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Dokumentenidentifikation DE202005010123U1 19.01.2006
Titel Konstruktionsleiste in Mehrfachverbundbauweise
Anmelder Müllers, Kurt, 54538 Kinheim, DE
DE-Aktenzeichen 202005010123
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.01.2006
Registration date 15.12.2005
Application date from patent application 28.06.2005
IPC-Hauptklasse E04C 1/40(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   

Beschreibung[de]

Für die Mehrfach-Verbundleiste ergeben sich im Hochbau vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, im folgenden Beispiel ist der Einsatz bei der Erstellung von Installationsebenen dargelegt.

Installationsebenen werden in erster Linie im Holzhausbau eingesetzt, aber nicht ausschließlich.

Die Installationsebene (1) schafft innen vor der tragenden Außenwand aus Holzskellett- oder monolithischer Bauweise einen in der Regel 60 mm tiefen Hohlraum, der die technischen Versorgungsleitungen (2) aufnimmt, so dass diese nicht durch die statisch tragenden Wandteile geführt werden müssen. Da die Leitungen aber nur einen geringen Anteil des zur Verfügung stehenden Volumens an Platz beanspruchen, nutzt man den restlichen Hohlraum (3) durch Befüllen mit Dämmstoff zur Wärmedämmung. In der Regel Dämmstoff der Wärmeleitgruppe (WLG) 04, d.h Wärmeleitzahl (WLZ) 0,04 W/mK, oder niedriger (= günstiger).

Desgleichen werden die Gefache (4) zwischen den tragenden Holzstützen (5) mit Dämmstoff mindestens WLG 04 oder niedriger befüllt. Zwischen tragendem Skelett, oftmals mit den Querschnittsabmessungen 60/160 mm (5), und Installationsebene ist zumeist noch eine Holzwerkstoffplatte (6) oder Baufolie angebracht, die die mit Wärmedämmung befüllten Gefache (4) zur Installationsebene abschließt.

Für die nachfolgenden Betrachtungen wird angenommen und in der Praxis auch meist angetroffen, dass die Holzständer die Querschnittsabmessungen 60 × 160 mm haben und mit einem Achsabstand von ca 600 mm senkrecht angeordnet sind. Für abweichende Abmessungen gilt die Betrachtung sinngemäß.

Die Installationsebene wird gebildet aus Fichtenkanthölzer als Konstruktionsvollholz (7) mit den Querschnittsabmessungen 60/40 mm. Diese sind waagerecht mit einem Achsabstand von ebenfalls ca 600 mm auf die Holzständer verschraubt, meist mit der beschriebenen Zwischenlage aus Holzwerkstoff oder Baufolie. Die raumseitige Beplankung (8) wird durch Schrauben, Klammern, Nageln auf die Konstruktionslattung aufgebracht und durch diese gehalten. Für abweichende Konstruktionen gilt die Betrachtung sinngemäß.

Bei der näheren Betrachtung des Aufbaus ergibt sich folgende Problematik Durch die kreuzweise Anbringung der Konstruktionsleisten ergeben sich Überschneidungsflächen von ca 24 cm2 je Knotenpunkt (9) , bei 4 Knotenpunkten je m2 also 96 cm2 Fläche an denen kein Dämmstoff eingebaut ist, mit Wlz 0,13 W/mK durchgängig eine mehr als 3 × bessere (ungünstigere) Wärmeleitung besteht als in den mit Dämmstoff befüllten Bereichen.

An diesen Knotenpunkten fließt verstärkt Wärme ab, ein Effekt, der durch die Verschraubung der Konstruktionsleisten an die Holzständer (stoffliche Wärmebrücke) noch verstärkt wird.

Die von uns entwickelten Konstruktionsleiste in Mehrfach- Verbundbauweise (2) schafft hier Abhilfe:

Die Leiste ist aus einer ungeraden Anzahl (mindestens fünf) Lagen symmetrich aufgebaut, wobei

  • – die Schichten zwei und vier (usw) aus Vollholz (Nadelholz) bestehen, die die statische Funktion übernehmen (Aufnahme der Befestigungsteile (Schrauben) zum Befestigen der Leiste an die tragende Wandkonstruktion, sowie Aufnahme von Klammern, Nägel, Schrauben, welche die innere Beplankung mit der Installationsebene verbinden.
  • – die Schichten aussen und in der Mitte (1, 3 und 5 usw.) aus plattenförmigen Dämmstoffen (22) bestehen, die durch Verleimen, Verkleben oder mechanische Befestigung dauerhaft mit den Vollholzschichten verbunden sind. Die Dämmschichten bestehen vorzugsweise aus porösen Holzfaserplatten WLG 05 bis WLG 04, oder aus Hart- oder Polyurethanschaumplatten WLG 04 bis WLG 025 mit ausreichender Druckfestigkeit. Diese Dämmschichten übernehmen durch ihre niedrige Wärmeleitfähigkeit die thermische Entkopplung der im Außenwandaufbau miteinander verbundenen Bauteile.

Die Querschnittabmessungen der Verbundleiste richten sich nach den Anforderungen, beim Einsatz in der Installationsebene vorzugsweise 40/60 mm, mit einer möglichen Schichtenabfolge 10 mm Dämmstoff- 15 mm Vollholzlage – 10 mm Dämmstoff – 15 mm Vollholzlage – 10 mm Dämmstoff. Für andere Anwendung ergeben sich der Anforderung entsprechende Abmessungen.

Die Längen entsprechen den handelsüblichen Abmessungen für Konstruktionsleisten.

Beim Querschnitt 30/60 bzw 40/60 befinden sich die Dämmstofflagen immer auf den beiden schmäleren Seiten. Werden die Leisten so angebracht das der geforderte 60 mm tiefe Installationszwischenraum entsteht, so ist gleichzeitig auch die thermische Entkopplung gegeben.

Wir reduzieren den Holzanteil mit der WLZ 0,13 W/mK um 50% mit unserer Verbundleiste zu Gunsten des Dämmstoffanteils WLG 05 oder kleiner. Gleichzeitig wird der Wärmebrückeneffekt dadurch minimiert, dass eine thermische Entkopplung der Materialien mit WLZ 0,13 W/mK oder schlechter an den Knotenpunkten stattfindet.

zum Vergleich

Aufbau mit Standart Konstruktionsleiste Fichte 60/40 mm, von innen nach aussen:

Beplankung innen (WLZ 0,13 und ungünstiger) Konstruktionsleiste (WLZ 0,13) Zwischenlage Holzwerkstoffplatte (WLZ 0,13 und ungünstiger), Holzständer Fichte (WLZ 0,13)

Aufbau mit Verbundkonstruktionsleiste (zB. fünf Lagen):

Beplankung innen (WLZ 0,13 und ungünstiger), Verbundkonstruktionsleiste Anteil Dämmung (WLZ 0,05 oder günstiger) Verbundkonstruktionsleiste Anteil Holz (WLZ 0,13), Verbundkonstruktionsleiste Anteil Dämmung (WLZ 0,05 oder günstiger), Verbundkonstruktionsleiste Anteil Holz (WLZ 0,13), Verbundkonstruktionsleiste Anteil Dämmung (WLZ 0,05 oder günstiger), Zwischenlage Holzwerkstoffplatte (WLZ 0,13) und schlechter, Holzständer Fichte (WLZ 0,13)

Darüber hinaus wird auch der Wärmebrückeneffekt der Schraubverbindung zusätzlich reduziert

Da es sich bei den außen aufgebrachten Dämmlagen um zwar ausreichend druckfeste, jedoch poröse Materialien handelt, wird der Schraubenkopf beim Eindrehen automatisch durch die Dämmlage gezogen, somit 10 mm versenkt und thermisch von der inneren Beplankung abgekoppelt.


Anspruch[de]
  1. Konstruktionsleiste in Mehrfach- Verbundbauweise mit verminderter Wärmebrückenwirkung zur Errichtung von Konstruktionen im Hochbau

    dadurch gekennzeichnet,

    dass die Leiste aus einer ungeraden Anzahl von Schichten symetrisch aufgebaut ist,

    die jeweils zweite, vierte usw (gerade Anzahl) Schicht aus Vollholz besteht

    sowie zwei äußeren und die zur Mitte hin orientierten Lagen (erste, dritte, fünfte usw. ungerade Anzahl) aus plattenförmigen Dämmstoffen die durch Verleimen, Verkleben oder Klammern oder sonstigen Verbindungen dauerhaft aufgebracht sind.

    Die Dämmschichten bestehen vorzugsweise aus porösen Holzfaserplatten WLG 05 bis WLG 04 oder aus Hart- oder Polyurethanschaumplatten WLG 04 bis WLG 025 mit ausreichender Druckfestigkeit.
  2. Konstruktionsleiste in Verbundbauweise nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Querschnittsabmessungen und die Länge auf entsprechende Anforderungen abgestimmt werden.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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