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Dokumentenidentifikation DE202005009363U1 19.01.2006
Titel Einrichtung zum Verhindern bzw. Abtöten von Bewuchs auf einem Reetdach
Anmelder Dach- u. Fassaden-Praktiker Ost-West-Vertriebs GmbH, 95213 Münchberg, DE
DE-Aktenzeichen 202005009363
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.01.2006
Registration date 15.12.2005
Application date from patent application 15.06.2005
IPC-Hauptklasse E04D 13/00(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A01N 59/16(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      A01N 59/20(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Verhindern bzw. Abtöten von Bewuchs auf einem Reetdach, auf dessen Dachlatten dachabdichtende Schilfrohrbündel angebracht sind.

Bei dem Bewuchs auf einem Reetdach handelt es sich um Moos, Pilze, Algen, Flechten o.dgl. Der Bewuchs macht sich auf dem Reetdach optisch störend bemerkbar und er bewirkt in nachteiliger Weise eine Wasserspeicherung von Niederschlags- bzw. Regenwasser, aus der eine vorzeitige Verrottung des Reetdaches resultieren kann.

Zum Verhindern bzw. Abtöten von Bewuchs auf einem Reetdach sind bereits Einrichtungen vorgeschlagen worden, die jedoch insbesondere an Reetdach-Flächenbereichen wirksam werden, die bezüglich des Auftreffens von Niederschlags- bzw. Regenwasser, das vom First senkrecht nach unten zur Traufe rinnt, unproblematisch sind. Auf einem Reetdach gibt es jedoch auch Problembereiche bzw. -zonen. Solche Problemzonen sind z.B. Grat- und Walmbereiche, die Wangenflächen von Dacherkern o.dgl. Auch im Firstbereich bzw. in Kehlenbereichen eines Reetdaches können derartige Problemzonen gegeben sein.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Einrichtung der eingangs genannten Art zu schaffen, die sich insbesondere zur Anordnung an solchen Problemzonen eines Reetdaches eignet, um auch dort einen Bewuchs zu verhindern oder einen bereits vorhandenen Bewuchs abzutöten und mit dem Regenwasser weg zu schwemmen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruches 1, d.h. gelöst durch in entsprechende Schilfrohrbündel einsteckbare Halmelemente, die bei einer Reaktion mit Niederschlags- bzw. Regenwasser einen Bewuchs verhindernde und einen Bewuchs abtötende Metallionen erzeugen. Dabei können auf einem Reetdach eine Vielzahl solcher Halmelemente angebracht, d.h. in die Schilfrohrbündel eingesteckt und dauerhaft befestigt werden.

Erfindungsgemäß kann an dem vom Einsteckende entfernten Endabschnitt des jeweiligen Halmelementes ein die Metallionen erzeugendes Metallelement befestigt sein. Dieses Metallelement kann als Metallborsten-Pinselkopf oder als Metallborsten-Fächerkopf ausgebildet sein.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass das Metallelement als ein-, zwei- oder mehrlagiges Blechplättchen ausgebildet ist. Dieses Blechplättchen kann mit einer Noppung und/oder mit einer Faltung ausgebildet sein, um an ihm eine bestimmte Wasserspeicherwirkung und damit eine optimale Metallionenerzeugung zu bewirken.

Noch eine andere Möglichkeit besteht darin, dass das Metallelement als Metallgespinst, Metallgewirk oder Metallgeflecht ausgebildet ist. Auch ein solches Metallelement weist gute Wasserspeichereigenschaften und folglich optimale Metallionen-Erzeugungseigenschaften auf. Entsprechendes gilt bspw. auch für ein Metallelement, das als zweilagiges Doppelmetallbandelement ausgebildet ist, das zwischen seinen beiden Metallbandelementen kapillar wirksam ist. Dabei können die beiden Metallbandelemente miteinander partiell z.B. durch Vernieten, Verklintschen Punktschweißen o.dgl. verbunden sein.

Um das jeweilige Halmelement in einem Schilfrohrbündel sicher und zuverlässig befestigen zu können, hat es sich als vorteilhaft erwiesen, wenn das Halmelement mit Widerhaken ausgebildet ist. Erfindungsgemäß ist es auch möglich, dass das Halmelement ein Halmelement eines Schilfrohrbündels ist, an dessen freiem Endabschnitt ein Metallelement befestigt ist. Ein Metallelement kann auch an zwei oder an mehreren solchen Halmelementen gleichzeitig befestigt sein.

Das Halmelement kann aus einem Kunststoffmaterial oder aus Holz bestehen, an dem rückseitig ein Metallelement befestigt ist. Diese Befestigung kann durch eine Steckverbindung, durch eine Klebeverbindung, durch Aufstecken, durch Fest- bzw. Einschäumen, d.h. durch mechanische Fixierung, durch materialschlüssige, kraftschlüssige oder formschlüssige Verbindung realisiert sein.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, dass das Halmelement selbst aus einem bei einer Reaktion mit Niederschlags- bzw. Regenwasser einen Bewuchs verhindernden oder abtötenden Metall besteht.

Das Halmelement kann einen Vollquerschnitt besitzen und bspw. nadel- bzw. stabartig mit einem runden, einem eckigen oder einem beliebigen anderen Querschnitt ausgebildet sein. Gute Metallionen-Erzeugungseigenschaften sind auch dadurch möglich, dass das jeweilige erfindungsgemäße Halmelement einen Hohlquerschnitt besitzt und bspw. röhrchenartig ausgebildet ist. Ein solches röhrchenartiges Halmelement kann mit einer Lochung ausgebildet sein, um die Wasserspeichereigenschaften und folglich die Metallionen-Erzeugungseigenschaften weiter zu optimieren.

Weitere Einzelheiten, Vorteile und Merkmale ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von in der Zeichnung schematisch verdeutlichten Ausbildungen der erfindungsgemäßen Einrichtung sowie eines abschnittweise gezeichneten Reetdaches, wobei es sich versteht, dass die Erfindung nicht auf die in den Zeichnungsfiguren dargestellten Ausbildungen beschränkt ist.

Es zeigen:

1 abschnittweise ein Reetdach mit erfindungsgemäßen Halmelementen,

2 eine Ausbildung eines erfindungsgemäßen Halmelementes,

3 eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Halmelementes,

4 eine dritte Ausbildung eines erfindungsgemäßen Halmelementes,

5 einen Schnitt entlang der Schnittlinie V-V in 4,

6 eine der 4 ähnliche Darstellung einer vierten Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Halmelementes,

7 einen Schnitt entlang der Schnittlinie VII-VII in 6,

8 noch eine andere Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Halmelementes, und

9 ein röhrchenartiges Halmelement, wobei es sich versteht, dass die Erfindung nicht auf die zeichnerisch dargestellten Ausbildungen des Halmelementes beschränkt ist.

1 zeigt abschnittweise ein Reetdach 10 mit Dachsparren 12, an welchen Dachlatten 14 befestigt sind. An den Dachlatten 14 sind in an sich bekannter Weise Schilfrohrbündel 16 befestigt, mittels welchen das Reetdach 10 abdichtend bedeckt ist. Auf dem First überspannt eine Dachbahn 18 die Schilfrohrbündel 16. Die Dachbahn 18 ist mit Heidekraut 20 o.dgl. bedeckt. Das Heidekraut 20 ist mittels eines Maschendrahtes 22 am First des Reetdaches 10 festgelegt. Der Maschendraht 22 ist an Spanndrähten 24 befestigt.

Um auf einem neuen Reetdach 10 einen Bewuchs zu verhindern oder um auf einem bestehenden Reetdach einen gebildeten Bewuchs abzutöten und mit Niederschlags- bzw. Regenwasser vom Reetdach 10 abzuwaschen, sind Halmelemente 26 in die Schilfrohrbündel 16 eingesteckt und in den Schilfrohrbündeln 16 dauerhaft befestigt, wobei die Halmelemente 26 bei einer Reaktion mit Niederschlags- bzw. Regenwasser einen Bewuchs verhindernde und einen Bewuchs abtötende Metallionen erzeugen.

2 zeigt eine Ausführungsform eines solchen Halmelementes 26, wobei an seinem vom Einsteckende 28 entfernten Endabschnitt 30 ein die Metallionen erzeugendes Metallelement 32 vorgesehen ist. Das Halmelement 26 kann aus Metall, aus Holz oder aus einem Kunststoffmaterial bestehen, an dem das Metallelement 32 befestigt ist. Das Halmelement 26 ist mit Widerhaken 34 ausgebildet, um das jeweilige Halmelement 26 am Reetdach 10, d.h. in dessen Schilfrohrbündeln 16 sicher und zuverlässig zu fixieren. Das Halmelement 26 kann auch glatt, gerillt, geriffelt, gerändelt oder beliebig anders oberflächenstrukturiert sein, um einen entsprechenden Haftreibungswiderstand des jeweiligen Halmelementes 26 im Schilfrohrbündel 16 zu bewirken und das Halmelement 26 im Schilfrohrbündel 16 zuverlässig zu fixieren.

Gemäß 2 ist das Metallelement 32 als Metallborsten-Pinselkopf 36 ausgebildet. Demgegenüber verdeutlicht die 3 eine Ausbildung des Metallelementes 32 als Metallborsten-Fächerkopf 38. Im übrigen ist die Ausbildung des Halmelementes 26 gemäß 3 der in 2 gezeichneten Ausführungsform ähnlich, so dass es sich erübrigt, in Verbindung mit 3 alle Einzelheiten noch einmal detailliert zu beschreiben.

4 verdeutlicht eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen Halmelementes 26, wobei das Metallelement 32 als Blechplättchen 40 ausgebildet ist, das eine Faltung 42 aufweist. Wie aus 5 ersichtlich ist, ist die Faltung 42 z-förmig mit engen Wasserrinnen 44 und schmalen Wülsten 46 ausgebildet. Eine andere Möglichkeit besteht bspw. Darin, dass Metallelement 32 als zweilagiges Doppelmetallbandelement auszubilden, das zwischen seinen beiden Metallbandelementen kapillar wirksam ist. Die beiden Metallbandelemente können miteinander vernietet, verklintscht, punktverschweißt o.dgl. sein. Das Halmelement 26 ist zwischen seinem Einsteckende 28 und dem Metallelement 32 mit Widerhaken 34 ausgebildet. Es kann auch eine glatte, gerillte, geriffelte, gekerbte oder anders strukturierte Oberfläche besitzen, um eine gewünschte Fixierung des Halmelementes 26 in einem entsprechenden Schilfrohrbündel zu gewährleisten.

6 zeigt eine Ausbildung, wobei das Metallelement 32 des Halmelementes 26 als Blechplättchen 40 mit einer Noppung 48 ausgebildet ist, die auch in 7 schematisch verdeutlicht ist.

8 zeigt eine Ausführungsform, wobei das Metallelement 32 als Metallgespinst, Metallgewirk oder Metallgeflecht 50 ausgebildet ist. Das Halmelement 26 ist bei den Ausbildungen gemäß den 6 und 8 ähnlich wie bei den Ausführungsformen gemäß den 2, 3 und 4 gestaltet, so dass es sich erübrigt, in Verbindung mit den 6 und 8 alle Einzelheiten bezüglich des jeweiligen Halmelementes 26 noch einmal zu beschreiben.

9 verdeutlicht eine Ausbildung eines erfindungsgemäßen Halmelementes 26, das röhrchenartig aus einem Metall hergestellt ist, das bei einer Reaktion mit Niederschlags- bzw. Regenwasser einen Bewuchs verhindernde und einen Bewuchs abtötende Metallionen erzeugt. Bei diesem Metall kann es sich um Kupfer, Zink, Blei o.dgl. handeln.

Das röhrchenartige Halmelement 26 ist mit einer Lochung 52 ausgebildet, um die Metallionen-Erzeugungseigenschaften weiter zu verbessern.

10Reetdach 12Dachsparren (von 10) 14Dachlatten (an 12) 16Schilfrohrbündel (von 10 an 14) 18Dachbahn (von 10) 20Heidekraut (auf 18) 22Maschendraht (für 20) 24Spanndrähte (für 22) 26Halmelemente (für 10) 28Einsteckende (von 26) 30Endabschnitt (von 26) 32Metallelement (an 30 bzw. Von 26) 34Widerhaken (an 26) 36Metallborsten-Pinselkopf (von 32) 38Metallborsten-Fächerkopf (von 32) 40Blechplättchen (von 32) 42Faltung (von 40) 44enge Wasserrinnen (von 42) 46schmale Wülste (von 42) 48Noppung (von 40) 50Metallgeflecht (von 32) 52Lochung (von 26)

Anspruch[de]
  1. Einrichtung zum Verhindern bzw. Abtöten von Bewuchs auf einem Reetdach (10), auf dessen Dachlatten (14) dachabdichtende Schilfrohrbündel (16) angebracht sind, gekennzeichnet durch in die Schilfrohrbündel (16) einsteckbare Halmelemente (26), die bei einer Reaktion mit Niederschlags- bzw. Regenwasser einen Bewuchs verhindernde und einen Bewuchs abtötende Metallionen erzeugen.
  2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem vom Einsteckende (28) entfernten Endabschnitt (30) des jeweiligen Halmelementes (26) ein die Metallionen erzeugendes Metallelement (32) vorgesehen ist.
  3. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallelement (32) als Metallborsten-Pinselkopf (36) oder als Metallborsten-Fächerkopf (38) ausgebildet ist.
  4. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallelement (32) als Blechplättchen (40) ausgebildet ist.
  5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Blechplättchen (40) mit einer Noppung (48) ausgebildet ist.
  6. Einrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Blechplättchen (40) mit einer Faltung (42) ausgebildet ist.
  7. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallelement (32) als Metallgespinst, Metallgewirk oder Metallgeflecht (50) ausgebildet ist.
  8. Einrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Metallelement (32) ein zweilagiges Doppelmetallbandelement ist, das zwischen seinen beiden Metallbandelementen kapillar wirksam ist.
  9. Einrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die beiden Metallbandelemente miteinander partiell verbunden sind.
  10. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Halmelement (26) mit Widerhaken (34) ausgebildet ist.
  11. Einrichtung nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, dass das Halmelement (26) aus einem Kunststoffmaterial besteht.
  12. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Halmelement aus Holz besteht.
  13. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Halmelement (26) ein Halmelement eines Schilfrohrbündels (16) selbst ist, an dessen freiem Endabschnitt (30) ein Metallelement (32) befestigt ist.
  14. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Halmelement (26) aus Metall besteht.
  15. Einrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Halmelement (26) stabartig ausgebildet ist.
  16. Einrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass das Halmelement (26) röhrchenartig ausgebildet ist.
  17. Einrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das röhrchenartige Halmelement (26) mit einer Lochung (52) ausgebildet ist.
Es folgen 2 Blatt Zeichnungen






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