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Dokumentenidentifikation DE60021176T2 22.12.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0001161405
Titel PHOSPHONAT UND THIOSULFAT ENTHALTENDES DÜNGEMITTEL
Anmelder Mandops (UK) Ltd., Eastleigh, Hampshire, GB
Erfinder WILLIAMS, Richard Henry, Colchester, Essex CO4 3FH, GB;
HARDING, Peter, Southampton, Hampshire SO18 5QR, GB
Vertreter Dr. Weber, Dipl.-Phys. Seiffert, Dr. Lieke, 65183 Wiesbaden
DE-Aktenzeichen 60021176
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 07.02.2000
EP-Aktenzeichen 009018094
WO-Anmeldetag 07.02.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/GB00/00367
WO-Veröffentlichungsnummer 0000046169
WO-Veröffentlichungsdatum 10.08.2000
EP-Offenlegungsdatum 12.12.2001
EP date of grant 06.07.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.12.2005
IPC-Hauptklasse C05B 17/00
IPC-Nebenklasse C05D 9/00   C05D 9/02   C05G 3/02   

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft neue Zusammensetzungen mit Düngewirkung und gegen Pilze gerichteten Wirkungen, Verfahren zu ihrer Herstellung und Methoden zur Düngung von Pflanzen und zur Kontrolle von Pilzen, die diese verwenden.

Phosphor ist eines der wesentlichen Hauptelemente, die von Pflanzen benötigt werden, und er wird gewöhnlich Pflanzen in der Form von Phosphat und/oder Polyphosphat zugeführt. Phosphate sind die Salze von Phosphorsäure (mit der Formel H3PO4 und dem Molekulargewicht 98). In den letzten Jahren wurde gezeigt, daß Pflanzen Phosphor aus Phosphonaten bekommen können (manchmal auch als Phosphite bezeichnet), die die Salze (organische oder anorganische) von Phosphonsäure sind, welche (manchmal auch als Phosphorige Säure bezeichnet wird) (mit der Formel H3PO3 und dem Molekulargewicht 82). Siehe beispielsweise die US-Patentschriften 5,514,200 & 5,830,255 von Lovatt; die US-Patente 5,707,418 & 5,865,870 von Hsu; das US-Patent 5,800,837 von Taylor und die US-Patentschrift 5,047,078 von Gill. Diese beschreiben Formulierungen, die Phosphorige Säure oder Phosphonate enthalten, welche als Düngemittel für Pflanzen geeignet sind. Die US-Patentschrift 5,865,870 zeigt, daß Phosphorsäure und Polyphosphonsäure synergistisch durch Verbesserung des Pflanzenwachstums wirken können. Die US-Patentschrift 5,514,200 beschreibt dabei ein Puffersystem, das organische Säuren umfaßt, um Phosphor gegen Oxidation zu Phosphat für die Verwendung in Phosphordüngemitteln zu schützen. Die US-Patentschrift 5,047,078 beschreibt den Zusatz von Kesselstein hemmenden Verbindungen zu Phosphatdüngemitteln, um das Pflanzenwachstum zu steigern. Die DD 266 755 beschreibt die Verwendung von Mono-, Di- und Triethanolamin zur Erhöhung der Wasserassimilation von Kulturpflanzen und die Zugabe von weiteren Substanzen einschließlich 2-Chlorethanphosphonsäure, und Salicylsäure ist auch erwähnt. Es wurde nun gezeigt, daß Phosphonatverbindungen brauchbar als Fungizide sind, besonders wenn die Pilzorganismen Phycomeceten oder Oomyceten sind. Siehe beispielsweise die US-Patentschrift 4,075,324 & 4,119,724 von Thizy; die US-Patentschrift 4,139,616 von Lacroix et al.; die US-Patentschriften 4,935,410 & 5,070,083 von Bartlet sowie die US-Patentschrift 5,736,164 von Taylor. Diese beschreiben Formulierungen, die Phosphorige Säure oder Phosphonate enthalten, die als Fungizide für Pflanzen geeignet sind. Die US-Patentschrift 5,795,847 betrifft die Verwendung von Phosphit als einen Elektrolyten in einer herbiziden Zusammensetzung.

Ammoniumthiosulfat und Kaliumthiosulfat wurden entweder alleine oder mit anderen Komponenten eines flüssigen Düngemittels viele Jahre als Düngemittel verwendet. Siehe Literatur für „Thio-sul"® und KTS®-Schwefeldüngemittel, hergestellt von Tessenderlo Kerley. Siehe auch UK-Patent GB 2,259,912 von Sampson, welches die Verwendung von Ammoniumthiosulfat in einem Pflanzenwachstumsstimulator beschreibt.

WPI Abstract Accession Nr. 91-249421 beschreibt ein Konservierungsmittel für Schnittblumen mit einem wasserlöslichen Silbersalz (100 Gew.-pts.) und Thiosulfat (300–2500 Gew.-pts.), welchen ein Phosphit (30–300 Gew.-pts.) als ein Stabilisierungsmittel zugegeben wird.

Einige der Probleme mit den bekannten Düngemitteln sind jene, daß Düngungseffekt von Phosphonat geringer als derjenige sein könnte, der aus der Menge des zugegebenen Phosphors zu erwarten wäre, und der fungizide Effekt ist eindeutig auf kontrollierte Pathogentypen beschränkt. Dies beruht auf einer komplexen Wirkungsweise, die eine Kombination fungistatischer Wirkung und natürlicher Pflanzenabwehrkräfte einschließt, welche ins Spiel kommen (siehe Guest D I & Grant B R (1991) – Die komplexe Wirkung von Phosphonaten in Pflanzen – Biological Reviews, 66, 159–187). Die Verwendung von Phosphonat verbessert zwar die Beständigkeit von Pflanzen gegen Infektionen von Downy-Schimmel (z. B. Plasmopora) und Phytophtora-Erkrankungen, steigert aber die Tendenz des Risikos von Ascomyceten- (z. B. Erysiphe) Infektionen. Die vorliegende Erfindung hat zum Ziel, eine Lösung dieser Probleme zu bekommen.

Nach einem Aspekt der vorliegenden Erfindung bekommt man eine Düngemittelzusammensetzung, die wenigstens ein Phosphonat und wenigstens ein Thiosulfat umfaßt.

Bei einer Ausführungsform umfaßt die Düngemittelzusammensetzung weiterhin wenigstens eine Salicylsäure, Homologes, Derivat oder Salz hiervon.

Die vorliegende Erfindung umfaßt die Verwendung eines Gemisches eines Phosphonats zusammen mit einem Thiosulfat und gegebenenfalls wenigstens einer Salicylsäure, einem Homologen, Derivat oder Salz hiervon. Die Verwendung dieser Kombination zeigt eine synergistische Wirkung derart, daß die Kombination von Phosphonat mit Thiosulfat und gegebenenfalls Salicylsäure, Homologen, Salzen oder Derivaten davon einen größeren Düngemitteleffekt erzielt und eine fungizide Wirkung hat, die die Einzelkomponenten separat verwendet, nicht besitzen. Es kann einen noch größeren Effekt geben, wenn alle drei Komponenten (d. h. Phosphonat, Thiosulfat und Salicylsäure, Homologes, Salz oder Derivat hiervon) zusammen verwendet werden. Die Kombination von Thiosulfat mit einer Salicylsäure, einem Homologen, einem Salz oder einem Derivat hiervon in Abwesenheit von Phosphonat ergibt auch eine Düngemittelwirkung und fungizide Wirkung.

Düngemittel auf der Basis der vorliegenden Erfindung liefern ein stärkeres wachstumswirksames Ansprechen als Phosphonate oder Thiosulfate alleine, und der Grad an fungizidem Schutz oder Widerstandsfähigkeit ist breiter als jener, den man mit Phosphonaten oder Thiosulfaten alleine bekommt. Mit der vorliegenden Erfindung behandelte Pflanzen leiden weniger an Phycomyceten-Erkrankungen (z. B. Phytophoras und Downy-Schimmel) als jene, die mit beispielsweise Phosphonat alleine behandelt wurden, und sind auch weniger anfällig gegenüber anderen parasitischen Pilzen, wie pulverförmigem Schimmel. Somit liefert die vorliegende Erfindung ein Mittel zur Aufbringung eines einzelnen Produktes auf Pflanzen, welches ein wirksames Fungizid sowie ein wirksames Düngemittel ist.

Ein anderer Vorteil der vorliegenden Erfindung ist jener, daß die Formulierung sehr lagerbeständig ist, beispielsweise lagerten Tests mit Gemischen von Kaliumphosphonat und Ammoniumthiosulfat während mehr als einem Jahr und zeigten dabei, daß es keine Oxidation des Phosphonats zu Phosphat gab, und das gelagerte Material zeigte keine Anzeichen von Trübung oder Ausfällung. Die Verwendung weiterer organischer Säuren als Puffer (wie erforderlich ist in der US-Patentschrift 5,514,200 & 5,830,225) ist auch nicht erforderlich, um stabile Lösungen zu bekommen.

Unter „Phosphonat" verstehen wir ein Salz der Phosphonsäure (H3PO3). Phosphonate enthalten den dreiwertigen ≡PO3-Rest. Für das Vermeiden von Zweifel wird Phosphonsäure manchmal als Phosphorige Säure bezeichnet und ihre Salze als Phosphite. Gemische von Phosphonaten können auch verwendet werden.

Das Phosphonat kann irgendein Metallion oder anderes Kation sein, welches ein solches Salz bildet. Da Phosphonsäure eine P-H-Bindung hat, bildet sie eine Mono- und eine Di-Reihe von Salzen. Sowohl die Mono- als auch die Di-Salze und Gemische hiervon können bei der vorliegenden Erfindung verwendet werden. Vorzugsweise ist das Phosphonat ein Ammoniumphosphonat oder Alkaliphosphonat. Unter den Alkaliphosphonaten ist Natrium- oder Kalium-Phosphonat bevorzugt. Kaliumphosphonat ist besonders bevorzugt in der Form von Mono- und/oder Di-Kaliumphosphonat (KH3PO3 bzw. K2HPO3).

Phosphonate können durch Neutralisation von Phosphonsäure mit Alkali hergestellt werden. Die vorliegende Erfindung umfaßt auch die Verwendung von Phosphonsäure, die anschließend in ihr Phosphonat umgewandelt wird. Diese Umwandlung kann in situ oder ex situ stattfinden. Bei Verwendung beispielsweise von Kaliumhydroxid für die Neutralisation wird abhängig von dem Molverhältnis von Kaliumhydroxid zu Phosphoriger Säure die Phosphonatlösung variierende Mengen von Dikaliumphosphonat, Monokaliumphosphonat und unumgesetzter Phosphoriger Säure enthalten. Wir fanden, daß eine Lösung von etwa 42% Gew.-/Gew. mit einem pH-Wert zwischen 6,7 und 7,3 und einem Gehalt von etwa gleichen Mengen Mono- und Dikaliumphosphonat klar, farblos und sehr beständig ist, wenn man von Material für unsere vorliegende Erfindung ausgeht.

Das Thiosulfat kann irgendein geeignetes Salz eines Metalls oder anderen Kations sein. Vorzugsweise ist das Thiosulfat Ammonium-, Natrium- oder Kaliumthiosulfat oder ein Gemisch hiervon. Stärker bevorzugt liegt das Thiosulfat in der Form entweder von Ammonium- oder Kaliumthiosulfat vor ((NH4)2S2O3 bzw. K2S2O3).

Die üblichste Form von Thiosulfat ist Ammoniumthiosulfat und dieses ist gewerblich leicht verfügbar als eine 60%ige (Gew./Gew.-) Lösung mit einem pH-Wert von etwa 7,5 und einem spezifischen Gewicht von etwa 1,32. Wenn ein höherer Anteil von Kalium in dem fertigen Blattdüngemittel erforderlich ist, kann das Ammoniumthiosulfat entweder teilweise oder ganz durch Kaliumthiosulfat ersetzt werden.

Die vorliegende Erfindung enthält funktionell Homologe und Derivate von Salicylsäure und dessen Salze. Dadurch meinen wir, daß das funktionell Homologe oder Derivat in der Lage sein sollte, einen Düngemitteleffekt zu erzielen und/oder Antifunguseffekt zu bekommen. Beispiele solcher Derivate von Salicylsäure sind etwa Salicylamid oder ein Salz oder Ester hiervon.

Beispiele von Homologen von Salicylsäure sind etwa Benzoesäure oder ein Salz oder Derivat hiervon, wie ein Ester. Beispiele von Benzoesäure und Verbindungen, die in der vorliegenden Erfindung verwendet werden können, finden sich in der WO99/25191.

Die Salicylsäure liegt vorzugsweise in der Form ihres Kaliumsalicylatsalzes oder Salicylamids – C7H5KO3 bzw. C7H7NO2 – vor.

Salicylsäure selbst hat geringe Löslichkeit, doch sind anorganische Salze von Salicylsäure, wie Natrium- oder Kalium-Salicylat, leicht löslich. Wenn Salicylamid statt Salicylsäure oder Salicylat verwendet wird, unterstützt der Zusatz weniger Tropfen von Alkali in der Lösung die Bildung beispielsweise von Natrium- oder Kaliumsalicylamid. Salicylamid löst auch leichter sich in Thiosulfatlösung, die Gegenwart kleiner Mengen von Alkali oder Ammoniak in der Thiosulfatlösung unterstützt das Löslichmachen.

Die Herstellung der bei der vorliegenden Erfindung verwendeten Verbindungen ist in der Technik wohlbekannt. Die Verbindungen können in situ oder ex situ vorher hergestellt werden.

Bei einer Ausführungsform enthält die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung kein wasserlösliches Silbersalz. Bei einer anderen Ausführungsform enthält eine Lösung von 100 Gew.-Teilen wasserlösliches Silbersalz und 300 bis 2500 Gew.-Teile Thiosulfat. Dann ist die Phosphonatmenge anders als 30 bis 300 Gew.-Teile.

Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung sind brauchbar als Düngemittel, besonders Blattdüngemittel. Spezieller steigern die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung das Pflanzenwachstum im Vergleich mit den einzelnen Komponenten alleine, stimulieren das Wachstum bei Pflanzen, die Pflanzenkräftigkeit und/oder bewirken beispielsweise die Ernte durch Reduzieren von Tuber blight.

Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung haben auch einen antifugalen Effekt. Dies kann ein fungizider oder fungistatischer Effekt sein. Die Zusammensetzungen der vorliegenden Erfindung können Aktivität gegen Parasitenpilze haben. Die Zusammensetzungen können Aktivität gegen Phycomycete-Erkrankungen, wie Phytophoras und Downy-Schimmel, wie beispielsweise Plasmopora und/oder Ascomycetes, wie beispielsweise Erysiphe haben.

Bei einer speziell bevorzugten Ausführungsform umfaßt die Zusammensetzung weiterhin ein Pflanzenwachstumsreguliermittel. Vorzugsweise ist das Pflanzenwachstumsreguliermittel Chlormequat.

Um die Zusammensetzung auf die Pflanze oder die Umgebung der Pflanze aufzubringen, kann die Zusammensetzung als ein Konzentrat verwendet werden oder wird üblicher in eine Zusammensetzung eingemischt, welche eine wirksame Menge der Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung zusammen mit einem geeigneten inerten Verdünnungsmittel, Trägermaterial und/oder oberflächenaktiven Mittel einschließt. Vorzugsweise liegt die Zusammensetzung in der Form einer wäßrigen Lösung vor, die aus dem Konzentrat hergestellt werden kann. Unter einer wirksamen Menge verstehen wir, daß die Zusammensetzung (und/oder ihre einzelnen Komponenten) ein düngendes und/oder gegen Pilze gerichtetes Mittel liefert. Vorzugsweise ist eine wirksame Menge der Komponenten eine Konzentration bis zu etwa 4 M Phosphonat, bis zu etwa 5 M Thiosulfat und/oder bis zu etwa 0,8 M Salicylat. So kann bei einer Ausführungsform das Konzentrat bis zu etwa 10 M der Komponenten umfassen. Die Konzentratformulierung kann beispielsweise in Verhältnissen von Konzentrat zu Wasser von etwa 1 : 40 bis 1 : 600 verdünnt werden und liegt allgemein so formuliert vor, daß die Formulierung einen pH-Wert von etwa 6,5 bis 8,5 hat. Bei einer Verdünnung von 1 : 40 würde ein Konzentrat von etwa 10 M einen Anstieg auf ein Aufbringungskonzentrat von bis zu 0,25 M ergeben.

Die Geschwindigkeit und das Timing einer Aufbringung hängt von einer Anzahl von Faktoren ab, die dem Fachmann bekannt sind, wie die Type mit der speziellen Pilzart usw.

Die Zusammensetzung wird allgemein in einer Menge von 0,01 bis 10 kg je Hektar, vorzugsweise von 0,1 bis 6 kg je Hektar aufgebracht. Vorzugsweise wird das Phosphonat in einer Menge von 150 g/ha bis 2 kg/ha aufgebracht. Vorzugsweise wird das Thiosulfat in einer Menge von 250 g/ha bis 6 kg/ha aufgebracht. Bevorzugt wird die Salicylsäure, ein Homologes, Derivat oder Salz derselben in einer Menge von 1 g/ha bis 100 g/ha aufgebracht.

Bei einer bevorzugten Ausführungsform umfaßt eine Düngemittelzusammensetzung nach der vorliegenden Erfindung etwa 150 g/l Phosphonat, etwa 275 g/l Thiosulfat und/oder etwa 10 g/l Salicylamid. Vorzugsweise umfaßt das Phosphonat etwa 75 g/l Monokaliumphosphonat und etwa 75 g/l Dikaliumphosphonat.

Wie üblich bei vielen Blattdüngemitteln ist es auch möglich, variierende Mengen jeder der miteinander zu vermischenden Verbindungen mit anderen Düngemittelelementen zu kombinieren, wie beispielsweise, aber nicht hierauf beschränkt, mit Eisen, Kupfer, Bor und Molybdän (oftmals als Mikronährstoffe bekannt) in der Endlösung. Diese können als lösliche anorganische Verbindungen (z. B. Natriumborat oder Natriummolybdat) oder als Chelate (z. B. Kupfer-EDTA) oder andere Metallkomplexe zugesetzt werden.

Die Zusammensetzungen nach der vorliegenden Erfindung können auf den Boden, die Pflanze, auf Saatkörner oder andere zu schützende Bereiche aufgebracht werden. Bevorzugt wird die vorliegende Erfindung auf das Laub der Pflanzen angewendet. Die Zusammensetzung kann in der Form von staubenden Pulvern, befeuchtbaren Pulvern, Granalien (langsame oder schnelle Abgabe), Emulsion oder Suspension von Konzentraten, flüssige Lösungen, Emulsionen, Saattränkungsmitteln oder Formulierungen für gesteuerte Abgabe, wie mikroeingekapselte Granalien oder Suspensionen, Bodentränkung, Berieselungskomponente oder vorzugsweise Laubbesprühung aufgebracht werden.

Staubende Pulver werden durch Vermischung des aktiven Bestandteils mit einem oder mehreren fein verteilten festen Trägern und/oder Verdünnungsmitteln, wie beispielsweise natürlichen Tonen, Kaolin, Pyrophyllit, Bentonit, Aluminiumoxid, Montmorillonit, Kieselgur, Kalk, Diatomeenerde, Calciumphosphaten, Calcium- und Magnesiumcarbonaten, Schwefel, Kreide, Mehlen, Talkum und anderen organischen und anorganischen festen Trägern formuliert werden.

Granalien werden entweder durch Absorbieren des aktiven Bestandteils in einem porösen körnigen Material, wie beispielsweise Bimsstein, Attapulgittonen, Fullererde, Kieselgur, Diatomeenerde, gemahlenen Maiskolben und dergleichen oder auf harten Kernmaterialien, wie Sand, Silikaten, Mineralcarbonaten, Sulfaten, Phosphaten oder dergleichen gewonnen. Mittel, die üblicherweise verwendet werden, um das Imprägnieren, Binden oder Beschichten der festen Träger zu unterstützen, sind beispielsweise aliphatische und aromatische Erdöllösungsmittel, Alkohole, Polyvinylacetate, Polyvinylalkohole, Ether, Ketone, Ester, Dextrine, Zucker und Pflanzenöle mit dem aktiven Bestandteil. Andere Additive können auch eingeschlossen werden, wie Emulgiermittel, Befeuchtungsmittel oder Dispergiermittel.

Mikroeingekapselte Formulierungen (Mikrokapselsuspensionen CS) oder andere Formulierungen mit gesteuerter Wirkstoffabgabe können auch verwendet werden, besonders für langsame Abgabe über einen Zeitraum und für Saatbehandlung.

Alternativ können die Zusammensetzungen in der Form flüssiger Präparate vorliegen, um als Tauchflüssigkeiten, Berieselungszusätze oder Sprühflüssigkeiten verwendet zu werden, die allgemein wäßrige Dispersionen oder Emulsionen des aktiven Bestandteils in Gegenwart eines oder mehrerer bekannter Netzmittel, Dispergiermittel oder Emulgiermittel (oberflächenaktive Mittel) vorliegen. Die Zusammensetzungen, die in der Form wäßriger Dispersionen oder Emulsionen verwendet werden sollen, werden allgemein in der Form eines emulgierbaren Konzentrats (EC) oder eines Suspensionskonzentrats (SC) verwendet, die einen hohen Anteil des Wirkstoffes oder der Bestandteile enthalten. Ein EC ist eine homogene flüssige Zusammensetzung, die gewöhnlich den Wirkstoff in einem im wesentlichen nicht flüchtigen organischen Lösungsmittel gelöst enthält. Ein SC ist eine feinteilige Wirkstoffdispersion in Wasser. Um die Konzentrate aufzubringen, werden sie in Wasser verdünnt und gewöhnlich mit Hilfe eines Sprühgerätes auf die zu behandelnde Fläche aufgebracht.

Geeignete flüssige Lösungsmittel für ECs sind beispielsweise Methylketon, Methylisobutylketon, Cyclohexanon, Xylole, Toluol, Chlorbenzol, Paraffine, Kerosin, Weißöl, Alkohole (beispielsweise Butanol), Methylnaphthalin, Trimethylbenzol, Trichlorethylen, N-Methyl-2-pyrrolidon und Tetrahydrofurfurylalkohol (THFA).

Von diesen Konzentraten verlangt man oftmals, daß sie einer Lagerung für längere Zeitdauer widerstehen und nach einer solchen Lagerung mit Wasser verdünnt werden können, um wäßrige Präparate zu bilden, die homogen für eine ausreichende Zeit bleiben, um sie durch herkömmliche Sprüheinrichtungen aufbringen zu können. Die Konzentrate können 1 bis 85 Gew.-% des aktiven Bestandteils oder der aktiven Bestandteile enthalten. Bei Verdünnung unter Bildung wäßriger Präparate können solche Präparate variierende Mengen des Wirkstoffs enthalten, je nach dem Zweck, für den sie verwendet werden sollen.

Die Zusammensetzung kann auch als Pulver (für trockene Saatbehandlung DS oder mit Wasser dispergierbares Pulver WS) oder als Flüssigkeiten (fließfähiges Konzentrat FS, flüssige Saatbehandlung LS) oder als Mikrokapselsuspensionen CS für die Verwendung bei Saatbehandlungen zusammengestellt werden. Die Formulierungen können auf der Saat nach Standardtechniken und durch herkömmliche Saatbehandlungseinrichtungen aufgebracht werden. Bei der Verwendung werden die Zusammensetzungen auf die Pflanzen an der Stelle der Pflanzen mit irgendeinem der bekannten Mittel zur Aufbringung von Düngemittelzusammensetzungen aufgebracht, beispielsweise durch Zerstäuben, Sprühen oder Einarbeitung in Granalien.

Wenn die Endlösung auf Pflanzen aufgebracht werden soll, die wegen ihrer haarigen oder wachsartigen Oberflächen schwer zu benetzen sein können, kann es auch vorteilhaft sein, andere Additive, die üblicherweise in der agrochemischen Industrie bekannt sind, einzuschließen, wie oberflächenaktive Mittel, Netzmittel, Verlaufmittel und Haftmittel. (Beispiele von Netzmitteln sind etwa Silikon-oberflächenaktive Mittel, nichtionische oberflächenaktive Mittel, wie Alkylethoxylate, anionische oberflächenaktive Mittel, wie Phosphatestersalze, und amphotere oder kationische oberflächenaktive Mittel, wie Fettsäureamidoalkylbetaine).

Wie oben angegeben, können die Verbindungen nach der Erfindung der einzige Bestandteil der Zusammensetzung sein, oder sie können mit einem oder mehreren zusätzlichen aktiven Bestandteilen, wie Nematiziden, Insektiziden, synergistischen Stoffen, Herbiziden, zusätzlichen Fungiziden, zusätzlichen Düngemitteln oder Pflanzenwachstumsreguliermitteln, vermischt werden, wo dies angebracht ist.

Wie oben angegeben, werden die nach der vorliegenden Erfindung hergestellten Düngemittel gewöhnlich auf dem Laub von Pflanzen aufgebracht, können aber auch auf dem Boden aufgebracht oder dem Berieselungswasser zugesetzt werden. Die Düngemittel können vorteilhafterweise auf vielen Arten von landwirtschaftlichen und gärtnerischen Ernten verwendet werden, einschließlich, doch nicht ausschließlich, auf Körnern, Gemüse, Brassica, Kürbissen, Wurzelgemüsen, Zuckerrüben, Grapefruit, Zitrusfrüchten und anderen Baumfrüchten und weichen Früchten. Speziellere Ernten, bei denen der Vorteil der Düngemittel benutzt wird, aber nicht ausschließlich, sind Erdnüsse, Ölsamen, Raps, Karotten, Frühjahrsgerste, Avocado, Zitrusfrüchte, Mango, Kaffee, Laubbaumfrüchte, Trauben, Erdbeeren und andere Beeren, Sojabohnen, breite Bohnen und andere handelsübliche Bohnen, Mais, Tomaten, Kürbisse und andere Kürbisarten, Kopfsalat, Kartoffeln, Zuckerrüben, Peperoni, Zuckerrohr, Hopfen, Tabak, Ananas, Kokosnußpalmen und andere handelsübliche und dekorative Palmen, Kautschuk und andere dekorative Pflanzen.

Verschiedene weitere bevorzugte Merkmale und Ausführungsformen der Erfindung werden nun unter Bezugnahme auf die folgenden, nicht beschränkenden Beispiele beschrieben.

Beispiel 1 Lösung 1

Eine wäßrige Lösung mit einem Gehalt von insgesamt 30 Gew.-% Mono- und Dikaliumphosphonat in ungefähr gleichen Mengenverhältnissen.

Lösung 2

Eine wäßrige Lösung mit einem Gehalt von 55 Gew.-% Ammoniumthiosulfat („ATS").

Lösung 3

Eine wäßrige Lösung mit einem Gehalt von 20 Gramm je Liter Kaliumsalicylamid.

Lösung 4

Eine wäßrige Lösung mit einem Gehalt von 75 g/l Monokaliumphosphonat, 75 g/l Dikaliumphosphonat, 275 g/l Ammoniumthiosulfat und 10 g/l Kaliumsalicylamid.

Diese Lösungen wurden auf Kopfsalatpflanzen aufgebracht, sowohl alleine als auch in Kombination, und die Anwendungen wurden nach 10 Tagen wiederholt. Es gab fünf Kopien einer jeden Behandlung, und die Ergebnisse wurden als Mittelwerte der fünf Wiederholungen präsentiert. Fünf Pflanzen wurden auch unbesprüht als unbehandelte Kontrollprobe für die anderen Behandlungen belassen. Nach acht, zwölf, sechzehn und einundzwanzig Tagen wurden die Pflanzen hinsichtlich ihrer Krankheit geprüft.

Tabelle 1. Bewertung des Befalls durch pulverigen Schimmel (0–9, wobei höhere Zahlen größeren Erkrankungsgraden entsprechen)

Tabelle 1 zeigt die synergistische Wirkung auf einen Erkrankungswert, der durch Zugabe von Lösungen 1 und 2 (Phosphonat + ATS) und zwischen Lösungen 1 & 3 (Phosphonat + Salicylamid) erreicht wurde. Erkrankungswerte wurden von einem Mittel von 7,2 auf ein Mittel von 0,6 reduziert. Auch ein Testen der Werte für das Wachstum der Pflanzen wurde durch Messung des mittleren Pflanzendurchmessers nach 35 Tagen Wachstum und durch Messung des mittleren obigen Mittelwertes für zerkleinertes frisches Gewicht und Trockengewicht bestimmt.

Tabelle 2.– Pflanzenwachstum nach Behandlung mit Lösungen der Beispiele

Tabelle 2 zeigt die synergistische Wirkung auf das Pflanzenwachstum, verursacht durch Zugabe von Lösungen 1 & 2 (Phosphonat + ATS), Lösungen 1 & 3 (Phosphonat + Salicylamid) und die weitere Wirkung einer Verwendung aller drei Lösungen gemeinsam.

Die in den folgenden Beispielen A–E verwendeten Abkürzungen sind folgende:

A = Phosphonat + Thiosulfat

B = Phosphonat + Salicylat/Salicylamid

C = Thiosulfat + Salicylat/Salicylamid

D = Thiosulfat + Salicylat/Salicylamid + Phosphit

E = Thiosulfat + Salicylat + Chlormequat

KP40 = 40%ige Kaliumphosphatlösung

KT47 = 47%ige Kaliumthiosulfatlösung (Gewicht/Volumen)

KS20 = 20%iges Kaliumsalicylat (Gewicht/Volumen)

CS8 = Salicylamid (20 g/l)

AT60 = 60%iges Ammoniumthiosulfat

PF723 = 55%iges Ammoniumthiosulfat

Beispiele A
  • Lösung 1 = KP40 bei 0,75 l/ha täglich 10 Tage lang
  • Lösung 2 = PF723 bei 1,0 l/ha täglich 10 Tage lang
Tabelle A1

Prozente an pulverigem Schimmel – Salat
Tabelle A2

Prozente an pulverigem Schimmel und Düngemittelmerkmale – Zuckerrübe
Tabelle A3

Düngemittelmerkmale – Frühlingsgerste
Tabelle A6

Düngemittelmerkmale mit breiten Bohnen

(KP40 = 40% Kaliumphosphonat; PF723 = 55% Ammoniumthiosulfat)
Beispiele B (Vergleichsbeispiele)
  • Lösung 1 = KP40 bei 0,75 l/ha
  • Lösung 3 = CS8 bei 1,0 l/ha
Tabelle B1

Düngemittelmerkmale – Erdbeeren
Tabelle B2

Düngemittelmerkmale – Frühlingsgerste
Tabelle B3

Prozente pulveriger Schimmel – Zuckerrübe
Tabelle C3

Düngemittelmerkmale – Erbsen
Tabelle C4

Düngemittelmerkmale – Karotten
Tabelle C5

Prozente pulveriger Schimmel – Rapsölsamen
Tabelle C6

Düngemittelmerkmale – Zuckerbohnen
Tabelle C7

Düngemittelmerkmale – Erdbeeren
Tabelle D3

Frühlingsgerste 1999

Prozente pulveriger Schimmel und Düngemittelmerkmale

(KP40 = 40%iges Kaliumphosphonat, CS100 = 10 g/l Salicylamid; CS8 = 20 g/l Salicylamid, AT60 = 60%iges Ammoniumthiosulfat)
Tabelle D4

Frühlingsgerste

Prozent pulveriger Schimmel und Düngemittelmerkmale

(KP40 = 40%iges Kaliumphosphonat; CS100 = 10 g/l Salicylamid; CS8 = 20 g/l Salicylamid, AT60 = 60%iges Ammoniumthiosulfat
Beispiele E (Vergleichsbeispiele)

Tabelle E1

Vorteile von Ammoniumthiosulfat (ATS) und Kaliumsalicylat (KS) mit Chlormequat (CCC) auf Frühlingsgerste
Tabelle E2

Vorteile von Ammoniumthiosulfat (ATS) und Kaliumsalicylat (KS) mit Chlormequat (CCC) auf Frühlingsgerste

Anspruch[de]
  1. Düngemittelzusammensetzung, die wenigstens ein Phosphonat und wenigstens ein Thiosulfat umfaßt.
  2. Düngemittelzusammensetzung nach Anspruch 1, zusätzlich mit wenigstens einer Salicylsäure, einem Homologen, Derivat oder Salz hiervon.
  3. Düngemittelzusammensetzung nach Anspruch 1 oder Anspruch 2, worin das Phosphonat Ammonium-, Natrium- oder Kaliumphosphonat oder ein Gemisch hiervon ist.
  4. Düngemittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, worin das Thiosulfat Ammonium-, Natrium- oder Kaliumthiosulfat oder ein Gemisch hiervon ist.
  5. Düngemittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, worin das Salicylsäurederivat Salicylamid oder ein Salz hiervon ist.
  6. Düngemittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, worin das Salicylsäurehomologe Benzoesäure oder ein Salz oder Derivat hiervon ist.
  7. Düngemittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 2 bis 5, worin das Salicylsäuresalz, dessen Homologes oder Derivat ein organisches oder anorganisches Salz ist.
  8. Düngemittelzusammensetzung nach Anspruch 7, worin das Salz ein Natrium- oder Kaliumsalz oder Gemisch hiervon ist.
  9. Düngemittelzusammensetzung nach einem der vorausgehenden Ansprüche in der Form eines Konzentrates.
  10. Düngemittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 8 in der Form einer wäßrigen Lösung.
  11. Düngemittelzusammensetzung nach Anspruch 10 mit einem Gehalt von 150 g/l Phosphonat, 375 g/l Thiosulfat und gegebenenfalls 10 g/l Salicylamid.
  12. Düngemittelzusammensetzung nach Anspruch 11, worin das Phosphonat 75 g/l Monokaliumphosphonat und 75 g/l Dikaliumphosphonat umfaßt.
  13. Düngemittelzusammensetzung nach einem der vorausgehenden Ansprüche, zusätzlich mit einem Mittel zum Regulieren von Pflanzenwachstum.
  14. Düngemittelzusammensetzung nach Anspruch 13, worin das Mittel zur Regulierung von Pflanzenwachstum Chlormequat ist.
  15. Verfahren zum Düngen einer Pflanze unter Aufbringung einer Düngemittelzusammensetzung nach einem der vorausgehenden Ansprüche auf der Pflanze oder ihrer Umgebung.
  16. Verfahren nach Anspruch 15, bei dem das Phosphonat in einer Menge von 150 g/ha bis 2 kg/ha aufgebracht wird.
  17. Verfahren nach Anspruch 15 oder Anspruch 16, bei dem das Thiosulfat in einer Menge von 250 g/ha bis zu 6 kg/ha aufgebracht wird.
  18. Verfahren nach einem der Ansprüche 15 bis 17, bei dem wenigstens eine der Verbindungen Salicylsäure, Homologes, Derivat oder Salz hiervon in einer Menge von 1 g/ha bis zu 100 g/ha aufgebracht wird.
  19. Verwendung einer Düngemittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, um Pflanzenwachstum zu stimulieren.
  20. Verwendung einer Düngemittelzusammensetzung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, um parasitäre Pilze unter Kontrolle zu bringen.
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