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Dokumentenidentifikation DE60019443T2 26.01.2006
EP-Veröffentlichungsnummer 0001218211
Titel THERMOPLASTISCHER POLYESTER UND EINGESCHLOSSENE GASBLASEN ENTHALTENDE KLEBSTOFFZUSAMMENSETZUNG
Anmelder Bain, Peter Stewart, Wakefield, GB;
Manfre, Giovanni, Verona, IT
Erfinder Bain, Peter Stewart, Wakefield WF3 1JQ, GB;
Manfre, Giovanni, Verona, IT
Vertreter Freischem und Kollegen, 50667 Köln
DE-Aktenzeichen 60019443
Vertragsstaaten AT, BE, CH, CY, DE, DK, ES, FI, FR, GB, GR, IE, IT, LI, LU, MC, NL, PT, SE
Sprache des Dokument EN
EP-Anmeldetag 10.08.2000
EP-Aktenzeichen 009497975
WO-Anmeldetag 10.08.2000
PCT-Aktenzeichen PCT/GB00/03028
WO-Veröffentlichungsnummer 0001010661
WO-Veröffentlichungsdatum 15.02.2001
EP-Offenlegungsdatum 03.07.2002
EP date of grant 13.04.2005
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.01.2006
IPC-Hauptklasse B60J 10/02(2006.01)A, F, I, ,  ,  ,   
IPC-Nebenklasse C09J 5/08(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C09J 7/00(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,      C08J 9/12(2006.01)A, L, I, ,  ,  ,     

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen Klebstoff zur Verwendung beim Verkleben zweier Oberflächen miteinander, insbesondere zur Verwendung in der Verglasungsindustrie im allgemeinen und beim Befestigen von Fahrzeug-Windschutzscheiben und/oder -Fenstern. Die Erfindung schafft auch ein Verfahren zur Verwendung bei der Installation und/oder dem Austausch von Fahrzeug-Windschutzscheiben und/oder anderen festen Verglasungen an Fahrzeugen.

Stand der Technik

Um üblicherweise eine Fensterscheibe in einem Rahmen aus Holz/Plastik/Metall zu installieren, wird die Glasscheibe zuerst mit Nägeln oder anderen Klammern in Position gehalten und dann durch Kitt- oder Putzmaterial in ihrer Position befestigt. Herkömmlicher Kitt ist ein Zement, der aus Schlämmkreide und Leinöl hergestellt wurde, der mit der Zeit aushärtet, um einen peripheren Rand der Fensterscheibe zu schaffen und folglich die innere von der äußeren Umgebung zu trennen und zu verhindern, daß Luft, Feuchtigkeit und/oder Wärme ausgetauscht wird. Die Installation ist beendet, wenn der Kitt getrocknet ist, was gewöhnlich, je nach verwendetem Putz, bis zu etwa 6 Stunden dauert.

Um eine Fensterscheibe zu entfernen, nachdem sie in ihrer Position in einem Rahmen befestigt wurde, muß das Fenster selbst zerschlagen werden, damit der ausgehärtete Kitt oder der Putz vom Rahmen gekratzt/ausgemeißelt werden kann. Der Entfernungsvorgang kann dem Rahmen und den Lacken Schaden zufügen.

Während der Verwendung wird die Fensterscheibe fest entlang den Rändern gehalten, so daß selbst relativ kleine schwingungsmechanische Bewegungen, wie bei Erdbeben oder Bombenexplosionen oder starken Winden, die Fensterscheibe zerspringen lassen können.

In der Automobilindustrie sind die Fahrzeuge, die direkt vom Fabrikfließband kommen, blicherweise mit Windschutzscheiben und anderen befestigten Fenstern ausgestattet, einschließlich mit Licht-Baugruppen, die in Position gebracht wurden, indem das Glas gegen einen Rahmenrand positioniert wurde und Klebstoffe verwendet wurden, um das Glas direkt einzuglasen. Die Lebensdauer einer Windschutzscheibe und anderer befestigter Fenster ist bedeutend kürzer als die des Fahrzeugs selbst, teilweise aufgrund der Zersetzung oder Beschädigung oder durch absichtliche Zerstörung durch Vandale/Autodiebe. Somit muß ein Kraftfahrer möglicherweise die Windschutzscheibe mehrfach im Laufe der Lebensdauer des Fahrzeuges ersetzen.

Außerdem müssen geklebte Verglasungen immer dann ersetzt werden, wenn das Fenster, besonders die Windschutzscheibe, in seiner optischen Leistung Schaden nahm, zum Beispiel durch Steinschlag oder andere Brüche oder die Abnutzung durch Scheibenwischer. Schäden an der Fensteroberfläche können die Lichtstreuung erhöhen und möglicherweise die Sichtverhältnisse auf ein Niveau vermindern, das unter den Sicherheitsgrenzen liegt. Darüber hinaus sehen die Regelungen der Kraftfahrzeugsicherheit vor, daß es keine Absplitterungen oder visuelle Beeinträchtigungen auf laminierten Windschutzscheiben geben darf; obwohl jüngste Verbesserungen die Windschutzscheiben bruchsicher machten, neigen sie noch immer zu Splitterungen und Zerbrechungen und müssen somit ausgetauscht werden.

Der Prozeß des Austauschs von Fahrzeug-Windschutzscheiben ist sowohl umständlich als auch zeitaufwendig. Der Automobilglas-Installateur muß zuerst die defekte Windschutzscheibe entfernen (gewöhnlich in intakter Form); die Windschutzscheibe ist jedoch fest in ihrer Position angebracht, und das klebende Dichtungsmittel ist ausgehärtet. Gewöhnlich verwendet der Installateur ein Gerät, das einen Schneidedraht umfaßt. Der Schneidedraht wird verwendet, um durch den ausgehärteten Gummi entlang des Windschutzscheibenrandes zu schneiden/zu sägen. Dieser Prozeß erfordert den Einsatz körperlicher Kräfte und kann als Ergebnis von wiederholten Belastungsverletzungen zu Beschwerden am Bewegungsapparat des Installateurs selbst führen. Weitere Probleme, die mit diesem Verfahren zusammenhängen, sind, daß die Schneidedrähte aufgrund der Reibung überhitzen können und außerdem die Drähte selbst reißen können und demzufolge die Gliedmaßen/Hände/Augen des Installateurs verletzen.

Andere Verfahren zum Ablösen der Windschutzscheibe von dem klebenden Dichtungsmittel beinhalten: die Verwendung von mechanischen Oszillatormessern/-schneidern, um das ausgehärtete Material zu schneiden oder; gerichtete Wärme, wie ein Laserstrahl, um das Dichtungsmittel zu erweichen, bevor die Windschutzscheibe mit einem Schneidedraht oder mit speziellen Klingenwerkzeugen entfernt wird. Das Problem bei einem Verfahren, bei dem Wärme direkt auf das Dichtungsmittel aufgebracht wird, besteht darin, daß die Wärme, die benötigt wird, um das ausgehärtete klebende Dichtungsmittel zu erweichen, die Lackierung des Fahrzeugs und/oder andere äußere Oberflächen gleichzeitig und versehentlich beschädigen kann. Zum Beispiel wird ein gepulster Laser, der zu schnell gepulst wird, nicht genügend Energie erzeugen, um das klebende Dichtungsmittel zu erwärmen, und ein gepulster Laser, der zu langsam eingestellt ist, wird das klebende Dichtungsmittel verbrennen und es verflüssigen.

Nachdem die Windschutzscheibe vom Gummi-Dichtungsmittel befreit wurde, kann sie entfernt werden, und die Einfassung kann ausgekratzt werden, bevor sie ausgetauscht wird. Aus dem Stand der Technik ist die Verwendung von Klebstoffen auf Urethan-Basis bekannt, um die ausgetauschte Windschutzscheibe in ihrer Position zu befestigen/zu verkleben und den Klebstoff mit einer Spenderpistole auf den spezifischen Umfangsrand aufzutragen, damit die Sichtkapazität der Windschutzscheibe nicht beeinträchtigt wird. Das Abbinden des Klebstoffes dauert gewöhnlich ungefähr 8 Stunden.

Neueste Fortschritte in der Industrie haben für eine Einbeziehung von schnellabbindenden Mitteln/Katalysatoren gesorgt, um die Zeit von der Fahrzeugablieferung bis zur Abholung zu beschleunigen. Die schnellabbindenden Mittel/Katalysatoren können vorgemischt in der Klebstoffzusammensetzung angeboten werden oder können alternativ mit dem Klebstoff am Austrittspunkt aus einer Spenderpistole gemischt werden. Das Problem bleibt jedoch immer noch bestehen, daß die Entfernung einer defekten Windschutzscheibe und deren nachfolgender Austausch ein umständlicher und zeitaufwendiger Prozeß ist, der dazu führen kann, daß die Armaturenbrett-Innenausstattung oder die Lackierung des Fahrzeugs Schaden nehmen.

Ein weiterer Nachteil in Verbindung mit gegenwärtig verwendeten Klebstoffen so wie Polyurethanen und/oder MS-Polymeren und/oder anderen Klebstoff besteht darin, daß vor Auftragen des Klebstoffs um eine Fensteröffnung die Oberfläche der Öffnung und die Verglasung gründlich gereinigt/entfettet und grundiert werden müssen. Dieser Prozeß kann zeitaufwendig sein, überdies kann der Installateur flüssigen und/oder flüchtigen organischen Chemikalien und damit verbundenen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sein. Außerdem umfassen Polyurethan-Klebstoffe gewöhnlich auch kleine Mengen Isocyanate. Sowohl Polyurethane als auch Isocyanate gelten als umweltschädlich. Die Entsorgung von Autoteilen, wie gegenwärtig verwendeten Windschutzscheiben-Verglasungsrändern und -falzen, am Ende des Fahrzeuglebens kann ökologischen Schaden verursachen.

Ein Klebstoff, der den Sicherheits- und Unfallstandards für Fahrzeuge genügen könnte und eine leichte, effektive und schadenssichere Entfernung einer defekten Windschutzscheibe oder anderen befestigten Verglasungen von einem Fahrzeug bieten, würde eine sofortige Verbesserung für die Industrie und den Verbraucher bieten. Außerdem wäre ein Klebstoff, der wiederverwendet werden und umwelttechnisch sicherer als gegenwärtig verwendete Klebstoffe sein könnte, auch von großem Nutzen.

In einem vollständig unterschiedlichen technischen Bereich ist es bekannt, Luftblasen enthaltende Polyester zu schaffen. Beispielsweise offenbart GB-A-2135903 eine geschäumte Klebeschicht. Diese Polyesterschwämme weisen inhärente Hafteigenschaften und anti-statische Eigenschaften auf und haben in Plattenform Verwendung als Matten zur Verhinderung des Umkippens. Bei der Verwendung wird die Matte auf einer festen Oberfläche plaziert, beispielsweise einem Schreibtisch, und die Matte haftet aufgrund ihres Haftvermögens an der Schreibtischoberfläche. Büroausstattung oder Tassen oder andere Artikel können auf der Matte plaziert werden. Die untere Fläche des zu verankernden Artikels, d.h. die in Kontakt mit der oberen Fläche der Matte befindliche, haftet an der Matte. So bleibt der Artikel fest in seiner Position auf der doppelseitig klebrigen Matte, und der befestigte Artikel ist in der Lage, Stoß-, Rutsch- und Erdbebenbewegungen standzuhalten. Die Matten sind wiederverwendbar insofern, als sie von einer Oberfläche abgezogen und auf einer anderen Oberfläche erneut angebracht/aufgeklebt werden können. Für den Fall, daß die Matte ihre Haftvermögen teilweise verliert, kann sie einfach mit Wasser gewaschen werden, um allen Staub zu entfernen, und ihr Haftvermögen ist wiederhergestellt.

Wir haben entdeckt, daß durch Anpassen des Blasengrößenmusters, -form und des gesamten Blasengehalts des Polyesterschwamms und durch Bringen des Materials in eine Bandform eine derartige Zusammensetztung erstaunlich wirksam als Verglasungs-Klebstoff ist. Außerdem beseitigt die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung viele der Probleme in Verbindung mit den Verglasungs-Klebstoffen des Standes der Technik.

Wir glauben, daß die Erfindung die erste Anwendung/Verwendung eines Polyestermaterials in der Automobil-Verglasungsindustrie schafft.

Man wird anerkennen, daß der Klebstoff der Erfindung Anwendung in anderen Gebieten findet, besonders wo zwei Oberflächen miteinander verbunden werden müssen und wo eine Oberfläche möglicherweise nachfolgend ausgetauscht werden muß, aufgrund von Beschädigung oder Abnutzung, zum Beispiel und ohne Einschränkung hierauf bei Duschtüren, Bilderrahmen, Gewächshäusern und Bau-Doppelverglasung.

Die Bezugnahme auf Fahrzeuge hierin soll Auto, Lastkraftwagen, Van, Schiff, Boot, Flugzeug, Seilbahn, Hubschrauber, Luftkissenfahrzeug und alle anderen Transportformen beinhalten, wo es feste Verglasungen gibt.

Offenbarung der Erfindung

Im breitesten Aspekt schafft die Erfindung ein Produkt oder eine Zusammensetzung, welches) einen Polyesterträger umfaßt, in dem sich Gaseinschlüsse oder -blasen befinden. Das Produkt kann gehärtet oder weich sein, aber aufgrund seiner inneren und Oberflächenporosität wird eine Saugwirkung an seiner Grenzfläche geschaffen, wenn das Produkt mit einer anderen Substratfläche druckverbunden wird.

Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird die Verwendung als Verglasungs-Klebstoff eines Produktes geschaffen, das ein Polyestermaterial mit Oberflächenporen und in ihm dispergierten eingeschlossenen Gasblasen umfaßt, so daß das Produkt eine Saugwirkung entfaltet.

Vorzugsweise ist der Polyester ein thermoplastischer Polyester wie ein Polyethylenterephthalat-Copolymer oder dergleichen.

Vorzugsweise sind die Gasblasen Luftblasen.

Vorzugsweise liegt der durchschnittliche Durchmesser der Luftblasen im Bereich von 1 nm–50 &mgr;m.

Vorzugsweise sind die Luftblasen dauerhaft in dem Polyester eingeschlossen und darin und an der Oberfläche festgesetzt.

Ein derartiges Produkt kann von der Sansui Corporation (Japan), Sika (Südkorea) und/oder BIMIX MFG Co (Südkorea) erhalten werden.

Das Haftvermögen oder die Befestigungs-/Klebeigenschaften der Zusammensetzung ergeben sich aus Luftblasen, welche in dem Polyester an der Grenzfläche eingeschlossen sind, was zu einer "Saugnapf"-Wirkung führt, d.h. die Haftkräfte entstehen durch Luftunterdruck. Die absolute Anzahl und das Verteilungsmuster und Volumen der Luftblasen in der Zusammensetzung bestimmen die Zugkraft der Zusammensetzung und ihr Haftvermögen. Das Blasen-Muster an der oberen und unteren Fläche des Polyestermaterials spielt eine wichtige Rolle bei der Bestimmung der Haftvermögen oder Klebeigenschaft. Es ist beabsichtigt, daß Größe, Form, Muster und Anzahl der Blasen in Abhängigkeit von der beabsichtigten Verwendung des Streifens/Bandes in der Verglasungsindustrie verändert werden können. Beispielsweise kann der absolute Blasengehalt erhöht werden, wenn ein größeres Haftvermögen gewünscht ist. Umgekehrt kann der Blasengehalt verringert werden, um das Haftvermögen zu reduzieren und eine Anwendung beispielsweise in der Bilderrahmungsindustrie zuzulassen.

Die Erfindung schafft eine oberflächenmorphologische Zusammensetzung zur Verwendung als Materialklebstoff in der Verglasungsindustrie mit dem Vorteil, daß keine chemische Reaktion an einer Binde-Grenzfläche erforderlich ist. Eine weiterer Vorteil der Zusammensetzung der Erfindung liegt darin, daß ein Lösen der Bindung keine Klebstoff-Rückstände auf der Substratoberfläche zurückläßt. Die Zusammensetzung kann intakt abgezogen werden.

Außerdem ist die bindende und bindungslösende Oberflächenenergie (oder Haftvermögen) um einige Größenordnungen größer als der thermodynamische Dupré'sche Arbeitswert "W" in Verbindung mit der Differenz in den Oberflächenenergien, welcher gewöhnlich bei dem Vorhersagekonzept für Klebstoffe zum Tragen kommt (C. Gay und L. Leiber; in Physical Review Letters, 1999, Vol. 82 (5), Seiten 936–939, "Theory of Tackiness").

Man wird daher anhand des zuvor Gesagten erkennen, daß das Blasen-Muster in dem Polyester und an seiner Oberfläche verändert werden kann, um Funktionen zu optimieren wie: den erforderlichen auf das Material und eine Substratoberfläche ausgeübten Druck; das elastoviskose Verhalten des Materials; mechanische Eigenschaften bei der Verformung von Verbindungsstellen; Oberflächenwechselwirkungen so wie Faltigkeit und Welligkeit.

Bei dem Produkt der vorliegenden Erfindung hängt die Haftung des Produktes ab von: der Vorspannung, das heißt, die rechtwinkligen und parallelen Haftungskräfte nehmen mit der Vorspannung zu; der Ausrichtung der Oberflächenmorphologie; der sich an den Grenzflächen ansammelnden elektrostatischen Ladung; der Schälkraft in einem rechten Winkel zu einem kritischen Winkel, welcher einen Oberflächenbruch ergibt. Die Schälkräfte des Produktes betragen idealerweise mindestens 10% der parallelen Scherkräfte.

Vorzugsweise weist das Produkt die Form eines Streifens oder Bandes auf, bevorzugter liegt die Dicke des Streifens oder Bandes im Bereich von 2–12 mm und beträgt am meisten bevorzugt ungefähr 5–8 mm.

Vorzugsweise liegt die Breite des Streifens oder Bandes im Bereich von 4–30 mm und liegt bevorzugter im Bereich von 6–12 mm für Freizeitfahrzeuge, 7–18 mm für Lastkraftwagen (LKWs) und 12–25 mm für Busse. Die Breite des Streifens oder Bandes hängt ab von seiner vorgesehenen Verwendung und kann somit dementsprechend innerhalb der oben erwähnten Bereiche variieren.

Vorzugsweise kann der Streifen oder das Band zum Zweck der Abgabe auf eine Trommel oder dergleichen gewickelt geliefert werden und Abschnitte davon abgeschnitten werden.

Vorzugsweise enthält das Produkt ein Färbemittel. Typischerweise wird ein Farbstoff dem formbaren Grundmaterial zum Zeitpunkt der Herstellung hinzugefügt.

Vorzugsweise liegt die Kohäsion des Produktes im Bereich von 10–20 kp/cm2.

Vorzugsweise liegt die Dehnfestigkeit des Produktes im Bereich von 2–10 kp/cm2, wie von der Norm JIS K6301 festgelegt.

Vorzugsweise liegt die Reißfestigkeit des Produktes im Bereich von 2–5 kp/cm2, wie von der Norm JIS K6301 festgelegt.

Vorzugsweise liegt die Schälfestigkeit des Produktes im Bereich von 5–20 kp/cm.

Vorzugsweise ist das Produkt bei der Verwendung und installiert in der Lage, Glas nach nationalen Sicherheitsnormen wie UAS FMVSS 212/216 entsprechenden Crash-Test-Kriterien zu halten.

Vorzugsweise ist das Produkt innerhalb des Temperaturbereiches von –40°C bis 220°C und bevorzugter innerhalb des Bereiches von –20°C bis 120°C stabil.

Vorzugsweise ist das Produkt wasser- und UV-lichtbeständig.

Vorzugsweise ist das Produkt wiederverwendbar und/oder wiederverwertbar.

Vorzugsweise ist das Produkt stabil mit einer langen Lagerbeständigkeit und beständig gegen Bakterien-/Pilz-/Mikrobenwachstum. Das Produkt der Erfindung ist stabil mit einer langen Lagerbeständigkeit und guten Naßeigenschaften.

Für den Fall, daß das Haftvermögen oder die Befestigungskraft reduziert ist, kann der Streifen/das Band einfach in einer geeigneten Lösung, zum Beispiel Wasser, gewaschen werden, um das Haftvermögen des Streifens/Bandes wiederherzustellen.

Materialien des Standes der Technik, zum Beispiel die von Sika (Südkorea) hergestellten oder von Gurrit Essex ARG hergestelltes UAU-216 BETASEALTM erfordern eine Abbindungszeit von 30 Minuten bis zu 24 Stunden zum Aushärten. Tests dieser Materialien zeigen Spannungs-Dehnungs-Beziehungen mit einer Zugscherfestigkeit im Bereich von 3,5 MPa (500 psi) mit einem Höchstwert bei 7,0 MPa (1.000 psi) bei lang abbindenden Materialien. Diese Werte werden als hohe Schermodule bezeichnet. Die Längung zeigt eine Dehnung von bis zu 500%, wobei die Dehnfestigkeit größer als 7 MPa (1.000 psi) ist. Ein hohes Schermodul wirkt sich auf die Karosseriesteifigkeit des Fahrzeugs aus, indem es die strukturelle Karosseriefestigkeit von den üblichen 15% auf bis zu 35–40% verbessert. Die Zusammensetzung der vorliegenden Erfindung weist ein Scher-Elastizitätsmodul von 1–10 MPa mit einer Längung von bis zu 500% und eine Dehnfestigkeit im Bereich von 5–10 MPa (d.h. mehr als 1.000 psi) auf. Die Folge der verbesserten Eigenschaften des Produktes der vorliegenden Erfindung bedeutet, daß es in der Lage ist, in einem größeren Bereich elastisch-dämpfender Bedingungen zu funktionieren, und gleichzeitig einer Fahrzeugkarosserie eine größere strukturelle Steifigkeit verleihen kann. Hierdurch wird folglich eine starke Verbesserung der direkten Verglasungs-/Bindungsfunktionen und -vorgänge im Vergleich zum Stand der Technik erreicht und ein größeres Sicherheitselement bei der Konstruktion von Fahrzeugen zugelassen.

Zusätzlich zu den erhöhten Schermodulen zeigte das Haftvermögen des Produktes der vorliegenden Erfindung (gemessen anhand von Schäl- und kohäsionsbeständigen Wirkungen) verbesserte Werte im Vergleich zu Materialien des Standes der Technik. Hierbei lag die Schälkraft in der Größenordnung von 5–20 kp pro cm und die Kohäsion in der Größenordnung von 10–20 kg pro cm2.

Wenn das Produkt der Erfindung direkt auf Verglasung zwischen Glas und Fahrzeugrahmen, einschließlich lackierter Oberflächen, aufgebracht wird, kann es als halbstruktureller Klebstoff bezeichnet werden, welcher nur einen geeigneten Haftdruck erfordert, um ihn auf eine saubere Oberfläche zu kleben. Die Zusammensetzung kann ohne jedes Zerbrechen von Glas durch eine auf das Material in der Überlappung/Falz ausgeübte Scherbeanspruchung (Ausschälen) und vorteilhafterweise ohne Zurücklassen von Rückstandsbestandteilen des Materials auf Oberflächen bei jeder Art von Überlappungs-/Falzverbindung entfernt werden. Zusätzlich zur Beseitung der Probleme in Verbindung mit dem Entfernen von Verglasung ermöglicht es die Erfindung auch Fahrzeugkonstrukteuren, die Steifigkeit der Fahrzeugkarosserie zu erhöhen, um beim Fahren eine geeignete Schwingungsmodulation der Verglasung zu erhalten und dadurch den möglichen direkten Kontakt von Glasrändern/-falzen/-kanten mit Materialrahmen zu reduzieren, welcher häufig die Ursache von Sprungbildung und Verglasungsbrüchen ist.

Gemäß einen zweiten Aspekt der Erfindung wird ein Polyester mit in ihm dispergierten Blasen und optional ferner mit beliebigen der Merkmale des ersten Aspektes der Erfindung geschaffen.

Gemäß einem dritten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Einsetzen und/oder Austausch einer Fahrzeug-Windschutzscheibe oder einer anderen festen Verglasung mit folgenden Schritten geschaffen:

  • (i) Anordnen eines Streifens oder Bandes, welches ein Polyestermaterial mit Oberflächenporen und in ihm dispergierten eingeschlossenen Gasblasen umfaßt, so daß das Produkt eine Saugwirkung entlang wenigstens eines Teils eines Fensteröffnungsrandes eines Fahrzeugs entfaltet,
  • (ii) Positionieren eines einzusetzenden Verglasungsteils gegen den Streifen oder das Band und
  • (iii) Anwenden eines ausreichenden Drucks auf den Verglasungsrand, um Kontakt mit dem Streifen oder Band zu bewirken.

Man wird erkennen, daß das Einsetzverfahren nach Anspruch 25 die Schritte i–iii beinhaltet, während das Austauschverfahren nach Anspruch 26 den Schritt (iv) des Entfernens der Windschutzscheibe von der Hauptkarosserie durch Lösen des Streifens oder Bandes von der Verglasung oder wahlweise Lösen des Streifens oder Bandes von dem Fensteröffnungsrand beinhaltet.

Somit wird man erkennen, daß der Streifen oder das Band entlang der gesamten Oberfläche des Fensteröffnungsrandes positioniert werden kann, oder er/es kann an einem oder mehreren strategischen Punkten an dem genannten Rand positioniert werden, oder er/es kann mit doppelter oder mehrfacher Dicke oder fortlaufend geschichtet an einem oder mehreren strategischen Punkten an dem Rand oder entlang desselben positioniert werden, je nach den Bedürfnissen eines Benutzers.

Ein weiterer Vorteil des Verfahrens der Erfindung liegt darin, daß die Installation unter beliebigen Wetterbedingungen durchgeführt werden kann.

Vorzugsweise umfaßt das Verfahren auch den Schritt des Anwendens eines Oberflächen- und/oder Glasreinigers vor dem Einsetzen der Verglasung. Die Zusammensetzung der Erfindung funktioniert optimal, wenn die Rand- oder Falzträger gereinigt und getrocknet sind.

Ein weiterer Vorteil der vorliegenden Erfindung liegt darin, daß die Klebstoffzusammensetzung weder eine chemische Reaktion zum Aushärten noch Grundierungen an Grenzflächen oder Chemikalien oder eine Strukturumwandlung des Klebstoffmaterials erfordert. Die Zusammensetzung der Erfindung kann verwendet werden, um gereinigte und getrocknete Oberflächen von Substratmaterialien wie Glasmetallen, Glaskunststoffen, Glaskeramiken zum Zusammenhaften zu bringen. Es bestünde kein Erfordernis einer teuren Vorrichtung zur Regelung der Temperatur der Klebstoffe an dem Herstellungsort, zum Beispiel wären Pumpvorrichtungen zum Halten der richtigen Temperatur des Klebstoffs und zum Halten des Glases in seiner Position erforderliche Roboter bei dieser Erfindung überflüssige Erfordernisse.

Durch Verwendung des Verfahrens der Erfindung, wie sie hierin beschrieben ist, kann eine Fahrzeug-Windschutzscheibe oder andere feste Verglasung schneller und mit weniger Schaden am Rahmen und/oder der Lackierung als mit den Verfahren des Standes der Technik entfernt und/oder ausgetauscht werden. Somit ist das Verfahren kosteneffektiver sowohl für den Installateur als auch für den Verbraucher. Außerdem ermöglicht die vorliegende Erfindung einen wiederverwendbaren Klebstoff, welcher sowohl sicherer für den Installateur einzusetzen ist und auch eine umweltfreundlichere Entsorgung von Fahrzeugbestandteilen am Ende eines Fahrzeuglebens ermöglicht. Noch ein weiterer Vorteil der Zusammensetzung der Erfindung ist das Potential zur Erhöhung der Steifigkeit der Fahrzeugkarosserie, was Auswirkungen auf eine Verbesserung der Konstruktion sicherer Fahrzeugkarosserien hat.

Die Erfindung wird nun lediglich beispielhaft unter Bezugnahme auf die folgende Figur beschrieben, in der:

1 die Blasenverteilung der Oberfläche des Produktes der Erfindung darstellt.

2 einen Querschnitt von 1 darstellt.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Bezugnehmend auf 1 ist das Blasen-Muster an der Oberfläche des Produktes zu sehen. Anzahl, Muster, Verteilung und Größe der Oberflächenblasen 1 bestimmen die Klebeeigenschaft des Material und können je nach den Bedürfnissen eines Benutzers variieren. Das Haftvermögen oder die Befestigungs-/Klebeeigenschaften der Zusammensetzung beruhen auf in dem Polyester an der Grenzfläche eingeschlossenen Luftblasen, was zu einer "Saugnapf"-Wirkung führt, d.h. die Haftkräfte entstehen durch Luftunterdruck. Das Oberflächenblasen-Muster des Polyestermaterials spielt eine wichtige Rolle bei der Bestimmung des Haftvermögens oder der Klebefähigkeit des Produktes, es gibt mehr Blasen an der Produktoberfläche als unter der Oberfläche, d.h. innerhalb des Polyestermaterials, wie mit Bezugnahme auf 2 ersichtlich ist. Die Blasenverteilung oder Oberflächenmorphologie trägt zu der Klebeeigenschaft des Produktes bei. Außerdem hängt die Haftung von der Vorspannung (Kontaktoberflächenbereich), Ausrichtung der Blasen, an der Grenzfläche angesammelten elektrostatischen Ladungen, Schälkräften und Scherbeanspruchungen ab.

Man wird anhand der Figuren erkennen, daß die Blasen relativ zufällig in dem Polyestermaterial angeordnet sind, daß jedoch ein größerer Anteil Blasen 1 sich an den äußeren Oberflächen 2 des Produktes befindet oder dort eingeschlossen ist.


Anspruch[de]
  1. Verwendung eines Produktes als Verglasungs-Klebstoff, wobei das Produkt ein Polyestermaterial mit Oberflächenporen und in ihm dispergierten eingeschlossenen Gasblasen umfaßt, so daß das Produkt eine Saugwirkung schafft.
  2. Verwendung nach Anspruch 1, wobei das Polyestermaterial ein thermoplastischer Polyester wie ein Polyethylenterephthalat-Copolymer ist.
  3. Verwendung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die eingeschlossenen Gasblasen Luftblasen sind.
  4. Verwendung nach Anspruch 3, wobei der durchschnittliche Durchmesser der Luftblasen im Bereich von 1 nm–50 &mgr;m liegt.
  5. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei die Blasen-Verteilung/das Blasen-Muster innerhalb des Polyesters und an seiner Oberfläche variabel ist, so daß die Eigenschaften des Klebstoffs nach den Bedürfnissen eines Benutzers ausgewählt werden können.
  6. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei das Produkt die Form eines Streifens oder Bandes aufweist.
  7. Verwendung nach Anspruch 6, wobei der Streifen oder das Band eine Dicke im Bereich von 2–12 mm aufweist.
  8. Verwendung nach Anspruch 7, wobei der Streifen oder das Band eine Dicke im Bereich von 5–8 mm aufweist.
  9. Verwendung nach einem beliebigen der Ansprüche 6–8, wobei die Breite des Streifens oder Bandes im Bereich von 4–30 mm liegt.
  10. Verwendung nach Anspruch 9, wobei die Breite des Streifens oder Bandes im Bereich von 6–12 mm für Freizeitfahrzeuge, 7–18 mm für LKWs und 12–25 mm für Busse liegt.
  11. Verwendung nach einem beliebigen der Ansprüche 6–10, wobei der Streifen oder das Band zum Zweck der Abgabe auf eine Trommel gewickelt bereitgestellt wird und Abschnitte hiervon abgeschnitten werden.
  12. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei ferner das Produkt ferner ein Färbemittel enthält.
  13. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei die Kohäsion des Produktes im Bereich von 10–20 kp/cm2 liegt.
  14. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei die Dehnfestigkeit des Produktes im Bereich von 2–10 kp/cm2 liegt.
  15. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei die Reißfestigkeit des Produktes im Bereich von 2–5 kp/cm2 liegt.
  16. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei die Schälfestigkeit des Produktes im Bereich von 5–20 kp/cm liegt.
  17. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei das Produkt bei der Verwendung und installiert in der Lage ist, Glas nach der nationalen Norm entsprechenden Crash-Test-Kriterien zu halten.
  18. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei das Produkt innerhalb des Temperaturbereiches von –40°C bis 220°C stabil ist.
  19. Verwendung nach Anspruch 18, wobei das Produkt innerhalb des Temperaturbereiches von –20°C bis 120°C stabil ist.
  20. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei das Produkt wasser- und UV-lichtbeständig und/oder wiederverwendbar und/oder wiederverwertbar ist.
  21. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei das Produkt stabil mit einer langen Lagerbeständigkeit und/oder beständig gegen Bakterien-/Pilz-/Mikrobenwachstum ist.
  22. Verwendung nach einem beliebigen vorangehenden Anspruch, wobei das Produkt ein Schub-Elastizitätsmodul von 1–10 MPa mit einer Längung von bis zu 500% und eine Dehnfestigkeit im Bereich von 5–10 MPa aufweist.
  23. Produkt in Form eines Streifens oder Bandes zum dichten Verbinden zweier Oberflächen miteinander, welches ein Polyestermaterial mit Oberflächenporen und in ihm dispergierten eingeschlossenen Gasblasen umfaßt, so daß das Produkt eine Saugwirkung an einer Binde-Grenzfläche schafft.
  24. Produkt nach Anspruch 23, wobei keine chemische Reaktion an einer Binde-Grenzfläche erforderlich ist.
  25. Verfahren zum Einsetzen und/oder Ersetzen einer Fahrzeug-Windschutzscheibe oder einer anderen festen Verglasung mit folgenden Schritten:

    (i) Anordnen eines Streifens oder Bandes, welches ein Polyestermaterial mit Oberflächenporen und in ihm dispergierten eingeschlossenen Gasblasen umfaßt, so daß das Produkt eine Saugwirkung schafft, entlang wenigstens eines Teils eines Fensteröffnungsrandes eines Fahrzeugs,

    (ii) Positionieren eines einzusetzenden Verglasungsteils gegen den Streifen oder das Band und

    (iii) Anwenden eines ausreichenden Drucks auf den Verglasungsrand, um Kontakt mit dem Streifen oder Band zu bewirken.
  26. Verfahren nach Anspruch 25 zum Entfernen der Windschutzscheibe von der Hauptkarosserie des Fahrzeugs mit folgendem Schritt:

    (iv) Entfernen der Windschutzscheibe von der Hauptkarosserie durch Lösen des Streifens oder Bandes von der Verglasung oder wahlweise Lösen des Streifens oder Bandes von dem Fensteröffnungsrand.
  27. Verfahren nach Anspruch 25 oder 26, ferner mit dem Schritt des Anwendens eines Oberflächen- und/oder Glasreinigers vor dem Einsetzen der Verglasung.
Es folgt ein Blatt Zeichnungen






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