PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004040135B3 15.12.2005
Titel Selbstfahrendes Gerät zum Abfräsen von Verkehrsflächen
Anmelder ABG Allgemeine Baumaschinen-Gesellschaft mbH, 31785 Hameln, DE
Erfinder Lemke, Bernd, 37186 Moringen, DE
Vertreter Sparing · Röhl · Henseler, 40237 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 19.08.2004
DE-Aktenzeichen 102004040135
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 15.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.12.2005
IPC-Hauptklasse E01C 23/088
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein selbstfahrendes Gerät zum Abräsen von Verkehrsflächen mit einem höhenverstellbaren Chassis (1), das ein lenkbares Fahrwerk mit wenigstens einem Lenkrad sowie einem hinteren Paar von Rädern (2) mit Einzelradantrieben (14) und ein Antriebsaggregat (3) hierfür und zum Antreiben eines mit dem Antriebsaggregat (3) gekoppelten Fräswerks (5) trägt, das eine sich quer zur Fahrtrichtung erstreckende Fräswalze (7) umfaßt, die eine Breite geringer als die Gerätebreite aufweist und außermittig zum Gerät angeordnet ist, wobei die Traktion mindestens eines Rades (2) entsprechend einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse (10) des Geräts wirkenden Moments geändert ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein selbstfahrendes Gerät zum Abfräsen von Verkehrsflächen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

Bei kleinen Geräten zum Abfräsen von Verkehrsflächen, sogenannten Kompaktfräsen, ist üblicherweise das Fräswerk mit einer Geräteseite bündig angeordnet und zur gegenüberliegenden Geräteseite beabstandet, da es eine im Vergleich zur Gerätebreite relative geringe Breite, die beispielweise der halben Gerätebreite entspricht, aufweist. Dementsprechend ist der Kraftangriff auf das Gerät weit aus der Mitte versetzt. Durch diesen Versatz entsteht ein Moment um die Hochachse des Geräts. Dieses führt dazu, daß das Gerät dazu neigt, beim Fräsvorgang aus der Spur gedrückt zu werden. Dies kann man durch ständiges Gegenlenken ausgleichen. Allerdings führt dies zu einem entsprechenden Bedienaufwand und Reifenverschleiß.

Ferner ist es bekannt, dieses Problem dadurch zu mildern, daß man ein ausklappbares Hinterrad an der Seite, an der das Fräswerk bündig zur Geräteseite angeordnet ist, mit einem relativ großen Ausklapphebel vorsieht, so daß sich dadurch bei ausgeklapptem Hinterrad das Fräswerk mehr mittig zwischen den Hinterrädern befindet. Abgesehen davon, daß dies zu einer entsprechenden Breite des Geräts führt, kann nicht immer mit ausgeklapptem Hinterrad gearbeitet werden. Wenn benachbart zu Bordsteinen zu fräsen ist, geht dies nur mit eingeklapptem Hinterrad, so daß dann das Problem, daß das Gerät dazu neigt, aus der Spur gedrückt zu werden, weiterhin besteht.

Aufgabe der Erfindung ist es, ein Gerät zum Abfräsen von Verkehrsflächen zu schaffen, bei dem die Neigung des Geräts, beim Fräsvorgang aus der Spur gedrückt zu werden, in einfacher Weise zumindest wesentlich herabgesetzt oder eliminiert ist.

Diese Aufgabe wird entsprechend den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Die Erfindung betrifft daher ein selbstfahrendes Gerät zum Abfräsen von Verkehrsflächen mit einem höhenverstellbaren Chassis, das ein lenkbares Fahrwerk mit einem vorderen und einem hinteren Paar von Rädern mit Einzelradantrieben und ein Antriebsaggregat hierfür und zum Antreiben eines mit dem Antriebsaggregat gekoppelten Fräswerks trägt, das eine Fräswalze und ein Fräsgetriebe hierfür umfaßt, wobei sich die Fräswalze quer zur Fahrtrichtung erstreckt, eine Breite geringer als die Gerätebreite aufweist und außermittig zum Gerät angeordnet ist, wobei die Traktion mindestens eines Rades entsprechend einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse des Geräts wirkenden Moments geändert ist. Hierdurch kann somit eine Verteilung der Zugkräfte auf die einzelnen Räder vorgegeben werden, und zwar derart, daß das beim Fräsvorgang erzeugte Moment um die Hochachse der Maschine wenigstens teilweise kompensiert und der Geradeauslauf des Geräts auch bei hohen Fräslasten entsprechend verbessert ist.

Insbesondere ergibt sich eine sehr einfache Lösung, wenn wenigstens einer der Einzelradantriebe, parallel geschaltete, hydraulische Axialkolbenmotoren, eine Verstelleinrichtung für die Traktion des zugehörigen Rades aufweist, mit der die Verteilung der Zugkräfte entsprechend einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse des Geräts wirkenden Moments beeinflußt wird.

Jedoch ist auch möglich, daß mindestens ein Einzelradantrieb an einer Seite des Geräts ein Getriebe mit einer Übersetzung aufweist, die zu einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse des Geräts wirkenden Moments gegenüber den Übersetzungen von Getrieben von mindestens zwei Einzelradantrieben von Rädern an der anderen Seite des Geräts unterschiedlich ist, oder daß mindestens ein Raddurchmesser an einer Seite des Geräts zu einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse des Geräts wirkenden Moments gegenüber den Raddurchmessern von Rädern auf der anderen Seite des Geräts unterschiedlich ist. Allerdings bleibt in diesen Fällen die unterschiedliche Traktion der Räder beim Transportgang des Geräts erhalten, so daß bei diesem der Geradeauslauf beeinträchtigt wird. Da allgemein die vom Gerät zurückzulegenden Transportstrecken jedoch gering sind, ist dies von untergeordneter Bedeutung.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind der nachfolgenden Beschreibung und den Unteransprüchen zu entnehmen.

1 zeigt schematisch in Draufsicht ein selbstfahrendes Gerät zum Abfräsen von Verkehrsflächen.

2 zeigt schematisch das Antriebssystem des Geräts von 1.

Das dargestellte selbstfahrende Gerät zum Abfräsen von Verkehrsflächen umfaßt ein höhenverstellbares Chassis 1, das ein lenkbares Fahrwerk mit einem vorderen und einem hinteren Paar von Rädern 2 aufweist und ein Antriebsaggregat 3, etwa einen Dieselmotor, aufnimmt, der eine Pumpe 4 für Hydrauliköl, etwa eine Axialkolbenpumpe, treibt. Mit dem Antriebsaggregat 3 ist ferner ein Fräswerk 5 gekoppelt, das eine sich quer zur Fahrtrichtung erstreckende, mit Fräsmeißeln 6 besetzte Fräswalze 7 umfaßt, die eine Breite geringer als die Gerätebreite aufweist und außermittig zum Gerät, in diesem Falle rechtsbündig zum Gerät angeordnet ist.

Das dargestellte Gerät umfaßt ein ausschwenkbares, rechtes Hinterrad 2, so daß bei ausgeschwenktem Hinterrad 2 die Achse der Hinterräder 2 und die Achse der Fräswalze 7 praktisch in einer Vertikalebene liegen. Beim Transportgang und bei bündigem Fräsen etwa entlang einer Bordsteinkante od.dgl. wird das rechte Hinterrad 2 eingeklappt, da es im letzteren Fall sonst nicht auf der Verkehrfläche fahren kann.

Beim Fräsvorgang wird das Gerät mit einer von den Rädern 2 ausgeübten Gesamttraktion – Pfeil 8 – auf der Verkehrsfläche verfahren, wobei sich die Fräswalze 7 entgegen der Fahrtrichtung dreht. Wegen der außermittigen Anordnung der Fräswalze 7 erfolgt ein entsprechender außermittiger Kraftangriff auf das Gerät – Pfeil 9 –, der dazu führt, daß sich um die (senkrecht zur Papierebene von 1 verlaufende) Hochachse 10 des Geräts ein Moment – Pfeil 11 – im wesentlichen entsprechend dem Abstand d zwischen der Mittellängsebene 12 des Geräts und der mittleren Radialebene 13 der Fräswalze 7 (wobei die nicht ganz gleichmäßige Massenverteilung des Geräts im allgemeinen untergeordnet ist) ergibt, wobei dieses Moment das Gerät aus der Spur drücken will.

Wie in 2 dargestellt, versorgt die Pumpe 4 zueinander parallel geschaltete Einzelradantriebe 14, hier Axialkolbenmotoren, mit Hydrauliköl gleichen Drucks. Die Einzelradantriebe 14 sind jeweils mit einer Verstelleinrichtung 15, etwa ein hydraulisch oder elektrisch betätigtes Ventil, versehen, um das Volumen der Axialkolbenmotoren durch Verstellung von deren Schrägscheibe zu verändern. Dies geschieht beispielsweise mittels einer Steuerung 16, die einen verstellbaren Fahrhebel 17 aufweist.

Wird nun das Fräswerk 5 etwa über einen Schalter 18 zugeschaltet, wird gleichzeitig wenigstens ein Einzelradantrieb 14 entsprechend einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse 10 des Geräts wirkenden Moments verstellt, etwa indem das Volumen wenigstens eines der Axialkolbenmotoren entsprechend über die zugehörige Verstelleinrichtung 15 verändert wird.

Zweckmäßigerweise ist es hierbei, auf derjenigen Seite, die zum Fräswerk 5 beabstandet ist, im dargestellten Ausführungsbeispiel die linke Seite, an wenigstens einem Rad 2, vorzugsweise an beiden Rädern 2 die Traktion zu verringern, etwa indem das Volumen der zugehörigen Axialkolbenmotoren verringert wird.

Es kann aber zusätzlich oder stattdessen vorgesehen sein, auf der dem Fräswerk 5 benachbarten Seite die Traktion zu erhöhen.

Gegebenenfalls kann das Gerät anstelle eines Paars von antreibbaren Vorderrädern 2 auch nur ein einzelnes und nicht notwendiger Weise mit einem Einzelantrieb versehenes, lenkbares Vorderrad 2 aufweisen.


Anspruch[de]
  1. Selbstfahrendes Gerät zum Abfräsen von Verkehrsflächen mit einem höhenverstellbaren Chassis (1), das ein lenkbares Fahrwerk mit wenigstens einem Lenkrad sowie einem hinteren Paar von Rädern (2) mit Einzelradantrieben (14) und ein Antriebsaggregat (3) hierfür und zum Antreiben eines mit dem Antriebsaggregat (3) gekoppelten Fräswerks (5) trägt, das eine sich quer zur Fahrtrichtung erstreckende Fräswalze (7) umfaßt, die eine Breite geringer als die Gerätebreite aufweist und außermittig zum Gerät angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Traktion mindestens eines Rades (2) entsprechend einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse (10) des Geräts wirkenden Moments geändert ist.
  2. Gerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Traktion eines hinteren Rades (2) entsprechend einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse (10) des Geräts wirkenden Moments geändert ist.
  3. Gerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Traktion eines vorderen Rades (2) entsprechend einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse (10) des Geräts wirkenden Moments geändert ist.
  4. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Einzelradantrieb (14) eine Verstelleinrichtung für die Traktion des zugehörigen Rades (2) zur wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse (10) des Geräts wirkenden Moments aufweist.
  5. Gerät nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Einzelradantriebe (14) parallel geschaltete, hydraulische Axialkolbenmotoren sind, von denen wenigstens einer eine Verstelleinrichtung (15) für die Traktion des zugehörigen Rades (2) aufweist.
  6. Gerät nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstelleinrichtung (15) ein hydraulisch oder elektrisch betätigbares Ventil umfaßt.
  7. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an einer Seite des Geräts mindestens ein Einzelradantrieb (14) ein Getriebe mit einer Übersetzung aufweist, die zu einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse (10) des Geräts wirkenden Moments gegenüber den Übersetzungen von Getrieben von mindestens zwei Einzelradantrieben (14) von Rädern (2) an der anderen Seite des Geräts unterschiedlich ist.
  8. Gerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß an einer Seite des Geräts mindestens ein Raddurchmesser zu einer wenigstens teilweisen Kompensation des beim Fräsen um die Hochachse (10) des Geräts wirkenden Moments gegenüber den Raddurchmessern von Rädern (2) auf der anderen Seite des Geräts unterschiedlich ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com