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Dokumentenidentifikation DE69732563T2 29.12.2005
EP-Veröffentlichungsnummer 0000853918
Titel Überwachung der Bewegungen eines Patienten
Anmelder Pegasus Ltd., Waterlooville, Hampshire, GB
Erfinder Toms, Martin Paul, Waterlooville, Hants. PO8 8BQ, GB
Vertreter LEINWEBER & ZIMMERMANN, 80331 München
DE-Aktenzeichen 69732563
Vertragsstaaten AT, BE, DE, FR, IE, IT, NL
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 22.12.1997
EP-Aktenzeichen 973104227
EP-Offenlegungsdatum 22.07.1998
EP date of grant 23.02.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.12.2005
IPC-Hauptklasse A61B 5/11

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zur Überwachung von Körperbewegungen eines Patienten auf einer Lagerungsvorrichtung.

Es ist bekannt, dass Patienten, die lange im Bett liegend zubringen, Gefahr laufen, Druckgeschwüre (Gewebsnekrose) zu entwickeln. Um dies zu verhindern, muss der Patient regelmäßig umgedreht werden, oder es wird eine Druckentlastungsmatratze, wie etwa die von den Anmeldern vertriebene AirwaveTM, verwendet. Die Airwave-Matratze ist von dem in der GB-A Nr. 1595417 beschriebenen Typ.

Um zu entscheiden, welche Art von Matratze oder welcher Umdrehrhythmus benötigt wird, muss das individuelle Risiko der Entstehung von Druckgeschwüren beim einzelnen Patienten abgeschätzt werden. 1961 von Exton-Smith und Sherwin ausgeführte Studien (The Lancet, 18. Nov. 1961, S. 1124–1127) ergaben, dass das Risiko der Bildung von Druckgeschwüren im umgekehrten Verhältnis zur Rate spontan ausgeführter Körperbewegungen steht. Exton-Smith und Sherwin zählten die Körperbewegungen von Patienten mithilfe eines Trägheitsschalters, der über eine Sperrklinkenvorrichtung an die Matratze angeschlossen war.

Es wurden Versuche unternommen, Verfahren zur Überwachung spontaner Körperbewegungen zu entwickeln. Die Beobachtung ist eindeutig wirtschaftlich unrentabel. Die meisten Bemühungen zielten darauf ab, Vorrichtung zu entwickeln, die an den Beinen eines Bettrahmens befestigt werden und Veränderungen in der auf jedes Bein des Bettrahmens einwirkenden Belastung und/oder Veränderungen im Schwerpunkt des Bettrahmens zu abfühlen. Diese Veränderungen können zu den Bewegungen des Patienten in Bezug gesetzt werden, doch sind die Vorrichtungen schwerfällig, kostenaufwendig und schwierig zu installieren bzw. wieder vom Bett zu entfernen.

Vorschläge betrafen auch die Verwendung von aufblasbaren Körpern, auf denen eine Person liegt, um die Körperbewegungen zu überwachen. Apnoe-Detektionsalarmsysteme für Kleinkinder wurden in der US-A Nr. 5.515.865, der GB-A Nr. 1.261.357 und der US-A Nr. 3.727.606 vorgeschlagen, die darauf abzielen, die Atmung durch die Detektion von Druckschwankungen in einer Matratze zu detektieren. Die US-A Nr. 5.515.865 schlägt unter anderem eine Drucküberwachungsvorrichtung vor, die an eine Wasserkammer angeschlossen ist. In der GB-A Nr. 1.261.357 detektiert ein Heizdrahtsensor Strömungen zwischen Kammern der Matratze. In der US-A Nr. 3.727.606 ist ein Drucksensor an der Matratze angebracht und ist durch ein Überdruck-Schnellschlussventil vor großen Druckveränderungen, die durch große Bewegungen des Kleinkinds verursacht werden, geschützt. Diese Vorrichtung stellen ein Alarmsignal bereit, wenn innerhalb eines bestimmten Zeitraums keine Atembewegung detektiert wird.

Die GB-A Nr. 2.199.953 offenbart eine Vorrichtung zum Messen des Drucks an der Grenzfläche zwischen der Haut eines Patienten und einer Matratze, beispielsweise einer Wechseldruckmatratze, um die Funktionsleistung der Matratze zu untersuchen. Eine kleine aufblasbare Kammer wird an der zu messenden Stelle der Grenzfläche angeordnet und mithilfe eines Kompressors periodisch aufgeblasen. Die Kammer umfasst elektrische Kontakte, die sich öffnen und schließen, wenn die Kammer aufgeblasen und entleert wird. Durch dieses Verfahren wird die Änderung des Grenzflächendrucks aufgezeichnet.

Die GB-A Nr. 2.103.853 beschreibt eine Vorrichtung zur Überwachung der Bewegungen eines Patienten auf einer Lagerungsvorrichtung. Die Vorrichtung bestimmt die Bewegung eines Patienten in Bezug auf die Zeit unter Verwendung eines Bewegungssensor, der im Inneren eines gewöhnlichen Kissens auf der Lagerungsvorrichtung angeordnet ist. Die Vorrichtung stellt dementsprechend ein Ausgangssignal bereit, um einen Patienten daran zu erinnern, sich in regelmäßigen Intervallen zu bewegen.

Die WO 91/13575 beschreibt eine Matratze, die die Bewegungen einer auf ihr liegenden Person überwacht und aufzeichnet. Die Matratze weist zahlreiche aufgeblasene Kammern in quadratischen Anordnungen in vier Zonen, an der Taille, der Hüfte, der Schulter und am Fuß, auf und verfügt für jede Zone über eine auf Druck ansprechende Auslesevorrichtung, die die Druckänderungen, die sich in Folge einer Bewegung des Patienten ergeben, ausliest und als Diagramme aufzeichnet. Es wird davon ausgegangen, dass ein Arzt anhand der Diagramme der Druckänderungen an diesen vier Zonen Schlafstörungen diagnostizieren kann, und es wird beschrieben, wie in den Diagrammen Atembewegungen und Arm- und Beinbewegungen innerhalb von Zeiträumen, in denen der Patient auf seinem Rücken, seitlich oder auch dem Bauch lag, detektiert werden können. Die Vorrichtung ist komplex und gibt als Ausgangssignal ausschließlich eine Anzeige der Druckänderungen aus.

Die EP-A Nr. 0.476.138 beschreibt eine Schlafdetektionsvorrichtung, die Körperbewegungen ohne direkten Körperkontakt nachweist. Die Vorrichtung unterscheidet zwischen groben Körperbewegungen und sanften Körperbewegungen. Die Detektion kann unter Verwendung eines auf dem Bett bereitgestellten piezoelektrischen Elements ausgeführt werden.

Keine dieser Vorrichtungen stellt ein Ausgangssignal bereit, das das Risiko der Bildung von Druckgeschwüren eines Patienten betrifft.

Das Ziel der Erfindung ist die Bereitstellung einer Vorrichtung zur Überwachung der Körperbewegungen eines Patienten auf einer Lagerungsvorrichtung, die Daten ausgibt, die zur Bewertung des Risikos der Bildung von Druckgeschwüren eines Patienten nützlich sind.

Gemäß der Erfindung ist in einem Aspekt eine Vorrichtung zur Überwachung der Körperbewegungen eines Patienten auf einer Lagerungsvorrichtung bereitgestellt, umfassend:

zumindest eine mit einem Fluid gefüllte Kammer, die zwischen dem Patienten und einer Lagerungsvorrichtung, auf der der Patient gelagert ist, einführbar ist;

eine Einrichtung zur Detektion von Schwankungen im Zustand des Fluids in der zumindest einen Kammer, die von Körperbewegungen des Patienten verursacht werden, und Bereitstellung eines von den Schwankungen abhängigen Ausgangssignals; und

eine Einrichtung zur Analyse des Ausgangssignals und Bereitstellung eines von der Analyse abhängigen Ausgangssignals, die geeignet und vorgesehen ist, um zwischen Schwankungen, die größere Körperbewegungen in Form von Drehbewegungen des Körpers anzeigen, und Schwankungen, die kleinere Körperbewegungen in Form von Arm- oder Beinbewegungen anzeigen, zu unterscheiden.

Gemäß der Erfindung wird in einem weiteren Aspekt ein Verfahren zur Überwachung von Körperbewegungen eines durch eine Lagerungsvorrichtung gelagerten Patienten durch:

Detektion von Schwankungen im Zustand des Fluids in zumindest einer mit einem Fluid gefüllten Kammer, die zwischen einem Patienten und einer Lagerungsvorrichtung, auf der der Patient gelagert ist, angeordnet ist;

Durchführen einer Analyse der nachgewiesenen Schwankungen, um so die größeren Körperbewegungen in Form von Drehbewegungen des Körpers anzeigenden Schwankungen, von Schwankungen, die kleinere Körperbewegungen in Form von Arm- oder Beinbewegungen anzeigen, zu unterscheiden; und

Bereitstellen eines Ausgangssignals in Abhängigkeit dieser Analyse

bereitgestellt.

Die vorliegende Erfindung stellt eine praktische und einfache Vorrichtung und ein eben solches Verfahren zur Überwachung der Körperbewegungen eines Patienten bereit, um eine zur Bewertung des Risikos von Druckgeschwüren nützliches Ausgangssignal bereitzustellen.

Die Erfindung basiert auf der überraschenden Erkenntnis, dass das Ausgangssignal eines Schwankungsdetektors, z. B. Druckschwankungen, in einer Kammer rasch analysiert werden können, um zwischen großen Körperbewegungen, insbesondere Drehbewegungen des Körpers, wie das Einnehmen der Seitenlage oder das Einnehmen der Rückenlage, und kleineren Bewegungen, wie etwa Arm- und Beinbewegungen, zu unterscheiden. Die analysierten Ausgangswerte bezüglich Anzahl, Häufigkeit oder Abstand der großen Körperbewegungen kann verwendet werden, um ein auf das Risiko von Druckgeschwüren hinweisendes Ausgangssignal bereitzustellen. Natürlich hängt das Risiko von Druckgeschwüren auch vom Zustand des jeweiligen Patienten ab, aber ein objektives Ausgangssignal bezüglich der großen Körperbewegungen ist für Ärzte und Pflegepersonal, die mit Patienten mit Druckgeschwürrisiko betraut sind, von großem Nutzen.

In der praktischen Umsetzung der vorliegenden Erfindung ist es nicht notwendig, Schwankungen in mehr als einer Kammer zu überwachen. Die Kammer oder Kammern sollte(n) in Bezug auf den Patienten passend zur Detektion von Körperbewegungen angeordnet sein. Es wurde herausgefunden, dass beispielsweise wesentliche Verschiebungen des Grundzustands des Drucks in einer solchen Kammer stark mit dem Auftreten von großen Körperbewegungen korrelieren, während kleinere Bewegungen im Allgemeinen keine Verschiebungen des Grundzustands bewirken. Hierauf wird nachstehend genauer eingegangen.

In der überwachten Kammer ist das Fluid vorzugsweise ein Gas, insbesondere Luft, aber auch die Verwendung einer Flüssigkeit oder sogar einer hochviskösen Flüssigkeit, etwa ein Gel, ist möglich.

Die Kammer kann eine Kammer mit biegsamen Wänden sein, die einen vorläufigen Aufblasdruck, z. B. in einem Bereich von 5 bis 40 mmHg über dem umgebenden Atmosphärendruck, aufweist, wenn kein Patientengewicht auf ihr lastet. Diese Kammer wird während der Überwachung in abgedichtetem Zustand gehalten.

Alternativ dazu kann die Kammer, deren Druck zum Zweck der Überwachung abgefühlt wird, auch die Kammer einer Wechseldruckmatratze oder einer anderen Wechseldruckvorrichtung sein, die beim Normalbetrieb Druckzyklen durchläuft. In diesem Fall müssen die auf den Zyklusablauf zurückzuführenden Druckschwankungen herausgefiltert oder kompensiert werden.

Die im Zustand des Fluids überwachten Schwankungen können beispielsweise Änderungen im Druck des Fluids oder die Bewegung des Fluids sein. Diese Änderungen werden von dem sich bewegenden Patienten verursacht. Beispiele für derartige Detektoren umfassen einen Druckwandler und einen Luftströmungsdetektor. Der Einfachheit bei der Ausführung des Analyseschritts halber ist ein elektrisches Ausgangssignal bevorzugt.

Die Einrichtung zum Analysieren der nachgewiesenen Schwankungen ist gegebenenfalls typischerweise eine Kombination aus Software und elektronischer Hardware, wie beispielsweise ein programmierter PC. Die Analyseeinrichtung ist fähig, zwischen größeren und kleineren Körperbewegungen zu unterscheiden. um dies zu tun, kann die Analyseeinrichtung die Amplitude und die Dauer einer jeden Schwankung nach dem Herausfiltern von Signalen, die auf externe Ereignisse, beispielsweise der Zyklusablauf des Drucks der Kammer (der zur Senkung des Risikos von Druckgeschwüren eingesetzt werden kann), Temperaturveränderungen, das Öffnen einer Tür, zurückzuführen sind, mit vorbestimmten Schwellwerten vergleichen.

Die Einrichtung zur Analyse der Schwankungen kann gegebenenfalls auch die Häufigkeit der durch Körperbewegungen ausgelösten Schwankungen (z. B. die Anzahl derartiger Schwankungen pro Zeiteinheit) mit einem oder mehreren vorbestimmten Schwellwerten) vergleichen, um das Risiko des Patienten für die Bildung von Druckgeschwüren zu bewerten.

Es ist vorzuziehen, dass eine Einrichtung zur Anzeige der Ergebnisse der Analyse der Schwankungen in der Vorrichtung bereitgestellt ist. Diese Einrichtung kann den Risikograd des Patienten für die Bildung von Druckgeschwüren direkt anzeigen und kann hierfür unterschiedliche geeignete Formen einsetzen, etwa einen numerischen Wert oder eine einfache Anordnung von Signallampen, bei denen jedes Licht für einen unterschiedlichen Risikograd der Bildung von Druckgeschwüren steht.

Die Erfindung besteht weiters in einer Vorrichtung zur Überwachung der Körperbewegungen eines Patienten auf einer Lagerungsvorrichtung, umfassend:

zumindest eine mit einem Fluid gefüllte Kammer, die zwischen dem Patienten und einer Lagerungsvorrichtung, auf der der Patient gelagert ist, einführbar ist;

eine Einrichtung zur Detektion von Schwankungen im Zustand des Fluids in der zumindest einen Kammer, die von Körperbewegungen des Patienten verursacht werden, und Bereitstellung eines von den Schwankungen abhängigen Ausgangssignals; und

eine Einrichtung zur Analyse des Ausgangssignals und Bereitstellung eines von der Analyse abhängigen Ausgangssignals, wobei das Ausgangssignal ein Indikator für das Risiko der Bildung von Druckgeschwüren des Patienten ist.

In einem weiteren Aspekt besteht die Erfindung in einem Verfahren zur Überwachung der Körperbewegungen eines auf einer Lagerungsvorrichtung gelagerten Patienten durch:

Detektion von Schwankungen im Zustand des Fluids in zumindest einer mit einem Fluid gefüllten Kammer, die zwischen einem Patienten und einer Lagerungsvorrichtung, auf der der Patient gelagert ist, angeordnet ist;

Durchführen einer Analyse der nachgewiesenen Schwankungen und Erhalten eines Ausgangssignals ausgehend von der Analyse, das ein Indikator für das Risiko der Bildung von Druckgeschwüren des Patienten ist.

Nun werden Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung als Beispiele unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen detailliert beschrieben, in denen:

1 ein Funktionsblockdiagramm einer Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist;

2 eine Draufsicht auf eine luftgefüllte Niederdruckkammer als Teil der Vorrichtung aus 1 gemäß der vorliegenden Erfindung ist;

3 ein Funktionsblockdiagramm einer alternativen Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung ist;

4 ein Graph ist, der den Druck einer Luftkammer einer Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung unter Versuchsbedingungen mit einem Freiwilligen, der die spontanen Körperbewegungen eines Patienten simuliert, über der Zeit aufträgt;

5 ein Graph ist, der den Druck einer anderen Luftkammer einer Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung unter denselben Versuchsbedingungen wie beim Versuch in 4 über der Zeit aufträgt;

6 ein Graph ist, der den Druck derselben Luftkammer wie in 5, nur mit niedrigerem Luftdruck, unter denselben Versuchsbedingungen wie beim Versuch in 4 über der Zeit aufträgt;

7 ein Graph ist, der den Druck einer Luftkammer einer Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung, die unter einem Betttuch angeordnet ist und bei der sich der Patient nicht bewegt, über der Zeit aufträgt; und

8 ein Graph ist, der den Druck der Luftkammer, die so wie in dem in 7 veranschaulichten Versuch angeordnet ist, unter denselben Versuchsbedingungen wie bei dem in 4 veranschaulichten Versuch über der Zeit aufträgt.

Unter Bezugnahme auf 1 ist eine Vorrichtung gemäß der vorliegenden Erfindung hinsichtlich der Funktion von vier Teilen dargestellt: Niederdruckluftkammer 4, Druckwandler, Signalprozessor und Logikanzeige. 2 zeigt eine mögliche Form der Niederdruckluftkammer 4, die mit Luft mit niedrigem Druck gefüllt ist, beispielsweise 5 mmHg bis 40 mmHg (0,67 kPa bis 5,3 kPa). Die Kammer 4 ist aus zwei biegsamen luftdichten Lagen, die an einer HF-Schweißnaht 5 verbunden sind, um eine luftdichte Struktur zu bilden, aufgebaut. Enthält die Struktur Luft, so kann sie durch das Einwirken von Gewicht verformt werden und zu ihren Normalmaßen zurückkehren, wenn das Gewicht entfernt wird. Die Kammer ist aus Kunststoff, beispielsweise einem polyurethanbeschichtetes Nylonmaterial, und ihre Maße betragen in etwa 100 cm × 20 cm, d. h. sind im Wesentlichen kleiner als die Matratze. Ihre Dicke beträgt in aufgeblasenem Zustand ohne wirkende Belastung in etwa 1 bis 2 cm. Die Maße sind so gewählt, dass jedwede Beeinträchtigung des Liegekomforts des Patienten minimiert wird. Demnach ist es in der Erfindung bevorzugt, eine Kammer zu verwenden, deren Länge zum seitlichen Liegen unter einem Patienten geeignet ist, z. B. 0,5 bis 1,5 m, deren Breite z. B. 3 bis 60 cm beträgt und deren Höhe im aufgeblasenen Zustand gering, z. B. 0,5 bis 5 cm, ist; es können jedoch auch Kammern mit stärkerer Höhe, z. B. bis zu 20 cm, überwacht werden.

Die Kammer 2 wird durch die Lasche 6 und die Riemen 8 an einer Lagerungsvorrichtung, beispielsweise einer Matratze, an Ort und Stelle gehalten. Die Kammer verfügt über einen Luftauslass 9 hin zu einem Druckwandler (nicht dargestellt).

Der Druckwandler (nicht dargestellt) arbeitet elektromechanisch und bildet die Schwankungsdetektionsvorrichtung. Er misst die Änderungen des Innenluftdrucks der Luftkammer 5. Der Wandler weist in dieser Ausführungsform einen Bereich von 0 bis 1 psi (0 bis 55 mmHg, 0 bis 7 kPa) und wandelt Luftdruck in analoge elektrische Signale um. Er verfügt über einen externen Schaltkreis, um für die Temperaturkompensation und die Signalverstärkung zu sorgen. Derartige Druckwandler sind im Handel erhältlich.

Der Signalprozessor ist die Einrichtung zur Analyse der nachgewiesenen Schwankungen, ist eine Kombination aus elektronischer Hardware und Software und kann beispielsweise ein PC sein.

Dieser Prozessor:

  • 1) fragt die Signale vom Druckwandler ab, um Signale von kurzer Dauer von etwa unter einer Sekunde zu eliminieren, die von kleineren, unwesentlichen Körperbewegungen des Patienten oder von Streudruckänderungen durch externe Quellen, die nicht den Patienten umfassen, herrühren könnten;
  • 2) vergleicht die Signale von ausreichender Dauer mit einem Referenzsignal, das die Druckänderung, die durch eine größere oder signifikante Bewegung des Patienten ausgelöst wird, repräsentiert und gibt somit den Hinweis "GÜLTIGE" oder größere Bewegungen des Patienten aus;
  • 3) zählt die Anzahl der "GÜLTIGEN" Bewegungen des Patienten über einen bestimmten Zeitraum hinweg und erzeugt eine Patientenbewegungsrate; und
  • 4) vergleicht die tatsächliche Patientenbewegungsrate mit einem Satz aus vorbestimmten Bewegungsraten, die sich auf ein hohes, mittleres oder niedriges Patientenrisiko der Bildung von Druckgeschwüren beziehen. Diese definierten Raten werden aus zuvor erhaltenen klinischen Forschungsdaten abgeleitet.

Die Logikanzeige ist ebenfalls eine Kombination aus elektronischer Hardware, Software und zeichnet die Ergebnisse der Signalverarbeitungsfunktion auf und stellt auf Anfrage hin die Ergebnisse über eine passende Mensch-Maschine-Schnittstelle, etwa eine Abfolge von Lampen, von denen eine pro Risikograd der Bildung von Druckgeschwüren vorgesehen ist, bereit.

Eine alternative Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist im Funktionsblockdiagramm aus 3 veranschaulicht, bei der die abgedichtete Luftkammer und der Druckwandler durch eine Niederdruckluftkammer ersetzt wurden, die in einem Kreislauf an einen Luftströmungssensor angeschlossen ist. Der Betrieb der Vorrichtung ähnelt dem der Vorrichtung aus 1, mit der Ausnahme, dass die Änderungen der Luftströmung im Kreislauf und nicht die Druckschwankungen in der Luftkammer detektiert werden.

Es wurde herausgefunden, dass überraschenderweise die Schwankungen des Luftdrucks in der einzelnen aufgeblasenen Kammer unterhalb des Patienten analysiert werden können, um nützliche Informationen über die Körperbewegungen des Patienten zu erhalten. Wie die nachstehend erörterten Daten belegen, verursacht eine größere Körperbewegung, wie etwa das Drehen des Rumpfs, eine Verschiebung des Grundzustands des detektierten Drucks in der Kammer, was leicht von durch kleinere Körperbewegungen, etwa das Anheben eines Arms, oder durch andere Ereignisse verursachten Druckschwankungen unterschieden werden kann. Ähnlich können auch die Luftströmungen in der Vorrichtung aus 3 analysiert werden, um zwischen verschiedenen Arten der Körperbewegung zu unterscheiden.

Die 4 bis 8 sind allesamt Graphen, die die Auswirkung der Bewegungen eines Patienten auf den Druck einer Niederdruckluftkammer in der Sakralregion des auf einer Matratze liegenden Patienten veranschaulichen. Die Bewegungen eines Patienten wurden mithilfe einer echten Person auf der Matratze simuliert. In den 4 bis 6 und 8 übte der Patient die nachstehend aufgeführte Versuchsabfolge aus:

4 zeigt die Versuchsergebnisse bei der Überwachung des Drucks in einer der drei Kammergruppen einer AirwaveTM-Wechseldruckmatratze, die auf eine Lagerungsvorrichtung gelegt wurde. Die Airwave-Matratze weist eine Anordnung aus parallelen, länglichen Kammern auf, die sich transversal zur Längsrichtung der Matratze und in zwei übereinander gelegten Lagen erstrecken. Diese sind in drei Gruppen eingeteilt, die bei der normalen Verwendung jeweils einen festgelegten Zyklus des Aufblasens und Entleerens durchlaufen. Beim überwachten Druck handelte es sich um den Druck der gesamten Kammergruppe. Für diesen Versuch wurden alle Kammern in einem auf ein Anfangsniveau von 30 mmHg (4 kPa) aufgeblasenen Zustand gehalten, d. h. keine der Kammergruppen durchlief eine Zyklusabfolge des Aufblasens und Entleerens wie im Normalbetrieb. Der Kammerdurchmesser beträgt 10 cm. Die seitlichen Bewegungen (C und E) verursachen jeweils eine Druckänderung von 15 mmHg (2,0 kPa) und sind deutlich von den Bein- und Armbewegungen (A bzw. B) zu unterscheiden.

Die in diesem in den 5 bis 8 veranschaulichten Versuch verwendete Luftkammer weist die Maße 91,5 cm × 39,3 cm auf, entsprach der in 2 dargestellten Konstruktionsweise und lag auf einer gewöhnlichen Krankenhaus-Schaummatratze auf.

In dem in den 5 und 6 veranschaulichten Versuch wurde die Kammer ganz einfach zwischen einem Patienten und einer gewöhnlichen Krankenhaus-Schaummatratze angeordnet. Beim Versuch aus 5 betrug der Druck der Kammer 10 mmHg (1,3 kPa), während der Druck im Versuch aus 6 auf 7 mmHg (0,9 kPa) gesenkt wurde. Beide Versuche ergaben deutliche Änderungen des Grundzustands des Drucks, fast bis auf 0 mmHg, an den Punkten C und E, die den seitlichen Bewegungen entsprechen, und nur sehr schwache Schwankungen an den Punkten A und B, die den Bewegungen der Glieder entsprechen. Der deutliche Größenunterschied der Druckveränderungen ermöglicht die Unterscheidung zwischen größeren und kleineren Bewegungen des Körpers.

In den Versuchen aus den 7 und 8 wurde die Luft-Kammer zwischen einer Overture-Matratze (Marke der Anmelder, die eine weitere aufblasbare Wechseldruckmatratze, die vertrieben wird, bezeichnet) und einer gewöhnlichen Krankenhausmatratze angeordnet. Der Versuchspatient lag auf der Overture-Matratze. Beim Versuch aus 7 blieb der Patient die ganze Zeit in der Rückenlage, und der Graph zeigt kleine, aber keine großen Druckschwankungen. Beim Versuch aus 8 lag ein Betttuch zwischen dem Patienten und der Matratze. Die Druckänderungen in 8 zeigen, dass bei einer bedeckten Luftkammer kaum Änderungen hinsichtlich der Empfindlichkeit des Detektors auftreten.

Obwohl die obigen Versuche mit Luftkammern ausgeführt wurden, die einen festgelegten Grunddruck aufwiesen (oder festgelegte Luftmengen enthielten), kann die Erfindung auch dann verwendet werden, wenn der Druck in der Luftkammer in einem Zyklus zwei Druckwerte durchläuft. Dies ist beispielsweise bei der normalen Verwendung der obgenannten AirwaveTM-Matratze der Fall. Diese Matratzen umfassen zumindest zwei Gruppen aus aufblasbaren Kammern, die zyklisch aufgeblasen und entleert werden. Die zyklische Druckänderung in den Kammergruppen trägt dazu bei, das Risiko von Druckgeschwüren zu senken. In diesen Fällen kann der Signalprozessor einfach die regulären Druckänderungen im Zyklus herausfiltern, um die von den Körperbewegungen des Patienten verursachten Druckschwankungen zu detektieren.

Es sollte sich verstehen, dass die bevorzugten Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung oben nur zu Beispielzwecken beschrieben wurden und dass verschiedene alternative Merkmale oder Modifikationen des Beschriebenen und Veranschaulichten innerhalb des Schutzumfangs der Erfindung ausgeführt werden können.


Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zur Überwachung von Körperbewegungen eines Patienten auf einer Lagerungsvorrichtung, umfassend:

    zumindest eine mit einem Fluid gefüllte Kammer (2), die zwischen dem Patienten und einer Lagerungsvorrichtung, auf der der Patient gelagert ist, einführbar ist;

    eine Einrichtung zum Nachweis von Schwankungen im Zustand des Fluids in der zumindest einen Kammer, die von Körperbewegungen des Patienten verursacht werden, und Bereitstellung eines von den Schwankungen abhängigen Ausgangssignals; und

    eine Einrichtung zur Analyse des Ausgangssignals und Bereitstellung eines von der Analyse abhängigen Ausgangssignals,

    dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zur Analyse des Ausgangssignals der Schwankungen nachweisenden Einrichtung vorgesehen ist, um zwischen Schwankungen, die größere Körperbewegungen in Form von Drehbewegungen des Körpers anzeigen, und Schwankungen, die kleinere Körperbewegungen in Form von Arm- oder Beinbewegungen anzeigen, zu unterscheiden.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, worin eine Einrichtung zur Anzeige der Ergebnisse der Analyse der Schwankungen bereitgestellt ist.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, worin die Einrichtung zur Analyse des Ausgangssignals der Schwankungen nachweisenden Einrichtung weiters vorgesehen ist, um aus der Analyse der Schwankungen einen Indikator für das Risiko von Druckgeschwüren beim Patienten abzuleiten.
  4. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2 mit einer Einrichtung zur Ableitung und Darstellung einer Anzeige der Risikohöhe von Druckgeschwüren, wobei die Anzeige von einem Vergleich der Häufigkeit von nachgewiesenen größeren Körperbewegungen mit einem oder mehreren vorbestimmten Werten abgeleitet wird.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, worin die Analyseeinrichtung zwischen größeren und kleineren Körperbewegungen durch Vergleich der Amplitude und/oder Dauer der Schwankungen mit einem oder mehreren vorbestimmten Schwellwerten unterscheidet.
  6. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, worin die Schwankungen nachweisende Einrichtung entweder Druckschwankungen des Fluids in der mit dem Fluid gefüllten Kammer oder Bewegungen des Fluids in der mit dem Fluid gefüllten Kammer nachweist.
  7. Verfahren zur Überwachung von Körperbewegungen eines durch eine Lagerungsvorrichtung gelagerten Patienten durch:

    Nachweis von Schwankungen im Zustand des Fluids in zumindest einer mit einem Fluid gefüllten Kammer (2), die zwischen einem Patienten und einer Lagerungsvorrichtung, auf der der Patient gelagert ist, angeordnet ist;

    Analyse der nachgewiesenen Schwankungen zum Erhalt von Informationen über Körperbewegungen des Patienten und Bereitstellung eines von der Analyse abhängigen Ausgangssignals;

    gekennzeichnet durch das Analysieren der nachgewiesenen Schwankungen, um so die größeren Körperbewegungen in Form von Drehbewegungen des Körpers anzeigenden Schwankungen, von Schwankungen, die kleinere Körperbewegungen in Form von Arm- oder Beinbewegungen anzeigen, zu unterscheiden.
  8. Verfahren nach Anspruch 7, welches das Anzeigen der Ergebnisse der Analyse der Schwankungen beinhaltet.
  9. Verfahren nach Anspruch 7 oder 8, worin die Ergebnisse der Analyse der Schwankungen in Form einer Anzeige der Risikohöhe von Druckgeschwüren angezeigt werden, wobei die Anzeige beim Schritt der Analyse der Schwankungen von einem Vergleich der Häufigkeit von größeren Körperbewegungen mit einem oder mehreren vorbestimmten Werten herrührt.
  10. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, worin die nachgewiesenen Schwankungen Druckschwankungen des Fluids in der mit dem Fluid gefüllten Kammer oder Bewegungen des Fluids in der mit dem Fluid gefüllten Kammer sind.
  11. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 10, worin der Schritt des Unterscheidens von größeren und kleineren Körperbewegungen durch Vergleich der Amplitude und Dauer der Schwankungen mit einem oder mehreren vorbestimmten Schwellwerten durchgeführt wird.
Es folgen 5 Blatt Zeichnungen






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