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Dokumentenidentifikation DE202005012326U1 15.12.2005
Titel Entwässerungsvorrichtung
Anmelder Protektorwerk Florenz Maisch GmbH & Co. KG, 76571 Gaggenau, DE
Vertreter Geitz Truckenmüller Lucht, Patentanwälte, 76135 Karlsruhe
DE-Aktenzeichen 202005012326
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 15.12.2005
Registration date 10.11.2005
Application date from patent application 05.08.2005
IPC-Hauptklasse E04D 13/064
IPC-Nebenklasse C08L 23/12   C08J 5/04   C08L 97/02   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Entwässerungsvorrichtung, wie sie zur Entwässerung etwa von Dächern oder Balkonen eingesetzt werden.

Solche Vorrichtungen werden üblicherweise aus Kunststoff oder Metallblechen hergestellt. Rinne und Rohr werden im Falle von Metallblechen im Allgemeinen auf die benötigte Dicke gewalzt und anschließend in die gewünschte Form profiliert. Die Zubehörkomponenten werden aufwändig aus Stanzteilen montiert. Solche Metallvorrichtungen haben den Nachteil, dass die ständig mit Wasser und Außenluft in Kontakt stehende Rinne korrodiert und daher bereits nach relativ kurzer Einsatzdauer nicht mehr ansprechend aussieht. Insbesondere wird die bei der Korrosion der, meist aus Kupferblech geformten, Entwässerungsrinnen auftretende ungleiche Farbgebung als unschön empfunden.

Alternativ können, wie bereits erwähnt, solche Rinnen auch aus Kunststoff hergestellt werden. Dabei werden Rinne und Rohr mithilfe eines Extruders direkt in ihrer endgültigen Form extrudiert. Die zusätzlichen Komponenten werden direkt in ihrer endgültigen Form in einem Spritzgießverfahren hergestellt.

Gerade im Bereich des Eigenheims oder des Wohnbereichs allgemein tritt jedoch immer mehr die Wertschätzung der positiven Eigenschaften von natürlichen Werkstoffen in den Vordergrund. Insbesondere die Verwendung von Holz als Werkstoff wird immer beliebter.

Die österreichische Patentschrift AT 398 549 B beschreibt beispielsweise eine Möglichkeit, auch Holz als Naturwerkstoff zur Herstellung von Entwässerungsrinnen einzusetzen. Dabei bieten sich verschiedene mögliche Vorgehensweisen an. Die Möglichkeit, die Rinne aus einem zylindrischen Holzbalken herauszuarbeiten wird von dieser Schrift als bis dahin übliche Vorgehensweise erblickt. Diese wird jedoch als unangemessen aufwändig eingeschätzt. Zudem verziehe sich das dauerhaft mit Wasser in Kontakt stehende Holz sehr stark und die Verbindungen zwischen einzelnen Rinnenmodulen brächen mit der Zeit auf. Auf dieser Grundlage wird nun vorgeschlagen, eine Rinne aus einzelnen Holzleisten herzustellen, welche in der gewünschten Profilform aneinandergefügt werden.

Jedoch beseitigt diese Lösung das Problem nicht, dass das wetterbelastete Holz arbeitet und sich verzieht. Zudem besitzt eine aus vollem Holz bestehende Regenrinne im Verhältnis zur Metall- oder Kunststoffrinne ein enormes Eigengewicht. Dies rührt daher, dass zur Gewährleistung von Rissfestigkeit der Leisten und Haltbarkeit der Kontaktstellen zwischen den Leisten die Leistendicke deutlich größer sein muss, als bei den anderen Werkstoffen.

Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zu Grunde, einen witterungsbeständigen Naturwerkstoff zur Herstellung einer stabilen Entwässerungsvorrichtung zu verwenden, und dabei ein geringes Eigengewicht der Entwässerungsvorrichtung zu gewährleisten.

Die Lösung dieser Aufgabe gelingt mit einer Entwässerungsvorrichtung gemäß den Merkmalen des Hauptanspruchs. Weitere sinnvolle Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Erfindungsgemäß ist die Entwässerungsvorrichtung aus einem Naturfaser-Kunststoff-Gemisch hergestellt, wobei Holz bevorzugt als Naturfaser eingesetzt wird. Naturfaser-Kunststoff-Gemische, wie unter anderem das bevorzugt verwendete Holz-PP, bestehen im Wesentlichen aus Naturfaserbestandteilen, welchen ein Anteil an Kunststoffen, zum Beispiel Polypropylen (PP) oder Polyvinylchlorid (PVC), beigemischt werden. Im Resultat ist eine aus diesem Material hergestellte Entwässerungsvorrichtung aufgrund des Kunststoffanteils witterungsbeständig und verwindungssteif und kann daher mit einer sehr geringen Wandstärke hergestellt werden. Dadurch sinkt auch das Eigengewicht der Vorrichtung und es kann auf umfangreiche Maßnahmen zur Befestigung bei wahlweise innen- oder außenliegender Fixierung der Rinnen am Gebäude verzichtet werden.

Weil das Holz-Kunststoff-Gemisch sich in der Herstellung im Wesentlichen wie ein Kunststoff verhält, kann die erfindungsgemäße Entwässerungsvorrichtung mit Vorteil mithilfe eines Extrusionsverfahrens bzw. eines Spritzgießverfahrens hergestellt werden, was eine besonders schnelle und effektive Herstellung bedeutet.

Zur Unterstreichung der Tatsache, dass Holz als Werkstoff verwendet wird, kann es sich anbieten, die Entwässerungsvorrichtung in Holzoptik herzustellen.

Zur Verbindung der einzelnen Rinnen- und Rohrmodule untereinander können verschiedene Verbindungen vorgesehen werden. Sowohl einfaches Ineinanderstecken von Rohr- bzw. Rinnen- und Verbindungsteilen, als auch deren Zusammenklemmen, Verschrauben, Verkleben, Verschweißen oder auch Vernieten ist möglich.

Zur Verbindung der Rinne selbst mit dem zumindest einen Fallrohr, über welches das in der Rinne angesammelte Wasser einer Drainage, einem Wasserspeicher oder der Kanalisation zugeführt wird, ist ein Anschlussstück vorgesehen, welches eine der Form des Fallrohrs angepasste Abflussöffnung aufweist. Das Fallrohr ist im Anschlussbereich zweiteilig ausgeführt, besteht dabei aus einem Anschlussstück und einem Außenkragen. Der Außenkragen umgreift die Außenwand der Entwässerungsrinne formschlüssig. Um die Rinne mit dem Fallrohr zu verbinden, durchgreift das Anschlussstück die Abflussöffnung und ist beispielsweise durch Klemmen mit dem Außenkragen verbunden. Das Anschlussstück weist an seiner in die Entwässerungsrinne einragenden Seite einen Innenkragen auf, welcher formschlüssig in die Rinne eingreift, so dass die Rinne zwischen Innen- und Außenkragen wasserdicht so gehalten ist, dass das in der Rinne befindliche Wasser die Abflussöffnung nur über den Innenkragen und das Anschlussstück passieren kann.

Nachdem Dächer häufig über die Hauswände hinausragen, ist es sinnvoll, wenn das Fallrohr nicht notwendig gerade nach unten verläuft, da es in diesem Falle freistehend von der Dachkante zum Boden verlaufen müsste. Vielmehr wird es im Allgemeinen entlang der gegenüber der Dachkante nach hinten zurückversetzten Wand geführt, so dass sowohl gerade als auch gebogene Rohrelemente eingesetzt werden.

Ebenso werden mit Vorteil gerade und gebogene Rinnenmodule verwendet. Beispielsweise für Pavillons oder abgewinkelte Balkone und Dachflächen kann es notwendig sein, speziell passende Rinnenmodule vorzusehen.

Je nach der anfallenden Wassermenge kann mit Vorteil der Querschnitt der Entwässerungsrinne durch unterschiedliche Formgebung, insbesondere unterschiedliche Profile, beeinflusst werden. Dabei weist zum Beispiel ein kastenförmiges Profil einen größeren Querschnitt auf, als ein halbrundes Profil der gleichen Breite.

In vorteilhafter Ausgestaltung ist die Entwässerungsvorrichtung mit Zubehörteilen ergänzt und befestigt. Insbesondere Rinnenendkappen, die auf die offenen Rinnenenden aufgesteckt werden, sind für die Funktion der Rinne notwendig. Des Weiteren werden Haltevorrichtungen, die ebenfalls in Holzoptik gehalten sein können, dazu verwendet, Rinne und/oder Fallrohr am Gebäude zu fixieren. Diese Zubehörteile werden mithilfe eines Spritzgießverfahrens hergestellt.

Ferner können der Rinne mit Vorteil Wasserspeier und/oder Fallrohrklappen zugeordnet sein, die sich zur Entnahme von Wasser aus dem Wasserkreislauf eignen.

Die oben beschriebene Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher erläutert.

Es zeigen

1 eine Entwässerungsrinne mit Fallrohr in einer Explosionszeichnung und

2 ein Ablaufstutzen zur Verbindung einer Rinne mit einem Fallrohr in einer Schnittdarstellung.

1 zeigt eine Entwässerungsvorrichtung aus Holz-Kunststoff, welche aus verschiedenen Modulen aufgebaut ist. Rinnenmodule 1,1' werden mithilfe von Verbindungsmodulen 2 zu einer Entwässerungsrinne zusammengesetzt, welche innen-oder außenliegend einer zu entwässernden Fläche zugeordnet werden kann. Die Verbindung der Einzelteile wird durch eine einfache Steckverbindung hergestellt, die durch Überlappung von Teilstücken der Rinne gebildet ist. Stirnseitig ist die Rinne an jedem Ende durch eine Rinnenendkappe 5,5' begrenzt, welche auf die endständigen Rinnenmodule 1,1' aufgesteckt werden.

Zur Entlastung der so gebildeten Rinne ist derselben über einen Ablaufstutzen 4 ein Fallrohr zugeordnet, über welches das in der Rinne angesammelte Wasser ableitbar ist. Zur Anpassung der Form des Fallrohrs sind gerade Fallrohre 6 sowie gebogene Fallrohre 7 vorgesehen, welche ebenfalls mittels einer Steckverbindung miteinander verfügbar sind.

Sämtliche Module der Entwässerungsvorrichtung sind aus dem Holz-Kunststoff-Gemisch Holz-PP hergestellt, welches unter Einsatz des Naturstoffs Holz eine hohe Festigkeit und günstige Verarbeitungseigenschaften bietet.

2 zeigt in einer Schnittdarstellung einen Ablaufstutzen 4, mit dessen Hilfe ein Fallrohr mit einer Entwässerungsrinne verbunden ist. Dabei durchgreift ein Anschlussstück 8 die im Rinnenprofil 9 halbrunde Entwässerungsrinne so, dass ein dem Anschlussstück zugeordneter Innenkragen 12 formschlüssig und dichtend in die Innenseite der Entwässerungsrinne eingreift. Außenseitig ist über das Anschlussstück 8 ein Außenkragen 11 geschoben, welcher durch Klemmen die Entwässerungsrinne bezüglich des Innenkragens 12 in ihrer Position hält.

1,1'Rinnenmodul 2Verbindungsmodul 3Steckverbindung 4Ablaufstutzen 5,5'Rinnenendkappe 6Gerades Fallrohr 7Gebogenes Fallrohr 8Anschlussstück 9Rinnenprofil 10Abflussöffnung 11Außenkragen 12Innenkragen

Anspruch[de]
  1. Entwässerungsvorrichtung umfassend wenigstens eine Entwässerungsrinne und/oder ein Entwässerungsrohr, welche aus einem Naturfaser-Kunststoff-Gemisch, vorzugsweise einem Holz-Kunststoff-Gemisch, hergestellt ist.
  2. Entwässerungsvorrichtung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Naturfaser-Kunststoff-Gemisch ein Holz-PP-Gemisch ist.
  3. Entwässerungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass sie zumindest weitgehend mithilfe eines Extrusionsverfahrens hergestellt ist.
  4. Entwässerungsvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus zumindest zwei gleichen und/oder unterschiedlichen Modulen, insbesondere durch Aufstecken, Klemmen, Kleben, Verschweißen, Schrauben oder Nieten, herstellbar ist.
  5. Entwässerungsvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einem Rinnenmodul ein aus zumindest einem Rohrmodul gebildetes Fallrohr über einen Ablaufstutzen (4) zugeordnet ist, wobei diesem Rinnenmodul im Bereich des Ablaufstutzens (4) eine Abflussöffnung (10) zugeordnet ist, welche von einem Anschlussstück (8) durchgriffen ist, wobei dem Anschlussstück (8) ein Innenkragen (12) und ein Außenkragen (11) zugeordnet ist, der Innenkragen (12) in die Innenseite des Rinnenmoduls formschlüssig und wasserdicht eingreift und der Außenkragen (11) die Außenseiten von Entwässerungsrinne und Anschlussstück (8) formschlüssig umgreift.
  6. Entwässerungsvorrichtung gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Fallrohr aus in ihrer Längserstreckung zumindest annähernd geraden und/oder gebogenen Rohrmodulen (6, 7) hergestellt ist.
  7. Entwässerungsvorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass sie aus in ihrer Längserstreckung zumindest annähernd geraden und/oder gebogenen Rinnenmodulen (1,1',2) hergestellt ist.
  8. Entwässerungsvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Binnenprofil (9) mehrkantig oder zumindest näherungsweise halbrund ist.
  9. Entwässerungsvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie Zubehörteile, insbesondere Haltevorrichtungen oder Rinnenendkappen, aufweist, welche vorzugsweise mithilfe eines Spritzgussverfahrens hergestellt sind.
  10. Entwässerungsvorrichtung gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ihr ein Wasserspeier und/oder eine Fallrohrklappe zugeordnet ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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