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Dokumentenidentifikation DE69732437T2 12.01.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001030608
Titel CHIRURGISCHE SÄGE
Anmelder Popken, John A., Longmount, Col., US
Erfinder Popken, John A., Longmount, US
Vertreter Raffay & Fleck, Patentanwälte, 20249 Hamburg
DE-Aktenzeichen 69732437
Vertragsstaaten AT, BE, CH, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 20.10.1997
EP-Aktenzeichen 979119443
WO-Anmeldetag 20.10.1997
PCT-Aktenzeichen PCT/US97/19546
WO-Veröffentlichungsnummer 0099020184
WO-Veröffentlichungsdatum 29.04.1999
EP-Offenlegungsdatum 30.08.2000
EP date of grant 02.02.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 12.01.2006
IPC-Hauptklasse A61B 17/14(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B23D 53/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]
HINTERGRUND DER ERFINDUNG Gebiet der Erfindung:

Die vorliegende Erfindung betrifft allgemein chirurgische Sägen sowie spezifischer chirurgische Knochensägen mit flexiblen Endlos-Schneidbändern.

Stand der Technik:

Chirurgische Sägen werden bei vielen Verfahren zum Resezieren und Schneiden von anatomischem Gewebe (darunter auch Knochengewebe) verwendet. Beispielsweise werden bei der Operation für den Einsatz einer Knieprothese mehrere Knochenschnitte ausgeführt, um das Knie für die Aufnahme der Prothese vorzubereiten, zu konturieren oder zu formen. Im allgemeinen werden im distalen Oberschenkelknochen fünf Schnitte ausgeführt, das heißt, ein quer verlaufender, distaler Schnitt in den Oberschenkelknochen, ein Schnitt in die Vorderseite des Oberschenkelknochens, ein Schnitt in die Rückseite des Oberschenkelknochens sowie Fasenschnitte an der Vorder- und Rückseite. Ein Schnitt wird in der Regel im proximalen Schienbeinbereich ausgeführt, das heißt, als quer verlaufender proximaler Schnitt in das Schienbein, und ein Schnitt in der Kniescheibe zum Entfernen der Patellarfacetten. Solche Knochenschnitte werden in der Regel mit einer oszillierenden Trennsäge ausgeführt, die mit einem flachen Sägeblatt ausgestattet ist, das bis zu eintausend Mal pro Minute nach vorn und zurück getrieben wird, während es in den Knochen vordringt. Um den Knochen so resezieren zu können, daß er den Konturen der Prothese angepasst ist, werden am Knochen in der Regel Schneidblöcke zur Führung des Sägeblatts angebracht, so daß die erforderliche Ausrichtung der Knochenschnitte gewährleistet ist. Konventionelle Schneidblöcke sind in der Regel mit Aussparungen versehen, durch die das Sägeblatt eingeführt wird. Diese Aussparungen sind einerseits ausreichend groß, so daß das Sägeblatt oszillieren kann, anderseits aber ausreichend eng, so daß das Sägeblatt zur Ausführung des korrekten Schnitts geführt wird. Beispiele oszillierender Sägeblätter zum Resezieren von Knochen sind in den US-Patenten Nr. 4.513.742 und 4.584.999 (Arnegger), Nr. 5.087.261 (Ryd et al), Nr. 5.263.972 und Nr. 5.439.472 (Evans et al), wo auch Antriebssysteme für den Antrieb der Sägeblätter offen gelegt werden, sowie in Nr. 5.306.285 (Miller et al) beschrieben. Repräsentativ für Schneidführungen oder Blöcke zum Führen oszillierender Sägeblätter für die Formgebung bei Knochenschnitten sind das US-Patent Nr. 4.892.093 (Zarnowski), Nr. 5.092.869 (Waldron) und Nr. 5.178.626 (Pappas).

Konventionelle oszillierende Knochen-Trennsägen und Führungssysteme für solche Sägen weisen viele Nachteile auf. Beispiele: Die übermäßige Oszillation der Knochensägen führt zur Ausführung ungenauer Knochenschnitte und einem mangelhaften Oberflächenfinish; aufgrund der Reibung zwischen den Sägeblättern und den Schneidblöcken und/oder zwischen den Sägeblättern und dem Knochen kommt es zu einer erhöhten Temperatur an den Sägen; aufgrund der durch die Reibung verursachten hohen Temperaturen kommt es zu einer thermischen Nekrose des Knochens; wenn gesundes Knochengewebe aufgrund hoher Temperaturen beschädigt wurde, ist die Nutzung zementloser Prothesen nicht möglich; aufgrund des Kontakts der Sägeblätter mit den Schneidblöcken kommt es zur Bildung metallischer Verunreinigungen; die Antriebssysteme der Knochensägen weisen einen extrem hohen Energieverbrauch auf; aufgrund des hohen Strombedarfs werden größere, teurere Akkus benötigt; an den Antriebssystemen kommt es zu einer übermäßigen Lärmentwicklung; beim Sägevorgang durch die oszillierenden Sägeblätter weggeschleuderte, in ihre Bestandteile aufgelöste bzw. absplitternde Gewebsteile und Körperflüssigkeiten können hämatogene und andere Krankheitserreger enthalten, die eine Kontaminationsgefahr für das medizinische Personal darstellen; aufgrund der erhöhten Masse der relativ langen, oszillierenden Sägeblätter ist die Tiefe der möglichen Knochenschnitte begrenzt; die Sicherheit des medizinischen Personals ist aufgrund des vergrößerten Schnittfeldes, das auf die relativ größere Länge des Sägeblattes zurückzuführen ist, eingeschränkt; es besteht die Gefahr von Überlastungen der Antriebssysteme aufgrund der relativ größeren Masse und Länge der sich bewegenden Sägeblätter; und bei der Führung der Sägeblätter kommt es zu Schwierigkeiten.

Auch Kettensägen, bei denen ein Zahnrad der Kette über einen fixierten, länglichen Führungsarm angetrieben werden, sind bekannt. Sie werden in der Regel zum Fällen und Stutzen von Bäumen verwendet. In der Patentschrift DE-A-2640267 wird jedoch eine kleinere, leichtere Säge beschrieben, die zum Schneiden von Brot, Wurst und anderen weichen Materialien entwickelt wurde.

Dementsprechend besteht ein primäres Ziel der vorliegenden Erfindung darin, die weiter oben genannten Nachteile chirurgischer Sägen, die dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, zu überwinden.

Entsprechend dieser Erfindung umfaßt eine chirurgische Säge:

  • ein Paar flexibler Endlos-Schneidbänder, die Schneidkanten zum Resezieren von anatomischem Gewebe besitzen;
  • einen länglichen Führungsarm für jedes Schneidband, wobei die Führungsarme stationär, parallel zueinander zum Führen der Schneidbänder angeordnet sind, die eng um die Führungsarme herum zur Bewegung daran entlang verlaufen;
  • ein Gehäuse zum Befestigen der Führungsarme in paralleler Beziehung; und
  • ein Antriebssystem für den Antrieb der Schneidbänder, so daß sie sich in vorgesehenen Wegen in entgegengesetzten Richtungen entlang der Führungsarme bewegen, um das anatomische Gewebe zu resezieren.

Einige Vorteile der Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung bestehen darin, daß die Reibung zwischen den Führungsarmen und einem am Knochen angebrachten Führungsblock sowie zwischen den Führungsarmen und dem Knochen minimiert wird, die Betriebstemperaturen der chirurgischen Säge relativ niedriger als bei konventionellen, oszillierenden Trennsägen sind, eine thermische Nekrose des Knochens vermieden und damit eine Verwendung zementloser Prothesen oder Implantate möglich wird, die chirurgische Säge eine wesentlich größere Anzahl von Schneidzähnen als eine konventionelle Trennsäge aufweist und damit ein besserer, effizienterer Schnitt mit einem geringeren Verschleiß der Zähne möglich ist, die chirurgische Säge bei geringeren Geschwindigkeiten und einer geringeren Leistungsaufnahme betrieben werden kann, der beim Sägen entstehende Schneidabfall von der operativen bzw. Schnittseite über einen Kanal zwischen den Führungsarmen beim kontinuierlichen Schneiden entfernt werden, das Wegschleudern von Gewebe und/oder Flüssigkeiten reduziert wird, wobei es gleichzeitig zu einer Reduzierung des für das beteiligte Personal bestehenden Kontaminationsrisikos kommt, die chirurgische Säge selbstzentrierend ist und seitliche Schubkräfte ausgleicht, die Führungsarme eine geringere Masse und damit eine größere Stabilität aufweisen, tiefere Einschnitte in den Knochen möglich sind, die chirurgische Säge während des Sägens präziser geführt werden kann, ein unerwünschtes Abtrennen von Weichgewebsteilen vermieden wird, die Parallelität der Führungsarme durch die Verwendung einer Schneidführung aufrechterhalten bleibt, was einen exakten Schnitt ermöglicht, die chirurgische Säge mit konventionell angetriebenen Handstücken verwendet werden kann, und ein Einsatz der chirurgischen Säge mit konventionellen Führungsblöcken möglich ist, die am Knochen befestigt werden.

Vorzugsweise umfaßt jedes Schneidband eine Vielzahl voneinander entfernter Schneidzähne, die durch flexible Banksegmente miteinander verbunden sind. Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform haben die Schneidbänder eine einheitliche Form und bestehen jeweils integral aus einem Teil. Der Antriebsmechanismus kann sich im Gehäuse befinden und ein Paar Zahnräder umfassen, die durch das Handstück angetrieben werden. Jedes Zahnrad befindet sich an einem proximalen Ende eines Führungsarms, und jedes Schneidband verläuft um den Führungsarm und das zu ihm gehörende Zahnrad herum, so daß es sich relativ zum Führungsarm auf dem vorgegebenen Weg bewegt. Die Zahnräder sind in entgegengesetzten Richtungen drehbar, so daß die rings um die Führungsarme verlaufenden Schneidbänder gegenläufig sind und die Zahnräder in einer Schnittrichtung zum Schneiden von anatomischem Gewebe gedreht werden können. Die Führungsarme befinden sich in einem bestimmten seitlichen Abstand zueinander und definieren damit einen bestimmten Weg, durch den der Schneidabfall entfernt wird. Ein Paar Führungselemente steht vorzugsweise vom Gehäuse entlang der Außenseiten der Führungsarme vor und ist mit distalen Enden ausgestattet, die proximal zu den Führungsarmen verlaufen, so daß der Schnitt nur an den distalen Enden erfolgt und entlang des Großteils der Außenseiten des Führungsarms verhindert wird. Eine Schneidführung für die chirurgische Säge umfaßt ein Gehäuse mit einer darin befindlichen Aussparung, so daß die von den Schneidbändern umgebenen Führungsarme und die Führungen durch eine Aussparung eingeführt werden können und von ihr vorstehen. Die Schneidführung dient zur Stabilisierung der chirurgischen Säge und zur Aufrechterhaltung der Parallelität der Führungsarme während des Einsatzes.

Nachfolgend wird eine spezielle Ausführungsform der vorliegenden Erfindung unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen beschrieben, wobei gleiche Teile in den einzelnen Figuren jeweils durch identische Referenznummern gekennzeichnet sind und auf den Figuren folgendes dargestellt ist.

1 ist eine Seitenansicht einer chirurgischen Säge entsprechend der vorliegenden Erfindung.

2 ist eine Seitenansicht und teilweise Schnittdarstellung der chirurgischen Säge.

3 ist eine Draufsicht auf die Sägebaugruppe der chirurgischen Säge.

4 ist eine Perspektivdarstellung eines Führungsarms der Sägebaugruppe.

5 ist eine Perspektivdarstellung eines Schneidbands der Sägebaugruppe.

6 ist eine vergrößerte, abgebrochene Perspektivdarstellung des Schneidbands.

7 ist eine abgebrochene Draufsicht auf das Schneidband.

8 ist eine abgebrochene Perspektivdarstellung, die ein Zahnrad zeigt, das an einer Trommel der Sägebaugruppe montiert ist.

9 ist eine Perspektivdarstellung einer Schneidführung für die chirurgische Säge.

10 ist eine abgebrochene Seitenansicht und teilweise Schnittdarstellung, welche die Verwendung der chirurgischen Säge und der Führungsschiene beim Resezieren des Oberschenkels illustriert.

Eine chirurgische Säge 10 entsprechend der vorliegenden Erfindung ist in den 1 und 2 illustriert und umfasst eine Sägebaugruppe 12 und ein motorisch betriebenes chirurgisches Handstück 14, das als Antriebssystem für die Sägebaugruppe 12 fungiert. Das Handstück 14 umfaßt ein Gehäuse 16, das mit einem Handgriff 17 ausgestattet bzw. für einen solchen Handgriff konfiguriert ist, sowie ein Antriebssystem 18 in einem Gehäuse 16. Das Antriebssystem 18, welches schematisch in der 2 illustriert ist, umfaßt einen Antriebsmotor M, eine Stromversorgung P für den Antriebsmotor M, einen Schalter S zum Regeln der Stromzufuhr zum Motor M sowie einen Druckknopf oder Auslöser B, der extern vom Gehäuse 16 aus betätigt werden kann und den Schalter S anspricht. Bei der Stromversorgung P des Handstücks kann es sich um eine elektrische Stromversorgung oder eine von vielen anderen möglichen Stromversorgungen bzw. Stromquellen handeln, beispielsweise hydraulischer oder pneumatischer Art, die zum Antreiben des Motors M geeignet sind. Eine Antriebswelle 20 ist drehbar in einem Gehäuse 16 montiert und kann von einem Motor M angetrieben werden. Das Gehäuse 16 ist mit einem vorderen Ende 21 ausgestattet, in dem sich eine auf die Antriebswelle 20 ausgerichtete Öffnung befindet, die eine Verbindung der Antriebswelle 20 mit der Sägebaugruppe 12 ermöglicht, wie weiter unten noch erläutert wird. Das Handstück 14 kann verschiedene, konventionell angetriebene chirurgische Handstücke umfassen, beispielsweise solche, wie sie in den US-Patenten Nr. 5.263.922 und Nr. 5.439.472 (Evans et al.) offengelegt wurden, oder auch die Sodem-Power-System-Handstücke von Sodem Systems aus Genf in der Schweiz. Das Handstück 14 kann verschiedene Mechanismen zum Arretieren oder Befestigen der Sägebaugruppe 12 am Handstück 14 umfassen, beispielsweise die Schnappverbindungen der Sodem-Power-System-Handstücke.

Die Sägebaugruppe 12 umfaßt, wie am besten aus den 2 und 3 erkennbar ist, ein Paar stationärer Führungsarme 22, ein Paar flexibler, endloser Schneidmesser oder -bänder 24, die durch Führungsarme 22 geführt werden, so daß eine Bewegung auf den vorgesehenen oder definierten Wegen möglich ist, einen Antriebsmechanismus 26 zum Antreiben der Schneidbänder 24, so daß diese auf den vorgesehenen Wegen bewegt werden, und ein Gehäuse 27, in dem der Antriebsmechanismus 26 untergebracht ist und an dem die Führungsarme 22 angebracht sind. Die Führungsarme 22 umfassen, wie in der 4 illustriert, jeweils einen flachen oder ebenen, länglichen Körper von gleichförmiger Dicke T, der aus einem hochfesten, medizinisch akzeptablen Material besteht. Jeder Führungsarm 22 verfügt über einander gegenüberliegende, ebene, parallele Außenflächen 28 und 29 mit der zwischen ihnen gebildeten Dicke T. Jeder Führungsarm 22 wird durch eine bogenförmige vordere Kante 30, gerade, parallele Seitenkanten 31, die in die vordere Kante 30 übergehen, und eine bogenförmige hintere Kante 32 definiert, die sich an die Seitenkanten 31 anschließt. Die vorderen Kanten 30 und die hinteren Kanten 32 sind jeweils in dieselbe Richtung abgebogen, und jede vordere Kante ist längs auf eine hintere Kante ausgerichtet. Die vorderen Kanten 30 definieren abgerundete Nasen oder Spitzen an den distalen Enden der Führungsarme, und die hinteren Kanten 32 definieren ringförmige Vertiefungen 33 an den proximalen Enden der Führungsarme. Ein Loch 34 verläuft durch jeden Führungsarm an seinem distalen Ende, und ein länglicher Spalt 35 verläuft durch das proximale Ende eines jeden Führungsarms, der von einem Gehäuse 27 aufgenommen wird. Die Spalte 35 können distal verlaufen und mit Löchern 34 verschmelzen, wie durch die gepunkteten Linien in 4 dargestellt ist, so daß es zu einer weiteren Reduzierung der Masse der Führungsarme kommt. Eine Nut 36 wird zwischen den Außenflächen 28 und 29, das heißt, entlang der Dicke T, gebildet und verläuft entlang den vorderen Kanten 30 und den Seitenkanten 31 eines jeden Führungsarms.

Die Schneidbänder 5 umfassen, wie am besten in der 5 illustriert, jeweils eine Vielzahl von in einem bestimmten Abstand zueinander befindlichen Scheidzähnen 38, die miteinander durch flexible Bandsegmente 39 zu einem endlosen, flexiblen Band oder Ring verbunden sind. Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform bilden die Schneidbänder 24 eine integrale Einheit mit den Zähnen 38 und den Bandsegmenten 39, so daß ein einteiliges, monolithisches, homogenes, flexibles Band gebildet wird, das aus einem hochfesten, medizinisch akzeptablen Material besteht. Die Schneidbänder können auf verschiedenste Art und Weise als integrale Einheit hergestellt werden, beispielsweise durch Bearbeitung eines einzelnen Blechs mittels elektrischer Entladung, durch Bearbeitung mittels elektrischer Entladung in einer kontinuierlichen Linie, die ausgeschnitten und an den einander gegenüberliegenden Enden verschweißt wird, so daß ein endloses Band bzw. ein endloser Ring entsteht, oder durch Stanzen unter Verwendung von Formen, um durch Prägen oder Umformen die Schneidbänder herzustellen. Die Schneidbänder können jeweils als Streifen gefertigt werden, die an ihren Enden zu einem Band oder einer Schleife verbunden werden, oder aus Material einer bestimmten Länge, das an seinen Enden zu einem Band oder einer Schleife verbunden wird. Die Schneidbänder können auch mehrteilig konstruiert sein, wobei die Zähne 38 und die Bandsegmente 39 separate Teile sind, die zu einem flexiblen, endlosen Band oder Ring miteinander verbunden werden. Beispielsweise können die Bandsegmente als Verbindungselemente konstruiert sein, so daß eine mechanische Verriegelung mit den Schneidzähnen hergestellt werden kann. Die Schneidbänder können auf vielfältige Art und Weise als separate Teile gefertigt werden, beispielsweise durch Metall-Spritzgießen, durch Pulvermetallurgie, durch Strangpressen, durch Modellausschmelzgießen und durch Schmieden.

Wie in den 6 und 7 dargestellt, ist jeder Zahn 38 durch Seitenflächen 42A und 42B, eine quer oder senkrecht zu den Seitenflächen 42A und 42B verlaufende Führungskante oder Oberfläche 44, eine quer oder senkrecht zu den Seitenflächen 42A und 42B verlaufende Abströmkante 46 und eine Dicke T' zwischen den Seitenflächen 42A und 42B gekennzeichnet. Die Führungsfläche 44 geht in eine periphere Außenfläche 47 eines angrenzenden, vorderen Bandsegments 39 über, und die Abströmkante 46 verschmilzt mit einer peripheren Außenfläche 47 eines angrenzenden, hinteren Bandsegments 39, so daß eine Basis eines jeden Zahns zwischen zwei Bandsegmenten verläuft. Dementsprechend definiert das vordere Bandsegment 39 des Schneidzahns 38', wie in 7 dargestellt, das hintere Bandsegment für den nächsten vorderen Schneidzahn 38'', und das hintere Bandsegment 39 des Zahns 38' definiert das vordere Bandsegment für den nächsten hinteren Schneidzahn. Die Führungsfläche 44 und die Abströmfläche 46 des Schneidzahns 38 treffen einander an einer Spitze, die eine Schneidkante 48 definiert, welche quer oder senkrecht zu Seitenflächen 42A und 42B verläuft. Die Zähne 38 sind in einer vorwärtsgewandten oder Schnittrichtung von den Bandsegmenten 39 abgewandt, wobei die Führungsflächen 44 mit den peripheren Außenflächen 47 der vorderen Bandsegmente 39, wie in 6 dargestellt, einen spitzen Spanwinkel A bilden. Jedes Bandsegment 39 verfügt über Seitenflächen 50A und 50B, die in die Seitenflächen 42A bzw. 42B übergehen, eine periphere Außenfläche 47, die quer oder senkrecht zu den Seitenflächen 50A und 50B steht, eine periphere Innenfläche 51, die quer oder senkrecht zu den Seitenflächen 50A und 50B verläuft, sowie eine Dicke T'' zwischen den Seitenflächen 50A und 50B, die identisch bzw. im wesentlichen identisch mit der Dicke T der Führungsarme 22 ist. Die Bandsegmente 39 trennen die Schneidzähne 38 voneinander, und in einer bevorzugten Ausführungsform umfassen die Schneidbänder 24 jeweils neunzig Schneidzähne. Die Schneidzähne stehen nach außen von dem Umfang vor, der durch die Außenflächen 47 definiert wird. Je nach der Verwendung können die Schneidzähne jedoch von den peripheren Innenflächen 51 aus nach innen vorstehen. Die Seitenflächen 42A und 42B der Schneidzähne 38 verlaufen parallel zueinander, wie auch die Seitenflächen 50A und 50B für jedes Bandsegment 39; es ist jedoch auch möglich, daß die Seitenflächen nicht parallel zueinander verlaufen.

Die Schneidzähne 38 sind winklig von den Bandsegmenten 39 in einer seitlichen Richtung versetzt, wobei die Schneidzähne jeweils winklig in entgegengesetzter Richtung zueinander versetzt sind. Wie in der 7 für die wechselseitigen Schneidzähne 38' und 38'' dargestellt, sind die Seitenflächen 42A und 42B des Schneidzahns 38' seitlich von den Seitenflächen 50A und 50B der Bandsegmente 39 abgewinkelt, und die Seitenflächen 42A und 42B des Schneidzahns 38'' sind seitlich in entgegengesetzter Richtung von den Seitenflächen 50A und 50B der Bandsegmente 39 abgewinkelt. Dementsprechend verläuft die Schneidkante 48 des Schneidzahns 38' seitlich über die Seitenfläche 50B hinaus, und die Schneidkante 48 des Schneidzahns 38'' verläuft seitlich über die gegenüberliegende Seitenfläche 50A hinaus, so daß die Schneidkanten der wechselseitigen Zähne über die einander gegenüberliegenden Seitenflächen 50A und 50B hinaus verlaufen oder von ihnen vorstehen. Die Schneidzähne 38 definieren eine Kerbe K, die der maximalen seitlichen Abmessung zwischen den Seitenflächen 42A und 42B der angrenzenden Zähne 38 entspricht. Wie in den 5 und 6 dargestellt, sind die Schneidzähne 38 jeweils mit einem Kiel 52 in der Form eines konvexen oder abgerundeten Vorsprungs versehen, der sich an der Basis eines jeden Schneidzahns 38 befindet. Jeder Kiel 52 befindet sich zwischen den beiden Bandsegmenten 39 und ist mit einer bogenförmigen Oberfläche bzw. Kante ausgestattet, die von den inneren peripheren Oberflächen 51 der Bandsegmente ausgehend und in diese übergehend verläuft, wobei die Kiele eine hakenähnliche Form haben können.

Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform bestehen die Schneidbänder aus Edelstahl der Qualität 17–4 PH. Die Schneidbänder können jedoch aus jedem für chirurgische Zwecke geeigneten Edelstahl gefertigt werden, dessen Härte zum Schneiden von Knochen ausreicht und der ausreichend flexibel ist, so daß ein monolithisches Endlosband gebildet werden kann. Die Führungsarme bestehen vorzugsweise aus wärmebehandeltem Edelstahl der Qualität 17–4 PH, der härter als die Schneidbänder ist, so daß der Verschleiß zwischen den Führungsarmen und den Schneidbändern reduziert wird. Eine bevorzugte Größe bzw. ein bevorzugter Umfang der Schneidbänder beträgt 9–12 Zoll (230–300 mm). Eine bevorzugte Dicke T der Führungsarme beträgt 0,050 Zoll (1,27 mm), und eine bevorzugte Dicke T'' der Bandsegmente beträgt 0,055 Zoll (1,4 mm). Die Schneidzähne haben vorzugsweise eine Dicke T', die kleiner als die Kerbe K und mindestens ebenso groß wie T'' ist. Die Dicke der Führungsarme kann größer als T'' sein, wobei die Breite der Nut mit T'' korrespondiert. Der Spanwinkel kann der Größe des Spanwinkels eines Standard-Knochenschneiders entsprechen. Die Kerbe K ist so klein wie möglich und beträgt entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform 0,060 Zoll (1,5 mm).

Der Antriebsmechanismus 26 ist am besten in den 2 und 3 dargestellt und umfasst eine rechtwinklige Kegelradgetriebeeinheit mit einem ersten Kegelrad 54, das starr von einer Eingangswelle 55 getragen wird, und ein zweites Kegelrad 56, das starr von einer Eingangswelle 58 getragen wird. Die Eingangswelle 55 ist so gestaltet, daß sie mechanisch mit der Antriebswelle 20 des Handstücks 14 verbunden ist. Die Eingangswelle 55 kann mit der Antriebswelle 20 des Handstücks auf viele verschiedene Arten verbunden werden, darunter auch durch eine Vielzahl konventioneller Mechanismen wie beispielsweise genutete Wellen, Schnappverbindungen sowie Sicherungsringe, die konventionell zur Verbindung motorisch betriebener chirurgischer Handstücke mit dafür vorgesehenen Adaptern oder Anbauteilen verwendet werden. Das zweite Kegelrad 56 ist drehbar so angebracht, daß es durch das erste Kegelrad 54 angetrieben werden kann. Dementsprechend ist die Ausgangswelle 58 der Kegelgetriebeeinheit um 90° von der Antriebswelle 20 des Handstücks 14 versetzt. Die Kegelräder 54 und 56 weisen ein Übersetzungsverhältnis von 1:1 auf, so daß sie mit derselben Geschwindigkeit wie die Antriebswelle 20 des Handstücks drehen. Eine Lagerplatte 60 ist fest an der Ausgangswelle 58 angebracht und dreht sich gemeinsam mit ihr, wobei die Platte 60 mit einer zentralen Öffnung versehen ist, durch welche die Ausgangswelle 58 hindurch verläuft. Die Platte 60 befindet sich zwischen dem Kegelrad 56 und einer zylindrischen Trommel oder Hülse 52, die starr über der Ausgangswelle 58 positioniert ist und von dieser gedreht wird, wobei die Ausgangswelle 58 eine Axialbohrung der Trommel 62 passiert. Die Trommel 62 nimmt an einem unteren Ende ein Zahnrad 64 auf bzw. an ihrem unteren Ende ist ein Zahnrad 64 ausgeformt, und ein Zahnrad 66, das starr von einer zweiten zylindrischen Trommel oder Hülse 68 getragen wird bzw. an ihr ausgeformt ist, ist in einem drehbaren Antriebseingriff mit einem Zahnrad 64 angeordnet. Eine Welle 70 verläuft durch eine Axialbohrung oder ein Lumen der Trommel 68 und ist zur Drehung damit starr daran befestigt. Die Zahnräder 64 und 66, die mit den Trommeln 62 bzw. 68 eine integrale Einheit bilden oder separat von diesen ausgeformt sein können, sind jeweils mit einer Vielzahl voneinander entfernter Zähne 71 ausgestattet, die zum Zwecke des Antriebs ineinander eingreifen, so daß die Zahnräder 64 und 66 drehbar in gegensätzlichen Richtungen angetrieben werden, wenn das Zahnrad 64 von der Kegelradeinheit gedreht wird. Die gegenläufig drehenden Zahnräder 64 und 66 weisen ein Übersetzungsverhältnis von 1:1 auf, so daß die Trommeln 62 und 68 sich mit derselben Geschwindigkeit gegenläufig drehen. Die Zahnräder 72 sind starr mit den oberen Ende der Trommeln 62 bzw. 68 verbunden und drehen sich mit ihnen. Darüber hinaus sind die Zahnräder 72 mit zentralen Öffnungen ausgestattet, durch welche die Wellen 58 bzw. 70 verlaufen. Ein Zahnrad 72 ist in der 8 montiert auf einer Trommel 62 dargestellt und umfasst eine ringförmige Scheibe von gleichmäßig geringer Dicke mit Zähnen 74, die entlang des Umfangs der Scheibe verlaufen und durch Segmente 75 der Umfangskante bzw. der Radoberfläche 72 und teilweise ringförmige Zwischenräume 76 zwischen den Segmenten 75 definiert werden. Jeder Zwischenraum 76 wird durch eine gebogene Kante oder Oberfläche 77 definiert, die zwischen den Segmenten 75 verläuft und hinsichtlich ihrer Größe und Konfiguration so gestaltet ist, daß sie die Kiele 52 der Schneidzähne 38 aufnimmt.

Das Gehäuse 27 kann jede gewünschte äußere Form haben, einschließlich einer im wesentlichen rechteckigen äußeren Konfiguration, wie in 2 dargestellt. Das Gehäuse 27 verfügt über ein hinteres Ende 80 mit einer darin befindlichen Öffnung bzw. einer Passage, die auf die Welle 55 ausgerichtet ist, so daß die Welle 55 mit der Antriebswelle 20 des Handstücks verbunden werden kann. Das Gehäuse 27 ist mit einem vorderen Ende 81 mit einem darin befindlichen Kanal 82 versehen, durch den die Führungsarme 22 verlaufen, wenn die proximalen Enden der Führungsarme mit dem Antriebsmechanismus verbunden werden, wie weiter unten noch erörtert wird. Wie in 3 dargestellt, verläuft eine Führung mit einem Paar länglicher Schutzglieder 83 von einem vorderen Ende 81 aus in distaler Richtung. Jedes Schutzglied 83 verläuft vom Gehäuse 27 aus zu einem nach außen hin abgeflachten, distalen Ende mit einer abgerundeten oder stumpfen distalen Spitze 84. Die Schutzglieder 83 sind permanent oder abnehmbar am Gehäuse 27 angebracht bzw. mit ihm verbunden, so daß die Führungsarme 22 zwischen den Schutzgliedern 83 und in seitlicher Ausrichtung mit ihnen verlaufen, wie in 3 dargestellt. Die Schutzglieder 83 haben eine solche Länge, daß die distalen Spitzen proximal zu den vorderen Kanten 30 der Führungsarme 22 verlaufen und es ermöglichen, daß ein distales Ende der Sägebaugruppe zum Schneiden von anatomischem Gewebe verwendet wird, während ein Schneiden entlang dem größten Teil der Außenseiten der Führungsarme 22 vermieden wird, wie nachfolgend noch näher erläutert. Die Schutzglieder bestehen vorzugsweise aus angelassenem Edelstahl. Entsprechend einer bevorzugten Ausführungsform verlaufen die distalen Enden der Führungsarme ¼ Zoll (6,35 mm) über die Spitzen der Schutzglieder hinaus. Die Dicke der Schutzglieder ist mindestens ebenso groß wie die der Kerbe K der Schneidzähne, so daß die Schutzglieder während des Schneidvorgangs den distalen Enden der Führungsarme in das anatomische Gewebe hinein folgen können.

Das Gehäuse 27 ist innen mit einer Vertiefung 85 versehen, wie in 2 dargestellt, in der ein Antriebsmechanismus 26 mit einer internen Schulter, auf der die Gehäuse-Trägerplatte 60 aufliegt, sowie die Zahnräder 64 und 66 untergebracht sind. Der Antriebsmechanismus 26 ist im Gehäuse 27 untergebracht, wie in 2 dargestellt, wobei die Welle 55 drehbar in einer Passage am hinteren Ende 80 des Gehäuses 27 untergebracht ist und die Wellen 58 und 70 drehbar in Vertiefungen in einer oberer Wand des Gehäuses untergebracht sind. Auf Wunsch kann im Gehäuse eine Bürste untergebracht werden, um den Schneidabfall von den Schneidzähnen zu entfernen, wenn die Schneidbänder vom Antriebsmechanismus angetrieben werden, wie weiter unten noch erläutert wird. Wie in der 2 dargestellt, ist eine Bürste an einer Innenfläche der oberen Gehäusewand angebracht, um den Schneidabfall von den Schneidzähnen 38 zu entfernen. Eine Leiste 88 innerhalb einer Vertiefung 85 definiert eine Auffangschale 89 im Gehäuse 27, in welcher der mit Hilfe der Bürste 87 von den Zähnen 38 entfernte Schneidabfall gesammelt wird. Die Auffangschale 89 ist von den Zahnrädern durch eine Leiste 88 getrennt. Auf Wunsch kann rings um die Trommeln 62 und 68, angrenzend an die Leiste 92, eine Dichtung angebracht werden. Das Gehäuse kann mit einer Zugangsklappe versehen werden, die mit der Auffangschale 89 kommuniziert und ein Entfernen der Schneidabfälle ermöglicht. Ein Paar länglicher Stege 90, dargestellt in 3, verläuft von der Leiste 88 am vorderen Ende des Gehäuses aus nach oben. Die Stege 90 sind längs auf die Wellen 58 bzw. 70 ausgerichtet und in ihren seitlichen und Längsabmessungen so gestaltet, daß sie im Friktionssitz in den länglichen Spalten 35 der Führungsarme 22 sitzen. Um das Zusammenbauen zu erleichtern, sind die Stege 90 kürzer als die Spalte 35, um eine Längsbewegung bzw. ein Einstellen der Führungsarme 22 entlang den Stegen 90 und relativ zum Gehäuse 27 zu ermöglichen. Das Gehäuse 27 kann mehrteilig sein, um das Zusammenbauen zu erleichtern. Auf Wunsch kann ein Flüssigkeitskreislauf 91, wie in 2 dargestellt, an der chirurgischen Säge positioniert werden oder durch die chirurgische Säge hindurch verlaufen, wobei ein erstes Ende dieses Kreislaufs 91 mit einer Flüssigkeitsquelle verbunden ist, beispielsweise einer Salzlösung, und ein zweites Ende zum Transport der Flüssigkeit zu den Schneidklingen dient, wo sie zum Spülen und/oder Kühlen eingesetzt wird.

Die Sägebaugruppe 12 wird typischerweise wie in den 13 dargestellt geliefert, wobei die proximalen Enden der Führungsarme 22 im Kanal 82 des Gehäuses 27 verlaufen. Die Stege 90 werden von Spalten 35 aufgenommen, wobei die bogenförmigen hinteren Kanten 32 der Führungsarme an die Umfangskantensegmente 75 der Zahnräder 72 angrenzen, so daß Teile der Zahnräder in den Vertiefungen 33 an den proximalen Enden der Führungsarme aufgenommen werden. Wie in der 3 dargestellt, ist der Durchmesser der Zahnräder 72 mit der Seitenabmessung der Führungsarme 22 zwischen den Seitenkanten 31 identisch. Jeder Führungsarm 22 und das korrespondierende Zahnrad 72 definieren gemeinsam einen endlosen, vorgesehenen Weg, der entlang der vorderen Kante 30 und der Seitenkanten 31 des Führungsarms sowie entlang eines Umfangsteils des Zahnrads 72 verläuft. Jedes Schneidband 24 ist auf einem Führungsarm 22 und dem entsprechenden Zahnrad 72 montiert, wobei die Kiele 52 in Vertiefungen 76 des Zahnrades 72 und in der Nut 36 des Führungsarms aufgenommen werden. Dementsprechend verläuft jedes Schneidband 24 entlang einer vorderen Kanten 30, entlang von Seitenkanten 31 eines Führungsarms 22 sowie entlang eines Umfangsteils des korrespondierenden Zahnrads 72, so daß bei einer Drehung des Zahnrads eine Bewegung in Schnittrichtung entlang dem definierten Weg möglich ist. Die Schneidbänder 24 verlaufen aufgrund ihrer Größe in einem straffen Sitz rings um die Führungsarme und die entsprechenden Zahnräder. Wenn die Stege 90 kürzer als die Spalte 35 sind, können die Führungsarme 22 während des Zusammenbauens längs bewegt werden, um einen straffen Sitz der Schneidbänder 24 sicherzustellen. Wenn die Spalte 35 länger als die Stege 90 sind, können Abstandhalter 92 in die Spalte 35 zwischen die Stege 90 und die Führungsarme 22 eingeführt werden, so daß die Führungsarme während des Einsatzes fest sitzen, wie in 3 dargestellt. Der Krümmungsradius der bogenförmigen hinteren Kanten 32 der Führungsarme entspricht dem Krümmungsradius der Zahnräder 72; die Konfiguration der hinteren Kanten 32 muss jedoch nicht der Krümmung der Zahnräder entsprechen. Beim Zusammenbauen des Antriebsmechanismus befinden sich die Führungsarme 22 in einem solchen seitlichen Abstand voneinander, daß die Schneidzähne 38 leicht kammähnlich entlang der inneren Seitenkanten 31 der Führungsarme verlaufen, wobei zwischen den inneren Seitenkanten 31 eine Passage oder ein Kanal 93 definiert wird. Die Führungsarme 22 und die an ihnen geführten Schneidbänder 24 stehen von dem vorderen Ende 81 des Gehäuses vor, wobei die Schneidbänder 24 beweglich durch den Kanal 82 in Schneidrichtung relativ zu den stationären Führungsarmen 22 verlaufen.

9 illustriert eine Schneidführung 94, die zusammen mit der chirurgischen Säge entsprechend der vorliegenden Erfindung zu verwenden ist. Die Schneidführung 94 umfaßt ein rechteckiges Gehäuse mit Flanschen 95 an den einander gegenüberliegenden Enden und einem Spalt 96, der durch das gesamte Gehäuse verläuft und zur Aufnahme eines Teils der Sägebaugruppe dient, die vom Gehäuse 27 aus verläuft. Der Spalt 96 umfaßt einen inneren, zentralen Abschnitt 97, Zwischenabschnitte 98, die den Innenabschnitt 97 flankieren, sowie äußere Abschnitte 99, die die Zwischenabschnitte 98 flankieren. Der Innenabschnitt 97 ist in seinem Querschnitt leicht abgerundet, wobei die Größe des Querschnitts so gewählt ist, daß die Zähne 38 entlang der Innenseiten der Führungsarme 22 aufgenommen werden können. Der Innenabschnitt 98 weist eine rechteckige Querschnittskonfiguration auf, wobei die Höhe H zur Aufnahme der Dicke T der Führungsarme 22 dient und kleiner als die Kerbe K der Schneidzähne 38 ist. Die äußeren Abschnitte 99 weisen einen abgerundeten Querschnitt auf, der so groß ist, daß er die Schutzglieder 83 und die Zähne 38 entlang der Außenseiten der Führungsarme 22 aufnehmen kann. Die Schneidführung 94 besteht vorzugsweise aus einem flexiblen, biegsamen oder verformbaren Material, beispielsweise Polypropylen, so daß die Schneidführung zusammengedrückt werden kann, um die Konfiguration des Spalts 96 zu vergrößern, zu verändern oder zu öffnen, so daß die Schneidführung 94 über die Führungsarme 22, die Schneidbänder 24 und die Schutzglieder 83 geschoben werden kann. Die Schneidführung 94 kann durch verschiedene Verfahren hergestellt werden, beispielsweise durch Spritzgießen.

Während des Einsatzes ist die Sägebaugruppe 12 mit dem Handstück 14 verbunden, so daß eine Verbindung zwischen der Antriebswelle 20 des Handstücks und der Welle 55 der Sägebaugruppe hergestellt wird. Die Schneidführung 94 wird zusammengedrückt und über das distale Ende der Sägebaugruppe geschoben, um die Führungsarme 22, die um die Arme herum verlaufenden Schneidbänder 24 und die Schutzglieder 83 innerhalb des Spalts 96 zu positionieren. Wenn die Schneidführung 94 in der Sägebaugruppe positioniert ist, befinden sich die Passage 93 und die entlang der Innenseiten des Führungsarms 22 verlaufenden Schneidzähne 38 in einem Innenbereich 97 des Spalts, die Führungsarme 22 sind in den Zwischenbereichen 98 des Spalts positioniert, und die Schutzglieder 83 sowie die entlang den Außenseiten der Führungsarme 22 verlaufenden Zähne 38 befinden sich innerhalb der äußeren Bereiche 99 das Spalts. Die Führung 94 kann angrenzend oder anstoßend an die Vorderkante des Gehäuses 27 positioniert werden, wie in 9 dargestellt, wobei die Führungsarme 22 und die Schutzglieder 83 von der Schneidführung 94 vorstehen. Ein Handstück 14 wird über einen Handgriff 17 gehalten, und eine Taste B wird gedrückt, um die Stromversorgung von der Stromquelle P zum Motor M herzustellen, um die Antriebswelle 20 und die Kegelräder 54 und 56 zu drehen. Dementsprechend drehen sich die Zahnräder 64 und 66 gegenläufig gemeinsam mit den Trommeln 62 und 68 sowie den Zahnrädern 72. Durch die gegenläufige Drehung der Zahnräder 72 drehen sich auch die Schneidbänder 24 in entgegengesetzten Richtungen rings um die Führungsarme und die Zahnräder, wobei die Schneidbänder 24 durch den Spalt 96 der Führung 94 hindurch verlaufen. Dementsprechend wird jedes Schneidband 24 entlang dem definierten Weg, wie in 3 dargestellt, permanent in der Schneidrichtung bzw. nach vorn bewegt. Die distalen Enden der Führungsarme 22 werden in das anatomische Gewebe, beispielsweise einen Knochen, eingeführt, um es in der Ebene der Führungsarme durchzuschneiden, und die Sägebaugruppe 12 kann über einen am Knochen befestigten Führungsblock G in den Knochen eingeführt werden, wie in 10 dargestellt.

10 illustriert die in den Oberschenkel F eingeführten Führungsarme 22, um den Oberschenkel entlang einer Ebene zu resezieren, die einen beabsichtigten Fasenschnitt definiert. Die Führungsarme 22 werden mit einer tauchenden und/oder schwingenden Schnittbewegung nach vorn in den Knochen und durch den Knochen hindurch bewegt, so daß der Knochen entlang der Ebene der Führungsarme in der gewünschten Tiefe abgeschnitten wird. Die Schutzglieder 83 folgen den Führungsarmen in den Schnitt. Ein unerwünschtes Abschneiden von Weichgewebe, das an den Knochen angrenzt, wird entlang des Großteils der Außenseiten der Führungsarme vermieden. Der durch die Schneidaktion erzeugte Schneidabfall wird entlang der Passage 93 zwischen den Führungsarmen 22 weggeführt und durch den Innenbereich des Spalts 96 transportiert. Die Schneidzähne 38 bewegen sich an der Bürste 87 vorbei, die sich innerhalb des Gehäuses 27 befindet, so daß der von den Schneidzähnen transportierte Schneidabfall aufgefangen und in der Auffangschale 89 gesammelt werden. Nachdem der Knochenschnitt bis auf die gewünschte Tiefe ausgeführt ist, wird die Sägebaugruppe aus dem Knochen herausgezogen.

Da sich die Führungsarme nicht bewegen, wird die Reibung zwischen den Führungsarmen und dem Führungsblock G so minimiert, daß auch die Temperatur der chirurgischen Säge sinkt. Auch die Reibung zwischen den Führungsarmen und dem Knochen wird deutlich reduziert, was wiederum zu einer Senkung der Betriebstemperaturen führt. Dementsprechend kann eine thermische Nekrose des Knochens vermieden und können zementlose Implantate verwendet werden. Die kontinuierliche Gegenbewegung der Schneidbänder sowie die deutlich höhere Anzahl der an den Schneidbändern befindlichen Schneidzähne (in der Regel neunmal so viele wie bei konventionellen oszillierenden Trennsägen) ermöglichen eine verbesserte Schneidaktion bei einem geringeren Zahnverschleiß. Die chirurgische Säge kann bei niedrigeren Geschwindigkeiten als konventionelle oszillierende Trennsägen betrieben werden, was zu einer Senkung der Leistungsaufnahme und der Reibung führt. Der entstehende Schneidabfall wird bei einem unterbrechungsfreien Schneidprozeß über die zwischen den Führungsarmen gebildete Passage effektiv entfernt. Die chirurgische Säge führt zu einer Reduzierung des Risikos einer Kontamination des Personals, denn dank der stationären Führungsarme wird das Wegschleudern von Gewebe und Flüssigkeiten deutlich reduziert. Da die Führungsarme unbeweglich sind, kann die chirurgische Säge während der Ausführung des Schnittes genauer geführt und ein tieferer Knochenschnitt erreicht werden. Die beiden sich gegenläufig drehenden Schneidbänder bewirken eine vollständige Aufhebung seitlicher Druckkräfte, die bei oszillierenden Trennsägen in der Regel entstehen. Die chirurgische Säge ist selbstzentrierend, und dank der Schneidführung bleibt beim Einsatz die Parallelität der Führungsarme aufrechterhalten. Auch das Gewicht und die Masse der chirurgischen Säge werden reduziert, was eine bessere Stabilität und tiefere Knochenschnitte ermöglicht. Die chirurgische Säge kann mit konventionellen Führungsblöcken verwendet werden. Auch ein Verlängern der konventionellen Führungsblöcke durch die Schneidführung ist möglich. Die Schutzglieder ermöglichen Endschnitte in einer tauchenden oder schwingenden Bewegung, während unerwünschte Seitenschnitte vermieden werden. Die Schutzglieder stabilisieren die Säge bei parallelen Schnitten und bieten Schutz vor Beschädigungen des Weichteilgewebes.

Die chirurgische Säge entsprechend der vorliegenden Erfindung kann mit verschiedenen, konventionell angetriebenen Handstücken verwendet werden, darunter auch mit einer Vielzahl von Stromversorgungseinheiten. Es ist möglich, die Sägebaugruppe als abnehmbares Anbaugerät für Handstücke zu konstruieren, aber auch als Teil des Handstücks selbst. Der Antriebsmechanismus kann Teil des Sägemechanismus oder Teil des Handstücks sein. Es ist jedoch auch möglich, zwischen Sägebaugruppe und Handstück einen Adapter anzubringen. Verschiedene Komponenten der chirurgischen Säge können als einmalig oder mehrfach zu verwendende Teile gestaltet sein. Die Sägebaugruppe kann so gestaltet sein, daß sie einen Ersatz oder ein Austauschen der Führungsarme und/oder der Schneidbänder ermöglicht.

Durch Löcher und/oder Spalte in den Führungsarmen kann deren Gewicht und Masse deutlich reduziert werden. Die Führungsarme können relativ zum Gehäuse längs verstellt werden, so daß die Schneidbänder daran mit der gewünschten Spannung zu montieren sind. Der Antriebsmechanismus kann so gestaltet werden, daß die Drehzahl der Schneidbänder mit der Drehzahl der Antriebswelle des Handstücks identisch ist. Es ist jedoch auch möglich, den Antriebsmechanismus so zu gestalten, daß die Geschwindigkeit der Antriebswelle des Handstücks vergrößert oder verringert wird. Wird mit einem Flüssigkeitskreislauf gearbeitet, kann dieser vollständig oder teilweise außerhalb oder innerhalb der chirurgischen Säge untergebracht sein. Zu der Schnittstelle, den Führungsarmen und den Schneidbändern können zum Spülen, Kühlen und zu anderen Zwecken verschiedene Flüssigkeiten transportiert werden.


Anspruch[de]
  1. Chirurgische Säge (12), umfassend:

    ein Paar flexibler Endlos-Schneidbänder (24), die Schneidkanten (44) zum Resezieren von anatomischem Gewebe besitzen, einen länglichen Führungsarm (22) für jedes Schneidband, wobei die Führungsarme (22) stationär, parallel zueinander zum Führen der Schneidbänder (24) angeordnet sind, die eng um die Führungsarme (22) herum zur Bewegung daran entlang verlaufen,

    ein Gehäuse (80) zum Befestigen der Führungsarme (22) in paralleler Beziehung, und ein Antriebssystem (58,64,66,72) zum Antrieb der Schneidbänder (24) sich in vorgesehenen Wegen in entgegen gesetzten Richtungen entlang der Führungsarme zu bewegen, um das anatomische Gewebe zu resezieren.
  2. Chirurgische Säge (12) nach Anspruch 1, bei der die Führungsarme (22) proximale Enden, die im Gehäuse (80) angeordnet sind, und distale Enden, die außerhalb vom Gehäuse angeordnet sind, besitzen, und wobei das Antriebssystem (54,58,64,66,72) die Schneidbänder (24) antreibt, sich entgegengesetzt um die Führungsarme (22) herumzudrehen, und wobei die Führungsarme (22) in einer koplanaren Beziehung gelagert sind.
  3. Chirurgische Säge (12) nach Anspruch 2, bei der das Antriebssystem ein Zahnradpaar (64,66) umfasst, das in entgegen gesetzten Richtungen drehbar ist, um die Schneidbänder (24) auf den vorgegebenen Wegen zu bewegen.
  4. Chirurgische Säge (12) nach irgendeinem der vorstehenden Ansprüche, bei der jedes Schneidband (24) eine Vielzahl von Schneidzähnen (38) umfasst, die die Schneidkanten bilden und mit einander durch Bandsegmente (39) und einen Kiel (52) für jeden Schneidzahn (38) zwischen den Bandsegmenten (39) verbunden sind, und wobei jedes Zahnrad (64, 66) mit einer Zahntrommel (72) fest verbunden ist, einschließlich einer Vielzahl von Zwischenräumen entlang deren Umfang zur Aufnahme der Kiele (52), wobei jedes Schneidband (24) um seine entsprechende Zahntrommel (72) und den Führungsarm (22) herum angeordnet ist.
  5. Chirurgische Säge (12) nach Anspruch 4, sowie ferner einschließlich einer Nut (36) in jedem der Führungsarme (22) zur Aufnahme der Kiele (52) der Schneidzähne (38).
  6. Chirurgische Säge (12) nach Anspruch 4 oder 5, bei der die Schneidzähne (38) eine Führungsfläche (44), die mit einem der Bandsegmente (39) verbunden ist und damit einen spitzen Spanwinkel (A) bildet, sowie eine hintere Fläche (46) umfassen, die mit dem anderen Bandsegment (39) verbunden ist und auf die Führungsfläche (44) beim Scheitelpunkt und eine Schneidkante (48) beim Scheitelpunkt trifft.
  7. Chirurgische Säge (12) nach Anspruch 4, 5 oder 6, bei der die Schneidzähne (38) vom Bandsegment (39) in Schneidrichtung gewinkelt sind.
  8. Chirurgische Säge (12) nach Anspruch 4 bis 7, bei der die Bandsegmente (39) jeweils Seitenflächen besitzen, und wobei die Schneidkanten (48) seitlich über die Seitenflächen hinausragen, und wobei die Schneidkanten (48) alternierender Schneidzähne (38) seitlich in entgegen gesetzten Richtungen über die seitlichen Flächen hinausragen.
  9. Chirurgische Säge (12) nach irgendeinem der vorstehenden Ansprüche, bei der die Führungsarme (22) Löcher zur Gewichtsverringerung besitzen.
  10. Chirurgische Säge (12) nach irgendeinem der vorstehenden Ansprüche, bei der die Führungsarme (22) seitlich voneinander beabstandet sind und einen Kanal dazwischen ausbilden, um Schneidabfall zu entfernen.
  11. Chirurgische Säge (12) nach irgendeinem der vorstehenden Ansprüche, bei der das Antriebssystem ein motorisch betriebenes chirurgisches Handstück (14) umfasst.
  12. Chirurgische Säge (12) nach irgendeinem der vorstehenden Ansprüche, bei der die Führungsarme (22) distale Enden und äußere Seiten besitzen, sowie ferner einschließlich eines Schutzgliederpaares (83, 84), das sich distal vom Gehäuse (80) entlang der Außenseiten erstreckt, und wobei die Schutzglieder (83,84) an den distalen Enden enden, die proximal von den distalen Enden der Führungsarme (22) angeordnet sind.
  13. Chirurgische Säge (12) nach Anspruch 12, in Kombination mit einer Schneidführung (94), die ein Gehäuse mit einem dadurch verlaufenden Schlitz (96) besitzt, der den Durchgang der Führungsarme (22) und der Schutzglieder (83, 84) durch den Schlitz (96) ermöglicht, um über die Schneidführung (94) hinauszuragen, und wobei die Schneidbänder (24) durch den Schlitz (96) bewegbar sind.
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