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Dokumentenidentifikation DE102005021206A1 22.12.2005
Titel Scharnier und Aufhängevorrichtung für eine Kraftfahrzeugtür
Anmelder Edscha AG, 42855 Remscheid, DE
Erfinder Dvorak, Daniel, Kamenice nad Lipou, CZ
Vertreter Bonnekamp & Sparing, 40211 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 07.05.2005
DE-Aktenzeichen 102005021206
Offenlegungstag 22.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.12.2005
IPC-Hauptklasse E05D 3/02
IPC-Nebenklasse E05D 7/12   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Scharnier (1; 2) für eine Kraftwagentür (8), umfassend eine Türscharnierhälfte (11; 21) mit einem eine Lagerbohrung (113; 213) aufweisenden oberen Arm (111; 211) und einem eine Lagerbohrung (114; 214) aufweisenden unteren Arm (112; 212), eine Säulenscharnierhälfte (12; 22) mit einem eine Lagerbohrung (123; 223) aufweisenden oberen Arm (121; 221) und einem eine Lagerbohrung (124; 224) aufweisenden unteren Arm (122; 222), und einen die Lagerbohrungen (113, 114, 123, 124; 213, 214, 223, 224) durchgreifenden Scharnierbolzen (3) mit einem Außengewinde (37) und einem endseitigen Kopf (36), wobei eine der Lagerbohrungen (123; 224) von einem Axialdorn (41; 42) durchgriffen ist und wobei der Axialdorn (41; 42) ein Innengewinde aufweist, in das das Außengewinde (37) des Scharnierbolzens (3) einschraubbar ist. Die Erfindung betrifft weiter eine Aufhängevorrichtung für eine Kraftfahrzeugtür (8) an einer Karosseriesäule (9), umfassend ein erstes Scharnier (1) und ein unterhalb des ersten Scharniers (1) angeordnetes zweites Scharnier (2).

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Scharnier nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 sowie eine Aufhängevorrichtung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 für eine Kraftfahrzeugtür.

EP 1 260 664 beschreibt ein Scharnier für eine Aufhängevorrichtung für eine Kraftfahrzeugtür, wobei die Aufhängevorrichtung ein oberes und ein unteres Scharnier umfaßt, wobei jedes der Scharniere eine Türscharnierhälfte und eine Säulenscharnierhälfte umfaßt. Beide Scharnierhälften sind als Blechbiegeteile mit oberen und unteren Armen ausgebildet, in denen koaxialen Lagerbohrungen für einen Scharnierbolzen ausgebildet sind, wobei bei der Aufhängevorrichtung die Arme der Türscharnierhälften oberhalb den entsprechenden Armen der Säulenscharnierhälften angeordnet sind. Der Scharnierbolzen ist an einem oberen Ende mit einem Kopf versehen, und an einem Schaft unmittelbar an den Kopf anschließend mit einem Abschnitt mit einem Außengewinde für das Einschrauben in das durchgängige Innengewinde in einem Axialdorn versehen. Der Axialdorn ist in der Lagerbohrung des oberen Armes der Säulenscharnierhälfte befestigt. Der restliche Teil des Scharnierbolzens weist – bis auf eine Anlaufabschrägung an seinem Ende – einen konstanten Durchmesser auf und greift durch die Lagerbohrungen beziehungsweise durch die Buchsen in den unteren Armen der beiden Scharnierhälften. Nachteilig ist, daß die Scharniere bzw. die Aufhängevorrichtung keine leichte Türauf- und -abhängung z. B. vor und nach dem Lackieren der Kraftwagenkarosserie erlauben, da nach dem Ausschrauben des Scharnierbolzens aus dem Innengewinde des Axialdornes es zwingend erforderlich ist, ein weiteres Montagewerkzeug anzubringen, und zwar sowohl für das Herausschieben des Endes des Scharnierbolzens aus dem Lager in dem unteren Arm der Türscharnierhälfte, als auch für das Herausschieben der Lagerbohrung des oberen Armes der Türscharnierhälfte aus der Außenlagerfläche des Axialdornes, und zwar deshalb, weil wenigstens ein Lager der Türscharnierhälfte auf dem Axialdorn oder Scharnierbolzen mit einem bestimmten Übermaß ausgeführt sein muss, um das vorgeschriebene Widerstandsmoment beim Öffnen und Schließen der Türe zu gewährleisten. Weiter ermöglicht ein derartiges Scharnier kein einfaches Einschieben und Festziehen des Scharnierbolzens des oberen Scharniers bei gewölbten Türen, und zwar infolge eines nur geringen Handhabungsraumes zwischen dem oberen Scharnier beziehungsweise dem Kopf des Scharnierbolzens und der Türwölbung. Ein weiterer Nachteil dieses Scharniers besteht darin, dass der Axialdorn mit einem Anschlagabsatz an der Innenseite des oberen Armes der Säulenscharnierhälfte versehen ist, was die Durchführung seines Einpressens in die Lagerbohrung in dem zugeordneten Arm kompliziert.

FR 2 606 822 A1 beschreibt ein Scharnier für eine Kraftfahrzeugtür mit einer Säulenscharnierhälfte und einer Türscharnierhälfte, wobei nur die Türscharnierhälfte zwei Arme aufweist, zwischen denen die Säulenscharnierhälfte durchgehend aufgenommen ist. An einem der Arme ist ein Innengewinde vorgesehen, in das ein Außengewinde eines Scharnierbolzens einschraubbar ist, wobei das Außengewinde in der Nähe des Kopfes des Scharnierbolzens angeordnet ist. Beide Arme sind aufeinander zu weisend verlängert, wobei die Verlängerung der Arme nicht als Axialdorn ausgebildet ist, der die zwischen den Armen aufgenommene andere Scharnierhälfte durchgreift. Statt dessen liegt die Verlängerung der Arme an der anderen Scharnierhälfte auf.

FR 2 657 112 A3 beschreibt ein Scharnier mit einer im wesentlichen C-förmigen Säulenscharnierhälfte mit zwei Armen, die je einen an den Arm angeschweißten Lagerzapfen aufweisen, sowie einer ebenfalls im wesentlichen C-förmigen Türscharnierhälfte mit zwei Armen und je einer Bohrung mit Hülse. Bei der Montage greifen die beiden Hülsen der einen Scharnierhälfte mit den Lagerzapfen der anderen Scharnierhälfte zusammen. Die Druckschrift beschreibt im wesentlichen eine Steckverbindung zwischen den Scharnierhälften und insbesondere keinen schraubbaren Scharnierbolzen.

US 4,881,298 A beschreibt ein Scharnier mit einer im wesentlichen C-förmigen Türscharnierhälfte und einer ebenfalls im wesentlichen C-förmigen Säulenscharnierhälfte, die zueinander ausgefluchtete Bohrungen aufweist, in die zapfenartige Fortsätze eingreifen, wobei die zapfenartigen Fortsätze an der Türscharnierhälfte angeordnet sind. Die Druckschrift beschreibt ebenfalls keinen Scharnierbolzen, der bei einem Einschrauben beide Scharnierhälften miteinander verbindet.

US 5,682,646 A beschreibt ein Scharnier mit einer im wesentlichen C-förmigen Türscharnierhälfte und einer ebenfalls im wesentlichen C-förmigen Säulenscharnierhälfte, wobei ein Scharnierbolzen je zwei Bohrungen in den beiden Scharnierhälften durchsetzt. Der Scharnierbolzen weist an seinem von dem Kopf abgekehrten Ende ein Außengewinde auf, das in ein Innengewinde einer Mutter einschraubbar ist, wobei die Mutter außen an Außenseite eines der Arme einer der Scharnierhälften und damit erst bei dem Einschrauben des Scharnierbolzens mit dem Scharnier verbunden wird. Keine der Bohrungen weist einen Fortsatz in Richtung der Scharnierachse auf.

DE 203 10 709 U1 und DE 203 10 707 U1 beschreiben beide ein Scharnier mit zwei im wesentlichen C-förmigen Scharnierhälften, die von einem Scharnierbolzen durchgriffen werden, an dessen dem Kopf abgekehrten Ende ein Außengewinde vorgesehen ist, wobei das Außengewinde mit einem Innengewinde zusammengreift. Das Innengewinde ist in einer nach außen, von dem benachbarten Arm der anderen Scharnierhälfte weg weisenden Ausformung vorgesehen. Insbesondere greift die durch einen Materialverdrängungsprozeß hergestellte Ausformung nicht nach Art eines Axialdorns durch die benachbarte Bohrung des anliegenden Arms der anderen Scharnierhälfte.

Es ist die Aufgabe der Erfindung, das eingangs genannte Scharnier bzw. die eingangs genannte Aufhängevorrichtung derart auszubilden, daß die Montage bzw. die Demontage der Kraftwagentür vereinfacht wird.

Diese Aufgabe wird für das genannte Scharnier erfindungsgemäß mit den Kennzeichen des Anspruchs 1 bzw. für die genannte Aufhängevorrichtung erfindungsgemäß mit den Kennzeichen des Anspruchs 11 gelöst.

Die erfindungsgemäße Ausbildung der Aufhängevorrichtung ermöglicht, das obere Türscharnier so nahe wie möglich an der Oberkante der Tür zu befestigen und dadurch auch einen möglichst großen Abstand der beiden Scharniere zueinander zu erreichen, ohne dass die Montage und Demontage des oberen Scharnierbolzens durch den nach innen gewölbten Türteil behindert wurde.

Es ist vorteilhaft, wenn der Schaft der Scharnierbolzen mit kaskadenförmig abgestuften Abschnitten versehen ist, wobei ein an den Kopf anschließender Lagerabschnitt, der für die Lagerung des Scharnierbolzens in den Lagerbohrungen der beiden zu dem Kopf des Scharnierbolzens zugekehrten Arme dient, einen größeren Durchmesser als der Rest des Schaftes des Scharnierbolzens aufweist, wobei die Lagerungslänge des Lagerabschnittes kleiner oder gleich als eine zum festen Nachziehen des Außengewindes des Scharnierbolzens in das Innengewinde des Axialdorns erforderliche aktive Länge der Verschraubung ist.

Eine solche Ausbildung des Schaftes ermöglicht bei einem Ausschrauben des Scharnierbolzens die gleichzeitige Auspressung der Lagerungslängen der Schaftabschnitte aus den Lagerbohrungen beziehungsweise aus den Lagerbuchsen des dem Kopf des Scharnierbolzens zugekehrten Armpaares und das nachfolgende leichte Hinausschieben des Scharnierbolzens aus den beiden Scharnierhälften von Hand, ohne Anwendung von weiteren Werkzeugen oder Vorrichtungen.

Für einige Ausführungen der Aufhängevorrichtung ist es insbesondere vorteilhaft, wenn der Schaft mit einem Lagerabschnitt mit dem Durchmesser D1 für eine Drehlagerung in der Bohrung beziehungsweise der Lagerbuchse des zu dem Kopf zugekehrten Armes, anschließend an den Lagerungsabschnitt mit dem kleineren Durchmesser D2 für die feste Lagerung in der Bohrung des benachbarten Armes folgt. Eine solche Ausführung ist zwar technologisch anspruchsvoller, da der Schaft mindestens vier Abschnitte aufweist, aber die aktive Länge der Verschraubung ist kürzer.

Es ist vorteilhaft, wenn die Arme der Türscharnierhälfte mit einem Versteifungssteg verbunden sind. Eine derartige Ausführung versteift ausreichend die Türscharnierhälfte und verbessert ihre Festigkeit bei einem Unfall des Kraftfahrzeugs.

Ebenfalls ist es vorteilhaft, wenn ein Anschlagrücksprung des Axialdorns auf der Oberfläche des Armes an der Außenseite des Scharniers anliegt. Diese Maßnahme erleichtert die Durchführung des Einpressens des Axialdorns in die Lagerbohrung in dem dem Axialdorn zugeordneten Arm der Scharnierhälfte.

Weitere Vorteile und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den abhängigen Ansprüchen sowie aus der nachfolgenden Beschreibung eines bevorzugten Ausführungsbeispiels.

Die Erfindung wird nachfolgend mit Bezugnahme auf die anliegenden Zeichnungen anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels näher beschrieben und erläutert.

1 zeigt eine geschnittene Ansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Aufhängevorrichtung mit einem erfindungsgemäßen Ausführungsbeispiel eines oberen und eines unteren Scharniers,

2 zeigt eine Explosionsdarstellung des oberen Scharniers aus 1,

3 zeigt eine teilweise geschnittene Ansicht des oberen Scharniers aus 1 und 2 in einer Zwischenstellung während des Einführens des Scharnierbolzens bei der Montage, in dem Zustand vor dem Einführen der Lagerabschnitte des Scharnierbolzens in die Lagerbohrungen bzw. Lagerbuchse, und

4 zeigt eine teilweise geschnittene Ansicht des oberen Scharniers aus 3 in einer Stellung mit vollständig eingeführtem Scharnierbolzen und eingeführten Lagerabschnitten.

1 zeigt, daß eine Aufhängevorrichtung für eine Kraftfahrzeugtür 8 ein oberes Scharnier 1 und ein unteres Scharnier 2 umfaßt. Für eine bessere Übersichtlichkeit sind die Bestandteile des oberen Scharniers 1 mit Bezugszeichen, die mit der Ziffer 1 beginnen, ausgewiesen, während die Bezugszeichen der Bestandteile des unteren Scharniers 2 mit der Ziffer 2 beginnen. Jedes der Scharniere 1, 2 umfaßt eine Türscharnierhälfte 11, 21, deren jeweilige Befestigungsflächen mit Hilfe von nicht dargestellten Schrauben an der Fahrzeugtür 8 befestigt ist, und eine Säulenscharnierhälfte 12, 22, deren jeweilige Befestigungsfläche mit Hilfe von wiederum nicht dargestellten Schrauben an einer Karosseriesäule 9 befestigt ist. Beide Scharnierhälften 11, 12, 21, 22 sind als Blechbiegeteile ausgebildet. Die Befestigungsfläche der Säulenscharnierhälfte 12, 22, die an die Karosseriesäule 9 im wesentlichen vertikal montiert ist, geht an ihren zwei gegenüberliegenden Seiten in zwei in einem Abstand von einander angeordnete und zu der Befestigungsfläche senkrechte Arme über, und zwar in einen oberen Arm 121, 221 und in einen unteren Arm 122, 222. In der Nähe der freien Enden dieser Arme 121, 122, 221, 222 sind koaxiale Lagerbohrungen 123, 124, 223, 224 für die Lagerung eines Scharnierbolzens 3 oder eines Axialdorns 41, 42 ausgebildet. Die Türscharnierhälfte 11, 21 weist zwei, im wesentlichen vertikal angeordnete Befestigungsflächen auf, an deren zugekehrten Enden im wesentlichen horizontal ein oberer Arm 111, 211 und ein unterer Arm 112, 212 abstehen, die untereinander mit einem Versteifungssteg 110 verbunden sind. Die oberen Arme 111, 211 der Türscharnierhälfte 11, 21 sind oberhalb der oberen Arme 121, 221 der Säulenscharnierhälfte 12, 22 angeordnet, und die unteren Arme 112, 212 der Türscharnierhälfte 11, 21 sind oberhalb der unteren Armen 122, 222 der Säulenscharnierhälfte 12, 22 angeordnet. Der obere Arm 111, 211 und der untere Arm 112,212 der Türscharnierhälfte 11,21 sind mit koaxialen Bohrungen 113, 114, 213, 214 für die Lagerung des Scharnierbolzens 3 oder des Axialbolzens 41, 42 versehen. Der Axialdorn 41 ist in die Lagerbohrung 113 des oberen Armes 111 der Türscharnierhälfte 11 so eingepresst, das ein Anschlagrücksprung 411 (siehe 2 und 3) auf der Außenseite des oberen Armes 111 aufsitzt und von diesem nach unten, also in Richtung auf das Innere des oberen Scharniers 1, fortsetzt. Der fortsetzende Teil des Axialdorns 41 ist mit einer äußeren Zylinderfläche anliegend an der Einführungsabschrägung in der Lagerbohrung 123 des oberen Armes 121 der Säulenscharnierhälfte 12 beziehungsweise in der Lagerbuchse 123' fluchtend drehbar gelagert. Der Scharnierbolzen 3 ist an einem Ende mit einem Kopf 36 mit einem Mehrkant für das Aufsetzen eines Montagewerkzeuges versehen, und der Schaft des Scharnierbolzens 3 ist von einem Lagerabschnitt 31 mit dem größten Durchmesser D1, anschließend an den Kopf 36, bis zu einem Einführungsabschnitt 35 mit dem kleinsten Durchmesser D5 an dem anderen Ende kaskadenförmig abgestuft.

Der Lagerabschnitt 31 mit dem größten Durchmesser D1 dient für die Drehlagerung des Scharnierbolzens 3, und zwar entweder in der Buchse 124' der Lagerbohrung 124 des unteren Armes 122 der Säulenscharnierhälfte 12 des oberen Scharniers 1 oder in der Buchse 213' der Lagerbohrung 213 des oberen Armes 211 der Türscharnierhälfte 21 des unteren Scharniers 2 (siehe 1).

Ein Lagerabschnitt 32 (2) mit einem Durchmesser D2 dient für die undrehbare Lagerung des Scharnierbolzens 3, und zwar in der Lagerbohrung 114 des unteren Armes 112 der Türscharnierhälfte 11 des oberen Scharniers 1 bzw. der Lagerbohrung 223 des oberen Armes 221 der Säulenscharnierhälfte des unteren Scharniers 2.

Ein Durchmesser D3 eines Distanzabschnittes 33 (2) ist so gewählt, dass es möglich ist, diesen ohne Widerstand durch die Bohrungen 114, 124, 223, 213 bzw. die Buchsen 124', 213' der unteren Arme 112, 122 des oberen Scharniers 1 oder durch die unteren Arme 211, 221 des unteren Scharniers 2 zu schieben. Der Übergang des Durchmessers D3 auf den Durchmesser D4 bildet eine Anschlagfläche aus, die auf einer Stirn des Axialdorns 41, 42 aufsitzt und einen Anschlag für das Nachziehen des Scharnierbolzens 3 nach dem Einschrauben des Außengewinde 37 in das Innengewinde des Axialdorns 41, 42 bildet.

Ein Befestigungsabschnitt 34 mit dem Durchmesser D4 (2) ist mit einem Abschnitt mit dem Außengewinde 37 versehen, das in das Innengewinde des Axialdorns 41, 42 des oberen und unteren Scharniers 1 oder 2 über die aktive Länge LS der Verschraubung, die gleich oder größer ist als die größere Lagerungslänge von der Lagerungslänge Ld1 des Lagerabschnittes 31 mit dem Durchmesser D1 bzw. der Lagerungslänge Ld2 des Lagerabschnittes 32 mit dem Durchmesser D2. Dies deshalb, damit beim Herausschrauben des Außengewindes 37 des Scharnierbolzens 3 aus dem Innengewinde des Axialdorns 41, 42 das gleichzeitige Ausführen der Lagerabschnitte 31 und 32 mit den Lagerlängen Ld1 und Ld2 aus den entsprechenden Lagerbohrungen 114, 124, 213. 223 bzw. der Lagerbuchsen 124'', 213' erreicht wird und es möglich ist, den Scharnierbolzen 3 nur von Hand, ohne Anwendung irgendeines weiteren Werkzeuges, herauszuziehen. Die Lagerungslängen Ld1, Ld2 der Lagerabschnitte 31, 32 sind als Abstände zwischen der Übergangskante des größeren Durchmessers D1, D2 und dem kleineren Durchmesser D2, D3 von der abgekehrten Kante der entsprechenden Lagerbuchse 124', 213' oder der Kante der Lagerbohrung 114, 223 definiert (4). Es ist selbstverständlich möglich, dass der Durchmesser D2 für die feste, undrehbare Lagerung des Scharnierbolzens 3 dem Durchmesser D1 für seine Drehlagerung gleich ist. Eine solche Ausführung ist technologisch einfacher, da anstatt zweier Lagerabschnitte 31, 32 anschließend an den Kopf 36 an dem Schaft des Scharnierbolzens 3 nur ein längerer Lagerabschnitt mit einer Gesamtlänge (Ld1 + Ld2 + Spalte zwischen den beiden Lagerungslängen Ld1, Ld2) hergestellt ist. Die aktive Länge LS der Verschraubung muss der Länge dieses längeren Lagerabschnittes gleich oder größer sein. Der vorteilhaft mit einem Kegel abgeschlossene Einführungsabschnitt 35 mit dem Durchmesser D5 erleichtert das Einführen des Endes des Scharnierbolzens 3 in das Innengewinde des Axialdorns 41, 42.

Die Montage der Aufhängevorrichtung und die Montage und die Demontage der Tür wird folgenderweise durchgeführt:

Die zusammengebauten Scharnierhälften 11, 12, 21, 22 des oberen und unteren Scharniers 1, 2 werden mit Hilfe von nicht dargestellten Schrauben mit ihren Befestigungsflächen an der Karosseriesäule 9 und an der Tür 8 angebracht, die Tür 8 wird an die Fahrzeugkarosserie angepasst und die Schrauben festgezogen. Nach dem Durchgang der Karosserie mit den eingehängten Türen 8 durch die Lackierstraße werden mit Hilfe eines an dem Kopf 36 aufgesetzten Montageschlüssels die Scharnierbolzen 3 aus den Innengewinden der Axialdorne 41, 42 herausgeschraubt und die Scharnierbolzen 3 von Hand herausgeschoben.

Dann ist die Tür 8 nur mit Hilfe der Axialdorne 41, 42 eingehängt. Danach wird die Tür 8 mit den befestigten Türscharnierhälften 11. 21 des oberen und des unteren Scharniers 1, 2 nach oben herausgeschoben. Dabei werden sowie der Axialdorn 41 des oberen Armes 111 der Türscharnierhälfte 11 des oberen Scharniers 1 aus der Lagerbuchse 123' des oberen Armes 121 der Säulenscharnierhälfte 12 des oberen Scharniers 1 wie auch die Lagerbuchse 214' des unteren Armes 212 der Türscharnierhälfte 21 des unteren Scharniers 2 von dem Axialdorn 42 des unteren Armes 222 der Säulenscharnierhälfte 22 des unteren Scharniers 2 herausgeschoben. Nach separater Ankleidung der Karosserie und der Tür 8 wird die Tür 8 in einem umgekehrten Verfahrensablauf wieder in die Karosserie so eingehängt, dass die jeweils beiden Scharnierhälften 11, 12, 21, 22 der beiden Scharniere 1, 2 zuerst mit Hilfe der Axialdorne 41, 42 verbunden werden, danach werden durch die Lagerbohrungen 114, 223 bzw. durch die Lagerbuchsen 124', 213' die Schafte der jeweiligen Scharnierbolzen 3 von Hand hindurchgeschoben und die Außengewinde 37 wird mit Hilfe des nicht dargestellten, an dem Kopf 36 des Scharnierbolzens 3 aufgesetzten Montageschlüssels in die Innengewinde der jeweiligen Axialdorne 41, 42 eingeschraubt werden. Bei dem Nachziehen des Scharnierbolzens 3 mit vorgeschriebenem Nachziehmoment kommt es zugleich zu dem Einpressen der Lagerungslängen Ld1, Ld2 der Lagerdurchmesser D1, D2 des Schaftes in die entsprechenden Lagerbohrungen 114, 223 bzw. in die Lagerbuchsen 124', 213'.

Die vorbeschriebene Aufhängevorrichtung mit den vorbeschriebenen Scharnieren für ein Kraftfahrzeug eignet sich für Kraftfahrzeugtüren, die Erschütterungen ausgesetzt sind und an die hohe Anforderungen nach einer einfachen und schnellen Montage und Demontage der Tür, sowie nach einem minimalen Durchhang der montierten Tür und nach einem bestimmten Widerstand bei einem Öffnen und Schließen gestellt werden.

1oberes Scharnier 11Türscharnierhälfte 110Versteifungssteg 111oberer Arm 112unterer Arm 113Lagerbohrung 114Lagerbohrung 12Säulenscharnierhälfte 121oberer Arm 122unterer Arm 123Lagerbohrung 123'Lagerbuchse 124Lagerbohrung 124'Lagerbuchse 2unteres Scharnier 21Türscharnierhälfte 211oberer Arm 212unterer Arm 213Lagerbohrung 213'Lagerbuchse 214Lagerbohrung 214'Lagerbuchse 22Säulenscharnierhälfte 221oberer Arm 222unterer Arm 223Lagerbohrung 224Lagerbohrung 3Scharnierbolzen 31Lagerabschnitt, Durchmesser D1 32Lagerabschnitt, Durchmesser D2 33Distanzabschnitt, Durchmesser D3 34Befestigungsabschnitt, Durchmesser D4 35Einführungsabschnitt, Durchmesser D5 36Kopf 37Außengewinde 41Axialdorn (oberes Scharnier 1) 411Anschlagrücksprung 42Axialdorn (unteres Scharnier 2) 421Anschlagrücksprung 8Tür 9Säule LSaktive Länge der Verschraubung Ld1Lagerungslänge Lagerabschnitt 31 Ld2Lagerungslänge Lagerabschnitt 32

Anspruch[de]
  1. Scharnier (1; 2) für eine Kraftwagentür (8), umfassend

    eine Türscharnierhälfte (11; 21) mit einem eine Lagerbohrung (113; 213) aufweisenden oberen Arm (111; 211) und einem eine Lagerbohrung (114; 214) aufweisenden unteren Arm (112; 212),

    eine Säulenscharnierhälfte (12; 22) mit einem eine Lagerbohrung (123; 223) aufweisenden oberen Arm (121; 221) und einem eine Lagerbohrung (124; 224) aufweisenden unteren Arm (122; 222), und

    einen die Lagerbohrungen (113, 114, 123, 124; 213, 214, 223, 224) durchgreifenden Scharnierbolzen (3) mit einem Außengewinde (37) und einem endseitigen Kopf (36),

    wobei eine der Lagerbohrungen (123; 224) von einem Axialdorn (41; 42) durchgriffen ist, und

    wobei der Axialdorn (41; 42) ein Innengewinde aufweist, in das das Außengewinde (37) des Scharnierbolzens (3) einschraubbar ist,

    dadurch gekennzeichnet,

    daß der Axialdorn (41; 42) an einem der außenliegenden Arme (111; 222) der einen (11; 22) von der Türscharnierhälfte (11; 21) und der Säulenscharnierhälfte (12; 22) angeordnet ist, und

    daß das Außengewinde (37) an einem von dem Kopf (36) abgekehrten Ende des Scharnierbolzens (3) angebracht ist.
  2. Scharnier nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Scharnierbolzen (3) einen ersten Lagerabschnitt (31) aufweist, und daß der erste Lagerabschnitt (31) in einer der Lagerbohrungen (124; 213) eines der Arme (122; 211) des anderen (12; 21) von Türschanierhälfte (11; 21) und Säulenscharnierhälfte (12; 22) drehbar gelagert ist.
  3. Scharnier nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Lagerabschnitt (31) eine Lagerungslänge Ld1 aufweist, die geringer oder gleich einer zum Einschrauben des Scharnierbolzens (3) in das Innengewinde des Axialdorns (41; 42) erforderlichen aktiven Länge LS ist.
  4. Scharnier nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Lagerabschnitt (31) benachbart zu dem Kopf (36) angeordnet ist.
  5. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Scharnierbolzen (3) einen zweiten Lagerabschnitt (32) aufweist, und daß der zweite Lagerabschnitt (32) in einer der Lagerbohrungen (114; 223) eines der Arme (112; 221) des einen (11; 22) von Türscharnierhälfte (11; 21) und Säulenscharnierhälfte (12; 22) drehfest gelagert ist.
  6. Scharnier nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Lagerabschnitt (32) eine Lagerungslänge Ld2 aufweist, die geringer oder gleich einer zum Einschrauben des Scharnierbolzens (3) in das Innengewinde des Axialdorns (41; 42) erforderlichen aktiven Länge LS ist.
  7. Scharnier nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Lagerabschnitt (32) benachbart zu dem ersten Lagerabschnitt (31) angeordnet ist.
  8. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Arme (111, 112; 211, 212) der Türscharnierhälfte (11; 21) mit einem Versteifungssteg (110) verbunden sind.
  9. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Axialdorn (41; 42) mit einem Anschlagrücksprung (411; 421) an der nach außen weisenden Fläche des zugeordneten Armes (111; 222) anliegt.
  10. Scharnier nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Axialdorn (41; 42) in der zugeordneten Lagerbohrung (123; 214) mittels Preßsitz befestigt ist.
  11. Aufhängevorrichtung für eine Kraftfahrzeugtür (8) an einer Karosseriesäule (9), umfassend:

    ein erstes Scharnier (1 ), und

    ein unterhalb des ersten Scharniers (1) angeordnetes zweites Scharnier (2),

    dadurch gekennzeichnet,

    daß eines von dem ersten Scharnier (1) und dem zweiten Scharnier (2) nach einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgebildet ist.
  12. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß das erste Scharnier (1) und das zweite Scharnier (2) jeweils nach einem der Ansprüche 1 bis 10 ausgebildet sind.
  13. Aufhängevorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Axialdorn (41) des ersten Scharniers (1) an der Tüscharnierhälfte (11) und der Axialdorn (42) des zweiten Scharniers (2) an der Säulenscharnierhälfte (22) angeordnet ist.
  14. Aufhängevorrichtung nach einem der Ansprüche 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Kopf (36) des Scharnierbolzens (3) des ersten Scharniers (1) dem Kopf (36) des Scharnierbolzens (3) des zweiten Scharniers (2) zugekehrt ist.
Es folgen 4 Blatt Zeichnungen






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