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Dokumentenidentifikation DE202004010602U1 22.12.2005
Titel Arbeitsplatz-Versorgungseinheit
Anmelder Herzog-Loibl, Verena, 80805 München, DE;
Kaiser, Norbert, 40474 Düsseldorf, DE
Vertreter Rechts- und Patentanwälte Lorenz Seidler Gossel, 80538 München
DE-Aktenzeichen 202004010602
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 22.12.2005
Registration date 17.11.2005
Application date from patent application 06.07.2004
IPC-Hauptklasse F24F 7/00
IPC-Nebenklasse B08B 15/00   F24F 13/078   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Arbeitsplatz-Versorgungseinheit.

An Arbeitsplätzen, insbesondere in gewerblichen Räumen, müssen für den Arbeitnehmer die erforderlichen oder wünschenswerten Arbeits- und/oder Komfortbedingungen hergestellt und gewährleistet werden.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine Arbeitsplatz-Versorgungseinheit zur Herstellung und/oder Gewährleistung der an einem Arbeitsplatz erfoderlichen oder wünschenswerten Arbeits- und/oder Komfortbedingungen vorzuschlagen.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit umfaßt ein Luftgerät. Dabei wird die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit als selbständige Einheit bereitgestellt. In der Arbeitsplatz-Versorgungseinheit können die erforderlichen Installationen vorgesehen werden. Die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit kann derart ausgestaltet werden, daß sie weitgehend unabhängig von Decken und Wänden frei im Raum über dem Arbeitsplatz und/oder der oder den Arbeitsflächen des Arbeitsplatzes angeordnet ist. Sie kann derart ausgestaltet werden, daß sie von dort aus nach unterschiedlichen Richtungen aktiv werden kann. Vorteilhaft ist es, die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit so auszugestalten, daß sie sichtbar und/oder für Nutzung, Wartung, Veränderung und/oder Austausch zugänglich ist.

Durch die Erfindung kann erreicht werden, daß die technischen Maßnahmen zur Bereitstellung und/oder Steuerung von Arbeits- und/oder Komfortbedingungen an Arbeitsplätzen, insbesondere in gewerblichen Räumen, in einem Gerät integriert werden. Ferner wird es durch die Erfindung ermöglicht, optischen, lufthygienischen und/oder thermischen Komfort und/oder Arbeitsvoraussetzungen wie Energie und/oder Kommunikation zu gewährleisten. Die Erfindung ermöglicht es, ein hohes Maß an Vorfertigung zu erreichen, wodurch der örtliche Montage- und Infrastrukturaufwand gering gehalten werden kann. Vorzugsweise ist das Gerät möglichst klein ausgestaltet. Es wird vorzugsweise in einem hochwertigen, jedoch nicht raumdominierenden Design gehalten, um es auch in bestehende Bau- und Möblierungsstrukturen nachinstallieren zu können.

Vorteilhafte Weiterbildungen sind in den Unteransprüchen beschrieben.

Das Luftgerät kann ein Gebläse umfassen.

Es kann ferner einen Anschluß für Zuluft und/oder Abluft umfassen.

Vorzugsweise umfaßt das Luftgerät eine Vorrichtung zum Befeuchten und/oder Trocknen von Luft.

Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung umfaßt das Luftgerät eine Vorrichtung zum Heizen und/oder Kühlen von Luft.

Vorzugsweise umfaßt das Luftgerät eine Vorrichtung zum Reinigen von Luft.

Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit durch eine Beleuchtungseinrichtung gekennzeichnet.

Vorzugsweise umfaßt die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit eine Einrichtung zur Kunstlichtführung und/oder eine Einrichtung zur Tageslichtführung.

Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung ist eine Einrichtung zur Zuführung von Energie und/oder von Daten vorgesehen. Diese Einrichtung ist vorzugsweise als Kabelwanne ausgestaltet.

Nach einer weiteren vorteilhaften Weiterbildung sind eine oder mehrere Steuer- und/oder Regeleinrichtungen vorgesehen.

Die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit kann mit der Fassade des Gebäudes verbindbar sein.

Vorteilhaft ist es, wenn die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit neben dem direkten Arbeitsplatz auch dessen Umgebung abdecken kann. Dabei kann es vorteilhaft sein, wenn die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit neben dem direkten Arbeitsplatz eine möglichst große Raumfläche abdecken kann. Vorzugsweise ist die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nicht an definierte Raumbedingungen wie Größe, Höhe, Fensteranordnung, Möblierung etc. gebunden. Sie ist also vorzugsweise weitgehend unabhängig von der Raumgeometrie. Um dies zu erreichen, kann es vorteilhaft sein, die Integration der Funktionen so kleinmaßstäblich wie möglich vorzunehmen. Dies gilt insbesondere für die Abhängigkeit von Höhen. Das Design soll nicht dominierend, sondern neutral sein, jedoch durch austauschbare Module auch gestalterische, individuelle Aspekte berücksichtigen können.

Die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit soll eine oder mehrere oder alle der folgenden Funktionen integrieren: Kunstlicht, Kunstlichtführung, Tageslichtführung, Belüftung, Entlüftung, individuelle Einstellung der Luftmengen und/oder Luftkonditionen, Raumakustik, Energieversorgung der am Arbeitsplatz vorhandenen Geräte, Kommunikationsanschlüsse, individueller Komfortregler und Raumregelung. Es ist ferner möglich, in die Arbeitsplatz-Einheit eines oder mehrere Arbeitsgeräte zu integrieren.

Vorteilhaft ist es, wenn die Abhängigkeit der Arbeitsplatz-Versorgungseinheit von komplexer und vor allem voluminöser Medienversorgung reduziert ist. Dies gilt insbesondere für die Schwerpunkte Luftaufbereitung und Luftversorgung, aber auch für Kabelverbindungen. Es ist ferner möglich, für eine oder einige oder alle Funktionen dezentrale Versorgungslösungen vorzusehen.

Die Erfindung ermöglicht es, die Chancen der Integration fertigungstechnisch zu nutzen. Hierdurch können wesentliche Kostenvorteile erreicht werden. Diese Kostenvorteile liegen in Ersparnissen der Infrastruktur, der Kompaktheit, der Montage und/oder in den Folgekosten (Wartung, Energie).

Ein weiterer erreichbarer Vorteil ist die Adaptionsfähigkeit der Arbeitsplatz-Versorgungseinheit für Reparaturaustausch und/oder Neuentwicklungen sowie die einfache Möglichkeit des Versetzens in andere Räume. Bei allen Bemühungen zur Integration ist es vorteilhaft, wenn Funktionen modular austauschbar sind, insbesondere solche Funktionen, die noch ein größeres technisches Innovationspotential haben. Insbesondere ist es möglich, Leerplätze für eine mögliche spätere Integration von Komponenten vorzusehen. Dies gilt insbesondere für den Bereich Kommunikation und Arbeitsmittel, aber auch für eine weitere Dezentralisierung der Medienversorgung.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der beigefügten Zeichnung im einzelnen erläutert. In der Zeichnung zeigt

1 einen Arbeitsplatz mit einer Arbeitsplatz-Versorgungseinheit in einer Seitenansicht,

2 die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit gemäß 1 in einer abgewandelten Betriebsweise und

3 die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit gemäß 1 und 2 in einer weiteren abgewandelten Betriebsweise.

Die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit 1 ist über einem Arbeitsplatz 2 angeordnet, der einen Stuhl 3, einen Tisch 4 und einen Bildschirm 5 umfaßt.

Die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit 1 umfaßt ein Luftgerät 6, eine Beleuchtungseinrichtung 7 und eine Kabelwanne 8. Sie umfaßt ferner einen geteilten Deckelspiegel 9, der eine Einrichtung zur Kunstlichtführung bildet. Der geteilte Deckenspiegel 9 besitzt auf beiden Seiten einen im wesentlichen ebenen Mittelteil, an den sich gekrümmte Bereiche anschließen. Die Außenseiten sind nach unten gekrümmt, die Innenseiten sind nach oben gekrümmt. Der ebene Mittelteil verläuft im wesentlichen horizontal. Der geteilte Deckenspiegel weist an seinen Unterseiten jeweils eine Lichtreflektionsfläche auf. Er bildet ferner eine Luftführungsfläche. Die Luft wird im wesentlichen laminar geführt.

Die Beleuchtungseinrichtung 7 liegt zwischen dem geteilten Deckenspiegel 9 und der Kabelwanne 8. Sie umfaßt auf beiden Seiten jeweils zwei Leuchten, die im wesentlichen nebeneinander angeordnet sind, und jeweils zwei gekrümmte Reflexionsflächen. Die Beleuchtungseinrichtung 7 dient zur Beleuchtung des Arbeitsplatzes 2 und darüber hinaus auch noch zur Raumausleuchtung.

Das Luftgerät 6 umfaßt einen Anschluß 10 für Zuluft und/oder Abluft, die von einem Luftführungskanal 11 zugeführt und/oder abgeführt wird. Der Luftführungskanal 11 kann einen Zuluftkanal und einen Abluftkanal umfassen. Die Zuluft kann in einem bestimmten Zustand zugeführt werden, also mit einer bestimmten Temperatur und/oder Feuchtigkeit und/oder in einer bestimmten Menge. Das Luftgerät 6 kann ein Gebläse (in der Zeichnung nicht dargestellt) umfassen. Ferner kann in dem Luftgerät 6 eine Vorrichtung zum Befeuchten und/oder Trocknen von Luft vorhanden sein und/oder eine Vorrichtung zum Heizen und/oder Kühlen von Luft und/oder eine Vorrichtung zum Reinigen von Luft.

Das Luftgerät 6 besitzt eine zentrale, nach unten weisende Luftaustrittsöfffnung 12 und seitliche Luftaustrittsöffnungen 13 in den im wesentlichen vertikalen Seitenwänden.

Von der Kabelwanne 8 führt eine Leitung 14 nach unten zur Konsole des Bildschirms 5. Durch die Leitung 14 können elektrische Energie und/oder Daten transportiert werden.

Die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit 1 deckt neben dem ihr zugeordneten Arbeitsplatz 2 eine möglichst große Raumfläche ab. Sie integriert folgende Funktionen: Kunstlicht, Kunstlichtführung, Tageslichtführung, Belüftung, Entlüftung, individuelle Einstellung der Luftmengen und Luftkonditionen, Raumakustik, Energieversorgung der Geräte des Arbeitsplatzes, Kommunikationsanschlüsse, individueller Komfortregler und Raumregelung.

Bei dem Luftgerät 6 kann es sich insbesondere um einen PCM-Speicher in Verbindung mit einem Induktionsgerät handeln. Hierdurch ergibt sich eine deutliche Reduzierung der Medienversorgung. Durch die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit kann ein dezentrales Lüftungskonzept verwirklicht werden. Die Geometrie der Arbeitsplatz-Versorgungseinheit ist auf die Lichtführung und Luftführung abgestimmt.

In die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit können weitere Arbeitsfunktionen integriert werden, insbesondere kabellose Übertragungen und/oder projizierte Eingabe-, Kontroll- und/oder Bildschirmfunktionen. Die Luftaufbereitung kann dezentral erfolgen, also in der Arbeitsplatz-Versorgungseinheit durchgeführt werden. Die Energiezufuhr und/oder Energieweiterleitung kann durch Gleichstrom/Niedervolt erfolgen. Um die lufttechnischen und thermischen Funktionen zu dezentralisieren kann die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit 1, insbesondere das Luftgerät 6, eine Miniwärmepumpe, einen Wärmetauscher und/oder Minilösungen zur Entfeuchtung und/oder adiabaten Kühlung enthalten. Die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit 1, inbesondere das Luftgerät 6, kann mit der Fassade des Gebäudes als Sammler für Luft, Licht und Energie verbunden oder verbindbar sein.

Das Luftgerät 6 kann mit freier oder mechanischer Lüftung betrieben werden. Es kann mit oder ohne Luftaufbereitung betrieben werden. Bei dem Luftgerät 6 kann es sich um einem Luft-Luft-Wärmetauscher, um ein Induktionsgerät, ein Van Coil, einen PCM-Speicher oder einen Wasser-Luft-Wärmetauscher handeln. Die Kabelwanne 8 kann als durchlaufende Arbeitsschiene ausgestaltet sein. Sie kann eine Einrichtung zum Komfortmessung beinhalten, ferner Einrichtungen zum Steuern und/oder Regeln sowie "Hot Spot", Bluetooth und/oder Lautsprecher. Der geteilte Deckenspiegel 9 kann weitere Funktionen erfüllen, insbesondere Lichtlenkung, Luftlenkung, Akustikabsorption, Feuchtabsorption, thermische Speicherung und/oder Wärmeaustausch mit oder ohne PCM und/oder mit/ohne Wasser und/oder mit/ohne Heizdraht.

1 zeigt die Betriebsweise, bei der die Luft aus dem Luftgerät 6 durch die zentrale Öffnung 12 nach unten ausgeblasen wird. Sie durchschreitet den Bereich zwischen den Teilen des geteilten Deckenspiegels 9 und gelangt von dort in den Bereich über dem Arbeitsplatz 2. Die Luftrückführung erfolgt seitlich durch die Lüftungsschlitze 13 in das Luftgerät 6 hinein. Das Luftgerät 6 ist als Induktionsgerät mit oder ohne PCM-Speicher (Latentspeichermaterial) ausgestaltet.

Bei der Betriebsweise nach 2 wird die Luft durch die zentrale Öffnung 12 in das Luftgerät 6 eingesaugt. Sie verläßt das Luftgerät durch die seitlichen Lüftungsschlitze 13. Hierdurch bildet sich die in 2 gezeigte Luftzirkulation aus, die vom Arbeitsplatz 2 nach oben in das Luftgerät 6 hineinströmt. Aus dem Luftgerät 6 seitlich austretende Luft wird im Arbeitsplatz 2 seitlich zugeführt.

Die in 3 gezeigte Betriebsweise entspricht im wesentlichen derjenigen der 1. Hier bildet sich eine Luftzirkulation in umgekehrter Richtung, also von oben zum darunter befindlichen Arbeitsplatz und dann seitlich vom Arbeitsplatz weg sowie seitlich in das Luftgerät zurück. Wie aus 3 ersichtlich können die Teile des geteilten Deckenspiegels 9 geneigt werden.


Anspruch[de]
  1. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit, gekennzeichnet durch ein Luftgerät (6).
  2. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftgerät (6) ein Gebläse umfaßt.
  3. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftgerät (6) einen Anschluß (10) für Zuluft und/oder Abluft umfaßt.
  4. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftgerät (6) eine Vorrichtung zum Befeuchten und/oder Trocknen von Luft umfaßt.
  5. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftgerät (6) eine Vorrichtung zum Heizen und/oder Kühlen von Luft umfaßt.
  6. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftgerät (6) eine Vorrichtung zum Reinigen von Luft umfaßt.
  7. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Beleuchtungseinrichtung (7).
  8. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine Einrichtung (9) zur Kunstlichtführung und/oder Tageslichtführung.
  9. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche gekennzeichnet durch eine Einrichtung zur Zuführung von Energie und/oder Daten, insbesondere eine Kabelwanne (8).
  10. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch eine oder mehrere Steuer- und/oder Regeleinrichtungen.
  11. Arbeitsplatz-Versorgungseinheit nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Arbeitsplatz-Versorgungseinheit (1) mit der Fassade des Gebäudes verbindbar ist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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