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Dokumentenidentifikation DE10082402B4 15.12.2005
Titel Führungskörper für mechanisch-flexible Fernbetätigungen
Anmelder Küster Automotive Door Systems GmbH, 35630 Ehringshausen, DE
Erfinder Gutierrez, Carmelo, 35630 Ehringshausen, DE
Vertreter Müller, E., Dipl.-Phys. Dr., Pat.-Anw., 65597 Hünfelden
DE-Anmeldedatum 10.08.2000
DE-Aktenzeichen 10082402
WO-Anmeldetag 10.08.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/EP00/07757
WO-Veröffentlichungsnummer 0000113000
WO-Veröffentlichungsdatum 22.02.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.12.2005
IPC-Hauptklasse F16C 1/26
Zusammenfassung Es wird ein Führungskörper für mechanisch-flexible Fernbetätigungen zur Führung eines Zugkörpers, insbesondere eines Seilzuges (4), beschrieben. Durch einen modularen Aufbau der einzelnen gegeneinander beweglichen Glieder (2, 3) ist ein Führungskörper gegeben, der einfach zu konfigurieren ist, ein geringes Gewicht besitzt und eine einfache Montage erlaubt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf einen Führungskörper für mechanisch-flexible Fernbetätigungen zur Führung eines Zugkörpers, insbesondere eines Seilzuges, mit einem modularen Aufbau aus einzelnen gegeneinander beweglichen Gliedern, die mittels einer Rast- oder Schnappverbindung lösbar miteinander verbunden sind, wobei jedes Glied einen Rastkopf und eine Rastpfanne aufweist.

Derartige Fernbetätigungen zur Übertragung von Zug- und/oder Druckkräften finden beispielsweise in der Automobilindustrie in vielfältiger Weise Anwendung, etwa als Tankdeckelentriegelung, Gaszug, Schalt- und Wählzug, Gurtstraffer und dergleichen.

Mechanische Betätigungszüge zur Übertragung von Zug- und/oder Druckkräften bestehen im Prinzip aus zwei funktionellen Komponenten, dem äußeren biegsamen Führungskörper und dem biegsamen Zugkörper, der im Führungskörper frei verschiebbar gelagert ist. Der Führungskörper besteht im einfachsten Fall aus einer gewöhnlichen Schraubenfeder oder einem Schlauch, der biegsame Zugkörper aus einem Draht. Hinsichtlich des Führungskörpers gibt es vielfältige Ausführungsformen, bspw. als Runddrahtspirale mit oder ohne Kunststoffinnenrohr, als kunststoffummantelte Runddrahtspirale, Flachdrahtspirale und dgl.

Nachteilig bei den bekannten Führungskörpern ist, daß sie auf die jeweilige Länge des späteren Betätigungszuges abgestimmt sein müssen. Wenn der Führungskörper einmal abgelängt ist, ist eine nachträgliche Verlängerung nicht mehr möglich. Weitere Nachteile sind das relativ hohe Gewicht und das mitunter aufwendige Herstellungsverfahren.

Aus der nachveröffentlichten DE 100 23 670 A1 ist ein Seilzug mit einem Innenzug und einem den Innenzug umgebenden Führungskörper bekannt, welcher aus mehreren miteinander verbundenen Gelenkteilen gebildet ist. Die aus Kunststoff bestehenden Gelenkteile weisen an ihrem einen Ende einen kugelkalottenförmigen Fortsatz und an den gegenüberliegenden Enden eine entsprechend Aufnahme für den kugelkalottenförmigen Fortsatz des benachbarten Gelenkteiles auf.

Aus der DE 195 34 643 A1 ist ein vergleichbarer, ebenfalls modularer Aufbau des Führungskörpers bekannt, wobei die einzelnen aus Kunststoff bestehenden Glieder auf der einen Seite eine halbkugelförmige Ausnehmung und auf der gegenüberliegenden Seite ein halbkugelförmiges Anschlußstück zum Einsetzen in die Aufnahme des benachbarten Gliedes aufweisen. Ein Problem bei diesen bekannten Führungskörpern ist die Verbindung der einzelnen Glieder miteinander.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die geschilderten Nachteile des Standes der Technik zu vermeiden und einen Führungskörper zu schaffen, welcher einfach zu konfigurieren ist, ein geringes Gewicht besitzt und eine einfache Montage erlaubt.

Zur Lösung der Aufgabe ist es nach der Erfindung vorgesehen, dass der Rastkopf jedes Gliedes eine Rastsperre aufweist, wodurch ein nicht beabsichtigtes Lösen miteinander verrastbarer Glieder erschwert ist. Dabei ist die Rastsperre als den Rastkopf umlaufender Wulst ausgebildet. Durch diese Maßnahme ist die Gefahr eines unbeabsichtigten Lösens ineinander verrasteter Glieder erheblich reduziert.

Nach einer ersten Ausgestaltung der Erfindung sind die Glieder gegeneinander verschwenkbar ausgebildet. Hierdurch ist eine Verlegung in Bögen mit optimalem Umschlingungswinkel und damit geringem Reibungswiderstand beziehungsweise hohem Wirkungsgrad ermöglicht.

Vorzugsweise besitzt jedes Glied in seinem Inneren eine Führung für den Zugkörper, so daß Beschädigungen des verschieblichen Zugkörpers beziehungsweise des Seiles oder der Seillitze an gegebenenfalls vorstehenden Kanten der Glieder vermieden sind.

Bevorzugt sind daher die Führungen zumindest zu einem Ende, vorzugsweise zu beiden Enden jedes Gliedes hin als trichterförmig erweiterbarer Kanal ausgebildet, was auch die Reibungsverluste bei Zug- beziehungsweise Druckbewegungen des Zugkörpers erheblich reduziert. Da der Zugkörper nicht auf der gesamten Führung aufliegt, ist auch durch die verbesserte Hebelwirkung ein geringerer Kraftaufwand zur Betätigung der mechanisch-flexiblen Fernbetätigung nötig ist.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung weisen der Rastkopf und die Rastpfanne benachbarter Glieder aneinander angepaßte Anlageflächen auf, durch die Grad der Verschwenkbarkeit festgelegt ist. Hierdurch ist eine Verlegung in Bögen mit verschiedenen Umschlingungswinkeln ermöglicht. Diese Maßnahme führt zu einer weiteren Reduzierung des Reibungswiderstandes des Zugkörpers innerhalb der Führung und somit zu einem höheren Wirkungsgrad.

Nach einem weiteren Gedanken der Erfindung sind die Glieder zumindest im Bereich der Rast- oder Schnappverbindungen aus einem elastischen Material, insbesondere polymeren Werkstoffen, hergestellt. Hierdurch läßt sich das Gewicht des erfindungsgemäßen Führungskörpers gegenüber herkömmlichen Führungskörpern bis auf ein Drittel reduzieren.

Von besonderem Vorteil ist es, wenn ein Glied, vorzugsweise die endseitigen Glieder des Führungskörpers Endarmaturen, Anschlußelemente, Fassungen und dergleichen aufweisen. Da die Verbindung der die Endarmaturen tragenden Endglieder in gleicher Weise wie die Verbindung der weiteren Glieder des Führungskörpers erfolgt, entfällt damit der bei den bekannten Führungskörpern erforderliche separate Arbeitsgang für die Anbringung der Endarmaturen.

Weitere Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispieles anhand der Zeichnung.

Es zeigen:

1 eine Ansicht einer möglichen Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Führungskörpers für einen mechanischen Betätigungszug in einer Prinzipdarstellung,

2 einen Schnitt durch den Betätigungszug gemäß 1 längs der Schnittlinie A-A,

3 das Glied einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Führungskörpers für einen mechanischen Betätigungszug,

4 das Glied gemäß 3 längs der Schnittlinie C-C und

5 zwei miteinander verrastete Glieder gemäß 4.

Der Führungskörper 1 für eine mechanisch-flexible Fernbetätigung gemäß 1 weist mehrere gelenkig miteinander verbundene Glieder 2, 3 aus Kunststoff auf. Die Gelenkverbindung zwischen den Gliedern 2, 3 erfolgt, wie insbesondere aus 3 ersichtlich, mittels einer Kugelgelenkverbindung. Dabei greift der Rastkopf 5 des einen Gliedes 2, 3 unter Aufweitung der Rastpfanne 6 des zugeordneten Gliedes 3 beziehungsweise 2 in Art einer Schnappverbindung ein. Durch die Verwendung solcher Schnappverbindungen ist ein modularer Aufbau des Führungskörpers realisiert. Selbstverständlich sind auch andere lösbare Verbindungen für die Gliederkette denkbar.

Bei dem gewählten Ausführungsbeispiel gemäß 1 und 2 sind Zwischenglieder 3 in gerader Ausführung vorgesehen. Denkbar ist es auch, daß an den Enden des Führungskörpers 1 Glieder mit entsprechenden Armaturen, ebenfalls mittels Kugelgelenk beziehungsweise Schnappverbindung einbeziehungsweise angesetzt sind.

In den 3 bis 5 ist eine Ausführungsform der einzelnen Glieder 2, 3 des Führungskörpers 1 dargestellt. Die Verbindung der einzelnen Glieder 2, 3 erfolgt, wie insbesondere aus 5 ersichtlich, mittels aneinander angepaßter Anlageflächen 10, 11 der Rastpfanne 6 des einen Gliedes 2, 3 und des Rastkopfes 5 des entsprechend zugeordneten Gliedes 2, 3. Wie bei einer Kugelgelenkverbindung greift der Rastkopf 5 des einen Gliedes 2, 3 unter elastischer Aufweitung der Rastpfanne 6 des entsprechend zugeordneten Gliedes 2, 3 in Art einer Schnappverbindung ein. Nachdem die Rastpfanne 6 eine Rastsperre 9 überwunden hat, ist ein sicherer Sitz der Rastpfanne 6 auf dem Rastkopf 5 gewährleistet.

Bei dem Ausführungsbeispiel gemäß 3 bis 5 ist die Verschwenkbarkeit einzelner Glieder 2, 3 nicht durch Anschläge begrenzt. Der Grad der Verschwenkbarkeit wird hierbei durch die aneinander angepaßten Anlageflächen 10, 11 des Rastkopfes 5 und der Rastpfanne 6 festgelegt. Ist die Verschwenkbarkeitsgrenze erreicht, so wird die Rastpfanne 6 des einen Gliedes 2, 3 durch die Rastsperre 9 des entsprechend zugeordneten Gliedes 2, 3 aufgeweitet, und die miteinander verbundenen Glieder 2,3 lösen sich voneinander.

Durch die entsprechende Wahl der Anlageflächen 10, 11 des Rastkopfes 5 und der Rastpfanne 6 wird der minimale Verlegeradius des Führungskörpers bestimmt. Gleichzeitig ist eine Minimierung des Reibungswiderstandes bzw. eine Maximierung des Wirkungsgrades der mechanisch-flexiblen Fernbetätigung bei verbesserter Beweglichkeit benachbarter Glieder 2, 3 gegeneinander ermöglicht. Vorteil dieser Ausführungsform ist insbesondere, daß sich die Glieder bei Belastung innerhalb der jeweiligen Verlegebahn ausrichten, ohne daß Knicke oder dergleichen auftreten.

1Führungskörper 2Glied 3Glied 4Zugkörper, Seilzug 5Rastkopf 6Rastpfanne 7Anschlag 9Rastsperre 10Anlagefläche 11Anlagefläche

Anspruch[de]
  1. Führungskörper für mechanisch-flexible Fernbetätigungen zur Führung eines Zugkörpers, insbesondere eines Seilzuges (4), mit einem modularen Aufbau aus einzelnen gegeneinander beweglichen Gliedern (2, 3), die mittels einer Rast- oder Schnappverbindung lösbar miteinander verbunden sind, wobei jedes Glied (2, 3) einen Rastkopf (5) und eine Rastpfanne (6) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass der Rastkopf (5) mit einer Rastsperre (9) versehen ist, welche als den Rastkopf (5) umlaufende Wulst ausgebildet ist.
  2. Führungskörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Glieder (2, 3) gegeneinander verschwenkbar ausgebildet sind.
  3. Führungskörper nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Glied (2, 3) in seinem Inneren eine Führung (8) für den Zugkörper (4) aufweist.
  4. Führungskörper nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung (8) zumindest zu einem Ende, vorzugsweise zu beiden Enden jedes Gliedes (2, 3) hin als trichterförmig erweiterter Kanal ausgebildet ist.
  5. Führungskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Rastkopf (5) und die Rastpfanne (6) benachbarter Glieder (2, 3) aneinander angepaßte Anlageflächen (10, 11) aufweisen.
  6. Führungskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Glieder (2, 3) zumindest im Bereich der Rast- oder Schnappverbindung aus einem elastischen Material, insbesondere polymeren Werkstoffen, besteht.
  7. Führungskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens ein Glied, vorzugsweise ein endseitiges Glied des Führungskörpers (1), mit Armaturen oder einem Anschlußelement versehen ist.
  8. Mechanisch-flexible Fernbetätigung mit einem Führungskörper (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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