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Dokumentenidentifikation DE202005007329U1 08.12.2005
Titel Leichtes Schienenfahrzeug mit Photovoltaik-Generator sowie Muskel- und Motorantrieb (Solardraisine)
Anmelder Boës, Riemann, Schulze GbR (vertretungsberechtigter Gesellschafter Herbert Riemann, 10437 Berlin), 10437 Berlin, DE
DE-Aktenzeichen 202005007329
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 08.12.2005
Registration date 03.11.2005
Application date from patent application 03.05.2005
IPC-Hauptklasse B61C 9/38
IPC-Nebenklasse B61C 3/02   

Beschreibung[de]

Leichte Schienenfahrzeuge (Draisinen) werden üblicherweise durch Muskelkraft oder Motoren angetrieben. Bei den durch Muskelkraft angetriebenen Draisinen handelt es sich im wesentlichen um Handhebel- und Fahrraddraisinen. Die Motordraisinen werden in der Regel von Verbrennungsmotoren angetrieben.

Die Draisine erhielt ihren Namen von ihrem Erfinder Karl Friedrich Freiherr Drais von Sauerbronn (1785 – 1851). Dieser schuf im Jahre 1817 eine Laufmaschine, die er „Draissienne" nannte. Sowohl unser heutiges Fahrrad wie auch die mit Muskelkraft betriebenen Schienenfahrzeuge, die wir heute als Draisine bezeichnen, lassen sich auf seine Erfindung zurückführen.

Bis etwa 1930 wurden in Deutschland muskelbetriebene Fahrradraisinen gebaut und zur Kontrolle des Oberbaus eingesetzt. Danach wurden sie zunehmend von motorgetriebenen Draisinen ersetzt. Inzwischen werden Draisinen nur noch sehr selten von den Bahnunternehmen genutzt.

Demgegenüber ist jedoch eine Renaissance der Draisine im Tourismus zu beobachten. Derzeit gibt es in Deutschland 9 Draisinenstrecken, die alle ausnahmslos für touristischen Ausflugsverkehr genutzt werden. Alle diese Draisinen sind muskelbetrieben.

Der im Schutzanspruch 1 angegebenen Erfindung liegt das Problem zugrunde, dass konventionelle Draisinen nur von einer eingeschränkten Personengruppe benutzt werden können, da muskelbetriebene Draisinen eine gewisse körperliche Fitness voraussetzen und Motordraisinen nur mit der entsprechenden Fahrerlaubnis geführt werden dürfen. Außerdem können mit muskelbetriebenen Draisinen Schienenwege mit größerer Steigung nicht befahren werden. Motordraisinen hingegen benötigen eine spezielle Treibstoffzufuhr.

Dieses Problem wird mit den in Schutzanspruch 1 aufgeführten Merkmalen gelöst.

Mit der Erfindung wird erreicht, dass die für die Bewegung der Draisine erforderliche Muskelleistung durch die Motorunterstützung reduziert werden kann. Die für den Motorantrieb erforderliche Energie kann durch den Photovoltaik-Generator (PV-Generator) umweltfreundlich aus dem Sonnenlicht umgewandelt werden. Im Gegensatz zu konventionellen Motordraisinen ist die Draisine mit PV-Generator energieautark, d. h. sie kann ihre Energie direkt vor Ort der Umwelt entnehmen.

Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist in Schutzanspruch 3 angegeben.

Die Anordnung des Photovoltaik-Generators nach Schutzanspruch 3 ermöglicht eine hohe Energieausbeute sowie einen Schatten- und Regenschutz für die Draisinen-Fahrer.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand der 1 und 2 erläutert. Es zeigen:

1 einen Längsschnitt der Solardraisine

2 eine räumliche Darstellung der Solardraisine

In der 1 sind die wichtigsten Funktionselemente der Solardraisine dargestellt. Über die Tretkurbel (1) und die Ketten (7), die durch ein Getriebe (6) verbunden sind, kann die Draisine mit Muskelkraft angetrieben werden. Als weitere Antriebsmöglichkeit ist ein Motor (2) in die Draisine eingebaut. Seine Kraft wird über eine Kette (7) auf eine Achse der Draisine übertragen. Zum kombinierten Fahren mit Muskel- und Motorkraft verfügt die Solardraisine über eine Steuereinheit (5). Mit ihr kann die Motorkraft dosiert zur Muskelkraft hinzugegeben werden, so dass beispielsweise beide Antriebe zu gleichen Teilen zur Vorwärtsbewegung der Draisine beitragen. Der Motor (2) erhält seine Energie aus den Batterien (3), die wiederum mit Energie aus dem PV-Generator (4) gespeist werden.

2 gibt einen räumlichen Eindruck von der Draisine mit PV-Generator.


Anspruch[de]
  1. Leichtes Schienenfahrzeug mit Photovoltaik-Generator sowie Muskel- und Motorantrieb (Solardraisine) dadurch gekennzeichnet, dass die Draisine mit einer oder mehreren Tretkurbeln (1) mit Pedalen und Kette(n) (7) ausgestattet ist, um die Draisine mit Muskelkraft anzutreiben. Zusätzlich verfügt die Draisine über einen Photovoltaik-Generator (PV-Generator) (4), der Lichtenergie in elektrische Energie umwandelt, die in einer Batterie (3) zwischengespeichert werden kann oder zum Antrieb eines Elektromotors (2) direkt genutzt wird. Bei unzureichender Lichteinstrahlung kann der Elektromotor (2) mit der, in der Batterie (3) gespeicherten, Energie angetrieben werden. Manuell oder elektronisch über eine Steuereinheit (5) geregelt kann der Elektroantrieb beim Tretvorgang zugeschaltet werden und damit eine Antriebsunterstützung oder das Fahren mit nur einer der beiden Antriebsarten ermöglicht werden.
  2. Draisine nach Schutzanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Draisine entweder nur in eine oder in beide Fahrtrichtungen angetrieben werden kann.
  3. Draisine nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Module des PV-Generators (4) so angeordnet sind, dass sie als Regenschutz dienen und zur Sonne ausgerichtet werden können.
  4. Draisine nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die durch den PV-Generator (4) umgewandelte elektrische Energie in ein Stromnetz eingespeist werden kann.
  5. Draisine nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Batterien (3) auch mittels eines Netzladegerätes aufgeladen werden können.
  6. Draisine nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Elektromotor (2) beim Bremsen als Generator zur Energierückspeisung in die Batterie (3) genutzt werden kann.
  7. Draisine nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Muskelantrieb der Draisine anstelle der Tretkurbel(n) (1) mit Pedalen auch über Handkurbeln, Hebeln, Wippen oder andere geeignete Vorrichtungen erfolgen kann.
  8. Draisine nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftübertragung anstelle mit Kette(n) (7) durch eine oder mehrere Wellen oder andere geeignete Kraftübertragungseinrichtungen erfolgen kann.
  9. Draisine nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass der Motorantrieb und die Energiespeicherung zusätzlich oder alternativ zum Elektromotor (2) und zur Batterie (3) auch mit anderen geeigneten Motorantrieben und Speichermedien, wie beispielsweise Elektromotor - Wasserstoff - Brennstoffzelle, Verbrennungsmotor - Wasserstoff - Elektrolyseur oder Druckluftmotor - Druckluft-Kompressor, erfolgen kann.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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