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Dokumentenidentifikation DE102005005570A1 01.12.2005
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Druckplattentransport
Anmelder Heidelberger Druckmaschinen AG, 69115 Heidelberg, DE
Erfinder Zuber, Mathias, 74921 Helmstadt-Bargen, DE
DE-Anmeldedatum 07.02.2005
DE-Aktenzeichen 102005005570
Offenlegungstag 01.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 01.12.2005
IPC-Hauptklasse B41F 27/12
Zusammenfassung Bei einem Verfahren und einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist es vorgesehen, dass die im Fortdruck an den Plattenzylinder angestellten Zylinder oder Walzen für einen Plattentransport zu oder vom Plattenzylinder einzeln oder gemeinsam in eine Transportstellung verbracht werden, in welcher diese derart vom Plattenzylinder beabstandet sind, dass gegenüber dem Betriebsdruck ein verminderter Transportdruck auf die Druckplatte wirksam ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Transport von plattenförmigem Material, insbesondere einer Druckplatte, mittels Zylindern einer Druckmaschine.

Es ist bekannt, bei der Zufuhr von Druckplatten zum Plattenzylinder einer Druckmaschine oder bei der Abfuhr der gebrauchten Druckplatte vom Plattenzylinder der Druckmaschine Zylinder oder Walzen einzusetzen, die im Druckbetrieb mit dem Plattenzylinder zusammenwirken. Dies ist z. B. zum einen der Gummituchzylinder oder sind zum anderen die Farb- bzw. Feuchtauftragwalzen.

Die WO 94/06630 zeigt einen Plattenzylinder einer Rotationsdruckmaschine, der bei der Abfuhr der gebrauchten Druckplatte mit einem der Farb- oder Feuchtauftragwalzen zusammenwirkt, um einen Transport der Druckplatte in einen Druckplattenspeicher zu bewerkstelligen.

Beim Transport der Druckplatte mittels eines Anpressdruckes, wie er für den Druckbetrieb benötigt wird, kann es insbesondere beim Transport einer gebrauchten Druckplatte in Verbindung mit Farb- oder Waschmittelresten auf der Druckplatte zu einem unkontrollierten Anhaften der Platte am Gummituchzylinder oder an den Farb- oder Feuchtauftragwalzen führen und damit zu Unterbrechungen des Ausspannvorganges oder sogar zu einer Beschädigung der Druckplatte.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen, die einen problemlosen Transport der Druckplatte unter Einsatz einer oder mehrerer der im Druckbetrieb mit dem Plattenzylinder zusammenwirkenden Zylinder oder Walzen zu schaffen.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 4 gelöst.

Es ist ein besonderer Vorteil der Erfindung, dass insbesondere der Gummituchzylinder zum Plattentransport eingesetzt wird. Der Gummituchzylinder besitzt eine Druckan- und Druckabstellvorrichtung, die besonders geeignet ist für eine Modifizierung zur Einstellung eines gewünschten Transportspaltes zwischen dem Gummituchzylinder und dem Plattenzylinder, damit die Platte mit einem vorgegebenen Druck durch die Rotation der beiden Zylinder transportiert werden kann.

Eine besonders vorteilhafte Lösung zur Herstellung des gewünschten Druckes besteht in der Reduzierung des Schwenkweges des Gummituchzylinders von einer "Druck-Ab-" oder "Service"-Stellung in die "Druck-An-" bzw. "Betriebs"-Stellung durch die Anordnung eines verstellbaren Anschlages. Dieser ist in vorteilhafter Ausgestaltung pneumatisch betätigbar und damit fernverstellbar, insbesondere automatisch fernverstellbar. Der Anschlag ist an dem Stellelement für die Gummituchzylinderverstellung angeordnet.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen dargestellt und wird im Folgenden beschrieben.

Es zeigen:

1 eine Bogenrotationsdruckmaschine im Schnitt in schematischer Darstellung und

2 ein Druckwerk im Schnitt in schematischer Darstellung.

Eine Bogen 7 verarbeitende Maschine, z. B. eine Druckmaschine 1, weist einen Anleger 2, mindestens ein Druckwerk 3 bzw. 4 und einen Ausleger 6 auf. Die Bogen 7 werden von einem Bogenstapel 8 entnommen und vereinzelt oder schuppenförmig über einen Zuführtisch 9 den Druckwerken 3 und 4 zugeführt. Diese enthalten in bekannter Weise jeweils einen Plattenzylinder 11; 12. Die Plattenzylinder 11 und 12 weisen jeweils eine Vorrichtung 13, 14 zum Befestigen flexibler Druckplatten auf. Darüber hinaus ist jedem Plattenzylinder 11; 12 eine Vorrichtung 16; 17 für den halb- oder vollautomatischen Druckplattenwechsel zugeordnet.

Der Bogenstapel 8 liegt auf einer gesteuert anhebbaren Stapelplatte 10 auf. Die Entnahme der Bogen 7 erfolgt von der Oberseite des Bogenstapels 8 mittels eines sogenannten Saugkopfes 18, der unter anderem eine Anzahl von Hub- und Schleppsaugern 19, 21 für die Vereinzelung der Bogen 7 aufweist. Darüber hinaus sind die Blaseinrichtungen 22 zur Auflockerung der oberen Bogenlagen und Tastelemente 23 zur Stapelnachführung vorgesehen. Zur Ausrichtung des Bogenstapels 8, insbesondere der oberen Bogen 7 des Bogenstapels 8 sind eine Anzahl von seitlichen und hinteren Anschlägen 24 vorgesehen.

2 zeigt das erste Druckwerk 3 mit dem Plattenzylinder 11 und einem mit diesem in Wirkverbindung bringbaren Gummituchzylinder 26. Dieser ist in den Seitengestellen der Druckmaschine 1 jeweils mittels einer Doppelexzenterlagerung 27 drehbar gelagert. Durch eine erste Schwenkbewegung der Doppelexzenterlagerung 27 kann der Gummituchzylinder 26 aus einer Betriebsstellung "Druck-An"- in eine Service-Stellung bzw. "Druck-Ab"-Stellung verschwenkt werden. In der "Druck-Ab-" oder Service-Stellung ist der Gummituchzylinder 26 ohne Kontakt zum Plattenzylinder und ohne Kontakt zum Druckzylinder 28 positioniert.

Zum Transport einer Druckplatte 29, insbesondere zur Abfuhr der gebrauchten Druckplatte 29 vom Plattenzylinder 11, in eine dafür vor dem Druckwerk 3 angeordnete Druckplattenspeichereinrichtung der Druckplattenwechselvorrichtung 16 wird der Gummituchzylinder 26 mittels einer Verschwenkbewegung der Doppelexzenterlagerung 27 in eine Transportstellung verschwenkt, in welcher der Gummituchzylinder 26 vom Druckzylinder 28 beabstandet ist, jedoch gegenüber dem Plattenzylinder 11 einen geringen Transportspalt S aufweist. Dieser Transportspalt S ist so ausgelegt, dass vom Plattenzylinder 11 und Gummituchzylinder 27 ein leichter Transportdruck auf die Druckplatte 29 ausgeübt wird.

Zum Verschwenken der Doppelexzenterlagerung 27 ist ein Gestänge, bestehend aus einer Verbindungsstange 32 und einer daran angelenkten Koppel 33, vorgesehen, welche jeweils mit einem Ende an dem Doppelexzenter 27 angreifen. Das zweite Ende der Verbindungsstange 32 ist an einem zweiarmigen Kipphebel 34 angelenkt, welcher am Seitengestell der Druckmaschine schwenkbar gelagert ist. Die Schwenkbewegung wird durch ein Stellelement 36 hervorgerufen.

Das Stellelement 36 ist im Ausführungsbeispiel ein Doppelhubzylinder 36 mit einer ersten Kolbenstange 37, die am zweiten Arm des Kipphebels 34 angelenkt ist und an ihrem Ende einen ersten Kolben 38 aufweist, der in einem ersten Zylinderkörper 39 angeordnet ist. An den ersten Zylinderkörper 39 schließt sich ein zweiter Zylinderkörper 41 an, der einen zweiten Kolben 42 mit einer daran angeordneten zweiten Kolbenstange 43 aufweist. Die beiden Zylinderkörper 39, 41 sind an ihren Böden 44 miteinander verbunden und bilden somit ein einziges Bauteil. Das dem zweiten Kolben 42 entgegengesetzte Ende der Kolbenstange 43 ist an einem seitengestellfesten Bolzen 45 schwenkbar gelagert. Gleichzeitig trägt der Bolzen 45 einen schwenkbaren Anschlag 48, welcher mit einem zylinderfesten, an einem Anschlagsbügel 46 angeordneten justierbaren Anschlag 47 zusammenwirkt.

Der Ausschub des Zylinders 41 wird je nach Stellung des Anschlages 48 begrenzt. Um den Verfahrweg des zweiten Zylinders 41 zu begrenzen, wird der Anschlag 48 aus einer ersten Stellung in eine zweite Stellung verschwenkt. Die Schwenkbewegung wird durch einen am Seitengestell befestigten z. B. pneumatisch beaufschlagbaren Arbeitszylinder 49 erzeugt. Der Arbeitszylinder 49 kann vom Steuerpult der Maschine in Abhängigkeit vom Maschinenbetrieb fernverstellbar ausgebildet sein.

Soll der Gummituchzylinder 26 in die "Servicestellung" verbracht werden, werden beide Kolbenstangen 37 und 43 voll eingefahren.

Die Betriebsstellung des Gummituchzylinders 26 für den Fortdruck erfolgt durch das Ausfahren sowohl der ersten Kolbenstange 37 als auch der zweiten Kolbenstange 43. In dieser Stellung ist der Anschlag 48 abgeschwenkt.

In der "Transportstellung" für die Druckplatte 29 ist der Gummituchzylinder 26 vom Druckzylinder 28 abgestellt und befindet sich gegenüber dem Plattenzylinder 11 in einer relativ dichten, den Transportspalt S bildenden Stellung. Der Arbeitszylinder 36 weist in dieser Stellung eine voll eingefahrene erste Kolbenstange 37 und eine zum Teil ausgefahrene Kolbenstange 43 auf. Der Anschlag 48 ist hierbei durch den Arbeitszylinder 49 derart verschwenkt, dass dieser mit dem Anschlag 47 zusammenwirkt.

Durch Drehung des Plattenzylinders 11 und des Gummituchzylinders 26 kann die Druckplatte 29 nunmehr unter leichtem Transportdruck transportiert, vorzugsweise vom Plattenzylinder abtransportiert, werden. Hierbei gelangt ein abgekantetes Ende der Druckplatte 29 in eine zum Halten der Druckplatte 29 ausgebildete Haltevorrichtung 51 nach DE 195 07 908 C2.

Der Gummituchzylinder 26 ist lediglich als bevorzugtes Ausführungsbeispiel für den Transport der Druckplatte im Zusammenwirken mit dem Plattenzylinder 11 beschrieben. Selbstverständlich können auch die Farb- (52, 53, 54, 55) bzw. Feuchtauftragwalzen (56) einzeln oder gemeinsam oder auch zusammen mit dem Gummituchzylinder 26 zum Transport der Druckplatte 29 verwendet werden, sofern diese in einer entsprechenden Transportstellung positioniert werden, in welcher ein Abstand S zwischen diesen und dem Plattenzylinder 11 eingestellt wird.

1Druckmaschine 2Anleger 3Druckwerk 4Druckwerk 5 6Ausleger 7Bogen 7anächster Bogen 8Bogenstapel 9Zuführtisch 10Stapelplatte 11Plattenzylinder 12Plattenzylinder 13Druckplattenbefestigungseinrichtung 14Druckplattenbefestigungseinrichtung 15 16Druckplattenspeicher 17Druckplattenspeicher 18Saugkopf 19Hubsauger 20 21Schleppsauger 22Blaseinrichtung 23Tastelement 24Anschlag 25 26Gummituchzylinder 27Doppelexzenterlagerung 28Druckzylinder 29Druckplatte 30 31Druckplattenspeichereinrichtung 32Verbindungsstange 33Koppel 34Kipphebel 35 36Stellelement 37Kolbenstange 38Kolben 39Zylinderkörper 40 41Zylinderkörper 42Kolben 43Kolbenstange 44Boden 45Bolzen 46Anschlagbügel 47Anschlag 48Anschlag 49Arbeitszylinder 50 51Druckplattenhaltevorrichtung 52Farbauftragwalze 53Farbauftragwalze 54Farbauftragwalze 55Farbauftragwalze 56Feuchtauftragwalze STransportspalt (11-26)

Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Transport von plattenförmigem Material, insbesondere Druckplatten, zwischen zwei im Druckbetrieb zusammenwirkenden Zylindern einer Druckmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass die im Druckbetrieb zusammenwirkenden Zylinder ein Plattenzylinder (11) und ein Gummituchzylinder (26) der Druckmaschine (1) sind und dass diese zum Plattentransport derart voneinander beabstandet in einer Transportstellung positioniert werden, dass der im Druckbetrieb auf die Platte (29) einwirkende Druck in der Transportstellung vermindert ist.
  2. Verfahren zum Transport von plattenförmigem Material, insbesondere Druckplatten, zwischen zwei im Druckbetrieb zusammenwirkenden Zylindern einer Druckmaschine, dadurch gekennzeichnet, dass die im Druckbetrieb zusammenwirkenden Zylinder ein Plattenzylinder (11) und mindestens eine Farb- und/oder Feuchtauftragwalze (52, 53, 54; 55; 56) sind und dass diese zum Plattentransport derart voneinander beabstandet in einer Transportstellung positioniert werden, dass der im Druckbetrieb auf die Platte (29) einwirkende Druck in der Transportstellung vermindert ist.
  3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Gummituchzylinder (26) verstellbare Lagerstellen (27) aufweist, die mittels eines Stellelementes (36) über ein Koppelgetriebe (32, 33) betätigbar sind.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Stellelement ein Doppelhubzylinder (36) ist.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Doppelhubzylinder (36) zwei Kolbenstangen (37, 43) aufweist, wobei die zweite Kolbenstange (43) an ihrem freien Ende schwenkbar an einem gestellfesten Bolzen (45) gelagert ist.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Bolzen (45) ein erster schwenkbarer Anschlag (48) angeordnet ist, der in Wirkverbindung mit einem zweiten Anschlag (47) bringbar ist, welcher mittelbar am Zylinderkörper (41) des Doppelhubzylinders (36) befestigt ist.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkbewegung des ersten Anschlages (48) durch einen weiteren Stellzylinder (49) hervorgerufen wird.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Stellzylinder (36, 49) fernbetätigbar sind.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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