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Dokumentenidentifikation DE202005016080U1 19.01.2006
Titel Spannsystem für den Seilzug eines Geschwindigkeitsbegrenzers für Aufzüge
Anmelder Bode Components GmbH, 40233 Düsseldorf, DE
Vertreter König Szynka von Renesse, 40549 Düsseldorf
DE-Aktenzeichen 202005016080
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 19.01.2006
Registration date 15.12.2005
Application date from patent application 11.10.2005
IPC-Hauptklasse B66B 1/26(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse B66B 5/04(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Spannsystem für den Seilzug eines Geschwindigkeitsbegrenzers für Aufzüge.

Personen- und Lastenaufzüge weisen regelmäßig ein Geschwindigkeitsbegrenzersystem auf, das dafür vorgesehen ist, einen Nothalt des Aufzugs bei einer Übergeschwindigkeit des Fahrkorbs in Aufwärts- und Abwärtsrichtung auszulösen.

Ein solches Geschwindigkeitsbegrenzersystem ist häufig als zunächst teilweise umlaufender Seilzug konstruiert, der parallel zu dem Abzugsschacht verläuft, wobei eine an dem Fahrkorb angebrachte Fangvorrichtung mit dem Seilzug des Geschwindigkeitsbegrenzers verbunden ist.

Das Festsetzen des Begrenzersystems kann beispielsweise durch ein mechanisch ausgelöstes Begrenzerrad erfolgen, wie es beispielsweise aus der DE 299 12 544 U1 bekannt ist. Das dort offenbarte Begrenzerrad ist als Umlenkrad für den Seilzug des Begrenzersystems ausgelegt. Es weist einen an einem Rahmen des Begrenzerrads angeodneten doppelseitigen Schwinghebel auf, der mit einer Seite über eine Rolle federbelastet auf einer Nockenbahn des Begrenzerrads abrollt. Das Abrollen des Schwinghebels auf der Nockenbahn bewirkt beim Überfahren eines Nockens eine radial, entgegen der Federkraft wirkende und von der Rotationsgeschwindigkeit des Begrenzerrads abhängige Zentrifugalkraft. Ab einer bestimmten Drehgeschwindigkeit des Begrenzerrads bewirkt die Zentrifugalkraft, daß der Schwinghebel so weit von der Nockenwelle abhebt, daß die zweite Seite des Schwinghebels in eine vorgesehene Nut des Begrenzerrads eingreift und dieses blockiert.

Für eine sichere Funktion eines Geschwindigkeitsbegrenzersystems ist es notwendig, daß eine bestimmte Spannung des Seilzugs aufrechterhalten wird, insbesondere auch dann, wenn sich der Seilzug im Laufe der Betriebszeit dehnt. Hierzu wird regelmäßig die untere Umlenkrolle (im Schachtgrund) in vertikaler Richtung beweglich aufgehängt und mit einem Spanngewicht belastet (vgl. ebenfalls DE 299 12 544 U1). Die Spanngewichte sind regelmäßig, bezogen auf eine Rotationsachse der Umlenkrolle über oder unter dieser angeordnet und über Ausleger mit dieser verbunden. Eine solche Konstruktion einer Einheit aus Umlenkrolle und Spanngewicht ermöglicht eine gute Zugänglichkeit der Umlenkrolle während der Montage des Spannsystems. Als Nachteil zeigt sich jedoch, daß derartige Spannsysteme große Dimensionen aufweisen und daher einen entsprechenden Platz in dem Schacht benötigen.

Die Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein solches Spannsystem für den Seilzug eines Geschwindigkeitsbegrenzers für Aufzüge zu verbessern. Insbesondere soll ein Spannsystem angegeben werden, das einen geringen Platzbedarf aufweist.

Diese Aufgabe wird durch den Gegenstand des Hauptanspruchs gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der Unteransprüche.

Der Kern der Erfindung sieht vor, das oder die Spanngewichte des Systems, bezogen auf die Rotationsebene der Umlenkrolle (senkrecht zur Rotationsachse stehende Ebene), die regelmäßig vertikal verläuft, neben der Umlenkrolle anzuordnen und insbesondere zumindest einen Abschnitt des Spanngewichts auf Höhe der Umlenkrolle neben dieser anzuordnen.

Dies ermöglicht beispielsweise, das Spanngewicht als relativ flache Platte auszuführen, die mit ihrer großflächigen Seite an die kreisförmige Fläche der Umlenkrolle angrenzt. Auf diese Weise kann ein Spannsystem hergestellt werden, das entlang der Rotationsachse der Umlenkrolle zwar etwas größere Dimensionen aufweisen kann, jedoch bezogen auf die Radialrichtungen der Umlenkrolle erheblich geringere Dimensionen aufweist als die Spannsysteme aus dem Stand der Technik.

Vorzugsweise ist das Spanngewicht beidseitig neben der Umlenkrolle angeordnet, so daß das Spanngewicht aus mindestens zwei Teilgewichten besteht, die jeweils mit einer ihrer Seiten an jeweils einer der kreisförmigen Flächen des Spannrads angeordnet sind.

In einer bevorzugten Ausführungsform ist das Spanngewicht als hohler Körper ausgeführt, innerhalb dessen die Umlenkrolle angeordnet ist, wobei der hohle Körper mindestens eine Öffnung für das ein- und auslaufende Seil des Seilzugs aufweist. Diese Öffnung(en) ist/sind vorteilhafterweise in der nach oben gerichteten Seite des Spanngewichts angeordnet. Es können weitere Öffnungen vorgesehen sein, die die Montage oder die Wartung des Spannsystems erleichtern.

Der Körper des Spanngewichts kann eine beliebige Form annehmen. Beispielsweise kann der Körper des Spanngewichts quader-, würfel- oder scheibenförmig ausgeführt sein. Vorzugsweise orientieren sich die Form und die Dimensionen des Spanngewichts an denjenigen der Spannrolle.

Weiterhin kann der Hohlraum des Spanngewichts so dimensioniert sein, daß eine Vielzahl von Umlenkrollen mit unterschiedlichen Dimensionen mit diesem kombiniert werden können. Dies kann fertigungstechnische Vorteile haben.

In einer vorteilhaften Ausführungsform der vorliegenden Erfindung kann vorgesehen sein, das Spanngewicht, das in Form eines hohlen Körpers ausgeführt sein kann, zweiteilig auszuführen. Dies ermöglicht, in einem ersten Schritt zunächst die Umlenkrolle zu montieren und nachträglich das Spanngewicht um die Umlenkrolle herum mit dieser zu verbinden. Die Trennebene des zweiteiligen Spanngewichts kann beliebig angeordnet sein. Besonders vorteilhaft ist es jedoch, die Trennebene des zweiteiligen Spanngewichts in der Rollenebene der Umlenkrolle oder parallel zu dieser anzuordnen. Die Rollenebene der Umlenkrolle wird durch den Rillengrund der Seilrolle definiert.

In einer vorteilhaften Ausführungsform kann das Spannsystem weiterhin einen Führungsständer aufweisen, der an einem Untergrund, beispielsweise an der Bodenfläche des Aufzugschachts befestigt werden kann.

Vorzugsweise ist der Führungsständer derart mit dem Spannsystem in Kontakt, daß eine Relativbewegung zwischen dem Spannsystem sowie dem Führungsständer in Richtung des Seilzugs ermöglicht wird. Auf diese Weise kann die zum Spannen des Seils erforderliche Bewegung des Spannsystems in Auf- und Abwärtsrichtung erhalten bleiben, eine unerwünschte Bewegung des Spanngewichts und der Umlenkrolle in seitlicher Richtung jedoch unterbunden wird.

Eine "Relativbewegung in Richtung des Seilzugs ermöglichend" bedeutet, daß die Verbindung zwischen Führungsständer und Spannsystem eine Relativbewegung mit (zumindest) einer Bewegungskomponente in Richtung des Seilzugs ermöglicht. Unter "Richtung des Seilzugs" wird die durch eine Verbindung der Drehpunkte der zwei Umlenkrollen (die des erfindungsgemäßen Systems und einen ihn regelmäßig gegenüber angeordneten) des umlaufenden Seilzugs definierte Richtung verstanden.

Um die relative Beweglichkeit zwischen dem Führungsständer und dem Spanngewichts bzw. der Umlenkrolle zu ermöglichen, kann der Führungsständer eine Führungsschiene aufweisen, die in einer Öffnung des Spanngewichts beweglich geführt ist.

Weiterhin kann der Führungsständer einen Schlaffseilschalter aufweisen. Dieser Schlaffseilschalter ist vorzugsweise unterhalb des Spanngewichts in einem definierten Abstand zu diesem angeordnet. Bei einer Berührung des Schlaffseilschalters mit dem Spanngewicht infolge einer unzulässig großen Dehnung oder eines Risses des Seilzugs kann der Schlaffseilschalter für eine Notabschaltung des gesamten Aufzugssystems sorgen. Der Schlaffseilschalter kann – je nach konstruktiver Ausführungsform – auch an einer beliebigen anderen Stelle montiert sein.

Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert.

In den Zeichnungen zeigt:

1 eine Frontansicht eines erfindungsgemäßen Spannsystems,

2 das Spannsystem der 1 in einer geschnittenen Seitenansicht und

3 das Spannsystem in einer Draufsicht.

Das erfindungsgemäße Spannsystem in der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsform weist eine Umlenkrolle 1 auf, die innerhalb eines hohlen, quaderförmigen Spanngewichts 2 angeordnet ist.

Hierzu weist die Umlenkrolle 1 eine Welle 9 auf, die in zwei Öffnungen in dem Spanngewicht 2 gelagert ist.

An der Oberseite des Spanngewichts sind zwei Öffnungen 10 für das ein- und auslaufende Seil 3 des Seilzugs vorgesehen.

Das Spanngewicht 2 ist in Auf- bzw. Abwärtsrichtung beweglich mit einem Führungsständer 4 verbunden, wobei der Führungsständer 4 eine im Querschnitt quadratische Führungsschiene 5 aufweist, die in einer entsprechenden Nut 6 des Spanngewichts 2 geführt wird.

Der Führungsständer weist weiterhin einen Fuß 7 auf, der beispielsweise über Schrauben (nicht dargestellt) mit einem Untergrund verbunden wird.

Weiterhin ist an dem Führungsständer 4 ein Schlaffseilschalter 8 angeordnet, der unterhalb des Spanngewichts 2 und in einem definierten Abstand zu diesem positioniert ist. Bei einer unzulässigen Dehnung oder eines Risses des Seilzugs kommt es zu einer Berührung des Spanngewichts 2 mit dem Schlaffseilschalter 8. Daraufhin bewirkt der Schlaffseilschalter 8 eine Notabschaltung des gesamten Aufzugssystems.

Das Spanngewicht 2 gemäß der dargestellten Ausführungsform ist zweiteilig ausgeführt, wobei die Trennebene identisch zu der Rollenebene der Umlenkrolle ist. Sie liegt folglich parallel zu der Zeichenebene der 1. Die zwei Teilgewicht 2a, 2b können beispielsweise mittels Schrauben (nicht dargestellt) miteinander verbunden werden.


Anspruch[de]
  1. Spannsystem für den Seilzug eines Geschwindigkeitsbegrenzers für Aufzüge mit einem Spanngewicht (2) und einer damit verbundenen Umlenkrolle (1) für den Seilzug, dadurch gekennzeichnet, daß das Spanngewicht (2) bezogen auf die Rotationsebene der Umlenkrolle (1) neben der Umlenkrolle (1) angeordnet ist.
  2. Spannsystem gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Spanngewicht (2) beidseitig neben der Umlenkrolle (1) angeordnet ist.
  3. Spannsystem gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Spanngewicht (2) ein Volumen einschließt, in dem die Umlenkrolle (1) angeordnet ist, und mindestens eine Öffnung (10) für das ein- und auslaufende Seil (3) des Seilzugs aufweist.
  4. Spannsystem gemäß einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Spanngewicht (2) zweiteilig ausgeführt ist.
  5. Spannsystem gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Spanngewicht (2) einen Führungsständer (4) aufweist, der an einem Untergrund befestigt werden kann und eine Relativbewegung zu dem Spanngewicht (2) in Richtung des Seilzugs ermöglicht.
  6. Spannsystem gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsständer (4) eine Führungsschiene (5) aufweist, die in einer Öffnung (6) des Spanngewichts (2) beweglich geführt ist.
  7. Spannsystem gemäß Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Führungsständer (4) einen Schlaffseilschalter (8) aufweist.
Es folgen 3 Blatt Zeichnungen






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