Maschinengeschwindigkeit: 10.000 Bogen pro Stunde
  • Bedruckstoff: Karton
  • Gesamtlackauftrag: 10–16 g/m2 Nassfilmauftrag; 4–7 g/m2 Trockenfilm – Schichtdicke
  • Puder KSL S 15; Einstellung 35%.

Mit dieser Konfiguration konnten hohe Lackschichtdicken bei hohen Druckmaschinengeschwindigkeiten appliziert werden.

Mit einem konventionellen IR-Trockner mit Heißluft und Absaugung in der Zwischentrocknung und Endtrocknung war bei dieser Konfiguration ein Druck von maximal 4.000 Bogen pro Stunde bei gleicher Pudereinstellung möglich.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Trocknen eines Dispersionslacks und/oder einer Druckfarbe auf einem Bedruckstoff, dadurch gekennzeichnet, dass ein NIR-(nahes Infrarot) Trockner mit einem Wellenlängenbereich von 0,8-2,0 &mgr;m eingesetzt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der NIR-Trockner mit einem Wellenlängenbereich von 0,8–1,2 &mgr;m eingesetzt wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlungsdichte des Trockners 200–1000 kW/m2 beträgt.
  4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Strahlungsdichte des Trockners 400–1000 kW/m2 beträgt.
  5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–4, dadurch gekennzeichnet, dass dem NIR-Trockner ein TL-(Thermoluft-) Trockner und/oder ein IR-Trockner vor- oder nachgeschaltet wird/werden.
  6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–5, dadurch gekennzeichnet, dass vor oder nach der Trocknung auf dem Dispersionslack die Druckfarbe gedruckt wird.
  7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–6, dadurch gekennzeichnet, dass folgende Verfahrensschritte

    Lackieren – NIR-Trocknen – TL-Trocknen mit Absaugung – optional IR-Trocknen und

    optional (Bedrucken – NIR-Trocknen – TL-Trocknen mit Absaugung – optional IR-Trocknen)

    durchgeführt werden.
  8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–7, dadurch gekennzeichnet, dass der Dispersionslack und/oder die Druckfarbe im Offset-, Flexo-, Stich-, Tief-, Sieb- oder Tampondruck gedruckt wird.
  9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Dispersionslack und/oder die Druckfarbe mittels eines Lackierwerks in einer Offsetdruckmaschine aufgetragen wird/werden.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–9, dadurch gekennzeichnet, dass der Dispersionslack und/oder die Druckfarbe mit einer Schichtdicke von 0,5–50 &mgr;m Nassfilmschicht aufgetragen wird/werden.
  11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Dispersionslack und/oder die Druckfarbe mit einer Schichtdicke von 3–30 &mgr;m Nassfilmschicht aufgetragen wird/werden.
  12. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–11, dadurch gekennzeichnet, dass ein Dispersionslack eingesetzt wird, der

    1–80 Gew.-% eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Dispersion,

    0–60 Gew-% eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Harzlösung,

    0–10 Gew.-% Wachse,

    0–10 Gew.-% Netzmittel,

    0–5 Gew.-% Weichmacher,

    0–10 Gew.-% Glykolether,

    0–10 Gew.-% Glykole,

    0,1–3 Gew.-% Entschäumer,

    0,1–4 Gew.-% Neutralisationsmittel,

    0–1 Gew.-% Konservierungsmittel und

    0–20 Gew.-% Wasser

    umfasst.
  13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass ein Dispersionslack eingesetzt wird, der

    1–60 Gew.-% eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Dispersion,

    0–40 Gew-% eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Harzlösung,

    0–5 Gew.-% Wachse,

    0–5 Gew.-% Netzmittel,

    0–5 Gew.-% Weichmacher,

    0–5 Gew.-% Glykolether,

    0–10 Gew.-% Glykole,

    0,1–2 Gew.-% Entschäumer,

    0,1–2 Gew.-% Neutralisationsmittel,

    0–1 Gew.-% Konservierungsmittel und

    0–20 Gew.-% Wasser

    umfasst.
  14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–13, dadurch gekennzeichnet, dass eine Farbe eingesetzt wird, die

    1–40 Gew.-% eines oder mehrerer organischer oder anorganischer Pigmente,

    1–80 Gew.-% eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Dispersion,

    0–60 Gew-% eines Styrol-Acrylat-Copolymers in Form einer wässrigen Harzlösung,

    0–10 Gew.-% Wachse,

    0–10 Gew.-% Netzmittel,

    0–5 Gew.-% Weichmacher,

    0–10 Gew.-% Glykolether,

    0–10 Gew.-% Glykole,

    0,1–3 Gew.-% Entschäumer,

    0,1–4 Gew.-% Neutralisationsmittel,

    0–1 Gew.-% Konservierungsmittel und

    0–20 Gew.-% Wasser

    umfasst.
  15. Verfahren nach einem der Ansprüche 12–14, dadurch gekennzeichnet, dass als Styrol-Acrylat-Copolymere eine selbstvernetzende Polymerdispersion eingesetzt wird.
  16. Verfahren nach einem der Ansprüche 12–15, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack oder die Druckfarbe zusätzlich 1–10 Gew.-% eines di- oder höherwertigen Alkohols umfasst/umfassen.
  17. Verfahren nach einem der Ansprüche 12–16, dadurch gekennzeichnet, dass der Lack oder die Druckfarbe 1–5 Gew.-% Dipropylenglykolmonomethylether und/oder 1–5 Gew.-% Glycerin und/oder 1–5 Gew.-% Propylenglykol umfasst/umfassen.
  18. Verfahren nach einem der Ansprüche 1–17, dadurch gekennzeichnet, dass der Bedruckstoff mit einer Fördergeschwindigkeit von 1-25 m/s gefördert wird.
  19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass der Bedruckstoff mit einer Fördergeschwindigkeit von 2-15 m/s gefördert wird.
  20. Druckerzeugnis erhältlich nach dem Verfahren nach den Ansprüchen 1–19.
Es folgt kein Blatt Zeichnungen






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