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Dokumentenidentifikation DE102004028690A1 05.01.2006
Titel Sägeschablone
Anmelder Gebr. Brasseler GmbH & Co. KG, 32657 Lemgo, DE
Erfinder Haverkamp, Siegfried, 32756 Detmold, DE;
Danger, Karl-Heinz, 32758 Detmold, DE;
Küllmer, Michael, 32657 Lemgo, DE;
Otto, Bernd, 32689 Kalletal, DE;
Krumsiek, Michael, 32657 Lemgo, DE;
Idel, Frank, 32657 Lemgo, DE;
Meier, Friedrich Wilhelm, 32825 Blomberg, DE;
Hagemann, Frank, 32657 Lemgo, DE;
Brinkmann, Volker, 32657 Lemgo, DE
Vertreter Hoefer & Partner, 81545 München
DE-Anmeldedatum 14.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004028690
Offenlegungstag 05.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.01.2006
IPC-Hauptklasse A61B 17/15(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B23D 59/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung bezieht sich auf eine Sägeschablone für ein chirurgisches Sägeblatt, mit einem Grundkörper 5, welcher mit zumindest einer schlitzartigen Ausnehmung 4 zur Durchführung und passgenauen Führung eines im Wesentlichen plattenförmigen Sägeblatts versehen ist, wobei die schlitzartige Ausnehmung 2 einander gegenüberliegende Führungsflächen 7 aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der die Führungsflächen 7 bildende Bereich des Grundkörpers 5 aus einem verschleißfesten Material gefertigt ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf eine Sägeschablone nach dem Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche.

Im Einzelnen bezieht sich die Erfindung auf eine Sägeschablone für ein chirurgisches Sägeblatt mit einem Grundkörper, welcher mit zumindest einer schlitzartigen Ausnehmung zur Durchführung und passgenauen Führung eines im Wesentlichen plattenförmigen Sägeblatts versehen ist, wobei die schlitzartige Ausnehmung zwei einander gegenüberliegende Führungsflächen aufweist.

Chirurgische Sägeblätter werden verwendet, um während Operationen Knochen zu trennen. Typische Anwendungszwecke sind das Einsetzen von künstlichen Gelenken, beispielsweise von Kniegelenken. Die Sägeblätter werden mittels Schablonen geführt, um einen möglichst passgenauen und präzisen Schnittverlauf zu realisieren.

Die Schablonen sind mit Fixierungs- oder Halteelementen versehen, die entweder in den Knochen eingesetzt oder an dem Knochen verankert werden, sodass sich eine exakte Zuordnung der Sägeführung ergibt. Demgemäß sind auch die schlitzartigen Ausnehmungen der Schablonen passgenau auf die Sägeblätter abgestimmt, um möglichst wenig Spiel und damit eine hohe Maßgenauigkeit des Sägeschnitts zu erreichen.

Durch diese relativ engen Passungen ergeben sich jedoch ungünstige Reibungsverhältnisse, welche zu einem nicht unbeachtlichen Abtrag von Material sowohl von dem Sägeblatt als auch von der Schablone führen. Dieser Abrieb ist aus medizinischen Gründen in hohem Maße unerwünscht, da die Metallpartikel sich in der Wunde festsetzen und zu allergischen Problemen, zu Problemen bei der Heilung und zu weiteren sonstigen medizinischen Komplikationen führen können.

Erschwerend kommt hinzu, dass unter den Operationsbedingungen keine ausreichende Spülung oder Schmierung möglich ist. Zusätzlich setzen sich die Knochensplitter und das Knochenmehl in dem Spalt zwischen dem Sägeblatt und der Schablone fest und erhöhen hierdurch zusätzlich den Verschleiß.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Sägeschablone für ein chirurgisches Sägeblatt der eingangs genannten Art zu schaffen, welche bei einfachem Aufbau und kostengünstiger Herstellbarkeit die Nachteile des Standes der Technik vermeidet und insbesondere den Materialabrieb reduziert.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch die Merkmalskombinationen der beiden unabhängigen Ansprüche gelöst, die jeweiligen Unteransprüche zeigen weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung.

Erfindungsgemäß werden somit Maßnahmen geschaffen, die in höchst wirksamer Weise die Reibung und damit den Abrieb vermindern. Dabei ist es insbesondere möglich, handelsübliche, dem Stand der Technik entsprechende Sägeblätter zu verwenden, ohne dass diese einer Modifikation bedürfen.

In einem Aspekt der Erfindung ist vorgesehen, dass an zumindest einer Führungsfläche zumindest ein erhabener Bereich ausgebildet ist, der mit dem Sägeblatt in Anlage bringbar ist. Hierdurch vermindert sich die Auflagefläche, was wiederum zu einer verminderten Reibung führt. Somit verringert sich entsprechend auch der Abrieb.

Besonders günstig ist es, wenn an den beiden einander zugewandeten Führungsflächen jeweils zumindest ein erhabener Bereich vorgesehen ist.

Der erhabene Bereich kann bevorzugterweise in Form einer länglichen Rippe oder einer sonstigen Erhebung ausgebildet sein, sodass die Führung des Sägeblatts nicht beeinträchtigt wird. Die Erhebung kann dabei die unterschiedlichen Orientierungen des Sägeblatts während des Schnittverlaufs oder Sägeverlaufs berücksichtigen, sodass ein Verklemmen oder Verkanten des Sägeblatts ausgeschlossen wird.

Erfindungsgemäß kann der erhabene Bereich durch Materialauftrag auf die Führungsoberfläche oder durch Materialabtrag benachbarter Bereiche der Führungsoberfläche gebildet werden.

Bei einem Materialauftrag können beispielsweise Schichten aus reibungsarmem oder verschleißfestem Material aufgeklebt oder durch andere Fügeverfahren oder sonstige Verfahren aufgebracht werden. Der Materialabtrag kann beispielsweise mechanisch oder chemisch erfolgen.

Im Rahmen der Erfindung können die erhabenen Bereiche aus demselben Material wie der Grundkörper der Sägeschablone gefertigt werden. Es ist jedoch auch möglich, andere Materialen, wie bereits oben angedeutet, vorzusehen.

In einer weiteren Variante der Erfindung ist vorgesehen, dass zumindest der die Führungsflächen bildende Bereich des Grundkörpers aus einem verschleißfesten Material gefertigt ist. Dabei kann erfindungsgemäß entweder der gesamte Grundkörper aus dem verschleißfesten Material gefertigt werden oder es kann ein Einsatzkörper aus einem verschleißfesten Material verwendet werden, der an dem Grundkörper befestigt ist.

Als verschleißfestes Material kann beispielsweise Hartmetall oder Keramik, beispielsweise Zirkonoxid-Keramik verwendet werden. Es ist auch möglich, einen hochfesten Kunststoff vorzusehen, aus dem entweder der gesamte Grundkörper oder der Einsatzkörper hergestellt sind. Es sind im Rahmen der Erfindung auch Kombinationen dieser Werkstoffe möglich. Als verschleißmindernde Beschichtungen können beispielsweise DLC, Titan-Nitrid, Titan-Carbid, Teflon oder Ähnliches verwendet werden.

Im Folgenden wird die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels in Verbindung mit der Zeichnung beschrieben. Dabei zeigt:

1 eine schematische Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Sägeblatts,

2 eine perspektivische Darstellung eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Sägeschablone, und

3 eine perspektivische Teil-Schnittansicht eines Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemäßen Sägeschablone.

Die 1 zeigt zur Verdeutlichung ein aus dem Stand der Technik vorbekanntes chirurgisches Sägeblatt, welches einen plattenförmigen Grundkörper 1 umfasst, an dessen einem Bereich eine Verzahnung bzw. Zähne 2 vorgesehen sind, während der gegenüberliegende Bereich als Einspannbereich 3 ausgebildet ist. Die Dimensionierung, Ausgestaltung und Herstellung derartiger chirurgischer Sägeblätter ist aus dem Stand der Technik bekannt, sodass auf weitere Beschreibungen verzichtet werden kann. Es ist lediglich darauf hinzuweisen, dass der plattenförmige Grundkörper über seine gesamte Länge eine gleich bleibende Dicke aufweist, sodass eine passgenaue Führung in einer schlitzartigen Ausnehmung einer Sägeschablone gewährleistet ist.

Die 2 zeigt eine perspektivische Darstellung einer Ausgestaltungsform einer Sägeschablone zur Verwendung bei dem in 1 gezeigten Sägeblatt. Es versteht sich, dass auch andere Dimensionierungen sowohl der Schablone als auch von Sägeblättern im Rahmen der Erfindung umfasst sind.

Die Sägeschablone umfasst einen Grundkörper 5, an welchem mehrere schlitzartige Ausnehmungen 4 ausgebildet sind. Diese entsprechen hinsichtlich ihrer Neigung, ihrer Breite sowie ihrer sonstigen Dimensionierungen dem jeweiligen Anwendungszweck. Für unterschiedliche Schnittführungen sind somit unterschiedliche Sägeschablonen zu verwenden. Die mehreren schlitzartigen Ausnehmungen 4 einer Sägeschablone dienen beispielsweise dazu, eine Vortrennung und eine anschließende Feinsägung eines Knochenendes zu realisieren.

Die Sägeschablone umfasst weiterhin mehrere Fixationselemente 6, die bolzenförmig oder zapfenförmig ausgebildet sind und entsprechend der Anatomie des Patienten und dem Anwendungsgebiet gefertigt sind. Auch hierbei handelt es sich um Anpassungen und Dimensionierungen, die dem Stand der Technik entsprechen. Gleiches gilt für die Dimensionierung der Sägeschablone sowie die Anordnung und Ausrichtung der schlitzartigen Ausnehmungen 4.

Erfindungsgemäß ist somit bei dem in 2 gezeigten Ausführungsbeispiel der gesamte Grundkörper 5 aus einem verschleißmindernden oder verschleißfesten Material gefertigt, beispielsweise aus Hartmetall, Keramik oder aus einem hochfesten Kunststoff.

Bei dem in 3 gezeigten Ausführungsbeispiel ist eine Sägeschablone mit nur einer schlitzartigen Ausnehmung 4, welche in dem Grundkörper 5 vorgesehen ist, gezeigt. Die schlitzartige Ausnehmung 4 weist zwei einander gegenüberliegende Führungsflächen 7 auf, welche jeweils mit erhabenen Bereichen 8 versehen sind. Die erhabenen Bereiche 8 können leistenförmig oder streifenförmig sein. Sie können durch zusätzlich aufgebrachtes reibungsarmes Material gefertigt sein. Es ist jedoch auch möglich, benachbarte Bereiche zu den erhabenen Bereichen 8 abzutragen, um auf diese Weise die gezeigte leistenförmige oder rippenförmige Ausgestaltung zu erzielen. Bei einer Aufbringung der erhabenen Bereiche 8 können diese aus einem verschleißmindernden oder reibungsarmen Material gefertigt sein. Bei einer Herstellung der erhabenen Bereiche 8 durch Materialabtrag ist der Grundkörper 5 selbst aus einem verschleißfesten, reibungsarmen Material gefertigt, wie beispielsweise aus Hartmaterial, Keramik, Kunststoff oder ähnlichem.

Die erhabenen Bereiche führen zu dem zusätzlichen Vorteil, dass zusätzlicher Spanraum geschaffen wird, welcher gespült werden kann und durch welchen Knochenspäne und Knochenmehl abtransportiert werden können. Hierdurch wird verhindert, dass sich das Sägeblatt in der Sägeschablone verklemmt. Dies ist auch im Hinblick darauf wichtig, da bei derartigen Operationen die Sägespäne oder das Knochenmehl durch Blut und andere Flüssigkeiten verkleben oder verklumpen. Insgesamt ergibt sich hiermit ein weitaus verbessertes Sägeverhalten als bei den aus dem Stand der Technik bekannten Sägeschablonen.

1Plattenförmiger Grundkörper 2Verzahnung/Zähne 3Einspannbereich 4Schlitzartige Ausnehmung 5Grundkörper 6Fixationselement 7Führungsfläche 8Erhabener Bereich

Anspruch[de]
  1. Sägeschablone für ein chirurgisches Sägeblatt, mit einem Grundkörper (5), welcher mit zumindest einer schlitzartigen Ausnehmung (4) zur Durchführung und passgenauen Führung eines im Wesentlichen plattenförmigen Sägeblatts versehen ist, wobei die schlitzartige Ausnehmung (2) einander gegenüberliegende Führungsflächen (7) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass an zumindest einer Führungsfläche (7) zumindest ein erhabener Bereich (8) ausgebildet ist, der mit dem Sägeblatt in Anlage bringbar ist.
  2. Sägeschablone nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an beiden Führungsflächen (7) jeweils zumindest ein erhabener Bereich (8) ausgebildet ist.
  3. Sägeschablone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erhabene Bereich (8) in Form einer länglichen Rippe ausgestaltet ist.
  4. Sägeschablone nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erhabene Bereich (8) in Form einer Erhebung ausgestaltet ist.
  5. Sägeschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erhabene Bereich (8) durch Materialauftrag auf die Führungsfläche (7) gebildet ist.
  6. Sägeschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der erhabene Bereich (8) durch Materialabtrag benachbarter Bereiche der Führungsfläche (7) gebildet ist.
  7. Sägeschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erhabene Bereich (8) aus demselben Material gefertigt ist, wie der Grundkörper (5) der Sägeschablone.
  8. Sägeschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erhabene Bereich (8) aus einem reibungsarmen Material gefertigt ist.
  9. Sägeschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erhabene Bereich (8) aus einem verschleißfesten Material gefertigt ist.
  10. Sägeschablone für ein chirurgisches Sägeblatt, mit einem Grundkörper (5), welcher mit zumindest einer schlitzartigen Ausnehmung (4) zur Durchführung und passgenauen Führung eines im Wesentlichen plattenförmigen Sägeblatts versehen ist, wobei die schlitzartige Ausnehmung (2) einander gegenüberliegende Führungsflächen (7) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass zumindest der die Führungsflächen (7) bildende Bereich des Grundkörpers (5) aus einem verschleißfesten Material gefertigt ist.
  11. Sägeschablone nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der gesamte Grundkörper (5) aus einem verschleißfesten Material gefertigt ist.
  12. Sägeschablone nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Grundkörper mit einem die schlitzartige Ausnehmung bildenden Einsatzkörper versehen ist, welcher an dem Grundkörper befestigt und aus einem verschleißfesten Material gefertigt ist.
  13. Sägeschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das verschleißfeste Material Hartmetall umfasst.
  14. Sägeschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das verschleißfeste Material Kunststoff umfasst.
  15. Sägeschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass das verschleißfeste Material Keramik umfasst.
  16. Sägeschablone nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Führungsfläche mit einer verschleißmindernden Beschichtung versehen ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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