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Dokumentenidentifikation DE102004030904A1 19.01.2006
Titel Vorrichtung zum Erfassen der räumlichen Lage der optischen Achse eines Auges sowie zum Zentrieren eines Bezugssystems relativ zur optischen Achse
Anmelder Neuhann, Thomas, Prof.Dr.med., 80801 München, DE;
Hassel, Jörg M., Dipl.-Ing., 82284 Grafrath, DE
Erfinder Hassel, Jörg M., Dipl.-Ing., 82284 Grafrath, DE;
Neuhann, Thomas, Prof.Dr.med., 80801 München, DE
Vertreter Rösler, U., Dipl.-Phys.Univ., Pat.-Anw., 81241 München
DE-Anmeldedatum 25.06.2004
DE-Aktenzeichen 102004030904
Offenlegungstag 19.01.2006
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.01.2006
IPC-Hauptklasse A61B 3/113(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A61F 9/008(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      
Zusammenfassung Beschrieben wird eine Vorrichtung zum Erfassen der räumlichen Lage der optischen Achse des Auges eines menschlichen oder tierischen Probanden sowie zum Zentrieren eines Bezugssystems relativ zur optischen Achse, mit wenigstens einer ein Parallellichtstrahlenbündel emittierenden Lichtquelle, einem gegenüber der Lichtquelle vorgesehenen Positionsbereich für den Probanden, Mittel zur relativen Lageausrichtung des Parallelstrahlenlichtbündels gegenüber dem Auge des Probanden sowie wenigstens einer Detektoreinheit zur Detektion von in und am Auge durch das Parallellichtstrahlenbündel hervorgerufenen Reflexionsereignissen.
Die Erfindung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Auswerteeinheit vorgesehen ist, die auf der Grundlage der von der Detektoreinheit erfassten Streu- und Reflexionsereignisse Steuersignale generiert, durch die die Mittel zur relativen Lageausrichtung angesteuert werden, wobei die Generation des Steuersignals derart erfolgt, dass wenigstens zwei Reflexionsereignisse in Bezug zur Ausbreitungsrichtung des Parallellichtstrahlenbündels in Deckung zu bringen sind.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Erfassen der räumlichen Lage der optischen Achse des Auges eines menschlichen oder tierischen Probandens sowie zum Zentrieren eines Bezugssystems relativ zur optischen Achse, mit wenigstens einer ein Parallellichtstrahlenbündel emittierenden Lichtquelle, einem gegenüber der Lichtquelle vorgesehenen Positionsbereich für den Probanden, Mittel zur relativen Lageausrichtung des Parallelstrahlenlichtbündels gegenüber dem Auge des Probandens sowie wenigstens einer Detektoreinheit zur Detektion von in und am Auge durch das Parallellichtstrahlenbündel hervorgerufenen Reflexionsereignissen.

Vorrichtungen der vorstehend beschriebene Gattung werden vornehmlich auf dem Gebiet der Augenheilkunde, insbesondere zur Korrektur der Fehlsichtigkeit eines Auges unter Verwendung eines Therapielasersystems, insbesondere eines Excimerlasers, eingesetzt, mit dem eine gezielte Materialabtragung an oder innerhalb der Cornea durchgeführt wird, um auf diese Weise eine erwünschte Änderung an der Hornhautkurvatur und eine damit verbundene Korrektur der optischen Wirkung der Cornea zur erzielen.

Die sog. photorefraktive Korrektur von Fehlsichtigkeiten ist seit Jahren ein anerkanntes und sehr effektives Verfahren zur Beseitigung von Sehfehlern. Hierbei werden inzwischen alle Sorten von Fehlsichtigkeiten wie die Kurzsichtigkeit (Myopie), die Weitsichtigkeit (Hyperopie) sowie Hornhautverkrümmungen (Astigmatismus) mit entsprechend konfektionierten Lasersystemen sehr erfolgreich behandelt. Eine Vorraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung ist eine exakte Positionierung des Therapielaserstrahls relativ zur behandelnden Hornhaut.

Mit steigender Genauigkeit der Excimerlasersysteme sowie der Genauigkeit der zur Verfügung stehenden diagnostischen Methoden, gewinnt eine exakte Positionierung des Therapielaserstrahls am Ort der Hornhaut bzw. Cornea eine immer größer werdende Bedeutung. Seit einigen Jahren wurde die photorefraktive Korrektur der Fehlsichtigkeit von der einfachen Verwendung der Brillenwerte als Ausgangsinformationen dahingehend modifiziert, dass die räumlich aufgelösten Aberrationen des gesamten Systems des Auges mittels der Wellenfronten-Technologie sowie die topographischen Eigenschaften der Hornhaut vermessen und eine entsprechende Korrekturvorschrift für den Therapielaserstrahl erstellt wurde.

Es ist eine unmittelbare Konsequenz, dass mit der deutlichen Zunahme an Detailinformationen, die der photorefraktiven Korrektur zur Verfügung stehen, eine genaue Positionierung des zu behandelnden Auges bzw. der Behandlung am Ort der Hornhaut an Bedeutung gewinnt.

Derzeitige Therapielasersysteme werden im Allgemeinen durch sog. Blickverfolgungssysteme (Eyetracker-Systeme) unterstützt, die auf unterschiedlichsten Verfahrenstechnologien beruhen. Mit Hilfe derartiger Systeme können Positionsänderungen des Auges in der Größenordnung von unter 100 &mgr;m erkannt werden.

Eine wesentliche Vorraussetzung für eine erfolgreiche Korrektur der Fehlsichtigkeit ist somit eine genaue Orientierung und Positionierung des Therapielaserstrahls relativ zu dem zu behandelnden Auge. Die bisher übliche Praxis zur Justierung eines Therapielaserstrahls relativ zum Auge erfolgt bislang rein subjektiv durch den behandelnden Arzt, der sich entweder an unveränderlichen Augenmerkmalen orientiert oder den Therapielaserstrahl in Abhängigkeit von an oder im Auge auftretenden Lichtreflexen manuell justiert. Allen bisher bekannten lasergestützten refraktiven Chirurgieverfahren zur optimierten Korrektur der Augenfehlsichtigkeit ermangelt es daher an einer objektiv wiederholbaren Justierung des Therapielaserstrahls relativ zu dem zu behandelnden Auge.

Darstellung der Erfindung

Es besteht daher die Aufgabe eine Vorrichtung anzugeben, mit der ein zu behandelnder Arzt bei der Durchführung einer lasergestützten photorefraktiven Korrektur an einem Auge den hierfür erforderlichen Therapielaserstrahl unter ausschließlich objektiven Rahmenbedingungen relativ zum Auge automatisch einjustieren kann. So soll es möglich sein eine objektive und exakt reproduzierbare Festlegung der optimalen Position des Therapielaserstrahls zur Durchführung der Laserbehandlung an der Hornhaut zu realisieren, die unabhängig ist von der Arbeitsgenauigkeit des jeweiligen Operateurs.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung ermöglicht es dem Arzt den Therapielaserstrahl anhand der individuellen visuellen bzw. optischen Achse des zu behandelnden Auges auszurichten, die durch die erfindungsgemäße Vorrichtung selbsttätig bestimmbar ist.

Hierzu weist die Vorrichtung zum Erfassen der räumlichen Lage der optischen Achse des Auges eines menschlichen oder tierischen Probandens sowie zum Zentrieren eines Bezugssystems, vorzugsweise eines Therapielaserstrahls, relativ zur optischen Achse des Auges folgende Komponenten auf – Nur der guten Ordnung halber sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass die Vorrichtung auch an Tieren anwendbar ist, die weiteren Ausführungen beschränken sich jedoch, ohne den erfinderischen Gedanken einzuschränken, ausschließlich auf die Augenkorrektur bzw. die Bestimmung der optischen Achse beim menschlichen Auge:

  • – Wenigstens eine, ein Parallellichtstrahlenbündel emittierende Lichtquelle, für die vorzugsweise ein im sichtbaren oder nahen infraroten Spektralbereich emittierender Laser geeignet ist, deren Lichtwellenlänge keine therapeutische Wirkung auf das Auge entfalten sollte,
  • – ein gegenüber der Lichtquelle vorgesehener Positionsbereich für den Probanden, so dass die Lage des zu behandelnden Auges eine weitgehend räumliche definierte Position einnimmt. Hierzu dient vorzugsweise eine an die Kopfkontur anpassbare Kopfstütze, in die der Kopf eines Probanden raumfest einlegbar ist,
  • – Mittel zur relativen Lageausrichtung des Parallellichtstrahlenbündels gegenüber dem Auge des Probandens. Das Mittel ist im einfachsten Fall eine als x/y-Stelltisch ausgebildete Unterlage, die zumindest in einer Ebene kontrolliert verfahrbar ist, die die Strahlrichtung des Parallellichtstrahlenbündels senkrecht schneidet, besonders bevorzugt kann vorgesehen werden den Stelltisch auch in Strahlrichtung zu bewegen, sowie
  • – wenigstens eine Detektoreinheit zur Detektion von in und am Auge durch das Parallellichtstrahlenbündel hervorgerufene Reflexionsereignisse. Für die Detektoreinheit eignet sich grundsätzlich jede Art von lichtempfindlichen Detektorsystemen, allen voran ein bildgebendes Kamerasystem, bspw. eine Videokamera.

Erfindungsgemäß zeichnet sich die Vorrichtung dadurch aus, dass eine Auswerteeinheit vorgesehen ist, die auf der Grundlage der von der Detektoreinheit erfassten Reflexionsereignissen Steuersignale generiert, durch die die Mittel zur relativen Lageausrichtung angesteuert werden, wobei die Generation der Steuersignale derart erfolgt, dass wenigstens zwei Reflexionsereignisse in Bezug zur Ausbreitungsrichtung des Parallellichtstrahlenbündels in Deckung zu bringen sind.

Die erfindungsgemäße Vorrichtung, die ein selbsttätiges Auffinden zweier in bzw. am Auge auftretenden Reflexionsereignisse ermöglicht, bestimmt durch ein in Deckung bringen zweier an und im Auge auftretender Reflexionsereignisse die visuelle bzw. optische Achse des gesamten zu behandelnden Auges. In Kenntnis der Raumlage der optischen Achse wird anschließend der zur Durchführung der photorefraktiven Korrektur erforderliche Therapielaserstrahl ausgerichtet.

Zum Auffinden bzw. Erfassen der optischen Achse sowie für eine während der Durchführung einer photorefraktiven Korrektur erforderliche Nachjustierung zwischen einem dem Therapielaserstrahl und der optischen Achse wird das Auge des Probanden relativ zum Parallellichtstrahlenbündel automatisch verfahren, so dass während des gesamten Eingriffes eine exakte Ausrichtung zwischen Auge und Lichtquelle sowie letztlich dem als Therapielaserstrahl anzusehenden Bezugssystem gewährleistet ist. Hierzu werden die von der Detektoreinheit erfassten Reflexionsereignisse unter Verwendung einer rechnergestützten Bildverarbeitung entsprechende Steuersignale generiert, die zur Ansteuerung eines x-y-Verstelltisch dienen, auf dem der Proband aufliegt.

Die durch das Parallellichtstrahlenbündel im oder am Auge hervorgerufenen Reflexionsereignisse ergeben sich an Grenzflächen innerhalb des Auges, an denen zwei Materialschichten mit unterschiedlichen Brechungsindizes zusammentreffen. So werden grundsätzlich Lichtstrahlen an verschiedenen Oberflächen des Auges gebrochen und reflektiert. Eine erste Reflexion eines auf die Augenoberfläche auftreffenden Lichtstrahls tritt an der Oberfläche der Hornhaut selbst auf und wird zumeist auch als Corneareflex bezeichnet. Der Corneareflex wird in der Literatur auch als erstes Purkinje-Bild bezeichnet. Das zweite, dritte und vierte sog. Purkinje-Bild entsteht respektive an der Grenzfläche Cornea/Kammerwasser, Kammerwasser/Linse sowie Linse/Glaskörper des Auges. Das erste und vierte sog. Purkinje-Bild ist jeweils besonders zur Bestimmung der Blickrichtung bzw. der visuellen oder optischen Achse des Auges geeignet, da sich deren Lage zueinander nur durch rotatorische und nicht durch translatorische Bewegungen des Auges ändert.

Auf der Grundlage dieser Eigenschaften weist die Detektoreinheit der erfindungsgemäßen Vorrichtung wenigstens ein optisches Abbildungssystem auf, durch das jeweils ein im Bereich der Grenzfläche Luft/Cornea sowie im Bereich der Grenzfläche Linse/Glaskörper auftretendes Reflexionsereignis scharf abbildbar ist Durch die optische Erfassung des sog. ersten und vierten Purkinje-Bildes auf der Detektoreinheit, die vorzugsweise eine Videokamera vorsieht, deren Blickfeld zumindest auf den Pupillenbereich des Auges gerichtet ist und die darüber hinaus eine ortsauflösende Bildebene zur Lageerfassung der in die Bildebene der Kamera abbildbaren Reflexionsereignisse vorsieht, wird unter Verwendung einer rechnergestützten Bildauswerteeinheit der Abstand sowie die Relativlagen beider Purkinje-Bilder ermittelt. Im Weiteren gilt es durch gezielte Lageveränderung des Auges beide Purkinje-Bilder miteinander in Deckung zu bringen. Auf der Grundlage der im Wege der Bildauswertung gewonnenen Lage- und Abstandsinformationen wird eine Trajektorie berechnet längs der das Auge zu bewegen ist um beide Purkinje Bilder in Deckung zu bringen und letztlich in dieser Position zu verharren zumindest solange bis eine photorefraktive Korrektur abgeschlossen ist.

Wie bereits erwähnt, erfolgt dies durch aktiv überwachte geregelte Relativbewegung des Probanden gegenüber dem Parallellichtstrahlenbündels.

Ist die optische Achse des Auges in der vorstehenden Weise erfasst und entsprechend relativ zum Parallellichtstrahlenbündel justiert, so kann zur Durchführung der photorefraktiven Korrektur ein Therapielaserstrahl längs des Parallellichtstrahlenbündels eingekoppelt werden, der durch gezielte Ablation bzw. Koagulation von Gewebebereichen im oder am Auge gewünschte Manipulationen am Auge durchführt.

Kurze Beschreibung der Erfindung

Die Erfindung wird nachstehend unter Beschränkung des allgemeinen Erfindungsgedankens anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnungen exemplarisch beschrieben. Es zeigen:

1 Darstellung von am Auge auftretenden Reflexionsereignisse,

2 Beleuchtungssituation mit zentrierte optische Achse, sowie

3 schematisierte Darstellung einer Vorrichtung zum automatischen Auffinden der optischen Achse durch ein Auge.

Wege zur Ausführung der Erfindung, gewerbliche Verwendbarkeit

1 zeigt einen schematisierten Teilquerschnitt durch ein menschliches Auge 6, das eine Hornhaut Cornea 1, Kammerwasser 2, eine Linse 3 sowie den Glaskörper bzw. Augeninnenraum 4 aufweist. Trifft ein Lichtstrahl L auf die Oberfläche der Cornea 1, so wird ein Teil des Lichtstrahles an der Grenzfläche Luft/Corneaoberfläche reflektiert. Das diesbezügliche Reflexionsereignis P1 wird als sog. Purkinje-Bild P1 bezeichnet. Ähnliche Reflexionsereignisse P2 – P4 treten an den Grenzflächen Cornea 1/Kammerwasser 2, Kammerwasser 2/Linse 3 sowie Linse 3/Glaskörper 4 auf. Zur Ermittlung der visuellen Achse A des Gesamtsystems Auge dienen im Weiteren die Reflexionsereignisse, die den Purkinje-Bildern P1 und P4 entsprechen. Ziel ist es eine Beleuchtungssituation zu schaffen, bei der das auf das Auge 6 auftreffende Parallellichtstrahlenbündel L koaxial zur optischen Achse A ausgerichtet ist. Dies ist der Fall, wenn die Reflexionsereignisse P1 und P4, wie in Bilddarstellung gemäß 2 dargestellt, miteinander in Deckung gebracht sind. Zur besseren Illustration sind in 2 zwei kreisförmige Beobachtungsfelder 5 gezeigt, die die räumlichen Lagen der Reflexionsereignisse P1 und P4 für eine Beleuchtung des Auges mit einem Parallellichtstrahlengang zeigen. Das linke Beobachtungsfeld stellt die Situation dar, bei der die optische Achse A des Auges bezüglich des Parallellichtstrahlenganges L dejustiert ist. In diesem Fall weicht die räumliche Lage des Reflexionsereignisses an der Korniaoberfläche P1 von dem Reflexionsereignis P4 ab. Aufgrund optischer, durch die Corneakrümmung vorgegebener Reflexionsverhältnisse innerhalb des Auges, bei der die Cornea 1 als eine Art Hohlspiegel dient, nimmt das Purkinje-Bild P4 stets eine zentrale räumlich unveränderte Lage ein. Für das Auffinden der optischen Achse A, die durch das Purkinje P4 geht, gilt es den Corneareflex P1 in Strahlrichtung des das Auge beleuchtenden Parallellichtstrahlenbündels L mit dem Purkinje-Bild P4 in Deckung zu bringen. Dies ist in der rechten Kreisbilddarstellung gemäß 2 dargestellt. Befinden sich beide Purkinje-Bilder P1 und P4 in Deckung, so fällt ihre Verbindungsachse mit der visuellen bzw. optischen Achse A des Auges zusammen, wodurch die räumliche Lage des Auges erfasst und festgelegt ist.

Die in 3 schematisch dargestellte Vorrichtung vermag nun einerseits die optische Achse des Auges 6 automatisch zu ermitteln und überdies die erfasste optische Achse des Auges 6 in Bezug zu einem optischen Bezugssystems, bspw. zu einem Therapielaserstrahl entsprechend nachzuführen bzw. zu fixieren. Hierzu wird das zu behandelnden Auge 6 eines nicht weiter dargestellten Probandens, der auf einer Patientenliege 7 liegt, die in der x-y-Ebene um wenigstens zwei Raumachsen über motorisch angetriebene Stellmittel 8 verfahrbar ist, positioniert. Eine Lichtquelle 9 sendet zur Erzeugung der vorstehend beschriebenen Reflexionsereignisse am und im Auge 6 ein Parallellichtstrahlenbündel L aus, das in den Pupillenbereich des Auges 6 gerichtet ist. Über eine nicht weiter dargestellte Abbildungsoptik werden die am oder im Auge auftretenden Reflexionsereignisse in eine Detektoreinheit 10 über eine Umlenkeinheit 14 abgebildet, in der sich die in der 2 dargestellten Blickfelder 5 ergeben. Die Detektoreinheit 10 ist vorzugsweise als Videokamera ausgebildet und dient der ortsauflösenden Lageerfassung der in der Bildebene der Videokamera abgebildeten Reflexionsereignisse hinsichtlich des Purkinje-Bildes P1 und P4, wie vorstehend erläutert. Vorzugsweise könnte zur Erfassung der beiden Purkinje-Bilder auch jeweils ein getrenntes Abbildungssystem bzw. Kamerasystem eingesetzt werden, um auf diese Weise beide voneinander in der Tiefe zueinander beabstandete Reflexionsereignisse schart abzubilden.

Mit Hilfe einer rechnergestützten graphischen Bildauswerteeinheit 11 gilt es die Purkinje-Bilder P1 und P4 relativ zur Strahlrichtung des Parallellichtstrahlenbündels L miteinander in Deckung zu bringen. Hierzu wird eine Trajektorie ermittelt, mit der die zunächst räumlich auseinander liegenden Reflexionsereignisse P1 und P4 miteinander in Deckung gebracht werden können. Die Auswerteeinheit 11 erzeugt hierzu Steuersignale, die an die Verstelleinheit 8 übertragen werden, wodurch die Patientenliege in entsprechende Position gebracht wird. Der Vorgang des in Deckung bringen der beiden innerhalb des Auges 6 entstehenden Reflexionsereignisse P1 und P4 erfolgt vollautomatisch. Sobald sich die Reflexionsereignisse P1 und P4 in Strahlrichtung des Parallellichtstrahlenbündels L in Deckung befinden, definiert ihre Verbindungsachse die visuelle bzw. optische Achse des Auges 6. In eben dieser Konfiguration können weiterführende optische Manipulationen am Auge durchgeführt werden. Bspw. eignet sich die Einkopplung eines Therapielaserstrahls 12 in den Strahlengang des Parallellichtstrahlenbündels L mit Hilfe eines halbdurchlässigen Umlenkspiegels 13. Der Therapielaserstrahl 12 dient vorzugsweise photorefraktiver Korrekturmaßnahmen, die in oder am Auge durchgeführt werden. Sollte sich die Lage der optischen Achse in Bezug zum Parallellichtstrahlenbündel sowie auch zum Therapielaserstrahl während der Behandlung ändern, so wird eine Dejustierung aufgrund der sich ändernden Positionen der jeweiligen Purkinje-Bilder P1 und P4 durch die Detektoreinheit 10 erfasst und unter Echtzeitbedingungen entsprechende Korrektursteuersignale zur Nachjustierung des Auges erzeugt.

Die in 3 schematisiert dargestellte erfindungsgemäße Vorrichtung dient somit dem vollautomatischen Auffinden der optischen Achse eines Auges sowie deren räumliche Fixation im Wege einer geregelten Justierung bzw. Nachführung des Auges relativ zu einem optischen Bezugssystem zur Durchführung insbesondere photorefraktiver Korrekturmaßnahmen am Auge.

1Kornia 2Kammerwasser 3Linse 4Glaskörper 5Blickfeld 6Auge 7Positionsbereich, Patientenliege 8Verstelleinheit 9Lichtquell 10Detektoreinheit 11Auswerteeinheit 12Therapielaserstrahl 13Umlenkspiegel 14Umlenkspiegel

Anspruch[de]
  1. Vorrichtung zum Erfassen der räumlichen Lage der optischen Achse des Auges eines menschlichen oder tierischen Probandens sowie zum Zentrieren eines Bezugssystems relativ zur optischen Achse, mit wenigstens einer ein Parallellichtstrahlenbündel emittierenden Lichtquelle, einem gegenüber der Lichtquelle vorgesehenen Positionsbereich für den Probanden, Mittel zur relativen Lageausrichtung des Parallellichtstrahlenbündels gegenüber dem Auge des Probandens sowie wenigstens einer Detektoreinheit zur Detektion von in und am Auge durch das Parallellichtstrahlenbündel hervorgerufenen Reflexionsereignissen, dadurch gekennzeichnet, dass eine Auswerteeinheit vorgesehen ist, die auf der Grundlage der von der Detektoreinheit erfassten Streu- und Reflexionsereignissen Steuersignale generiert, durch die die Mittel zur relativen Lageausrichtung angesteuert werden, wobei die Generation der Steuersignal derart erfolgt, dass wenigstens zwei Reflexionsereignisse in Bezug zur Ausbreitungsrichtung des Parallellichtstrahlenbündels in Deckung zu bringen sind.
  2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Auge in Durchstrahlungsrichtung des Parallellichtstrahlenbündels wenigstens folgende vier optisch wirksame Grenzflächen aufweist: Luft/Hornhaut, Hornhaut/Kammerwasser, Kammerwasser/Linse und Linse/Glaskörper, dass die Detektoreinheit wenigstens ein optisches Abbildungssystem aufweist, durch das jeweils ein im Bereich der Grenzfläche Luft/Hornhaut, so genanntes erstes Purkinje-Bild, sowie im Bereich der Grenzfläche Linse/Glaskörper, so genanntes viertes Purkinje-Bild, auftretendes Reflexionsereignis scharf abbildbar sind.
  3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Detektoreinheit wenigstens eine Kamera, vorzugsweise wenigstens eine Videokamera, vorsieht mit einem zumindest auf den Pupillenbereich des Auges gerichteten Blickfeld und einer ortsauflösenden Bildebene zur Lageerfassung der in die Bildebene der Videokamera abbildbaren Reflexereignissen.
  4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel zur relativen Lageausrichtung des Parallelstrahlenlichtbündels gegenüber dem Auge des Probandens wenigstens eine Verstelleinheit vorsehen, durch die der für den Probanden vorgesehene Positionsbereich gegenüber der stationären Lichtquelle in wenigstens einer Ebene bewegbar ist.
  5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswerteeinheit eine rechnergestützte graphische Bildauswerteeinheit vorsieht, die automatisch wenigstens zwei Reflexionsereignisse am oder im Auge erfasst und eine Trajektorie berechnet um durch relative Lageveränderung zwischen Lichtquelle und Auge des Probanden beide Reflexionsereignisse in Deckung zu bringen und zu halten.
  6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine weitere Lichtquelle vorgesehen ist, deren Lichtstrahl über wenigstens ein optisches Umlenkelement in den auf das Auge gerichteten Parallellichtstrahl einkoppelbar ist.
  7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die weitere Lichtquelle ein Therapielaser zur gezielten Ablation und/oder Koagulation von Gewebebereichen am oder im Auge ist.
  8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Lichtstrahl der weiteren Lichtquelle und/oder das Parallellichtstrahlenbündel das Bezugssystem darstellt
  9. Verwendung der Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, zum Erfassen des Durchstoßpunktes der optischen Achse des Auges durch die Hornhaut sowie zum automatischen Nachführen einer optischen Exposition in Bezug zum Durchstoßpunkt der optischen Achse durch die Hornhaut.
  10. Verwendung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die optische Exposition ein therapeutischer oder diagnostischer Energiestrahl, vorzugsweise in Form eines Laserstahls, oder eine optische Achse einer Abbildungsoptik ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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