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Dokumentenidentifikation DE202004020636U1 15.12.2005
Titel Türelement mit Futterrahmen und Türblatt
Anmelder Herholz Vertrieb GmbH & Co. KG, 48683 Ahaus, DE
Vertreter Dr. Hoffmeister & Tarvenkorn, 48147 Münster
DE-Aktenzeichen 202004020636
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 15.12.2005
Registration date 10.11.2005
Application date from patent application 09.01.2004
File number of patent application claimed 10 2004 001 606.2
IPC-Hauptklasse E06B 3/70
IPC-Nebenklasse E06B 1/08   E06B 1/52   E06B 3/36   E06B 7/22   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Tür, umfassend als Zarge einen Futterrahmen, der aus Futterbrett und damit verbundenen, seitlich angebrachten Zargenwinkelprofilen besteht, die beide aus Holz oder einem Holzwerkstoff angefertigt sind, sowie ein Türblatt, das über ein Scharnier oder Türband schwenkbar an einem der Zargenwinkelprofile seitlich angelenkt ist und mit einem Schlosskasten in einer Schlossausnehmung ausgestattet ist, wobei das Futterbrett eine gefalzte Anschlagfläche für die Kante des Türblattes besitzt.

Von der Anmelderin werden derartige Türen insbesondere für den Innenbereich hergestellt. Das Türblatt ist gegenüber dem umgebenden Futterrahmen überstehend angeordnet. Tür und Futterrahmen besitzen einen entsprechenden Falz, so dass im Bereich des Falzes eine Dichtung angeordnet werden kann, die entweder am Türblatt oder am Futterrahmen befestigt und eingelassen ist.

Es stellt sich die Aufgabe, ausgehend von dem vorhandenen Futterrahmen, wie er von der Anmelderin, aber auch anderen Herstellern, als verstellbares Teil hergestellt wird, ohne Änderung der Falztiefe des Futterrahmens eine flächenbündige Tür zu befestigen. Derartige Flächenbündigkeit ist an sich bei Türen bekannt. Sie erfordert aber im Allgemeinen eine Gestaltung der Zarge oder Zargenmaße, die an das Türblatt angepasst sind. Ein universell verwendbarer Futterrahmen für überstehende oder flächenbündige Türkonstruktionen gleichermaßen, der vor einer Montage nur geringe Anpassungen erfordert, böte daher große Vorteile.

Diese Vorteile werden erreicht bei einer Tür der eingangs genannten Art, bei der der Futterrahmen ohne Veränderung der Position der Anschlagfläche, wie sie für ein in der Fläche überstehendes Türblatt erforderlich ist, mit einem flächenbündig abschließenden Türblatt versehen ist, wobei

  • – das Türblatt an seinen Kanten mit einer Falzausnehmung versehen ist, deren eine Falzfläche parallel zur Haupt-Türfläche liegt, wobei zwischen dieser Falzfläche und der Anschlagfläche ein elastomerer Dichtungsstrang eingesetzt ist, der von der Falzfläche abgedeckt ist,
  • – die Schlossausnehmung zur Türaußenseite versetzt außerhalb der Falzausnehmung im Bereich einer Aufdeckkante angeordnet ist
  • – und ein an die Position des Schlosskastens und seiner Schließelemente (Riegel und Falle) angepasstes Schließblech mit dem entsprechenden Zargenwinkelprofil verbunden ist.

Demnach ist für die Tür bei bestehendem Futterrahmen lediglich ein entsprechendes Schließblech zu positionieren und der Futterrahmen mit entsprechenden eingefrästen Vertiefungen zu versehen. Die Veränderungen können ohne weiteres an der Baustelle unmittelbar vor dem Einbau oder sogar noch nach dem Einbau durchgeführt werden.

Die Tür selbst hat eine ähnliche Geometrie wie bei bekannten gefälzten Türblättern, jedoch mit dem Unterschied, dass die Ausnehmung für den Schlosskasten nicht im Bereich des Falzes angebracht ist, sondern außerhalb davon.

Die Aufdeckkante ist so breit zu bemessen, dass dort eine Frontplatte des Schlosskastens angeschraubt werden kann. Hierbei hat sich ein Maß von wenigstens 25 mm als vorteilhaft erwiesen. Dabei können Schlösser verschiedener Gestaltung, die sich im Rahmen üblicher normierter Abmessungen bewegen, verwendet werden.

Um das Türblatt an der Zarge bzw. dem Futterrahmen anzubringen, können Scharniere verwendet werden, die Gelenkteile aufweisen, die außerhalb der Tür sichtbar sind. Es ist aber auch möglich, die Tür insgesamt mit einer flächenbündigen Gestaltung zu versehen, indem das Scharnier oder Türband verdeckt zwischen dem Futterrahmen und der Türblattkante eingebaut wird, so dass bei geschlossener Tür von außen keine überstehenden Teile des Scharniers oder Türbandes zu erkennen sind. Derartige Scharniere oder Bänder werden beispielsweise von der Firma Bartels Systembeschläge GmbH, 32689 Kalletal, Deutschland, angeboten.

Die möglicherweise erforderliche Festigkeit und Starrheit des Scharniers oder Türbandes kann dadurch erhöht werden, dass im Bereich des im Übergang von Futterbrett und Zargenwinkelprofil angebrachten Scharnierteils dieses mit einem metallenen Verstärkungsblatt hinterlegt ist, das über Futterbrett und Zargenwinkelprofil reicht.

Grundsätzlich kann der Futterrahmen auch so beschaffen sein, dass er zur Abdeckung einer nicht mehr benutzten Stahlzarge dient.

Wird dabei auf eine Konstruktion der Anmelderin zurückgegriffen, bei der der Futterrahmen eine Futterbrett und Zargenwinkelprofil verbindende Zwischenleiste aufweist, die mit dem Futterbrett einen Falz bildet, so ist auch hier möglich, die Zwischenleiste mit einem metallenen Verstärkungsblatt im Bereich des im Übergang von Zwischenleiste und Zargenwinkelprofil angebrachten Scharnierteils mit einem metallenen Verstärkungblatt zu hinterlegen. Grundsätzlich kann das Zargenzwischenprofil aber auch einstückig mit der Zwischenleiste verbunden sein.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden anhand der Zeichnung näher erläutert. Die Figuren zeigen:

1 einen Ausschnitt eines Türblattes mit einem schematisch angedeuteten Einsteckschloss, in einer perspektivischen Ansicht;

2 Detail des an einem Futterrahmen eingesetzten Türblattes gemäß der 1, mit sichbarem Einsteckschloss und Schließblech, in einem schematischen Schnitt;

3 das Türblatt gemäß der 1 mit Futterrahmen und sichtbarem Türband, in einem schematisch dargestellten Schnitt;

4 ein bei der Türkonstruktion verwendetes Lappenschließblech in Draufsicht auf seine Flachseite;

5 einen Schnitt durch eine Türkonstruktion mit verdecktem Scharnier;

5a die Ausführungsform gemäß 5 in geöffnetem Zustand des Türblattes und

6 einen Schnitt durch eine Türkonstruktion bei der der Futterrahmen zur Abdeckung einer nicht mehr benötigten Stahlzarge dient.

In den 1, 2 und 3 sind Details einer Tür dargestellt, die ein Türblatt 10 aus Holz oder Holzwerkstoff mit einem Futterrahmen 20, der ebenfalls aus einem Holzwerkstoff besteht, umfasst. Der Futterrahmen 20 besteht aus einem Futterbrett 18 und damit seitlich verbundenen Zargenwinkelprofilen 32 und 34. Sämtliche Teile bestehen aus Holz oder einem Holzwerkstoff, beispielsweise aus furnierten Spanplatten.

Das Türblatt 10 besitzt eine umlaufende Aufdeckkante 8 und eine auf der Schließseite verlaufende Falzausnehmung 5. Die Aufdeckkante 8 hat eine Breite B von 25 mm bei einer Gesamtdicke D des Türblattes von etwa 40 mm. Daraus ergibt sich eine Falzausnehmung 5, die eine Tiefe von T = 40 mm besitzt, wobei diese Tiefe groß genug ist, um einen am Futterrahmen 20 angebrachten Dichtungsstrang 7 und einen den Dichtungsstrang halternde Anschlagfläche 3 des Futterbretts zu verdecken (vgl. 3). Die Tiefe T ist durch eine Falzfläche 13 begrenzt, gegen die das elastische Dichtungsprofil 7 drückt. Letzteres ist mit dem Futterbrett verbunden.

Das Türblatt 10 mit dem Einsteckschloss 11 und gegebenenfalls mit einer (nicht dargestellten) Drückergarnitur, sowie mit zwei übereinander angeordneten, schematisch angedeuteten Türbändern 2 ist mit diesen mit dem Zargenwinkelprofil 34 als Gelenkverbindung verbunden. Die Gelenkdrehachse liegt sichtbar vor der Außenseite der Tür.

Im Inneren des Türblattes 10 ist eine quaderförmige, flache Ausnehmung 15 eingefräst, und zwar von der Aufdeckkante 8 ausgehend, wie es insbesondere der 1 zu entnehmen ist. In die Ausnehmung 15 ist ein marktübliches Einsteckschloss 11 mit einer Frontplatte 16, einer Falle 6 und einem Riegel 17 eingelassen und mittels Schrauben 9 an der Aufdeckkante 8 fixiert.

Wie die 2 und 3 zeigen, liegt das Türblatt 10 in geschlossenem Zustand flächenbündig mit dem Zargenwinkelprofil 34 des Futterrahmens 20, wobei die Aufdeckkante 8 des Türblatts gänzlich in einem türseitigen Falzbereich 14 des Futterrahmens 20 angeordnet und eingebettet ist. Die türseitige Kante 3 des Futterbretts 18 ist durch die Falzausnehmung 5 verdeckt.

Weiterhin zeigt die 2 die Einbauposition eines in der 4 dargestellten Lappenschließblechs 12. Dieses weist drei übereinander angeordnete, seitliche, einstückig mit dem eigentlichen Lappenschließblech verbundene Stege 19 auf und zwei ebenfalls übereinander angeordnete, rechteckige Öffnungen 21, 22 zur Aufnahme der Falle 6 und des Riegels 17 des Einsteckschlosses 11.

Am Lappenschließblech 12 sind drei Bohrungen 25 zum Verbinden mit dem Futterrahmen 20 angeordnet und an den Stegen 19 ist jeweils eine Bohrung 24. Bei der Montage werden die Stege 19 im Futterbrett rückseitig mit drei sogenannten Topfankern 23 (gestrichelt in der 2 gezeigt) gesichert. Die Öffnungen 21, 22 sind jeweils mit einem trapezförmigen, nach innen gerichteten Vorsprung 26, 27 versehen. Der Vorsprung 26, 27 bildet eine bekannte Sperrkante für die Falle bzw. für den Riegel.

In der 5 ist eine zweite Ausführungsform einer Tür 50 dargestellt. Während der Bereich auf der linken Seite (der Zeichnung) mit dem Schloss und dem Türdrücker nicht weiter dargestellt ist, ist das Türblatt 10 auf der gegenüber liegenden (rechten Seite der Zeichnung) mit einem eingebauten Scharnier 36 versehen. Das Scharnier 26 besteht im Wesentlichen aus zwei außerhalb der Falzausnehmung 5 eingesetzten Scharnierkörpern 38.1 und 38.2, die über eine oder mehrere Distanzlaschen 37 verbunden sind. Die Drehachsen für eine Distanzlasche 37 befinden sich innerhalb der Scharnierkörper 38.1 und 38.2. Das Türblatt 10 selbst wird um eine Drehachse geschwenkt, die außerhalb der Türblattebene liegt.

5a zeigt das Scharnier 36 in geöffneter Stellung. In geschlossener Stellung des Türblatts gemäß 5 ist von den Scharnierkörpern 38.1, 38.2 und von der Distanzlasche 37 praktisch nichts zu erkennen. Überstehende Teile eines Scharniers oder eines Türbands sind nicht vorhanden.

Ein metallenes Verstärkungsblatt 29 für die Halterung des Scharnierkörpers 38.2 ist so eingebaut, dass das Futterbrett 18 und das Zargenwinkelprofil 32 hinterlegt sind.

In der 6 ist eine holzverkleidete Metallzarge 60 im Horizontalschnitt dargestellt. Der als Holzverkleidung dienende Futterrahmen weist eine das Futterbrett 18 und das Zargenwinkelprofil 32 verbindende Zwischenleiste 61 auf, die mit dem Futterbrett einen Falz 62 bildet. Die Zwischenleiste kann auch als Einzelteil entfallen, wenn das Zargenwinkelprofil entsprechend einstückig ausgebildet ist. Die Tür 10 entspricht der der Ausführungsform gemäß 5, wobei auch hier darauf geachtet wurde, eine mehrfache Verwendbarkeit zu ermöglichen. Zu erkennen sind die im Bereich außerhalb der Falzausnehmung 5 der Tür angebrachten Scharnierkörper entsprechend der 5. Eine analoge Konfiguration ergibt sich, wenn Bänder oder Scharniere mit einer außen liegenden Drehachse verwendet werden.

Damit wird deutlich, dass eine baukastenartige Zusammenstellung von Türblatt und im Wesentlichen an sich vorhandenen Zargenverkleidungen gegeben ist Lediglich das Schließblech muss bei den Zargenverkleidungen an die entsprechende Stelle des Schlosses positioniert werden und mit ausgefrästen Taschen ausgestattet sein.


Anspruch[de]
  1. Tür, umfassend als Zarge einen Futterrahmen (20), der aus Futterbrett (15) und damit verbundenen, seitlich angebrachten Zargenwinkelprofilen (32, 34) besteht, die sämtlich aus Holz oder einem Holzwerkstoff angefertigt sind, sowie ein Türblatt (10), das über ein Scharnier oder Türband schwenkbar an einem der Zargenwinkelprofile seitlich angelenkt ist und mit einem Schlosskasten (15) in einer Schlossausnehmung ausgestattet ist, wobei das Futterbrett eine gefalzte Anschlagfläche (3) für die Kante des Türblattes besitzt, dadurch gekennzeichnet, dass der Futterrahmen (20) ohne Veränderung der Position der Anschlagfläche (3), wie sie für ein in der Fläche überstehendes Türblatt erforderlich ist, mit einem flächenbündig abschließenden Türblatt (10) versehen ist, wobei

    – das Türblatt an seinen Kanten mit einer Falzausnehmung (5) versehen ist, deren eine Falzfläche parallel zur Haupt-Türfläche liegt, wobei zwischen dieser Falzfläche und der Anschlagfläche ein elastomerer Dichtungsstrang (7) eingesetzt ist, der von der Falzfläche abgedeckt ist,

    – die Schlossausnehmung zur Türaußenseite versetzt außerhalb der Falzausnehmung im Bereich einer Aufdeckkante (8) angeordnet ist,

    – ein an die Position des Schlosskastens und seiner Schließelemente (Riegel und Falle) angepasstes Schließblech (12) mit dem entsprechenden Zargenwinkelprofil verbunden ist,
  2. Tür nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufdeckkante (8) des Türblattes eine Breite (B) von wenigstens 25 mm aufweist.
  3. Tür nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Türblatt eine Gesamtdicke (D) von 40 mm +/– 5 mm aufweist.
  4. Tür nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Türblatt eine Gesamtdicke (D) von wenigstens 40 mm aufweist.
  5. Tür nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der elastomere Dichtungsstrang (7) am Türblatt (10) angebracht ist.
  6. Tür nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharnier (36) oder Türband verdeckt zwischen dem Futterrahmen und der Türblattkante eingebaut ist, so daß bei geschlossener Tür von außen keine überstehenden Teile des Scharniers oder Türbandes zu erkennen sind.
  7. Tür nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Scharnier (36) oder Türband eine Türblatt-Öffnungstellung von bis zu 180° gegenüber der umgebenden Gebäudewand erlaubt.
  8. Tür nach Anspruch 1, 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass Futterbrett und Zargenwinkelprofil im Bereich des im Übergang von Futterbrett und Zargenwinkelprofil angebrachten Scharnierteils mit einem metallenen Verstärkungsblatt (29) hinterlegt sind.
  9. Tür nach Anspruch 1, 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Futterrahmen zur Abdeckung einer nicht mehr benutzten Stahlzarge dient.
  10. Tür nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Futterrahmen eine Futterbrett (18) und Zargenwinkelprofil (32) verbindende Zwischenleiste (61) aufweist, die mit dem Futterbrett einen Falz bildet, wobei die Zwischenleiste im Bereich des im Übergang von Zwischenleiste und Zargenwinkelprofil angebrachten Scharnierteils mit einem metallenen Verstärkungsblatt (29) hinterlegt ist.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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