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Dokumentenidentifikation DE102004060100A1 05.01.2006
Titel Verfahren und Vorrichtung zur Überwachung von Gebäuden und Fahrzeugen
Anmelder UST Umweltsensortechnik GmbH, 98716 Geschwenda, DE
Erfinder Kiesewetter, Olaf, Dr., 98716 Geschwenda, DE;
Ewert, Anatolij, Dipl.-Ing.(FH), 98693 Ilmenau, DE;
Kittelmann, Sven, Dipl.-Ing.(FH), 99326 Stadtilm, DE;
Jörss, Olaf, 98693 Ilmenau, DE
Vertreter Patentanwälte Liedtke & Partner, 99096 Erfurt
DE-Anmeldedatum 13.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004060100
Offenlegungstag 05.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 05.01.2006
IPC-Hauptklasse G08B 21/12(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse G08B 21/22(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      G08B 7/06(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      G08B 25/04(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überwachung einer Fläche von Gebäuden oder Fahrzeugen, bei der mittels an der zu überwachenden Fläche angebrachter, selektiver Gassensoren beim unbefugten Anbringen chemischer Stoffe ein Alarm ausgelöst und an eine Meldestelle geleitet wird.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, mit der das unbefugte Anbringen chemischer Stoffe an einer Wandfläche mit hoher Sicherheit erkannt werden kann.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren gelöst, wobei an der zu überwachenden Wandfläche mittels Detektoren zur Erfassung chemischer Lösungsmittel das Auftreten dieser erfasst und ausgewertet und bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzwertes und eines zusätzlichen die Anwesenheit von Personen charakterisierenden Signals ein Alarmsignal an die Meldestelle übermittelt wird.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überwachung einer Fläche von Gebäuden oder Fahrzeugen, bei der mittels an der zu überwachenden Fläche angebrachter, selektiver Gassensoren beim unbefugten Anbringen chemischer Stoffe ein Alarm ausgelöst und an eine Meldestelle geleitet wird.

An Gebäuden und öffentlichen Verkehrsmitteln werden in großem Umfang Sachschäden durch chemische Angriffe, insbesondere durch aufgesprühtes Graffiti, verursacht.

Im Stand der Technik sind verschiedene Maßnahmen entwickelt worden, derartige Angriffe zu erkennen oder den entstehenden Schaden zu verringern.

Nach DE 295 18 344 ist bekannt, die betreffenden Wandflächen zum Schutz vor Graffiti mit Schutzfolien zu bekleben. Ferner wird versucht, durch abwaschbare Schutzanstriche, das Reinigen der besprühten Flächen zu erleichtern.

Bei der Verwendung von Schutzfolien und Schutzanstrichen kann das Aufbringen von Graffitis nicht verhindert werden. Der Arbeitsaufwand zur Wiederherstellung des gewünschten Zustandes ist zwar gegenüber einer ungeschützten Anordnung verringert, durch das erforderliche Anbringen dieser Schutzmittel auf die zu schützenden Flächen und zum Reinigen derselben ist aber immer noch ein hoher Arbeits- und Kostenaufwand erforderlich.

In US 2002/0008619 A1 ist ein Graffiti-Schutzsystem angegeben, bei dem die Überwachung durch eine Erfassung des beim Sprühvorgang entstehenden Schalls erfolgt.

Die Erfassung von Schallsignalen beim Sprühvorgang ist durch vielfältige Störmöglichkeiten fehlerbehaftet.

Ferner ist nach DE 102 33 735 A1 ein Verfahren zur Überwachung von graffitigefährdeten Fahrzeugen bekannt, mit dem reduzierende Gase an einer gefährdeten Wandfläche durch Gassensoren überwacht und über eine elektronische Schaltung ein Ausgangssignal abgegeben und im Bedarfsfall ein "stiller Alarm" zu einer Meldestelle übermittelt wird.

Auch bei dieser Anordnung ist nachteilig, dass durch verschiedenartige Einflüsse Fehlalarme ausgelöst werden können, beispielsweise durch die Abgase vorbeifahrender Kraftfahrzeuge.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs genannten Art anzugeben, mit der das unbefugte Anbringen chemischer Stoffe an einer Wandfläche mit hoher Sicherheit erkannt werden kann.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Verfahren, welches die in Anspruch 1 angegebenen Merkmale aufweist, und mit einer Vorrichtung, welche die in Anspruch 4 angegebenen Merkmale aufweist, gelöst.

Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.

Das erfindungsgemäße Verfahren und die erfindungsgemäße Vorrichtung sind geeignet, mit Hilfe von Sensoren Situationen zu erkennen, bei denen chemische Stoffe wie Lösungsmittel und/oder andere charakteristische chemische Substanzen auf Oberflächen angebracht werden, um die Optik eines Gegenstandes zu zerstören. Hierzu können z. B. Graffiti, ungewollte Anbringung von chemischen Substanzen auf Oberflächen oder ähnliche Ereignisse wie Gegenstände oder Lebewesen mit spezifischen chemischen Ausdunstungen oder Geräuschen zählen.

Da die chemischen Informationen, die mit den im Stand der Technik bekannten Gassensoren gewonnen werden, nicht ausreichend selektiv sind, weist die erfindungsgemäße Anordnung spezielle Gassensoren auf, die durch die Verwendung mehrerer Wirkschichten selektiv auf bestimmte Lösungsmittel abgestimmt sind, sowie Einrichtungen zur Auswertung elektromagnetischer Felder, die bei der Annäherung von Personen beeinflusst werden.

Die Vorrichtung kann in vorteilhafter Weise durch Geräuschdetektoren, beispielsweise Ultraschallsensoren, die spezifische Geräusche, welche bei der Aufbringung der Substanzen entstehen oder bei der Bewegung von Gegenständen oder Lebewesen hervorgerufen werden, detektieren, ergänzt werden.

Die Erfindung wird im Folgenden anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.

In der zugehörigen Zeichnung zeigen:

1 eine schematische Darstellung der Anordnung,

2 ein Blockschaltbild der Überwachungseinrichtung, und

3 die Anordnung eines Gassensors mit integrierter Referenzschleife.

In 1 ist ein Beispiel zur Überwachung einer Gebäudewand 1 dargestellt. In dieser ist von außen nicht sichtbar ein Gassensor 2, der in einem, den Referenzschwingkreis nicht beeinflussendem Gehäuse angeordnet und von einer Referenzschleife 3 umschlossen ist, angebracht. Die Referenzschleife 3 ist mit einer oder mehreren Drahtschleifen 4 und der Auswerteeinheit 5 gekoppelt.

Die elektrische Schaltung erläutert 2 anhand eines Blockschaltbildes. Wenn sich eine Person 8 in der Nähe der zu überwachenden Wandfläche 1 befindet und eine Sprühdose 9 betätigt, wird durch das Überschreiten eines vorgegebenen Grenzwertes das Vorhandensein spezieller chemischer Lösungsmittel in der Nähe der zu überwachenden Wandfläche 1 vom Gassensor 2 ein Signal an die Auswerteeinheit 5 übermittelt. Gleichzeitig wird die Anwesenheit einer Person 8 dadurch detektiert, dass ein zusätzliches Signal, welches aus einer Störung eines offenen Schwingkreises gewonnen wird, von der Auswerteeinheit 5 erfasst wird. Der offene Schwingkreis enthält eine oder mehrere Spulen in Form von Drahtschleifen 4 sowie die Referenzschleife 3. Vorteilhaft ist es, an der zu überwachenden Wandfläche 1 mehrere offene Schwingkreise mit unterschiedlichen Erfassungsbereichen anzuordnen. Liegen beide Signale an der Auswerteeinheit 5 an, übermittelt diese ein Alarmsignal an die Meldestelle 6, von der aus dann vorgesehene Maßnahmen eingeleitet werden. Zusätzlich können von der Meldestelle 6 Warnsignale veranlasst werden. Im dargestellten Fall befindet sich eine akustische und/oder optische Alarmeinrichtung in der Nähe der zu überwachenden Wandfläche 1. Der Alarm kann aber auch so ausgelöst werden, dass er von der Person 8 nicht bemerkt wird. Es ist auch möglich, dass die Vorrichtung zusätzliche Sensoren zur Erfassung charakteristischer Geräuschkulissen enthält.

In 3 ist eine Ausführungsform für die Anordnung eines Gassensors 2 dargestellt. In einem, den Referenzschwingkreis nicht beeinflussendem Gehäuse 2.1 ist ein mit einer oder mehreren gassensitiven Schichten und einem temperaturempfindlichen Heizer 2.4 versehener Chip 2.2 auf einem Träger 2.3 angeordnet, wobei die sensitive Schicht mindestens zwei Signale aussendet. Die Anordnung ist mit einem Verguss 2.5 geschützt, wobei die mit einer Membran 2.6 abgeschlossene Oberseite des Gassensors 2 aus dem Verguss 2.5 herausragt. Der Chip 2.2 ist mit hier nicht dargestellten Anschlüssen verbunden. Außerhalb des Gehäuses 2.1 verläuft die integrierte Referenzschleife 3. Unterhalb Chips 2.2 ist ein Boden 2.7 angeordnet.

1Gebäudewand 2Gassensor 2.1Gehäuse 2.2Chip 2.3Träger 2.4Heizer 2.5Verguss 2.6Membran 2.7Boden 3Referenzschleife 4Schwingkreisschleife 5Auswerteeinheit 6Meldestelle 7Alarmeinrichtung 8Person 9Sprühflasche

Anspruch[de]
  1. Verfahren zur Überwachung einer Fläche von Gebäuden oder Fahrzeugen, bei der mittels an der zu überwachenden Fläche angebrachter, selektiver Gassensoren (2) beim unbefugten Anbringen chemischer Stoffe ein Alarm ausgelöst und an eine Meldestelle (6) geleitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass an der zu überwachenden Wandfläche mittels Detektoren zur Erfassung chemischer Lösungsmittel das Auftreten dieser erfasst und ausgewertet und bei Überschreiten eines vorgegebenen Grenzwertes und eines zusätzlichen die Anwesenheit von Personen (8) charakterisierendes Signals ein Alarmsignal an die Meldestelle (6) übermittelt wird.
  2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Signal zur Erfassung der Anwesenheit einer Person (8) durch Beeinflussung mindestens eines offenen Schwingkreises gewonnen wird.
  3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass an der Verursacherstelle beim Ansprechen der Sensoren optischer und/oder akustischer Alarm ausgelöst wird.
  4. Vorrichtung zur Überwachung einer Fläche von Gebäuden oder Fahrzeugen, bei der mittels an der zu überwachenden Fläche angebrachter, selektiver Gassensoren (2) beim unbefugten Anbringen chemischer Stoffe ein Alarm ausgelöst und an eine Meldestelle (6) geleitet wird, dadurch gekennzeichnet, dass an der zu überwachenden Fläche mindestens ein selektiver Gassensor (2) zur Erfassung chemischer Lösungsmittel angebracht ist, der mit mindestens einem offenen Schwingkreis kombiniert ist, welcher ein charakterisierendes Signal für die Anwesenheit von Personen auslöst, wobei der Gassensor (2) in einem, den Referenzschwingkreis nicht beeinflussendem Gehäuse (2.1) angeordnet ist und das Gehäuse in einer Referenzschleife (3) für die Schwingkreisanordnung angeordnet ist, welche als Kompensationselement für großflächige Störstrahlung dient.
  5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass an der zu überwachenden Fläche mehrere offene Schwingkreise mit unterschiedlichen Erfassungsbereichen angeordnet sind.
  6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zusätzliche Sensoren zur Erfassung charakteristischer Geräuschkulissen enthält.
  7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung Mittel zur Auslösung eines optischen und/oder akustischen Alarms an der Verursacherstelle enthält.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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