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Dokumentenidentifikation DE202005015626U1 26.01.2006
Titel Spülleitungsanordnung für eine bipolare Koagulationspinzette
Anmelder UROKINK Produktions GmbH, 38820 Halberstadt, DE
Vertreter Heyner, K., Dipl.-Ing. Dr.-Ing.habil., Pat.-Anw., 01277 Dresden
DE-Aktenzeichen 202005015626
Date of advertisement in the Patentblatt (Patent Gazette) 26.01.2006
Registration date 22.12.2005
Application date from patent application 27.09.2005
IPC-Hauptklasse A61B 18/12(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse A61B 17/30(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft die Anordnung einer Spülleitung an mindestens einer Branche einer bipolaren Koagulationspinzette.

Die Anwendung eines hochfrequenten elektrischen Stromes zur Herbeiführung einer Gewebekoagulation ist seit vielen Jahren bekannt. Besondere Bedeutung hat die bipolare Koagulation erlangt, weil hierbei für den Patienten nur ein geringes Risiko besteht. Dies liegt daran, dass der elektrische Strom gezielt an einer Stelle in das Gewebe eingeleitet und nach Passieren des zu behandelnden Gewebes an einer anderen Stelle wieder abgeleitet wird. Eine unerwünschte Ausbreitung des elektrische Stromes im Gewebe ist weitgehend ausgeschlossen.

Zur Durchführung der bipolaren Koagulation sind bipolare Koagulationspinzetten sehr verbreitet. Diese weisen zwei gegeneinander elektrisch isolierte an einem Pinzettenende zusammengefügte Branchen auf, die gegen eine Federkraft am anderen Ende zusammendrückbar sind, so dass sich die elektrisch nicht isolierten Branchenspitzen berühren. Zumeist ist an dem Ende der Pinzette, an dem die Branchen zusammengefügt sind, ein elektrischer Anschluss zur Einspeisung des hochfrequenten elektrischen Stromes vorgesehen. Zur Sicherung einer parallelen Führung der Branchen und zur Verhinderung eines Verkantens oder Verklemmens der Branchenspitzen können Führungseinrichtungen für die Branchen vorgesehen sein.

Bipolare Koagulationspinzetten werden von verschiedenen Firmen angeboten (Verkaufsprospekt der Firma Bühler-Instrumente Medizintechnik GmbH, D-78532 Tuttlingen oder Verkaufsprospekt zu bipolaren Koagulationspinzetten der Marke Valleylab). Obwohl hinreichend bekannt ist, dass beim Koagulieren im trockenen Gewebe Gewebeteile an den Pinzettenspitzen ankleben können, so dass beim Entfernen der Pinzette das koagulierte Gewebe wieder aufreist oder bei einer Koagulation in Blutansammlungen die Pinzettenspitzen mit koaguliertem Blut überzogen werden können, wodurch eine isolierende Schicht entsteht, die eine weitere Koagulation behindert, werden aus der Patentliteratur bekannte Koagulationspinzetten, die eine Einrichtung zur Spülung der Pinzettenspitzen aufweisen, in der Praxis nicht verwendet. Dies betrifft sowohl die aus der US 4 096 864 A1 sowie der DE 44 40 158 A1 bekannten Lösungen, bei denen innerhalb einer oder beider Branchen Kanäle zur Leitung einer Spülflüssigkeit zu der oder den Pinzettenspitze/n vorgesehen sind, als auch die aus der US 4 567 890 A1 bekannte Lösung, bei der an oder innerhalb einer oder beider Branche ein Schlauch bzw eine Röhre bis zu der oder den Pinzettenspitze/n geführt wird. Der Grund für die Nichtanwendung dieser Instrumente dürfte in dem vergleichsweise hohen Aufwand für die Fertigung dieser Instrumente bestehen. Hinzu kommt, dass Hohlräume in oder an chirurgischen Instrumenten grundsätzlich ein hohes Infektionsrisiko in sich bergen, die Verwendung von Instrumenten, die Hohlräume aufweisen, daher von Chirurgen nach Möglichkeit vermieden wird.

Der Erfindung liegt somit das Problem zugrunde, eine Anordnung für eine Spülleitung an einer Koagulationspinzette zu schaffen, die keines erhöhten Fertigungsaufwandes bedarf und keine Infektionsgefahr bildet.

Erfindungsgemäß wird dieses Problem, wie im 1. Patentanspruch dargelegt, dadurch gelöst, dass ein Spülschlauch mindestens entlang einer Branche einer Koagulationspinzette bis in die Nähe der Spitze dieser Branche geführt wird, wo er offen endet. In den Ansprüchen 2 bis 5 sind vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung beschrieben. Bevorzugt wird der Spülschlauch mittels elastisch verformbarer Elemente (Clips) an einer Branche der Pinzette befestigt. Die Clips weisen zwei Halteöffnungen auf, wovon eine der Befestigung des Clips an der Pinzettenbranche dient, die zweite für die Halterung des Spülschlauches bestimmt ist. Je nach Ausführung der Koagulationspinzette sowie Querschnittsform der Branchen können zur Führung des Spülschlauches entlang einer Branche verschieden geformte Clips Anwendung finden. Als Spülschlauch können in der Medizin übliche elastische Schläuche verwendet werden. Ein Spülschlauch sollte an dem der Pinzettenspitze abgewandten Ende einen Anschluss aufweisen, mittels dessen er an eine Spüleinrichtung angeschlossen werden kann. Das in der Nähe der Spitze der Branche liegende andere Ende des Spülschlauches ist offen.

Die Handhabung der erfindungsgemäßen Spülleitungsanordnung ist unkompliziert. An einer Branche einer Koagulationspinzette werden zunächst die Halteelemente (Clips) befestigt. Die Anzahl der Halteelemente kann variieren. Bevorzugt werden drei Halteelemente zur Anwendung kommen. Danach wird der Spülschlauch an den Halteelementen befestigt und so entlang der Branche der Koagulationspinzette geführt. Das der Pinzettenspitze abgewandte Ende des Spülschlauches wird an die Spüleinrichtung angeschlossen.

Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung liegt in ihrer Einfachheit und universellen Anwendbarkeit. Eine erfindungsgemäße Spülleitungsanordnung kann an nahezu jeder handelsüblichen Koagulationspinzette angebracht werden. Die entsprechenden Halteelemente sind bei zweckmäßiger Gestaltung dazu nur in wenigen unterschiedlichen Größen erforderlich. Der Spülschlauch, ggf. auch die Halteelemente können nach jeder Behandlung einfach gewechselt werden. Treten bei längeren Behandlungen an der Spülschlauchspitze Verschmutzungen auf, können diese durch Abschneiden der Spülschlauchspitze und Nachführen des neuen Spülschlauchendes bis zur Pinzettenspitze beseitigt werden. Verstopfungen des Spülschlauches und damit Unterbrechungen der Flüssigkeitszuführung zum Behandlungsort sind praktisch ausgeschlossen.

Nachfolgend soll die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele weiter erläutert werden.

Die zugehörige Zeichnungen zeigen in

1A:die Seitenansicht einer Spülleitungsanordnung an einer Branche einer Koagulationspinzette, in

1B: die Draufsicht einer Spülleitungsanordnung an einer Branche einer Koagulationspinzette, in

2: den Schnitt AA durch ein Halteelement, in

3: den Schnitt BB durch ein anderes Halteelement und in

4: die Draufsicht einer Spülleitungsanordnung an zwei Branchen einer Koagulationspinzette.

Die 1A und 1B zeigen eine bipolare Koagulationspinzette 1 mit an einer Branche 2 erfindungsgemäß angebrachter Spülleitung 3. Die Spülleitung 3 ist durch drei Halteelemente 4, 5, und 6 an der Branche 2 befestigt. Die Halteelemente 4, 5, und 6 sind in den 2 und 3 dargestellt. Sie bestehen aus einem elastischen Kunststoff. Jedes Halteelement weist zwei Halteöffnungen 7, 8 und 9 auf, von denen eine 7, 8 zur Befestigung des Halteelementes 4, 5, und 6 an der Branche 2 der Koagulationspinzette 1 bestimmt ist und die zweite 9 der Befestigung des Spülschlauches 3 dient. Die Halteöffnung 7 zur Befestigung der Halteelemente 4 und 5 im Bereich der Spitze der Branche 2 ist geschlossen ausgeführt. Die Halteöffnung 8 zur Befestigung des Halteelementes 6 in der Nähe des Gelenkpunktes der Koagulationspinzette ist zur Innenseite der Branche 2 der Koagulationspinzette 1 offen ausgeführt. Durch eine geschlossene Ausführung der Halteöffnung 7 wird ein fester und sicherer Sitz der Halteelemente 4 und 5 an der Branche 2 erreicht. Die offene Ausführung des Halteöffnung 8 ermöglicht eine einfache und leichte Anbringung des Halteelementes 6 an der Branche 2. Die Halteöffnung 9 zur Aufnahme des Spülschlauches 3 ist grundsätzlich offen ausgeführt. Als Spülschlauch 3 wird ein in der Medizintechnik üblicher elastischer Kunststoffschlauch verwendet. Das zur Spitze der Branche 2 weisende Ende des Spülschlauches 3 ist offen. Am anderen Ende des Spülschlauches 3 ist ein Anschlussstück angebracht (in den Figuren nicht dargestellt), mittels dessen der Spülschlauch 3 an eine Spüleinrichtung angeschlossen wird (ebenfalls in den Figuren nicht dargestellt).

4 zeigt eine Koagulationspinzette 1 mit an beiden Branchen angebrachter Spülleitung 3. Die Spülleitung 3 gabelt sich im Bereich des Gelenkpunktes der Koagulationspinzette in zwei Zweige, die mit Halteelementen 4, 5 und 6 jeweils an den Branchen der Koagulationspinzette 1 befestigt sind.


Anspruch[de]
  1. Spülleitungsanordnung für eine bipolare Koagulationspinzette, dadurch gekennzeichnet, dass ein Spülschlauch (3) entlang einer Branchen (2) einer bipolaren Koagulationspinzette (1) geführt wird, so dass er in der Nähe der Spitze der Branche (2) der Koagulationspinzette (1) offen endet.
  2. Spülleitungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Spülschlauch (3) mittels abnehmbarer, elastisch verformbarer Elemente (4, 5, 6) an der oder den Branchen (2) der Koagulationspinzette (1) angeordnet ist.
  3. Spülleitungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Spülschlauch (3) flexibel ist und aus einem medizinisch unbedenklichen Material besteht.
  4. Spülleitungsanordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das der Spitze der Branche (2) der Koagulationspinzette (1) abgewandte Ende des Spülschlauches (3) als Anschluss für eine Spüleinrichtung ausgeführt ist.
  5. Spülleitungsanordnung nach einem der vorgenannten Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sich der Spülschlauch (3) in der Näher des Gelenkpunktes der Branchen (2) der Koagulationspinzette (1) verzweigt und je ein Zweig entlang einer Branche (2) der Koagulationspinzette (2) geführt wird.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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