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Dokumentenidentifikation DE60202699T2 12.01.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001439791
Titel PLATTENIMPLANTAT
Anmelder OBL (S.A.), Chatillon, FR
Erfinder LABBE, Daniel, F-14000 Caen, FR;
SABIN, Pierre, F-76000 Rouen, FR
Vertreter Kroher, Strobel Rechts- und Patentanwälte, 80336 München
DE-Aktenzeichen 60202699
Vertragsstaaten AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE, SK, TR
Sprache des Dokument FR
EP-Anmeldetag 16.09.2002
EP-Aktenzeichen 027905025
WO-Anmeldetag 16.09.2002
PCT-Aktenzeichen PCT/FR02/03155
WO-Veröffentlichungsnummer 0003024347
WO-Veröffentlichungsdatum 27.03.2003
EP-Offenlegungsdatum 28.07.2004
EP date of grant 19.01.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse A61B 17/80(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A61B 17/66(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Heutzutage bezieht sich die Wiederherstellungs-Chirurgie des Gesichts sowohl auf Knochenwiederherstellungstechniken, die aus der von dem russischen Chirurgen Ilizarov hervorgebrachten Methode stammt, als auch auf Gesichtsprothesen (Ohr, Nase, Wange ...), die an dem Knochensubstrat befestigt sind.

Die europäische Patentanmeldung EP 0 433 852, hinterlegt durch die Gesellschaft Oswald Leibfinger, veröffentlicht am 26. Juni 1991, beschreibt ein System von Implantierungsplatten, die dazu dienen, derartige Prothesen zu befestigen. Das unter der Marke EPITEC® vertriebene System besteht aus einem Gitter, das eine beliebige dreidimensionale Form annehmen kann, ein Gitter, das mittels kurzen Schrauben in den Zonen verankert ist, wo eine ausreichende Knochenmenge zur Verfügung steht. Die Platte weist geschraubte Einsätze auf, in die Stützen gesetzt sind, die die Prothese lagern.

Dieses System ermöglicht ein ideales Vor-Ort-Setzen der Prothese, sogar wenn der darunter liegende Knochen beschädigt ist, und dies dank der Möglichkeit des Deports bzw. der Übertragung der Befestigungszone in eine gesunde Zone.

Jedoch erweist sich diese Art von Platten kompliziert in der Verwendung, insbesondere da sie geschnitten werden muss und in Abhängigkeit der Anforderungen während der Operation angepasst werden muss.

In gewissen Fällen wird deshalb vorgezogen, Befestigungsmittel der Prothese vom Typ "Endo-Knochen-Implantat", ähnlich zu Zahnimplantaten, zu verwenden.

Das US-Patent 5,102,414, veröffentlicht am 7. April 1992 auf den Namen von A. Kirsch, beschreibt ein extra-orales Implantat dieses Typs. Die Prothese ist mit Hilfe einer Stütze, die in eine axiale Ausnehmung des Implantats eingesetzt ist, befestigt.

Der Nachteil dieser Verankerungseinrichtung ist der, dass er der Prothese keine ausreichende Drehstabilität verleiht: Der Körper des Implantats kann in den Knochensubstrat drehen, während die Stütze drehverbunden im Implantat ist, wenn diese, beispielsweise einen Sechskantkopf aufweist.

Eine spezielle Form des Gewindes des Implantats kann die Osteointegration fördern, wie dies in der französischen Patentanmeldung FR 2,788,215, auf den Namen von P. Sabin und andere beschrieben ist, veröffentlicht am 13. Juli 2000. Dadurch ist die Verbindung zwischen Implantat und Knochen, in dem es verankert ist, zuverlässiger und dauerhafter, jedoch ist jegliches Drehrisiko nicht verhindert.

Eine weitere Einrichtung zur Erhöhung der Zuverlässigkeit des Implantats unter Vermeidung der Nachteile des Systems EPITEC® ist auf Platten in Form von Kreuzen, von Krähenfüßen, oder dergleichen zurückzugreifen. Platten dieses Typs werden für die Befestigung des intraoralen Unterkiefer-Distraktors verwendet, beschrieben in der französischen Patentanmeldung FR 2,801,779 (der Oberbegriff des Anspruchs 1 basiert auf diesem Dokument), veröffentlicht am 8. Juni 2001 auf den Namen der Gesellschaft OBL. Die Platten, die von allgemein länglicher Form sind, weisen mehrere Arme mit Perforationen für den Durchtritt der Schrauben auf, die dazu dienen in den Unterkieferkörper implantiert zu werden. Auf einer der beiden Seiten dieses Modells von Platten ermöglicht ein Vorsprung, der mit einem zylindrischen Gewindeloch versehen ist, das Einschrauben einer Gelenkschraube, unter jeglicher Vermeidung von Aneinanderreiben des Arms des Distraktors auf der Platte.

Die vielen Verankerungspunkte stellen eine große Stabilität der Platte sicher, diese ist jedoch nicht an die Befestigung der perkutanen Stützen angepasst, die gewöhnlich verwendet werden, um die Prothesen zu lagern.

Eine Variante von implantierbaren osteosynthetischen Platten in der Oberkiefer-Gesichtschirurgie mit hoher Verankerungskraft ist in der französischen Patentanmeldung FR 2,738,477 beschrieben, veröffentlicht am 14. März 1997 auf den Namen von Landanger Landos und anderen, jedoch ermöglicht diese andere osteosynthetische Platte nicht die Befestigung von perkutanen Stützen.

Es ergibt sich somit aus dem detailliert oben beschriebenen Stand der Technik, dass eine zahlreiche Anzahl von Implantaten oder Implantatplatten, sowohl extraoral als auch intraoral, bekannt sind, jedoch existiert bis zum heutigen Tag kein Plattenimplantat-Modell, das exakt auf die Anforderungen der Spezialisten in der Oberkiefer-Gesichtschirurgie antwortet, das heißt die Drehstabilität sowohl der Prothese, oder eines Befestigungselements der Prothese, als auch eines Distraktorelements sicherstellt.

Allgemeine Beschreibung der Erfindung

Die vorliegende Erfindung betrifft somit ein Plattenimplantat, das zur Befestigung einer perkutanen Stütze, die eine Prothese trägt, oder eines Distraktorstiftes dient und die Drehstabilität einer derartigen Befestigung sicherstellt. Gemäß eines in der Implantologie bekannten Plattentyps, weist dieses Plattenimplantat mehrere dünne Arme auf, die Löcher oder Ösen aufweisen, die in der Lage sind, Ankerschrauben in einen Knochenkörper aufzunehmen. Gemäß einem ebenfalls bekannten Merkmal, sind die Arme im Wesentlichen in einer Ebene um einen zentralen Vorsprung verteilt angeordnet, der eine zylindrische Gewindeausnehmung mit einer Achse aufweist, die senkrecht zur Ebene von diesem verläuft.

Die Erfindung hat genau ein Plattenimplantat dieses Typs zum Gegenstand, das insbesondere an die Implantologie oder an die extraorale Distraktion angepasst ist, dessen zentraler Vorsprung hierzu einen Endabschnitt von regelmäßiger prismatischer Form aufweist mit einer Längsachse, die mit der Achse seiner Ausnehmung zusammen fällt.

Ein derartiges Plattenimplantat mit mehreren Armen, die jeweils wenigstens ein Loch oder eine Öse aufweisen, und die in einer Ebene um seinen zentralen Vorsprung verteilt angeordnet sind, der mit einer derartigen Besonderheit versehen ist, entspricht folglicherweise den therapeutischen Notwendigkeiten, die eine Implantation fordern, die sich im Wesentlichen in einer Ebene auf der Oberfläche des Knochens erstreckt.

Mit großem Vorteil ist diese prismatische Form komplementär zur Form des Endes gegenüber der Stütze, die die Prothese trägt, oder des Endes des Stiftes des Distraktors.

Vorzugsweise ist die prismatische Form des Endabschnitts konvex und sie weist einen hexagonalen Querschnitt auf.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Plattenimplantats, weist dieses allgemein die Form eines T auf, wobei der Mittenvorsprung sich an der Verbindungsstelle des Balkens mit dem Schenkel des T befindet.

Der Schenkel des T weist vorzugsweise zwei Löcher oder Ösen auf, während jedes Ende des Balkens des T nur eines bzw. eine aufweist.

Gemäß einem weiteren sinnvollen Merkmal des erfindungsgemäßen Plattenimplantats ist der zentrale Vorsprung ein Zylinder mit einer Achse, die mit der Achse seiner Ausnehmung zusammen fällt. Diese Ausnehmung ist nützlicherweise ein Blindloch.

Das erfindungsgemäße Plattenimplantat ist aus einem biokompatiblen Material gebildet, vorzugsweise einer Titanlegierung.

Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform, ist der Endabschnitt des zentralen Vorsprungs von einer Länge von im Wesentlichen gleich 0,7 mm.

Kurzbeschreibung der Zeichnungen

Die 1 ist eine Frontansicht einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Plattenimplantats.

Die 1b zeigt den Schnitt AA desselben Plattenimplantats gemäß der vorliegenden Erfindung.

Beschreibung einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung

Die Bezugsziffern in den 1a und 1b dienen zum detaillierten Erklären der Merkmale eines Modells eines Plattenimplantats 1 gemäß der Erfindung.

Die Platte 1 ist im Wesentlichen gebildet aus einem Teil aus Titanlegierung TA6V von im Allgemeinen T-Form mit dünnen oder schlanken Armen, einer Dicke von 8/10 mm. Sie weist im Bereich der Verbindungsstelle des Schenkels 2 mit dem Balken 3 des T einen zylindrischen Abschnitt 4 oder einen zentralen Vorsprung mit einer Achse XX' auf, die senkrecht zu ihrer Ebene verläuft, wobei er eine Basis bildet, die dazu dient, entweder eine perkutane Stütze, die eine Prothese trägt, oder einen Distraktorstift zu befestigen.

Die Arme 2, 3 der Platte 1, das heißt der Schenkel 2 und der Balken 3 des T, sind im Wesentlichen koplanar und sie weisen mehrere Löcher oder Ösen 5 auf, die dazu dienen, die Verankerungsschrauben in dem Knochensubstrat aufzunehmen. Diese Löcher sind jeweils mit einer kugeligen Fase versehen, um den Halt der Schraubenköpfe zu verbessern.

Das dargestellte Modell der ebenen Platte 1 weist zwei Löcher 5 in dem Längsarm oder dem Schenkel 2 und ein Loch 5 an einem jeden Ende des Querarms oder Balkens 3 auf. Diese Platte 1 misst ungefähr 13 mm × 13 mm. Die Breite der Arme 2, 3 beträgt 4 mm. Die Verankerungslöcher 5 haben 2 mm Durchmesser. Es handelt sich dabei um übliche Abmessungen für einen solchen Plattentyp, wobei das Ziel der vorliegenden Erfindung insbesondere ist, die Eigenschaften der Implantierungsplatten zu verbessern, die in der Oberkiefer-Gesichtschirurgie verwendet werden, wobei sie vollständig kompatibel mit den Standardmaterialien sein sollen.

Der zentrale zylindrische Abschnitt 4, der 3,5 mm Durchmesser und ungefähr 4 mm Höhe aufweist, weist eine axiale Ausnehmung 6 auf, die ein Innengewinde 7 nach Standard ISO M2 aufweist, das heißt dass sie ermöglicht, herkömmliche perkutane Stützen einzuschrauben. Die Achse der Ausnehmung 6 und entsprechend jene des zylindrischen Abschnitts 4 fallen somit zusammen.

Dieser Abschnitt 4, der aus einer sehr widerstandsfähigen Titanlegierung gebildet ist, ist mittels Laser auf die Arme 2, 3 aufgeschweißt, die aus einer besser schmiedbaren Legierung gebildet sind.

Die Drehung der Stütze bzgl. der Platte 1 wird mittels einer äußeren hexagonalen Oberplatte 8 blockiert, mit der die Basis 4 an ihrem freien Ende versehen ist. Die hexagonale Form der Oberplatte 8 ist hierzu exakt komplementär zu jener der Innensechskant-Ausnehmung, die an ihrem Ende die Standardstützen aufweisen. Ihre Höhe beträgt 0,7 mm.

Der Schnitt AA von 1b zeigt, dass die axiale Ausnehmung 6 der Basis 4 ein Blindloch ist. Es handelt sich um ein bevorzugtes Merkmal, jedoch kann das Loch 6 auch durchgängig sein.

Selbstverständlich ist die Erfindung nicht auf die einzigen oben genannten technischen Spezifikationen beschränkt, die beispielhaft angegeben sind; sie umfasst im Gegenteil alle möglichen Ausführungsvarianten.

Insbesondere ist die allgemeine T-Form der beschriebenen Platte nicht einschränkend. Der Fachmann kennt die Verschiedenheit der möglichen Ausführungsformen, und jedes andere analoge Plattenimplantatmodell ermöglicht, dass dieses Implantat auf der Oberfläche des Knochens befestigt wird und die spezifischen nachfolgenden Merkmale verlassen nicht das erfinderische Konzept des beschriebenen Plattenimplantats.


Anspruch[de]
  1. Plattenimplantat (1 ), das zur Befestigung einer perkutanen Stütze, die eine Prothese trägt, oder eines Distraktorstiftes dient, wobei das Plattenimplantat (1) von jenem Typ ist, der mehrere dünne Arme (2, 3) aufweist, die Löcher oder Ösen (5) aufweisen, die in der Lage sind, Ankerschrauben in einem Knochenkörper aufzunehmen, und die Arme (2, 3) im wesentlichen in einer Ebene um einen zentralen Vorsprung (4) verteilt angeordnet sind, der eine zylindrische Gewindeausnehmung (6) mit einer Achse (XX') aufweist, die senkrecht zur Ebene des Plattenimplantats (1) verläuft, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (4) einen Endabschnitt (8) von regelmäßiger prismatischer Form mit Längsachse (XX') aufweist, die mit der Achse (XX') der Ausnehmung (6) zusammenfällt.
  2. Plattenimplantat (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die prismatische Form des Endabschnitts (8) des Vorsprungs (4) komplementär ist bezüglich der Form des Endes der Stütze oder des Stiftes.
  3. Plattenimplantat (1) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die prismatische Form des Endabschnitts (8) konvex ist.
  4. Plattenimplantat (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die prismatische Form des Endabschnitts (8) einen hexagonalen Querschnitt aufweist.
  5. Plattenimplantat (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass es allgemein die Form eines T aufweist, wobei der Vorsprung (4) an der Verbindungsstelle des Balkens (3) mit dem Schenkel (2) des T angeordnet ist.
  6. Plattenimplantat (1) nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Schenkel (2) des T zwei der Löcher oder Ösen (5) aufweist, und dass jedes Ende des Balkens (3) des T eines der Löcher bzw. eine der Ösen (5) aufweist.
  7. Plattenimplantat (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Vorsprung (4) ein Zylinder (4) mit einer Achse (XX') ist, die mit der Achse (XX') der Ausnehmung (6) zusammenfällt.
  8. Plattenimplantat (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausnehmung (6) ein Blindloch ist.
  9. Plattenimplantat (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einem biokompatiblen Material gebildet ist, vorzugsweise einer Titan-Legierung.
  10. Plattenimplantat (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Endabschnitt (8) vorzugsweise von einer Länge im wesentlichen gleich 0,7 mm ist.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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