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Dokumentenidentifikation DE102004023153A1 15.12.2005
Titel Bauelement aus Natur- oder Kunststein
Anmelder KMD Natursteine GmbH & Co. KG, 99867 Gotha, DE
Vertreter Weidner Stern, Patentanwälte, 99084 Erfurt
DE-Anmeldedatum 07.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004023153
Offenlegungstag 15.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.12.2005
IPC-Hauptklasse E04C 1/40
IPC-Nebenklasse E04F 13/14   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Bauelement aus Natur- oder Kunststein, dessen dekorative Oberfläche eine transparente Schutzschicht aufweist. Bei den zu schützenden Materialien handelt es sich vorzugsweise um poröses carbonatisches Gestein, wie zum Beispiel Marmor, Sand- oder Kalkstein. Insbesondere bei der Verwendung derartiger Materialien zur Gestaltung von dekorativen Oberflächen im Sanitärbereich ist es erforderlich, die Materialoberflächen vor dem Einfluss verfärbender und aggressiver Medien sowie vor mechanischen Beanspruchungen zu schützen. Gemäß der Erfindung ist auf der zu schützenden Oberfläche eine extrem dünne Beschichtung aus einer selbst nicht tragstabilen Schutzschicht aus einem Borosilicat-Floatglas ganzflächig mittels transparentem Klebstoff aufgebracht.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Bauelement aus Natur- oder Kunststein, dessen dekorative Oberfläche eine transparente Schutzschicht aufweist. Bei den zu schützenden Materialien handelt es sich vorzugsweise um poröses carbonatisches Gestein, wie zum Beispiel Marmor, Sand- oder Kalkstein.

Insbesondere bei der Verwendung von Marmor zur Gestaltung von dekorativen Oberflächen im Sanitärbereich ist es erforderlich, die Oberflächen vor dem Einfluss verfärbender und aggressiver Medien zu schützen. In diesen Anwendungsbereichen ist das Gestein auch an der Oberfläche beschädigenden mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt.

Zum Schutz von Steinoberflächen ist es bekannt, auf die zu schützenden Oberflächen unterschiedliche Schutzschichten aufzutragen. Dies können härtbare Kunstharzmischungen oder die poröse Steinstruktur sättigende Substanzen sein. Derartige Lösungen sind unter anderem in der DE 33 05 549 A1 und EP 0 604 443 B1 beschrieben. Insbesondere der Schutz der Steinoberflächen vor mechanischer Beanspruchung kann bei den bekannten Lösungen nicht befriedigen.

Besonders zum Schutz vor mechanischen Beanspruchungen dienen Lösungen, bei denen auf die zu schützenden Steinoberflächen massive Glasscheiben aufgeklebt werden. Um die nötige Festigkeit der Glasscheiben während der Verarbeitung und dem späteren Gebrauch des Verbundbauteils zu gewährleisten, muss die Glasscheibe eine ausreichend große Dicke aufweisen. Diese notwendige Dicke der Glasscheibe wirkt sich störend auf die optische Wirkung der Gesteinsoberfläche aus und verdrängt den natürlichen Steincharakter, da unter anderem Lichtbrechung und Eigenfarbe des Glases das optische Erscheinungsbild der Steinoberfläche verändern. Außerdem sind die verwendeten Glasscheiben noch zu kratzempfindlich und nicht ausreichend bruchsicher bei Schlageinwirkungen, wie sie zum Beispiel im Sanitärbereich durch das Herunterfallen von harten Gegenständen auftreten können. Die notwendige Dicke der Glasscheiben ist außerdem bei der Ausbildung von sichtbaren Kanten oder dem Anbringen von Fasen und Radien fertigungstechnisch und optisch störend.

Um die Gefahren beim Zerbrechen derartiger Verbundbauteile zu verringern, wurde vorgeschlagen, zwischen der Glasscheibe und dem Natursteinelement eine transparente Kunststofffolie anzuordnen. Problematisch bei diesen Lösungen ist unter anderem das blasenfreie Verkleben der Folie sowie wiederum die Beeinflussung der Optik durch zusätzliches Brechen des Lichtes. Der Hauptnachteil für die Verwendung im Innenausbau besteht jedoch in der Sichtbarkeit der Kunststofffolien im Randbereich.

Daher sind die bekannten Lösungen mit einer aufgeklebten massiven Glasscheibe auch vorzugsweise für die Gestaltung von Fassaden oder ähnlichen Objekten vorgesehen. Speziell für derartige Anwendungen sind Lösungen bekannt, bei denen auf Grund der erforderlichen Dicke der Glasscheibe diese sogar als Tragelement für das gesamte Bauteil eingesetzt wird, und der eigentliche Steinanteil im Verbundbauteil nur noch eine Dekorschicht darstellt. Für die dekorative Gestaltung, zum Beispiel von hochwertigen Badeinrichtungen, sind diese Lösungen jedoch nicht geeignet, da der Steineffekt durch die Dicke der Glasscheibe optisch stark beeinträchtigt wird.

Der aufgezeigte Stand der Technik ist unter anderem Gegenstand der DE 196 13 439 A1, DE 195 18 675 C1, DE 196 09 468 C1 und DE 203 12 253 U1.

Es ist daher Aufgabe der Erfindung, ein Bauteil, vorzugsweise aus Naturstein, mit einer geschützten Sicht- und Gebrauchsfläche zu schaffen, bei welchem die Schutzschicht optisch nahezu nicht wahrnehmbar ist und trotzdem äußerst beständig gegen mechanische und chemische Beanspruchungen ist. Mit der Erfindung sollen insbesondere die Einsatzmöglichkeiten von so genannten empfindlichen Natursteinen im Bad-, Sanitär- und Öffentlichkeitsbereich erweitert werden.

Diese Aufgabe wird durch ein Bauteil aus Natur- oder Kunststein gelöst, bei dem der Stein die Tragschicht bildet und auf der zu schützenden Steinoberfläche eine extrem dünne Beschichtung aus einer selbst nicht tragstabilen Schicht aus einem Borosilicat-Floatglas ganzflächig mittels transparentem Klebstoff aufgebracht ist.

Der Vorteil der Erfindung besteht unter anderem darin, dass durch die Verwendung von sehr dünnem Borosilicat-Floatglas (im Bereich von 1 mm Dicke) und die dadurch mögliche äußerst dünne Ausbildung der Schutzschicht eine unbeeinträchtigte optische Wirkung der Steinoberfläche gewährleistet wird. Dazu trägt weiterhin bei, dass auf Grund der geringen Dicke sowie der vorteilhaften Verarbeitungseigenschaften des Borosilicat-Floatglases bei der Verarbeitung, die transparente Klebstoffschicht ebenfalls äußerst dünn ausgebildet werden kann.

Die geringe Dicke der Schutzschicht und der Klebstoffschicht ermöglichen auch eine optisch einwandfreie Gestaltung und Bearbeitung des Bauteils im Bereich von sichtbaren Kanten, wie dies zum Beispiel bei Waschtischen im Badbereich notwendig ist. Wesentliche Vorteile eines Bauteils mit einer Schutzschicht aus Borosilicat-Floatglas sind die hohe Resistenz speziell gegen Laugen, Säuren und organische Substanzen, die doppelte Kratzfestigkeit gegenüber normalem Floatglas sowie die hohe Homogenität des Glases, durch welche die optischen Strukturen insbesondere von Naturstein hervorgehoben werden.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Figur dargestellt. Das Bauelement 1 besteht aus einer Tragschicht 2 aus Marmor, auf welcher mittels einer ganzflächigen, dünnen und transparenten Klebstoffschicht 4 die selbst nicht tragstabile Schutzschicht 3 aus Borosilicat-Floatglas, vorzugsweise Borofloat®, aufgebracht ist.

Die besonderen mechanischen Eigenschaften der aufzubringenden Schutzschicht aus Borosilicat-Floatglas, wie die hohe Biegefähigkeit ermöglichen auch bei Dicken von nur 1 mm ein technologisch vorteilhaftes Aufbringen der Schutzschicht, indem an einem Ende der Tragschicht 2 über deren Breite eine entsprechende Menge Klebstoff wulstartig aufgebracht wird, und die Schutzschicht 3 nach dem Auflegen in diesem Bereich, sich durch ihr Eigengewicht, den Klebstoff entgasend vor sich her verdrängend an die Oberfläche der Tragschicht 2 anschmiegt. Dadurch ist eine blasenfreie Klebstoffschicht ohne Anpresswerkzeuge realisierbar.

Bei den in der Figur dargestellten Dickenverhältnissen ist insbesondere an der rechts angedeuteten Fase erkennbar, dass die Klebstoffschicht 4 und die Schutzschicht 3 den optischen Eindruck eines massiven Steins nicht beeinträchtigen können.

1Bauelement 2Tragschicht 3Schutzschicht 4Klebstoffschicht

Anspruch[de]
  1. Bauteil aus Natur- oder Kunststein, bei dem die Sicht- und Gebrauchsfläche gegen mechanische und chemische Beanspruchungen durch eine klebetechnisch aufgebrachte Glasschicht geschützt ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Natur- oder Kunststein die Tragschicht (2) des Bauteils bildet und auf der zu schützenden Steinoberfläche eine extrem dünne Beschichtung aus einer selbst nicht tragstabilen Schutzschicht (3) aus einem Borosilicat-Floatglas ganzflächig mittels transparentem Klebstoff aufgebracht ist.
  2. Bauteil aus Natur- oder Kunststein nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Klebstoff ein UV-aushärtender Klebstoff ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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