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Dokumentenidentifikation DE202004009782U1 08.12.2005
Titel Kran-Gitterausleger und Kran
Anmelder Liebherr-Werk Ehingen GmbH, 89584 Ehingen, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202004009782
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.12.2005
Registration date 03.11.2005
Application date from patent application 22.06.2004
IPC-Hauptklasse B66C 23/64

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Kran-Gitterausleger mit zumindest zwei Auslegerschüssen und einen Kran, insbesondere einen Fahrzeugkran, mit einem solchen Kran-Gitterausleger.

Bei Kränen wird die maximale Traglast bei langen Auslegern durch die Seitensteifigkeit des Auslegersystems begrenzt. Dies gilt in besonderem Maße bei gitterförmigen Auslegern und wenn der Ausleger in steiler Stellung verwendet wird. Diese Instabilität wird z. B. bei schräger Kranaufstellung, ungünstigen Windbedingungen oder unterschiedlichen Temperatureinwirkungen an den Seiten des Auslegers noch verstärkt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, die Seitensteifigkeit und damit die Traglast des Auslegersystems auch bei steil stehendem Ausleger zu erhöhen.

Diese Aufgabe wird mit einem Kran-Gitterausleger mit den Merkmalen des Anspruches 1, einem Kran mit den Merkmalen des Anspruches 4, bzw. einem Kran, insbesondere einem Fahrzeugkran, mit den Merkmalen des Anspruches 16 gelöst. Unteransprüche sind auf vorteilhafte Ausführungen gerichtet.

Ein erfindungsgemäßer Kran-Gitterausleger gemäß Anspruch 1 umfaßt zumindest zwei Auslegerschüsse und zumindest eine Abspannstütze für eine Seilabspannung. Der Begriff „Auslegerschüsse" wird dabei für die einzelnen Gittermastelemente des Kran-Gitterauslegers verwendet. Derartige Abspannstützen erstrecken sich im Betriebszustand vom Gitterausleger nach außen. An ihren frei auskragenden Enden sind Abspannseile befestigt oder laufen über entsprechende Umlenkrollen, deren Enden am Gitterausleger selbst, vorzugsweise an dessen Kopfpunkt und Fußpunkt befestigt sind. Auf diese Weise wird durch die Seilabspannung die Seitenstabilität des Gitterauslegers signifikant erhöht. Der erfindungsgemäße Kran-Gitterausleger weist zumindest eine Abspannstütze auf, deren Fuß derart ausgestaltet ist, daß er zwischen zwei Auslegerschüssen eingebaut werden kann. Die erfindungsgemäße Ausgestaltung ermöglicht eine flexible Verwendung der Seitenabspannung. Der Fuß der zumindest einen Abspannstütze kann je nach Notwendigkeit zwischen unterschiedliche Auslegerschüsse montiert werden. Lassen es die zu hebenden Traglasten bzw. die äußeren Bedingungen zu, kann die Abspannung des erfindungsgemäßen Gitterauslegers auch weggelassen werden, indem die Abspannstützen des Kran-Gitterauslegers nicht montiert werden.

Bei einer besonders bevorzugten Ausgestaltung dieses erfindungsgemäßen Kran-Gitterauslegers sind zumindest zwei hintereinander anzuordnende Auslegerschüsse und der Fuß der zumindest einen Abspannstütze derart ausgestaltet, daß die Abspannstütze sowohl direkt als auch unter Zwischenschaltung des Fußes der zumindest einen Abspannstütze verbunden, vorzugsweise miteinander verbolzt werden können. Bei dieser Ausgestaltung sind an den Auslegerschüssen selbst keine Änderungen erforderlich. Gegebenenfalls kann noch auf der Baustelle entschieden werden, ob die Abspannstützen montiert werden sollen oder nicht. Bejahendenfalls ist durch einfaches Zwischenschalten des Fußpunktes der Abspannstützen eine entsprechende Abspannung realisierbar.

Bei dem erfindungsgemäßen Kran-Gitterausleger kann eine einzelne Abspannstütze vorgesehen sein. Je nach den Anforderungen kann entschieden werden, auf welcher Seite des Gitterauslegers diese Abspannstütze ggf. eine seitliche Seilabspannung ermöglichen soll. Besonders vorteilhaft und sicher ist jedoch ein Kran-Gitterausleger, bei dem zumindest zwei symmetrisch angeordnete Abspannstützen vorgesehen sind, die einen gemeinsamen Fuß aufweisen. Mit einer solchen Anordnung ist aufgrund des symmetrischen Aufbaus maximale Sicherheit gewährleistet und der Ausleger ist auch bei sich ändernden äußeren Bedingungen durch die Seilabspannung seitenstabilisiert.

Unabhängiger Schutz wird von einem Kran-Gitterausleger mit den Merkmalen des Anspruches 4 beansprucht. Bei diesem erfindungsgemäßen Kran-Gitterausleger weist das Abspannseil der Seilabspannung der zumindest einen Abspannstütze wenigstens eine Seillängenmarkierung zur Einstellung der Seillänge auf. Weiterhin ist zu jeder Seilabspannung ein Detektor vorgesehen, der die an der Seilabspannung vorgesehenen Seillängenmarkierungen detektieren kann.

Sind z. B. zwei Abspannstützen mit je einer Seilabspannung vorgesehen, so ist es mit Hilfe der an beiden Seilabspannungen vorgesehenen Seillängenmarkierungen möglich, bei der Aufstellung des Kranes den Ausleger absolut gerade auszurichten und ggf. geradezuziehen.

Bei nur einer Seillängenmarkierung je Seilabspannung ist diese derart am Seil angeordnet, daß mit ihrer Hilfe die optimale Einstellung der Seillänge im Kranbetrieb gewährleistet ist.

Besonders vorteilhaft ist es jedoch, wenn je Abspannseil mehrere Seillängenmarkierungen in vorbestimmten Abständen vorgesehen sind, um beim Spannen des Seiles die Seillänge überwachen zu können und ggf. unterschiedliche Seillängen einstellen und detektieren zu können.

Die Seillängenmarkierungen und der jeweilige Detektor können z. B. mechanisch zusammenwirken, um eine Detektion der Seillänge zu ermöglichen. Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist je Seilabspannung ein berührungsloser Detektor vorgesehen, der entsprechende Seillängenmarkierungen detektieren kann. So kann z. B. der Detektor eine Ultraschall-Sende-/Empfangseinheit aufweisen und die Seillängenmarkierungen durch Ultraschallreflektoren gebildet werden. Bei anderen Ausführungsformen wird der Detektor durch einen Sensorkopf, z. B. einen optischen Sensor, gebildet, der entsprechend ausgebildete Seillängenmarkierungen nachweisen kann. Ebenso ist ein elektronischer Sensor möglich, der auf kapazitivem oder induktivem Wege entsprechend ausgestaltete Seillängenmarkierungen detektiert. Schließlich können die Seillängenmarkierungen auch durch Transponder gebildet werden, die von einem entsprechenden Signalgeber in an sich bekannter Weise abgefragt werden können.

Besonders einfach lässt sich die Vorspannung der Seilabspannung mit Hilfe von zumindest einer Winde erreichen, die z. B. am Fußpunkt des Auslegers schwenkbar gelagert ist. Mit Hilfe einer solchen Seilwinde kann das jeweilige Abspannseil eingeholt und vorgespannt werden. Besonders günstig ist es dabei, wenn die Winde in Abhängigkeit eines Detektors zur Detektion der Seillängen ansteuerbar ist. Auf diese Weise ist eine automatische Einstellung der gewünschten Seillänge möglich.

Es kann vorgesehen sein, daß zunächst mit Hilfe der Winden die Seillängen wie gewünscht eingestellt werden und dann mit Hilfe einer Seilbremse blockiert werden. Die Seilbremse ist dabei derart ausgelegt, daß sie den maximal im Betrieb auftretenden Seilzug auch bei zusätzlichen seitlichen Belastungen, z. B. Windeinflüsse, aufnehmen kann.

Besonders sicher und einfach zu handhaben ist jedoch eine Ausführungsform, bei der zwei Abspannstützen vorgesehen sind, die sich vorteilhafterweise in entgegengesetzter Richtung von dem Kran-Gitterausleger im Betrieb wegerstrecken, wobei jeder der zwei Abspannstützen eine Winde zugeordnet ist, die ein derart dimensioniertes Antriebsmoment aufweist, daß sie den maximal im Betrieb auftretenden Seilzug antreibend aufbringen kann. Dadurch ist gewährleistet, daß bei eventueller Schrägstellung bzw. Seitenwind der Ausleger geradegezogen werden kann.

Um auch eine Stabilisierung in der Wippebene des Auslegers zu erreichen, können die Abspannstützen sich von ihrem Fußpunkt v-förmig nach oben erstrecken. Eine flexible Ausgestaltung sieht vor, daß die zumindest eine Abspannstütze ein Gelenk umfaßt, mit dessen Hilfe zumindest ein Teil der Abspannstütze derart zur Wippebene des Auslegers hin oder von dieser weg geschwenkt werden kann, daß die Ebene, die ein mit der Abspannstütze abgespanntes Seil aufspannt, unterschiedliche Neigung zur Wippebene hat. Ein entsprechendes Gelenk kann direkt am Fußpunkt der Abspannstütze vorgesehen sein, die zwischen zwei Auslegerschüssen des Auslegers eingebaut wird. Eine solche Ausgestaltung ermöglicht eine individuelle Anpassung an die äußeren Gegebenheiten und Notwendigkeiten.

Optimale Seitenstabilität läßt sich mit zwei Abspannstützen erreichen, die sich in entgegengesetzten Richtungen vom Fußpunkt und damit rechtwinklig zur Wippebene des Auslegers vom Ausleger weg erstrecken.

Um praktikable Transportabmessungen für den Ausleger bzw. die Abspannstützen zu erreichen, kann die zumindest eine Abspannstütze teilbar ausgeführt sein.

Die zumindest eine Abspannstütze kann fest mit einem zwischen die Auslegerschüsse einzubauenden Fußelement verbunden sein. Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung sieht vor, daß die Abspannstütze eine Schwenkachse aufweist, die derart ausgerichtet ist, daß zumindest ein Teil der Abspannstütze an den Ausleger angeklappt werden kann. Mit dieser Ausführungsform kann der Kranausleger bereits vollständig vormontiert werden und durch Anklappen der Abspannstütze an den Ausleger günstige Transportabmessungen erreicht werden. Außerdem kann bei dieser Ausführungsform die Seilabspannung nach Einbau des Fußpunktelements der Abspannstütze zwischen zwei Auslegerschüsse mit angeklappter Abspannstütze durch Ausklappen der Abspannstütze in ihre Betriebsstellung nachträglich erzeugt werden. Schließlich ist es mit dieser Ausgestaltung möglich, auch bei aufgestelltem Kran die Abspannstütze anzuklappen, um den Drehradius bzw. die Durchfahrbreite zu reduzieren.

Eine einfache Möglichkeit zur Vorspannung der Seilabspannung ergibt sich, wenn die Abspannstützen an ihrem Kopfpunkt eine Umlenkrolle aufweisen, über die die Seilabspannung läuft. Durch Vorspannung nur am Seilende ist dann die Vorspannung in der gesamten Abspannung vorzunehmen.

Die äußeren Enden der Seile der Seilabspannung werden am Kopfpunkt des Auslegers befestigt. Zur Erhöhung der rückstellenden Kraft kann vorgesehen sein, daß die Anlenkpunkte z. B. mit Hilfe eines Rahmens nach außen versetzt sind.

Bei einem erfindungsgemäßen Kran-Gitterausleger mit einem zwischen zwei Auslegerschüssen anzuordnenden Fußelement einer oder mehrerer Abspannstützen ist große Flexibilität bei der Anwendung gewährleistet. Bei einem erfindungsgemäßen Kran-Gitterausleger mit Seillängenmarkierungen an den Abspannseilen und entsprechenden Detektionseinrichtungen ist eine einfache Einstellung der gewünschten Vorspannung der Seilabspannungen gewährleistet. Insbesondere, wenn zwei Seilabspannungen vorgesehen sind, die eine Abspannung senkrecht zur Wippebene bewirken, ist besonders große Seitenstabilität des Kran-Gitterauslegers gewährleistet. Bereits bei der Aufstellung des Krans ist bei einer solchen Ausführungsform eine optimale und gerade Ausrichtung des Kran-Gitterauslegers möglich. Diese Eigenschaft ist gerade bei den in ihrer Anwendung besonders flexibel auszugestaltenden Fahrzeugkränen vorteilhaft, um auch hier eine sichere, stabile und einfache Aufstellung zu ermöglichen, wenn ein Fahrzeugkran mit einem Gitterausleger versehen ist.

Die Erfindung wird anhand der beiliegenden Figuren im Detail erläutert. Dabei zeigt:

1: eine kombinierte Darstellung zweier Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Kran-Gitterauslegers, wobei 1a einen Teil einer Ausführungsform mit abklappbarer Abspannstütze und 1b einen Teil einer Ausführungsform mit fester Abspannstütze zeigt,

2: eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Kran-Gitterauslegers, wobei 2a einen Teil des Auslegers zeigt und 2b das in 2a mit b) bezeichnete Detail, und

3: ein Kraft-Dehnungsdiagramm eines Abspannseiles.

1 zeigt zwei Ausführungsformen eines erfindungsgemäßen Kran-Gitterauslegers in kombinierter Darstellung. 1a zeigt eine Hälfte eines Kran-Gitterauslegers mit einer abklappbaren Abspannstütze 27. Bei der Realisierung einer solchen Ausführungsform ist eine entsprechend spiegelverkehrte Anordnung auch rechts der gedachten Linie Z vorzusehen.

Andererseits zeigt 1b einen Teil einer Ausführungsform mit einer festen Abspannstütze 41. Bei einer Realisierung dieser Ausführungsform ist auch links von der gedachten Linie Z eine entsprechende spiegelverkehrte Ausgestaltung vorzusehen.

Beide Ausführungsformen weisen einen Gitterausleger 1 auf, der mehrere Auslegerschüsse 3, 5, 7, 9 aufweist. Die einzelnen Auslegerschüsse sind im Betrieb an den mit 17 bezeichneten Punkten in an sich bekannter Weise miteinander verbolzt. Zwischen den Auslegerschüssen 5 und 7 befindet sich das Fußelement 11 der Abspannstütze. An den Verbindungspunkten 15 mit den Auslegerschüssen 5 und 7 ist das Fußelement 11 derart ausgestaltet, daß es ohne weitere Zwischen- oder Adapterstücke direkt mit den Auslegerschüssen 5 bzw. 7 verbolzt werden kann. Dazu sind die zum Kopfpunkt 20 des Auslegers 1 zeigenden Verbindungspunkte 15 des Abspannstützenfußelementes 11 identisch zu den in Richtung des Kopfpunktes 20 des Auslegers 1 zeigenden Verbindungspunkten 15 des Auslegerschusses 5.

Andererseits sind die in Richtung des Fußpunktes 22 des Auslegers 1 zeigenden Verbindungspunkte 15 des Abspannstützenfußelementes 11 identisch zu den in Richtung des Fußpunktes 22 des Auslegers 1 weisenden Verbindungspunkten 15 des Auslegerschusses 7. Auf diese Weise ist gewährleistet, daß die Auslegerschüsse 5 und 7 direkt miteinander verbolzt werden können oder unter Zwischenschaltung des Abspannstützenfußelementes 11. Der gesamte Gitterausleger 1 ist um eine horizontale Wippachse 25 in der senkrecht zur Figurenebene stehenden Wippebene schwenkbar z. B. an einem Anlenkschuß eines Fahrzeugkranes befestigt. Der Ausleger 1 ist in 1 nicht maßstabsgetreu dargestellt und kann auch eine höhere Anzahl von Auslegerschüssen umfassen. Insofern sind der Ausleger 1 und die Abspannseile 13 gebrochen dargestellt.

Am Abspannstützenfußpunktelement 11 erstrecken sich nach außen Abspannstützen 27 bzw. 41. Bei der Ausführungsform der 1a erstrecken sich in beiden Richtungen von dem Abspannstützenfußpunkt 11 weg Abspannstützen, die der dargestellten Abspannstütze 27 entsprechen. Die Abspannstütze 27 besteht beim dargestellten Beispiel aus zwei Teilen 29 und 30, die an den Punkten 31 miteinander verbolzt sind. Die Abspannstütze 27 weist eine Schwenkachse 33 auf. 35 bezeichnet einen Hydraulikzylinder, mit dessen Hilfe die Abspannstütze 27 um die Schwenkachse 33 in Richtung 37 an den Ausleger 1 angeklappt werden kann. Die angeklappte Stellung ist zusätzlich schematisch in 1a dargestellt und mit 39 bezeichnet.

Bei der Ausführungsform der 1b sind feste Abspannstützen 41 vorgesehen. Es sind zwei Abspannstützen vorgesehen, die der in 1 dargestellten Abspannstütze 41 entsprechen und sich in entgegengesetzter Richtung vom Ausleger 1 weg erstrecken. Die Abspannstützen 41 bestehen ebenfalls aus zwei Teilen 43, 45, die an den Punkten 47 miteinander verbolzt sind. Das Element 45 ist fest an dem Abspannstützenfußelement 11 verbunden.

Beide in 1 dargestellten Ausführungsformen der Abspannstützen 27, 41 weisen an ihren frei auskragenden Enden Umlenkrollen 21 auf, um die ein Abspannseil 13 gelegt ist. Am Kopfpunkt 20 des Auslegers 1 sind diese an den Anlenkpunkten 19 fest verbunden. Die Anlenkpunkte 19 können sich direkt an dem Ausleger 1 befinden oder über eine nicht dargestellte Rahmenkonstruktion nach außen verlegt sein, um die Rückstellkräfte der Seilabspannungen zu erhöhen. Die Abspannseile 13 der Seilabspannungen laufen von den Punkten 19 über die Umlenkrollen 21 zu Seilwinden 23, die um die Achsen 24 drehend antreibbar sind, um die Abspannseile 13 zu spannen.

Das Abspannstützenfußelement 11 ist selbstverständlich derart dimensioniert, daß alle Belastungen des Auslegers 1 durchgeleitet werden können und Normalkräfte, die aus der Seitenabspannung resultieren, eingeleitet werden.

2a zeigt einen Teil eines erfindungsgemäßen Auslegers 1 in Seitenansicht. 2b zeigt das in 2a mit b) bezeichnete Detail. Insbesondere ist hier die Seilwindenkonstruktion der Seilwinden 23 zu erkennen.

Die Achse 24 der Seilwinde 23 ist in einer Halterung 49 gelagert, die um eine Achse 48 schwenkbar ist. Je nach Länge der verwendeten Abspannstützen bzw. je nachdem, zwischen welchen Auslegerschüssen des Auslegers 1 die Abspannstützen montiert werden, entsteht ein unterschiedlicher Winkel zwischen der Seilabspannung 13 und dem Ausleger 1 im Bereich des Auslegerfußpunktes, der in 2a links erkennbar ist. Durch die Schwenkbarkeit der Seilwinde 23 um die Achse 48 ist sichergestellt, daß das Seil 13 immer senkrecht von der um die Achse 24 drehbaren Seilwinde 23 abläuft.

An der Befestigung 49 der Seilwinde 23 ist mit einer Halterung 51 ein Sensorelement 53 angeordnet. Am Seil 13 sind in vordefinierten Abständen Seilmarkierungen 55 vorgesehen. Die Seilmarkierungen 55 und der Sensor 53 sind derart aufeinander abgestimmt, daß bei Einlaufen einer Seilmarkierung 55 in das Sensorelement 53 ein entsprechendes Signal erzeugt wird und auf diese Weise die auf die Winde 23 aufgewickelte bzw. von der Winde 23 abgewickelte Seillänge bestimmt werden kann. Der Sensorkopf 53 kann z. B. ein optischer oder mechanischer Sensor sein.

Ebenso ist ein elektronischer Sensor möglich, der auf kapazitivem oder induktivem Wege entsprechend ausgestaltete Seilmarkierungen 55 detektiert. Das Signal des Sensors 53 geht an eine nicht dargestellte Steuervorrichtung.

3 zeigt das Kraft-Dehnungsdiagramm eines als Abspannseil verwendbaren Seiles. Bei zunehmender Dehnung ist die notwendige Kraft, um eine weitere Dehnung zu erreichen, überproportional ansteigend. Aus den Seileigenschaften läßt sich eine zulässige Kraft Fzul bestimmen, die sicherstellt, daß kein Seilbruch droht. Beispielhaft ist eine Vorspannkraft Fv eingezeichnet, die im stark ansteigenden Bereich der Elastizitätskurve des Abspannseiles liegt.

Die erfindungsgemäße Ausführungsform der 1b kann wie folgt eingesetzt werden. Bei der Montage des Krans mit dem Ausleger 1 am Einsatzort kann entschieden werden, ob eine Seitenabspannung notwendig ist oder nicht. Entscheidungskriterien sind hier die gewünschte Traglast und äußere Bedingungen. Der Gitterausleger 1 wird aus den einzelnen Auslegerschüssen 3, 5, 7, 9 zusammengebolzt. Zwischen die Auslegerschüsse 5 und 7 wird das Abspannstützenfußelement 11 gebolzt. An diesem Abspannstützenfußelement 11 befindet sich bei der Ausführungsform der 1b auf jeder Seite ein erstes Abspannstützenelement, wie es dem dargestellten Element 45 entspricht. An das Element 45 wird jeweils an den Verbindungspunkten 47 ein weiteres Element 43 angebolzt, um die Abspannstütze 41 zu bilden. Um die Umlenkrolle 21 der Abspannstützen 41 wird jeweils eine Seilabspannung 13 gelegt, die an den Punkten 19 am Kopfpunkt 20 des Auslegers 1 befestigt sind. Mit Hilfe der Winden 23 können jetzt die Abspannseile 13 gespannt werden.

Am montierten Kran kann die Vorspannung der Seile 13 eingestellt werden. Die Winden 23 sind mit einem starken Antrieb/Bremse ausgerüstet, so daß die maximalen Seilkräfte aufgebracht werden können. Die Vorspannung wird derart gewählt, daß sich die Abspannseile 13 bereits im stark ansteigenden Bereich der Elastizitätskurve befinden, die in 3 dargestellt ist. Die gewählte Vorspannkraft entspricht dem dortigen Wert Fv. Die gewünschte Vorspannung kann mit Hilfe des Sensors 53 und der Seilmarkierungen 55 eingestellt werden. Die Winden 23 spulen die Seile 13 solange auf, bis die gewünschte Seilmarkierung in den Lesekopf 53 einläuft. Geschieht dies auf beiden Seiten des Auslegers 1, ist sichergestellt, daß beide Abspannungen 13 exakt die gleiche Seillänge aufweisen.

Auf diese Weise ist sichergestellt, daß bei einer auf den Ausleger 1 wirkenden seitlichen Kraft die rückstellende Kraft aus der zusätzlichen Belastung des einen Abspannseiles auf der einen Seite des Auslegers 1 und der schnellen Entlastung des anderen Abspannseiles auf der anderen Seite des Auslegers 1 bereits bei kleinen Seitenverformungen sehr hoch ist.

Durch die hohen Spannkräfte in den Abspannseilen 13 kann auch eine seitlich durch unterschiedliche Temperatureinwirkung oder Schrägstellung des Krans auftretende Seitenverformung beseitigt werden.

Das möglicherweise relativ geringe Elastizitätsmodul der Abspannseile 13 und die daraus resultierende große Seildehnung insbesondere bei kleinen Seilbelastungen (siehe 3) wird dabei durch eine hohe Vorspannkraft weitgehend kompensiert, indem die Vorspannkraft im bereits stark ansteigenden Bereich der Elastizitätskurve gewählt wird.

Bei einer Ausführungsform der 1a wird das Abspannstützenfußelement 11 ebenfalls zwischen die Auslegerschüsse 5 und 7 gebolzt. Wie auch bei der Ausführungsform der 1b sind dazu keine Zwischenstücke oder Adapterstücke notwendig. Das Abspannstützenfußelement 11 ist auch hier so dimensioniert, daß die Belastungen des Auslegers 1 durchgeleitet werden können und zusätzlich Normalkräfte, die aus der seitlichen Seilabspannung resultieren, eingeleitet werden können. Die Verwendung der Abspannstützen 27 entspricht der bereits beschriebenen Verwendung der Abspannstützen 41.

Bei der Ausführungsform der 1a kann die Abspannung der Seilabspannung 13 außerdem auch durch das Ausklappen der Abspannstütze 27 um die Schwenkachse 33 erfolgen, indem mit Hilfe des Hydraulikzylinders 35 die Abspannstütze 27 erst nachträglich ausgeklappt wird. In diesem Fall kann der Antrieb der Winden 23 wesentlich kleiner ausgeführt werden, da sie nicht zur Erzeugung der großen Vorspannung dienen müssen. Selbstverständlich müssen bei dieser Anwendung aber die Bremsen der Seilwinden 23 die maximale Seilzugkraft aufnehmen können.

Bei der Ausführungsform der 1a ist es möglich, die Abspannstützen 27 an den Gitterausleger 1 anzuklappen, wenn z. B. nur geringe Lasten gehoben werden, bei denen die Abspannung nicht erforderlich ist. So läßt sich der Drehradius bzw. die Durchfahrbreite des Krans reduzieren.

Die übrigen Vorteile der Ausführungsform der 1a entsprechen den bereits beschriebenen Vorteilen der Ausführungsform der 1b .

Beiden Ausführungsformen der 1 ist gemeinsam, daß je nach Notwendigkeit zwischen die Auslegerschüsse das Abspannstützenfußelement 11 gebolzt werden kann, um Abspannstützen zu installieren. Besondere Vorrichtungen an den Abspannstützen sind dazu nicht notwendig. Mit einem solchen erfindungsgemäßen Kran-Gitterausleger ist also eine optimale und flexible Anpassung an die äußeren Gegebenheiten möglich und durch Verwendung der Abspannstützen eine Traglaststeigerung und eine Erhöhung der Seitensteifigkeit zu erreichen. Durch die Seillängenmarkierungen und die entsprechenden Detektoren können beim Aufstellen des Krans mit Hilfe der Winden die Seile so lange gespannt werden, bis die der gewünschten Vorspannung entsprechenden Markierungen vom Sensor festgestellt werden. Damit lassen sich exakt die gleichen Seillängen bei den Seilabspannungen auf beiden Seiten des Auslegers einstellen. Der Ausleger ist damit absolut gerade ausgerichtet und auch bei Seitenwind oder Schrägstellung des Krans stabil.

Die oben beschriebene Ausführungsform weist sowohl die flexible Ausgestaltung mit zwischen zwei Auslegerschüssen befestigbaren Abspannstützen als auch die zur Einstellung eines sicheren und stabilen Betriebes vorteilhaften Seillängenmarkierungen und Detektoren dazu auf. Die jeweiligen Vorteile lassen sich auch bei Kran-Gitterauslegern erzielen, bei denen entweder nur die flexible Ausgestaltung mit zwischen zwei Auslegerschüssen befestigbaren Abspannstützen oder die zur Einstellung der gewünschten Seillänge vorgesehenen Seillängenmarkierungen und Detektoren verwirklicht sind.


Anspruch[de]
  1. Kran-Gitterausleger mit

    – zumindest zwei Auslegerschüssen (3, 5, 7, 9) und

    – zumindest einer Abspannstütze (27, 41) für eine Seilabspannung mit einem Abspannseil (13),

    wobei der Fuß (11) der zumindest einen Abspannstütze (27, 41) derart ausgestaltet ist, daß er zwischen zwei Auslegerschüssen befestigt werden kann.
  2. Kran-Gitterausleger nach Anspruch 1, bei dem zumindest zwei hintereinander anzuordnende Auslegerschüsse (5, 7) und der Fuß (11) der zumindest einen Abspannstütze (27, 41) derart ausgestaltet sind, daß diese Auslegerschüsse (5, 7) sowohl direkt als auch unter Zwischenschaltung des Fußes (11) der zumindest einen Abspannstütze (27, 41) verbunden, vorzugsweise verbolzt werden können.
  3. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei dem zumindest zwei Abspannstützen (27, 41) vorgesehen sind, die einen gemeinsamen Fuß (11) aufweisen.
  4. Kran-Gitterausleger, insbesondere nach einem der Ansprüche 1 bis 3, mit zumindest einer durch eine Abspannstütze (27, 41) abgespannten Seilabspannung mit einem Abspannseil (13), wobei das Abspannseil (13) der Seilabspannung zumindest eine Seillängenmarkierung (55) zur Einstellung der Seillänge aufweist, und ein Detektor (53) zur Detektion der an der Seilabspannung (13) vorgesehenen Seillängenmarkierungen (55) vorgesehen ist.
  5. Kran-Gitterausleger nach Anspruch 4, bei dem das Abspannseil (13) der zumindest einen Seilabspannung mehrere Seillängenmarkierungen (55) in vorbestimmten Abständen aufweist.
  6. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 4 oder 5, bei dem der Detektor der zumindest einen Seilabspannung einen berührungslosen Detektor (53) umfasst.
  7. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die zumindest eine Seilabspannung eine Winde (23) zur Vorspannung des Abspannseiles (13) der zumindest einen Abspannstütze (27, 41) aufweist.
  8. Kran-Gitterausleger nach Anspruch 7, bei dem die zumindest eine Winde (23) in Abhängigkeit des Signals des zumindest einen Detektors (53) steuerbar ist.
  9. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 7 oder 8, mit zwei Abspannstützen, denen jeweils eine Winde (23) zugeordnet ist, die ein derart dimensioniertes Antriebsmoment aufweist, daß sie den maximal im Betrieb auftretenden Seilzug antreibend aufbringen kann.
  10. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 9, mit zwei Abspannstützen, die sich in entgegengesetzte Richtungen erstrecken.
  11. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem die zumindest eine Abspannstütze ein Gelenk umfaßt, mit dessen Hilfe zumindest ein Teil der Abspannstütze derart zur Wippebene des Auslegers hin oder von dieser weg geschwenkt werden kann, daß die Ebene, die ein mit der Abspannstütze abgespanntes Seil aufspannt, unterschiedliche Neigung zur Wippebene hat.
  12. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem die zumindest eine Abspannstütze (27, 41) teilbar ist.
  13. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei dem die zumindest eine Abspannstütze (27) eine Schwenkachse (32) aufweist, die derart angeordnet ist, daß zumindest ein Teil (29, 30) der Abspannstütze (27) an den Ausleger (1) angeklappt werden kann.
  14. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 13, bei dem die zumindest eine Abspannstütze (27, 41) an ihrem Kopfpunkt eine Umlenkrolle (21) für das Abspannseil (13) der Seilabspannung aufweist.
  15. Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 14, bei dem die Anlenkpunkte (19) für die Abspannseile (13) der Seilabspannung an der Spitze des Auslegers (1) nach außen versetzt sind.
  16. Kran, insbesondere Fahrzeugkran, mit einem Kran-Gitterausleger nach einem der Ansprüche 1 bis 15.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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