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Dokumentenidentifikation DE202005012939U1 15.12.2005
Titel System zur Übertragung digitaler Video- und/oder Audio-Daten an eine Anzahl von Bildschirmen
Anmelder Steffen, Thoren, 32278 Kirchlengern, DE
Vertreter TER MEER STEINMEISTER & Partner GbR Patentanwälte, 33617 Bielefeld
DE-Aktenzeichen 202005012939
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 15.12.2005
Registration date 10.11.2005
Application date from patent application 17.08.2005
IPC-Hauptklasse H04L 12/16
IPC-Nebenklasse H04L 12/54   H04L 12/28   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein System zur Übertragung digitaler Video- und/oder Audio-Daten an eine Anzahl von Bildschirmen, die jeweils mit einer Daten-Empfangseinheit und einer Anzeigeelektronik zur Wiedergabe der durch die empfangenen Daten repräsentierten Inhalte durch den Bildschirm ausgestattet sind.

Zur Versorgung von Bildschirmen mit Daten oder Signalen, die anzuzeigende Inhalte wie etwa Filme, Videoclips, Standbilder oder dergleichen repräsentieren, existiert bekanntlich eine Anzahl unterschiedlicher Systeme. Die Möglichkeit, Video- und Audio-Signale kontinuierlich und in Echtzeit an Bildschirme zu übertragen, wird schon seit langem durch Fernsehsysteme genutzt, die mittels zentraler Sendeanlagen, über Satellit oder dergleichen Programme ausstrahlen, die über Antennen von den Geräten zu empfangen sind. Darüber hinaus wird seit einiger Zeit zunehmend von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, Bildschirme als Displays zur Anzeige von Werbeinhalten an verschiedenen öffentlichen Orten zu nutzen. Die Produktion und Ausstrahlung von Sendungen nach dem oben beschriebenen Prinzip eines TV-Programms wäre in diesem Zusammenhang mit einem unverhältnismäßigen Aufwand verbunden und daher unwirtschaftlich. Daher wurde bisher jeder zu versorgende Bildschirm mit einer eigenständigen Speicher- und Steuereinheit ausgestattet, die die Programminhalte speichert und selbsttätig verwaltet und abruft. Dazu ist zumindest eine komplette Rechnereinheit mit der Leistungsfähigkeit eines Personal Computer und einem entsprechend dimensionierten Speicher notwendig.

Die Kosten für diesen apparativen Aufwand sind vergleichsweise hoch und multiplizieren sich mit der Anzahl der Bildschirme. Die Rechnereinheit zur Bildschirmsteuerung erfordert ein zusätzliches Gehäuse, so dass sich Probleme bei der Installation der Bildschirme ergeben. Überdies kann ein Programmwechsel nur an den einzelnen Bildschirmplätzen vor Ort vorgenommen werden. Dies ist zeitaufwendig und verursacht einen hohen Wartungsaufwand, und eine gegebenenfalls gewünschte Synchronisation der Bildschirmprogramme miteinander ist hier nicht ohne weiteres möglich.

Insgesamt ist dieses System den zunehmenden Anforderungen an Flexibilität und Kostenminimierung nicht gewachsen.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Übertragungssystem der eingangs genannten Art zu schaffen, das auf kostensparende und flexible Weise bei vergleichsweise geringem apparativem Aufwand eine Versorgung einer größeren Anzahl von Bildschirmen mit Signaldaten ermöglicht.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Übertragungssystem mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.

Das erfindungsgemäße System umfaßt einen zentralen Server, der dazu vorgesehen ist, die Daten bereitzustellen und an die Daten-Empfangseinheiten der Bildschirme zu übertragen. Jeder Bildschirm umfaßt außer der Empfangseinheit und der Anzeigeelektronik eine Speichereinheit zur Zwischenspeicherung der empfangenen Daten und eine Ausleseeinheit, die die Daten von der Speichereinheit ausliest und an die Anzeigeelektronik weitergibt.

Dieses System ermöglicht es, den Anteil der am Aufstellungsort des Bildschirms benötigten Elektronik-Komponenten stark zu reduzieren. Außer der Empfangseinheit und der ohnehin vorhandenen Anzeigeelektronik muß der Bildschirm lediglich eine Speichereinheit in Form einer Festplatte, einer RAM-Speicherkarte oder dergleichen sowie die Ausleseeinheit umfassen, die ausschließlich grundlegende Funktionen zum Abruf der Daten und deren Weiterleitung umfaßt und deren Aufbau im Vergleich zu herkömmlichen PC-Grafikkarten stark vereinfacht ist. Hierdurch wird die Integration in einen Bildschirm herkömmlicher Größe und Bauart möglich, beispielsweise zusammen mit der Anzeigeelektronik auf einer gemeinsamen Platine. Beizustellende Zusatzgeräte sind nicht mehr erforderlich, so dass die Installation des Bildschirms erleichtert wird und auch an Orten möglich ist, an denen die Aufstellung eines zusätzlichen PC-Gehäuses problematisch ist.

Für einen Programmwechsel ist es lediglich notwendig, dem Server neue Datensätze bereit zu stellen, während an den Bildschirmen keine Änderungen vorgenommen werden müssen. Der Aufwand für eine Änderung der anzuzeigenden Inhalte wird hierdurch minimiert, und das System kann flexibler gehandhabt werden. Außer der Option, jeden Bildschirm durch an ihn adressierte Daten mit einem individuellen Programm zu versorgen, besteht die Möglichkeit einer einfachen Synchronisation der Bildschirme miteinander, indem vom Server an alle Geräte die gleichen Datensätze verschickt werden. Zur Versorgung von Werbedisplays mit darzustellenden Inhalten ist das vorgeschlagene System daher besonders geeignet.

Vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Systems ergeben sich aus den Unteransprüchen.

Im folgenden wird ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung näher erläutert.

1 zeigt eine schematische Darstellung einer Ausführungsform des erfindungsgemäßen Übertragungssystems; und

2 ist eine schematische Darstellung des Aufbaus eines Bildschirms des Systems aus 1.

Das System 10 umfaßt eine größere Anzahl von Flachbildschirmen, die in der Figur zusammenfassend mit der Bezugsziffer 12 bezeichnet sind und als Werbedisplays zur Anzeige von Werbebotschaften in Form von Video-Clips, Standbildern oder dergleichen dienen. Die durch die Bildschirme 12 anzuzeigenden Inhalte werden durch digitale Video- und Audio-Daten repräsentiert. Jeder einzelne der Bildschirme 12 läßt sich individuell mit Daten versorgen, die für die jeweils von ihm anzuzeigenden Inhalte stehen. Dies soll im folgenden näher erläutert werden.

Das System umfaßt einen zentralen Server 14, der an das Internet 16 als global zugängliches Netzwerk angeschlossen ist. In der Figur ist links eine Anzahl von Einwahlpunkten des Internets 16 dargestellt, über die sich auf bekannte Weise mit Hilfe von Terminals 20 in Form von Personal Computern, zwischengeschalteten weiteren Servern 22 an Knotenpunkten sowie weiterer, nicht dargestellter elektronischer Komponenten eine Verbindung zum Internet 16 aufbauen läßt. Auf diese Weise lassen sich über die Terminals 20 Datensätze eingeben, die über das Internet 16 an den Server 14 weitergeleitet werden. Der Server 14 ist mit einer vergleichsweise hohen Speicherkapazität ausgestattet und somit in der Lage, eine große Anzahl von Datensätzen zu speichern, mit welchen er über das Internet 16 von den Terminals 20 aus beschickt wird. Über Sendestationen 24 wird zumindest streckenweise eine drahtlose Verbindung mit den Bildschirmen 12 aufgebaut, über welche einzelne Datensätze vom Server 14 an die Bildschirme 12 übertragen werden.

Wie in 2 dargestellt ist, sind die Bildschirme 12 zu diesem Zweck mit Daten-Empfangseinheiten 30 zum drahtlosen Empfang von Datensätzen sowie mit Speichereinheiten 32 ausgestattet, die an die Daten-Empfangseinheiten 30 angeschlossen sind und die Daten bis zum Zeitpunkt der Anzeige zwischenspeichern können. Bei den Speichereinheiten 32 kann es sich um kleine Festplatten oder Speicherkarten mit einem RAM-Speicher handeln. Eine ebenfalls in den Bildschirm 12 integrierte Ausleseeinheit 34 ist zum Auslesen der Daten aus der Speichereinheit 32 vorgesehen und gibt diese unmittelbar an die in dem Bildschirm 12 vorhandene Anzeigeelektronik 36 weiter, die für eine Anzeige der durch die Daten repräsentierten Inhalte sorgt.

Die anzuzeigenden Programminhalte können an die Bildschirme 12 wie folgt übertragen werden. Wie oben bereits beschrieben, wird der zentrale Server 14 via Internet 16 mit einer Anzahl von Datensätzen beschickt, die für die Programminhalte stehen. Ein Bildschirm 12 sendet zu einem bestimmten Zeitpunkt ein Abrufsignal über die drahtlose Verbindung 26 zwischen dem Bildschirm 12 und der Sendestation 24 an den Server 14, um einen ggf. für diesen Bildschirm 12 vorliegenden und entsprechend adressierten Datensatz vom Server 14 abzurufen. Der Server 14 reagiert darauf, indem er den entsprechenden bereitgestellten Datensatz über die Sendestation 24 und die drahtlose Übertragungsstrecke 26 an den Bildschirm 12 zurücksendet. Dieser Datensatz wird von der Daten-Empfangseinheit 30 des Bildschirms 12 aufgenommen und in der Speichereinheit 32 zwischengespeichert, und zwar über einen Zeitraum vom Empfang durch die Daten-Empfangseinheit bis zu einem vorbestimmten Zeitpunkt der Anzeige der Programminhalte, die dieser Datensatz repräsentiert. Es erfolgt also keine Ausstrahlung eines Programms in Echtzeit, sondern ein entsprechender Datensatz wird vom Bildschirm 12 in der Speichereinheit 32 bis zum Anzeigezeitpunkt vorgehalten. Entsprechende Daten bezüglich des Zeitpunkts der Anzeige der Programminhalte auf dem Bildschirm 12 können in dem jeweils übertragenen Datensatz oder dessen Adressierung vorliegen. Auf dem vorstehend beschriebenen Weg der übertragung können auch lediglich Programm-Steuerdaten vom Server 14 an die Bildschirme 12 übertragen werden, die beinhalten, zu welchen Zeitpunkten ausgewählte Programmteile auf den einzelnen Bildschirmen 12 angezeigt werden.

Zusätzlich können die übertragenen Datensätze Daten bezüglich lokal am Betriebsort des jeweiligen Bildschirms 12 vorliegender Parameter umfassen, wie zum Beispiel Daten bezüglich des Wetters, der anwesenden Zielgruppe oder dergleichen.

Ein wesentlicher Vorteil des vorliegenden Systems besteht darin, dass am Aufstellungsort des Bildschirms nur noch relativ wenige und verhältnismäßig einfach aufgebaute elektronische Komponenten 30, 32, 34, 36 erforderlich sind, die lediglich Empfang, Speicherung und Wiedergabe steuern. Diese umfangreiche Reduktion ermöglicht die gemeinsame Unterbringung zusammen mit der Anzeigeelektronik 36 auf einer Platine, die problemlos in einen Bildschirm 12 herkömmlicher Bauart und Größe integrierbar ist. Die Aufstellung eines zusätzlichen Gerätes wie etwa eines PC-Gehäuses zur Bildschirmsteuerung erübrigt sich in diesem Fall.

Die Programminhalte lassen sich leicht ändern, indem der Server 14 mit anderen Datensätzen beschickt wird. Änderungen an den einzelnen Bildschirmen 12 bzw. deren Empfangs- und Speichereinheiten 30, 32 sind nicht erforderlich, so dass das System 10 leicht zu handhaben ist. Eine individuelle Abstimmung der Inhalte einzelner Bildschirme unabhängig voneinander ist dennoch möglich, indem verschiedenen Bildschirmen 12 unterschiedliche Inhalte zugewiesen werden.

Die drahtlose Übertragung über die Übertragungsstrecke 26 zwischen den Sendestationen 24 und den Bildschirmen 12 kann über einen geeigneten Standard erfolgen, wie etwa die Mobilfunk-Standards UMTS und HSDPA oder auch Wireless LAN (WLAN). In diesem Rahmen kann auch eine Datenkompression zur Beschleunigung der Übertragung durchgeführt werden. Wahlweise ist auch eine Übertragung über herkömmliche Netzwerkkabel möglich.


Anspruch[de]
  1. System (10) zur Übertragung digitaler Video- und/oder Audio-Daten an eine Anzahl von Bildschirmen (12), die jeweils mit einer Daten-Empfangseinheit (30) und einer Anzeigeelektronik (36) zur Wiedergabe der durch die empfangenen Daten repräsentierten Inhalte durch den Bildschirm (12) ausgestattet sind, gekennzeichnet durch einen Server (14), der dazu ausgebildet ist, die Daten bereitzustellen und an die Daten-Empfangseinheiten (30) der Bildschirme (12) zu übertragen, wobei jeder Bildschirm (12) eine an die Daten-Empfangseinheit (30) angeschlossene Speichereinheit (32) zur Zwischenspeicherung der Daten und eine Ausleseeinheit (34) zum Auslesen der Daten aus der Speichereinheit (32) und zu deren Weitergabe an die Anzeigeelektronik (36) umfaßt.
  2. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenübertragung vom Server (14) zu den Daten-Empfangseinheiten (30) der Bildschirme (12) zumindest streckenweise drahtlos erfolgt.
  3. System nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenübertragung vom Server (14) zu den Daten-Empfangseinheiten (30) der Bildschirme (12) über UMTS oder HSDPA erfolgt.
  4. System nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenübertragung vom Server (14) zu den Daten-Empfangseinheiten (30) der Bildschirme (12) über Wireless LAN (WLAN) erfolgt.
  5. System nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Datenübertragung vom Server (14) zu den Daten-Empfangseinheiten (30) der Bildschirme (12) über ein Netzwerkkabel erfolgt.
  6. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Server (14) dazu vorgesehen ist, die Daten in Form von separaten Datensätzen bereitzustellen und satzweise an die Bildschirme (12) zu übertragen.
  7. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Server (14) an das Internet (16) angeschlossen ist und über eine Internet-Verbindung mit den bereitzustellenden Daten beschickt wird.
  8. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass jede der Daten-Empfangseinheiten (30) der Bildschirme (12) dazu vorgesehen ist, zu vorbestimmten Zeitpunkten an den jeweiligen Bildschirm (12) adressierte Daten vom Server (14) abzurufen.
  9. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vom Server (14) an die Daten-Empfangseinheiten (30) der Bildschirme (12) Daten bezüglich des Zeitpunkts der Anzeige der durch den Datensatz repräsentierten Inhalte auf dem Bildschirm (12) übertragen werden.
  10. System nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass vom Server (14) an die Daten-Empfangseinheiten (30) der Bildschirme (12) Daten bezüglich lokaler Parameter am Betriebsort des jeweiligen Bildschirms (12) übertragen werden.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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