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Dokumentenidentifikation DE102004024025A1 08.12.2005
Titel Vorrichtung zur Bearbeitung von Rohrenden
Anmelder Friatec AG, 68229 Mannheim, DE
Erfinder Kropp, Michael, 68535 Edingen-Neckarhausen, DE;
Baving, Hans-Jürgen, 68165 Mannheim, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 13.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004024025
Offenlegungstag 08.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 08.12.2005
IPC-Hauptklasse B23B 5/16
IPC-Nebenklasse B23C 3/12   
Zusammenfassung Eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Rohrenden, mit einer Antriebswelle, auf der ein Fräswerkzeug angebracht ist, an dessem Umfang mindestens zwei Anfas-Schneiden angeordnet sind, von denen jede in Bezug auf die Drehachse der Antriebswelle so geführt ist, dass das Rohrende gleichzeitig mit einer Innenfase und einer Außenfase versehen wird, wobei auf der Antriebswelle in einem definierten Abstand zu den Anfas-Schneiden ein Kalibrierelement angebracht ist, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebswelle als Gewindespindel (20) ausgebildet ist, über deren Länge der Weg des Kalibrierelementes (36) definiert ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bearbeitung von Rohrenden, mit einer Antriebswelle, auf der ein Fräswerkzeug angebracht ist, an dessen Umfang mindestens zwei Anfasschneiden angeordnet sind, von denen jede in Bezug auf die Drehachse der Antriebswelle so geführt ist, dass das Rohrende gleichzeitig mit einer Innenfase und einer Außenfase versehen wird.

Steckfittings erfordern zur sichereren Funktion Rohre, beispielsweise Verbundrohre, PEX-Rohre, flexible Rohre, wie PB-Rohre, die mit ihren Abmessungen, was den Innen- und Außendurchmesser betrifft, in klar definierten Toleranzfeldern liegen und darüber hinaus insbesondere im Innenbereich der Rohre möglichst rund sein müssen. Darüber hinaus sind die Rohrenden so zu konditionieren, dass eine Innenfase und eine Außenfase definiert erzeugt werden, damit ein sicheres Einschieben des Rohres in den Fitting gewährleistet ist.

Ein Anfaswerkzeug für rohrförmige Werkstücke ist beispielsweise aus der EP 0 922 518 B1 bekannt. Dabei ist den Anfas-Schneiden ein Zentrierkörper vorgelagert, der eine zusätzliche Funktion hat, nämlich die einer Kalibrierung des Rohrendes. Dieses Kalibrierelement, wenn es maßhaltig ist, erzwingt die Entstehung einer exakten Hohlzylinderform.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, das bekannte Gerät dahingehend zu verbessern, dass präziser bearbeitete Rohrenden zur Verfügung gestellt werden.

Die Aufgabe wird durch eine Vorrichtung der eingangs genannten Gattung mit den Merkmalen des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Antriebswelle als Gewindespindel ausgebildet ist, über deren Länge der Weg des Kalibrierelementes definiert ist. Auf an sich bekannte Weise weitet das vorgeschlagene Werkzeug durch eine beispielsweise kugelförmige Gestaltung des Kalibrierelementes, das in das Rohrende eingeführt wird, dieses auf einen vorgegebenen Durchmesser mit engen Toleranzen auf. Gleichzeitig wird die vorgegebene Rundheit des Körpers im wesentlichen ebenfalls auf das Rohrende übertragen. Durch den definierten Weg, den die Gewindespindel bietet, wird die Maßhaltigkeit gewährleistet.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung ist die Gewindespindel über einen vorbestimmten Hubweg in einer Gewindebuchse geführt. Sobald die Gewindespindel beispielsweise in positiver Drehrichtung bewegt wird, verlässt sie nach einem bestimmten Hubweg die Gewindehülse, so dass die Anfas-Schneiden frei laufen. Damit die Rückführung der Gewindespindel in die Gewindebuchse sicher vorgenommen wird, ist diese vorteilhaft in Richtung auf die Gewindehülse vorbelastet. Dies kann durch eine sie umgebende Spiralfeder geschehen.

Vorteilhaft sind die Anfas-Schneiden auswechselbar an dem Fräswerkzeug angebracht.

Zur Maßhaltigkeit trägt auch bei, wenn ein Klemmmechanismus zum Fixieren des Rohrendes auf dem Kalibrierelement vorgesehen ist. Der Klemmmechanismus kann durch zwei Klemmbacken realisiert sein, welche durch einen Sperrhebel, der als Kniehebel ausgestaltet sein kann, zu arretieren sind.

Die Gewindespindel kann maschinell oder manuell betätigbar sein. Die maschinelle Betätigung kann beispielsweise durch ein Elektrogerät, wie einen Akkuschrauber, erfolgen.

Im folgenden soll die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigt:

1 eine Schnittansicht durch die Vorrichtung zur Bearbeitung von Rohrenden gemäß einer Ausführungsform der Erfindung und

2 eine Stirnansicht der Vorrichtung aus 1.

In 1 ist eine Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Vorrichtung zur Bearbeitung von Rohrenden dargestellt, bei der in einem Gehäuse 10, das beispielsweise aus Kunststoff besteht, eine Gewindespindel 20 angeordnet ist, die von einer Gewindebuchse 24 teilweise umgeben ist. Bei dem außerhalb des Gehäuses 10 liegenden Ansatzstück 22 kann vorgesehen sein, dass hier entweder ein maschineller oder manueller Antrieb angreift. Die Gewindespindel 20 ist von einer Spiralfeder 26 umgeben, welche einerseits an einem Fräswerkzeug 30 anliegt, andererseits sich auf einem Sitz 28 im Gehäuse 10 abstützt. Das Fräswerkzeug 30 weist mindestens zwei Anfas-Schneiden 32 bzw. 34 auf, die für das Ausbilden der Innenfase und der Außenfase des Rohrendes gedacht sind. In einem definierten Abstand vor den Anfas-Schneiden 32, 34 befindet sich ein Kalibrierelement 36, beispielsweise in Form einer Kalibrierkugel mit einem Arretierabschnitt. Das zu bearbeitende Rohrende wird durch eine Öffnung 40 in die Vorrichtung gebracht, bis es an dem Kalibrierelement 36 anliegt. Mit Hilfe zweier gegenüberstehender Klemmbacken 42, 44 wird das Rohrende während der Bearbeitung fixiert. Die Klemmbacken 42, 44 sind mittels eines Spannhebels 46 bewegbar. Dabei kann beispielsweise in einer der Klemmbacken ein Kennzeichen, wie ein Firmenlogo, eingelassen werden, welches sich während des Kalibriervorgangs in der Rohroberfläche leicht abdrückt und dadurch anzeigt, dass die Rohrbearbeitung mit dem dafür vorgesehenen Werkzeug erfolgte.

Über die Länge der Gewindespindel 20 wird die Kalibrierlänge definiert.

Das Fräswerkzeug 30 besteht aus einer runden Scheibe mit einem mittigen Vierkant zur Mitnahme auf der Gewindespindel 20 sowie aus mindestens zwei Bohrungen, in die je eine Anfas-Schneide 32 bzw. 34 eingespannt ist. Die Anfas-Schneiden sind so ausgeführt, dass sie ausgewechselt werden können.

Im Betrieb wird die Gewindespindel 20 beispielsweise mit einem Akkuschrauber in die in der Zeichnungsfigur rechts liegende Endposition gebracht. Der Bediener nimmt das zu bearbeitende Rohr und steckt das Rohrende durch die Klemmbacken 42, 44 bis auf die Arretierung durch das Kalibrierelement 36. Durch Umlegen des Spannhebels 46 werden die Klemmbacken 42, 44 in axialer Richtung arretiert und das Rohrende fixiert. Anschließend wird die Gewindespindel 20 in Bewegung versetzt, beispielsweise in Rechtslauf. Durch den Vorschub der Gewindespindel 20 drückt sich das Kalibrierelement 36 in das Rohrende und kalibriert dieses. Nach einem definierten Weg beginnen die Anfas-Schneiden 32 bzw. 34 zu arbeiten und fräsen am Rohrende eine Innenfase und eine Außenfase gemäß Spezifikation. Entstehende Späne treten durch Langlöcher aus der Vorrichtung. Die Anfas-Schneiden 32 und 34 wirken so lange, bis die Gewindespindel 20 die Gewindebuchse 24 verlässt. Dadurch werden die Anfas-Schneiden 32 und 34 entlastet und können sich freischneiden. Nach wenigen Umdrehungen der Gewindespindel ist der Fräsvorgang abgeschlossen. Nun wird der Akkuschrauber auf Linkslauf geschaltet. Durch die Druckfeder 26 wird die Gewindespindel 20 zurück in die Gewindebuchse 24 gedrückt und fährt das Fräswerkzeug 30 auf den Endanschlag. Der Kalibrier- und Fräsvorgang ist damit beendet, der Bediener öffnet den Spannhebel 46 und entnimmt das Rohr zum Einstecken in den Fitting.

2 zeigt die erfindungsgemäße Vorrichtung von der Stirnseite her. Das Rohrende wird durch die Öffnung 40 in Richtung auf das Kalibrierelement 36 geführt, wobei das Kalibrierelement 36 gleichzeitig dafür sorgt, dass das Rohrende zentriert wird. Sobald die Zentrierung vorgenommen ist, werden die Klemmbacken 42, 44 angezogen und mittels des Spannhebels 46 arretiert.

Die in der vorstehenden Beschreibung, in der Zeichnung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Bearbeitung von Rohrenden, mit einer Antriebswelle, auf der ein Fräswerkzeug angebracht ist, an dessen Umfang mindestens zwei Anfas-Schneiden angeordnet sind, von denen jede in Bezug auf die Drehachse der Antriebswelle so geführt ist, dass das Rohrende gleichzeitig mit einer Innenfase und einer Außenfase versehen wird, wobei auf der Antriebswelle in einem definierten Abstand zu den Anfas-Schneiden ein Kalibrierelement angebracht ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebswelle als Gewindespindel (20) ausgebildet ist, über deren Länge der Weg des Kalibrierelementes (36) definiert ist.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindespindel (20) über einen vorbestimmten Hubweg in einer Gewindebuchse (24) geführt ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindespindel (20) in Richtung auf die Gewindehülse (24) vorbelastet ist.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Anfas-Schneiden (32, 34) auswechselbar an dem Fräswerkzeug (30) angebracht sind.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Klemmmechanismus (42, 44, 46) zum Fixieren des Rohrendes ein Kalibrierelement (36), vorzugsweise mit einem Arretierabschnitt für das Rohrende, vorgesehen ist.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Gewindespindel (20) maschinell oder manuell betätigbar ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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