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Dokumentenidentifikation DE202005013599U1 01.12.2005
Titel Ladegutsicherung für Absetzbehälter auf Transportfahrzeugen
Anmelder Hüffermann Transportsysteme GmbH, 16845 Neustadt, DE
DE-Aktenzeichen 202005013599
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 01.12.2005
Registration date 27.10.2005
Application date from patent application 24.08.2005
IPC-Hauptklasse B60P 7/10

Beschreibung[de]

Für den Transport schüttfähiger Güter aber auch für Stückgüter werden vielfach Absetzbehälter eingesetzt. Der Hauptteil der Behälter ist nach DIN 30720 und DIN 30735 standardisiert.

An den Seitenwänden der Behälter befinden sich je zwei Zapfen oder Haken, die als Befestigungspunkte zur Transportsicherung auf dem Fahrzeug genutzt werden. Die am häufigsten verwende Art des Niederspannens des Behälters ist die in der 1 gezeigte Y-Methode, bei der die beiden Zapfen oder Haken des Behälters durch ein Seil, eine Kette oder einen Gurt miteinander verbunden werden. An dieses Verbindungselement greift die am Transportfahrzeug befestigte Verzurreinheit an, wodurch die Y-Form entsteht.

Die Ladegutsicherung der Absetzbehälter verlangt vom Zumnittel hohe Haltekräfte. Deshalb werden zum Niederpannen der Behälter Ratschen, Spannschlösser oder Spindelspanner verwendet. Bei diesen Spannelementen steht dem Vorteil des Übertragens großer Kräfte der Nachteil eines hohen körperlichen Kraft- und Zeitaufwandes gegenüber. Es besteht deshalb die Tendenz, die schwere körperliche Arbeit durch ein Antriebssystem zu ersetzen.

Es sind Konstruktionen bekannt, bei denen ein pneumatischer oder hydraulischer Arbeitszylinder ein Stahlseil zieht, das den Behälter niederspannt. Der Nachteil dieser Ausführungen besteht darin, dass der Arbeitszylinder unmittelbar durch die Transportbelastungen beansprucht wird.

Aufgrund der Einschränkungen durch den maximalen Luftdruck und das erzeugbare Luftvolumen von Nutzfahrzeugbremsanlagen können pneumatische Arbeitszylinder im allgemeinen die zur Ladegutsicherung erforderlichen Haltekräfte nicht aufbringen, was zu Schäden an den Zylindern und zum Versagen der Transportsicherung führen kann. Hydraulikzylinder wären in Lage, die benötigten Kräfte zu erzeugen, die Gefahr von Schäden oder eines erhöhten Verschleißes durch die unmittelbar einwirkenden Transportkräfte besteht jedoch ebenfalls. Hydraulische Anlagen benötigen außerdem eine separate Antriebsquelle, die bei Lkw-Fahrgestellen gegen Aufpreis erhältlich ist und bei Anhängefahrzeugen nur dann zur Verfügung steht, wenn das Zugfahrzeug einen Hydraulikantrieb besitzt, was die Kombiniermöglichkeiten von Lkw und Anhänger in einem Fuhrpark einschränkt.

Die Zielstellung der Erfindung besteht darin, eine Verzurrmöglichkeit für Absetzbehälter auf Transportfahrzeugen zu schaffen, die den manuellen Aufwand verringert und Überlastungen der Antriebe durch die Transportbeanspruchungen ausschließt.

Die Erfindung entsprechend den Schutzansprüchen erreicht diese Zielsetzung, indem das zum Verzurren des Behälters (1) auf dem Fahrzeug (2) genutzte Seil (3) bzw. eine Kette oder ein Gurt nicht direkt von einem Arbeitszylinder gezogen wird, sondern stattdessen von einem Antrieb (4) auf eine Trommel (5) oder Scheibe gewickelt wird. Es ist auf diese Weise möglich, nach dem Erreichen der Vorspannkräfte bzw. bereits bei der Spannbewegung die Rückbewegung mechanisch zu sperren und so die Antriebseinheit zu entlasten. Als mechanische Sperreinrichtung wird eine Verzahnung (6) mit Sperrklinke (7) verwendet, die eine Bewegung in Spannrichtung zulässt, das Zurückdrehen jedoch verhindert. Ein weiteres mechanisches Sicherungselement wäre ein Vorstecker, wobei hier die Bewegung in beide Richtungen verhindert wird und damit ein Nachspannen nicht möglich ist.

Der Antrieb (4) erzeugt die Drehbewegung der Trommel (5) gegen den Widerstand des sich aufrollenden und spannenden Seiles (3). Eine unmittelbare Drehbewegung liefern Elektro-, Hydro- oder Pneumatikmotoren gegebenenfalls auch mit zwischengeschalteter Getriebestufe. Es sind auch pneumatische Drehantriebe bekannt, bei denen die translatorischen Bewegungen von Kolben- oder Membranzylindern durch ein Zahnstangengetriebe oder einen Kurbelmechanismus in die benötigte Drehbewegung umgewandelt werden.

Ein einfacher und kostengünstiger Trommelantrieb wird erreicht, indem auf der Trommel (5) oder auf zwei miteinander verbundenen Trommeln neben dem Seil (3), der Kette oder dem Gurt als Verbindung zum Behälter ein weiteres Seil so aufgerollt ist, dass beim Ziehen eines Arbeitszylinders (8) am freien Seilende dieses Seil abrollt, während das zum Behälter führende Seil durch die Trommelbewegung aufgerollt und gespannt wird. Bei dieser Zweiteilung zwischen dem durch die Zugbewegung des Arbeitszylinders (8) abrollenden Seil und dem zum Zwecke des Verspannens aufrollenden Seil (3) (bzw. auch Gurt oder Kette) können mit unterschiedlichen Trommeldurchmessern Übersetzungen von Kraft oder Weg verwirklicht werden. Durch die ebenfalls vorhandene mechanische Sperre in Form der Verzahnung (6) mit der Sperrklinke (7) wird der Arbeitszylinder (8) vor Überlastungen durch die im Transport auftretenden Kräfte geschützt.

Anstelle von 2 Teilseilen kann auch ein ununterbrochenes Seil (3) verwendet werden. Es wird mit einer genügend großen Anzahl von Windungen auf die Trommel (5) aufgerollt, um in einem Bereich der Seilwindungen, der beim Verzurrvorgang nicht abrollt, zwischen dem Seil (3) und der Trommel (5) eine feste Verbindung herzustellen. Diese Verbindung garantiert die Kraftübertragung zur mechanischen Sperre (Verzahnung mit Sperrklinke) unabhängig von der Reibung zwischen Trommel (5) und Seil (3).

Nach dem Lösen der Verzurrung kann eine Drehfeder (9) das Aufrollen des Seiles (3) unterstützen.

Das Seil (3) bzw. der Gurt oder die Kette können nachgespannt werden, indem der Luft- bzw. Hydraulikdruck am pneumatischen oder hydraulischen Antrieb (4) ständig oder in zeitlichen Abständen anliegt.

Ausführungsbeispiele der Erfindung zeigen die 1 bis 3

In der 1 ist ein Transportanhänger (2) dargestellt, auf dem ein Absetzbehälter (1) (nach DIN 30720) mit einem Stahlseil (3) nach der Y-Methode niedergespannt wird. Die Spanneinrichtung für das Stahlseil (3) befindet sich unterhalb der Ladefläche. Sie ist in der 2 vergrößert zu sehen. Die Spannvorrichtung ist im dargestellten Beispiel so angeordnet, dass die Trommelachse parallel zur Fahrzeuglängsachse liegt. Diese Einbaustellung ist bei der Verwendung eines Gurtes anstelle des dargestellten Seils (3) vorteilhaft. Es ist jedoch auch möglich, die Spannvorrichtung mit der Trommelachse senkrecht zur Fahrzeuglängsachse oder schräg dazu einzubauen. Insbesondere bei dem in der 3 gezeigten Beispiel für einen Arbeitszylinderantrieb kann wegen der Platzverhältnisse am Fahrzeug die Ausrichtung des Arbeitszylinders in Längsrichtung und der Trommelachse senkrecht dazu von Vorteil sein.

In dem Beispiel entsprechend den 1 und 2 wird das vom Behälter kommende Seil im bzw. am Anhängeraußenrahmen geführt. Die Trommel (5) ist in einem Stahlblechgehäuse (10) gelagert, das unter der Anhängerladefläche montiert ist. Anstelle des separaten Gehäuses können auch Teile des Fahrzeugrahmens zur Trommellagerung genutzt werden.

Auf der Trommelwelle sitzt das Zahnrad (6) mit der Sperrverzahnung, die eingreifende Sperrklinke (7) ist an der Gehäuseaußenwand montiert. Durch die Art der Verzahnung und die Lage der Klinke ist das Abrollen des Seiles (3) von der Trommel (5) blockiert, während das Aufrollen und damit das Spannen des Seiles möglich ist. Mit dem Griff (11) an der Klinke, kann diese weggeschwenkt und die Sperre gelöst werden.

Der Antrieb (4) ist mit der Trommelwelle auf der der Sperreinrichtung gegenüberliegenden Seite verbunden. Es können handelsübliche Elektro-, Hydro- und Pneumatikmotoren mit oder ohne zwischengeschalteter Getriebestufe sowie pneumatische Drehantriebe, die die translatorischen Bewegungen von Kolben- oder Membranzylindern durch ein Zahnstangengetriebe oder einen Kurbelmechanismus in die benötigte Drehbewegungen umwandeln, verwendet werden. Durch die Sperreinrichtung (6, 7) wird der Antrieb (4) vor Überlastungen durch die während des Transportes am Behälter wirkenden Kräfte geschützt, die Belastungen werden über das Stahlblechgehäuse (10) in den Transportfahrzeugrahmen weitergeleitet.

Die Sperreinheit garantiert neben der Schutzfunktion für den Antrieb (4) auch dann die Ladegutsicherung, wenn während der Fahrt ein Defekt am Antrieb (4) auftritt. Es wäre möglich die Sperreinrichtung (6, 7) auch auf der Antriebsseite anzuordnen oder sie in den Antrieb zu integrieren.

Das Beispiel in der 3 besitzt als Antrieb einem pneumatischen Arbeitszylinder (8). Das Seil (3) ist mit einer ausreichenden Anzahl Windungen auf die Trommel (5) gewickelt, so dass beim Verzurren und Lösen durch die Arbeitszylinderbewegung einige Seilwindungen auf der Trommel verbleiben. In diesem Bereich ist das Seil durch ein Loch in einem auf der Trommelfläche befestigten Block (12) geführt. Ein Stopper (13) verhindert die Seilbewegung in Richtung Absetzbehälter. Die auf der Trommel befindlichen Seilwindungen entlasten den Stopper durch die Umschlingungsreibung.

Anstelle des Stoppers könnte die Seilverbindung zur Trommel auch als Klemm- oder Schraubbefestigung ausgeführt sein.

Beim Ziehen des Arbeitszylinders (8) am Seilende wird der bis zum Stopper (13) gehende Seilabschnitt von der Trommel abgerollt, während das zum Behälter führende Seil durch die Trommelbewegung aufgerollt und gespannt wird.

Wie auch im Beispiel der 1 und 2 wird das Zurückdrehen der Trommel (5) durch eine Sperreinrichtung (6, 7) verhindert und der Arbeitszylinder vor Überlastungen geschützt. Die feste Verbindung zwischen Seil (3) und Trommel (5) über den Stopper (13) garantiert die Kraftübertragung zur mechanischen Sperre (Verzahnung mit Sperrklinke) unabhängig von der Reibung zwischen Trommel und Seil.

Die Sperrwirkung von Zahnrad mit Sperrverzahnung (6) und Sperrklinke (7) ist die Voraussetzung für die Nutzung eines Pneumatikzylinders (8) als Antrieb, weil dieser unter den Bedingungen des Fahrzeug-Druckluftsystems und vertretbaren Abmessungen die im Transport notwendigen Haltekräfte nicht aufbringen könnte.

Zum Entzurren der Behälter wird der Arbeitszylinder (8) ausgefahren und die Sperre mit der Sperrklinke (7) gelöst. Eine Drehfeder (9) unterstützt das Aufrollen des Seiles (3) nach dem Lösen der Verzurrung.

Zum Nachspannen des Seils (3) während der Fahrt wird der in der 3 dargestellte Pneumatikzylinder (8) in zeitlichen Abständen durch ein Ventil mit Druckluft beaufschlagt. Dieses Ventil kann beispielsweise durch einen Impuls beim Bremsen gesteuert werden, sodass das Seil bei jedem Bremsvorgang nachgespannt wird.


Anspruch[de]
  1. Ladegutsicherung für Absetzbehälter auf Transportfahrzeugen dadurch gekennzeichnet, dass der Behälter (1) auf der Aufstandsfläche des Transportfahrzeugs (2) durch ein Seil (3), eine Kette oder einen Gurt verzurrt wird, indem das Seil, die Kette oder der Gurt von einem pneumatischen, hydraulischen, hydropneumatischen oder elektrischen Antrieb (4) auf eine Trommel (5) bzw. Scheibe aufgerollt wird, wobei eine Verzahnung (6) mit Sperrklinke (7) oder ein Vorstecker als mechanische Sperrelemente das ungewollte Zurückdrehen der Trommel (5) verhindern und den Antrieb (4) entlasten.
  2. Ladegutsicherung für Absetzbehälter auf Transportfahrzeugen nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass auf der Trommel (5) oder auf zwei miteinander verbundenen Trommeln neben dem Seil (3), der Kette oder dem Gurt als Verbindung zum Behälter ein weiteres Seil so aufgerollt ist, dass beim Ziehen eines Arbeitszylinders (8) am freien Seilende dieses Seil abrollt, während das zum Behälter führende Seil durch die Trommelbewegung aufgerollt und gespannt wird.
  3. Ladegutsicherung für Absetzbehälter auf Transportfahrzeugen nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass die miteinander verbundenen Trommeln unterschiedliche Durchmesser besitzen bzw. bei einer gemeinsamen Trommel beide Teilseile auf verschieden großen Trommeldurchmessern aufgerollt sind, so dass beim Zurrvorgang durch den ziehenden Arbeitszylinder (8) Übersetzungen von Kraft bzw. Weg verwirklicht werden können.
  4. Ladegutsicherung für Absetzbehälter auf Transporfahrzeugen nach Anspruch 2 dadurch gekennzeichnet, dass anstelle von 2 Teilseilen ein ununterbrochenes Seil (3) so aufgerollt wird, dass ein Bereich der Seilwindungen beim Verzurrvorgang nicht abrollt und in diesem Bereich zwischen dem Seil (3) und der Trommel (5) eine feste Verbindung besteht.
  5. Ladegutsicherung für Absetzbehälter auf Transportfahrzeugen nach Anspruch 2 und 3 dadurch gekennzeichnet, dass eine Drehfeder (9) das Aufrollen des Seiles (3) unterstützt.
  6. Ladegutsicherung für Absetzbehälter auf Transportfahrzeugen nach Anspruch 1 und 2 und 3 dadurch gekennzeichnet, dass durch ständiges Anliegen des Luft- bzw. Hydraulikdruckes am pneumatischen oder hydraulischen Antrieb (4) oder eine Druckbeaufschlagung in zeitlichen Abständen gelockerte Seile (3), Ketten oder Gurte nachgespannt werden können.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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