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Dokumentenidentifikation DE102004026882A1 22.12.2005
Titel Gargerät mit höhenverstellbarem Gargutträger
Anmelder E.G.O. Elektro-Gerätebau GmbH, 75038 Oberderdingen, DE
Erfinder Seidler, Christian, 75015 Bretten, DE;
Riffel, Michael, Dr., 75038 Oberderdingen, DE;
Schinko, Herbert, 75038 Oberderdingen, DE;
Seeburger, Rolf, 75038 Oberderdingen, DE
Vertreter Patentanwälte Ruff, Wilhelm, Beier, Dauster & Partner, 70174 Stuttgart
DE-Anmeldedatum 27.05.2004
DE-Aktenzeichen 102004026882
Offenlegungstag 22.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.12.2005
IPC-Hauptklasse F24C 15/16
IPC-Nebenklasse A21B 3/00   F24C 7/08   
Zusammenfassung Erfindungsgemäß wird ein Gargerät vorgeschlagen, welches riemenlos und ohne riemenartige umlaufende Teile eine vorzugsweise stufenlose Höhenverstellung eines Gargutträgers (34; 134; 234) ermöglicht. Ein solches Gargerät gestattet eine bequeme und technisch wenig anfällige Steuerung der Höhe des Gargutträgers (34; 134; 234) und eine sehr gute Zubereitung des Garguts aufgrund angepasster Positionierung des Garguts während des Garvorgangs. Die Steuerung kann dabei manuell oder auch mit einem automatischen Garprogramm und/oder in Abhängigkeit von Sensorensignalen erfolgen, die Informationen über den Zustand des Garguts liefern. Darüber hinaus wird vorgeschlagen, die Position des Gargutträgers (134; 234) bzw. des Garguts in der horizontalen Position veränderbar vorzusehen, beispielsweise über eine rotationsbewegliche Gargutträger-Scheibe (254) oder einen transversalbeweglichen Gargutträger-Schlitten (140a, 140b).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Gargerät mit beheizbarem Garraum, wobei ein verstellbarer Gargutträger in dem Garraum vorgesehen ist.

Es ist beispielsweise aus der DE 199 26 762 A bekannt, einen Gargutträger in einem Gargerät, insbesondere einem Backofen, höhenverstellbar auszubilden. Für die Höhenverstellung ist eine Motoreinheit mit einem umlaufenden Zahnriemen vorgesehen. In diesen Zahnriemen greift ein Hakenelement, welches den Gargutträger trägt. Eine Veränderung der Höhe des Gargutträgers hat vor allem den Zweck, den Abstand zu der oben angeordneten Heizeinrichtung zu verändern und somit auf den Garvorgang Einfluss nehmen zu können, insbesondere um eine stärkere oder schwächere Beheizung zu erreichen. Nachteilig ist hierbei, dass die umlaufenden Zahnriemen mechanisch aufwendig sind und fehleranfällig sind, insbesondere deswegen, weil auch angrenzend an den Garraum relativ hohe Temperaturen vorherrschen. Des weiteren ist der Antrieb bzw. die Motoreinheit an dem Zahnriemen permanent mit dem Gewicht des Gargutträgers beaufschlagt.

Aufgabe und Lösung

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Positionierung eines Gargutes oder Gargutgefäßes in dem Garraum eines Gargerätes zu schaffen, die insbesondere einen großen Verstellbereich aufweist sowie sicher, mechanisch zuverlässig und wartungsarm arbeitet.

Gelöst wird diese Aufgabe durch ein Gargerät mit den Merkmalen des Anspruchs 1. Vorteilhafte sowie bevorzugte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche und werden im folgenden näher erläutert. Der Wortlaut der Ansprüche wird durch ausdrückliche Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung gemacht.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die Höhenverstellung des Gargutträgers riemenlos ausgebildet ist und eine Antriebseinheit aufweist, mit der die Höhe des Gargutträgers gezielt verstellt werden kann. Insbesondere ist die Höhenverstellung nicht nur riemenlos, sondern ohne riemenartig umlaufende Teile ausgebildet, also auch ohne Ketten oder dergleichen. Vorteilhaft ist dabei die Höhenverstellung selbst blockierend. Dies bedeutet, dass nach erfolgter Höhenverstellung die Gewichtskraft des Gargutträgers keine Rückstellung bewirken kann, insbesondere nicht ein Absinken nach unten. Auf diese Weise können mechanisch anfällige Riemenantriebe oder dergleichen vermieden werden. Insbesondere wird auch keine Halteeinrichtung oder dergleichen benötigt, um den Gargutträger in der eingestellten Höhe zu halten. Nach der erfolgten Höhenverstellung sitzt der Gargutträger genauso fest, wie wenn er in dieser Stellung montiert worden wäre. Dies erhöht die Praxistauglichkeit erheblich und vereinfacht die mechanische Ausbildung der Höhenverstellung.

Bevorzugt ist die Höhenverstellung so ausgebildet, dass sie nahezu oder vollständig stufenlos ist. So ist eine möglichst genaue Positionierung möglich.

Eine Möglichkeit einer Höhenverstellung ist ein Teleskopantrieb. Dieser kann mit einem Arbeitsfluid arbeiten, insbesondere hydraulisch verstellbar sein.

Eine alternative Möglichkeit einer Höhenverstellung ist ein Spindelantrieb. Dabei kann eine nach oben bzw. senkrecht verlaufende Spindel von der Antriebseinheit angetrieben werden. Der Gargutträger ist über eine Spindelmutter daran befestigt und wird bei Verdrehen der Spindel nach oben oder nach unten bewegt.

Zur stabilen Aufhängung des Gargutträgers kann vorgesehen sein, mindestens zwei Höhenverstelleinrichtungen vorzusehen. Diese sollten an zwei Enden bzw. Ecken des Gargutträgers angeordnet sein. Bei einem üblichen Backofen als Gargerät sind dies vorteilhaft die beiden hinteren Ecken, da hier in der Regel der Garraum rechteckigen Querschnitt aufweist und auch der Gargutträger. Es kann vorgesehen sein, alle Höhenverstelleinrichtungen mit einer einzigen Antriebseinheit zu betätigen, beispielsweise über Getriebe oder dergleichen. Dies ermöglicht insbesondere auch einen gleichmäßigen Antrieb an allen Höhenverstelleinrichtungen, da sozusagen nur ein einziger Antrieb vorgesehen ist. Bevorzugt ist jedoch an jeder Höhenverstelleinrichtung eine eigene Antriebseinheit vorgesehen. Dadurch kann Aufwand eingespart werden für die Übertragung der Antriebskraft zu den einzelnen Höhenverstelleinrichtungen und es können separate, modul- oder baugruppenartig ausgebildete Höhenverstelleinrichtungen eingebaut werden, die insbesondere identisch zueinander ausgebildet sind.

Eine Höhenverstellung kann einerseits zwar manuell erfolgen, beispielsweise über von außen erreichbare Betätigungsmittel. Auch dadurch ist noch eine Höhenverstellung bei geschlossenem Garraum bzw. ohne die Notwendigkeit, den Gargutträger aus dem Garraum herauszufahren, gegeben. Vorteilhaft jedoch ist ein gesteuerter Antrieb vorgesehen, insbesondere eine elektromotorische Antriebseinheit. Diese ist beispielsweise als Elektromotor samt Getriebe ausgebildet, um die notwendige Kraft zur Höhenverstellung des in einigen Fällen recht schweren Gargutträgers samt aufgestelltem Gargut zu ermöglichen.

Um eine Höhenverstellung bei geschlossenem Garraum zu erreichen, ist es von Vorteil, wenn die Höhenverstellung bzw. die sie hervorrufende Antriebseinheit von außen gesteuert werden kann. Hierzu bietet es sich an, eine ohnehin vorhandene elektronische Steuerung des Gargerätes, mit der insbesondere der Garbetrieb gesteuert werden kann, auch für diese Betätigung auszubilden.

Des weiteren wird die Aufgabe gelöst durch ein Gargerät mit einem Garraum, in dem eine Heizeinrichtung angeordnet ist für das Garen des Gargutes. Dieses steht, insbesondere in einem Gargutgefäß, auf einem Gargutträger. Der Gargutträger oder ein drauf gestelltes Gargutgefäß ist erfindungsgemäß seitlich bzw. in einer in etwa horizontal verlaufenden Ebene bewegbar. Die Bewegbarkeit ermöglicht es, den Gargutträger bzw. ein darauf abgestelltes Gargutgefäß an eine bestimmte Position zu bringen und in dieser Position zu stoppen. Es wird also eine steuerbare Positionierung ermöglicht und nicht nur eine allgemeine Bewegbarkeit. Somit ist es möglich, das bekannte Problem zu umgehen, dass beispielsweise bei einem Backofen die Bräunung oder Erwärmung eines Gargutes insgesamt und vor allem an der Oberfläche nicht immer gleichmäßig ist. Dies liegt daran, dass beispielsweise in horizontaler Richtung üblicherweise ein Temperaturprofil gegeben ist, welches insbesondere so aussieht, dass zu einer Tür eines Garraumes oder Backofens hin die Temperatur etwas abnimmt. Der Teil des Gargutes, der also näher an der Tür ist, wird weniger stark erhitzt. Um dem entgegenzuwirken, kann das Gargut beispielsweise gedreht werden um einen Mittelpunkt. Alternativ kann es insgesamt bewegt werden für eine gleichmäßige Erhitzung. Wird dies mehrfach im Verlauf eines Garprozesses gemacht, insbesondere beispielsweise gesteuert, so kann ein für das Gargut insgesamt gleichmäßig ablaufender Garvorgang erreicht werden.

Einerseits ist es möglich, den gesamten Gargutträger zu bewegen, beispielsweise zu drehen. Alternativ ist es möglich, nur einen Teil davon zu bewegen bzw. bewegbare Abschnitte, Vorsprünge oder dergleichen vorzusehen, die ein Gargutgefäß auf dem Gargutträger bewegen. Die Bewegung bzw. Positionierung des Gargutes oder des Gargutgefäßes erfolgt allgemein über eine Kraftkopplung an diese.

Alternativ zu einer Drehbewegung kann eine Transversalbewegung bzw. Linearbewegung vorgesehen sein, welche den Gargutträger bzw. ein darauf abgestelltes Gargutgefäß bewegt. Hierzu können beispielsweise Spindelantriebe oder dergleichen vorgesehen sein.

Einerseits ist es möglich, dass ein Antrieb für die Bewegung oder Positionierung ortsfest an dem Gargerät angebracht ist. Zur Einwirkung auf den Gargutträger oder ein darauf abgestelltes Gargutgefäß ist eine Kraftübertragung vorgesehen, beispielsweise über Getriebe, Stangen oder dergleichen. Alternativ kann ein Antrieb für die Positionierung oder Bewegung an dem Gargutträger selber angeordnet sein und eine Energiezuführung, insbesondere ein Kabel, aufweisen. Dies ist beispielsweise bei einem höhenverstellbaren Gargutträger, wie er zuvor beschrieben worden ist, vorteilhaft möglich.

Bei beiden zuvor genannten grundsätzlichen Ausführungsmöglichkeiten eines Gargerätes kann eine Sensoreinrichtung vorgesehen sein, mit welcher der Garzustand eines Gargutes erfasst werden kann. Insbesondere wird er an dessen Oberseite oder Oberfläche erfasst. Dieses wird ausgewertet und dient dazu, das Gargut relativ zu einer Heizeinrichtung oder Wärmeverteilung in dem Garraum zu bewegen oder anders zu positionieren.

Bei einer solchen Sensoreinrichtung können beispielsweise optische Sensoren vorgesehen sein, welche insbesondere die Oberfläche des Gargutes abtasten und zusammen mit einer Steuerung auswerten. Als Kenngröße kann hierbei vor allem ein Bräunungsgrad dienen. Weitere Möglichkeiten sind auch Wärmebildsensoren, mit denen sozusagen die Temperatur an dem Gargut erfasst werden kann.

Es kann vorteilhaft vorgesehen sein, das Gargut im wesentlichen automatisch zu positionieren bzw. zu bewegen. Dieses kann insbesondere aufgrund der vorgenannten Informationen einer Sensoreinrichtung erfolgen. Alternativ dazu kann es vorgesehen sein, dass eine Bedienperson manuell gesteuert die Position beeinflusst, also beispielsweise über manuell steuerbare Antriebe oder dergleichen.

Ein solches Verfahren zum stets gleichmäßigen Erwärmen bzw. Garen von Gargut durch jeweils angepasste Positionierung kann beispielsweise in einer Steuerung des Gargeräts implementiert werden. Es kann als eine Art Automatikfunktion von einem Bediener ausgewählt werden. Für ein solches automatisches Verfahren ist es entweder möglich, die Erfassung permanent zu machen und permanent die Position nachzuregeln. Alternativ kann es in gewissen Zeitabständen erfolgen, welche im Bereich von wenigen Minuten liegen. Üblicherweise sind Garvorgänge mit Zeitkonstanten versehen, welche angesichts der nicht allzu großen Temperaturunterschiede in einem Gargerät, beispielsweise einem Backofen, eine Nachregelung oder neue Positionierung notwendig machen können.

Beispielsweise können auch so gewisse Garprogramme durchgeführt werden, bei welchen ein Gargut erst relativ weit von einer Heizeinrichtung entfernt durchgegart wird. Gegen Ende der Garzeit kann es näher an eine oben angeordnete Heizeinrichtung gefahren werden, um eine stärkere Bräunung an der Oberseite zu erreichen, insbesondere mit Bildung einer Art Kruste.

Diese und weitere Merkmale gehen außer aus den Ansprüchen auch aus der Beschreibung und den Zeichnungen hervor, wobei die einzelnen Merkmale jeweils für sich allein oder zu mehreren in Form von Unterkombinationen bei einer Ausführungsform der Erfindung und auf anderen Gebieten verwirklicht sein und vorteilhafte sowie für sich schutzfähige Ausführungen darstellen können, für die hier Schutz beansprucht wird. Die Unterteilung der Anmeldung in einzelne Abschnitte sowie Zwischen-Überschriften beschränken die unter diesen gemachten Aussagen nicht in ihrer Allgemeingültigkeit.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in den Zeichnungen schematisch dargestellt und werden im folgenden näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:

1 eine geschnittene Frontansicht einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gargeräts mit einem höhenverstellbaren Gargutträger,

2 eine geschnittene Seitenansicht des in 1 dargestellten Gargeräts,

3 eine geschnittene Frontansicht einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gargeräts mit einem höhenverstellbaren und horizontal verstellbaren Gargutträger,

4 eine geschnittene Seitenansicht des in 3 dargestellten Gargeräts,

5 eine geschnittene Frontansicht einer dritten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Gargeräts mit einem höhenverstellbaren und partiell in der horizontalen drehbaren Gargutträger und

6 eine geschnittene Draufsicht des in 5 dargestellten Gargeräts.

Detaillierte Beschreibung der Zeichnungen

1 und 2 zeigen ein erfindungsgemäßes Gargerät mit einem höhenverstellbaren Gargutträger 34. Das Gargerät weist einen im wesentlichen herkömmlichen Gargerät-Aufbau mit einem Garraum 10 auf, der frontseitig über eine Klappe 12 zugänglich ist, so dass ein Bediener das Gargut in den Garraum 10 einführen und aus diesem herausholen kann. Über dem Garraum 10 ist eine Bedienungseinrichtung 14 angeordnet, mittels derer der die Temperatur im Garraum 10 sowie eventuelle weitere Kocheinrichtungen wie Herdplatten gesteuert werden können. Der Garraum 10 verfügt über eine Unterhitze 16 und eine Oberhitze 18, die am Boden bzw. an einer oberen Wandung des Garraums 12 angeordnet sind.

An der von der Klappe 12 aus gesehen hinteren linken und hinteren rechten Ecke des Garraum 10 ist jeweils eine senkrechte Antriebsspindel 20a, 20b vorgesehen, die sich über die gesamte Höhe des Garraums 10 erstrecken. Am Boden des Garraums 10 ist für jede Antriebsspindel 20a, 20b jeweils eine Führungsvorrichtung 22a, 22b vorgesehen, in der das jeweilige untere Ende der Antriebsspindel 20a, 20b gelagert ist. An der oberen Wandung des Garraums 10 sind die Antriebsspindeln 20a, 20b durch die Wandung durchgeführt und jeweils mit der Abtriebswelle einer Elektromotor-/Getriebeeinheit 24a, 24b gekoppelt. Die beiden Elektromotoren der Elektromotor-/Getriebeeinheiten 24a, 24b sind mit einem Steuergerät 26 verbunden, welches darüber hinaus noch mit der Bedienungseinrichtung 14 verbunden ist.

Auf gleicher Höhe an den beiden Antriebsspindeln 20a, 20b ist jeweils eine höhenverstellbare Auflageschiene 28a, 28b angeordnet. Diese erstrecken sind horizontal auf der rechten bzw. linken Seite des Garraums 10 von vorne nach hinten. Am hinteren Ende sind in die Auflageschienen 28a, 28b jeweils Spindelmuttern integriert. Mittels der Spindelmutter der Auflageschiene 28a auf der linken Seite in 1 ist die Auflageschiene 28a mit der Antriebsspindel 20a verbunden. Auf der rechten Seite des Garraums 10 ist mittels der Spindelmutter der Auflageschiene 28b diese mit der Antriebsspindel 20b verbunden. Die Auflageschienen 28a, 28b verfügen jeweils über einen Fortsatz 30a, 30b, wobei in der Seitenansicht der 2 nur der Fortsatz 30a zu erkennen ist. Mittels dieser Fortsätze 30a, 30b greifen die Auflageschienen 28a, 28b in jeweils eine vertikale Führungsschiene 32a, 32b ein, wobei nur die vertikale Führungsschiene 32a in 2 dargestellt ist.

Auf den sich auf identischer Höhe befindenden Auflageschienen liegt der Gargutträger 34 auf.

Beim Betrieb des Gargeräts kann die Höhe des Gargutträgers 34 über die Antriebsspindeln 20a, 20b gesteuert werden. Durch Rotieren der Antriebsspindeln 20a, 20b mittels der Elektromotoren der Elektromotor-/Getriebeeinheiten 24a, 24b wird erreicht, dass die Spindelmuttern und damit die Auflageschienen 28a, 28b und der Gargutträger 34 im Garraum hinaufbewegt bzw. herabbewegt werden. Die Fortsätze 30a, 30b sorgen gemeinsam mit den vertikalen Führungsschienen 32a, 32b dafür, dass die Auflageschienen beim Verändern der Höhe sich nicht aufgrund des Antriebsmoments um die Antriebsspindeln 20a, 20b drehen.

Die Elektromotoren der Elektromotor-/Getriebeeinheiten 24a, 24b können unmittelbar durch einen Bediener gesteuert werden. Zu diesem Zweck sind an der Bedienungseinrichtung 14 zwei Tasten 36 und 38 vorgesehen, mittels derer der Gargutträger 34 abgesenkt und angehoben werden kann. Alternativ zu dieser direkten Steuerung ist auch ein Automatikbetrieb möglich, bei dem die Steuerung der Höhe des Gargutträgers 34 automatisch erfolgt. Dies kann beispielsweise in Abhängigkeit der über einen Temperatur- oder Wärmestrahlungssensor 27 ermittelten Wärme des Garguts oder auch über ein spezielles Garprogramm erfolgen. Ein solches Garprogramm könnte beispielsweise so geartet sein, dass es durch Anheben des Gargutträgers 34 am Ende des Garprozesses das Gargut mit einem besonders hohen Maß an Oberhitze versorgt, so dass sich beispielsweise eine gewünschte Bratenkruste einstellt. Zweckmäßig ist es auch, dass ein solches Garprogramm neben der vertikalen Stellung des Gargutträgers 34 auch die zugeführte Leistung zur Oberhitze 18 und Unterhitze 16 steuert.

Die 3 und 4 zeigen eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gargerät. Dieses ist ähnlich dem in den 1 und 2 dargestellten Gargerät aufgebaut. Es weist ebenfalls einen Garraum 110 auf, an den sich oberhalb eine Bedienungseinrichtung 114 anschließt. Im Garraum 110 sind ebenfalls eine Oberhitze 118 und eine Unterhitze 116 sowie zwei Antriebsspindeln 120a, 120b angeordnet. In gleicher Art und Weise wie bei dem in den 1 und 2 dargestellten Gargerät sind diese Antriebsspindeln 120a, 120b am Boden des Garraums 110 durch Führungsvorrichtungen 122a, 122b geführt und durch oberhalb einer oberen Wandung angeordnete Elektromotor-/Getriebeeinheiten 124a, 124b angetrieben.

Abweichend von der Ausführungsform aus den 1 und 2 sind die Auflageschienen 128a, 128b für den Gargutträger 134 nicht unmittelbar mit den Antriebsspindeln 120a, 120b verbunden. Stattdessen wird von den Antriebsspindeln 120a, 120b jeweils eine Horizontalführungsvorrichtung 140a, 140b geführt und vertikal bewegt, die einen im hinteren Bereich des Garraums 110 angeordneten Antriebsabschnitt 142a, 142b, einen im vorderen Bereich angeordneten Führungsabschnitt 144a, 144b und jeweils zwei den Antriebsabschnitt 142a, 142b mit dem Führungsabschnitt 144a, 144b verbindende horizontalen Führungsschienen 146a, 146b aufweist. Zwischen dem Antriebsabschnitt 142a, 142b und dem Führungsabschnitt 144a, 144b verläuft jeweils eine Horizontalantriebsspindel 147a, 147b, die jeweils über einen nicht dargestellten Elektromotor im Antriebsabschnitt 142a, 142b angetrieben wird. Die Auflageschienen 128a, 128b werden von diesen Horizontalantriebsspindeln 147a, 147b geführt und weisen zu diesem Zweck jeweils eine Spindelmutter auf. In der 3 ist die Horizontalführungsvorrichtung 140b geschnitten dargestellt. Es ist zu erkennen, wie die horizontalen Führungsschienen 146b angeordnet sind und wie die Auflageschiene 128b für das Gargut im Querschnitt ausgebildet ist. Die Führungsschienen 146b sind so angeordnet, dass sie ein Kippen der Auflageschiene 128b durch das Antriebsmoment der Horizontalantriebsspindel 147b verhindern.

Das dargestellte Gargerät erlaubt ein Bewegen des Gargutträgers 134 und damit des Garguts in zwei Dimensionen. Wie auch bei der ersten Ausführungsform des Gargeräts, das in den 1 und 2 dargestellt ist, kann durch die Antriebsspindeln 120a, 120b eine vertikale Verschiebung erreicht werden. Durch die Horizontalantriebsspindeln 147a, 147b wird zusätzlich ein Verschieben des Gargutträgers 134 nach vorne und hinten möglich. Dies ist insbesondere aufgrund der Tatsache zweckmäßig, dass im Bereich der vorderen Klappe 112 häufig andere Temperaturverhältnisse vorliegen als im hinteren Bereicht des Garraums 110. Auf diese Weise ist es möglich, durch eine rein horizontale Bewegung die Temperatur zu steuern, der das Gargut ausgesetzt ist. Denkbar ist auch, das Gargut zur bequemen Entnahme aus dem Garraum 110 nach vorne zu bewegen, während es während des Garvorgangs im hinteren Bereich des Garraums 110 angeordnet ist.

Wie auch bei dem ersten Ausführungsbeispiel, welches in den 1 und 2 dargestellt ist, kann die Steuerung der Position des Gargutträgers 134 und Garguts unmittelbar durch den Bediener gesteuert werden. Zu diesem Zweck sind in der Bedienungseinrichtung 114 insgesamt vier Steuerschalter 136, 138, 148, 150 angeordnet, wobei über die Steuerschalter 136, 138 die vertikale Position eingestellt werden kann und über die Steuerschalter 148, 150 die horizontale Position gesteuert werden kann. Daneben ist auch bei dieser Ausführungsform selbstverständlich eine automatisierte Steuerung, beispielsweise über ein Garprogramm, möglich.

Obwohl die in den 3 und 4 dargestellte Ausführungsform eine horizontale Beweglichkeit des Gargutträgers 134 mit einer vertikalen verbindet, ist es natürlich auch möglich, ein Gargerät mit lediglich einer horizontalen Beweglichkeit des Gargutträgers auszustatten.

5 und 6 zeigen eine dritte Ausführungsform des erfindungsgemäßen Gargeräts. Dieses weist bezüglich des Garraums 210, der Bedieneinrichtung 214 und zweier vertikaler Antriebsspindeln 220a, 220b einen mit den in den 1 bis 4 dargestellten Ausführungsformen vergleichbaren Aufbau auf. Abweichend von diesen ist der Gargutträger 234 bei dieser Ausführungsform allerdings fest im Garraum 210 vorgesehen. Daher sind auch keine Auflageschienen erforderlich. Stattdessen weist der Gargutträger 234 selbst Spindelmuttern auf, so dass er unmittelbar durch Rotation der Antriebsspindeln 220a, 220b abgesenkt und angehoben werden kann. Frontseitig sind am Gargutträger 234 zwei Fortsätze 230a, 230b vorgesehen, die in vertikale Führungsschienen 232a, 232b eingreifen und somit stabilisierend wirken.

Der Gargutträger 234 selbst verfügt über eine kreisförmige Aussparung 252, in der eine drehbare scheibenförmige Gargutträgerplatte 254 drehbar gelagert angeordnet ist. Die Gargutträgerplatte 254 bildet dabei mit der Oberfläche des Gargutträgers 234 eine plane Fläche. Die Gargutträgerplatte 254 verfügt am äußeren Rand über einen umlaufenden Zahnkranz 256. In diesen Zahnkranz 256 greift ein Zahnrad 258 ein, welches zusammen mit einem das Zahnrad 256 über eine Abtriebswelle antreibenden Schrittmotor 260 in den Gargutträger 234 integriert ist. Über diesen Motor kann die scheibenförmige Gargutträgerplatte 254 somit gedreht werden. Die elektrischen Zuleitungen zum Schrittmotor 260 sind in den 5 und 6 nicht dargestellt. Sie werden zweckmäßigerweise im hinteren oder hinteren seitlichen Bereich des Garraums 210 aus diesem herausgeführt.

Wie bei der zweiten Ausführungsform, die in den 3 und 4 dargestellt ist, ist das Gargut somit mit zwei Freiheitsgraden beweglich. Es kann einerseits in der Vertikalen angehoben und abgesenkt werden und andererseits rotiert werden.

Durch die Rotation wird ein sehr homogenes Einwirken der Hitze auf das Gargut möglich. Damit wird der Problematik vorgebeugt, dass die zur Klappe des Garraums 210 weisende Seite des Garguts bei immer Lage und Orientierung des Garguts üblicherweise weniger Hitze ausgesetzt ist. Wie bei den vorherigen Ausführungsformen auch, ist die Steuerung einerseits über Steuerschalter 236, 238, 262, 264 in der Bedienungseinrichtung 214 unmittelbar durch einen Bediener möglich. Andererseits ist auch hier ein automatisierter Garprozess möglich, bei dem in Abhängigkeit eines Garprogramms und/oder in Abhängigkeit von Sensoren der Garprozess gesteuert/geregelt wird. Die Rotation der Gargutträgerplatte 254 kann je nach Programm kontinuierlich erfolgen oder auch durch Verändern der Position beispielsweise alle paar Minuten.

Alle hier dargestellten Ausführungsformen haben den wesentlichen Vorteil gemeinsam, dass die Gewichtskraft des Gargutträgers und des Garguts aufgrund des Spindelantriebs nur ein geringes Moment auf die Antriebseinheiten ausüben. Es ist dementsprechend keine unerwünschtes Absinken der Gargutträger zu befürchten.


Anspruch[de]
  1. Gargerät mit beheizbarem Garraum (10; 110; 210), wobei in dem Garraum ein Gargutträger (34; 134; 234) mit Höhenverstellung angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenverstellung riemenlos ausgebildet ist und eine Antriebseinheit (24a, 24b, 124a, 124b, 224a, 224b) zur gesteuerten Höhenverstellung aufweist.
  2. Gargerät nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch eine stufenlose Höhenverstellung.
  3. Gargerät nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine Höhenverstellung mittels eines Teleskopantriebs, insbesondere mit einem Arbeitsfluid bzw. hydraulisch.
  4. Gargerät nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch eine Höhenverstellung mittels eines Spindelantriebs (20a, 20b; 120a, 120b; 220a, 220b), wobei vorzugsweise eine nach oben verlaufende Spindel (20a, 20b; 120a, 120b; 220a, 220b) angetrieben ist und der Gargutträger (34; 134; 234) mit einer Spindelmutter daran befestigt ist.
  5. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Höhenverstelleinrichtungen (20a, 20b, 24a, 24b; 120a, 120b, 124a, 124b; 220a, 220b, 224a, 224b) für den Gargutträger (34; 134; 234) vorgesehen sind, die an zwei Enden oder Ecken des Gargutträgers (34; 134; 234) angeordnet sind, wobei vorzugsweise jede Höhenverstelleinrichtung eine eigene Antriebseinheit (24a, 24b; 124a, 124b; 224a, 224b) aufweist.
  6. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine elektromotorische Antriebseinheit (24a, 24b; 124a, 124b; 224a, 224b), insbesondere mit Elektromotor und Getriebe.
  7. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhenverstellung bzw. die Antriebseinheit von außen steuerbar ist, vorzugsweise über eine elektronische Steuerung (14, 26; 114, 126; 214, 226) des Gargeräts.
  8. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine bei geschlossenem Garraum (10; 110; 210) mögliche Höhenverstellung.
  9. Gargerät mit beheizbarem Garraum (110; 210), insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei in dem Garraum (110; 210) ein Gargutträger (134; 234) angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Gargutträger (134; 234) selber oder ein darauf gestelltes Gargutgefäß seitlich bzw. in einer in etwa horizontal verlaufenden Ebene bewegbar ist, wobei die Bewegbarkeit eine steuerbare Positionierung mit Stoppen an einer bestimmten Position umfasst.
  10. Gargerät nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch eine Positionierung durch eine Bewegbarkeit mit einer Drehbewegung, wobei vorzugsweise die Drehbewegung um eine exzentrisch zu dem Mittelpunkt des Gargutträgers (234) angeordnete Achse erfolgt.
  11. Gargerät nach Anspruch 9, gekennzeichnet durch eine Positionierung mittels mindestens einer, vorzugsweise zwei, linearen Verschiebeeinrichtung (140a, 140b), insbesondere mit einem Spindelantrieb (127a, 127b).
  12. Gargerät nach Anspruch 9 oder 10, gekennzeichnet durch einen Antrieb für die Positionierung, der ortsfest an dem Gargerät angeordnet ist und eine Kraftübertragung an den Gargutträger bzw. das Gargutgefäß oder die Positioniereinrichtung aufweist.
  13. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Sensoreinrichtung (27; 127), welche zur Erfassung des Garzustandes, insbesondere an der Oberfläche, eines Gargutes in dem Garraum (10; 110) ausgebildet ist und in Abhängigkeit davon das Gargut relativ zu einer Heizeinrichtung (16, 18; 116, 118) in dem Garraum (10; 110) bewegt bzw. positioniert.
  14. Gargerät nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch optische Sensoren zur Erfassung des Zustands des Garguts bzw. seiner Oberfläche, wobei die optischen Sensoren die Oberfläche des Garguts abtasten und auswerten, insbesondere hinsichtlich Bräunungsgrades.
  15. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Steuerungseinrichtung (26; 126; 226) zur automatischen Positionierung bzw. Bewegung des Gargutes.
  16. Gargerät nach einem der Ansprüche 1 bis 14, gekennzeichnet durch eine Steuerungseinrichtung (26, 36, 38; 126, 136, 138, 148, 140; 226, 236, 238, 262, 264) für eine manuelle vorgebbare Positionierung des Gargutträgers (34; 134; 234) oder des Gargutgefäßes.
  17. Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Positionierung des Gargutträgers (34; 134; 234) oder des Gargutgefäßes ohne Zugang zum Garraum (10; 110; 210), insbesondere bei geschlossener Garraumtür (12; 112).
  18. Verfahren zur Positionierung eines Gargutes auf dem Gargutträger (34; 134) in einem Garraum (10; 110) bei einem Gargerät nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Erfassung des Garzustandes des Garguts oder seiner Oberfläche, wobei in Abhängigkeit von den dabei gewonnenen Informationen über eine Sensorsteuerung das Gargut für eine gewünschte bzw. gleichmäßige Fortführung des Garvorganges relativ zu einer Heizeinrichtung (16, 18; 116, 118) in dem Garraum (10; 110) horizontal oder vertikal positioniert wird.
  19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Positionierung von einer Sensorsteuerung automatisch und selbsttätig in gewissen Zeitabständen durchgeführt wird.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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