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Dokumentenidentifikation DE102004020921B4 19.01.2006
Titel Urologisches Resektoskop mit Schiebekörper
Anmelder Olympus Winter & Ibe GmbH, 22045 Hamburg, DE
Erfinder Witte, Lars, 22145 Hamburg, DE;
Nösel, Bernd, 22952 Lütjensee, DE
Vertreter Patentanwälte Schaefer Emmel Hausfeld, 22043 Hamburg
DE-Anmeldedatum 28.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004020921
Offenlegungstag 24.11.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.01.2006
IPC-Hauptklasse A61B 1/307(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A61B 1/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A61B 17/32(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Ein urologisches Resektoskop (1) mit einem sich von einem Hauptkörper (3) in distalen Richtung erstreckenden langgestreckten Schaftrohr (2), das von einer Optik (8) und einem Instrumententräger (10) durchlaufen ist, der an seinem distalen Ende ein chirurgisches Instrument (11) trägt, wobei der Instrumententräger (10) den Hauptkörper (3) längs verschiebbar durchläuft und in einem von Hand (14, 15) betätigbaren Schiebekörper (12) aus elektrisch isolierenden Mateial befestigt ist, der proximal des Hauptkörpers (3) mit Führungsflächen (19, 21) auf einer parallel zur Achse des Schaftrohres (2) verlaufenden Führungsstange (4) aus Metall gelagert ist, ist dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsflächen von Hartmaterial (19, 21) gebildet sind und daß die Führungsflächen und/oder die Oberfläche der Führungsstange (4) mit einer dünnen Diamantbeschichtung versehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Resektoskop der im Oberbegriff des Anspruchs 1 genannten Art.

Gattungsgemäße Resektoskope, wie z.B in der DE 39 17 583 C2 beschrieben, dienen seit Jahrzehnten als Standardgerät in der Urologie und werden z.B. auch in der Gynäkologie eingesetzt. Mit dem von Hand in Achsrichtung des Schaftrohres verstellbaren Schiebekörper wird der Instrumententräger und mit diesem das chirurgische Instrument in Achsrichtung verstellt. Das chirurgische Instrument kann z.B. ein Messer sein, ist üblicherweise aber eine hochfrequenzbeaufschlagte Elektrode, z.B. in Form der üblichen Schneidschlinge. Im Schiebekörper wird dazu das proximale Ende des Instrumententrägers nicht nur befestigt, sondern auch elektrisch kontaktiert und mit einem vom Schiebekörper abgehenden Hochfrequenzkabel verbunden, das an einen Hochfrequenzgenerator angeschlossen ist.

Durch die Hin- und Herbewegung des Schiebekörpers können mit dem Instrument in Achsrichtung ausgeführte Schneidbewegungen erzeugt werden, und zwar unter Beobachtung durch die Optik.

Bei üblicher Ausbildung des Resektoskopes durchläuft die Optik die gesamte Länge des Schaftrohres sowie den gesamten Verschiebeweg des Schiebekörpers, wobei das proximale Ende der Optik im Bereich des proximalen Endes der Schiebestange angeordnet ist. Da Optiken normalerweise eine vorgegebene Länge haben und der Schaft möglichst lang sein soll, steht nur ein beschränkter Verschiebeweg zur Verfügung. Andererseits soll das chirurgische Instrument möglichst weit verstellbar sein. Es folgt eine begrenzte Länge des Schiebekörpers. Dadurch ist die Länge der Führungsflächen des Schiebekörpers begrenzt, wodurch Verkippungen und Verklemmungen des Schiebekörpers entstehen können.

Da im Schiebekörper der Instrumententräger elektrisch kontaktiert wird, ist aus Sicherheitsgründen der Schiebekörper aus elektrisch isolierendem Material ausgebildet. Außerdem muß bei der Reibung der Führungsflächen auf der Führungsstange die Materialpaarung beachtet werden, um günstige Gleiteigenschaften zu erhalten. Es muß gewährleistet sein, daß die Bewegung des Instrumentes durch Handbetätigung des Schiebekörpers sehr leicht und feinfühlig ist.

Aus diesen Gründen hat sich im Stand der Technik eine Konstruktion durchgesetzt, bei der der Schiebekörper aus einem elektrisch isolierenden Kunststoff besteht, der günstige Gleiteigenschaften auf dem Metall der Führungsstange aufweist. Üblicherweise besteht der Schiebekörper aus PTFE. Dieses Material ist hochisolierend und hat günstige Reibeigenschaften auf Metall. Allerdings ist das Material relativ weich, so daß die gewünschte Präzision der Führung nur bei erheblicher Länge des Schiebekörpers erreicht werden kann.

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht darin, bei einem gattungsgemäßen Resektoskop die konstruktiven Gestaltungsmöglichkeiten beim Schiebekörper zu verbessern.

Diese Aufgabe wird mit den im kennzeichnenden Teil des Anspruches 1 angegebenen Merkmalen gelöst.

Erfindungsgemäß werden die Führungsflächen des Schiebekörpers von Hartmaterial gebildet, wobei die Führungsflächen und/oder die Oberfläche der Führungsstange mit einer dünnen Diamantbeschichtung versehen ist. Diamantbeschichtungen sind heutzutage kostengünstig herstellbar und weisen hervorragende Gleiteigenschaften gegenüber anderen Materialien und auch aufeinander auf. Die Schichten sind außerordentlich dünn und liegen in einem Dickenbereich, der weit unterhalb der feinmechanischen Toleranzen bei Resektoskopen liegt. Mit der erfindungsgemäßen Konstruktion lassen sich hochgenau lagernde Führungen mit sehr guten Gleiteigenschaften erzielen, die eine äußerst präzise und feinfühlige Steuerung des chirurgischen Instrumentes ermöglichen. Dies führt insbesondere dazu, daß der Schiebekörper deutlich verkürzt werden kann mit der Möglichkeit, entsprechend, bei gleichbleibender Länge der Optik, das Schaftrohr zu verlängern.

In einer vorteilhaften Ausgestaltung gemäß Anspruch 2 ist der Schiebekörper mit einer Metallhülse auf der Führungsstange gelagert. Dadurch ergibt sich eine hochpräzise Führung auch bei kurzer Führungslänge. Der Schiebekörper selbst kann aus beliebigem Material, z.B. geeignetem Spritzguß-Kunststoff, bestehen, der die Metallhülse umformt.

Der Schiebekörper kann auch einstückig aus für die Führung geeignetem Hartmaterial mit entsprechenden Isoliereigenschaften ausgebildet sein, wie beispielsweise aus Keramik, die ebenfalls mit Diamant beschichtbar ist. Vorzugsweise sind jedoch die Merkmale des Anspruches 3 vorgesehen, wonach der Schiebekörper aus Hartkunststoff besteht. Geeignet dafür ist insbesondere PEEK (PolyEtherEtherKeton), ein vor allem auch wegen seiner Temperaturbeständigkeit im medizinischen Bereich gern verwendeter Kunststoff, der elektrisch hochisolierend und mit Diamant beschichtbar ist.

In der Zeichnung ist die Erfindung beispielsweise und schematisch dargestellt. Es zeigen:

1 eine Seitenansicht eines Resektoskopes,

2 einen Schnitt nach Linie 2 – 2 in 1 und

3 in Ansicht der 2 eine alternative Ausführungsform der Schiebeführung.

In den 1 und 2 ist ein erfindungsgemäßes Resektoskop 1 dargestellt, das insbesondere in der Urologie und auch in der Gynäkologie verwendbar ist. Es weist ein langgestrecktes Schaftrohr 2 auf, das an seinem proximalen Ende mit nicht dargestellten Mitteln an einem Hauptkörper 3 abnehmbar befestigt ist. Es weist dort üblicherweise nicht dargestellte Spülanschlüsse auf, um Spülflüssigkeit zu- und abzuführen.

Proximal jenseits des Hauptkörpers 3 ist parallel zur Achse des Schaftrohres 2 eine Führungsstange 4 aus Metall angeordnet, die in üblicher Ausführung als Führungsrohr ausgebildet ist. Die Führungsstange 4 ist im Hauptkörper 3 befestigt und durchläuft diesen bis zu ihrem distalen Ende 5, das kurz vor dem distalen Ende 6 des Schaftrohres 2 liegt. Am proximalen Ende trägt die Führungsstange 4 eine Endplatte 7.

Durch die als Rohr ausgebildete Führungsstange 4 ist vom proximalen Ende her über die gesamte Länge eine Optik 8 einschiebbar, die an ihrem proximalen Ende das dargestellte übliche Okular 9, einen Kameraanschluß oder dergleichen aufweist.

Parallel zur Optik 8 verläuft durch das Schaftrohr 2 ein langgestreckter stabförmiger Instrumententräger 10, der längsverschiebbar den Hauptkörper 3 durchläuft und an seinem distalen Ende ein chirurgisches Instrument trägt, das im Ausführungsbeispiel als Schneidschlinge 11 ausgebildet ist.

Auf der Führungsstange 4 ist in Achsrichtung verschiebbar ein Schiebekörper 12 gelagert, der in üblicher Weise zur federnden Rückstellung bei Nichtbetätigung über einen Federbügel 13 mit der Endplatte 7 verbunden ist. In anderer Ausführung kann er auch mit einem ähnlichen Federbügel mit dem Hauptkörper 3 verbunden sein. Der Federbügel 13 dient nicht nur der Federrückstellung, sondern auch der Sicherung der Drehlage des Schiebekörpers 12 um die Führungsstange 4. An Stelle des Federbügels 13 kann auch eine andere Federkonstruktionen, z.B. eine Gelenkbrücke mit ähnlichen drehsichernden Eigenschaften verwendet werden.

Die Längsverstellung des Schiebekörpers 12 gegen die Kraft des Federbügels 13 erfolgt mittels Fingerangriffstücken, und zwar im Ausführungsbeispiel, wie dargestellt, mit einem Griffstück 14 am Schiebekörper 12, an dem mit dem Zeigefinger angefaßt werden kann und mit einem Daumenring 15 an der Endplatte 7.

Das proximale Ende des Instrumententrägers 10 ist in die in 2 ersichtliche Bohrung 16 im Schiebekörper 12 einsteckbar und wird in eingesteckter Lage mit einer Klemmeinrichtung befestigt, die im Ausführungsbeispiel mit einem Knopf 17 dargestellt ist. Dieser kann beispielsweise als Drehknopf eine Klemmschraube betätigen oder als Druckknopf einen Federklemm-Mechanismus.

In nicht dargestellter Weise ist innerhalb des Schiebekörpers 12 auch eine elektrische Kontaktiereinrichtung vorgesehen, die einen im Instrumententräger 10 verlaufenden, an die Schneidschlinge 11 angeschlossenen elektrischen Leiter kontaktiert und mit einem Stecker 18 am Schiebekörper 12 elektrisch verbindet, an den ein Hachfrequenzkabel zum Anschluß an einen Hochfrequenzgenerator anschließbar ist.

Aus Gründen der optisch-technischen Konstruktion der Optik 8 und unter anderem auch aus Gründen der Kompatibilität der Optik 8 mit anderen Instrumenten, für die sie verwendbar sein soll, ist die Länge der Optik 8 vorgegeben. Der Weg, über den der Schiebekörper 12 verschiebbar ist, ergibt sich aus dem freien Abstand zwischen dem Hauptkörper 3 und der Endplatte 7 abzüglich der Länge des Schiebekörpers 12.

Für die Operationen, die mit dem Resektoskop 1 ausgeführt werden, ist es günstig, wenn einerseits die freie Länge des Schaftrohres 2 möglichst groß und andererseits auch der Weg, über den die Schneidschlinge 11 in Achsrichtung verstellbar ist, möglich groß ist. Daher sollte der Schiebekörper 12 möglichst kurz sein, um einen guten Kompromiß zu sichern.

Bei bekannten Instrumenten besteht der Schiebekörper 12 einstückig aus relativ weichem Kunststoffmaterial, mit dem bei kurzer Länge des Schiebekörpers 12 eine ausreichende Führung auf der Führungsstange 4 nicht mehr gewährleistet ist. Beim Schieben kann es zum Klemmen kommen, wodurch die exakte Steuerung der Schneidschlinge 11 beeinträchtigt wird.

Um dein abzuhelfen, ist bei der in den 1 und 2 dargestellten Konstruktion im Schiebekörper 12 eine Metallhülse 19 gelagert, die mit enger Passung auf der Führungsstange 4 gleitet. Dies würde normalerweise sehr schlechte Reibeigenschaften ergeben. Daher ist erfindungsgemäß entweder die Außenoberfläche der Führungsstange 4 oder die Innenoberfläche der Metallhülse 19 mit einer dünnen Diamantbeschichtung versehen. Es können auch beide Flächen mit Diamant beschichtet sein.

Eine Diamantbeschichtung weist außerordentlich günstige Gleiteigenschaften auf. Bei sehr exakter Passung der Metallhülse 19 auf der Führungsstange 4 ergibt sich eine sehr leichte, völlig störungsfreie Verschiebbarkeit. Durch die exakte Passung wird klemmfreie Verschiebbarkeit auch bei kurzer Länge der Metallhülse 19 und des Schiebekörpers 12 ermöglicht.

Wenn die Metallhülse 19 innen mit Diamant beschichtet sein soll, so kann die Anbringung der Schicht auf der Innenfläche einer relativ engen Hülse Schwierigkeiten bereiten.

3 zeigt eine alternative Ausführungsform, bei der in einer im Durchmesser größeren Bohrung 20 des Schiebekörpers 12 am Umfang vier über die Länge der Bohrung 20 erstreckte Gleitstücke 21 eingelassen sind, die mit entsprechend geformten Führungsflächen auf der Führungsstange 4 laufen. Die Gleitstücke 21 können unkompliziert auf den Führungsflächen beschichtet und anschließend z.B. durch Verguß in dem Kunststoffmaterial des Schiebekörpers 12 eingebettet werden.

Bei Verwendung der Metallhülse 19 oder der Gleitstücke 21 kann der Schiebekörper 12 aus beliebigem Material ausgebildet sein, z.B. aus gut spritzbarem Kunststoffmaterial, das aus Gründen der elektrischen Sicherheit über ausreichende elektrische Isolationsfähigkeiten und gute Verarbeitbarkeit verfügt.

Alternativ kann in nicht dargestellter Weise der Schiebekörper 12 vollständig aus geeignetem Hartmaterial bestehen, das mit einer Bohrung unmittelbar auf der Führungsstange 4 läuft. Dabei kann der Schiebekörper 12 z.B. aus geeignetem Keramikmaterial bestehen oder aus geeignet hartem Kunststoffmaterial. Sowohl Keramiken als auch Kunststoffe lassen sich innerhalb der Führungsbohrung mit einer Diamantbeschichtung versehen. Bei der Ausführungsform der 2 kann auch anstelle der Metallhülse 19 eine entsprechende Hülse aus anderem geeignetem Hartmaterial, wie z.B. Keramik oder Hartkunststoff, verwendet werden.

Im dargestellten Ausführungsfall läuft der Schiebekörper 12 auf einer einzigen Führungsstange 4. In nicht dargestellter Weise kann er auch z.B. auf zwei parallelen Führungsstangen laufen, um seine Drehsicherung zu verbessern. Dabei können die Gleiteigenschaften auf beiden Führungsstangen in derselben Weise verbessert werden, wie oben hinsichtlich der Führung auf der Führungsstange 4 erläutert.


Anspruch[de]
  1. Urologisches Resektoskop (1) mit einem sich von einem Hauptkörper (3) in distaler Richtung erstreckenden langgestreckten Schaftrohr (2), das von einer Optik (8) und einem Instrumententräger (10) durchlaufen ist, der an seinem distalen Ende ein chirurgisches Instrument (11) trägt, wobei der Instrumententräger (10) den Hauptkörper (3) längs verschiebbar durchläuft und in einem von Hand (14, 15) betätigbaren Schiebekörper (12) aus elektrisch isolierendem Material befestigt ist, der proximal des Hauptkörpers (3) mit Führungsflächen (19, 21) auf einer parallel zur Achse des Schaftrohres (2) verlaufenden Führungsstange (4) aus Metall gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsflächen von Hartmaterial (19, 21) gebildet sind und daß die Führungsflächen und/oder die Oberfläche der Führungsstange (4) mit einer dünnen Diamantbeschichtung versehen ist.
  2. Urologisches Resektoskop nach Anspruch 1, wobei der Schiebekörper (12) mit einer Bohrung auf der Führungsstange (4) gelagert ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrung mit einer Hülse (19) aus Metall ausgekleidet ist.
  3. Urologisches Resektoskop nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schiebekörper (12) aus Hartkunststoff besteht.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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