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Dokumentenidentifikation DE102004027306A1 22.12.2005
Titel Wertdokument
Anmelder Giesecke & Devrient GmbH, 81677 München, DE
Erfinder Depta, Georg, Dr., 83022 Rosenheim, DE;
Mayer, Karlheinz, 86169 Augsburg, DE;
Baldus, Christof, 81667 München, DE;
Franz, Peter, 85567 Bruck, DE;
Voit, Max, 82362 Weilheim, DE;
Dörfler, Walter, Dr., 81373 München, DE
DE-Anmeldedatum 04.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004027306
Offenlegungstag 22.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.12.2005
IPC-Hauptklasse B44F 1/12
IPC-Nebenklasse B42D 15/10   D21H 21/40   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Wertdokument, wie zum Beispiel Banknote, Passbuch oder dergleichen, das ein Sicherheitspapier und eine mithilfe eines Lasers erzeugte Markierung aufweist, wobei das Sicherheitspapier wenigstens einen Teilbereich mit einer Beschichtung aufweist, und sich die Markierung über den Grenzbereich zwischen Beschichtung und Sicherheitspapier erstreckt. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Sicherheitspapier und Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Wertdokuments bzw. Sicherheitspapiers.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Wertdokument, wie zum Beispiel Banknote, Ausweiskarte, Passbuch oder dergleichen, das ein Sicherheitspapier und eine mithilfe eines Lasers erzeugte Markierung aufweist, wobei das Sicherheitspapier wenigstens einen Teilbereich mit einer Beschichtung aufweist. Des Weiteren betrifft die Erfindung ein Sicherheitspapier und Verfahren zur Herstellung eines erfindungsgemäßen Wertdokuments bzw. Sicherheitspapiers.

Banknoten, Schecks, Fahrkarten, Eintrittskarten und andere Wertdokumente, insbesondere aus Papier, werden zum Zwecke der Fälschungssicherheit mit Sicherheitsmerkmalen ausgestattet, anhand deren die Echtheit der Wertdokumente überprüfbar ist.

In diesem Zusammenhang ist vorgeschlagen worden, Markierungen mittels Laserstrahlung auf einem Dokument aufzubringen, um dadurch eine irreversible und visuell leicht erfassbare Veränderung des Dokuments zu erzielen. So wird beispielsweise in der DE 28 36 529 C2 vorgeschlagen, mittels eines geeignet gesteuerten Laserstrahls die Seriennummer aus einer Druckfarbschicht heraus zu brennen. In der EP 0 918 649 B1 wird vorgeschlagen, die Identifikationsnummer durch örtliche Verringerung der Dokumentendicke mittels Laserätzung an anderer Stelle des Dokuments zu wiederholen. In den beiden vorgenannten Fällen wird also jeweils Material mittels Laserstrahlung abgetragen.

Demgegenüber sehen andere Ansätze vor, das Substratmaterial mittels Laserstrahlung lediglich zu schwärzen. Um besonders gut lesbare und kantenscharfe Markierungen zu erzielen, ist es auch bekannt, dem Papier Absorptionsmittel und Kohlenstoffbildner beizumischen, beispielsweise mikrovermahlene Kunststoffe (DE 197 32 860 A1).

Einen anderen Weg geht die DE 198 22 605 A1. Darin wird vorgeschlagen, die Papiersubstratoberfläche zunächst mit Laserenergie zu behandeln, um die Oberfläche strukturell zu verändern, und diese anschließend mit einer opaken Beschichtung zu versehen, beispielsweise durch Bedrucken, Lackieren und/oder Metallisieren. Das vorherige Verändern der Oberfläche führt bei der nachfolgend aufgebrachten Beschichtung zu einer erkennbaren Veränderung der Farbdichte, des Farborts, des Glanzes und/oder der Reflexion, wodurch ein sichtbares Sicherheitsmerkmal entsteht.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Wertdokument und ein Sicherheitspapier mit einem verbesserten visuellen Sicherheitsmerkmal vorzuschlagen, das eine hohe Fälschungssicherheit aufweist, sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen Sicherheitsmerkmals.

Diese Aufgabe wird durch das Wertdokument und das Sicherheitspapier mit den Merkmalen der unabhängigen Ansprüche gelöst. Verfahren zu Herstellung derselben sind in nebengeordneten Ansprüchen angegeben. Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Ein erfindungsgemäßes Wertdokument, wie z.B. eine Banknote, ein Passbuch oder dergleichen, weist ein Sicherheitspapier und eine mithilfe eines Lasers erzeugte Markierung auf, wobei das Sicherheitspapier wenigstens in einem Teilbereich mit einer Beschichtung versehen ist, und sich die Markierung über den Grenzbereich zwischen Beschichtung und Sicherheitspapier erstreckt. Da der Laser kontinuierlich in Form der Markierung über das Wertdokument geführt wird und die Laserstrahlung die Beschichtung und das Papiersubstrat unterschiedlich beeinflusst, zeigt die Markierung in den verschiedenen Bereichen ein unterschiedliches Erscheinungsbild, wobei diese unterschiedlichen Erscheinungsbilder direkt ineinander übergehen.

Die Markierung erscheint somit am Übergang im Grenzbereich zwischen Beschichtung und Sicherheitspapier mit perfekter Passerhaltigkeit, wodurch die mit dieser Markierung erreichte Fälschungssicherheit gegenüber einem Nachdruck sehr hoch ist.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform weist die Beschichtung wenigstens eine Metallschicht, wie z.B. Aluminium, Gold, Silber etc., auf. Durch die Einwirkung der Laserstrahlung wird die Metallschicht entfernt, so dass der in der Metallschicht liegende Teil der Markierung in Form von Aussparungen in der Metallschicht vorliegt. Da der Laserstrahl kontinuierlich über den Grenzbereich zwischen Beschichtung und Sicherheitspapier geführt wird, geht die Negativdarstellung der Markierung nahtlos in eine Positivdarstellung im Bereich des Sicherheitspapiers über.

Denn die Lasereinwirkung führt zu einem Farbumschlag oder einer Farbveränderung des Sicherheitspapiers im markierten Bereich. Die Art und der Farbton der Farbänderung hängt von der Zusammensetzung des verwendeten Sicherheitspapiers ab. Dieser Farbumschlag bzw. Farbänderung kann durch geeignete Zusatzstoffe verstärkt werden, die im Volumen des Sicherheitspapiers, der Leimung oder einer nachträglichen Grundierung enthalten sein können. Die Art der verwendeten Zusatzstoffe ist dabei von der Art des verwendeten Lasers bzw. der verwendeten Laserwellenlänge abhängig. Denkbar sind Laserstrahlung absorbierende Zusätze, wie beispielsweise Ruß, thermochrome Stoffe oder Titandioxid.

Der im Sicherheitspapier liegende Teil der erfindungsgemäßen Markierung kann auch taktil fühlbar ausgestaltet sein, wie in der WO 204/009371 beschrieben.

Die erfindungsgemäße Metallschicht kann eine gedruckte, Metallpigmente oder Metalleffektpigmente enthaltende Schicht oder eine aufgedampfte bzw. aufgesputterte Schicht sein.

In letzterem Fall wird die Metallschicht vorzugsweise auf einen separaten Träger vorbereitet und in Form eines Etiketts oder Transferelements auf das Sicherheitspapier bzw. Wertdokument aufgebracht. Derartige Etiketten oder Transferelemente können auch beliebige weitere Schichten aufweisen, wie z.B. eine Lackschicht, in welche Beugungsstrukturen in Form eines Reliefs eingeprägt sind. Die Metallschicht dient hierbei üblicherweise als Reflexionsschicht für die Beugungstrukturen.

Gemäß einer weiteren Ausführungsform kann die Beschichtung als lasersensitive Aufzeichnungsschicht ausgebildet sein, wobei sie mindestens eine für Laserstrahlung einer ausgewählten Wellenlänge absorbierende Komponente aufweist. Beispielsweise ist als lasersensitive Aufzeichnungsschicht ein Farbgemisch geeignet, das eine die Laserstrahlung absorbierende Gemischkomponente und eine für die Laserstrahlung transparente Gemischkomponente aufweist. Die Markierung ist dabei aufgrund einer durch die Einwirkung der Laserstrahlung bewirkten irreversiblen Änderung der optischen Eigenschaften des Farbgemisches visuell erkennbar. Die absorbierende Gemischkomponente kann unter der Einwirkung der Laserstrahlung beispielsweise gebleicht, verdampft, in ihren Reflexionseigenschaften verändert oder durch eine chemische Reaktion in ein Material mit anderen optischen Eigenschaften umgewandelt werden.

Vorzugsweise enthält das Farbgemisch optisch variable Farbpigmente, wobei für die Laserstrahlung transparente Gemischkomponente insbesondere optisch variable Flüssigkristallpigmente und für die absorbierende Gemischkomponente beispielsweise optisch variable Interferenzschichtpigmente infrage kommen.

Eine derartige Beschichtung zeigt bei Änderung des Betrachtungswinkels ein Farbwechselspiel, wobei der wahrnehmbare Farbeindruck eine Überlagerung der Farbeindrücke der verschiedenen optisch variablen Farbpigmente darstellt. Durch die Lasereinwirkung verschwindet oder ändert sich der Farbeindruck der Interferenzschichtpigmente, so dass die gelaserten Bereiche farblich zur Umgebung kontrastieren. Die gelaserten Bereiche zeigen jedoch nach wie vor einen optisch variablen Effekt. Erstreckt sich die gelaserte Markierung über den Grenzbereich zwischen Beschichtung und Sicherheitspapier, so wird der optisch variable Anteil der Markierung in einen nicht optisch variablen Anteil übergeführt, der durch Laserung des Papiersubstrats entsteht. Dadurch entsteht der Eindruck, dass die Markierung mit unterschiedlichen Verfahren in einem exakten Passer erzeugt wurde.

Ein sehr ähnliches Erscheinungsbild der Markierung kann erzeugt werden, wenn die für Laserstrahlung transparenten und absorbierenden Anteile des Gemisches in getrennten Schichten übereinander angeordnet werden.

Für die Erzeugung der Markierung werden vorzugsweise Nd:YAG-Laser mit einer Wellenlänge von 1064 nm verwendet. Je nach Art der zu erzeugenden Markierung kann der Laser im Dauerstrichbetrieb oder im gepulsten Betrieb eingesetzt werden. Beispielsweise kann im gepulsten Betrieb eine sichtbare Variation des Schwärzungsgrads über den Verlauf der Markierung im Sicherheitspapier erzeugt werden.

Mittels der Lasermarkierung können alphanumerische Zeichen dargestellt werden, beispielsweise Seriennummern der Wertdokumente oder beliebige Codes, wie beispielsweise eindimensionale oder zweidimensionale Balkencodes oder Blindencodes, beliebige Symbole, Graphik, Muster, Bilder oder Mikroschrift. Auch beliebige alphanumerische Zeichen, wie Datum, Uhrzeit, Chargenbezeichnung, oder Schriftzüge sind möglich. Jede erfindungsgemäße Markierung erstreckt sich über die Grenze der Beschichtung hinweg in das Sicherheitspapier hinein, wodurch am Übergang das Erscheinungsbild der Markierung mit perfekter Passerhaltigkeit wechselt.

Das erfindungsgemäße Wertdokument kann weitere Sicherheitsmerkmale, wie beispielsweise einen Sicherheitsfaden, ein optisch variables Sicherheitselement, einen Sicherheitsaufdruck, wie z. B. einen Stichtiefdruck, oder maschinell lesbare Sicherheitsmerkmale, wie beispielsweise lumineszierende oder magnetische Stoffe, aufweisen. Falls das Wertdokument einen Sicherheitsfaden aufweist, kann die erfindungsgemäße Lasermarkierung auch im Bereich des Sicherheitsfadens vorgesehen werden. Die erfindungsgemäßen Wertdokumente können auch zur Absicherung von Produkten beliebiger Art verwendet werden.

Das erfindungsgemäße Wertdokument ist ein beliebiges Dokument, dessen wesentlicher Bestandteil ein Sicherheitspapier darstellt, wie beispielsweise eine Banknote, ein Scheck, ein Visum, ein Etikett, eine Passseite oder ein anderes zu sicherndes Dokument aus Sicherheitspapier.

Der Schritt der Laserbeschriftung erfolgt in einem beliebigen Stadium der Herstellung des Wertdokuments. So kann es sinnvoll sein, das Sicherheitspapier bereits nach der Herstellung in Rollenform mit einer entsprechenden Markierung zu versehen. Dies ist insbesondere der Fall, wenn das Sicherheitspapier in Endlosform mit einer Folienbeschichtung, wie einem beugungsoptisch wirksamen, beispielsweise streifenförmigen Sicherheitselement, versehen wird und dieses Sicherheitselement, wie oben beschrieben, mit einer erfindungsgemäßen Markierung versehen werden soll.

Vorzugsweise erfolgt der Schritt der Lasermarkierung jedoch als einer der letzten Arbeitsschritte bei der Herstellung des Wertdokuments. Werden die Wertdokumente beispielsweise in Form von bogenförmigen Mehrfachnutzen bedruckt, so kann die Lasermarkierung noch am Bogen oder bereits am geschnittenen, fertigen Wertdokument erfolgen. Letzteres ist insbesondere sinnvoll, wenn mittels der Lasermarkierung eine individuelle Information, wie eine Seriennummer, erzeugt werden soll.

Ein besonderer sicherheitstechnischer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist darin zu sehen, dass der beschriebene Effekt nicht durch einfache Mittel nachgestellt werden kann. Der Einsatz von Lasern erfordert hohe Investitionen und tief greifendes technisches Know-how, welches über den für den Einsatz üblicher Druckmaschinen oder digitaler Druckeinrichtungen nötigen Wissensstand weit hinausgeht.

Ein weiterer Vorteil der Erfindung liegt darin, dass die Lasermarkierung in einer für Druckereien typischen Geschwindigkeit berührungslos vorgenommen werden kann. Insbesondere kann jedes Dokument individuell markiert werden, indem beispielsweise die Seriennummer oder ein anderes individualisierendes Merkmal als Sicherheitsmerkmal in das Wertdokument integriert wird.

Anhand der nachfolgenden Beispiele und ergänzenden Figuren werden die Vorteile der Erfindung erläutert. Die beschriebenen Einzelmerkmale und nachfolgend beschriebenen Ausführungsbeispiele sind für sich genommen, aber auch in Kombination erfinderisch. Die Beispiele stellen bevorzugte Ausführungsformen dar, auf die jedoch die Erfindung in keinerlei Weise beschränkt sein soll. Die in den Figuren gezeigten Proportionen entsprechen nicht den in der Realität vorliegenden Verhältnissen und dienen vornehmlich zur Verbesserung der Anschaulichkeit. Es zeigen:

1 ein erfindungsgemäßes Wertdokument,

2 eine Ausschnittsvergrößerung des Bereichs A,

3 einen Schnitt durch das erfindungsgemäße Wertdokument entlang der Linie B-B,

4 einen Schnitt durch das erfindungsgemäße Wertdokument entlang der Linie C-C,

5 einen Schnitt durch das erfindungsgemäße Wertdokument entlang der Linie D-D,

6 einen alternativen Aufbau der Beschichtung,

7 einen andere beispielhafte Beschichtung.

1 zeigt ein erfindungsgemäßes Wertdokument 1 in Form einer Banknote. Das Wertdokument 1 weist gemäß der Erfindung eine Markierung 2 in Form einer Ziffernfolge auf, die durch Einwirkung eines Laserstrahls erzeugt wurde und sich in den Randbereich der Banknote 1 hinein erstreckt.

2 zeigt eine Ausschnittsvergrößerung des Bereichs A der 1. In dieser Vergrößerung ist der erfindungswesentliche Übergang der Markierung 2 über den Grenzbereich zwischen Beschichtung 3 und Sicherheitspapier 4 hinweg innerhalb der dargestellten „4" deutlich zu erkennen. An der Grenze der beiden Bereiche (3, 4) läuft die Markierung 2 nahtlos und ohne Versatz weiter. Aufgrund der dunkleren Graustufe der Markierung im Bereich des Sicherheitspapiers 4, ist der Übergang deutlich sichtbar und erscheint mit perfekter Passerhaltigkeit, die für eine gedruckte Markierung so nicht erreichbar wäre.

Die 3 zeigt einen Schnitt durch das Wertdokument 1 entlang der Linie B-B. In diesem Fall ist im Bereich der Markierung 2 eine Beschichtung 3 in Form eines Sicherheitselements 3 angeordnet, wobei das Sicherheitselement 3 aus einem Transferelement besteht. Das Transferelement ist mittels einer Kleberschicht 5 am Wertdokument 1 befestigt. Zwischen der Kleberschicht 5 und einer Kunststoffschicht 7, insbesondere Lackschicht 7, befindet sich eine Metallschicht 6.

4 zeigt einen Schnitt durch das Wertdokument 1 entlang der Linie C-C. Daran ist zu sehen, dass diese Metallschicht 6 im Bereich der Markierung 2 fehlt. Beim Beschriftungs- oder Markierungsvorgang mit dem Laser wird die Metallschicht 6 so verändert, dass sie nicht mehr länger sichtbar ist. Die Bezugsziffer 8 bezeichnet den mit der Laserstrahlung beaufschlagten Bereich.

5 zeigt einen Schnitt durch das Wertdokument 1 entlang der Linie D-D. Es ist eine durch die Laserbeschriftung hervorgerufene Farbveränderung 9 im Sicherheitspapier (Substrat) 4 zu sehen, die Teil der zur Markierung gehörenden und in Aufsicht erkennbaren „8" ist. In diesem Beispiel ist eine „8" dargestellt mit einem Schwärzungsgrad, der einer dunklen Graustufe entspricht. Die Laserleistung muss dabei auf den gewünschten Schwärzungsgrad eingestellt werden.

Im Grenzbereich A ändert sich demnach das Erscheinungsbild bzw. die Darstellungsweise der Markierung 2. Denn im Bereich des Sicherheitselements 3 ist die Markierung 2 in Form von Aussparungen 8 in der Metallschicht 6 dargestellt, d.h. als Negativdarstellung, während die Markierung 2 außerhalb des Sicherheitselements 3 in Form von Farbveränderungen, d.h. als Positivdarstellung, vorliegt.

6 zeigt ein Sicherheitspapier (Substrat) 20, beispielsweise einer Banknote oder eines anderen Wertdokuments, auf dem eine Beschichtung 22 aus einem Farbgemisch aus zwei Gemischkomponenten 24 und 26 aufgebracht ist. Eine der Gemischkomponenten 24 ist für die Strahlung des nachfolgend zur Markierung verwendeten Infrarotlasers transparent, die andere Gemischkomponente 26 absorbiert die Laserstrahlung. Im Bereich 28 wurde die Markierungsschicht 22 mit dem Markierungslaser mit geeignet gewählten Laserparametern bestrahlt, um die absorbierende Gemischkomponente 26 durch die Einwirkung der Laserstrahlung zu entfernen, zu verändern oder zu deaktivieren.

Je nach verwendetem Material kann die absorbierende Gemischkomponente 26 beispielsweise gebleicht, verdampft, in ihren Reflexionseigenschaften verändert oder durch eine chemische Reaktion in ein Material mit anderen optischen Eigenschaften umgewandelt werden. Insgesamt werden durch die Bestrahlung die optischen Eigenschaften des Farbgemisches im Bereich 28 irreversibel verändert. Als mögliche Effekte kommen unter anderem eine Farbveränderung, die Erzeugung eines Farbumschlags, das Aufhellen einer Farbe, die Änderung der Kippfarbe eines Effektfarbengemisches oder die lokale Änderung der Polarisationseigenschaften oder der Lumineszenzeigenschaften der Beschichtung 22 infrage.

Aufgrund der laserinduzierten Änderung der optischen Eigenschaften des Farbgemisches entstehen visuell erkennbare Kennzeichnungen in dem Wertdokument. Diese können sowohl durch die Form der bestrahlten und modifizierten Bereiche 28 der Markierungsschicht selbst gebildet sein, oder sich erst in Zusammenwirkung mit weiteren, beispielsweise informationshaltig strukturierten Druckschichten ergeben.

Beispielsweise kann zwischen dem Substrat 20 und der Beschichtung 22 eine informationsführende Druckschicht vorgesehen sein, und die Änderung der optischen Eigenschaften der Beschichtung 22 in der Erzeugung transparenter Teilbereiche 28 in einer ansonsten opaken Schicht bestehen, so dass die Informationen der Druckschicht in diesen Teilbereichen nach der Laserbestrahlung sichtbar sind.

Eine andere beispielhafte Beschichtung zeigt die 7. Dabei ist auf einem Substrat 30 eine Beschichtung 32 aufgebracht, die eine erste für die Laserstrahlung der gewählten Wellenlänge transparente Schicht 34, eine absorbierende Schicht 36 und eine zweite für die Laserstrahlung transparente Schicht 38 aufweist. Zumindest eine der absorbierenden oder transparenten Schichten enthält optisch variable Farbpigmente. Beispielsweise kann die transparente Schicht 34 Flüssigkristallpigmente enthalten, die eine mit dem Betrachtungswinkel veränderliche Reflexionsfarbe zeigen.

Durch Laserbestrahlung ist die absorbierende Schicht 36 in einem Teilbereich 40 abgetragen, wobei die über der absorbierenden Schicht 36 liegende transparente Schicht 38 durch die Ablation mit dieser mitgerissen wurde. Wird zur Abtragung beispielsweise ein Infrarotlaser, etwa ein Nd:YAG-Laser mit &lgr;=1,064 &mgr;m, verwendet, so können die für die Laserstrahlung transparenten Schichten 34, 38 im sichtbaren Spektralbereich opak und gefärbt sein. Durch die Form und Gestalt des abgetragenen Bereichs 40 lassen sich vielfältige Markierungen in die Beschichtung 32 einbringen, in denen beispielsweise ein optisch variabler Farbeffekt einer Flüssigkristallschicht 34 kontrastierend zu einem einfarbigen Umgebungsbereich einer zweiten transparenten Druckschicht 38 hervortritt.

Bei all diesen Beispielen setzt sich der in den verschiedenen Beschichtungen erzeugte Teil der Markierung in Form einer Farb- und/oder Kontrastveränderung im umgebenden Substratmaterial fort.


Anspruch[de]
  1. Wertdokument, wie zum Beispiel Banknote, Passbuch oder dergleichen, das ein Sicherheitspapier und eine mithilfe eines Lasers erzeugte Markierung aufweist, wobei das Sicherheitspapier wenigstens einen Teilbereich mit einer Beschichtung aufweist, und sich die Markierung über den Grenzbereich zwischen Beschichtung und Sicherheitspapier erstreckt.
  2. Wertdokument nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung wenigstens eine Metallschicht aufweist.
  3. Wertdokument nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierung im Bereich der Beschichtung in Form von Aussparungen in der Metallschicht vorliegt, die im Grenzbereich zum Sicherheitspapier in eine Farbveränderung, insbesondere Schwärzung, des Sicherheitspapiers übergehen.
  4. Wertdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung wenigstens eine Kunststoffschicht und eine Metallschicht aufweist, wobei die Kunststoffschicht eine Beugungsstruktur aufweist.
  5. Wertdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung ein Farbgemisch aufweist, das wenigstens eine die Laserstrahlung absorbierende Gemischkomponente und eine für die Laserstrahlung transparente Gemischkomponente aufweist.
  6. Wertdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung mehrschichtig ausgebildet ist und wenigstens eine der Schichten die Markierung aufweist.
  7. Wertdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung zwei übereinander angeordnete Schichten aufweist, wobei eine erste Schicht für die Laserstrahlung transparent ist und die zweite Schicht die Laserstrahlung absorbiert.
  8. Wertdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung optisch variable Eigenschaften aufweist.
  9. Wertdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung flüssigkristalline Pigmente enthält und/oder Interferenzschichtpigmente enthält.
  10. Wertdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Markierung in Form von alphanumerischen Zeichen, Barcodes, Mustern, Graphik oder Mikroschrift vorliegt.
  11. Wertdokument nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Markierungen auf dem Wertdokument vorliegen.
  12. Sicherheitspapier für Wertdokumente, wie Banknoten, Ausweiskarten oder dergleichen, das eine mithilfe eines Lasers erzeugte Markierung aufweist, wobei das Sicherheitspapier in wenigstens einem Teilbereich mit einer Beschichtung versehen ist, und sich die Markierung über den Grenzbereich zwischen Beschichtung und Sicherheitspapier erstreckt.
  13. Wertdokument oder Sicherheitspapier nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Wertdokument oder Sicherheitspapier mehrschichtig ausgeführt ist.
  14. Verfahren zur Herstellung einer Markierung in einem Wertdokument, wie zum Beispiel einer Banknote oder dergleichen, das ein Sicherheitspapier aufweist, das wenigstens in einem Teilbereich mit einer Beschichtung versehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Wertdokument mit Laserstrahlung beaufschlagt wird, wobei der Laserstrahl über den Grenzbereich zwischen Beschichtung und Sicherheitspapier geführt wird, und die Laserparameter so gewählt werden, dass eine Markierung erzeugt wird, die sowohl im Bereich der Beschichtung als auch im Bereich des Sicherheitspapiers vorliegt und sich über den Grenzbereich erstreckt.
  15. Verfahren zur Herstellung einer Markierung in einem Sicherheitspapier für Wertdokumente, wie zum Beispiel Banknoten oder dergleichen, mit wenigstens einem Teilbereich, der eine Beschichtung aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass das Sicherheitspapier mit Laserstrahlung beaufschlagt wird, wobei der Laserstrahl über den Grenzbereich zwischen Beschichtung und Sicherheitspapier geführt wird, und die Laserparameter so gewählt werden, dass eine Markierung erzeugt wird, die sowohl im Bereich der Beschichtung als auch im Bereich des Sicherheitspapiers vorliegt und sich über den Grenzbereich erstreckt.
  16. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass ein Nd:YAG-Laser verwendet wird.
  17. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschriftung mit dem Laser bei einer für Wertpapierdruckereien üblichen hohen Geschwindigkeit erfolgt.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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