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Dokumentenidentifikation DE102005000953A1 29.12.2005
Titel Verfahren zum Kennzeichnen von geräucherten Lebensmitteln
Anmelder Wiedenmann, Eberhard, 04275 Leipzig, DE
Erfinder Wiedenmann, Eberhard, 04275 Leipzig, DE
Vertreter Grosse, Bockhorni, Schumacher, 04109 Leipzig
DE-Anmeldedatum 07.01.2005
DE-Aktenzeichen 102005000953
Offenlegungstag 29.12.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.12.2005
IPC-Hauptklasse A22C 17/10
IPC-Nebenklasse A23P 1/00   
Zusammenfassung Bei einem Verfahren zum Kennzeichnen von geräucherten Lebensmitteln 1 unter Anwendung eines Laserstrahles, der programmgesteuert dem Muster des abzubildenden Kennzeichens folgend auf der Oberfläche des geräucherten Lebensmittels entlanggeführt wird, wirkt der Laserstrahl nur auf die an der Oberfläche des Lebensmittels angelagerten Partikel der Räucherschicht ein, ohne die Oberfläche des Lebensmittels 1 selbst merkbar anzugreifen.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Kennzeichnen von geräucherten Lebensmitteln, insbesondere von geräucherten Fleischwaren, mit welchem deutlich erkennbare Beschriftungen oder andere Kennzeichnungen unmittelbar auf der Oberfläche dieser Lebensmittel abgebildet werden können.

Aus der deutschen Offenlegungsschrift DE 199 51 614 A1 ist ein Verfahren zur Kennzeichnung von Würsten bekannt, bei welchem vor dem Räuchern die zu kennzeichnende Oberfläche mit einer Schablone, die das aufzubringende Kennzeichen abbildet, abgedeckt wird. Nach dem Räuchern wird die Schablone entfernt, und das Kennzeichen hebt sich als nichtgeräucherte (hellere) Fläche gegenüber der geräucherten (dunkleren) Gesamtfläche der Wurst ab.

Zwar ist es mit diesem Verfahren möglich, deutlich erkennbare Kennzeichnungen unmittelbar auf der Wurst abzubilden, jedoch ist das Verfahren, welches die Herstellung und Bereithaltung der Schablonen, deren Anbringung vor dem Räuchern und deren Entfernung nach dem Räuchern erfordert, sehr kosten- und arbeitsaufwendig. Auch ist das Verfahren nur geeignet, um immer wieder dieselben Kennzeichnungen aufzubringen, weil jede Änderung der Kennzeichnung unvermeidlich mit der Neuanfertigung entsprechender Schablonen verbunden ist.

Aus dem Patent DE 3 836 821 C3 ist ferner ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Versehen von Lebensmitteln mit einer Oberflächenkennzeichnung, vorzugsweise für Käse bekannt, welche die gebündelte Wärmeenergie eines Laserstrahles nutzen, um unter Zwischenschaltung einer Schablone in geringer Entfernung von der Oberfläche des zu kennzeichnenden Lebensmittels, z. B. in die mit Mehl präparierte Wachshülle eines Käses eine Kennzeichnung einzubrennen. Das bekannte Verfahren hat den Nachteil, dass die Kennzeichnung relativ grob erscheint, weil sie durch Verbrennungsrückstände der Mehlpartikel und das reliefartige plastische Aufschmelzen der Wachshülle gebildet wird. Das Verfahren ist dadurch zum Kennzeichnen z. B. von Würsten mit zarter Außenhaut völlig ungeeignet. Ein solcher Einbrennvorgang würde die zarte Außenhaut z. B. von Wiener Würstchen oder Bockwürsten in einem Maße verletzen, dass die Würste spätestens bei der Erwärmung im Wasserbad aufplatzen und unbrauchbar würden.

Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Kennzeichnung von geräucherten Lebensmittels zu entwickeln, welches gegenüber den bekannten Verfahren weniger aufwendig ist, mit welchem eine variable beliebig wechselnde Kennzeichnung vorgenommen werden kann, und welches die Oberfläche der zu kennzeichnenden Produkte funktionell nicht beeinträchtigt.

Die Aufgabe wird durch die kennzeichnenden Merkmale des Patentanspruches 1 gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen des Verfahrens bilden die Merkmale der Unteransprüche 2 bis 10.

Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme auf die 1 und 2 näher erläutert werden.

1 zeigt eine Bockwurst als Beispiel für ein zu kennzeichnendes geräuchertes Lebensmittel in Seitenansicht mit einer erfindungsgemäßen Kennzeichnung, die durch eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens gekennzeichnet wurde.

2 zeigt eine Bockwurst in Seitenansicht, die durch eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens gekennzeichnet wurde.

Die in 1 dargestellte Bockwurst 1 wird in üblicher Weise geräuchert, wodurch auf der Außenseite des Darmes 3 eine sehr dünne, am Darm 3 fest haftende dunkler gefärbte Räucherschicht ausgebildet wird, die der Wurst ein appetitliches Aussehen und den charakteristischen Wohlgeschmack verleiht.

Erfindungsgemäß wird diese sehr dünne Räucherschicht in einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens durch kurzfristige Einwirkung eines Laserstrahles an den zu kennzeichnenden Stellen programmgesteuert abgetragen, ohne den Darm selbst merkbar zu verletzen. Für die Dauer der Einwirkung des Laserstrahles wird die Wurst von einer nicht dargestellten Halteeinrichtung erfasst und mit dem zu kennzeichnenden Oberflächenabschnitt in einer vorbestimmten Ebene gehalten. Der Laserstrahl wird durch eine ebenfalls nicht dargestellte Führungseinrichtung in der vorbestimmten Ebene über den zu kennzeichnenden Oberflächenabschnitt bewegt und trägt mit relativ geringer Energie nur die durch das Räuchern dunkler gefärbten Partikel der sehr dünnen Räucherschicht an der Außenseite des Darmes 3 ab, so dass im Muster der Bewegung des Laserstrahles der unter der dunklen Räucherschicht vorhandene hellere Darm sichtbar wird. Der Darm wird funktionell vom Laserstrahl nicht beeinträchtigt. Die Würste können in gewohnter Weise im Wasserbad erhitzt werden, ohne dass sie aufplatzen und unbrauchbar werden.

Bei einer zweiten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens wird die Bockwurst 1 in gleicher Weise gehalten, und durch eine noch geringere Energie des Laserstrahles als bei der ersten Ausführungsform werden die durch das Räuchern dunkler gefärbten Partikel der an der Außenseite des Darms befindlichen Räucherschicht durch die Energie des Laserstrahles noch dunkler gefärbt. Nach dieser Einwirkung des im Muster der Kennzeichnung geführten Laserstrahles auf die Partikel der Räucherschicht hebt sich die deutlich dunkler gefärbte Kennzeichnung von der übrigen Räucherschicht gut sichtbar ab.

Durch Aufbringen eines lebensmittelechten, geschmacksneutralen und wasserlöslichen Kontrastmittels auf die Außenfläche des Lebensmittels vor oder nach dem Räuchern kann der Verfärbungseffekt durch die Einwirkung des Laserstrahles noch verstärkt werden. Bei Würsten, die im Wasserbad erhitzt werden, löst sich das wasserlösliche Kontrastmittel im Wasserbad.

Die Bewegung des Laserstrahles erfolgt in beiden Ausführungsformen programmgesteuert. Dies geschieht z. B. durch Eingabe und Speicherung von bestimmten Mustern wie Zeichnungen oder Beschriftungen in den Speicher eines Computers, wobei mit den im Computer gespeicherten Informationen die Bewegungen des Laserstrahles dann auf Abruf in der vorbestimmten Ebene über den Oberflächenabschnitt 1 geführt werden und die Räucherschicht im Muster der gespeicherten Informationen abgetragen bzw. „nachgedunkelt" wird. Schließlich ist es auch möglich, in einem Arbeitsgang wechselweise abzutragen und nachzudunkeln und somit zweifarbige Muster aufzubringen.

Durch das programmgesteuerte Aufbringen der Kennzeichnungen ist es möglich, die geräucherten Lebensmittel wie z. B. die in den 1 und 2 dargestellten Bockwürste 1 problemlos mit den verschiedensten Bildern oder Beschriftungen, auch im ständigen Wechsel mit anderen und immer wieder neuen Kennzeichnungen zu versehen. So können nicht nur Werbekennzeichnungen, wie sie in den 1 und 2 dargestellt sind, aufgebracht werden, sondern auch spezielle Gästewünsche z. B. nach Aufbringen von Namen oder Grüßen oder von Tier- oder Märchenbildern für Kinder usw. in Minutenschnelle und ganz individuell erfüllt werden.

Die Eingabe der Kennzeichnungen in den Computer erfolgt über Eingabegeräte wie Tastaturen, Scanner, Grafiktabletts, Lichtstifte usw. und kann auch per Fernübertragung vorgenommen werden.

Das Erfassen der Lebensmittel durch die Halteeinrichtung und die Anordnung des zu kennzeichnenden Oberflächenabschnittes in der vorbestimmten Ebene erfolgt bevorzugt automatisch. Da die geräucherten Lebensmittel als Naturprodukte keine ideale Geometrie aufweisen (z. B. sind die Würste 1, wie die 1 und 2 zeigen, mehr oder weniger gekrümmt) und im Raum keine exakt ebene Oberfläche bilden, kann der Laserstrahl in vorteilhafter Weise durch Sensoren gesteuert und entlang der zu kennzeichnenden Flächen nachgeführt werden, während die Wirkungsebene des Laserstrahles durch Autofokus exakt bestimmt und gesteuert werden kann.

Für das erfindungsgemäße Verfahren sind keine material- und arbeitsintensiven Schablonen erforderlich, mit welchen bisher nur bestimmte Kennzeichnungen aufgebracht werden konnten.

Im Gegensatz zu den bekannten Kennzeichnungsverfahren, bei welchen die Kennzeichnung durch Einbrennen unter Verformung und Verletzung der Oberfläche des Lebensmittels mittels Laserstrahlen erreicht wurde, ist es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren möglich, auch sehr empfindliche Lebensmittel wie z. B. zarte Naturdarm-Wursthüllen zu kennzeichnen, die bei Anwendung des bekannten Laserverfahrens unweigerlich Schaden nehmen und unbrauchbar würden.

Das erfindungsgemäße Verfahren ist durch die Möglichkeit der elektronischen Eingabe und Speicherung des aufzubringenden Kennzeichens und durch die automatische und programmgesteuerte Führung des Laserstrahles auf dem zu kennzeichnenden Flächenabschnitt des Lebensmittels äußerst variabel einsetzbar, so dass die verschiedensten Kennzeichnungen innerhalb kürzester Zeit auf die geräucherten Flächen der Lebensmittel aufgebracht werden können.


Anspruch[de]
  1. Verfahren zum Kennzeichnen von geräucherten Lebensmitteln (1) unter Anwendung eines Laserstrahles, der programmgesteuert dem Muster des abzubildenden Kennzeichens folgend auf der Oberfläche des geräucherten Lebensmittels entlanggeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Laserstrahl nur auf die an der Oberfläche des Lebensmittels angelagerten farbgebenden Räucherpartikel im Muster des abzubildenden Kennzeichens einwirkt, ohne die Oberfläche selbst merkbar anzugreifen.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Laserstrahl die auf der Oberfläche des Lebensmittels angelagerten farbgebenden Räucherpartikel im Muster des abzubildenden Kennzeichens entfernt.
  3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Laserstrahl die an der Oberfläche des Lebensmittels angelagerten farbgebenden Räucherpartikel nachdunkelt.
  4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Laserstrahl die an der Oberfläche des Lebensmittels angelagerten farbgebenden Räucherpartikel im Muster des abzubildenden Kennzeichens teilweise entfernt und teilweise nachdunkelt und somit ein zweifarbiges Kennzeichen aufbringt.
  5. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass auf die Oberfläche des Lebensmittels vor oder nach dem Räuchern ein lebensmittelechtes, geschmacksneutrales und wasserlösliches Kontrastmittel aufgebracht wird.
  6. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zu kennzeichnende Lebensmittel durch eine Halteeinrichtung erfasst und mit dem zu kennzeichnenden Oberflächenabschnitt in einer vorbestimmten Ebene gehalten wird.
  7. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der zu kennzeichnende Flächenabschnitt des geräucherten Lebensmittels durch Sensoren erfasst und die Bewegung des Lasterstrahles in diesem Flächenabschnitt nachgeführt wird.
  8. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wirkungsebene des Laserstrahles auf dem geräucherten Lebensmittel durch Autofokus erfasst und eingestellt wird.
  9. Verfahren nach mindestens einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die abzubildenden Kennzeichen in einen Computer eingegeben, gespeichert und zur Steuerung des Laserstrahles abgerufen werden.
  10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabe der Kennzeichnungen über Eingabegeräte wie Tastaturen, Scanner, Grafiktabletts, Lichtstifte usw. vorgenommen wird.
  11. Verfahren nach Anspruch 8 und/oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingabe in den Computer per Fernübertragung erfolgt.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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